Sachsen und Rechtsextremismus

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odiug
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon odiug » Do 11. Okt 2018, 04:41

KarlRanseier hat geschrieben:(10 Oct 2018, 23:16)

Naja, mit der alten Leier von den "faulen Arbeitslosen" werden die ollen Sozen auch jetzt nicht punkten können. Die SPD ist schon jetzt in Sachsen eine Kleinpartei, und sollte es Ludwig & Co gelingen, dass sie endlich ganz aus dem Landtag fliegen, so brauchen sie sich nichts darauf einzubilden, der Ruhm, die SPD versenkt zu haben, gebührt Schröder und Clement.

Abgesehen davon zeugt es ja von völligem Realitätsverlust, wenn jemand ausgerechnet Chnemnitz als "weltoffen" bezeichnet. Dümmer geht es doch nun wirklich nicht mehr, vielleicht gelingt es ja den Sozen, noch schwachsinnigere Parolen in den Raum zu kotzen als die AfD! :thumbup:

Was Clement betrifft, da gebe ich dir sogar recht ... mit Einschränkungen,
Aber ich weiß nicht,ob du dich noch an die Sozialreformdebatte erinnern kannst :?:
Ich weiß noch, was CDU und FDP damals forderten :eek:
Zu deinem zweiten Punkt:
Das Problem in Sachsen ist, dass die Politik das Problem des organisierten Rechtsextremismus über Jahrzehnte vernachlässigte.
Und Ehre wem Ehre gebührt ... das war die CDU, die da komplett versagte.
Dadurch verfestigte sich dort eine Szene, der nun nur noch schwer beizukommen ist ... und diese Szene strahlt aus.
Es ist aber auch in Sachsen nicht so sehr ein Problem Sachsen gegen den Rest, sondern so wie auch im Westen, Land gegen Stadt, Abgehängt gegen Profiteure, Rand gegen Mitte.
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Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Do 11. Okt 2018, 06:22

odiug hat geschrieben:(11 Oct 2018, 05:41)

Was Clement betrifft, da gebe ich dir sogar recht ... mit Einschränkungen,
Aber ich weiß nicht,ob du dich noch an die Sozialreformdebatte erinnern kannst :?:
Ich weiß noch, was CDU und FDP damals forderten :eek:
Zu deinem zweiten Punkt:
Das Problem in Sachsen ist, dass die Politik das Problem des organisierten Rechtsextremismus über Jahrzehnte vernachlässigte.
Und Ehre wem Ehre gebührt ... das war die CDU, die da komplett versagte.
Dadurch verfestigte sich dort eine Szene, der nun nur noch schwer beizukommen ist ... und diese Szene strahlt aus.
Es ist aber auch in Sachsen nicht so sehr ein Problem Sachsen gegen den Rest, sondern so wie auch im Westen, Land gegen Stadt, Abgehängt gegen Profiteure, Rand gegen Mitte.


Kann man nicht besser sagen :thumbup:
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon schokoschendrezki » Do 11. Okt 2018, 09:06

Tomaner hat geschrieben:(11 Oct 2018, 05:24)

Ist Chemnitz und Sachsen jetzt zu 100 Prozent braun und es gibt keinerlei Gruppe von Bürgern mehr, die ihre Interessen nicht mehr von SPD vertreten sehen?

Nein. Natürlich nicht. Es gibt inzwischen zum Beispiel eine Unternehmervereinigung für ein weltoffenes Sachsen. Klare Argumentationslinie: Wohlstand und Prosperität erfordert die 3 T's (Technologie, Talente und eben: Toleranz). Vereinsgründer ist Martin Rustler, Vorstandschef einer traditionsreichen Dresdner Bonboneinwickelmaschinenfabrik ( ;) ). https://www.deutschlandfunk.de/wirtschaft-gegen-fremdenfeindlichkeit-ein-verein-fuer.1197.de.html?dram:article_id=428649
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon KarlRanseier » Do 11. Okt 2018, 20:07

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Oct 2018, 04:40)

Ludwig ist sich mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Martin Dulig (SPD) darin einig, dass mit den Bürgern ein Dialog ohne Scheuklappen zu führen sei.

Küchentischtour: http://www.dulig.de/auf-ein-wort

Und Nahles will die SPD aus dem "gedanklichen Gefängnis der Agendapolitik" befreien.

Die Bekämpfung der Sozialdemokratie bringt im Kampf gegen Rechtsextremismus nichts, ganz im Gegenteil, das ist kontraproduktiv.



Oh, die Kleinpartei SPD lässt sich dazu herab, mit "den Bürgern" zu reden. Wie kommt denn das, hatten die nicht bislang nach jeder der ungezählten
"historischen" Wahlniederlagen verkündet, das sie nur ihre Politik "nicht richtig erklärt" hätten, die Wähler also, um es anders zu sagen, schlicht bescheuert
sind? Die neuerliche Bescheidenheit resultiert wohl daraus, dass man schlicht Angst hat. Aber lernfähig sin die SPD-Betonköpfe nicht. Söder und Seehofer
kopierten AfD-Parolen und werden dafür abgestraft. Lernunfähige Sozen allerdings kopieren auch AfD-Parolen. Der Unterschied ist allerdings, dass die SPD
in Sachsen ums politische Überleben kämpft.

Ohne Scheuklappen? Mag sein, mit Sicherheit aber mit massivem Polizeischutz.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon KarlRanseier » Do 11. Okt 2018, 20:16

Tomaner hat geschrieben:(11 Oct 2018, 05:24)

Ist Chemnitz und Sachsen jetzt zu 100 Prozent braun und es gibt keinerlei Gruppe von Bürgern mehr, die ihre Interessen nicht mehr von SPD vertreten sehen? Mit anderen Worten, es gibt auch keinerlei Leute mehr in Chemnitz und Sachsen mehr, die davon profitieren was SPD in großer Koalition durchgesetzt hat und würden beispielsweise Mindeslohn lieber heute statt morgen in Tonne treten und auch gerne die Rente mit 70 oder gleich 75 einführen? Welche direkte Interessen von Arbeitnehmern werden in Sachsen von welchen anderen Parteien besser aktiv umgesetzt?



Naja, nachdem die Sozen den Sozialstaat aktiv verkrüppelt haben, fällt ein Mindestlohn von 8,50 wohl nicht wirklich ins Gewicht, oder?

Wenn Du in Sachsen von einem besorgten Bürger ins Koma geprügelt wirst, weil Du vielleicht "ausländisch" aussiehst, bist Du dem dann
auch sehr dankbar, wenn er Dir ein paar Blumen ins Krankenzimmer schickt und verkündet, dass er fortan nicht mehr so besonders auf
Gewalt setzen wird? :?:
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 12. Okt 2018, 02:07

KarlRanseier hat geschrieben:(11 Oct 2018, 21:07)

Oh, die Kleinpartei SPD lässt sich dazu herab, mit "den Bürgern" zu reden. Wie kommt denn das, hatten die nicht bislang nach jeder der ungezählten
"historischen" Wahlniederlagen verkündet, das sie nur ihre Politik "nicht richtig erklärt" hätten, die Wähler also, um es anders zu sagen, schlicht bescheuert
sind? Die neuerliche Bescheidenheit resultiert wohl daraus, dass man schlicht Angst hat. Aber lernfähig sin die SPD-Betonköpfe nicht. Söder und Seehofer
kopierten AfD-Parolen und werden dafür abgestraft. Lernunfähige Sozen allerdings kopieren auch AfD-Parolen. Der Unterschied ist allerdings, dass die SPD
in Sachsen ums politische Überleben kämpft.

Ohne Scheuklappen? Mag sein, mit Sicherheit aber mit massivem Polizeischutz.

Die SPD Sachsen bekennt sich klar zum Konsens der Demokraten und sieht im Rechtsextremismus eine wesentliche Gefahr. Dulig und Kretschmer arbeiten entsprechend zusammen, nicht gegeneinander.
Die fliegenden Bürgerforen tragen Informationen aus der Bürgerschaft in die Parteien hinein und umgekehrt erklären die Regierungsparteien ihre Haltung dort, wo es um unverzichtbare Prinzipien geht.

Die Linke macht nicht nur Anti-SPD-Politik, sie hat mittlerweile selbst ein Spaltungsproblem.
Jüngstes Beispiel: Wagenknechts Konstrukt "Aufstehen" distanziert sich von der "Unteilbar"-Demo, die Parteilinke wiederum von Wagenknecht.
Dafür ist Gauland entzückt:
Lob für Wagenknecht gab es hingegen von AfD-Chef Alexander Gauland: Dieser bezeichnete die Fraktionschefin der Linken wegen ihrer Äußerungen als "mutige Stimme der Vernunft".
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 32811.html
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon KarlRanseier » Fr 12. Okt 2018, 09:54

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Oct 2018, 03:07)

Die SPD Sachsen bekennt sich klar zum Konsens der Demokraten und sieht im Rechtsextremismus eine wesentliche Gefahr. Dulig und Kretschmer arbeiten entsprechend zusammen, nicht gegeneinander.
Die fliegenden Bürgerforen tragen Informationen aus der Bürgerschaft in die Parteien hinein und umgekehrt erklären die Regierungsparteien ihre Haltung dort, wo es um unverzichtbare Prinzipien geht.

Die Linke macht nicht nur Anti-SPD-Politik, sie hat mittlerweile selbst ein Spaltungsproblem.
Jüngstes Beispiel: Wagenknechts Konstrukt "Aufstehen" distanziert sich von der "Unteilbar"-Demo, die Parteilinke wiederum von Wagenknecht.
Dafür ist Gauland entzückt:
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 32811.html



Also ich würde mal behaupten, dass eine SPD, CSU oder Sachsen-CDU, die Parolen von der AfD übernimmt, genauso rechtsextrem ist wie das Original. Gauland und Höcke müssen gar nichts mehr sagen, die Geschichte ist bereits ein Selbstläufer. Leider gehen denen auch Teile der Linken auf den Leim, nur Grüne und FDP bleiben bisher standhaft.

Ich frage mich, ob Sozen und CSU-Figuren auf den Kopf gefallen sind. Ich meine, Menschen, deren neuer Lebensinhalt darin besteht, gegen "Ausländer" und Muslime zu hetzen, wählen AfD. Die bekommt man auch dann nicht zurück, wenn man, wie die Sozen, nicht nur das Grundgesetz, sondern sogar ein Menschenrecht (Asyl) relativieren will und "Ausländern" zumindest implizit unterstellt, hier einfach nur Sozialleistungen abgreifen zu wollen. Klar, schon der Müntefering, die intellektuelle Konifere der SPD, unterstellte Arbeitslosen Faulheit und wollte ihnen gar das Lebensrecht absprechen ("Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen"). Aber nun hat die AfD das Patent auf solche Hetze, zumindest dann, wenn sie sich gegen "Ausländer" richtet.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Wolverine » Fr 12. Okt 2018, 14:09

KarlRanseier hat geschrieben:(10 Oct 2018, 23:56)

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 87220.html

Was bekomme ich dafür? :?:

Übrigens: Asyl ist ein Menschenrecht. Da empfehle ich Frau Ludwig, das vielleicht mal gemeinsam mit den Herren Höcke und Gauland nachzulesen. Im "Informationszeitalter" sollte man meinen, dass auch gemeine Sozen und AfDisten lesen können...


Nein, ist es nicht. Vielmehr liegt es am Staat ob er Asyl gewährt oder nicht.

Artikel 14
(1) Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.

(2) Dieses Recht kann nicht in Anspruch genommen werden im Falle einer Strafverfolgung, die tatsächlich auf Grund von Verbrechen nichtpolitischer Art oder auf Grund von Handlungen erfolgt, die gegen die Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen verstoßen.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Cat with a whip » Fr 12. Okt 2018, 14:43

KarlRanseier hat geschrieben:(12 Oct 2018, 10:54)

Also ich würde mal behaupten, dass eine SPD, CSU oder Sachsen-CDU, die Parolen von der AfD übernimmt, genauso rechtsextrem ist wie das Original. Gauland und Höcke müssen gar nichts mehr sagen, die Geschichte ist bereits ein Selbstläufer. Leider gehen denen auch Teile der Linken auf den Leim, nur Grüne und FDP bleiben bisher standhaft.



Die Sorgenkinder in der Linken sind ja eigentlich nur die Selbstdarsteller Wagenknecht und Lafontaine. Die gibts auch bei den Grünen mit dem Boris Palmer.

Sie irren wenn sie die FDP hiervon ausnehmen. Im Gegenteil, die FDP positioniert sich zwar vordergründig gegen die AfD, fährt jedoch in Punkto Rechtspopulismus eine durchsichtige Doppelstrategie. Wer nicht hinterm Mond wohnt hat mitbekommen, dass deren Führung mit Lindner immer wieder gegen Fremde polemisiert. Zuletzt warf er den Grünen scheinheilig vor "das Geschäft der AfD zu besorgen". Damit bediente Lindner das nur in der rechtsextremistischen Logik funktionierende Narrativ der selbsterfüllenden Prophezeiung, wenn rechte Positionen nicht erfüllt würden. Die FDP redet somit fremdenfeindlichen Forderungen indirekt das Wort, um ihrem demokratischen Mitbewerber zu schaden, die konsequent ihre Grundsätze nach Solidarität mit Schwachen vertreten. Dieses unsolidarische und verlogene Spiel der FDP ist so erbärmlich dass man kotzen könnte, aber das ist die hässliche Fratze der unaufrichtigen FDP wie man sie nicht anders kennt. Die FDP muß man verstehen, ihr sind Menschenrechte nicht primär wichtig. Priorität hat bei der FDP immer ihr Eigennutzen und der Gewinn ihrer Unternehmerklientel aus der Wirtschaft vor Recht und Freiheit. Wer etwas anders behauptet, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 12. Okt 2018, 15:57

KarlRanseier hat geschrieben:(12 Oct 2018, 10:54)

Also ich würde mal behaupten, dass eine SPD, CSU oder Sachsen-CDU, die Parolen von der AfD übernimmt, genauso rechtsextrem ist wie das Original. Gauland und Höcke müssen gar nichts mehr sagen, die Geschichte ist bereits ein Selbstläufer. Leider gehen denen auch Teile der Linken auf den Leim, nur Grüne und FDP bleiben bisher standhaft.

Ich frage mich, ob Sozen und CSU-Figuren auf den Kopf gefallen sind. Ich meine, Menschen, deren neuer Lebensinhalt darin besteht, gegen "Ausländer" und Muslime zu hetzen, wählen AfD. Die bekommt man auch dann nicht zurück, wenn man, wie die Sozen, nicht nur das Grundgesetz, sondern sogar ein Menschenrecht (Asyl) relativieren will und "Ausländern" zumindest implizit unterstellt, hier einfach nur Sozialleistungen abgreifen zu wollen. Klar, schon der Müntefering, die intellektuelle Konifere der SPD, unterstellte Arbeitslosen Faulheit und wollte ihnen gar das Lebensrecht absprechen ("Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen"). Aber nun hat die AfD das Patent auf solche Hetze, zumindest dann, wenn sie sich gegen "Ausländer" richtet.

Wenn man absolut jede Meinung außer die von Karl Ranseier für AfD-nah erklärt, dann plustert man just die AfD künstlich auf und verneint den Diskurs innerhalb des demokratischen Spektrums.
Das ist völlig kontraproduktiv. Konsens ist besser als Hysterie.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 12. Okt 2018, 16:11

Cat with a whip hat geschrieben:(12 Oct 2018, 15:43)

Die Sorgenkinder in der Linken sind ja eigentlich nur die Selbstdarsteller Wagenknecht und Lafontaine. Die gibts auch bei den Grünen mit dem Boris Palmer.

Sie irren wenn sie die FDP hiervon ausnehmen. Im Gegenteil, die FDP positioniert sich zwar vordergründig gegen die AfD, fährt jedoch in Punkto Rechtspopulismus eine durchsichtige Doppelstrategie. Wer nicht hinterm Mond wohnt hat mitbekommen, dass deren Führung mit Lindner immer wieder gegen Fremde polemisiert. Zuletzt warf er den Grünen scheinheilig vor "das Geschäft der AfD zu besorgen". Damit bediente Lindner das nur in der rechtsextremistischen Logik funktionierende Narrativ der selbsterfüllenden Prophezeiung, wenn rechte Positionen nicht erfüllt würden. Die FDP redet somit fremdenfeindlichen Forderungen indirekt das Wort, um ihrem demokratischen Mitbewerber zu schaden, die konsequent ihre Grundsätze nach Solidarität mit Schwachen vertreten. Dieses unsolidarische und verlogene Spiel der FDP ist so erbärmlich dass man kotzen könnte, aber das ist die hässliche Fratze der unaufrichtigen FDP wie man sie nicht anders kennt. Die FDP muß man verstehen, ihr sind Menschenrechte nicht primär wichtig. Priorität hat bei der FDP immer ihr Eigennutzen und der Gewinn ihrer Unternehmerklientel aus der Wirtschaft vor Recht und Freiheit. Wer etwas anders behauptet, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.

Die "Sorgenkinder" der Linken sind zu einer losen Sammlungsbewegung namens "Aufstehen" angewachsen.

Und Lindners FDP sieht sich gar nicht im unmittelbaren Wettbewerb mit AfD oder Linke. Vielmehr verortet sie sich in der Mitte, weshalb der Hauptkonkurrent eben die Grünen seien.
Der Vorhalt Lindners lässt sich so auch leicht erklären. In Bayern wird es gerade spannend.
Und selbstverständlich kann es Bestandteil des Diskurses sein, ob man ein Land wie Tunesien als sicheres Herkunftsland betrachten möchte oder auch nicht. Eine Einheitsmeinung in allen Punkten wird es nie geben, das funktioniert im Pluralismus generell nicht.

Wer Wahlkampf machen will, sollte nicht nur die Konkurrenz im demokratischen Spektrum anschwärzen, sondern die Positiva der eigenen Präferenz mal benennen.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Fr 12. Okt 2018, 16:35

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Oct 2018, 16:57)

Wenn man absolut jede Meinung außer die von Karl Ranseier für AfD-nah erklärt, dann plustert man just die AfD künstlich auf und verneint den Diskurs innerhalb des demokratischen Spektrums.
Das ist völlig kontraproduktiv. Konsens ist besser als Hysterie.


Cat with a whip und KarlRanseier haben zwar gerade knallharte Analysen vorgelegt, denen ich zu großen Teilen zustimme. Trotzdem bin ich bei dir, wenn du sagst, Diskurs und Konsens seien wichtig. Natürlich im Sinne von Diskurs und Konsens unter Demokraten. Das sehe ich auch so. Ich glaube, man sollte parteienübergreifend immer mal wieder die verbindenden Elemente betonen. Warum? Ich halte eine Geschlossenheit gegen dieses neurechte bis faschistoide Gerede von rechts außen für äußerst wichtig. Und das wird immer wichtiger, will man Schlimmeres verhindern. Ohne Trennendes zwischen Grün und Rot und Rosa und Schwarz und Gelb nun zu bagatellisieren, sollte man sich in Fragen dieser Antidemokraten einig sein, will man keine Wiederholung der Geschichte auf höherer Stufenleiter.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon KarlRanseier » Fr 12. Okt 2018, 22:25

Sehr geehrte Damen und Herren,

wählen Sie NICHT die AfD, entscheiden Sie sich lieber für eine der demokratischen Parteien!

Okay, zugegeben, Parolen von SPD, CSU und Sachsen-CDU sind von denen der AfD kaum zu unterscheiden. Aber CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne sind, wie sie sich auch immer wieder gegenseitig bestätigen, unglaublich demokratisch. Sie alle handeln immer so, wie es dem demokratischen Willen der Mehrheit der Lobbyisten entspricht, bei der AfD kann man sich diesbezüglich nicht so sicher sein, da sie noch nie Regierungsverantwortung hatte. Die Linke ist zwar in Thüringen in Regierungsverantwortung, sie gilt aber trotzdem als weniger demokratisch, weil sie nicht immer so handelt, wie es die demokratische Mehrheit der Lobbyisten wünscht und stattdessen die undemokratische Meinung vertritt, dass es in diesem Lande Menschen gibt, deren Entlastung noch wünschenswerter sei als die Entlastung des Mittelstandes...
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Quatschki » Sa 13. Okt 2018, 11:30

Bemerkenswertes Interview in der Sächsischen Zeitung

https://www.sz-online.de/sachsen/ausser ... 30700.html
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 13. Okt 2018, 13:43

Quatschki hat geschrieben:(13 Oct 2018, 12:30)

Bemerkenswertes Interview in der Sächsischen Zeitung

https://www.sz-online.de/sachsen/ausser ... 30700.html

...in dem einmal mehr das Chemnitzer Fanal bestätigt wird:

Die Neonazi-Szene hat nach ihrem gemeinsamen Auftreten mit AfD, Pegida und Pro Chemnitz beim Schweigemarsch am 1. September an Selbstbewusstsein gewonnen. (…)
https://www.sz-online.de/sachsen/ausser ... 30700.html
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Wolverine » Sa 13. Okt 2018, 13:57

Quatschki hat geschrieben:(13 Oct 2018, 12:30)

Bemerkenswertes Interview in der Sächsischen Zeitung

https://www.sz-online.de/sachsen/ausser ... 30700.html


Wieder hat der Staat in Form seiner Dienste die dreckigen Griffel im Spiel und sorgt erst für solche Situationen. Wer dahinter keinen Plan sieht.....
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Marmelada » Sa 13. Okt 2018, 15:02

Nach dem Überfall auf das jüdische Restaurant hat es noch zwei weitere auf iranische Restaurants in Chemnitz gegeben und auch hier nicht erstmals, aber diesmal gewalttätiger inklusive Krankenhausaufenthalt für das Opfer:

https://www.freiepresse.de/chemnitz/wir ... el10333356
Das "Safran" ist nicht das einzige Restaurant, das in den vergangenen Wochen Ziel von Anschlägen war: Ende September wurden im persischen Lokal "Schmetterling" an der Lohstraße Scheiben eingeworfen. Am 27. August wurde Uwe Dziuballa, Inhaber des jüdischen Restaurants "Schalom", Ziel eines Angriffs. Mehrere schwarz vermummte Gestalten waren vor dem Lokal mit Steinen und Eisenstange auf ihn losgegangen und hatten ihn beschimpft als "Judenschwein". Dziuballa wurde an der Schulter verletzt.
Darüber sollte Maaßen dringend mal mit der BILD sprechen.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Quatschki » Sa 13. Okt 2018, 15:09

Marmelada hat geschrieben:(13 Oct 2018, 16:02)
Darüber sollte Maaßen dringend mal mit der BILD sprechen.

Der ist, nachdem er von seinem alten Posten bekanntermaßen wegen Hetzjagdleugnung gefeuert wurde, als nunmehriger "Sonderberater für europäische und internationale Fragen" nicht mehr zuständig.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Marmelada » Sa 13. Okt 2018, 15:13

Quatschki hat geschrieben:(13 Oct 2018, 16:09)

Der ist, nachdem er von seinem alten Posten bekanntermaßen wegen Hetzjagdleugnung gefeuert wurde, als nunmehriger "Sonderberater für europäische und internationale Fragen" nicht mehr zuständig.
Der war auch vorher nicht dafür zuständig, rechte Verschwörungstheorien und "Lügenpresse!!111"-Propaganda zu verbreiten, also gibt es nichts, was ihn weiterhin daran hindern könnte.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 13. Okt 2018, 15:14

Quatschki hat geschrieben:(13 Oct 2018, 16:09)

Der ist, nachdem er von seinem alten Posten bekanntermaßen wegen Hetzjagdleugnung gefeuert wurde, als nunmehriger "Sonderberater für europäische und internationale Fragen" nicht mehr zuständig.

Ein großer Verlust für den Rechtsextremismus in Sachsen, Deutschland und ganz Europa.
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