Geringe Kriminalität vs. Polizeistaat

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relativ
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Re: Geringe Kriminalität vs. Polizeistaat

Beitragvon relativ » Mo 2. Jul 2018, 09:52

jack000 hat geschrieben:(02 Jul 2018, 10:49)

Denken ist ja nicht verboten aber Straftaten hingegen schon. Wenn diejenige, bei denen das Konzept versagt halt da sind, dann kann man sie doch wegmachen indem man sie in Gefängnisse einsperrt wenn sie Straftaten begangen haben.

In der Tat kann man und jetzt? Wo ist deine konstruierter Dissens jetzt hin?
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Hyde
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Re: Geringe Kriminalität vs. Polizeistaat

Beitragvon Hyde » Mo 2. Jul 2018, 10:02

Dr.House hat geschrieben:(26 Jun 2018, 10:05)

Wenn ich mir Länder wie Japan anschaue, dann gibt es dort z.B. aus Platzgründen (wenig Platz für Supermärkte) in fast jeder Straße Automaten mit Getränken und Speisen. Das funktioniert aber auch nur so gut, weil die Automaten nicht aufgebrochen werden. Auch Privatbesitz wird nicht angerührt. Man kann sein Fahrrad einfach irgendwo ohne Schloss abstellen. Die Japaner sind einfach so erzogen, dass es unehrenhaft ist, zu stehlen.

Und dann gibt es Länder wie Singapur, die eine extrem niedrige Kriminalitätsrate haben, aber auch sehr harte Regeln. Für Graffitis kann man schon mal mit dem Rohrstock geschlagen werden und wer in öffentlichen Verkehrsmitteln isst, zahlt mehrere hundert Euro Strafe. Wer eine Zigarettenkippe auf die Straße wirft, darf dann umsonst in einem besonders beschrifteten Anzug die Stadt reinigen.

Wenn man jetzt kurz bis mittelfristig in Deutschland die Kriminalitätsrate deutlich senken wollte, bleibt erst einmal nur, die Polizeipräsenz und die Strafverfolgung zu verstärken. Das könnte aber wieder zu einem Polizeistaat führen.

Dennoch finde ich, dass es für das Behindern von Einsatzkräften/Gaffen, Parken auf Behindertenparkplätzen, Handy am Steuer etc. harte Strafen geben sollte.

Was haltet ihr für die beste Lösung?



Ich sehe das eher so: je härter (und inhumaner) die Strafverfolgung ist, umso inhumaner ist auch die Bevölkerung, auf die das „inhumane Vorbild“ des Staates abstrahlt.

Die Länder, in denen überspitzt gesagt fürs Stehlen die Hände abgehackt werden, müssen mit einer Verrohung der Bevölkerung rechnen.

Ich bin auch der Ansicht, dass beispielsweise das Abschaffen der Todesstrafe zu einer friedfertigeren Bevölkerung führt.

Ein Land, das staatlich legitimiert Menschen umbringt, signalisiert seinen Bürgern, dass das menschliche Leben an sich keinen obersten Wert hat. Das führt zu einer Verrohung der Bevölkerung, die in einem solch inhuman Staat aufwächst und sozialisiert wird.

Oder nehmen wir unsere Geschichte der letzten 500 Jahre: je humaner das Strafrecht wurde, umso humaner und friedfertiger wurde auch die Gesellschaft. Das beeinflusst sich beides gegenseitig.

Man kann nicht unendlich weiter immer das Strafrecht verschärfen und meinen, dadurch dann zu mehr Sicherheit oder einer friedliebenderen Bevölkerung zu kommen. Das ist ein Irrtum.
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jack000
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Re: Geringe Kriminalität vs. Polizeistaat

Beitragvon jack000 » Mo 2. Jul 2018, 10:04

relativ hat geschrieben:(02 Jul 2018, 10:52)

In der Tat kann man und jetzt? Wo ist deine konstruierter Dissens jetzt hin?

Dann gibt es doch keinen. Erstmal Methode A und bei wem Methode A nicht funktioniert wendet man Methode B an.
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Geringe Kriminalität vs. Polizeistaat

Beitragvon Cat with a whip » Di 3. Jul 2018, 13:31

In einem Polizeistaat geschieht die Kriminalität verstärkt durch den Staat selbst.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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relativ
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Re: Geringe Kriminalität vs. Polizeistaat

Beitragvon relativ » Di 3. Jul 2018, 14:41

jack000 hat geschrieben:(02 Jul 2018, 11:04)

Dann gibt es doch keinen. Erstmal Methode A und bei wem Methode A nicht funktioniert wendet man Methode B an.

Die komische Frage mit "dem Geist" kam doch von dir, als gäbe es da ein Dissens . :?:
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Geringe Kriminalität vs. Polizeistaat

Beitragvon imp » Mi 4. Jul 2018, 17:14

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/haus ... 16463.html

Neues vom Polizeistaat: Beamte konfiszieren Plastikmodell einer Atombombe wegen "Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion". Wegen Blödheit noch nicht vorbestraft...
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Re: Geringe Kriminalität vs. Polizeistaat

Beitragvon jack000 » Mi 4. Jul 2018, 18:08

Dr.House hat geschrieben:Wenn man jetzt kurz bis mittelfristig in Deutschland die Kriminalitätsrate deutlich senken wollte, bleibt erst einmal nur, die Polizeipräsenz und die Strafverfolgung zu verstärken. Das könnte aber wieder zu einem Polizeistaat führen.

Dennoch finde ich, dass es für das Behindern von Einsatzkräften/Gaffen, Parken auf Behindertenparkplätzen, Handy am Steuer etc. harte Strafen geben sollte.

Was haltet ihr für die beste Lösung?

Was mir gerade mal so auffällt, die Überschrift im Titel gibt doch nicht den Inhalt des Eingangsbeitrages wieder sondern das Gegenteil?
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"

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