Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon jack000 » Mi 9. Mai 2018, 12:20

Alexyessin hat geschrieben:(09 May 2018, 13:10)

Weißt du Jack, warum die Kriminalität gesunken ist, ist mir reichlich egal.

Du hast schlichtweg keine Erklärung dafür. Die Nachricht aber passt dir in den Kram, deswegen nimmst du das auch einfach so hin.

Was ich interessanter finde ist, das du - Mr. Glaskugelexperte - nicht zugeben kannst, das du dich geirrt hast.

In was habe ich mich geirrt? Habe ich vorausgesagt, dass die Kriminalität nicht sinken wird?
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon jack000 » Mi 9. Mai 2018, 12:22

relativ hat geschrieben:(09 May 2018, 13:15)

...und bald wird vermutlich der "200.000 Flüchtlingsfacharbeiter" geehrt,

Da kannst du warten bis du schwarz wirst!
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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relativ
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon relativ » Mi 9. Mai 2018, 12:23

jack000 hat geschrieben:(09 May 2018, 13:20)



In was habe ich mich geirrt? Habe ich vorausgesagt, dass die Kriminalität nicht sinken wird?

Du hast z.B. mal gesagt, daß man nicht davon ausgehen kann, daß sie in den nächsten Jahren sinkt. Na klingelt es womöglich?
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relativ
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon relativ » Mi 9. Mai 2018, 12:24

jack000 hat geschrieben:(09 May 2018, 13:22)

Da kannst du warten bis du schwarz wirst!

Hab mal ein wenig mehr Vertrauen in unsere Innovationskraft. :D
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Alexyessin » Mi 9. Mai 2018, 12:29

jack000 hat geschrieben:(09 May 2018, 13:20)

Du hast schlichtweg keine Erklärung dafür. Die Nachricht aber passt dir in den Kram, deswegen nimmst du das auch einfach so hin.


Da ich auch nicht wirklich in Paranoia gefallen bin, als die Zahlen stiegen, warum sollte ich jetzt eine genaue Analyse machen wenn sie sinken.

jack000 hat geschrieben:(09 May 2018, 13:20)
In was habe ich mich geirrt? Habe ich vorausgesagt, dass die Kriminalität nicht sinken wird?


Du hast doch immer wieder geschrieben, das die Zukunft soooo böhse sein wird, oder? Hast du nicht?
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon DagDag » Mi 9. Mai 2018, 12:39

Also gesunken ist sie und dieses Jahr wird der Rest in Angriff genommen. Zaubern kann kein Land. Glaskugeln erst recht nicht.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon sünnerklaas » Mi 9. Mai 2018, 12:46

DagDag hat geschrieben:(09 May 2018, 13:39)

Also gesunken ist sie und dieses Jahr wird der Rest in Angriff genommen. Zaubern kann kein Land. Glaskugeln erst recht nicht.


Ich bin mal gespannt, ob und wann AfDler auffliegen, weil sie Asylbewerber einschleusen - am besten so richtig kriminelle Asylbewerber. Nach den Reichsbürgern, die als Schleuser und Schlepper aufgeflogen sind, würde mich da nichts wundern.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Raul71 » Mi 9. Mai 2018, 12:56

Die Kriminalstatistik ist nicht glaubwürdig. Nicht einmal Messerangriffe sind da enthalten. Es ist daher verständlich, dass nur 6,6% der Bevölkerung der Meinung sind, dass Deutschland sicherer geworden ist. https://www.welt.de/politik/deutschland ... n-ist.html
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Alexyessin » Mi 9. Mai 2018, 13:08

Raul71 hat geschrieben:(09 May 2018, 13:56)

Die Kriminalstatistik ist nicht glaubwürdig. Nicht einmal Messerangriffe sind da enthalten.


Echt nicht?
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon relativ » Mi 9. Mai 2018, 13:09

Raul71 hat geschrieben:(09 May 2018, 13:56)

Die Kriminalstatistik ist nicht glaubwürdig. Nicht einmal Messerangriffe sind da enthalten. Es ist daher verständlich, dass nur 6,6% der Bevölkerung der Meinung sind, dass Deutschland sicherer geworden ist. https://www.welt.de/politik/deutschland ... n-ist.html

Nun mittlerweile muss es wohl auch dem letzten Untergangsjünger aufgefallen sein, daß eine PKS nur einen Teil der Wahrheit ablichtet, daß war aber auch schon 2015 so.
Da sind so einige Verbrechen nicht aufgeführt, ob dies aber nun Verbrechen sind, die die Mehrheit der Bürger in ihrer Verunsicherung direkt betreffen , mag ich eher bezweifeln.

Die gefühlte Unsicherheit vieler Bürger ist für mich eine Reaktion auf Terrorismus (hier gerade islamischer Terrorismus), größeres öffentliches Interesse an Straftaten und deren Veröffentlichung bzw. deren Hintergründe, unsicherheit im wirtschaftlichen Bereich durch Globalisierung und gefühltes und/oder erlebtes abgehängt sein und der Flüctlingskrise im allgemeinen.
Das das gefühlte Unsicherheitsgefühl schon vorher da war und da hauptsächlich mit der Vielzahl bzw. zunehmenden Einbrüchen im privaten Bereich zusammmen hing, davon will heute keiner der Untergangsjünger mehr wissen, da diese Kriminalität ja hauptsächlich von osteuropäische Banden begangen wird und wurde und nicht z.B. von Flüchtlingen.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon sünnerklaas » Mi 9. Mai 2018, 13:42

relativ hat geschrieben:(09 May 2018, 14:09)

Das das gefühlte Unsicherheitsgefühl schon vorher da war und da hauptsächlich mit der Vielzahl bzw. zunehmenden Einbrüchen im privaten Bereich zusammmen hing, davon will heute keiner der Untergangsjünger mehr wissen, da diese Kriminalität ja hauptsächlich von osteuropäische Banden begangen wird (...).


Die kommen oft und gerne aus den sogenannten "stolzen Nationen" Osteuropas. Aus den Ländern der Abendlandverteidigerei.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon DagDag » Mi 9. Mai 2018, 13:59

sünnerklaas hat geschrieben:(09 May 2018, 13:46)

Ich bin mal gespannt, ob und wann AfDler auffliegen, weil sie Asylbewerber einschleusen - am besten so richtig kriminelle Asylbewerber. Nach den Reichsbürgern, die als Schleuser und Schlepper aufgeflogen sind, würde mich da nichts wundern.

Den Verdacht hab ich persönlich sowieso. Alleine die Verbindungen zu Russland, die absichtlich Flüchtlinge nach Europa durchgelassen haben.
Und mächtig Werbung in östlichen und südlichen Ländern gemacht haben. An der Sache ist doch alles faul. Aber das ist ja vielen egal, solange es der Sache dient und man freut sich auch noch über Anschläge und das diese dreiste Nummer bei Einigen auch noch funktioniert, die fleißig diesem Hasssystem folgen und ihr eigenes Land verraten.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon sünnerklaas » Mi 9. Mai 2018, 14:17

DagDag hat geschrieben:(09 May 2018, 14:59)

Den Verdacht hab ich persönlich sowieso. Alleine die Verbindungen zu Russland, die absichtlich Flüchtlinge nach Europa durchgelassen haben.
Und mächtig Werbung in östlichen und südlichen Ländern gemacht haben. An der Sache ist doch alles faul. Aber das ist ja vielen egal, solange es der Sache dient und man freut sich auch noch über Anschläge und das diese dreiste Nummer bei Einigen auch noch funktioniert, die fleißig diesem Hasssystem folgen und ihr eigenes Land verraten.



War auch noch ein echtes Geschäftsmodell... Flug nach Moskau, Weiterflug nach Murmansk, dann wurden sie an die Grenze gefahren, dort wurden ihnen Fahrräder gegeben.

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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon jack000 » Fr 11. Mai 2018, 15:15

Berlins neue Generalstaatsanwältin Margarete Koppers plädiert dafür, mehr Tatverdächtige vor Gericht zu bringen. "Wir müssen wieder dazu kommen, dass mehr Anklagen erhoben werden", sagte Koppers der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit führt nur jedes fünfte Verfahren zu einer Anklage.

Im vergangenen Jahr wurden von etwa 310 000 Ermittlungsverfahren in der Hauptstadt rund 43 Prozent mangels Tatverdachts und 10 Prozent wegen geringer Schuld eingestellt. Hinzu kämen Einstellungen aus anderen Gründen oder Abgabe von Verfahren - insgesamt 27 Prozent. Laut Koppers hat die Hauptstadt die höchste Quote eingestellter Verfahren im Vergleich mit den ostdeutschen Ländern und zugleich die niedrigste Anklagequote.

https://www.morgenpost.de/berlin/articl ... tellt.html
Tja, so kommen also Statistiken zustande ...
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Alexyessin » Fr 11. Mai 2018, 15:35

jack000 hat geschrieben:(11 May 2018, 16:15)

https://www.morgenpost.de/berlin/articl ... tellt.html
Tja, so kommen also Statistiken zustande ...


Zwei paar Stiefel Jack, auch hier....
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Perdedor » Di 15. Mai 2018, 19:29

jack000 hat geschrieben:(23 Apr 2018, 17:14)
Ist die Statistik frisiert worden oder entspricht das der Realität?


Selbstverständlich entspricht dies der Realität.
Zeitungen verkaufen sich eben besser, wenn möglichst dramatisch berichtet wird. Daher liefern sie insbesondere in Bezug auf die tatsächliche Kriminalität ein verzerrtes Bild.


Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Apr 2018, 17:46)
Was sind denn die "registrierten Verbrechen" und die "gemeldete Gewaltkriminalität"? Gibt es dazu eine offizielle Definition?


Ja, natürlich.
"Registrierte Verbrechen" (in der PKS) sind solche, die von der Polizei an die Staatsanwaltschaft übergeben werden oder die direkt bei der Staatsanwaltschaft angezeigt werden.
Die Staatsanwaltschaft kann die Verfahren dann einstellen (die Polizei darf das nicht), z.B. aufgrund mangelnden Tatverdachts; sie erscheinen dann aber trotzdem in der PKS. Siehe z.B. PKS von 2016
"Die Registrierung erfolgt bei Abgabe des Vorgangs an die Staatsanwaltschaft."
https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads ... onFile&v=8
Auch:
http://www.krimlex.de/suche_artikel.php ... UCHSTABE=S

Tom Bombadil hat geschrieben:Und werden heute andere Verbrechen registriert als in den letzten 5 Jahren? Sind neue Verbrechensarten dazu gekommen, sind alte aus der Statistik rausgenommen worden?


Es gibt immer ein paar kleinere Änderungen bei den Schlüsseln (siehe hier), deswegen sollte man im Detail vorsichtig sein. Im Großen und Ganzen lassen sich die Zahlen aber vergleichen, da sich die zugrundeliegende Gesetzeslage kaum ändert (Mord heute, ist im Wesentlichen derselbe Straftatbesstand wie vor 5 Jahren).


Julian hat geschrieben:(23 Apr 2018, 19:04)
Auf der anderen Seite glaube ich auch, dass es plausibel ist, dass durch die Zuwanderung von Menschen aus Krisenregionen die Kriminalität steigt, denn die zu uns kommenden Menschen
- sind im Schnitt jünger und männlicher
- haben häufiger Gewalterfahrungen gemacht
- befinden sich durch Flucht oder Migration ohnehin in einer Krise
- entstammen häufig einer patriarchalen Kultur, die Gewalt noch viel mehr schätzt als die liberale, westliche deutsche Gesellschaft
- sind häufig islamisch geprägt, und erleben einen Kulturschock in Deutschland
- müssen sich aufgrund ihrer Armut und mangelnden Bildung sozial deklassiert fühlen.


Für die PKS ist zusätzlich relevant, dass ausländische Täter deutlich häufiger angezeigt werden als Deutsche.
"The probability of being reported to the police increases for non-German culprits if victims/witnesses hold xenophobic views or have developed strong misgivings towards immigrants. However, individuals not characterized by such views are also more like ly to report crimes committed by non-German criminals than those committed by Germans."
https://www.researchgate.net/publicatio ... egulierung

Julian hat geschrieben:Die Statistik hängt stark vom Anzeigeverhalten ab. Wenn also Taschendiebstahl alltäglich ist und die Aufklärungsquote verschwindend gering, werde ich das vielleicht gar nicht mehr anzeigen. Umgekehrt kann auch mehr angezeigt werden, wenn dies gesellschaftlich gefördert wird


Wobei Studien darauf hinweisen, dass die Anzeigebereitschaft in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Das Dunkelfeld ist also kleiner geworden. Am Beispiel Niedersachsen:
"Die Anzeigequoten sind im zurückliegenden Untersuchungszeitraum überwiegend gestiegen: Computerbezogene Kriminalität, nahezu alle Arten von Körperverletzungsdelikten, Sachbeschädigungen, Bedrohungen und Raubdelikte wurden häufiger angezeigt. Betrugsdelikte und Sexualdelikte wurden seltener angezeigt, diese Rückgänge sind jedoch nicht signifikant."
https://www.mi.niedersachsen.de/aktuell ... 62189.html

Julian hat geschrieben:Es ist unwahrscheinlich, dass alle anderen Opfer gelogen haben (obwohl das bei sexuell motivierten Straftaten nicht selten ist). Das heißt, die restlichen Straftaten tauchen eben einfach nicht in der Statistik, sind aber durchaus passiert.


Jain. Gerade in diesem Fall ist zu erwarten, dass die Anzeigebereitschaft aufgrund der Berichterstattung deutlich erhöht war. Und auch gerade in dieser Zeit wurden viele Fälle durch Trittbrettfahrer frei erfunden (mindestens ein nachgewiesener Fall in Köln).
https://www.huffingtonpost.de/2016/01/2 ... 16048.html
Im Grunde gab es hier also noch mehr Straftaten, nämlich die Vortäuschung von Straftaten, wobei dies nur selten nachgewiesen werden konnte.


jack000 hat geschrieben:https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 1804301647
Soso, Kriminalität geht also zurück ...

jack000 hat geschrieben:https://www.morgenpost.de/berlin/articl ... tellt.html
Tja, so kommen also Statistiken zustande ...


Wenn der Fall an die Staatsanwaltschaft übertragen wurde, Ist er bereits in der PKS enthalten (s.o.).
Deine Beispiele widersprechen also nicht der gesunkenen Kriminalität (was diese Anekdoten natürlich sowieso nicht können).
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 16. Mai 2018, 07:19

Niemand weiß, ob der Präsident des mächtigsten Staats der Welt morgen mit dem zweitmächtigsten Staat einen Freundschaftsvertrag oder gegen ihn eine Kriegserklärung unterschreibt. Und so geht es mit vielen politischen Entwicklungen. Die Menschen haben zunehmend (und eigentlich auch zurecht) das Gefühl, die Welt gerate aus den Fugen. Und dieses Gefühl macht sich im Unterbewusstsein breit und lässt einen glauben, auch die eigene persönliche Sicherheit vor Straftaten sei bedrohter als je zuvor. Das könnte [i]eines[//i] der Gründe für das Auseinanderklaffen von gefühlter und tatsächlicher Sicherheit sein. Neben der unzweifelhaften Tatsache, dass Medien umso besser verkäuflich sind, je mehr sie Skandalöses ins Rampenlicht stellen.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 16. Mai 2018, 07:28

jack000 hat geschrieben:(11 May 2018, 16:15)

https://www.morgenpost.de/berlin/articl ... tellt.html
Tja, so kommen also Statistiken zustande ...

Die Kriminalstatistik basiert meines Wissens nicht auf den Verfahrensanzahlen sondern auf den Anzeigeanzahlen. Delikte wie Autodiebstahl oder Wohnungseinbrüche und Gewaltkriminalität sowieso werden in aller Regel (fast) immer angezeigt. Wenn deren Anzahl sinkt, dann sinkt auch die tatsächliche Straftatenanzahl. Anders sieht es bei Delikten wie sexueller Missbrauch, Kindesmisshandlung oder Drogenkriminalität aus. Wenn die Polizei Drogenfahndung verstärkt, wird die Anzahl von Drogendelikten in der Statistik steigen, obwohl sie vorher schon dieselbe war.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Selina » Mi 16. Mai 2018, 07:34

Auch hier nochmal der Spiegel-Beitrag, den ich in einem anderen Thread postete, der aber eher hierher passt. Das ist eine interessante Kolumne zum Stichwort Verbitterung und Schuldzuweisung und zum Widerspruch "real gesunkene Kriminalitätszahlen - subjektiv erlebte Unsicherheit":

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 07137.html
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon jack000 » Mi 16. Mai 2018, 11:56

Michael Wolting, Präsident des Amtsgerichtes Leipzig, schlägt Alarm: „Die Sicherheit im öffentlichen Raum ist schlechter als je zuvor“, sagt der Jurist. Seiner Ansicht nach spiegelt die jüngste in Berlin vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), wonach die Zahl der Straftaten 2017 auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren sei, nicht die tatsächliche Lage wider.

Leipzig
Eine Schlagzeile jagt aktuell die andere: „Kriminalität auf niedrigstem Stand seit 25 Jahren.“ Oder: „Geringste Zahl von Straftaten.“ Auch in der Stadt Leipzig ist die Zahl der Straftaten 2017 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zehn Prozent auf 79 383 Fälle gesunken. „Deutschland ist sicherer geworden“, so Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für 2017 vorige Woche in Berlin.

„Das trifft so nicht zu“, ist dagegen Michael Wolting, Präsident des Leipziger Amtsgerichtes, überzeugt. Seiner Ansicht nach widerspiegelt diese Statistik nicht die tatsächliche Lage. „Von der Statistik auf weniger Kriminalität und somit mehr Sicherheit zu schließen, ist ein Trugschluss“, meint Wolting. Er glaube, „die Sicherheit im öffentlichen Raum ist schlechter als je zuvor“.

Nach Ansicht des Juristen (57), der seit 2009 Präsident des mit rund 500 Mitarbeitern größten Amtsgerichtes in Sachsen ist, spielen dabei etliche Faktoren eine Rolle. Ein bedeutender: Die Regeln zur Führung der PKS hat das Bundeskriminalamt „in den letzten zehn Jahren 245 Mal geändert“, berichtet Wolting. Sogar Fachleute der Polizei würden der PKS allein schon deshalb absprechen, für den Vergleich von Jahreswerten geeignet zu sein.

Tausende Fälle fließen nicht in Statistik ein
Außerdem habe die Polizei auch in Leipzig selbst schon darauf hingewiesen, dass eine hohe Zahl von Ermittlungsverfahren „nicht in die Statistik eingegangen ist, weil sie noch gar nicht bearbeitet war“. Das sei in einer gewissen Quote „natürlich immer so, weil es keinen Zeitpunkt gibt, zu dem alle Schreibtische leer sind. Aber derzeit sind sie bei Polizei und Staatsanwaltschaft eben besonders voll“, so der Gerichtschef.

Wie berichtet, waren zum Stichtag 22. März 2018 bei der hiesigen Polizei­direktion noch 20  972 Verfahren in Bearbeitung. Und auch bei der Staatsanwaltschaft stapeln sich offene Vorgänge. Allein bei der Leipziger Behörde waren zum Stichtag noch 21 596 Verfahren anhängig.

Viele Bürger zeigen Straftaten nicht an
Als einen weiteren erheblichen Einflussfaktor führt Wolting das Anzeigeverhalten der Bürger an: Er geht davon aus, dass eine Vielzahl von Straftaten – zum Beispiel beim Ladendiebstahl – gar nicht erst angezeigt wird. Einerseits würden Verkäuferinnen aus Angst vor Gewalt zunehmend davon Abstand nehmen, Täter zu stellen. Andererseits verzichteten sie auf Anzeigen gegen Unbekannt, weil diese eh zu nichts führten.

Darauf wies gerade auch die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ hin. Sie bezog sich dabei auf eine aktuelle Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI, wonach es in Deutschland aus diesen Gründen nicht zu ausgewiesenen 356 000, sondern zu etwa 26 Millionen Ladendiebstählen kommt.

Ob jemand eine Anzeige erstatte, habe auch damit zu tun, „ob sich ein Geschädigter überhaupt eine Aufklärung verspricht“. Wolting: „Die vielen Frauen, die in der Leipziger Innenstadt – glücklicherweise nur – mit Worten sexuell belästigt werden, setzen sich nicht drei Stunden in ein Polizeirevier, um eine Anzeige gegen jemanden aufzugeben, der ohnehin nicht gefasst wird.“

Selbstverteidigungs-Kurse ausgebucht
Gleichwohl sind die Fallzahlen bei Vergewaltigung und schwerer sexueller Nötigung gestiegen. Gelangten 2016 in Leipzig noch 29 Fälle zur Anzeige, waren es ein Jahr darauf 115. Bundesweit haben die Zahlen um 42 Prozent zugenommen.

Wolting: „Insbesondere das Sicherheitsgefühl von Frauen hat sich seit 2015 massiv verschlechtert.“ Viele würden nicht mehr Bahn oder Bus fahren, sich nicht über den Hauptbahnhofvorplatz trauen. Im Amtsgericht selbst seien die Schulungen zur Selbstverteidigung von Frauen immer voll ausgebucht. „Und eine Informations­veranstaltung zum Gebrauch von Pfefferspray hatte mehr Teilnehmerinnen als die jährliche Personalversammlung. Das spricht Bände“, meint Wolting.

Und: „In die Statistik fließen natürlich nur Taten ein, die festgestellt werden. Also: Viele Polizei-Kontrollen, viele Straftaten. Keine Kontrollen – keine Straftaten für die Statistik.“

Staatsanwaltschaft braucht immer mehr Personal
Auch im Amtsgericht sank die Zahl der Neueingänge in Strafsachen 2017 im Vergleich zu 2016 um rund sechs Prozent. Dabei geht es um von der Staatsanwaltschaft erhobene Anklagen (Strafverfahren) sowie beantragte Strafbefehle. Darüber zeigt sich der Gerichtspräsident überrascht, brauche doch gerade die Staatsanwaltschaft Leipzig wegen des stark steigenden Geschäftsanfalls immer mehr Personal.

Auch am Amtsgericht habe sich der Arbeitsaufwand erhöht, weil beispielsweise die Prozesse gegen Asylbewerber in der Regel doppelt so lange dauerten – wegen schwieriger Identitätsfeststellung und des Einsatzes von Dolmetschern.

http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker ... s-je-zuvor
Aber man kann sich auch nicht mit Details beschäftigen und einfach nachplappern das Deutschland sicherer geworden ist. :?
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