Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

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jack000
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Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon jack000 » Mo 23. Apr 2018, 16:14

Die Zahl der registrierten Verbrechen in Deutschland ist auf den tiefesten Wert seit 25 Jahren gefallen. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr beträgt 9,6 Prozent.

Das berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf die gesamtdeutsche Polizeiliche Kriminalitätstatistik für 2017, die dem Blatt vorliegt. Die Statistik soll offiziell am 8. Mai in Berlin vorgestellt werden. Demnach hat es im Jahr 2017 5,76 Millionen Verbrechen in Deutschland gegeben, ein absoluter Tiefstwert seit der Wiedervereinigung.

Die erste gesamtdeutsche Kriminalitätsstatistik war im Jahr 1993 veröffentlicht worden. In den 25 Jahren seitdem lag die Zahl der registrierten Verbrechen fast in jedem Jahr über sechs Millionen. Lediglich in den Jahren 2010 bis 2013 lag die Zahl knapp darunter. Im Jahr 2016 registrierten die Behörden 6,37 Millionen Verbrechen in Deutschland.

Von 2014 auf 2015 war die Zahl der Verbrechen infolge des Bevölkerungszuwachses durch die Flüchtlingsbewegung stark angestiegen. Analog ist der Verbrechens-Tiefstand in den Jahren 2010 bis 2013 auch dadurch bedingt, dass sich die Bevölkerungszahl in Deutschland damals auf dem tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung befunden hatte. Die Größe der Bevölkerung und die Zahl der Verbrechen hängen also zumindest lose zusammen – je größer die Bevölkerung, desto mehr Straftaten. 2017 scheint nun aber das erste Jahr zu sein, das diesem Zusammenhang deutlich widerspricht.

Weniger Diebstähle, aber mehr Morde
Wie die „Welt“ berichtet, seien die Behörden vor allem in der Prävention von Diebstählen erfolgreich gewesen. Insgesamt sei die Zahl der Diebstahlsdelikte um 6,6 Prozent auf 353.384 Straftaten zurückgegangen. Die Zahl der Wohnungseinbrüche habe sich um beinahe ein Viertel reduziert, auf 116.540 Fälle in letztem Jahr. Auch weniger Autos und Fahrräder seien gestohlen worden: Hier beträgt der Rückgang 8,6 Prozent bzw. 9,8 Prozent.

Auch bei der gemeldeten Gewaltkriminalität ist laut „Welt“ ein leichter Rückgang um 2,4 Prozent zu verzeichnen. Hier wurden im abgelaufenen Jahr insgesamt 188.946 Fälle verzeichnet. Allerdings gab es 2017 auch mehr Morde – 785 Fälle insgesamt, ein Plus von 3,2 Prozent.

Einen traurigen Anstieg gibt es auch bei der Kinderpornographie: Die Verbreitung kinderpornographischer Schriften hat laut „Welt“ im letzten Jahr um 14,5 Prozent auf 6512 Fälle zugenommen. Auch die Zahl der Drogendelikte sei angestiegen, um 9,2 Prozent auf 330.580 Fälle.

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 05550.html

Die Bevölkerung hat sich in dem Jahr wenig geändert und in den Zeitungen liest man über Kriminalitätsprobleme die ausufern. Wie passt das zusammen? Ist die Statistik frisiert worden oder entspricht das der Realität?
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Skull » Mo 23. Apr 2018, 16:35

jack000 hat geschrieben:(23 Apr 2018, 17:14)

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 05550.html

Die Bevölkerung hat sich in dem Jahr wenig geändert und in den Zeitungen liest man über Kriminalitätsprobleme die ausufern. Wie passt das zusammen? Ist die Statistik frisiert worden oder entspricht das der Realität?

Das ist und wird hier mal wieder eine sinnlose Diskussion geben.

DU schreibst:

in den Zeitungen liest man über Kriminalitätsprobleme die ausufern

Ich dagegen sehe keine flächendeckenden Artikel in Zeitungen, in denen steht, das die Kriminalität ausufert.
Die Statistik des letzten Jahres zeigt ebenfalls nicht, das die Kriminalität ausufert.

Dann schreibst Du gleich von einer eventuellen Frisierung dieser Statistik.


Somit ist die Zielrichtung dieses Threads doch klar.

Es melden sich sich gleich hier die meist gleichen User die auf die Statistik verweisen...
...und direkt anschliessend diejenigen die von fake-news und Manipulation schreiben werden.
Dann posten alle irgendwelche Beispiele, um ihre Meinung zu "beweisen". Aber nur Beispiele.
Danach wird es hier sicherlich um Ausländer und Asylbewerber gehen...

Der xte-Thread zum gleichen provozierenden Thema.

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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 23. Apr 2018, 16:37

jack000 hat geschrieben:(23 Apr 2018, 17:14)

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 05550.html

Die Bevölkerung hat sich in dem Jahr wenig geändert und in den Zeitungen liest man über Kriminalitätsprobleme die ausufern. Wie passt das zusammen? Ist die Statistik frisiert worden oder entspricht das der Realität?

Na ja, möglicherweise ist man empörterweise entrealisiert
oder man realisiert Zahlen.
Und das Zeitungen nicht nur Fakten abbilden,
sondern die Aufmerksamkeit der Leser zur Erhöhung der Verkaufszahlen steigern wollen,
das ist dem Zitierten hier ein Rätsel?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 23. Apr 2018, 16:46

Was sind denn die "registrierten Verbrechen" und die "gemeldete Gewaltkriminalität"? Gibt es dazu eine offizielle Definition? Und werden heute andere Verbrechen registriert als in den letzten 5 Jahren? Sind neue Verbrechensarten dazu gekommen, sind alte aus der Statistik rausgenommen worden?

Bei den Wohnungseinbrüchen war es ja so, dass eine Bande hopsgenommen wurde, die für sehr viele Einbrüche verantwortlich war. Das war ein schöner Erfolg!
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Julian » Mo 23. Apr 2018, 18:04

Insgesamt glaube ich durchaus, dass der übergeordnete Trend in Deutschland der einer sinkenden Kriminalität ist.

Für eine abnehmende Kriminalität gibt es zahlreiche plausible Gründe. Die wichtigsten sind wohl die Alterung der Gesellschaft (ein Pflegebedürftiger 85-jähriger begeht weniger Straftaten als ein vitaler 20-jähriger), die geringe Arbeitslosigkeit (Müßiggang ist aller Laster Anfang) und auch Änderungen in der Erziehung, die heute viel weniger von Gewalt Gebrauch macht als früher.

Auf der anderen Seite glaube ich auch, dass es plausibel ist, dass durch die Zuwanderung von Menschen aus Krisenregionen die Kriminalität steigt, denn die zu uns kommenden Menschen
- sind im Schnitt jünger und männlicher
- haben häufiger Gewalterfahrungen gemacht
- befinden sich durch Flucht oder Migration ohnehin in einer Krise
- entstammen häufig einer patriarchalen Kultur, die Gewalt noch viel mehr schätzt als die liberale, westliche deutsche Gesellschaft
- sind häufig islamisch geprägt, und erleben einen Kulturschock in Deutschland
- müssen sich aufgrund ihrer Armut und mangelnden Bildung sozial deklassiert fühlen.

Die polizeiliche Kriminalstatistik hat ihre bekannten Tücken, beispielsweise:
- Es werden nur Fälle registriert, die an den Staatsanwalt abgegeben worden sind. Ist also die Polizei maximal überlastet, führt das absurderweise zu einer geringeren registrierten Kriminalität
- Die Statistik hängt stark vom Anzeigeverhalten ab. Wenn also Taschendiebstahl alltäglich ist und die Aufklärungsquote verschwindend gering, werde ich das vielleicht gar nicht mehr anzeigen. Umgekehrt kann auch mehr angezeigt werden, wenn dies gesellschaftlich gefördert wird

Außerdem können sich Bürger auch vor Kriminalität schützen, was zwar die Kriminalitätsrate senkt, aber eben nicht das Sicherheitsgefühl erhöht. So können Frauen abends zu Hause bleiben oder nur noch in Gruppen ausgehen, Wohnungen können gegen Einbruch gesichert werden, Autos gegen Diebstahl gesichert werden (dies hat in den Neunzigerjahren zu einem massiven Abfall des Autodiebstahls geführt), oder man passt an Bahnhöfen besser auf seine Brieftasche auf.

Ein Beispiel kann das illustrieren: In Köln gaben nach der Silvesternacht 648 Menschen an, Opfer einer sexuell motivierten Straftat geworden zu sein. Davon haben es jedoch nur 162 bis zum Staatsanwalt und damit in die Statistik geschafft.
Nach Angaben von Schürmann flossen 162 Sexualdelikte, die in der Kölner Silvesternacht 2015/16 begangen wurden, in die Statistik mit ein.
– Quelle: https://www.ksta.de/26148532 ©2018
https://www.ksta.de/nrw/kriminalitaet-d ... e-26148532

Es ist unwahrscheinlich, dass alle anderen Opfer gelogen haben (obwohl das bei sexuell motivierten Straftaten nicht selten ist). Das heißt, die restlichen Straftaten tauchen eben einfach nicht in der Statistik, sind aber durchaus passiert.

Dazu kommen noch viele unterschwellige Ereignisse, die vielleicht nicht angezeigt werden oder die noch nicht den Bestand einer Straftat erfüllen - die aber sehr wohl von der Bevölkerung wahrgenommen werden.

Interessant ist auch die Zählweise der PKS. So werden Tatverdächtige nur einmal gezählt, auch wenn sie multiple Straftaten verüben. Und noch ein Beispiel soll die Problematik verdeutlichen: Die Opfer des Germanwings-Fluges, den ein Selbstmörder hatte abstürzen lassen, gingen mit einer Straftat in die Statistik ein. Nun kann man ohnehin fragen, inwiefern das auf deutschem Boden geschehen ist, aber ich nehme an, dass es für andere Verbrechen ähnlich aussieht und die Anzahl der Straftaten damit geringer erscheint.

Der Germanwings-Absturz mit 194 Toten zeigt sich als ein versuchtes Tötungsdelikt in der Statistik. Der Absturz war zwar im Jahr 2015, da die Ermittlungen aber erst 2016 abgeschlossen waren, schlägt sich das Geschehen in dieser Statistik nieder.
– Quelle: https://www.ksta.de/26148532 ©2018

Dazu kommen natürlich noch einige Tricks, auf die ich schon in einem anderen Diskussionsstrang hingewiesen habe. So erklärt sich der Rückgang der Straftaten zu einem gewissen Teil auch dadurch, dass ausländerrechtliche Verstöße voll gezählt wurden. Und natürlich gab es 2016 viel mehr illegale Grenzübertritte als 2017; und dies erklärt auch, warum die tatverdächtigen Zuwanderer um 41% abgenommen haben.

Das ist eine Irreführung derjenigen, die sich mit Statistiken nicht auskennen, wird aber willig von Behörden und Medien so durchgeführt. Das lässt mich leider an der Statistik insgesamt zweifeln, denn wenn man einmal an für mich erkennbarer Stelle unaufrichtig ist, kann man es auch an anderer, für mich nicht erkennbarer Stelle sein.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon jack000 » Di 1. Mai 2018, 12:20

Skull hat geschrieben:(23 Apr 2018, 17:35)

Das ist und wird hier mal wieder eine sinnlose Diskussion geben.

DU schreibst:

in den Zeitungen liest man über Kriminalitätsprobleme die ausufern

Ich dagegen sehe keine flächendeckenden Artikel in Zeitungen, in denen steht, das die Kriminalität ausufert.
Die Statistik des letzten Jahres zeigt ebenfalls nicht, das die Kriminalität ausufert.

Dann schreibst Du gleich von einer eventuellen Frisierung dieser Statistik.


Somit ist die Zielrichtung dieses Threads doch klar.

Es melden sich sich gleich hier die meist gleichen User die auf die Statistik verweisen...
...und direkt anschliessend diejenigen die von fake-news und Manipulation schreiben werden.
Dann posten alle irgendwelche Beispiele, um ihre Meinung zu "beweisen". Aber nur Beispiele.
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Papier ist geduldig:
Immer mehr Verfahren eingestellt: "Staatsanwälte wissen sich nicht mehr zu helfen"

Mehr als 1500 Stellen im Strafvollzug sind deutschlandweit unbesetzt. Wie sich dieser Personalmangel auswirken kann, zeigt sich in Haftanstalten wie der JVA Diez in Rheinland-Pfalz, wie FOCUS Online kürzlich berichtete. Grassierender Drogenhandel und Beschwerden über mangelnde Resozialisierungsangebote sind die Folge.

Doch nicht nur der Strafvollzug hierzulande leidet unter Personalmangel – sondern auch die Justiz. Die Akten stapeln sich, doch Staatsanwälte fehlen, beklagt der Berliner Oberstaatsanwalt Ralph Knispel, der Vorsitzender der Vereinigung Berliner Staatsanwälte ist, im Interview mit FOCUS Online. Die Folgen für den Rechtsstaat sind demnach fatal.

FOCUS Online: In Berlin ist der Anteil der angeklagten Fälle seit 2006 um nahezu ein Drittel gesunken - zugleich wurden von Jahr zu Jahr immer mehr Ermittlungsverfahren eingestellt, wie der rbb kürzlich berichtete. Demnach wurde im vergangenen Jahr in nur 21 Prozent der Ermittlungsverfahren Anklage erhoben. Zehn Jahre zuvor waren es noch fast 30 Prozent. Woran liegt das?

Ralph Knispel: Das liegt ganz bestimmt nicht nur daran, dass die Zahl der Fälle steigt, in denen kein hinreichender Tatverdacht nachweisbar ist und die Verfahren eingestellt werden, wie es uns der Senat gerne weismachen will. Was massiv ansteigt, ist die Zahl der sogenannten Opportunitätsentscheidungen: Also Verfahren, die wegen geringer Schuld – nicht wegen Unschuld – eingestellt werden, gegen Auflage oder ohne. Viele Kollegen machen davon zunehmend Gebrauch.

"Viele Kollegen wissen sich nicht mehr anders zu helfen"
FOCUS Online: Warum?

Knispel: Um der Verfahrensflut Herr zu werden. Viele Kollegen wissen sich in Zeiten des Personalmangels nicht mehr anders zu helfen, zeigt unsere Erfahrung. Wenn das Zimmer jeden Tag aufs Neue mit Akten überflutet wird, dann ist die geringe Schuld ein vergleichsweise gut begründbarer Grund für die Einstellung eines Verfahrens. Dann ist schon mal ein Fall mehr vom Schreibtisch.

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 1804301647
Soso, Kriminalität geht also zurück ...
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon DagDag » Di 1. Mai 2018, 12:24

jack000 hat geschrieben:(01 May 2018, 13:20)

Papier ist geduldig:

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 1804301647
Soso, Kriminalität geht also zurück ...

Geht sie auch, einen Gegenbeweis kannst du ja nicht liefern.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Skull » Di 1. Mai 2018, 12:40

jack000 hat geschrieben:(01 May 2018, 13:20)

Papier ist geduldig:

Stimmt. Papier in Form von ausgewählten Interviews eines Nachrichtenmagazines ist ... Papier.

Jeder kann schreiben und interviewen, wen oder was er will.

DU kannst weiter behaupten, die Statistiken seien frisiert, gefaked oder was auch immer. :)

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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 1. Mai 2018, 16:03

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Apr 2018, 17:46)

Was sind denn die "registrierten Verbrechen" und die "gemeldete Gewaltkriminalität"? Gibt es dazu eine offizielle Definition?

Das weiß hier niemand?
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Teeernte » Di 1. Mai 2018, 16:15

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(01 May 2018, 15:55)

Längere Zeiträume nivellieren kurzfristige Einmaleffekte, das ist gar nicht so schlecht. Sinnvoll wäre hier aber auch der Blick auf 1990, 1998 und 2005. Einschneidende Epochenjahre.


Bei Mord und Totschlag ist kein Einfluss der "Prävention" zu sehen. Egal wieviel Polizei - es steigert die Aufklärungsrate , verhindert hier eine Tat nicht.
Möglicher Vorteil einer hohen Aufklärungsrate - Wiederholungstäter können früher in den Knast....(manche) werden aber zu früh entlassen und begehen weiter Taten - für die sie sich schon einmal entschieden haben.

Die laxe Verfolgungsrate bei Bandenkriminalität - scheint eine "Art" Sozialpolitik für arme Länder zu sein... ein Tribut den wir zahlen müssen ?
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon sünnerklaas » Di 1. Mai 2018, 21:50

Teeernte hat geschrieben:(01 May 2018, 17:15)

Bei Mord und Totschlag ist kein Einfluss der "Prävention" zu sehen. Egal wieviel Polizei - es steigert die Aufklärungsrate , verhindert hier eine Tat nicht.
Möglicher Vorteil einer hohen Aufklärungsrate - Wiederholungstäter können früher in den Knast....(manche) werden aber zu früh entlassen und begehen weiter Taten - für die sie sich schon einmal entschieden haben.

Die laxe Verfolgungsrate bei Bandenkriminalität - scheint eine "Art" Sozialpolitik für arme Länder zu sein... ein Tribut den wir zahlen müssen ?


Die Clans sind oft in ihren Heimatländern politisch sehr gut vernetzt. Strafprozesse finden unter den Umständen dann auch auf dem diplomatischen Parkett statt.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 2. Mai 2018, 06:07

Ladendiebstahl geht laut Statistik bereits seit Jahren zurück. Die Realität sieht aber anders aus.

„In deutschen Geschäften wird offenbar immer mehr geklaut. Das teilte der Handelsverband Deutschland (HDE) laut „Spiegel“ mit. Mitverantwortlich für diese Diebstahlwelle seien Polizei und Justiz, heißt es demnach in dem Papier. Die Polizei erscheine mitunter gar nicht erst am Tatort, um die Delikte zu protokollieren. Frustrierte Händler verzichteten immer häufiger auf Strafanzeigen. Laut Handelsverband sei der Eindruck entstanden, „dass dem Staat Wille und Möglichkeiten zur Rechtsdurchsetzung“ fehlten. So würden etwa Wiederholungstäter trotz Anzeigen auf freiem Fuß bleiben. Die Polizei stelle teilweise nur die Personalien fest und ließe die Verdächtigen wieder gehen, berichtet das Nachrichtenmagazin.“ Quelle: https://www.waz.de/wirtschaft/handelsve ... 36175.html

Beim schweren Ladendiebstahl gibt es sogar eine kräftige Zunahme.

„Während die Zahl der einfachen Ladendiebstähle seit 1997 nahezu kontinuierlich gesunken ist, haben schwere Ladendiebstähle in den letzten neun Jahren dramatisch zugenommen“, stellt das Kölner Handelsforschungsinstitut EHI in einer neuen Studie fest. Konkret verdreifachte sich die Zahl schwerer Delikte auf fast 23.500 Fälle in 2016. ... Besonders häufig fallen laut Frank Horst, dem Leiter des EHI-Forschungsbereichs Inventurdifferenzen, „straff organisierte georgische Tätergruppen“ auf. Nach einer Schätzung des Bundeskriminalamts klauen die Profis aus dem Kaukasus allein Ware im Wert von jährlich 250 Millionen Euro. Die Kölner Handelsforscher gehen davon aus, dass Tätergruppen vom Balkan und aus angrenzenden EU-Ländern noch einmal Ware in derselben Größenordnung entwenden. Auch Täter aus dem nordafrikanischen Raum fielen in jüngster Zeit vermehrt auf. ... Die Aufklärungsquote liegt bei unter zwei Prozent, und wer doch einmal erwischt wird, kann auf vergleichsweise milde Strafen hoffen.“ Quelle: https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... -leer.html

Zumindest bei Ladendiebstahl sieht das nach Teilkapitulation des Staates aus. Worüber man sich auch im Klaren sein sollte. Die Gefängniskapazitäten würden bei weitem nicht reichen wenn es keine Verfahrenseinstellungen und Bewährungsstrafen im großen Stil geben würde.




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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon imp » Mi 2. Mai 2018, 07:03

Der "besonders schwere Fall des Diebstahls" §243 StGB nimmt schon deshalb zu, weil immer mehr Ware Diebstahlsicherung anhaftet. Sobald die Ware Bagatellwerte überschreitet, ist das dann qualifiziert:

(1)
[..]
2. eine Sache stiehlt, die durch ein verschlossenes Behältnis oder eine andere Schutzvorrichtung gegen Wegnahme besonders gesichert ist,
[..]
(2) In den Fällen des Absatzes 1 Satz 2 Nr. 1 bis 6 ist ein besonders schwerer Fall ausgeschlossen, wenn sich die Tat auf eine geringwertige Sache bezieht.


Der Handelsverband macht hier seine üblichen Laura-Norder-Forderungen, höhere Strafen, keine Verfahrenseinstellungen, ein wenig Ausländerzündeln. Tatsächlich wird Ladendiebstahl wesentlich abgeschreckt, wenn mehr und motivierteres Personal im Laden ist. Die Realität im Handel sind unbezahlte Überstunden und Verkäuferinnen, die häufig während der Geschäftszeiten auch Liefersituationen allein bewältigen müssen. Man merkt das auch als Kunde, man kriegt schwer jemanden ran, das Personal wirkt müde, weiß selbst nicht was es im Laden gibt und wo man es suchen muss. Keine guten Bedingungen, um gegen das Internet zu bestehen. Da ist Ladendiebstahl das kleinere Problem.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 2. Mai 2018, 08:03

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(02 May 2018, 08:03)

Der Handelsverband macht hier seine üblichen Laura-Norder-Forderungen, höhere Strafen, keine Verfahrenseinstellungen, ein wenig Ausländerzündeln.
Und was genau spricht denn nun dagegen dass ein überführter Ladendieb, häufig Mehrfachtäter, auch tatsächlich bestraft wird und ins Gefängnis muß? Welche Botschaft soll man denn den Tätern vermitteln? Mit hoher Wahrscheinlichkeit (98%) wirst du nicht erwischt, falls du doch erwischt wirst erfolgt entweder keine Anzeige oder mit hoher Wahrscheinlichkeit wird das Verfahren eingestellt oder du wirst auf Bewährung freigelassen. Oder soll man es machen wie von der SPD vorgeschlagen? Die wollen dass Ladendiebstahl keine Straftat mehr ist sondern eine Ordnungswidrigkeit. Wer erwischt wird zahlt ein Bußgeld und das Thema ist erledigt. Möchten sie in einer Gesellschaft leben bei der sich die trotteligen Diebe, die sich ungeschickt anstellen und erwischt werden, mit einem Bußgeld freikaufen können?
Tatsächlich wird Ladendiebstahl wesentlich abgeschreckt, wenn mehr und motivierteres Personal im Laden ist. Die Realität im Handel sind unbezahlte Überstunden und Verkäuferinnen, die häufig während der Geschäftszeiten auch Liefersituationen allein bewältigen müssen. Man merkt das auch als Kunde, man kriegt schwer jemanden ran, das Personal wirkt müde, weiß selbst nicht was es im Laden gibt und wo man es suchen muss. Keine guten Bedingungen, um gegen das Internet zu bestehen. Da ist Ladendiebstahl das kleinere Problem.
Ok, das läuft am Ende (weil es sich irgendwann nicht mehr lohnt) auf Abschaffung des Einzelhandels hinaus. Wäre natürlich auch eine Lösung des Problems.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon imp » Mi 2. Mai 2018, 09:18

Orbiter1 hat geschrieben:(02 May 2018, 09:03)

Und was genau spricht denn nun dagegen dass ein überführter Ladendieb, häufig Mehrfachtäter, auch tatsächlich bestraft wird und ins Gefängnis muß?

Gefordert wird eine Mindeststrafe von einem Jahr.
Die Strafe wäre des Falles unangemessen. Sie wäre für den Staat sehr teuer und für den Bestraften ein zu großer Eingriff ins Leben. Es wäre auch in Relation zu anderen Rechtsbrüchen unangemessen viel.

Möchten sie in einer Gesellschaft leben bei der sich die trotteligen Diebe, die sich ungeschickt anstellen und erwischt werden, mit einem Bußgeld freikaufen können?

Eine unkomplizierte Standardlösung für Erst- und Kleinfälle ist ein guter Schritt. Für tatsächlich "besonders schwere" Fälle (nicht im Sinne der bisherigen Definition) können andere Maßstäbe gelten. Ist jemand mit der Strafe nicht einverstanden, wird dann leider ein aufwändiges Verfahren doch benötigt. Das ist rechtsstaatlich angemessen.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 2. Mai 2018, 09:28

§ 242 StGB:
(1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.


Ersttäter kommen mit der Geldstrafe davon, wer daraus nicht lernt und Mehrfachtäter wird, der müsste eigentlich in den Knast. Aber das arme Deutschland kann so etwas nicht mehr ahnden, es kann die vielen Polizisten, Staatsanwälte, Richter und Gefängnisse, die dafür nötig wären, nicht bezahlen, daher verfolgt man so etwas einfach nicht mehr und hat auch noch den schönen Nebeneffekt, das Sinken der Kriminalität verkünden zu können. Mal sehen, wie lange sich der deutsche Michel noch hinters Licht führen lässt.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon DagDag » Mi 2. Mai 2018, 09:30

Tom Bombadil hat geschrieben:(02 May 2018, 10:28)

§ 242 StGB:
(1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.


Ersttäter kommen mit der Geldstrafe davon, wer daraus nicht lernt und Mehrfachtäter wird, der müsste eigentlich in den Knast. Aber das arme Deutschland kann so etwas nicht mehr ahnden, es kann die vielen Polizisten, Staatsanwälte, Richter und Gefängnisse, die dafür nötig wären, nicht bezahlen, daher verfolgt man so etwas einfach nicht mehr und hat auch noch den schönen Nebeneffekt, das Sinken der Kriminalität verkünden zu können. Mal sehen, wie lange sich der deutsche Michel noch hinters Licht führen lässt.

Aber wozu sollten Kiffer die Gefängnisse fluten. Dann müssten ja 90% der unter 30 Jährigen in den Bau.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 2. Mai 2018, 09:33

Kiffer sind Diebe? Dass das Strafrecht auch modernisiert werden müsste, steht auf einem anderen Blatt.
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon jack000 » Mi 2. Mai 2018, 11:36

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(02 May 2018, 08:03)

Der "besonders schwere Fall des Diebstahls" §243 StGB nimmt schon deshalb zu, weil immer mehr Ware Diebstahlsicherung anhaftet. Sobald die Ware Bagatellwerte überschreitet, ist das dann qualifiziert:



Der Handelsverband macht hier seine üblichen Laura-Norder-Forderungen, höhere Strafen, keine Verfahrenseinstellungen, ein wenig Ausländerzündeln. Tatsächlich wird Ladendiebstahl wesentlich abgeschreckt, wenn mehr und motivierteres Personal im Laden ist. Die Realität im Handel sind unbezahlte Überstunden und Verkäuferinnen, die häufig während der Geschäftszeiten auch Liefersituationen allein bewältigen müssen. Man merkt das auch als Kunde, man kriegt schwer jemanden ran, das Personal wirkt müde, weiß selbst nicht was es im Laden gibt und wo man es suchen muss. Keine guten Bedingungen, um gegen das Internet zu bestehen. Da ist Ladendiebstahl das kleinere Problem.

Aha, Personal und Ladeninhaber sind also schuld, dann haben wir ja für alles eine Erklärung :thumbup: (Ich hätt jetzt glatt den Ladendieb an sich in Verdacht gehabt daran schuld zu sein)
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Re: Rückgang der Kriminalität - Realität oder Farce?

Beitragvon jack000 » Mi 2. Mai 2018, 11:38

Orbiter1 hat geschrieben:(02 May 2018, 07:07)
Zumindest bei Ladendiebstahl sieht das nach Teilkapitulation des Staates aus.

Und dann kommen Jubelmeldungen wie:"Kriminalität sinkt" :dead:
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"

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