Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

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Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon Watchful_Eye » Do 8. Feb 2018, 01:42

Provokante Ausgangsthese: Der neue Koalitionsvertrag sollte eigentlich die Kritiker "von rechts", sofern sie das Konzept von Asyl grundsätzlich akzeptieren, zufriedenstellen. Oder?

Dabei geht es gar nicht so sehr um die olle Obergrenze, die eigentlich keine ist und an der sich alle so aufhängen, aber:
- Die Erstaufnahme und weite Teile des Asylverfahrens werden in Zukunft in dafür vorgesehenen Einrichtungen stattfinden ("AnKER")
- Länder mit sehr geringem Anerkennungsanteil (Algerien, Marokko, Tunesien) werden als sichere Herkunftsländer eingestuft
- Frontex wird zu einer echten Grenzschutzpolizei ausgebaut
- Klare Begrenzung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzbedürftige auf 1000

Meines Erachtens ist es mit diesen Begrenzungen absolut realistisch, dass die 200.000 vorerst von selbst nicht mehr überschritten wird - natürlich abhängig von der politischen Lage. Die für ihre erhöhte Kriminalität besonders berüchtigten Staaten sind bald "sichere Herkunftsländer". Auch hat die CSU bekanntermaßen das Innenministerium bekommen, so dass Horst Seehofer eine ambitionierte Law & Order-Politik durchsetzen wird. :?

Der "Kontrollverlust" im Jahre 2015 ist jetzt nun mal geschehen, aber derzeit fallen die Flüchtlingszahlen und man ist zu einem sehr viel härteren, pragmatischeren Kurs umgeschenkt. Wirtschaftsflüchtlinge und Kriminelle sollten es jetzt deutlich schwerer haben. Der Familiennachzug für Asylberechtigte kommt natürlich noch dazu, aber das wurde ohnehin nie in Frage gestellt, was ich auch richtig finde, weil es die Integration unterstützt und auch mal den Frauen und Kindern zugute kommt. Meines Erachtens ist das schon wirklich ein deutlicher Wandel im Vergleich zu vorher; die Unterschiede zum von rechter und konservativer Seite hochgelobten Österreich scheinen nicht mehr allzu groß zu sein. Natürlich ist weiterhin zu beobachten, wie konsequent diese Punkte letztlich umgesetzt werden.

Seid ihr mit dem Kompromiss zufrieden? Ist er gar zu unbarmherzig und ein plumpes populistisches Geschenk? Haben diejenigen, die die AfD aus Protest gewählt haben, bekommen, was sie wollten? Kann dieser Kompromiss dazu führen, dass die diesbezügliche Spaltung unseres Landes mittelfristig überwunden werden kann? :)
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon Polibu » Do 8. Feb 2018, 05:15

Stichwort Familiennachzug von anerkannten Flüchtlingen. Ein Thema, welches in den Medien nicht groß behandelt wird. Stattdessen will man mit den 1000 Familiennachzüglern von subsidiären Flüchtlingen pro Monat ablenken.

Also nein ich bin nicht zufrieden. Über diesen Familiennachzug werden locker noch mal 500 000 dazu kommen. Eher sogar noch wesentlich mehr.

Außerdem wurde nichts dazu gesagt wie man abgelehnte Flüchtlinge schneller los werden will. Es kann nicht sein, dass die sich durch alle Instanzen klagen und das Justizsystem lahm legen. Da müssen Ausnahmerefelungen her. Und zwar schnell.

Ich bin erst zufrieden, wenn sich die Flüchtlingszahlen auf ein Normalmalß von maximal 65 000 Flüchtlingen pro Jahr normalisiert haben und wenn abgelehnte Asylbewerber zackig abgeschoben werden.
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon think twice » Do 8. Feb 2018, 07:12

Watchful_Eye hat geschrieben:(08 Feb 2018, 01:42)


Seid ihr mit dem Kompromiss zufrieden? Ist er gar zu unbarmherzig und ein plumpes populistisches Geschenk? Haben diejenigen, die die AfD aus Protest gewählt haben, bekommen, was sie wollten? Kann dieser Kompromiss dazu führen, dass die diesbezügliche Spaltung unseres Landes mittelfristig überwunden werden kann? :)

Es ist schon ein Unding, dass eine Partei, die lediglich von Bauern eines einzigen Bundeslandes gewählt wird (bundesweit wuerde die CSU nicht die 5%-Huerde überspringen), die Geschicke eines ganzen Landes mitbestimmen kann. Aber das nur am Rande.

Natürlich ist die Vergabe des Innenministeriums an die CSU ein populistisches Geschenk. Mit der zukünftigen Law-and-Order-Politik wurde die Luft sehr rauh und unbarmherzig werden und nicht nur für Flüchtlinge. Ich glaube auch nicht, dass sich dieCSU damit viel Freunde machen wird und irgendeine Spaltung ueberwunden wird. Die Gesellschaft spaltet sich nicht wegen ein paar Fluechtlingen, sondern wegen Ungerechtigkeiten, die sie persönlich betreffen. Die Flüchtlinge sind nur ein Ventil.

Ich freue mich schon auf die "Abschiebungslager", in denen nur noch Menschen kaserniert werden, die nichts mehr zu verlieren haben und reihenweise austicken werden. Arbeitsstellen für diese Einrichtungen werden jetzt schon bundesweit ausgeschrieben, weil niemand dort arbeiten will.
Wer zukünftig die 1000 Personen auswählen will, die ihre Familie nachholen duerfen und nach welchen Kriterien die Auswahl stattfinden soll, ist mir als Insider auch ein Rätsel.
Und was will man denn machen, wenn unerwartet doch wieder mehr als 200000 Menschen vor der Tür stehen? Will man sie den Oesis überlassen und sagen: " Ihr kommt hier nicht rein"?
Es ist wirklich nur populistisches Geschwätz und realistisch garnicht durchführbar oder zum Scheitern verurteilt.

Ich bin froh, dass ich mich rechtzeitig abgeseilt habe und die neue, zu erwartende, unmenschliche und chaotische Fluechtlingspolitik nicht mehr vertreten muss.

Das einzig Positive sehe ich darin, dass den Braunen im Bundestag die vermeintliche Existenzberechtigung genommen wird. Die AfD ist nun tatsächlich so überflüssig wie ein Kropf. Die CSU wird es richten. Hahaha.
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 8. Feb 2018, 07:40

Ich denke, die Politik in Deutschland muss etwas unternehmen.

Ich kann es nicht verstehen das bisher abgelehnte Asylbewerber sich frei bewegen koennen und nicht in Abschiebehaft genommen werden. Familiennachwuchs sollte nur bei voll anerkannten Fluechtlingen moeglich sein. So gesehen ist der 1000 Personen Kompromiss ein fauler aber das ist halt Politik. Wenigstens ist der Koalitionsvertrag ein Schritt in die richtige Richtung.

Es fehlt immer noch an einer europaeischen Loesung das Geschaeftsmodell des Menschenhandels zu bekaempfen. Wir praktizieren das sehr erfolgreich hier in Australien. Seit wir die Boote abfangen und die Passagiere ausserhalb Australiens unterbringen ist die Zahl der illegalen Einwanderer drastisch zurueckgegangen und es sind keine Todesfaelle auf hoher See mehr zu beklagen. Die illegalen Einwanderer haben in den Lagern die Moeglichkeit wieder nach Hause zu reisen oder in einem anderen Land Asyl zu beantragen. Nichtsdestoweniger nehmen wir Syrische Fluechtlinge auf, allerdings nur Familien. Familien haben den Vorrang. Kinder benoetigen besonderen Schutz.

Ich bin reaistisch genug das unser Weg in Europa nur schwer nachzuvollziehen ist aber wenn man alle reinlaesst ohne Kontrolle, dann leiden vor allem die Menschen die wirklich Schutz und einen neuen Anfang brauchen.

Ob es die Populisten stoppt? Ich denke leider nicht. Das ist im Moment kein guter Trend und bedenklich.
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon Excellero » Do 8. Feb 2018, 08:01

Watchful_Eye hat geschrieben:(08 Feb 2018, 01:42)

Provokante Ausgangsthese: Der neue Koalitionsvertrag sollte eigentlich die Kritiker "von rechts", sofern sie das Konzept von Asyl grundsätzlich akzeptieren, zufriedenstellen. Oder?

Dabei geht es gar nicht so sehr um die olle Obergrenze, die eigentlich keine ist und an der sich alle so aufhängen, aber:
- Die Erstaufnahme und weite Teile des Asylverfahrens werden in Zukunft in dafür vorgesehenen Einrichtungen stattfinden ("AnKER")
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Nein tut er nicht. Weil:

- Tunesien Marokko und Algerien SIND sichere 3. Länder. Das ist kein Verdienst von Merkel und ihrem Gruselkabinett. Da machen sogar viele Deutsche Urlaub. :rolleyes:
- Anker ?!? dafür vorgesehene Stellen? *Kopfschüttel* Soll einem das verlickern daß man jetzt endlich Herr der Lage ist? Nach 3 Jahren? Auf dem Papier?
- Frontex ist bisher ein Shuttleservice, ausserdem ist das eine Gesamteuropäische Organisation und daher kann die Groko das garnicht. Dazu muss man erstmal die anderen EU MItgliedstaaten konsultieren.
- 1000 + "Ausnahmen" :rolleyes:
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
-Immanuel Kant
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon CaptainJack » Do 8. Feb 2018, 09:13

Polibu hat geschrieben:(08 Feb 2018, 05:15)

Stichwort Familiennachzug von anerkannten Flüchtlingen. Ein Thema, welches in den Medien nicht groß behandelt wird. Stattdessen will man mit den 1000 Familiennachzüglern von subsidiären Flüchtlingen pro Monat ablenken.

Also nein ich bin nicht zufrieden. [u]Über diesen Familiennachzug werden locker noch mal 500 000 dazu kommen.[/u] Eher sogar noch wesentlich mehr.

Außerdem wurde nichts dazu gesagt wie man abgelehnte Flüchtlinge schneller los werden will. Es kann nicht sein, dass die sich durch alle Instanzen klagen und das Justizsystem lahm legen. Da müssen Ausnahmerefelungen her. Und zwar schnell.

Ich bin erst zufrieden, wenn sich die Flüchtlingszahlen auf ein Normalmalß von maximal 65 000 Flüchtlingen pro Jahr normalisiert haben und wenn abgelehnte Asylbewerber zackig abgeschoben werden.
Sehr optimistisch! :p

Diese Leute kommen übrigens unablässig:

Subsidiäre ++++ Familien dieser Subsidiären ab 01/08 (angeblich 1.000 pro Monat, zusätzlich Härtefälle) ++++ Asylbewerber, die ein Asylverfahren bekommen, aber gar nicht bleiben dürfen und die man aber nicht mehr rausbekommt ++++ Asylbewerber, die anerkannt werden ++++ Familien dieser Anerkannten, über die gar nicht geredet wird und die schon unablässig zu uns kommen ++++ Kontigentflüchtlinge nach GF ++++ Familienangehörige von Bürgerkriegsflüchtlingen nach GF ++++ illegale Grenzübertritte und Einreisen (genaue Zahl nicht bekannt) ++++ Flüchtlinge aus Italien, die wir per Visum einfliegen lassen ++++ Flüchtlinge, per Visum aus "Flüchtlingsabkommen mit der Türkei".

EUler z.B. aus Bulgarien und Rumänien belasten uns auch, sind aber ein anderes Thema.

Das Perfide .. alles dreht(e) sich um den Popanz "Familiennachzug für Subsidiäre". Dass der Familiennachzug der anerkannten Asylbewerbern das zigfache beträgt, wird verschwiegen. Dieser Familiennachzug (der heimlich per Visa und auch außerhalb der Flüchtlingsstatistik stattfindet) ist wohl gesetzlich legal, aber konnte/kann erst in dieser Dimension stattfinden, weil wiederum so viele reingelassen wurden.

Ich glaube, die Bevölkerung hat das Recht, aufgeklärt zu werden.
pikant
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon pikant » Do 8. Feb 2018, 09:17

CaptainJack hat geschrieben:(08 Feb 2018, 09:13)

Dass der Familiennachzug der anerkannten Asylbewerbern das zigfache beträgt, wird verschwiegen. [/b]Dieser Familiennachzug (der heimlich per Visa und auch außerhalb der Flüchtlingsstatistik stattfindet) ist wohl gesetzlich legal, aber konnte/kann erst in dieser Dimension stattfinden, weil wiederum so viele reingelassen wurden.

Ich glaube, die Bevölkerung hat das Recht, aufgeklärt zu werden.


dann haben Sie bestimmt Zahlen zur Hand, der Ihre These bestaetigt :thumbup:
Danke!
CaptainJack

Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon CaptainJack » Do 8. Feb 2018, 09:35

pikant hat geschrieben:(08 Feb 2018, 09:17)

dann haben Sie bestimmt Zahlen zur Hand, der Ihre These bestaetigt :thumbup:
Danke!
Die Zahlen stehen in etwa fest. Fernab von den Subsidiären hatten/haben über 300.000 Anerkannte jetzt schon das Recht ihren Familienclan (erleichtert) nachzuholen. Jetzt bleibt es deiner Phantasie, in Verbindung mit deinem mathematischen Vermögen, überlassen, ob diese ca. 300.000 Familien mit 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 zusätzlichen Personen ihr Eigen nennen. Ich persönlich gehe von Faktor 4-5 aus. Damit liege ich sicher nicht so schlecht. (nicht vergessen, ab 08/18 kommen da noch nach und nach die Familien der ca. 80.000 Subidiären mit 1,000 pro Monat + Härtefälle dazu)
pikant
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon pikant » Do 8. Feb 2018, 09:39

CaptainJack hat geschrieben:(08 Feb 2018, 09:35)

Die Zahlen stehen in etwa fest. Fernab von den Subsidiären hatten/haben über 300.000 Anerkannte jetzt schon das Recht ihren Familienclan (erleichtert) nachzuholen. Jetzt bleibt es deiner Phantasie, in Verbindung mit deinem mathematischen Vermögen, überlassen, ob diese ca. 300.000 Familien mit 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 zusätzlichen Personen ihr Eigen nennen. Ich persönlich gehe von Faktor 4-5 aus. Damit liege ich sicher nicht so schlecht. (nicht vergessen, ab 08/18 kommen da noch nach und nach die Familien der ca. 80.000 Subidiären mit 1,000 pro Monat + Härtefälle dazu)


kommen jetzt noch Zahlen fuer 2017 oder nicht?
Familiennachzug fuer anerkannte Asylbebwerber.

Von was Sie ausgehen ist vollkommen unerheblich, mich interessieren nur die offiziellen Zahlen beim Familiennachzug - wenn sie keine Zahlen zur Hand haben, dann sagen Sie es, dass ihre Annahme auf ihren persoenlichen Schaetzunen beruht und mit der Realitaet absolut nichts zu tun hat.
CaptainJack

Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon CaptainJack » Do 8. Feb 2018, 09:54

pikant hat geschrieben:(08 Feb 2018, 09:39)

kommen jetzt noch Zahlen fuer 2017 oder nicht?
Familiennachzug fuer anerkannte Asylbebwerber.

Von was Sie ausgehen ist vollkommen unerheblich, mich interessieren nur die offiziellen Zahlen beim Familiennachzug - wenn sie keine Zahlen zur Hand haben, dann sagen Sie es, dass ihre Annahme auf ihren persoenlichen Schaetzunen beruht und mit der Realitaet absolut nichts zu tun hat.
Da gibt es keine Zahlen, da diese Leute statistisch nicht erfasst werden (wie oft denn noch? :mad: ). Das ist ja das Perfide! Aber auch du wirst wissen, dass solche Familien nicht nur aus einer zusätzlichen Person bestehen. :)
Vielleicht kommt mal irgendjemand an diese Zahlen ran (aber 2017 ist doch noch kaum vorbei). Da könnte ich mir (per kleiner Anfrage) die AFD vorstellen.
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 8. Feb 2018, 10:07

Watchful_Eye hat geschrieben:(08 Feb 2018, 01:42)

Der neue Koalitionsvertrag sollte eigentlich die Kritiker "von rechts", sofern sie das Konzept von Asyl grundsätzlich akzeptieren, zufriedenstellen. Oder?

Warum nur die Kritiker von "rechts" und nicht auch die normalen Bürger? Oder ist man per se "rechts", wenn man Merkels Flüchtlingspolitik kritisiert?

Ich persönlich warte ab und harre der Dinge, die da kommen. Wenn es so kommt, wie bei der "nationalen Kraftanstrengung", dann sind die angekündigten Maßnahmen eine Lachnummer. Menschen, die vor Krieg und politischer Verfolgung flüchten, muss geholfen werden, egal, wie viele da ankommen, die sollen auch ihre Familien holen dürfen, ob die dann alle nach Deutschland kommen oder ob man eine europäische Lösung hinkommt, ist nicht entscheidend, wenngleich wünschenswert.

Dazu müssten aber von vornherein drei Dinge klar sein:
  1. Man geht wieder nach Hause, sobald Krieg und Verfolgung beendet wurden (eine dauerhafte Einwanderung sollte mittels Einwanderungsgesetz aber möglich sein, zB. wenn der Flüchtling gut integriert ist und sich und seine Familie selber versorgen kann).
  2. Wirtschaftsflüchtlinge kommen nicht mehr in Systems rein, sondern werden nach Schnellprüfung in den Aufnahmeeinrichtungen zurück geschickt. Die, die schon da sind, werden schnell und unbürokratisch rückgeführt.
  3. Kriminelle Ausländer werden bei Kapitalverbrechen (Raub, Mord, Totschlag, Drogenhandel etc.) nach verbüßen der Haftstrafe ohne Umschweife rausgeworfen.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon CaptainJack » Do 8. Feb 2018, 10:15

Man muss ins Ausland gehen, um die Wahrheit zu bekommen. So eine erhellende Formulierung gibt es in der deutschen Presse einfach nicht. Man hat den Eindruck, dass da Vereinbarungen bestehen.
Das erklärt die fatale Flüchtlingspolitik der offenen Grenzen. Der Selbsthass in weiten Teilen der Gesellschaft ist so gross, dass bereits als «Rassist» gilt, wer mit Blick auf die massenhafte Zuwanderung aus arabischen und afrikanischen Ländern um die eigene nationale Identität fürchtet. Dass dieses Thema auf der Sorgenliste der Deutschen nach wie vor ganz oben steht, wird vom Establishment in Politik und Medien hartnäckig ignoriert. In den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD wurde ersatzweise um den Familiennachzug einer kleinen Gruppen von Flüchtlingen gestritten. Dass Hunderttausende bereits anerkannte Asylbewerber und geduldete Migranten ihre Angehörigen auch dann ins Land holen dürfen, wenn sie diese nicht selbst versorgen können, spielte in der ganzen Debatte so wenig eine Rolle wie die Frage nach den Kosten.

https://www.nzz.ch/meinung/die-deutsche-lust-am-niedergang-ld.1354598
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 8. Feb 2018, 10:18

CaptainJack hat geschrieben:(08 Feb 2018, 09:13)

Sehr optimistisch!


Nein, blanker Unsinn und reine Panikmache:
Aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke (Linke) geht hervor, dass zwischen Januar 2014 und Ende September vergangenen Jahres 126.891 Visa zur Familienzusammenführung mit in Deutschland lebenden Syrern, Irakern, Afghanen und Eritreern erteilt wurden. Die syrischen Angehörigen bildeten darunter die mit Abstand größte Gruppe (103.632 Visa).
http://www.stimme.de/deutschland-welt/p ... 95,3966336

Und:
Die Zahl der Syrer, die sich um Familiennachzug zu Angehörigen in Deutschland bemühen, ist zuletzt leicht zurückgegangen. Mit Stand 24. Januar lagen an den deutschen Auslandsvertretungen in der Region rund um Syrien 45 516 Terminanfragen für die Beantragung solcher Visa vor.
http://www.stimme.de/deutschland-welt/n ... 05,3978459
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon CaptainJack » Do 8. Feb 2018, 10:36

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Feb 2018, 10:18)

Nein, blanker Unsinn und reine Panikmache:
Aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke (Linke) geht hervor, dass zwischen Januar 2014 und Ende September vergangenen Jahres 126.891 Visa zur Familienzusammenführung mit in Deutschland lebenden Syrern, Irakern, Afghanen und Eritreern erteilt wurden. Die syrischen Angehörigen bildeten darunter die mit Abstand größte Gruppe (103.632 Visa).
http://www.stimme.de/deutschland-welt/p ... 95,3966336

Und:
Die Zahl der Syrer, die sich um Familiennachzug zu Angehörigen in Deutschland bemühen, ist zuletzt leicht zurückgegangen. Mit Stand 24. Januar lagen an den deutschen Auslandsvertretungen in der Region rund um Syrien 45 516 Terminanfragen für die Beantragung solcher Visa vor.
http://www.stimme.de/deutschland-welt/n ... 05,3978459
Bei dir spricht man wirklich an eine Wand. In den Zahlen von 2014 bis Sept. vergangenen Jahres stecken hauptsächlich die Zahlen drin, die nichts mit den aktuellen Bedingungen zu tun haben. Zuvor musste man nachweisen, dass man einen Job hatte und für diese Familienangehörigen finanziell gerade stehen konnte. Das ist nicht mehr der Fall. Logisch, dass die Zahlen völlig anders aussehen.
Du musst im Ausland lesen, um dies in Erfahrung bringen zu können
https://www.nzz.ch/meinung/die-deutsche ... ld.1354598
Das erklärt die fatale Flüchtlingspolitik der offenen Grenzen. Der Selbsthass in weiten Teilen der Gesellschaft ist so gross, dass bereits als «Rassist» gilt, wer mit Blick auf die massenhafte Zuwanderung aus arabischen und afrikanischen Ländern um die eigene nationale Identität fürchtet. Dass dieses Thema auf der Sorgenliste der Deutschen nach wie vor ganz oben steht, wird vom Establishment in Politik und Medien hartnäckig ignoriert. In den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD wurde ersatzweise um den Familiennachzug einer kleinen Gruppen von Flüchtlingen gestritten. Dass Hunderttausende bereits anerkannte Asylbewerber und geduldete Migranten ihre Angehörigen auch dann ins Land holen dürfen, wenn sie diese nicht selbst versorgen können, spielte in der ganzen Debatte so wenig eine Rolle wie die Frage nach den Kosten.
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 8. Feb 2018, 11:55

CaptainJack hat geschrieben:(08 Feb 2018, 10:36)

In den Zahlen von 2014 bis Sept. vergangenen Jahres stecken hauptsächlich die Zahlen drin, die nichts mit den aktuellen Bedingungen zu tun haben.

Was ist denn nach Sept. 2017 passiert? Wir haben seitdem noch nichtmal eine richtige Bundesregierung...

Du musst im Ausland lesen, um dies in Erfahrung bringen zu können

Jemand der vor Krieg und politischer Verfolgung flieht und seine Familie davor retten will, der braucht mMn. keine Arbeit zu haben und muss seine Familie hier auch nicht selber versorgen müssen. Das Recht auf Schutz vor Krieg und politischer Verfolgung ist bedingungslos und gilt auch für die Familie von wirklich Schutzbedürftigen.
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon CaptainJack » Do 8. Feb 2018, 12:36

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Feb 2018, 11:55)

Was ist denn nach Sept. 2017 passiert? Wir haben seitdem noch nichtmal eine richtige Bundesregierung...


Jemand der vor Krieg und politischer Verfolgung flieht und seine Familie davor retten will, der braucht mMn. keine Arbeit zu haben und muss seine Familie hier auch nicht selber versorgen müssen. Das Recht auf Schutz vor Krieg und politischer Verfolgung ist bedingungslos und gilt auch für die Familie von wirklich Schutzbedürftigen.
Das ist doch ein völlig anderes Thema! Außerdem waren diese Leute alle schon jahrelang "gerettet" (und in jedem Land, welches sie durchquerten, wären sie "gerettet" gewesen). Das hatten wir alles schon.
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 8. Feb 2018, 12:50

CaptainJack hat geschrieben:(08 Feb 2018, 12:36)

Das ist doch ein völlig anderes Thema!

Nein, ist es nicht. Die beantragten Visa für Familienmitglieder betragen gerade mal 10% der von dir "prognostizierten" Zahl, auch schon ausgestellte Visa der letzten 3,5 Jahre kommen nicht an deine/eure völlig überhöhten Zahlen heran, auch die Frage, was sich denn seit Sept. 2017 verändert haben soll, obwohl es keine richtige Bundesregierung gibt, bleibt unbeantwortet.
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon CaptainJack » Do 8. Feb 2018, 13:25

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Feb 2018, 12:50)

Nein, ist es nicht. Die beantragten Visa für Familienmitglieder betragen gerade mal 10% der von dir "prognostizierten" Zahl, auch schon ausgestellte Visa der letzten 3,5 Jahre kommen nicht an deine/eure völlig überhöhten Zahlen heran, auch die Frage, was sich denn seit Sept. 2017 verändert haben soll, obwohl es keine richtige Bundesregierung gibt, bleibt unbeantwortet.
Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Ca. 400.000 (inkl. Subsidiäre) haben das Recht ohne Probleme und ohne fin. Kosten. (im Gegensatz zu früher) Ich sage, das wird letztlich Millionenstärke. Was du sagst, ist dein Bier!
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon pikant » Do 8. Feb 2018, 13:44

CaptainJack hat geschrieben:(08 Feb 2018, 13:25)

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Ca. 400.000 (inkl. Subsidiäre) haben das Recht ohne Probleme und ohne fin. Kosten. (im Gegensatz zu früher) Ich sage, das wird letztlich Millionenstärke. Was du sagst, ist dein Bier!


vollkommener Unsinn

von Januar bis November 2017 sind 85 000 Menschen mit Familiennachzug gekommen - da sind alle Fluechltinge mit verschiedenem Schutz drin - uebrigens ein Rueckgang von 2016 , da waren es noch 115 000.
Visaantraege wurden 105 000 gestellt, auch ein Rueckgang gegenueber von 2016

http://www.zeit.de/politik/2018-01/flue ... e-belegung


2018 dann Millionenstaerke und mehr als 10fache :D - ich fasse es nicht :rolleyes:
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Re: Der Flüchtlingskompromiss der GroKo: Kann jetzt die gesellschaftliche Spaltung überwunden werden?

Beitragvon Watchful_Eye » Do 8. Feb 2018, 14:11

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Feb 2018, 10:07)
Warum nur die Kritiker von "rechts" und nicht auch die normalen Bürger? Oder ist man per se "rechts", wenn man Merkels Flüchtlingspolitik kritisiert?

Nur kurz, ich wollte niemandem diffamieren. Ich selbst bin mit der Stoßrichtung durchaus zufrieden und wäre demzufolge dann auch "rechts". Ich wollte damit eigentlich sagen, dass man die Flüchtlingspolitik sowohl "von rechts" (Kontrollverlust, zu hoher Anteil von Wirtschaftsflüchtlingen,..) als auch "von links" (Zusammenarbeit mit Diktatoren, Festung Europa, nur den Starken wird geholfen,..) kritisieren kann. Die GroKo bedient mit seinen Reformen in diesem Sinne eben speziell die Kritik "von rechts", wo sich unsere Gesellschaft hauptsächlich spaltet. Ich will mit dem Wort "rechts" an dieser Stelle also erstmal nur die Perspektive der Kritik beschreiben und nicht sagen, dass das alles fiese Rassisten seien.
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