Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

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Milady de Winter
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Milady de Winter » So 3. Sep 2017, 17:50

Die Entschärfung ist übrigens mehr oder weniger abgeschlossen, die restlichen 2 Sprengkapseln sind auch entfernt und werden dann später gezündet. Langsam machen sich die Helfer und Bewohner also wieder auf zurück ins evakuierte Gebiet.
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frems
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon frems » So 3. Sep 2017, 17:52

hafenwirt hat geschrieben:(03 Sep 2017, 18:48)

Siehe meine Quelle weiter oben einer anderen Weltkriegsbombe.

700 Meter bei 1,0 Tonne. Keine Ahnung ob bei 1,8 T Splitter weiter fliegen können.

Zumal es in Deiner Quelle um den schwersten Splitter ging. Ich vermute, selbst das halbe Gewicht würde kein schönes Vergnügen sein. :|
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Milady de Winter
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Milady de Winter » So 3. Sep 2017, 17:53

Ticker: Klinik-Patienten und Altenheim-Bewohner zuerst:

http://www.hessenschau.de/panorama/tick ... g-100.html
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jack000
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon jack000 » So 3. Sep 2017, 18:01

frems hat geschrieben:(03 Sep 2017, 18:44)

Naja, es reicht ja schon, wenn durch die Explosion einige Steine oder Metallsplitter in die Luft geschossen werden und nach einem Flug irgendwo wieder einschlagen. Sowas willst Du vermutlich nicht gegen den Kopf kriegen.

Natürlich nicht, aber diese fliegen nicht durch bestehende Gebäude durch in so einem dicht bebauten Gebiet.
=> Wenn man z.B. 500m von der Bombe entfernt wohnt ist es doch ausgeschlossen das man von irgendwas getroffen wird selbst wenn die Bombe explodiert ...
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon frems » So 3. Sep 2017, 18:03

jack000 hat geschrieben:(03 Sep 2017, 19:01)

Natürlich nicht, aber diese fliegen nicht durch bestehende Gebäude durch in so einem dicht bebauten Gebiet.
=> Wenn man z.B. 500m von der Bombe entfernt wohnt ist es doch ausgeschlossen das man von irgendwas getroffen wird selbst wenn die Bombe explodiert ...

Also meine Fenster sind nicht aus Panzerglas. Wenn da Metall oder Gestein mit ein paar Kilometer und ordentlich Geschwindigkeit im hohen Bogen angeflogen kommt, werden die kaum abprallen.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Milady de Winter » So 3. Sep 2017, 18:05

jack000 hat geschrieben:(03 Sep 2017, 19:01)

Natürlich nicht, aber diese fliegen nicht durch bestehende Gebäude durch in so einem dicht bebauten Gebiet.
=> Wenn man z.B. 500m von der Bombe entfernt wohnt ist es doch ausgeschlossen das man von irgendwas getroffen wird selbst wenn die Bombe explodiert ...

Herumfliegende Teile plus enorme Druckwelle. Ich würde mal sagen, selbst wenn die Experten lieber etwas vorsichtiger als zu lax agierten, haben sie mehr Ahnung von der potenziellen Wirkung als du und ich.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 4. Sep 2017, 07:43

Nun ja, es gibt vernünftige Gründe warum "Evakuierungen" - wenn sie denn angeordnet werden - auch durchgesetzt werden müssen.

Offensichtlich taucht die Frage immer wieder auf - vermutlich noch einige tausendmal - es gibt noch reichlich Bomben im Untergrund, die mit der Zeit immer gefährlicher werden.

2010 wurde in Osnabrück eine Juristin bemüht : Quelle : OZ "Jura-Professorin über die Bombenräumung - Warum die Bürger gehen müssen" In einem der recht interessanten YouTube Videos ist die Rede von einem "Ordnungsgeld" von 1.000 €, der Erlaubnis für die Feuerwehr, wenn sie "sicher ist" das sich noch Menschen in einem Gebäude sind, in dieser Rechtslage auch Türen aufbrechen dürfen. Sicher wird niemand auf die "unsichtbaren Spinner" Jagt machen, die "sichtbaren" dürfen sich auf Schadensansprüche freuen (wenn welche entdeckt werden, muss die Entschärfung gestoppt werden, bis diese Idioten weggeschafft wurden).

Jeder darf alles-mögliche seltsam finden, nur bei den abertausenden von Blindgängern werden auch alle störenden "lebenden Blindgänger" routinemäßig entfernt. Die Kosten für diese Hinterlassenschaften des "glorreichen beinahe dutzendjährigen Kriegs" gehen überall in die Millionen. Interessant und das wäre eher einiger Proteste "würdig", ein Bürger, auf dessen Grundstück sich solche Hinterlassenschaften befinden, ist voll verantwortlich dafür. Knallt es bei Bauarbeiten, und hat der Besitzer nicht zuvor auf eigene Kosten prüfen lassen ob da eventuell Munition oder Bomben herumliegen (was in manchen Gegenden völlig "normal" ist), haftet er / sie für alle Folgen einer eventuellen Detonation :dead:

Interessant, der Bund kommt nur für Kosten von Munition und Bomben die das "Reich" produziert hat auf. Da die Luftwaffe eher mit den einfliegenden britisch-amerikanischen Bomberverbänden reichlich beschäftigt war, hatte man wohl wenig Möglichkeiten das "Reich" selbst zu bombardieren. Sowohl Amerikanische, britische und russische Hinterlassenschaften - mit denen ganze Landstriche noch immer "gesegnet" sind - gehen den Bund (obwohl in Rechtsnachfolge) nichts an :? Die millionenschweren Kosten bleiben bei den Ländern, Kommunen und jedem Bürger, der solche "Schätze" auf seinem Grund und Boden findet (bez. wie schon gesagt, Schaden anrichten). Hier noch zwei Filmchen, die stellvertretend für jede Menge mehr, eine Idee vermitteln um was es da tatsächlich geht - viel Spaß mit : "Bombenfund" (~30 min) und "Gefährliches Erbe - Kampfmittelräumer in Aktion" (<30 min) (letzterer "beleuchtet" auch, was die Wiedervereinigung noch immer kostet) :thumbup:
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Flaschengeist » Mo 4. Sep 2017, 19:52

hafenwirt hat geschrieben:(03 Sep 2017, 17:41)

http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 99735.html

Und von Freunden damals weiß ich, dass rund 1,5 km entfernt noch Sachen aus dem Regal gefallen sind aufgrund des Drucks.

Die Göttinger Bombe war 10 Zentner = 1 Tonne schwer, die in Frankfurt hat 1,8 Tonnen laut Ticker.



Einige Länder wie Baden (1810), Hessen (1821) und Württemberg hatten unter napoleonischem Einfluss schon früher auf 50 kg umgestellt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Zentner

Ein Zentner sind 50kg. 10Zentner 500kg.

Die britische Faßbombe in Frankfurt war mit 1,8 Tonnen also fast vier mal so groß.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 4. Sep 2017, 20:32

jack000 hat geschrieben:(03 Sep 2017, 19:01)

Natürlich nicht, aber diese fliegen nicht durch bestehende Gebäude durch in so einem dicht bebauten Gebiet.
=> Wenn man z.B. 500m von der Bombe entfernt wohnt ist es doch ausgeschlossen das man von irgendwas getroffen wird selbst wenn die Bombe explodiert ...

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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Flaschengeist » Mo 4. Sep 2017, 21:04

jack000 hat geschrieben:(03 Sep 2017, 19:01)

Natürlich nicht, aber diese fliegen nicht durch bestehende Gebäude durch in so einem dicht bebauten Gebiet.
=> Wenn man z.B. 500m von der Bombe entfernt wohnt ist es doch ausgeschlossen das man von irgendwas getroffen wird selbst wenn die Bombe explodiert ...



Wie viele Bombenexplosionen haben Sie denn schon erlebt?

Ich war mal Zeuge wie eine LPG Speicher explodiert ist. Da waren 500m Abstand schon fast etwas knapp.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon von Grimm » Mo 4. Sep 2017, 21:16

Julian hat geschrieben:(03 Sep 2017, 15:31)


Das Ziel war doch, möglichst viele Zivilisten zu töten - von daher war es eine völlig logische Vorgehensweise, solche Bomben über Wohngebieten abzuwerfen.


Richtig. Das nennt sich psychologische Kriegsführung.
Damals ging es aber auch um andere Versuche.
Die Möglichkeit mit Brandbomben der Zvilbevölkerung den Sauerstoff zu entziehen, war zum Beispiel die Bombardierung von Dresden.
Hiroshima und Nagasaki.......
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon ThorsHamar » Mo 4. Sep 2017, 21:19

jack000 hat geschrieben:(03 Sep 2017, 19:01)

Natürlich nicht, aber diese fliegen nicht durch bestehende Gebäude durch in so einem dicht bebauten Gebiet.
=> Wenn man z.B. 500m von der Bombe entfernt wohnt ist es doch ausgeschlossen das man von irgendwas getroffen wird selbst wenn die Bombe explodiert ...


Das Hauptproblem ist in der Entfernung der Luftdruck der Explosion, welcher sich durch Stadtbebauung düsenartig noch vergrössern kann.
Das kann, neben Glas auch Häuserwände und Dächer abräumen ...
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon hafenwirt » Mo 4. Sep 2017, 22:04

Flaschengeist hat geschrieben:(04 Sep 2017, 20:52)

https://de.wikipedia.org/wiki/Zentner

Ein Zentner sind 50kg. 10Zentner 500kg.

Die britische Faßbombe in Frankfurt war mit 1,8 Tonnen also fast vier mal so groß.


Danke für die Info. Ich hab nur bei Google nach einer Umrechnung gesucht. Wäre natürlich jetzt die Frage, nach welchem Maßstab es von der Hessenschau berechnet wurde? Ich wäre mir grad nicht so sicher, ob dort auch die napoleonsche Defintion genutzt wird.

Aber wenn sie viermal so groß war wie die in Gö, umso heftiger. Vielleicht muss so nen Ding einfach mal wieder hochgehen oder Bomber H. seine Arbeit erledigen, damit der ein oder andere Mitbürger überzeugt ist, dass man sowas nicht unterschätzen sollte.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 4. Sep 2017, 22:48

Video zum Thema "Frankfurt: Luftmine HC-4000 lb "Cookie" entdeckt - 70000 Menschen werden evakuiert"... ein echter "block buster" ! (The term blockbuster was originally a name coined by the press and referred to a bomb which had enough explosive power to destroy an entire street or large building through the effects of blast in conjunction with incendiary bombs)

"Die extreme Druckwelle der Explosion konnte Gebäude im Umkreis von 100 Metern dem Erdboden gleich machen. Bei einer Detonation auf freiem Gelände konnte die Bombe noch in einem Kilometer Entfernung Fenster und Türen herausreißen."

Das sollte auch die Bemerkungen, was denn da passieren "könnte", recht zuverlässig beantworten...

Was man sonst noch über "Fliegerbomben" wissen sollte....

Die Briten und die Amis scheuen Gewichtsangaben in kg und t

Dort sind "pound-mass" [lb] = exactly 0,45359237 kg (lb = "libra" antikes römisches Pfund / plural = lbs) also etwa 91% eines dt. Pfund (500g)

HC = High Capacity (Bombenklasse)

4.000 lb = 1.814,36948 kg (Bombengewicht)

3.000 lb = 1.360,77711 kg ( Ladung - Sprengstoff) "Amatol" (Mischung aus TNT (~60%) und "Ammonium Nitrat" - preisgünstiger als reines TNT :thumbup: )

1.000 lb = 453,59237 kg für Gehäuse (Mantel) - Zünder - Zündladung - und sonstiges Drumherum

Jeweils ein "Wohnblockknacker" wurde mit 12 "Small Bomb Containers" mit jeweils 236 "4-lb In Mk I-III" (Incendiary Bomb) 1,8 kg,
also weiteren 2.832 "Stabbrandbomben" abgeworfen - diese Ladung diente dem britischen "dehousing plan"

WIKI Strategic bombing hat geschrieben:The purpose of the area bombardment of cities was laid out in a British Air Staff paper, dated 23 September 1941:

The ultimate aim of an attack on a town area is to break the morale of the population which occupies it. To ensure this, we must achieve two things: first, we must make the town physically uninhabitable and, secondly, we must make the people conscious of constant personal danger. The immediate aim, is therefore, twofold, namely, to produce (i) destruction and (ii) fear of death


Tod ~600.000 tote Zivilisten - der "Rest" hatte ordentlich Angst und kaputt war auch so ziemlich alles, hat also recht gut funktioniert - Wer mehr dazu wissen möchte : Der Brand: Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945 | Autor Jörg Friedrich
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Cobra9 » Di 5. Sep 2017, 15:58

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