Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

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Milady de Winter
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Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Milady de Winter » So 3. Sep 2017, 12:53

Derzeit läuft die Entschärfung einer britischen Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg - d.h. die Entschärfung sollte laufen, verzögert sich aber gerade, weil es einige renitente Anwohner in der Evakuierungszone gibt, die sich weigern, ihre Wohnung zu verlasssen.

Die Entschärfung der Weltkriegsbombe im Frankfurter Westend verzögert sich. Grund dafür sind uneinsichtige Anwohner. Polizei und Feuerwehr kündigen drastische Konsequenzen an.
Die Massenevakuierung in Frankfurt verzögert sich weiter. "Die Aktion wird durch einzelne Personen konterkariert", sagte ein genervter Frankfurter Feuerwehrchef Reinhard Ries im hr-fernsehen. "Das sind einzelne, die quer schießen und die den Ernst der Lage nicht erkennen." So habe es bereits eine Festnahme eines renitenten Anwohners gegeben.


http://www.hessenschau.de/panorama/reni ... g-100.html

Gerade sah ich im TV, wie die Sicherheitskräfte eine "recht entspannt wirkende" Person im Jogginganzug zum Einsatzwagen eskortieren.

Was geht in den Hirnen solcher Personen vor? 60k Einwohner, darunter auch viele alte und kranke Menschen, wurden evakuiert bzw. ließen sich evakuieren. Denken die sich weigernden Individuen, sie seien besonders "cool", wenn sie ein Unterfangen dieser Art und in diesem Umfang boykottieren? Und was sollten die Konsequenzen sein? Sollte man vielleicht eher sagen "wer nicht will, der hat schon", und diese Personen ihrem Schicksal überlassen? Oder sollte man sie zumindest im Nachgang ordentlich zur Rechenschaft ziehen?

Ich hoffe, es gelingt dem Sprengmittelräumkommando die Bombe zu entschärfen, ohne dass jemand dabei zu Schaden kommt.
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hafenwirt
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon hafenwirt » So 3. Sep 2017, 13:30

Woran erkennt die Polizei, ob sich jemand weigert? Durchsuchen die die ganzen Wohnungen und dringen ein, wenn jemand auf die Klingel nicht antwortet :?:

Immerhin kann ich ja jetzt auch noch verkatert im Bett liegen.
...
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Milady de Winter » So 3. Sep 2017, 13:42

hafenwirt hat geschrieben:(03 Sep 2017, 14:30)

Woran erkennt die Polizei, ob sich jemand weigert? Durchsuchen die die ganzen Wohnungen und dringen ein, wenn jemand auf die Klingel nicht antwortet :?:

Immerhin kann ich ja jetzt auch noch verkatert im Bett liegen.


Nun ja, sagen wir es so: spätestens, wenn die Polizei dich aus dem Bett holt und du dich dennoch weigerst, deine Wohnung zu verlassen - obwohl schon seit Tagen bekannt ist, dass heute die Evakuierung laufen muss - weiß man, ob jemand freiwillig geht oder nicht. Wobei ich persönlich in so einem Fall schon Konsequenzen anordnen würde, denn wer sich in dem Gebiet die Nacht vorher so die Kante gibt, dass er verpennt und damit eine Operation dieser Natur gefährdet, der handelt in meinen Augen mehr als unverantwortlich.

Aber siehe selbst: wenn jemand freiwillig geht, dann sicher nicht über eine Drehleiter:

Weil einige Menschen das Sperrgebiet nicht verlassen wollen, verzögert sich die Entschärfung der Weltkriegsbombe in Frankfurt weiter. Polizei und Rettungskräfte sind sauer und prüfen rechtliche Konsequenzen. Mindestens ein Anwohner sei in Gewahrsam genommen worden, weil er seine Wohnung nicht freiwillig verlassen hatte, sagte Polizeipräsident Gerhard Bereswill am Sonntag. Die Feuerwehr habe die uneinsichtige Person mit einer Drehleiter über den Balkon rausholen müssen. Zwei kleinere Gruppen hätten sich geweigert, aus dem Sperrgebiet zu gehen.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Milady de Winter » So 3. Sep 2017, 13:43

Aber die Evakuierung scheint jetzt abgeschlossen, und die Entschärfung beginnt. Fingers crossed!
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Loki » So 3. Sep 2017, 13:45

Wie wird überprüft, ob tatsächlich alle Anwohner und Sonstige sich nicht mehr in dem Gebiet befinden ?
Checkliste an Sammelpunkten und/oder Meldestellen ?
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Milady de Winter » So 3. Sep 2017, 13:53

Loki hat geschrieben:(03 Sep 2017, 14:45)

Wie wird überprüft, ob tatsächlich alle Anwohner und Sonstige sich nicht mehr in dem Gebiet befinden ?
Checkliste an Sammelpunkten und/oder Meldestellen ?

U.a. kreist seit dem Vormittag ein Heli mit Wärmebildkamera.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Tom Bombadil » So 3. Sep 2017, 13:58

Milady de Winter hat geschrieben:(03 Sep 2017, 13:53)

Sollte man vielleicht eher sagen "wer nicht will, der hat schon", und diese Personen ihrem Schicksal überlassen?

Wenn es sich um Leute handelt, die älter als 18 Jahre sind: warum nicht? Allerdings nur mit Unterschrift, dass man nicht zeitnah aus Ruinen gerettet wird, sollte doch etwas passieren.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon hafenwirt » So 3. Sep 2017, 14:01

Milady de Winter hat geschrieben:(03 Sep 2017, 14:42)

Nun ja, sagen wir es so: spätestens, wenn die Polizei dich aus dem Bett holt und du dich dennoch weigerst, deine Wohnung zu verlassen ...:


Genau darauf wollte ich doch hinaus mit der Nachfrage, ich war selbst noch nie bei so einer Entschärfung dabei. Woher weiß die Polizei, dass ich zuhause bin, brechen die die Tür auf, wenn keiner antwortet? Ich selbst antworte gerade Sonntags manchmal gar nicht auf Türklingeln (zumindest wenn ich niemanden erwarte).
...
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Loki » So 3. Sep 2017, 14:06

Milady de Winter hat geschrieben:(03 Sep 2017, 14:53)

U.a. kreist seit dem Vormittag ein Heli mit Wärmebildkamera.

:eek: Die können damit in die Wohnung "reingucken" ? Normalerweise isoliert doch Glas.

Na mal schauen, ob die Presse irgendwann über solche Ereignisse noch detaillierter berichtet oder Evakuierte dazu etwas schreiben. Sind schließlich eine menge Wohnungen
und ich kann mir einfach kaum vorstellen, daß geprüft werden kann, ob nicht irgendwo im Badezimmer jemand mit Kopfhörern laut musikhörend badet.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Milady de Winter » So 3. Sep 2017, 14:07

hafenwirt hat geschrieben:(03 Sep 2017, 15:01)

Genau darauf wollte ich doch hinaus mit der Nachfrage, ich war selbst noch nie bei so einer Entschärfung dabei. Woher weiß die Polizei, dass ich zuhause bin, brechen die die Tür auf, wenn keiner antwortet? Ich selbst antworte gerade Sonntags manchmal gar nicht auf Türklingeln (zumindest wenn ich niemanden erwarte).

Wie gesagt, u.a. war der Polizei-Heli unterwegs, und es gab auch die Fälle, bei denen Einsatzkräfte noch auf Personen aufmerksam wurden, die aus den Fenstern gewunken hatten - und das nicht, weil sie noch schnell "gerettet" werden wollten. Ich vermute, dass sie tatsächlich die Türe aufbrechen würden, wenn der Heli noch Einwohner in einem Objekt meldet, und die Personen nach Klingeln oder Klopfen der Polizei nicht öffnen. Letztendlich könnte es ja auch sein, dass jemand hilflos in der Wohnung liegt. Es scheint ja nun jedoch geschafft zu sein. Was in meinen Augen wirklich eine unfassbare Leistung ist, bei 60k Menschen in dem Gebiet, die es zu evakuieren galt.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Milady de Winter » So 3. Sep 2017, 14:09

Loki hat geschrieben:(03 Sep 2017, 15:06)

:eek: Die können damit in die Wohnung "reingucken" ? Normalerweise isoliert doch Glas.

Na mal schauen, ob die Presse irgendwann über solche Ereignisse noch detaillierter berichtet oder Evakuierte dazu etwas schreiben. Sind schließlich eine menge Wohnungen
und ich kann mir einfach kaum vorstellen, daß geprüft werden kann, ob nicht irgendwo im Badezimmer jemand mit Kopfhörern laut musikhörend badet.

Du kannst sehr viel nachlesen auf z.B. hessenschau.de, und im HR Fernsehen läuft den ganzen Tag die Live-Berichterstattung. Hier ist auch der Live-Ticker dazu. Der erste Zünder scheint schon entfernt:

http://www.hessenschau.de/panorama/tick ... g-100.html
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon hafenwirt » So 3. Sep 2017, 14:12

Milady de Winter hat geschrieben:(03 Sep 2017, 15:07)

Wie gesagt, u.a. war der Polizei-Heli unterwegs, und es gab auch die Fälle, bei denen Einsatzkräfte noch auf Personen aufmerksam wurden, die aus den Fenstern gewunken hatten - und das nicht, weil sie noch schnell "gerettet" werden wollten. Ich vermute, dass sie tatsächlich die Türe aufbrechen würden, wenn der Heli noch Einwohner in einem Objekt meldet, und die Personen nach Klingeln oder Klopfen der Polizei nicht öffnen. Letztendlich könnte es ja auch sein, dass jemand hilflos in der Wohnung liegt. Es scheint ja nun jedoch geschafft zu sein. Was in meinen Augen wirklich eine unfassbare Leistung ist, bei 60k Menschen in dem Gebiet, die es zu evakuieren galt.


Arbeiten die Helis mit Wärmebildkameras? Wenn ich willentlich daheim bleiben wollen würde, dann würde ich mich einfach im Klo oder Keller oder so verstecken. Darum gehts mir. Wie will die Polizei dann wissen, dass ich daheim bin?

Edit: Ups. OK. Hab mit dem Handy nur deine direkten antworten verfolgt. Hat sich dann erledigt, danke für die Aufklärung. So klingt das alles nachvollziehbar.
Zuletzt geändert von hafenwirt am So 3. Sep 2017, 14:13, insgesamt 1-mal geändert.
...
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 3. Sep 2017, 14:12

Milady de Winter hat geschrieben:(03 Sep 2017, 15:07)

Wie gesagt, u.a. war der Polizei-Heli unterwegs, und es gab auch die Fälle, bei denen Einsatzkräfte noch auf Personen aufmerksam wurden, die aus den Fenstern gewunken hatten - und das nicht, weil sie noch schnell "gerettet" werden wollten. Ich vermute, dass sie tatsächlich die Türe aufbrechen würden, wenn der Heli noch Einwohner in einem Objekt meldet, und die Personen nach Klingeln oder Klopfen der Polizei nicht öffnen. Letztendlich könnte es ja auch sein, dass jemand hilflos in der Wohnung liegt. Es scheint ja nun jedoch geschafft zu sein. Was in meinen Augen wirklich eine unfassbare Leistung ist, bei 60k Menschen in dem Gebiet, die es zu evakuieren galt.
große leistung. Mein respekt.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Loki » So 3. Sep 2017, 14:14

Milady de Winter hat geschrieben:Du kannst sehr viel nachlesen auf z.B. hessenschau.de, und im HR Fernsehen läuft den ganzen Tag die Live-Berichterstattung. Hier ist auch der Live-Ticker dazu. Der erste Zünder scheint schon entfernt:

http://www.hessenschau.de/panorama/tick ... g-100.html

Danke.



Zu Deiner Frage:
Oder sollte man sie zumindest im Nachgang ordentlich zur Rechenschaft ziehen?

Nein.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Julian » So 3. Sep 2017, 14:18

Natürlich würde ich die Anordnung zur Ervakuierung ohne Wenn und Aber befolgen, und aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit vermutlich sogar tatkräftig unterstützen. Allerdings frage mich schon immer wieder, ob eine Evakuierung eines solchen Ausmaßes angebracht ist, und was eine solche Aktion über unsere Bewertung von Risiken sagt.

Das Bürgerhospital und das Marienkrankenhaus sind beispielsweise geschätzt 1350 Meter vom Fundort der Bombe entfernt. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Bombe explodiert, und wie wahrscheinlich, dass ein Gebäude in jener Entfernung so getroffen werden kann, dass eine Totalevakuierung - und nicht etwa nur zu einer Seite hin - notwendig ist?

Es ist ja nicht so, dass man die Evakuierung umsonst bekommt, oder dass sie keine Risiken mit sich bringt; die Kosten und die Risiken sind nur anderer Art. Denn während die Gefährdung durch die Bombe stochastisch ist, tritt die Gefährdung durch die Evakuierung auf jeden Fall ein. So sind kritisch kranke Patienten, insbesondere Intensivpatienten, natürlich durch eine Verlegung in ein anderes, womöglich überlastetes Krankenhaus gefährdet. Wenn infolge der Evakuierung ein Patient stirbt, wird man dies natürlich möglichst vertuschen, was aufgrund der Komplexität des Zustandes solcher Patienten sicher auch möglich ist. Man mag auch gar nicht denken, wie viel solch eine Evakuierung kostet. Wie viele Menschenleben könnte man retten, indem man das so aufgewendete Geld in Krankenhaus- und Rettungspersonal steckt?

Aber ich kann mir denken, wie das läuft: Niemand will Verantwortung übernehmen auch für kleinste Risiken. So scheint unser Land zu funktionieren: Sich immer forensisch absichern, damit der eigene Arsch gerettet ist. In der Gesamtrechnung führt das meiner Meinung nach oft zu einer höheren Gefährdung von Menschen insgesamt, weil Ressourcen falsch verwendet werden.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 3. Sep 2017, 14:21

Milady de Winter hat geschrieben:(03 Sep 2017, 13:53)

Derzeit läuft die Entschärfung einer britischen Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg - d.h. die Entschärfung sollte laufen, verzögert sich aber gerade, weil es einige renitente Anwohner in der Evakuierungszone gibt, die sich weigern, ihre Wohnung zu verlasssen.



http://www.hessenschau.de/panorama/reni ... g-100.html

Gerade sah ich im TV, wie die Sicherheitskräfte eine "recht entspannt wirkende" Person im Jogginganzug zum Einsatzwagen eskortieren.

Was geht in den Hirnen solcher Personen vor? 60k Einwohner, darunter auch viele alte und kranke Menschen, wurden evakuiert bzw. ließen sich evakuieren. Denken die sich weigernden Individuen, sie seien besonders "cool", wenn sie ein Unterfangen dieser Art und in diesem Umfang boykottieren? Und was sollten die Konsequenzen sein? Sollte man vielleicht eher sagen "wer nicht will, der hat schon", und diese Personen ihrem Schicksal überlassen? Oder sollte man sie zumindest im Nachgang ordentlich zur Rechenschaft ziehen?

Ich hoffe, es gelingt dem Sprengmittelräumkommando die Bombe zu entschärfen, ohne dass jemand dabei zu Schaden kommt.

Ich würde vermutlich selbst dann mitgehen, wenn ich mich vollkommen sicher fühle. Das ist für alle am einfachsten. Wenn aber jemand meint, die Entschärfung sei so sicher, dass Evakuierung nicht lohnt, dann soll er bitte leise in der Wohnung bleiben, keine Vibrationen erzeugen / schall und am besten irgendwo versichern, dass er aufgeklärt ist und das so will. Es sollte möglichst den Betrieb nicht aufhalten, aber warum sollte man den zwingen?
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Milady de Winter » So 3. Sep 2017, 14:26

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(03 Sep 2017, 15:21)

Ich würde vermutlich selbst dann mitgehen, wenn ich mich vollkommen sicher fühle. Das ist für alle am einfachsten. Wenn aber jemand meint, die Entschärfung sei so sicher, dass Evakuierung nicht lohnt, dann soll er bitte leise in der Wohnung bleiben, keine Vibrationen erzeugen / schall und am besten irgendwo versichern, dass er aufgeklärt ist und das so will. Es sollte möglichst den Betrieb nicht aufhalten, aber warum sollte man den zwingen?

Genau so sehe ich es auch. Wer aus freien Stücken bleiben will, der soll bleiben. Nur muss sichergestellt sein, dass hinterher niemand zur Rechenschaft gezogen werden kann, wenn etwas schief geht und außer dem Kampfmittelräumkommando auch die freiwillig im evakuierten Gebiet verbliebenen zivilen Personen den Tod finden.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Loki » So 3. Sep 2017, 14:27

Julian hat geschrieben:(03 Sep 2017, 15:18)

Natürlich würde ich die Anordnung zur Ervakuierung ohne Wenn und Aber befolgen, und aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit vermutlich sogar tatkräftig unterstützen. Allerdings frage mich schon immer wieder, ob eine Evakuierung eines solchen Ausmaßes angebracht ist, und was eine solche Aktion über unsere Bewertung von Risiken sagt.

Ein 1,8-Tonnen-Sprengsatz ist jetzt auch nicht gerade wenig.


Die wichtigste Frage ist doch: Wie muss man ticken, um überhaupt erst eine 1,8 Tonnen Bombe über einer von Zivilisten bewohnten Stadt abzuwerfen...



edit: :| Ich würde mich sogar noch freiwillig weitere 5 Km entfernen. Denn einfach nur ein lauter Knall ist auch nicht so ohne @Ohrenschmerzen.
Zuletzt geändert von Loki am So 3. Sep 2017, 14:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Milady de Winter » So 3. Sep 2017, 14:29

Loki hat geschrieben:(03 Sep 2017, 15:27)

Ein 1,8-Tonnen-Sprengsatz ist jetzt auch nicht gerade wenig.


Die wichtigste Frage ist doch: Wie muss man ticken, um überhaupt erst eine 1,8 Tonnen Bombe über einer von Zivilisten bewohnten Stadt abzuwerfen...

Falls Du HR im TV empfangen kannst, zap mal rein. Da wird auch sehr viel über den Krieg und Zeitzeugen berichtet. Sehr interessant.
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Re: Bombenentschärfung in Frankfurt/Main

Beitragvon Julian » So 3. Sep 2017, 14:31

Loki hat geschrieben:(03 Sep 2017, 15:27)

Ein 1,8-Tonnen-Sprengsatz ist jetzt auch nicht gerade wenig.


Ich kann das nicht einschätzen; ich bezweifle auch, dass man die Schäden mit 100%iger Sicherheit voerhersagen oder eben ausschließen kann. Von daher muss eben eine maximale Evakuierung her, weil hinterher sonst Leute aussichtsreich klagen können, während die schlechtere medizinische Versorgung niemanden juckt, bzw. das gar nicht so einfach nachzuweisen ist. Allerdings ist es ein Märchen zu glauben, man könne ein komplette Intensivstation ohne Gefährdung der medizinischen Versorgung evakuieren.

Loki hat geschrieben:(03 Sep 2017, 15:27)
Die wichtigste Frage ist doch: Wie muss man ticken, um überhaupt erst eine 1,8 Tonnen Bombe über einer von Zivilisten bewohnten Stadt abzuwerfen...



edit: :| Ich würde mich sogar noch freiwillig weitere 5 Km entfernen. Denn einfach nur ein lauter Knall ist auch nicht so ohne @Ohrenschmerzen.


Das Ziel war doch, möglichst viele Zivilisten zu töten - von daher war es eine völlig logische Vorgehensweise, solche Bomben über Wohngebieten abzuwerfen.

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