Rechtsextremismus bei der Truppe

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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon Alexyessin » Do 29. Jun 2017, 14:02

bnd hat geschrieben:(29 Jun 2017, 14:53)

Aber eine teure Steuerklasse :D

Bin übrigens mit einer A14 aus der Bundeswehr liiert und kenne den Gehaltsabrechnungszettel ;)


Klar, die Steuer frisst dich da schon auf, vor allem, wenn du keine Kinder hast.
Aber mit 3800 netto im Monat hast du gut leben. Selbst in München.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon CaptainJack » Do 6. Jul 2017, 16:31

Und husch ist aus dem kleinen Netzwerk eine winziges geworden! :) http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 56107.html
Mal sehen, ob es noch eine Räuberpistole wird?
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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon MoOderSo » Fr 7. Jul 2017, 06:29

Frau Merkel, geben Sie der Bundeswehr ihre Würde zurück

Eine Verteidigungsministerin, die die ihr anvertrauten Soldaten unter Generalverdacht stellt, ihnen ein Führungs- und Haltungsproblem vorwirft, ihnen mangels Vertrauen einen Maulkorb verpasst, Rufschädigung einzelner Soldaten betreibt, die ganze Karrieren zerstört und die Verantwortung immer ausschließlich bei anderen sucht, hat die Truppe nicht verdient.

Die Ministerin schadet mit ihren Säuberungsmethoden der Moral und der Leistungsbereitschaft der Truppe und gefährdet damit in höchstem Maße die Sicherheit und Freiheit unseres Landes.
https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... rueck.html

Bis zur Bundestagswahl werden die Kameraden die Uschi wohl noch mindestens ertragen müssen.
Der Anarchist ist kein Feind der Ordnung. Er liebt die Ordnung so sehr, daß er ihre Karikatur nicht erträgt.
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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 7. Jul 2017, 07:37

Siehe zum Thema auch diesen aktuelle "hintergrund": http://www.deutschlandfunk.de/nach-dem-fall-franco-a-die-bundeswehr-auf-vorbildsuche.724.de.html?dram:article_id=389373. Ich hatte wirklich noch nie irgendwelche Illusionen hinsichtlich Bundeswehr. Und - ganz vorsichtig gesprochen - höchst fragwürdige Benennungen wie die einer Kaserne in SH nach dem Fliegerass "Stern von Afrika" waren mir auch schon lange bekannt. Aber wenn man das so in geballter Ladung mal dokumentiert bekommt ... Junge Junge!
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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon busse » Fr 7. Jul 2017, 08:01

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Jul 2017, 08:37)

Siehe zum Thema auch diesen aktuelle "hintergrund": http://www.deutschlandfunk.de/nach-dem-fall-franco-a-die-bundeswehr-auf-vorbildsuche.724.de.html?dram:article_id=389373. Ich hatte wirklich noch nie irgendwelche Illusionen hinsichtlich Bundeswehr. Und - ganz vorsichtig gesprochen - höchst fragwürdige Benennungen wie die einer Kaserne in SH nach dem Fliegerass "Stern von Afrika" waren mir auch schon lange bekannt. Aber wenn man das so in geballter Ladung mal dokumentiert bekommt ... Junge Junge!


Ja, ja ist ja höchst fragwürdig eine Kaserne nach einem 23 jährigen Fliegerass zu benennen, der ohne Feineinwirkung abgestürzt ist. Am besten man nimmt einen Deserteur als Vorbild für die Truppe oder irgendeinen Schwulen. Das paßt dann *lach*
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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 7. Jul 2017, 09:18

busse hat geschrieben:(07 Jul 2017, 09:01)

Ja, ja ist ja höchst fragwürdig eine Kaserne nach einem 23 jährigen Fliegerass zu benennen, der ohne Feineinwirkung abgestürzt ist. Am besten man nimmt einen Deserteur als Vorbild für die Truppe oder irgendeinen Schwulen. Das paßt dann *lach*
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Da hat der "Völkische Beobachter" 1942 - leider! - schon richtig prognostiziert:

Noch in hundert Jahren werden deutsche Jungenaugen leuchten, wenn sie den Namen Marseille lesen.
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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon Yossarian » Fr 7. Jul 2017, 11:28

Angeblicher Aufruf zum Putsch: Militärgeheimdienst entlastet Offizier

Soviel zu den Vorwürfen. Von der Leyen muss endlich weg.
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 5D#ref=rss
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.
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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 7. Jul 2017, 18:43

Yossarian hat geschrieben:(07 Jul 2017, 12:28)

Angeblicher Aufruf zum Putsch: Militärgeheimdienst entlastet Offizier

Soviel zu den Vorwürfen. Von der Leyen muss endlich weg.
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 5D#ref=rss

Der verwiesene Spiegel-Artikel enthält im Prinzip eigentlich Null inhaltliche Informationen. Von der Leyen muss tatsächlich weg, wenn sie nicht absolut konsequent eine vollständige Ausmistung des Rechtsdrecks in der Bundeswehr in kürzester Zeit und eine 180-Grad-Drehung des Traditionsbezugs hinbekommt ...
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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon Provokateur » Fr 7. Jul 2017, 18:59

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Jul 2017, 19:43)
eine 180-Grad-Drehung des Traditionsbezugs hinbekommt ...


Das wäre dann die offene und ungehemmte Verehrung der Wehrmacht.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 7. Jul 2017, 21:00

Provokateur hat geschrieben:(07 Jul 2017, 19:59)

Das wäre dann die offene und ungehemmte Verehrung der Wehrmacht.


Als 180-Grad-Drehung des offiziellen Traditionsbilds, ja. WIe der verwiesene dradio-hintergrund-Beitrag dokumentiert, sieht die tatsächliche gelebte Praxis im Gegensatz zum offiziellen und kanonischen Bild in der Bundeswehr eben ganz anders aus. Die NVA stand auch offiziell in der Tradition des Antifaschismus und Internationalismus etc. pp. Ich kann die Wut und Agression angesichts der jüngeren tarngrünen maskulinistischen Werbebilder überall gar nicht in Worte fassen. In der grundsätzlichen emotionalen Ansprache irgendetwas zwischen Wehrmacht, IS und NVA. Absolut gegen Bundeswehr. Absolut gegen Bundeswehr. Niemals, niemals pro Bundeswehr!
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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon Provokateur » Fr 7. Jul 2017, 21:19

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Jul 2017, 22:00)

Als 180-Grad-Drehung des offiziellen Traditionsbilds, ja. WIe der verwiesene dradio-hintergrund-Beitrag dokumentiert, sieht die tatsächliche gelebte Praxis im Gegensatz zum offiziellen und kanonischen Bild in der Bundeswehr eben ganz anders aus. Die NVA stand auch offiziell in der Tradition des Antifaschismus und Internationalismus etc. pp. Ich kann die Wut und Agression angesichts der jüngeren tarngrünen maskulinistischen Werbebilder überall gar nicht in Worte fassen. In der grundsätzlichen emotionalen Ansprache irgendetwas zwischen Wehrmacht, IS und NVA. Absolut gegen Bundeswehr. Absolut gegen Bundeswehr. Niemals, niemals pro Bundeswehr!


Es braucht in jeder Gesellschaft nun einmal Leute, die die Drecksarbeit machen. Die zur Not auch mal töten.

Mit denen gibt man sich natürlich ungerne ab, denn man selbst würde ja niemals jemanden töten, man selbst würde nie Gewalt anwenden, man selber würde nie Bomben werfen.

Kommen dann aber andere, die töten, Gewalt anwenden und Bomben werfen, dann wünscht man sich doch jemanden, der weiß, wie man den Mörder umbringt, bevor dieser weitere Leute ermordet; der Gewalt gegen den Gewalttäter einzusetzen weiß und der die Bomber irgendwie aufhält. Dafür halten sich zivilisierte, friedliche Gesellschaften Soldaten.
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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 7. Jul 2017, 22:49

Provokateur hat geschrieben:(07 Jul 2017, 22:19)

Es braucht in jeder Gesellschaft nun einmal Leute, die die Drecksarbeit machen. Die zur Not auch mal töten.

Mit denen gibt man sich natürlich ungerne ab, denn man selbst würde ja niemals jemanden töten, man selbst würde nie Gewalt anwenden, man selber würde nie Bomben werfen.

mein schwager war berufsoffizier. er hat meine meinung deutlich bestätigt.
ich habe früher immer gedacht, daß es menschen sein die man eher rechts als links einschätzen muß. dagegen habe ich nichts. bei krankenpfleger(innen) gilt eher das umgekehrte. mann soll menschen nicht auf ihre »politische gedanken« beurteilen, sondern auf ihr handeln.
rechts hat ein sehr großes spektrum. von fast liberal bis (neo)nazi. denk mal an einen general a.d. der bundeswehr. dasselbe findet man aber auch bei links. die chaoten sind vermutlich extrem links.

es gibt nun mal (der himmel sei dank) leute die finden daß regeln befolgt und gehandhabt werden müssen. und bereit sind aktiv das zu handhaben.
auch ich finde daß - wenn etwas geändert werden muß - das durch evolution und nicht durch revolution geschehen muß
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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon Teeernte » Sa 8. Jul 2017, 15:56

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Jul 2017, 22:00)
Die NVA stand auch offiziell in der Tradition des Antifaschismus und Internationalismus etc. pp.


Bei DEN "Feiern" zu nationalsozialistischen Geburtstagen... Hitlergruß in ganzen Einheiten....hätte man die Bundeswehr schon längst DICHT gemacht.

Die NPD Kräfte nach der Wende - ....haben einige NVA Offiziere gestellt..
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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon schokoschendrezki » So 9. Jul 2017, 05:06

Teeernte hat geschrieben:(08 Jul 2017, 16:56)

Bei DEN "Feiern" zu nationalsozialistischen Geburtstagen... Hitlergruß in ganzen Einheiten....hätte man die Bundeswehr schon längst DICHT gemacht.

Die NPD Kräfte nach der Wende - ....haben einige NVA Offiziere gestellt..

Ja. Das ist ganz sicher richtig. Und die Diskrepanz zwischen öffentlichem und offiziellen Bild und der tatsächlichen Realität war bei der NVA extrem. Und dass das sehr häufig, ich sag mal vereinfacht, "unreflektiert" geschah ... darf auch nicht als Entschuldigung herhalten. Aber die Marseille-Kaserne erhielt erst 1975 ihren Namen. Und es waren gewiss keine angetrunkenen Unteroffiziere, die diese Benennung durchsetzten. Es spielt dabei auch keine Rolle, dass die Person Marseilles möglicherweise an sich eher unkritisch gesehen werden könnte ... der Punkt ist einfach, dass damit eine von Nazis in Szene gesetzte Legende fortgesetzt wird.

Sicher wirds auch bei der NVA Benennungen gegeben haben, die auf andere Art mehr als kritisch gesehen werden müssen.
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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon Jekyll » So 9. Jul 2017, 06:08

Provokateur hat geschrieben:(07 Jul 2017, 22:19)

Es braucht in jeder Gesellschaft nun einmal Leute, die die Drecksarbeit machen. Die zur Not auch mal töten.

Mit denen gibt man sich natürlich ungerne ab, denn man selbst würde ja niemals jemanden töten, man selbst würde nie Gewalt anwenden, man selber würde nie Bomben werfen.

Kommen dann aber andere, die töten, Gewalt anwenden und Bomben werfen, dann wünscht man sich doch jemanden, der weiß, wie man den Mörder umbringt, bevor dieser weitere Leute ermordet; der Gewalt gegen den Gewalttäter einzusetzen weiß und der die Bomber irgendwie aufhält. Dafür halten sich zivilisierte, friedliche Gesellschaften Soldaten.
Es geht hier nicht so sehr um das Handwerkliche sondern um die ideologische Gesinnung der Betroffenen und im weiteren Sinne um deren Naturell. Friedliche, ziviliserte Gesellschaften - sofern sie denn wirklich substanziell welche sind und nicht nur augenscheinlich - kennen den Unterschied zwischen Soldaten und Kriminellen.
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Re: Rechtsextremismus bei der Truppe

Beitragvon Teeernte » So 9. Jul 2017, 11:31

schokoschendrezki hat geschrieben:(09 Jul 2017, 06:06)

Ja. Das ist ganz sicher richtig. Und die Diskrepanz zwischen öffentlichem und offiziellen Bild und der tatsächlichen Realität war bei der NVA extrem. Und dass das sehr häufig, ich sag mal vereinfacht, "unreflektiert" geschah ... darf auch nicht als Entschuldigung herhalten. Aber die Marseille-Kaserne erhielt erst 1975 ihren Namen. Und es waren gewiss keine angetrunkenen Unteroffiziere, die diese Benennung durchsetzten. Es spielt dabei auch keine Rolle, dass die Person Marseilles möglicherweise an sich eher unkritisch gesehen werden könnte ... der Punkt ist einfach, dass damit eine von Nazis in Szene gesetzte Legende fortgesetzt wird.

Sicher wirds auch bei der NVA Benennungen gegeben haben, die auf andere Art mehr als kritisch gesehen werden müssen.


Die Frage ist - ob man die "Handwerker" - wenn man das so sagen kann...von den Politikern trennen KANN ????

Im ENDEFFEKT - machen Politiker den Krieg ....und Soldaten habens auszubaden.

Die SIEGER schreiben die Geschichte.. Blücher, von Gneisenau... >> kennen die Briten wenig - obwohl Wellington hoffte - dass es Nacht würde oder die Preussen kommen...
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Beitragvon schokoschendrezki » So 9. Jul 2017, 16:38

Provokateur hat geschrieben:(07 Jul 2017, 22:19)

Es braucht in jeder Gesellschaft nun einmal Leute, die die Drecksarbeit machen. Die zur Not auch mal töten.

Mit denen gibt man sich natürlich ungerne ab, denn man selbst würde ja niemals jemanden töten, man selbst würde nie Gewalt anwenden, man selber würde nie Bomben werfen.

Kommen dann aber andere, die töten, Gewalt anwenden und Bomben werfen, dann wünscht man sich doch jemanden, der weiß, wie man den Mörder umbringt, bevor dieser weitere Leute ermordet; der Gewalt gegen den Gewalttäter einzusetzen weiß und der die Bomber irgendwie aufhält. Dafür halten sich zivilisierte, friedliche Gesellschaften Soldaten.

Es gibt in der Entwicklung hin zu diesem Punkt einen tiefliegenden Widerspruch: Den der zunehmenden Arbeitsteilung und sozialen (plus religiösen, kulturellen, ethnischen) Differenzierung einerseits und den des (einfach vorausgesetzten) als gemeinschaftlich überhaupt wahrnehmbaren Angriffs. Irgendwann wird dieser Widerspruch nicht mehr zu kitten sein. Es wird nicht mehr klar sein, wer eigentlich wen angreift und wer wen zu verteidigen hat. Das ist in den realen gegenwärtigen militärischen Konflikten doch jetzt schon so. Überschriften und Schlagzeilen dazu lauten typischerweise so: "Wer kämpft im Südsudan eigentlich gegen wen?" Das ist im Ukraine-Konflikt auch nicht anders. Und das war bereits in den Jugoslawien-Konflikten nicht anders. Und Jugoslawien bzw. die Nachfolgestaaten waren bis Anfang der 90er - bei allen demokratiepolitischen und sonstigen Problemen - durchaus "zivilisierte, friedliche Gesellschaften". Die, die einander irgendwann gegenseitig erschossen, waren noch kurz vorher friedliche Nachbarn.
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Re:

Beitragvon Nomen Nescio » So 9. Jul 2017, 21:52

schokoschendrezki hat geschrieben:(09 Jul 2017, 17:38)

Das ist im Ukraine-Konflikt auch nicht anders. Und das war bereits in den Jugoslawien-Konflikten nicht anders. Und Jugoslawien bzw. die Nachfolgestaaten waren bis Anfang der 90er - bei allen demokratiepolitischen und sonstigen Problemen - durchaus "zivilisierte, friedliche Gesellschaften". Die, die einander irgendwann gegenseitig erschossen, waren noch kurz vorher friedliche Nachbarn.

sowohl bei ukraine als bei jugoslawien kann man ein moment anweisen wo die kanne überfüllt wurde. bei ukraine war das m.e. als janukowitz das russisch als zweite landsprache einführte.

für milosewitz gilt der moment, daß er brach mit seinem vorgänger stambolic, der damals präsident war. er hielt eine ansprache für die slavischen bauer (ich dachte sogar in kosovo). noch höre ich das »ich höre eure noten, eure kummer«. und so schürte er das feuer. dies war der auslösende faktor. ziemlich schnell danach wurde milosevitz präsident. später wurde stambolic entführt und erschossen. allgemein denkt man daß milosevitz der auftraggeber war.
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Re: Re:

Beitragvon Teeernte » So 9. Jul 2017, 23:29

Nomen Nescio hat geschrieben:(09 Jul 2017, 22:52)

sowohl bei ukraine als bei jugoslawien kann man ein moment anweisen wo die kanne überfüllt wurde. bei ukraine war das m.e. als janukowitz das russisch als zweite landsprache einführte.

für milosewitz gilt der moment, daß er brach mit seinem vorgänger stambolic, der damals präsident war. er hielt eine ansprache für die slavischen bauer (ich dachte sogar in kosovo). noch höre ich das »ich höre eure noten, eure kummer«. und so schürte er das feuer. dies war der auslösende faktor. ziemlich schnell danach wurde milosevitz präsident. später wurde stambolic entführt und erschossen. allgemein denkt man daß milosevitz der auftraggeber war.


Na da haben WIR das Unheil abgewendet....

"Nach konservativen Schätzungen des Directorate of Organized Crime beläuft sich der Tagesumsatz der kosovarischen OK auf rund 1,5 Millionen Euro, was mehr als einem Viertel des gegenwärtigen (durch internationale Gebertransfers künstlich hochgehaltenen) Bruttosozialprodukts entspricht."


Rechtsextremismus ? Rechtsextremismus bei der Truppe ???
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Re: Re:

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 10. Jul 2017, 05:17

Nomen Nescio hat geschrieben:(09 Jul 2017, 22:52)

sowohl bei ukraine als bei jugoslawien kann man ein moment anweisen wo die kanne überfüllt wurde. bei ukraine war das m.e. als janukowitz das russisch als zweite landsprache einführte.

für milosewitz gilt der moment, daß er brach mit seinem vorgänger stambolic, der damals präsident war. er hielt eine ansprache für die slavischen bauer (ich dachte sogar in kosovo). noch höre ich das »ich höre eure noten, eure kummer«. und so schürte er das feuer. dies war der auslösende faktor. ziemlich schnell danach wurde milosevitz präsident. später wurde stambolic entführt und erschossen. allgemein denkt man daß milosevitz der auftraggeber war.

Das betrifft jetzt eher den konkreten politisch-militärischen Hergang der Ereignisse. MIr gings darum, dass heute und tendenziell das Militär nicht einfach ein normaler DIenstleister ist, der die Straße reinigt oder bei Waldbränden das Feuer löscht und dem man dabei distanziert zuschaut und nur urteilt. ob er seine Sache technisch auf die Reihe bekommt oder nicht.
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