Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

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firlefanz11
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon firlefanz11 » Do 4. Mai 2017, 13:03

Unité 1 hat geschrieben:(04 May 2017, 11:42)

Angesichts des Beitrags direkt über deinem erübrigt sich die Frage, wer in einer Filterblasenrealität lebt. Aber klammer dich ruhig daran fest, wenn es dir hilft, in der bösen und feindlichen Welt zurechtzukommen.

Och, ich mach mir da keine Illusionen. Freilich gibts auch genug deutsche Honks, die der Meinung sind rumpöblen zu müssen wenn sie sich oder eine(n) der Ihren nicht rechtzeitig u. gut genug versorgt fühlen. Nur komischerdings ist auch von DIESEM Phänomen erst seit ein zwei Jahern vermehrt zu hören/lesen...
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Unité 1 » Do 4. Mai 2017, 13:07

firlefanz11 hat geschrieben:(04 May 2017, 14:03)

Och, ich mach mir da keine Illusionen. Freilich gibts auch genug deutsche Honks, die der Meinung sind rumpöblen zu müssen wenn sie sich oder eine(n) der Ihren nicht rechtzeitig u. gut genug versorgt fühlen. Nur komischerdings ist auch von DIESEM Phänomen erst seit ein zwei Jahern vermehrt zu hören/lesen...

Die erwähnte Studie wurde zwischen 2013 und 2015 durchgeführt. Der Zeitpunkt, den Montgomery für die Öffentlichkeitsarbeit wählte, hängt meiner Meinung nach mit dem Gesetzesverschärfungsvorstoß Maas' zusammen.
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firlefanz11
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon firlefanz11 » Do 4. Mai 2017, 13:09

Unité 1 hat geschrieben:(04 May 2017, 12:20)
Und wenn jene Ärzte ohne Ausbildung sich nicht ernst genommen fühlen, da ihre Diagnose ganz anders lautet als die des richtigen Arztes, erklärte das eine verstärkte Aggressivität.

Aggressivität ja aber auch Gewalttätigkeit? Ich würde mal postulieren solche Besserwisser belassen es i. A. eher bei Gebrülle...
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Postfach » Do 4. Mai 2017, 13:39

becksham hat geschrieben:(04 May 2017, 12:50)

Das liegt sicher auch daran, dass mittlerweile mit "jedem Schnupfen" in die Notaufnahme gegangen wird. Das beklagen die Beschäftigten dort ja schon seit Längerem. Natürlich ist dann das Personal überlastet, die Patienten genervt und so schaukelt sich das dann hoch.
Allerdings kann ich es zum Teil schon verstehen, dass der Weg in die Notaufnahme gesucht wird, wenn du 6 Monate auf einen Facharzttermin warten musst.


Da geb ich dir recht, aber die Ärzte in der Notaufnahme können auch nur im seltesten Fall einen Facharzttermin ersetzen ...

Kann mich erinnern, als meine Frau vor vielen Jahren noch als Krankenschwester tätig war und bei Bereitschaftsdiensten sie Sonntags um 2 Uhr morgens rausgeklingelt wurde,
weil einer mit dem Juckreitz seines Fußpilzes nicht mehr klar gekommen ist ... also sorry, manche haben schon einen totalschaden und müssten so einen Blödsinn eigentlich
in Rechnung gestellt bekommen.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon becksham » Do 4. Mai 2017, 13:50

Postfach hat geschrieben:(04 May 2017, 14:39)

Da geb ich dir recht, aber die Ärzte in der Notaufnahme können auch nur im seltesten Fall einen Facharzttermin ersetzen ...

Kann mich erinnern, als meine Frau vor vielen Jahren noch als Krankenschwester tätig war und bei Bereitschaftsdiensten sie Sonntags um 2 Uhr morgens rausgeklingelt wurde,
weil einer mit dem Juckreitz seines Fußpilzes nicht mehr klar gekommen ist ... also sorry, manche haben schon einen totalschaden und müssten so einen Blödsinn eigentlich
in Rechnung gestellt bekommen.

Gibt es denn einen Vergleich zur Auslastung der Notaufnahmen damals (als noch 10 Euro gezahlt werden mussten) und heute? Das würde mich ja mal interessieren.

Ich selbst hatte das Problem, dass mich die Galle zwickte und ich natürlich meinen Hausarzt aufsuchte. Der überwies mich hierhin und dorthin und den Termin zur Ultraschalluntersuchung bekam ich ca. 2 Monate später. Zwischenzeitlich hatte ich das "Glück" eine schlimme Kolik nachts zu bekommen und musste in die Notaufnahme. Dort wurde natürlich der Ultraschall sofort gemacht und ich auch gleich zur OP stationär aufgenommen.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Postfach » Do 4. Mai 2017, 13:55

firlefanz11 hat geschrieben:(04 May 2017, 14:09)

Aggressivität ja aber auch Gewalttätigkeit? Ich würde mal postulieren solche Besserwisser belassen es i. A. eher bei Gebrülle...


Kann ich mir jetzt eher auch weniger vorstellen, aber man weiß ja nie ; )
Auf meinen persönlichen Beitrag war das eher auf Ärzte bezogen, die nicht selten OP`s annehmen, mit den man "schnell" viel Geld verdienen kann,
obwohl sie fachlich keine Ahnung von der Materie haben und dann während der OP erst mal ein Fachbuch rausholen um zu verstehen wie es funktionieren könnte
Ich nehme hauptsächlich Bezug auf Schönheitschirurg / Straffungen / Brustvergrößerungen usw. )
Meiner Meinung nach ist das auch ein unverantwortliches Verhalten und ebenfalls Körperverletzung.
Wenn sowas dann schief geht und man gerät an die falschen, dann ...
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Provokateur » Do 4. Mai 2017, 14:17

Postfach hat geschrieben:(04 May 2017, 14:55)
Auf meinen persönlichen Beitrag war das eher auf Ärzte bezogen, die nicht selten OP`s annehmen, mit den man "schnell" viel Geld verdienen kann,
obwohl sie fachlich keine Ahnung von der Materie haben und dann während der OP erst mal ein Fachbuch rausholen um zu verstehen wie es funktionieren könnte
Ich nehme hauptsächlich Bezug auf Schönheitschirurg / Straffungen / Brustvergrößerungen usw. )


"Herr Doktor, ich habe etwas Angst vor der OP."
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Postfach » Do 4. Mai 2017, 14:30

becksham hat geschrieben:(04 May 2017, 14:50)

Gibt es denn einen Vergleich zur Auslastung der Notaufnahmen damals (als noch 10 Euro gezahlt werden mussten) und heute? Das würde mich ja mal interessieren.

Ich selbst hatte das Problem, dass mich die Galle zwickte und ich natürlich meinen Hausarzt aufsuchte. Der überwies mich hierhin und dorthin und den Termin zur Ultraschalluntersuchung bekam ich ca. 2 Monate später. Zwischenzeitlich hatte ich das "Glück" eine schlimme Kolik nachts zu bekommen und musste in die Notaufnahme. Dort wurde natürlich der Ultraschall sofort gemacht und ich auch gleich zur OP stationär aufgenommen.


Das was du beschreibst ist ein Notfall und dafür ist die Notaufnahme ja auch da ... mein Tipp an dich in so einem Fall, gar nicht mehr selbstständig zur Notaufnahme gehen, sondern den Notdienst / Krankenwagen rufen ...
dann geht`s ratz fatz und ohne große Wartezeiten.

Ich kann dir zu der 10.- Euro Zusatzzahlung jetzt keine 100 % korrekte Statistik liefern, vor allem meine Frau arbeitet jetzt seit fast 10 Jahren nur noch im OP-Team mit.
Aber davon ist höchstwahrscheinlich auszugehen, dass dadurch schneller mal zum Arzt gerannt wird.
Allerdings persönlich wäre ich jetzt gegen eine Wiedereinführung der Zusatzzahlung, denn man trifft damit auch Menschen, die sich diese 10.- Euro vom Mund wegsparen müssten oder einfach nicht gehen, obwohl es höchste Eisenbahn wäre
... und genau das sollte ja eigentlich damit nicht bezweckt werden.
Zuletzt geändert von Postfach am Do 4. Mai 2017, 14:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon schokoschendrezki » Do 4. Mai 2017, 14:31

Es gibt ganz sicher eine Reihe von, sagen wir mal, kulturellen Missverständnissen. In einigen Ländern (der Türkei zum Beispiel) ist es nach meinen Informationen eher unüblich, einem sehr wahrscheinlich todkranken Menschen die ganze Wahrheit zu sagen. In Deutschland sind Ärzte auch in diesen Fällen zur Aufklärung wahrscheinlich sogar verpflichtet. Dementsprechend kann man in solchen Fällen unter Umständen mit heftigen Reaktionen der Angehörigen rechnen.

Die Gepflogenheiten der Krankenhausbesuche sind sehr unterschiedlich. In vielen Ländern bleibt eine große Anzahl von Angehörigen sehr lange bei einem Kranken. In den deutschen Krankenhäusern mit ihren durchrationalisierten und technisierten Abläufen ist das so nicht vorgesehen. War selbst mal Augenzeuge einer entsprechenden heftigen Auseinandersetzung.

Allein schon das deutsche Wort "Notdienst" kann von einem Nicht-Muttersprachler sehr schnell sozusagen als "Medizin-Späti" missdeutet werden, bei dem man auch mal einen juckenden Finger behandelt haben will.
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