Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

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jack000
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Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon jack000 » Mi 3. Mai 2017, 15:15

MAINZ - Immer öfter werden Ärzte Opfer von aggressiven Patienten. Das geht aus einer bundesweiten Studie hervor. Auch Ärzte in Mainz sind betroffen, besonders in Kliniken. Beleidigungen, Drohungen, manchmal auch massive Gewalt gehören mittlerweile zum Alltag von Ärzten. Das erklärt der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery. Er beruft sich dabei auf eine bundesweite Studie.

[...]
Besonders betroffen seien nach ihrer Kenntnis die Notaufnahmen in den Kliniken, „gerade, wenn die Wartezeiten lang sind“. Dann steige die Aggression, würden Ärzte und Pflegepersonal beschimpft, teils auch bedroht. Körperliche Gewalt sei aber die Ausnahme, so Engelmohr. Eigene Sicherheitsdienste, wie teilweise in Bayern, gebe es an Kliniken noch nicht.

Auch in der Verbandsarbeit beginne man, sich mit dem Thema zu beschäftigen, so habe die Bezirksärztekammer Trier eine Fortbildung zum Thema Aggression in Praxen angeboten. „Wir sind da am Anfang“, so Engelmohr, die aber keinen Zweifel hat, dass es noch ein größeres Thema wird.

Polizei-Einsätze in Kliniken keine Ausnahme

Von Krankenhausärzten hört man immer wieder, dass es nicht nur in den Notfallambulanzen zu Aggressivität kommt, sondern auch in den Kliniken. Und oft spiele dabei auch die Herkunft der Patienten und ihrer Angehörigen eine Rolle, sagt ein Mainzer Klinikarzt, der namentlich nicht genannt werden will. „Es gibt Männer, die wollen sich weder von einer Ärztin noch von einer Schwester etwas sagen lassen, bestehen auf einen Arzt oder Pfleger.“ Dieser „Wunsch“ werde dann bisweilen lautstark vorgetragen, auch mal eine Ärztin weggeschubst. „Im Zweifelsfall müssen wir die Polizei rufen“, so der Mediziner.

Für die Mainzer Polizei sind Einsätze an Kliniken keine Ausnahme, aber auch hier gibt es keine Statistiken: „Wenn es bei der Aggression bleibt und nicht zu einer Straftat kommt, wird der Fall unter Sonstiges erfasst“, sagt der Mainzer Polizeisprecher.

Ein weiterer Auslöser für Konflikte sind die ärztlichen Behandlungsmethoden, die nicht jeder akzeptiert. Diskussionen über die Therapie, berichtet ein anderer Arzt, würden nicht selten aggressiv geführt. Auch und gerade von Angehörigen, die auf die Ärzte einwirken wollten, und ganz unverhohlen drohten. Da müsse man sich schon mal Sätze anhören wie: „Wenn Du meine Mutter nicht gesund machst, mach ich Dich kaputt.“

Problem an Kliniken: Keine festen Besuchszeiten

Überhaupt die Angehörigen: Gerade, wenn sie in großer Zahl auftreten, ganze Eingangsbereiche oder Stationen mit Beschlag belegen, könnten sie schnell zum Problem werden: „Die lassen sich nicht vertreiben, belagern alles. Das ist auch nicht schön für die anderen Patienten,“ berichtet der Mediziner. Besonders problematisch werde es, wenn es zu Auseinandersetzungen in verfeindeten Clans komme. Vor Jahren gab es aufgrund eines solchen Konflikts an der Uni-Kinderklinik eine Messerstecherei.

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokale ... 861806.htm
Ich habe mal ein Bericht über ein Bürgerkriegsland in Afrika gesehen. Dort wurde auch ein Krankenhaus vorgestellt, welches sogar Insassen jeweils der verfeindeteten Gruppierungen hatte. Trotzdem war dieses Krankenhaus ein Hort des Friedens, weil die wussten wenn dass kaputt ist, dann hat man kein Krankenhaus mehr.
Soviel Verstand haben selbst die aber in Deutschland ist sowas schon schwieriger ein Krankenhaus auch entsprechend mit Respekt gegenüber zu treten.

Sollte es übergreifend Security und Waffenkontrollen an den Eingängen von Krankenhäusern geben? Was können weitere Methoden sein um die Krankenhäuser wieder sicherer zu machen und die Ärzte und das weitere Personal vor Übergriffen zu schützen?
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon jack000 » Mi 3. Mai 2017, 15:18

Ein weiterer Artikel zum Thema:

Berlin (dpa) - Immer häufiger werden Ärzte einer Studie zufolge Opfer von Gewalt ihrer Patienten. Demnach wurden 91 Prozent der Hausärzte schon einmal mit aggressivem Verhalten konfrontiert, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, der «Bild»-Zeitung. In Notfallambulanzen und in den Praxen werde Gewalt gegen Ärzte zunehmend zum Problem. «Patienten wollen nicht akzeptieren, wenn sie nicht sofort behandelt werden oder nicht so behandelt werden, wie sie es für richtig halten», sagte Montgomery.

http://www.bild.de/news/aktuelles/news/ ... 5546746760
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Alexyessin » Mi 3. Mai 2017, 15:26

jack000 hat geschrieben:(03 May 2017, 16:18)

Ein weiterer Artikel zum Thema:


http://www.bild.de/news/aktuelles/news/ ... 5546746760


Das ist aber nicht zum Thema, oder? Ich mein Hausärtze und Krankenhäuser sind dann schon zwei paar Stiefel.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Ammianus » Mi 3. Mai 2017, 15:33

Alexyessin hat geschrieben:(03 May 2017, 16:26)

Das ist aber nicht zum Thema, oder? Ich mein Hausärtze und Krankenhäuser sind dann schon zwei paar Stiefel.


was sind "Notfallambulanzen" ...

... ja, ja

und der Text war nun wirklich kurz ...
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Alexyessin » Mi 3. Mai 2017, 15:35

Ammianus hat geschrieben:(03 May 2017, 16:33)

was sind "Notfallambulanzen" ...

... ja, ja

und der Text war nun wirklich kurz ...


Kommt wohl aufs Bundesland drauf an, aber bei uns haben wir eine Ambulanz beim Hausarztsystem und erst dann zum KKH.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Postfach » Mi 3. Mai 2017, 16:12

Jack, du hast ja schon das Thema "verrohung der Gesellschaft" eröffnet ... letztendlich nehmen viele keine Rücksicht mehr darauf, wo sie sich befinden. Ob Schule, Nachbarschaft, älteren Menschen gegenüber, bei einem Unfall, oder direkt im Krankenhaus, gegenüber Polizisten oder sonst wem, dass juckt diese Leute relativ wenig, die ziehen Ihr Ding ohne skrupel durch ...
Diese Leute sind schon von Haus aus meist aggressiv und das ganze verschärft sich dann noch mal deutlich unter einer Stressbedingung, dazu kommt noch Dummheit bzw. fehlendes logisches Denken.
Meine Frau ist OP Schwester, die erzählt mir häufig von irgendwelchen völlig durchgeknallten Patienten oder Angehörigen der Patienten.
Wenn man das alles zusammenzählt, könnte sie locker ein Buch darüber schreiben, dass dann am Ende sich wie ein übertriebenes Hollywood Drehbuch liest
und für einen normal denkenden Menschen als vollkommen absurd bewertet würde ... ist es aber nicht ... oft muss ich bei Ihren Erzählungen dann loslachen, obwohl es eigentlich alles andere als lustig ist.
Die Anzahl der Vorfälle steigert sich von Jahr zu Jahr ...
Da laufen schon einge tickende Zeitbomben rum !
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon watisdatdenn? » Mi 3. Mai 2017, 16:19

Postfach hat geschrieben:(03 May 2017, 17:12)
Diese Leute sind schon von Haus aus meist aggressiv und das ganze verschärft sich dann noch mal deutlich unter einer Stressbedingung, dazu kommt noch Dummheit bzw. fehlendes logisches Denken.
Meine Frau ist OP Schwester, die erzählt mir häufig von irgendwelchen völlig durchgeknallten Patienten oder Angehörigen der Patienten.

Was sind das für Leute? Generell Unterschicht oder gemischt? Ausländer oder auch Inländer?
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Billie Holiday » Mi 3. Mai 2017, 16:31

watisdatdenn? hat geschrieben:(03 May 2017, 17:19)

Was sind das für Leute? Generell Unterschicht oder gemischt? Ausländer oder auch Inländer?


Vermutlich gemischt. Aggressivität und Ungeduld sind doch nicht schicht- oder herkunftsabhängig.
Warum sollte Herr Akademiker nicht aggressiv werden, wenn Söhnchen keine Vorzugsbehandlung in der Notaufnahme für seinen kleinen Sonnenbrand bekommt?
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon H2O » Mi 3. Mai 2017, 16:50

Billie Holiday hat geschrieben:(03 May 2017, 17:31)

Vermutlich gemischt. Aggressivität und Ungeduld sind doch nicht schicht- oder herkunftsabhängig.
Warum sollte Herr Akademiker nicht aggressiv werden, wenn Söhnchen keine Vorzugsbehandlung in der Notaufnahme für seinen kleinen Sonnenbrand bekommt?


Mag ja sein, und "politisch korrekt" ist diese Neutralität auch noch. Da es sich aber um ein eine wachsende Erscheinungsform des Umgangs mit unserem Sozialwesen handelt, bitte ich Sie doch, Ihren Blick auf den Eingangsbeitrag zu richten. Viel klarer läßt sich diese Erscheinung nicht mehr darstellen, auch nicht ihre Zuordnung.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Billie Holiday » Mi 3. Mai 2017, 17:01

H2O hat geschrieben:(03 May 2017, 17:50)

Mag ja sein, und "politisch korrekt" ist diese Neutralität auch noch. Da es sich aber um ein eine wachsende Erscheinungsform des Umgangs mit unserem Sozialwesen handelt, bitte ich Sie doch, Ihren Blick auf den Eingangsbeitrag zu richten. Viel klarer läßt sich diese Erscheinung nicht mehr darstellen, auch nicht ihre Zuordnung.


Oh, ich genieße mit Sicherheit nicht den Ruf, politisch korrekt zu sein.
Auch wenn sich eine bestimmte Gruppe hervortut, was abstoßendes Verhalten und Aggressivität angeht, besteht kein Grund, so zu tun, als würden Deutsche oder Akademiker ein solches Verhalten nicht auch an den Tag legen können.

Wer von einer Ärztin nicht behandelt werden will, soll sich meiner Meinung nach dorthin verpissen, wo die Behandlung durch Männer gewöhrleistet ist. Hier haben wir Ärztinnen und Pflegerinnen, und daran ändern wir auch nichts.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon H2O » Mi 3. Mai 2017, 17:37

Billie Holiday hat geschrieben:(03 May 2017, 18:01)

Oh, ich genieße mit Sicherheit nicht den Ruf, politisch korrekt zu sein.
Auch wenn sich eine bestimmte Gruppe hervortut, was abstoßendes Verhalten und Aggressivität angeht, besteht kein Grund, so zu tun, als würden Deutsche oder Akademiker ein solches Verhalten nicht auch an den Tag legen können.

Wer von einer Ärztin nicht behandelt werden will, soll sich meiner Meinung nach dorthin verpissen, wo die Behandlung durch Männer gewöhrleistet ist. Hier haben wir Ärztinnen und Pflegerinnen, und daran ändern wir auch nichts.


Tja, dieser Heldenmut geht dem von Aggression bedrängten Pflegepersonal ganz ab. Ich glaube, ich wäre auch sehr beeindruckt von einer Rotte wutschnaubender Machos, die mir zu verstehen geben will, wo es jetzt entlang zu gehen hat. Die daran angepaßte Antwort der Staatsgewalt wäre aus meiner Sicht gleich zu setzen mit einem Übergriff auf Polizeibeamte. Das Pflegepersonal muß ja am bekannten Ort seinen Dienst leisten; es ist diesen Übergriffen wehrlos ausgeliefert.

Tja, Akademiker bin ich auch; aber ein geduldiger! :eek:
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Postfach » Mi 3. Mai 2017, 18:59

watisdatdenn? hat geschrieben:(03 May 2017, 17:19)

Was sind das für Leute? Generell Unterschicht oder gemischt? Ausländer oder auch Inländer?


Da ist von allem was dabei ... während Akademiker oder Menschen mit Doktor Titel tendenziell eher durch vollkommene Selbstüberschätzung, Arroganz, Überheblichkeit oder der puren Gier negativ auffallen, steht die "Unterschicht" wie Du es nennst, eher für primitivste Beleidigung (die übrigens durchaus auch für ein gutes Unterhaltungsprogramm unter dem OP-Team sorgen können), sind aber leider auch Drohungen und auch körperliche Gewalt dabei.

In Bezug auf skurriele Situationen, stehen sich die unterschiedlichen Nationalitäten in nichts nach ... verrückte oder auch wirklich ernstzunehmende psychopathen gibt es überall auf der Welt.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon firlefanz11 » Do 4. Mai 2017, 09:39

Postfach hat geschrieben:(03 May 2017, 17:12)
Meine Frau ist OP Schwester, die erzählt mir häufig von irgendwelchen völlig durchgeknallten Patienten oder Angehörigen der Patienten.
Wenn man das alles zusammenzählt, könnte sie locker ein Buch darüber schreiben, dass dann am Ende sich wie ein übertriebenes Hollywood Drehbuch liest...

Lieber nicht sonst würde sie noch in einem Atemzug mit Sarrazin genannt.
Unsere Rosabrilleträger mögen doch keine Literatur, die gegen ihr rosa Weltbild verstösst... :rolleyes:
Und natürlich mögen sie es auch nicht wenn man sich nicht sofort um ihre Birte, Dörte oder Jonathan kümmert im KH. Da kann dann auch schon mal ein Böses Wort fallen... ;)
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Unité 1 » Do 4. Mai 2017, 10:42

firlefanz11 hat geschrieben:(04 May 2017, 10:39)

Lieber nicht sonst würde sie noch in einem Atemzug mit Sarrazin genannt.
Unsere Rosabrilleträger mögen doch keine Literatur, die gegen ihr rosa Weltbild verstösst... :rolleyes:
Und natürlich mögen sie es auch nicht wenn man sich nicht sofort um ihre Birte, Dörte oder Jonathan kümmert im KH. Da kann dann auch schon mal ein Böses Wort fallen... ;)

Angesichts des Beitrags direkt über deinem erübrigt sich die Frage, wer in einer Filterblasenrealität lebt. Aber klammer dich ruhig daran fest, wenn es dir hilft, in der bösen und feindlichen Welt zurechtzukommen.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon schokoschendrezki » Do 4. Mai 2017, 11:02

firlefanz11 hat geschrieben:(04 May 2017, 10:39)

Lieber nicht sonst würde sie noch in einem Atemzug mit Sarrazin genannt.
Unsere Rosabrilleträger mögen doch keine Literatur, die gegen ihr rosa Weltbild verstösst... :rolleyes:
Und natürlich mögen sie es auch nicht wenn man sich nicht sofort um ihre Birte, Dörte oder Jonathan kümmert im KH. Da kann dann auch schon mal ein Böses Wort fallen... ;)

Ich wüsste keine gesellschaftliche Gruppe, keine einzige, die nicht in irgendeiner Weise kritisch bis aggresiv gegenüber irgendeiner anderen denken würde.

Zunehmende Aggresivität gegenüber Medizinern ist aber schon ein eigenes Phänomen. Als einen (mich selbst auch nicht sehr überzeugenden) Ansatz würde ich vielleicht erst mal den (scheinbaren) Kompetenz- und damit auch Autoritätsschwund des Medizinpersonals angesichts allgegenwärtiger und meist ebenso fragwürdiger Ratgeberinformationen im Internet sehen.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Unité 1 » Do 4. Mai 2017, 11:20

schokoschendrezki hat geschrieben:(04 May 2017, 12:02)

Ich wüsste keine gesellschaftliche Gruppe, keine einzige, die nicht in irgendeiner Weise kritisch bis aggresiv gegenüber irgendeiner anderen denken würde.

Zunehmende Aggresivität gegenüber Medizinern ist aber schon ein eigenes Phänomen. Als einen (mich selbst auch nicht sehr überzeugenden) Ansatz würde ich vielleicht erst mal den (scheinbaren) Kompetenz- und damit auch Autoritätsschwund des Medizinpersonals angesichts allgegenwärtiger und meist ebenso fragwürdiger Ratgeberinformationen im Internet sehen.

Abgesehen von Stresssituationen, die Aggressivität hervorrufen können, war das auch mein erster Gedanke: Dank google gibt Millionen potentieller Ärzte, die es eben besser wissen als die tatsächlichen. Und wenn jene Ärzte ohne Ausbildung sich nicht ernst genommen fühlen, da ihre Diagnose ganz anders lautet als die des richtigen Arztes, erklärte das eine verstärkte Aggressivität.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Adam Smith » Do 4. Mai 2017, 11:25

Unité 1 hat geschrieben:(04 May 2017, 12:20)

Abgesehen von Stresssituationen, die Aggressivität hervorrufen können, war das auch mein erster Gedanke: Dank google gibt Millionen potentieller Ärzte, die es eben besser wissen als die tatsächlichen. Und wenn jene Ärzte ohne Ausbildung sich nicht ernst genommen fühlen, da ihre Diagnose ganz anders lautet als die des richtigen Arztes, erklärte das eine verstärkte Aggressivität.

Das erklärt die zunehmende Gewalt in der Notaufnahme aber nicht.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon jack000 » Do 4. Mai 2017, 11:31

Unité 1 hat geschrieben:(04 May 2017, 12:20)

Abgesehen von Stresssituationen, die Aggressivität hervorrufen können, war das auch mein erster Gedanke: Dank google gibt Millionen potentieller Ärzte, die es eben besser wissen als die tatsächlichen. Und wenn jene Ärzte ohne Ausbildung sich nicht ernst genommen fühlen, da ihre Diagnose ganz anders lautet als die des richtigen Arztes, erklärte das eine verstärkte Aggressivität.

Könnte es auch sein, das es sich um Personen mit charakterlichen Mängeln handelt?
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Unité 1 » Do 4. Mai 2017, 11:44

jack000 hat geschrieben:(04 May 2017, 12:31)

Könnte es auch sein, das es sich um Personen mit charakterlichen Mängeln handelt?

Sicher, die wird es auch geben.

Montgomery macht übrigens strukturelle Ursachen aus.
Erik Bodendieck ist der Präsident der sächsischen Landesärztekammer und betreibt eine Praxis in Wurzen. Ihn überrascht die hohe Zahl nicht. Das größte Problem, das er in seiner Praxis sehe, sei, dass den Patienten ein allgemeines Leistungsversprechen gegeben werde, in den vergangangen Jahren aber zunehmend Eingriffe und Regulierungen dazugekommen seien.

http://www.mdr.de/nachrichten/vermischt ... n-100.html

Eine Ursache für die zunehmende Zahl von Berichten der Kolleginnen und Kollegen über aggressives Verhalten von Patienten in Praxen, Kliniken und Notfallambulanzen «ist die absolute Arbeitsüberlastung, vor allem auch in den Notaufnahmen», sagte Montgomery. «Hinzu kommt, dass gerade hier nach Dringlichkeit behandelt werden muss. Da kann es nicht darum gehen, wer als erstes behandelt werden will, sondern wer als erstes behandelt werden muss.» Zudem nehme die Zahl der Behandlungsfälle ambulant und stationär stetig zu.

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/i ... p?id=69122

Schwerwiegende Aggression beziehungsweise Gewalt haben nach der Ende 2013 bis Anfang 2015 erarbeiteten Studie 23 Prozent der Hausärzte in ihrer Laufbahn und 11 Prozent in den letzten 12 Monaten vor der Befragung erlebt. In ihren Praxisräumen fühle sich die überwiegende Mehrheit der Antwortenden sicher. Bei Hausbesuchen im Rahmen des Bereitschaftsdienstes sei dies jedoch bei 66 Prozent der Ärztinnen und 34 Prozent der Ärzte nicht der Fall. Daraus ergebe sich ein besonderer Handlungsbedarf bei Hausbesuchen während des Bereitschaftsdienstes.

http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-P ... -schuetzen
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon becksham » Do 4. Mai 2017, 11:50

Adam Smith hat geschrieben:(04 May 2017, 12:25)

Das erklärt die zunehmende Gewalt in der Notaufnahme aber nicht.

Das liegt sicher auch daran, dass mittlerweile mit "jedem Schnupfen" in die Notaufnahme gegangen wird. Das beklagen die Beschäftigten dort ja schon seit Längerem. Natürlich ist dann das Personal überlastet, die Patienten genervt und so schaukelt sich das dann hoch.
Allerdings kann ich es zum Teil schon verstehen, dass der Weg in die Notaufnahme gesucht wird, wenn du 6 Monate auf einen Facharzttermin warten musst.

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