Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

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firlefanz11
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon firlefanz11 » Do 4. Mai 2017, 13:03

Unité 1 hat geschrieben:(04 May 2017, 11:42)

Angesichts des Beitrags direkt über deinem erübrigt sich die Frage, wer in einer Filterblasenrealität lebt. Aber klammer dich ruhig daran fest, wenn es dir hilft, in der bösen und feindlichen Welt zurechtzukommen.

Och, ich mach mir da keine Illusionen. Freilich gibts auch genug deutsche Honks, die der Meinung sind rumpöblen zu müssen wenn sie sich oder eine(n) der Ihren nicht rechtzeitig u. gut genug versorgt fühlen. Nur komischerdings ist auch von DIESEM Phänomen erst seit ein zwei Jahern vermehrt zu hören/lesen...
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Unité 1 » Do 4. Mai 2017, 13:07

firlefanz11 hat geschrieben:(04 May 2017, 14:03)

Och, ich mach mir da keine Illusionen. Freilich gibts auch genug deutsche Honks, die der Meinung sind rumpöblen zu müssen wenn sie sich oder eine(n) der Ihren nicht rechtzeitig u. gut genug versorgt fühlen. Nur komischerdings ist auch von DIESEM Phänomen erst seit ein zwei Jahern vermehrt zu hören/lesen...

Die erwähnte Studie wurde zwischen 2013 und 2015 durchgeführt. Der Zeitpunkt, den Montgomery für die Öffentlichkeitsarbeit wählte, hängt meiner Meinung nach mit dem Gesetzesverschärfungsvorstoß Maas' zusammen.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon firlefanz11 » Do 4. Mai 2017, 13:09

Unité 1 hat geschrieben:(04 May 2017, 12:20)
Und wenn jene Ärzte ohne Ausbildung sich nicht ernst genommen fühlen, da ihre Diagnose ganz anders lautet als die des richtigen Arztes, erklärte das eine verstärkte Aggressivität.

Aggressivität ja aber auch Gewalttätigkeit? Ich würde mal postulieren solche Besserwisser belassen es i. A. eher bei Gebrülle...
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Postfach » Do 4. Mai 2017, 13:39

becksham hat geschrieben:(04 May 2017, 12:50)

Das liegt sicher auch daran, dass mittlerweile mit "jedem Schnupfen" in die Notaufnahme gegangen wird. Das beklagen die Beschäftigten dort ja schon seit Längerem. Natürlich ist dann das Personal überlastet, die Patienten genervt und so schaukelt sich das dann hoch.
Allerdings kann ich es zum Teil schon verstehen, dass der Weg in die Notaufnahme gesucht wird, wenn du 6 Monate auf einen Facharzttermin warten musst.


Da geb ich dir recht, aber die Ärzte in der Notaufnahme können auch nur im seltesten Fall einen Facharzttermin ersetzen ...

Kann mich erinnern, als meine Frau vor vielen Jahren noch als Krankenschwester tätig war und bei Bereitschaftsdiensten sie Sonntags um 2 Uhr morgens rausgeklingelt wurde,
weil einer mit dem Juckreitz seines Fußpilzes nicht mehr klar gekommen ist ... also sorry, manche haben schon einen totalschaden und müssten so einen Blödsinn eigentlich
in Rechnung gestellt bekommen.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon becksham » Do 4. Mai 2017, 13:50

Postfach hat geschrieben:(04 May 2017, 14:39)

Da geb ich dir recht, aber die Ärzte in der Notaufnahme können auch nur im seltesten Fall einen Facharzttermin ersetzen ...

Kann mich erinnern, als meine Frau vor vielen Jahren noch als Krankenschwester tätig war und bei Bereitschaftsdiensten sie Sonntags um 2 Uhr morgens rausgeklingelt wurde,
weil einer mit dem Juckreitz seines Fußpilzes nicht mehr klar gekommen ist ... also sorry, manche haben schon einen totalschaden und müssten so einen Blödsinn eigentlich
in Rechnung gestellt bekommen.

Gibt es denn einen Vergleich zur Auslastung der Notaufnahmen damals (als noch 10 Euro gezahlt werden mussten) und heute? Das würde mich ja mal interessieren.

Ich selbst hatte das Problem, dass mich die Galle zwickte und ich natürlich meinen Hausarzt aufsuchte. Der überwies mich hierhin und dorthin und den Termin zur Ultraschalluntersuchung bekam ich ca. 2 Monate später. Zwischenzeitlich hatte ich das "Glück" eine schlimme Kolik nachts zu bekommen und musste in die Notaufnahme. Dort wurde natürlich der Ultraschall sofort gemacht und ich auch gleich zur OP stationär aufgenommen.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Postfach » Do 4. Mai 2017, 13:55

firlefanz11 hat geschrieben:(04 May 2017, 14:09)

Aggressivität ja aber auch Gewalttätigkeit? Ich würde mal postulieren solche Besserwisser belassen es i. A. eher bei Gebrülle...


Kann ich mir jetzt eher auch weniger vorstellen, aber man weiß ja nie ; )
Auf meinen persönlichen Beitrag war das eher auf Ärzte bezogen, die nicht selten OP`s annehmen, mit den man "schnell" viel Geld verdienen kann,
obwohl sie fachlich keine Ahnung von der Materie haben und dann während der OP erst mal ein Fachbuch rausholen um zu verstehen wie es funktionieren könnte
Ich nehme hauptsächlich Bezug auf Schönheitschirurg / Straffungen / Brustvergrößerungen usw. )
Meiner Meinung nach ist das auch ein unverantwortliches Verhalten und ebenfalls Körperverletzung.
Wenn sowas dann schief geht und man gerät an die falschen, dann ...
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Provokateur » Do 4. Mai 2017, 14:17

Postfach hat geschrieben:(04 May 2017, 14:55)
Auf meinen persönlichen Beitrag war das eher auf Ärzte bezogen, die nicht selten OP`s annehmen, mit den man "schnell" viel Geld verdienen kann,
obwohl sie fachlich keine Ahnung von der Materie haben und dann während der OP erst mal ein Fachbuch rausholen um zu verstehen wie es funktionieren könnte
Ich nehme hauptsächlich Bezug auf Schönheitschirurg / Straffungen / Brustvergrößerungen usw. )


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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Postfach » Do 4. Mai 2017, 14:30

becksham hat geschrieben:(04 May 2017, 14:50)

Gibt es denn einen Vergleich zur Auslastung der Notaufnahmen damals (als noch 10 Euro gezahlt werden mussten) und heute? Das würde mich ja mal interessieren.

Ich selbst hatte das Problem, dass mich die Galle zwickte und ich natürlich meinen Hausarzt aufsuchte. Der überwies mich hierhin und dorthin und den Termin zur Ultraschalluntersuchung bekam ich ca. 2 Monate später. Zwischenzeitlich hatte ich das "Glück" eine schlimme Kolik nachts zu bekommen und musste in die Notaufnahme. Dort wurde natürlich der Ultraschall sofort gemacht und ich auch gleich zur OP stationär aufgenommen.


Das was du beschreibst ist ein Notfall und dafür ist die Notaufnahme ja auch da ... mein Tipp an dich in so einem Fall, gar nicht mehr selbstständig zur Notaufnahme gehen, sondern den Notdienst / Krankenwagen rufen ...
dann geht`s ratz fatz und ohne große Wartezeiten.

Ich kann dir zu der 10.- Euro Zusatzzahlung jetzt keine 100 % korrekte Statistik liefern, vor allem meine Frau arbeitet jetzt seit fast 10 Jahren nur noch im OP-Team mit.
Aber davon ist höchstwahrscheinlich auszugehen, dass dadurch schneller mal zum Arzt gerannt wird.
Allerdings persönlich wäre ich jetzt gegen eine Wiedereinführung der Zusatzzahlung, denn man trifft damit auch Menschen, die sich diese 10.- Euro vom Mund wegsparen müssten oder einfach nicht gehen, obwohl es höchste Eisenbahn wäre
... und genau das sollte ja eigentlich damit nicht bezweckt werden.
Zuletzt geändert von Postfach am Do 4. Mai 2017, 14:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon schokoschendrezki » Do 4. Mai 2017, 14:31

Es gibt ganz sicher eine Reihe von, sagen wir mal, kulturellen Missverständnissen. In einigen Ländern (der Türkei zum Beispiel) ist es nach meinen Informationen eher unüblich, einem sehr wahrscheinlich todkranken Menschen die ganze Wahrheit zu sagen. In Deutschland sind Ärzte auch in diesen Fällen zur Aufklärung wahrscheinlich sogar verpflichtet. Dementsprechend kann man in solchen Fällen unter Umständen mit heftigen Reaktionen der Angehörigen rechnen.

Die Gepflogenheiten der Krankenhausbesuche sind sehr unterschiedlich. In vielen Ländern bleibt eine große Anzahl von Angehörigen sehr lange bei einem Kranken. In den deutschen Krankenhäusern mit ihren durchrationalisierten und technisierten Abläufen ist das so nicht vorgesehen. War selbst mal Augenzeuge einer entsprechenden heftigen Auseinandersetzung.

Allein schon das deutsche Wort "Notdienst" kann von einem Nicht-Muttersprachler sehr schnell sozusagen als "Medizin-Späti" missdeutet werden, bei dem man auch mal einen juckenden Finger behandelt haben will.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon jack000 » Sa 6. Jan 2018, 16:11

Präsident der Bundesärztekammer warnt vor Gewalt im Gesundheitswesen:
"Kriegen das nicht in den Griff": Ärzte warnen vor Zunahme von gewaltsamen Übergriffen

Die Gewalt gegen Ärzte und Helfer nehme zu – das beklagt der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery. "Wir erleben derzeit eine totale Verrohung bei einigen Patienten und ihren Angehörigen gegenüber medizinischem Personal", sagte Montgomery der "Rheinischen Post".

Montgomery weiter: "Das kriegen wir als Ärzteschaft alleine nicht in den Griff."

Auch in Notaufnahmestellen passiere es immer wieder, dass Leute wegen der Wartezeiten sehr aggressiv würden. In einigen Krankenhäusern gebe es bereits Sicherheitsdienste, um das Personal dort zu schützen. "Die Politik muss dringend einen Kulturwandel befördern, damit man wieder begreift, dass diese Menschen Retter und Helfer sind."

Gewaltbereitschaft an Silvester gestiegen

Montgomery verwies darauf, dass die Gewaltbereitschaft auch im Umfeld der Silvester-Feiern deutlich geworden sei: "Da sind Rettungssanitäter und Notärzte angegriffen worden, weil man sie für Repräsentanten der Staatsmacht hält."

https://www.focus.de/gesundheit/news/ve ... 45074.html
Macht es Sinn wenn zu einer medizinischen Ausbildung auch ein Selbstverteidigungskurs sowie eine Bewaffnung gehört oder sollte in jedem Krankenhaus sowie in Rettungswagen Security der Normalfall sein?
Deutschland 2017: "Bevor ich loslege, würde ich gerne noch wissen, ob es für Sie in Ordnung ist, dass ich als weibliche Person hier sitze und auch Ihre Dolmetscherin weiblich ist."
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Julian » Sa 6. Jan 2018, 16:43

becksham hat geschrieben:(04 May 2017, 14:50)

Gibt es denn einen Vergleich zur Auslastung der Notaufnahmen damals (als noch 10 Euro gezahlt werden mussten) und heute? Das würde mich ja mal interessieren.


Die Patientenzahlen in den Notaufnahmen haben sich in den letzten zehn, 20 Jahren vervielfacht, bei in der Regel gleichem oder niedrigerem Personalstand. Es müsste eigentlich jedem klar sein, dass das nicht gut geht.

Ob es darüber hinaus einen Zusammenhang mit der Praxisgebühr gegeben hat, weiß ich nicht. Ich fände allerdings eine solche Gebühr angemessen, würde aber eher 50 € ansetzen.

Oder aber man strukturiert das ganze System um und entlohnt die Arbeit, die in Notaufnahmen geleistet wird, adäquat, und beseitigt den jetzigen Zustand, bei dem Krankenhäuser für ambulante Notfallversorgung eigentlich nicht zuständig sind, dafür nicht angemessen entlohnt werden und somit über die Notaufnahme nur Geld verlieren. Dann würde auch eher für eine adäquate Personalausstattung gesorgt.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Julian » Sa 6. Jan 2018, 16:48

jack000 hat geschrieben:(06 Jan 2018, 16:11)

Präsident der Bundesärztekammer warnt vor Gewalt im Gesundheitswesen:

https://www.focus.de/gesundheit/news/ve ... 45074.html
Macht es Sinn wenn zu einer medizinischen Ausbildung auch ein Selbstverteidigungskurs sowie eine Bewaffnung gehört oder sollte in jedem Krankenhaus sowie in Rettungswagen Security der Normalfall sein?


Ich denke, dass es zumindest in Notaufnahmen darauf hinauslaufen wird, dass man zentralisiert und dann auch entsprechende Wachdienste hat. In den USA ist das schon lange üblich. Wenn es gewollt ist, dass auch Deutschland heterogener und bunter wird, muss man eben die Konsequenzen tragen.

Für die Rettungsdienste außerhalb des Krankenhauses ist die Sache schwieriger. Ich denke, dass es darauf hinauslaufen wird, dass man längere Reaktionszeiten wird in Kauf nehmen müssen, weil Einsätze in bestimmten Vierteln beispielsweise nur unter Polizeischutz stattfinden können. Auch wird die Qualifikation des Personals abnehmen, denn für viele wird der Job doch zunehmend unattraktiver.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon jack000 » Sa 6. Jan 2018, 16:51

Julian hat geschrieben:(06 Jan 2018, 16:48)

Ich denke, dass es zumindest in Notaufnahmen darauf hinauslaufen wird, dass man zentralisiert und dann auch entsprechende Wachdienste hat. In den USA ist das schon lange üblich. Wenn es gewollt ist, dass auch Deutschland heterogener und bunter wird, muss man eben die Konsequenzen tragen.

Für die Rettungsdienste außerhalb des Krankenhauses ist die Sache schwieriger. Ich denke, dass es darauf hinauslaufen wird, dass man längere Reaktionszeiten wird in Kauf nehmen müssen, weil Einsätze in bestimmten Vierteln beispielsweise nur unter Polizeischutz stattfinden können. Auch wird die Qualifikation des Personals abnehmen, denn für viele wird der Job doch zunehmend unattraktiver.

Tja, Deutschland verändert sich ... aber warum immer nur ins Negative?
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Ger9374 » Sa 6. Jan 2018, 17:00

Die allgemeine verrohung unserer Gesellschaft macht auch vor Menschen nicht halt die anerkannterweise Hilfe und Schutz bieten.
Jeder sieht sich selbst und seine ureigensten Interessen. Was geht mich denn der andere an!
Unser soziales Umfeld prägt uns doch , was ist denn da die letzten jahrzehnte schiefgelaufen?!
Wo sind die Werte geblieben die früher galten,
Respekt, hilfsbereitschaft, simpelste tugenden.
Wo sind die vorbilder!?
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon H2O » Sa 6. Jan 2018, 20:02

Ger9374 hat geschrieben:(06 Jan 2018, 17:00)

Die allgemeine verrohung unserer Gesellschaft macht auch vor Menschen nicht halt die anerkannterweise Hilfe und Schutz bieten.
Jeder sieht sich selbst und seine ureigensten Interessen. Was geht mich denn der andere an!
Unser soziales Umfeld prägt uns doch , was ist denn da die letzten jahrzehnte schiefgelaufen?!
Wo sind die Werte geblieben die früher galten,
Respekt, hilfsbereitschaft, simpelste tugenden.
Wo sind die vorbilder!?


Wann galten denn diese Tugenden? Etwa im Kaiserreich, oder in den 20er Jahren, oder in der Nazizeit? Also, früher galten die auch nicht. Nur wurde im Gottesdienst sonntags darüber gesprochen, und heute geht da kaum noch einer hin. Aber ansonsten hat sich nichts geändert. Die Raubtiere laufen heute so frei herum wie damals.

Und dennoch gibt es Hilfsbereitschaft, sogar Respekt, nicht für jeden, auch nicht von jedem, aber es gibt ihn. Vorbilder? Wenn Sie in dem Sinne kein Vorbild sind... wer soll denn dann Vorbild sein?
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Cat with a whip » Sa 6. Jan 2018, 20:05

Ich habe letztes Jahr in der Zahnklinik zwei Zähne verloren. Brutal diese Zustände!
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon H2O » Sa 6. Jan 2018, 20:28

jack000 hat geschrieben:(06 Jan 2018, 16:51)

Tja, Deutschland verändert sich ... aber warum immer nur ins Negative?


Durch einen schlimmen Sturz meiner Frau, ausgerechnet am Wochenende, brauchten wir einen Chirurgen, der eine Platzwunde im Stirnbereich vernähen konnte, und eine Nachuntersuchung, ob es durch den Sturz zu einer Gehirnblutung gekommen sein könnte. Eine Nachbarin (Krankenschwester) konnte die Blutung stillen und die Wunde notdürftig abdecken.

Die Notaufnahme im Krankenhaus war mit 2 Stunden Wartezeit verbunden; in dieser Zeit verließ meine Frau wiederholt das Bewußtsein, nachdem ich für sie vorsorglich einen Rollstuhl besorgt hatte. Im Wartebereich war ein Betrieb wie im Taubenschlag! Fast nur Menschen, denen man sofort ansah, daß sie Zuwanderer waren... mit entsprechender Familienbegleitung. (Meine Vermutung: In deren Herkunftsländern gibt es 1. Hilfe wohl nur in Krankenhäusern). So etwas wie einen Notarzt gibt es da wohl nicht.

Nach unserem Aufruf wurden wir in ein Behandlungszimmer geführt; erneut 2 Stunden Wartezeit auf den Chirurgen. Dann ging aber alles ganz flott voran; Wunde behandelt und genäht, Hirnbereich mit CT untersucht... Gottlob keine Gehirnblutung. Entlassung nach Hause. In der Sache also alles in Ordnung.

Wenn Menschen in solchen Belastungssituationen die Stunden verstreichen sehen und Schlimmes befürchten müssen, dann beginnen sie vermutlich um ihr Leben oder das ihrer Angehörigen zu kämpfen.

In unserer Wartezeit ging alles ganz friedlich und letztlich auch geordnet zu... obwohl die ständige Kaffekocherei des Verwaltungspersonals mich ziemlich nervte. Davon weniger, und dafür mehr Ärzte... das wär's doch.

Nach dem Erlebten habe ich einiges Verständnis dafür, wenn Leute im Krankenhaus ausrasten.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Ger9374 » So 7. Jan 2018, 10:22

H2O hat geschrieben:(06 Jan 2018, 20:02)

Wann galten denn diese Tugenden? Etwa im Kaiserreich, oder in den 20er Jahren, oder in der Nazizeit? Also, früher galten die auch nicht. Nur wurde im Gottesdienst sonntags darüber gesprochen, und heute geht da kaum noch einer hin. Aber ansonsten hat sich nichts geändert. Die Raubtiere laufen heute so frei herum wie damals.

Und dennoch gibt es Hilfsbereitschaft, sogar Respekt, nicht für jeden, auch nicht von jedem, aber es gibt ihn. Vorbilder? Wenn Sie in dem Sinne kein Vorbild sind... wer soll denn dann Vorbild sein?



Älteren im bus seinen platz anbieten, respekt vor älteren menschen, Politiker die ohne grosse skandale ihre Wähler ihr land vertreten.Sportler die
ohne doping ihre karrieren beenden. Unternehmer die sozial engagiert auch bereit sind ihre mitmenschen mit ihren mitteln zu unterstützen.
Alltagsdinge und Menschliche vorbilder sind wichtig , uns selbst eingeschlossen.
Das ist aber vielen abhanden gekommen!
Wann hat es das denn gegeben?
Dieser Satz sagt vieles aus , und gibt grund selbstkritisch in sich zu gehen!
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon Humelix33 » So 7. Jan 2018, 10:43

H2O hat geschrieben:(06 Jan 2018, 20:02)

Wann galten denn diese Tugenden? Etwa im Kaiserreich, oder in den 20er Jahren, oder in der Nazizeit? Also, früher galten die auch nicht. Nur wurde im Gottesdienst sonntags darüber gesprochen, und heute geht da kaum noch einer hin. Aber ansonsten hat sich nichts geändert. Die Raubtiere laufen heute so frei herum wie damals.

Und dennoch gibt es Hilfsbereitschaft, sogar Respekt, nicht für jeden, auch nicht von jedem, aber es gibt ihn. Vorbilder? Wenn Sie in dem Sinne kein Vorbild sind... wer soll denn dann Vorbild sein?


Es galt (gilt?), wer in Uniform unterwegs ist, und z.B. im Bus sitzt, eine ältere Dame kommt rein, dass es dann verpflichtend ist aufzustehen, und der Dame den Platz anzubieten, etc. .

Aber auch die Zivilbevölkerung war "anders" erzogen, es gab da andere Methoden, wenn Jugendliche die Plätze älteren Menschen nicht angeboten, oder anderweitig geholfen haben, und die Eltern es rausbekommen haben. Da war ein verbales Donnerwetter noch die angenehmste Methode. Selbst Polizisten durften bis die 68er Bewegung kam, noch erzieherisch tätig werden, im Sinne einer Ohrfeige, wenn Jugendliche oder Kinder sich daneben benommen haben, und anschließend ging es im Elternhaus dann weiter. Die Tonart der Eltern grundsätzlich hart, wenn die Kinder durch ihre Unwissenheit oder Unbekümmertheit irgendwelche skurrilen Aussagen tätigten oder offen ihren jugendlichen Protest gegen die Schule oder alltäglichen Dinge äußerten, was aber in dem Alter normal ist.
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Re: Gewalt in Krankenhäusern steigt stark an

Beitragvon H2O » So 7. Jan 2018, 10:56

Ger9374 hat geschrieben:(07 Jan 2018, 10:22)

Älteren im bus seinen platz anbieten, respekt vor älteren menschen, Politiker die ohne grosse skandale ihre Wähler ihr land vertreten.Sportler die
ohne doping ihre karrieren beenden. Unternehmer die sozial engagiert auch bereit sind ihre mitmenschen mit ihren mitteln zu unterstützen.
Alltagsdinge und Menschliche vorbilder sind wichtig , uns selbst eingeschlossen.
Das ist aber vielen abhanden gekommen!
Wann hat es das denn gegeben?
Dieser Satz sagt vieles aus , und gibt grund selbstkritisch in sich zu gehen!


Hilft doch aber nichts: Die Zeiten des allseitigen und gegenseitigen Respekts hat es nie gegeben. Wohl solche der Bedrückung einzelner Gruppen... aber wehe, wenn sie losgelassen wurden. Dann ist unsere schöne Welt ein großer Abfallhaufen.

Da betrügen hochwohlmögende "Wirtschaftsführer" im Verein mit gekauften Politikern die Verbraucher, hochgelobte Banker erweisen sich als Bankster... und wir erziehen unsere Kinder zu Höflichkeit und guten Umgangsformen, weil's besser ist.

Wir können gedanklich gern ins 19. Jahrhundert zurück gehen; was stand wohl hinter dem "Biedermeier"? Die Wohlanständigkeit der herrschenden Klassen bestimmt nicht. Der kleine Mann schuf sich seine Kuschelecke und erzog seine Kinder... siehe oben.

An der Zeitachse entlang können wir bis heute das Verhalten unserer Gesellschaft betrachten... und immer wieder erzogen wir unsere Kinder... siehe oben. Die Herrschaft des Lumpenpacks können wir nicht vermeiden. Das liegt offenbar in den Genen der Menschen. Jammern hilft nicht; richten wir uns in dieser so Welt ein, daß sie für uns erträglich ist. Mehr geht nicht.

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