Redet Lindner wie Gauland?

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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon JJazzGold » Mo 9. Jan 2017, 12:39

pikant hat geschrieben:(09 Jan 2017, 11:31)

Tauber scheint aber Experte in Massanzuegen zu sein, dass er sogar aus der Ferne feststellen kann, dass dieser Anzug ueberteuert war :D .


Ich gehe davon aus, dass Tauber gar nicht beurteilen kann, ob Lindners Anzug von der Stange ist oder nach Maß gefertigt wurde. Ergo - Populismus pur.
Ein wenig mehr Hirn hätte der CDU in ihrem Angriff gut angestanden, aber immerhin haben wir jetzt einen Fingerzeig darauf, wie der Wahlkampf ablaufen wird, ddd - dämlich, dreckig und inhaltlich argumentativ daneben.
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Re: A

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 9. Jan 2017, 12:56

pikant hat geschrieben:(09 Jan 2017, 12:35)

Afd ist voelkisch, rassistisch und will Schiessbefehl an der Grenze - mir gefaellt Lindner fuer seine Offenheit und klare Kante gegen Rechtsextrem!

Ja, hat was. Lindner ist Offensiv-Spieler, kein Raumdecker, er hält der NRW-Regierung ja auch vor, die AfD-Leute zu Märtyrern zu stilisieren. Nicht mal den Vorwurf der Putin-Nähe erspart Lindner den sog. Patrioten. ;)

Eine Kenia-, Ampel- oder Big-Koalition würde ich ohnehin einem R2G-Projekt vorziehen.
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon Provokateur » Mo 9. Jan 2017, 13:00

Ich weiß nicht, ob die FDP dem Druck der AfD und der eigenen programmatischen Leere standhalten kann. Es ist ja nicht so, dass die FDP-Wähler plötzlich zuhause geblieben sind. Die haben andere Parteien gewählt, weil die FDP grob versagt hat.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

Echte Patrioten wählen NICHT die AfD.
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 9. Jan 2017, 13:05

Provokateur hat geschrieben:(09 Jan 2017, 13:00)

Ich weiß nicht, ob die FDP dem Druck der AfD und der eigenen programmatischen Leere standhalten kann. Es ist ja nicht so, dass die FDP-Wähler plötzlich zuhause geblieben sind. Die haben andere Parteien gewählt, weil die FDP grob versagt hat.

Na ja, aber sie kommt womöglich mit 6 % rein und der Wahlkampf hat noch gar nicht richtig begonnen. Jetzt kommt´s wohl eher darauf an, was der Wähler eigentlich will.
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon pikant » Mo 9. Jan 2017, 13:08

Provokateur hat geschrieben:(09 Jan 2017, 13:00)

Ich weiß nicht, ob die FDP dem Druck der AfD und der eigenen programmatischen Leere standhalten kann. Es ist ja nicht so, dass die FDP-Wähler plötzlich zuhause geblieben sind. Die haben andere Parteien gewählt, weil die FDP grob versagt hat.


die inhaltliche Vielfalt der grosssen Koalition ist ja auch nicht fuer jeden das Optimum und warum keine FDP wieder 2017 im Bundestag?
Ampel, Jamaika kann doch nicht schlechter sein als diese Koalition der Mutlosigkeit.
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon Europa2050 » Mo 9. Jan 2017, 13:42

Provokateur hat geschrieben:(09 Jan 2017, 13:00)

Ich weiß nicht, ob die FDP dem Druck der AfD und der eigenen programmatischen Leere standhalten kann. Es ist ja nicht so, dass die FDP-Wähler plötzlich zuhause geblieben sind. Die haben andere Parteien gewählt, weil die FDP grob versagt hat.


Ich hab mir nicht die ganze Rede angehört, aber der Punkt, in dem er fordert, lieber die 500 Gefährder intensiver zu observieren als die gesamte Bevölkerung per Videoüberwachung unter Generalverdacht zu stellen, fand ich klasse.

So stelle ich mir wehrhafte Demokratie vor.

Wenn die FDP wieder die Freiheits-, Grundrechts-, Europa- und Ökonomiepartei wird, die sie zu ihren großen Zeiten im letzten Jahrhundert war, hat sie mit mir einen Stammwähler zurück gewonnen.
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:

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Re: A

Beitragvon CaptainJack » Mo 9. Jan 2017, 13:52

pikant hat geschrieben:(09 Jan 2017, 12:35)

Afd ist voelkisch, rassistisch und will Schiessbefehl an der Grenze - mir gefaellt Lindner fuer seine Offenheit und klare Kante gegen Rechtsextrem!
Sie ist weder rassistisch noch braun (wie auch öfters behauptet wird.) und 2 Damen der Afd haben, ebenso wie der Grüne Palmer, die gesetzlichen ultima Ratio - Möglichkeiten an der Grenze aufgezeigt. Auch schon wieder ein Jahr her und inzwischen ein absoluter Langweiler.
Auch mir gefällt übrigens die Offenheit Lindners. Ich meine da nicht die unbedeutenden, üblichen und jederzeit erwarteten Floskeln über die Afd, sondern seine Offenheit über Dinge, die ins Mark eines Landes gehen!
Leider wird das von der Bevölkerung noch nicht so richtig honoriert. So wird es sich meiner Meinung nach wohl bei knapp über 6% einpegeln, während die Afd bei ca. 20 - 22% landen wird. Umgekehrt wäre mir wesentlich lieber!
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Re: A

Beitragvon Ein Terraner » Mo 9. Jan 2017, 14:18

CaptainJack hat geschrieben:(09 Jan 2017, 13:52)

Sie ist weder rassistisch noch braun


Doch sind sie.
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon JJazzGold » Mo 9. Jan 2017, 14:27

Provokateur hat geschrieben:(09 Jan 2017, 13:00)

Ich weiß nicht, ob die FDP dem Druck der AfD und der eigenen programmatischen Leere standhalten kann. Es ist ja nicht so, dass die FDP-Wähler plötzlich zuhause geblieben sind. Die haben andere Parteien gewählt, weil die FDP grob versagt hat.


So einige Programmpunkte hat die FDP nicht verloren, nur weil die AfD sie geklaut hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass die FDP diese zumindest in Koalitionsverhandlungen einbindet ist im Gegensatz zur AfD, die bekennende Nur-Protest Partei ist, zumindest gegeben.
Zuletzt geändert von JJazzGold am Mo 9. Jan 2017, 14:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 9. Jan 2017, 14:34

Europa2050 hat geschrieben:(09 Jan 2017, 13:42)

Ich hab mir nicht die ganze Rede angehört, aber der Punkt, in dem er fordert, lieber die 500 Gefährder intensiver zu observieren als die gesamte Bevölkerung per Videoüberwachung unter Generalverdacht zu stellen, fand ich klasse.

So stelle ich mir wehrhafte Demokratie vor.

Wenn die FDP wieder die Freiheits-, Grundrechts-, Europa- und Ökonomiepartei wird, die sie zu ihren großen Zeiten im letzten Jahrhundert war, hat sie mit mir einen Stammwähler zurück gewonnen.

Dazu müßte sie sich vom Neoliberalismus lossagen dem sie sich nach der sozialliberalen Koalition verschrieben hat. Am Ende waren es ja nur noch Marktliberale die sich nur noch mit dem Mövenpickgesetz hervorgetan haben. Und das nicht gerade im positiven Sinne.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 9. Jan 2017, 14:35

Keine Partei wird es wirklich allen recht machen können, deshalb heißen sie auch Parteien und nicht Ganzes. Und die Unterscheidung von Volks- und Klientschaftspartei hängt weniger von der Prozentzahl ab, als vielmehr von der grundlegenden Ausrichtung.
Linke und Alternativrechte sind beide mit den "Möglichkeiten" des Schusswaffengebrauchs an Grenzen vertraut, manche vielleicht sogar mit den Totschlags-Urteilen in den Mauerschützenprozessen. Und noch etwas haben sie gemeinsam, nämlich die Freundlichkeit gegenüber dem stramm gescheitelten Putin und die Vorbehalte gegenüber der westlichen Kultur und ihren Werten.

Im Moment ist keine Alternative zur "Big Coalition" zu erkennen - nicht, weil die Volksparteien das so wollen, sondern weil das Volk so auf Umfragen antwortet. Und selbst der Radikalste unter allen Radikalen wird maximal in der heißen Pfanne hüpfen können, nicht aber am Volk vorbei kochen.
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon JJazzGold » Mo 9. Jan 2017, 14:47

Alter Stubentiger hat geschrieben:(09 Jan 2017, 14:34)

Dazu müßte sie sich vom Neoliberalismus lossagen dem sie sich nach der sozialliberalen Koalition verschrieben hat. Am Ende waren es ja nur noch Marktliberale die sich nur noch mit dem Mövenpickgesetz hervorgetan haben. Und das nicht gerade im positiven Sinne.


Ich weiß nicht, wie oft es schon korrigiert wurde, aber das Mövenpickgesetz beruht auf einer Forderung der CSU.

Was haben Sie gegen Neoliberalismus?
Ich halte Neoliberalismus gemäß seiner Definition für ausgesprochen erstrebenswert.

»Liberalismus« ohne »Neo« – das ist die Lehre von der Freiheit. Einst wurde sie erfunden, weil Könige und andere Herrscher die Bürger unterdrückten. Die einzelnen Bürger sollten die Möglichkeit erhalten, sich frei zu entwickeln. Zu lernen, was sie wollten, und die Arbeit anzustreben, zu der sie Lust hatten. Sich zu treffen und zu verbünden, mit wem sie wollten, Firmen zu gründen, wenn es ihnen passte.

Bloß im wahren Leben entwickelte sich dann auch ein Problem: Manche Unternehmen wurden größer und größer, und weil sie kaum kontrolliert wurden, verdrängten sie andere Unternehmen oder kauften sie einfach auf. Sie wurden zu mächtig und kümmerten sich zu wenig um ihre Arbeiter und ihre Kunden. Viele Arbeiter dagegen verdienten zu wenig, und wer keine Arbeit hatte oder krank wurde, dem fehlte schnell das Nötigste zum Leben. Die Folge: Die allzu freie Gesellschaft zerfiel in Arm und Reich, Mächtig und Ohnmächtig. Sie brauchte neue Regeln.

Aus diesem Grund erfanden bedeutende Denker und Politiker vor rund 70 Jahren einen neuen Liberalismus, eben den Neoliberalismus. Die Bürger sollten weiter frei sein, sich zu entwickeln und nach Wohlstand zu streben. Aber der Staat sollte dafür sorgen, dass es fair zugeht. Er sollte streng kontrollieren, dass nicht ein paar Unternehmen zu mächtig werden und junge Firmen mit tollen Ideen einfach zerstören. Der Wettbewerb zwischen den Ideen sollte sich entwickeln, und die beste sollte gewinnen. Ebenso sollte der Staat ein stabiles Netz aufspannen für arbeitslose oder kranke Menschen, die ins Leere zu fallen drohen. Herauskommen sollte ein Land, in dem der Arme nicht arm bleiben muss, wenn er sich bemüht, und der Reiche nicht reicher wird, wenn er gar nichts leistet.

Diese Idee vom Neoliberalismus wurde zur Grundlage für das, was die Deutschen ihre »soziale Marktwirtschaft« nennen. Am Markt sollen freie Bürger um die besten Jobs und freie Unternehmer um die besten Ideen ringen. Aber es muss dabei »sozial« zugehen, sodass die Verlierer eine zweite Chance erhalten und die Gewinner nicht allzu mächtig und übermütig werden.

http://www.zeit.de/2010/48/Wirtschaft-fuer-Kinder
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon Europa2050 » Mo 9. Jan 2017, 15:19

JJazzGold hat geschrieben:(09 Jan 2017, 14:47)

Ich weiß nicht, wie oft es schon korrigiert wurde, aber das Mövenpickgesetz beruht auf einer Forderung der CSU.

Was haben Sie gegen Neoliberalismus?
Ich halte Neoliberalismus gemäß seiner Definition für ausgesprochen erstrebenswert.

»Liberalismus« ohne »Neo« – das ist die Lehre von der Freiheit. Einst wurde sie erfunden, weil Könige und andere Herrscher die Bürger unterdrückten. Die einzelnen Bürger sollten die Möglichkeit erhalten, sich frei zu entwickeln. Zu lernen, was sie wollten, und die Arbeit anzustreben, zu der sie Lust hatten. Sich zu treffen und zu verbünden, mit wem sie wollten, Firmen zu gründen, wenn es ihnen passte.

Bloß im wahren Leben entwickelte sich dann auch ein Problem: Manche Unternehmen wurden größer und größer, und weil sie kaum kontrolliert wurden, verdrängten sie andere Unternehmen oder kauften sie einfach auf. Sie wurden zu mächtig und kümmerten sich zu wenig um ihre Arbeiter und ihre Kunden. Viele Arbeiter dagegen verdienten zu wenig, und wer keine Arbeit hatte oder krank wurde, dem fehlte schnell das Nötigste zum Leben. Die Folge: Die allzu freie Gesellschaft zerfiel in Arm und Reich, Mächtig und Ohnmächtig. Sie brauchte neue Regeln.

Aus diesem Grund erfanden bedeutende Denker und Politiker vor rund 70 Jahren einen neuen Liberalismus, eben den Neoliberalismus. Die Bürger sollten weiter frei sein, sich zu entwickeln und nach Wohlstand zu streben. Aber der Staat sollte dafür sorgen, dass es fair zugeht. Er sollte streng kontrollieren, dass nicht ein paar Unternehmen zu mächtig werden und junge Firmen mit tollen Ideen einfach zerstören. Der Wettbewerb zwischen den Ideen sollte sich entwickeln, und die beste sollte gewinnen. Ebenso sollte der Staat ein stabiles Netz aufspannen für arbeitslose oder kranke Menschen, die ins Leere zu fallen drohen. Herauskommen sollte ein Land, in dem der Arme nicht arm bleiben muss, wenn er sich bemüht, und der Reiche nicht reicher wird, wenn er gar nichts leistet.

Diese Idee vom Neoliberalismus wurde zur Grundlage für das, was die Deutschen ihre »soziale Marktwirtschaft« nennen. Am Markt sollen freie Bürger um die besten Jobs und freie Unternehmer um die besten Ideen ringen. Aber es muss dabei »sozial« zugehen, sodass die Verlierer eine zweite Chance erhalten und die Gewinner nicht allzu mächtig und übermütig werden.

http://www.zeit.de/2010/48/Wirtschaft-fuer-Kinder


Ich hätte nicht schöner ausdrücken können, wie ich mir "Europa2050" vorstelle :)
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon Alexyessin » Mo 9. Jan 2017, 15:22

HerrSchmidt hat geschrieben:(08 Jan 2017, 19:12)

Ich betrachte die Innere Sicherheit nicht unter marktwirtschaftlichen Aspekten. Das taten nur CDU/FDP/Grüne und SPD. Die Parole war "Schlanker Staat".

Wie reagiert denn der Markt nun auf die Gefahrenlage?


Schlanker Staat hat nicht automatisch was mit Sicherheitspolitik zu tun, Schmiddi.
Da ging es durchaus auch um sinnige Sache wie die Bahn.
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon JJazzGold » Mo 9. Jan 2017, 15:39

Europa2050 hat geschrieben:(09 Jan 2017, 15:19)

Ich hätte nicht schöner ausdrücken können, wie ich mir "Europa2050" vorstelle :)


So stelle ich es mir auch vor, weshalb mir unverständlich ist, weshalb Neoliberalismus als negativ betrachtet wird und damit die FDP, deren Partei Programm etliche neoliberale Aspekte beinhaltet als angebliche Reichenpartei diskreditiert wird.
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon firlefanz11 » Mo 9. Jan 2017, 16:34

JJazzGold hat geschrieben:(09 Jan 2017, 15:39)
..., weshalb mir unverständlich ist, weshalb Neoliberalismus als negativ betrachtet wird ...

Weil die roten Rüben nun mal einen Kampfbegriff brauchen...
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 9. Jan 2017, 16:37

firlefanz11 hat geschrieben:(09 Jan 2017, 16:34)

Weil die roten Rüben nun mal einen Kampfbegriff brauchen...

Sagt derjenige der von roten Rüben spricht.
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon firlefanz11 » Mo 9. Jan 2017, 16:47

Ein Terraner hat geschrieben:(09 Jan 2017, 16:37)

Sagt derjenige der von roten Rüben spricht.

Die braucht man nicht zu bekämpfen. Die schiessen sich schon ganz prima selbst ins Aus... :D
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 9. Jan 2017, 17:23

JJazzGold hat geschrieben:(09 Jan 2017, 14:47)

Ich weiß nicht, wie oft es schon korrigiert wurde, aber das Mövenpickgesetz beruht auf einer Forderung der CSU.

Was haben Sie gegen Neoliberalismus?
Ich halte Neoliberalismus gemäß seiner Definition für ausgesprochen erstrebenswert.

»Liberalismus« ohne »Neo« – das ist die Lehre von der Freiheit. Einst wurde sie erfunden, weil Könige und andere Herrscher die Bürger unterdrückten. Die einzelnen Bürger sollten die Möglichkeit erhalten, sich frei zu entwickeln. Zu lernen, was sie wollten, und die Arbeit anzustreben, zu der sie Lust hatten. Sich zu treffen und zu verbünden, mit wem sie wollten, Firmen zu gründen, wenn es ihnen passte.

Bloß im wahren Leben entwickelte sich dann auch ein Problem: Manche Unternehmen wurden größer und größer, und weil sie kaum kontrolliert wurden, verdrängten sie andere Unternehmen oder kauften sie einfach auf. Sie wurden zu mächtig und kümmerten sich zu wenig um ihre Arbeiter und ihre Kunden. Viele Arbeiter dagegen verdienten zu wenig, und wer keine Arbeit hatte oder krank wurde, dem fehlte schnell das Nötigste zum Leben. Die Folge: Die allzu freie Gesellschaft zerfiel in Arm und Reich, Mächtig und Ohnmächtig. Sie brauchte neue Regeln.

Aus diesem Grund erfanden bedeutende Denker und Politiker vor rund 70 Jahren einen neuen Liberalismus, eben den Neoliberalismus. Die Bürger sollten weiter frei sein, sich zu entwickeln und nach Wohlstand zu streben. Aber der Staat sollte dafür sorgen, dass es fair zugeht. Er sollte streng kontrollieren, dass nicht ein paar Unternehmen zu mächtig werden und junge Firmen mit tollen Ideen einfach zerstören. Der Wettbewerb zwischen den Ideen sollte sich entwickeln, und die beste sollte gewinnen. Ebenso sollte der Staat ein stabiles Netz aufspannen für arbeitslose oder kranke Menschen, die ins Leere zu fallen drohen. Herauskommen sollte ein Land, in dem der Arme nicht arm bleiben muss, wenn er sich bemüht, und der Reiche nicht reicher wird, wenn er gar nichts leistet.

Diese Idee vom Neoliberalismus wurde zur Grundlage für das, was die Deutschen ihre »soziale Marktwirtschaft« nennen. Am Markt sollen freie Bürger um die besten Jobs und freie Unternehmer um die besten Ideen ringen. Aber es muss dabei »sozial« zugehen, sodass die Verlierer eine zweite Chance erhalten und die Gewinner nicht allzu mächtig und übermütig werden.

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Diese Definition ist nicht gebräuchlich. So wie der Begriff in der Allgemeinheit verstanden wird ist der Neoliberalismus gleich Marktradikalität. Und die kam mit den Reaganomics und den Politik Margaret Thacher´s in Mode. Und die FDP hat in den letzten 30 Jahren genau diese Politik vertreten. Und nichts anderes. Und schon gar keine soziale Marktwirtschaft. Die FDP hat fleißig daran gearbeitet die soziale Marktwirtschaft, die ja erst die wirtschaftliche Freiheit für einen großen Teil der Deutschen brachte, zu zerstören.

Also verschone die Welt mit altertümlichen Definitionen. Verwende den Begriff so wie er 2016 verstanden wird. Wenn die Welt sich wandelt dann wandelt sich eben auch die Sprache. Dinge bekommen eine andere Bedeutung.
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Re: Redet Lindner wie Gauland?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 9. Jan 2017, 17:26

JJazzGold hat geschrieben:(09 Jan 2017, 15:39)

So stelle ich es mir auch vor, weshalb mir unverständlich ist, weshalb Neoliberalismus als negativ betrachtet wird und damit die FDP, deren Partei Programm etliche neoliberale Aspekte beinhaltet als angebliche Reichenpartei diskreditiert wird.

Die FDP steht für Marktradikalität. Sie ist eine Reichenpartei. Von ihrer Politik haben sie in der schwarz gelben Koalition unter Merkel nur die Reichen reicher gemacht. Das haben die Leute gemerkt und die FDP ins Nirwana geschickt.
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