Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon DarkLightbringer » So 24. Dez 2017, 14:43

Julian hat geschrieben:(24 Dec 2017, 14:16)

Du meinst, ich müsste von Magie ausgehen, um zu erklären, dass Ideologien oder Massenpsychosen mit metaphysischem Anspruch und ihre von Menschen vor Jahrhunderten verfassten Texte eine Wirkung im Hier und Jetzt hätten?

Nein, das muss ich nicht. Und selbstverständlich sind die Anschläge von Berlin und Paris, ist der Islamische Staat eine Manifestation des Islams, denn die IS-Kämpfer berufen sich auf den Islam und versuchen auch, wesentliche Glaubensinhalte des Islams - etwa den Kampf gegen Ungläubige - zu verwirklichen.

Damit ist für mich der Islam die derzeit gefährlichste Religion und darüber hinaus sogar die derzeit gefährlichste Ideologie weltweit. Daraus ergibt sich dann auch für mich, wie ich mit dem Islam umgehe.

Nach Hannah Arendt läßt sich aus jeder x-beliebigen Ideologie etwas Totalitäres machen, sie hat das ja ausführlich untersucht. Entscheidend ist demnach allein das Instrumentarium des Terrors. So kann Sozialismus als Idee oder auch Heimatliebe, was auch immer, an sich sehr harmlos sein, wird aber im Momentum der terroristischen Umsetzung zum Monster. Nicht die Idee der Sozialisierung machte Stalin zum Massenmörder, Stalin nutzte ein Begründung.
Und so hat der Bauer in Mali keinerlei Vorstellung davon, was in Amris Kopf vorging - der Terror-Instrukteur in Rakka aber schon. Es ist eben nicht das gleiche, wesentlich ist die Verbindung von Akteur und krimineller Energie.
Der russisch-orthodoxe Separatist in der Ostukraine kämpft doch nicht, weil Patriarch Kyrill I. eine Schrift zwei oder drei mal wendet oder die Süße des Weihrauchs akzentuiert wäre.

Und dein Umgang mit dem Islam dürfte ebenso sehr politischer und weltlicher Natur sein. Der Islam iranischer Prägung wird ausgesprochen großzügig bewertet - richtig ? Und das auch nicht wegen des Duftes von Zedernholz oder Myrrhe.
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon Julian » Mo 25. Dez 2017, 10:16

DarkLightbringer hat geschrieben:(24 Dec 2017, 14:43)

Nach Hannah Arendt läßt sich aus jeder x-beliebigen Ideologie etwas Totalitäres machen, sie hat das ja ausführlich untersucht. Entscheidend ist demnach allein das Instrumentarium des Terrors. So kann Sozialismus als Idee oder auch Heimatliebe, was auch immer, an sich sehr harmlos sein, wird aber im Momentum der terroristischen Umsetzung zum Monster. Nicht die Idee der Sozialisierung machte Stalin zum Massenmörder, Stalin nutzte ein Begründung.
Und so hat der Bauer in Mali keinerlei Vorstellung davon, was in Amris Kopf vorging - der Terror-Instrukteur in Rakka aber schon. Es ist eben nicht das gleiche, wesentlich ist die Verbindung von Akteur und krimineller Energie.
Der russisch-orthodoxe Separatist in der Ostukraine kämpft doch nicht, weil Patriarch Kyrill I. eine Schrift zwei oder drei mal wendet oder die Süße des Weihrauchs akzentuiert wäre.

Und dein Umgang mit dem Islam dürfte ebenso sehr politischer und weltlicher Natur sein. Der Islam iranischer Prägung wird ausgesprochen großzügig bewertet - richtig ? Und das auch nicht wegen des Duftes von Zedernholz oder Myrrhe.


Ich entnehme deinen Worten, dass unterschiedliche Geisteshaltungen letztlich alle gleich zu bewerten seien. Ob jemand aufgeklärter, liberaler Humanist oder fundamentalistischer Muslim ist, sei offenbar irrelevant, denn schließlich sei bei beiden Geisteshaltungen eine nicht-totalitäre oder totalitäre Haltung denkbar. Das ist offensichtlicher Humbug - und wer hätte es gedacht: mal wieder eine Verteidigung des sunnitischen Islams, der derzeit gefährlichsten und bescheuertsten Religion dieser Welt.

Derzeit ist der islamische Fundamentalismus, der im Iran gelebt wird, etwas weniger gefährlich; das liegt nicht zuletzt daran, dass Iran eine alte Kultur hat und viele Leute dort gebildet sind. Man vergleiche nur einmal die iranische und die saudi-arabische Gesellschaft! Aber nein, prinzipiell lehne ich den schiitischen Islam ebenso ab wie den sunnitischen, und 1979/80 wäre meine Bewertung möglicherweise zu Ungunsten des schiitischen Islams ausgefallen.
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 25. Dez 2017, 12:11

Julian hat geschrieben:(25 Dec 2017, 10:16)

Ich entnehme deinen Worten, dass unterschiedliche Geisteshaltungen letztlich alle gleich zu bewerten seien. Ob jemand aufgeklärter, liberaler Humanist oder fundamentalistischer Muslim ist, sei offenbar irrelevant, denn schließlich sei bei beiden Geisteshaltungen eine nicht-totalitäre oder totalitäre Haltung denkbar. Das ist offensichtlicher Humbug - und wer hätte es gedacht: mal wieder eine Verteidigung des sunnitischen Islams, der derzeit gefährlichsten und bescheuertsten Religion dieser Welt.

Derzeit ist der islamische Fundamentalismus, der im Iran gelebt wird, etwas weniger gefährlich; das liegt nicht zuletzt daran, dass Iran eine alte Kultur hat und viele Leute dort gebildet sind. Man vergleiche nur einmal die iranische und die saudi-arabische Gesellschaft! Aber nein, prinzipiell lehne ich den schiitischen Islam ebenso ab wie den sunnitischen, und 1979/80 wäre meine Bewertung möglicherweise zu Ungunsten des schiitischen Islams ausgefallen.

Nein, eine katholische Haltung ist natürlich eine andere als die protestantische oder säkulare und ein Sozialdemokrat etwas anderes als ein Naturschützer oder CSU-Ortsrat. Nur ist nicht jeder Katholik auch IRA-Kämpfer und nicht jeder Protestant ein Luther. Und ein fundamentalistischer Rechter ist auch nicht unbedingt Terrorist. Religiöse Eiferer gibt es natürlich, sie predigen im allgemeinen die Lehre vom einzig wahren Glauben und verdammen Ketzerei und Andersgläubigkeit.

Die sog. Islamische Revolution im Iran 1979 war ein zentraler Ausgangspunkt, um Repression und Terror mit Religion zu verbinden. Der saudische Wahabatismus war eine Folge davon. Heute geht wiederum die größte Gefahr von Teherans Halbmond aus, der als Schiitische Internationale im Bogen vom Libanon, über Syrien bis nach Jemen an Einfluß gewinnt und Kriege steuern kann. Die Saudis reformieren sich unterdessen mit dem neuen Kronprinzen, Israel sucht fast förmlich die strategische Zusammenarbeit.

Es ist also umgekehrt - die offensichtliche Verteidigung des schiitisch-iranischen Islams ist derzeit das gefährlichste, was man überhaupt tun kann. Aber nicht, weil es "irgendeine" Konfession ist, sondern eine Politik, die Terror exportiert.
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon Julian » Mo 25. Dez 2017, 12:23

DarkLightbringer hat geschrieben:(25 Dec 2017, 12:11)


Es ist also umgekehrt - die offensichtliche Verteidigung des schiitisch-iranischen Islams ist derzeit das gefährlichste, was man überhaupt tun kann. Aber nicht, weil es "irgendeine" Konfession ist, sondern eine Politik, die Terror exportiert.


Noch einmal: Ich verteidige diese Verrückten im Iran nicht; das dort herrschende Mullah-Regime ist verachtenswert und gefährlich. Behalte also deine Strohmänner besser für dich.

Was ich nur behaupte, ist, dass von der deutschen Warte aus gesehen der sunnitische Islam derzeit das größere Problem darstellt. Wer sind denn deiner Meinung nach die aktuellen islamistischen Gefährder in Deutschland? Wer hat denn in den vergangenen Jahren islamistische Anschläge verübt in Europa, waren das Sunniten oder Schiiten?

Für Israel mag sich das anders darstellen, da dort Assad und die Hisbollah als die größten Probleme wahrgenommen werden; ich rede aber von Deutschland und seinen Interessen. Warum Deutschland gute Beziehungen zu Saudi Arabien, nicht aber zum Iran pflegen sollte, erschließt sich mir nicht, außer dass man aus pragmatischen Gründen der amerikanischen Schutzmacht und ihrer Politik folgt.
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon Ammianus » Mo 25. Dez 2017, 12:52

DarkLightbringer hat geschrieben:(25 Dec 2017, 12:11)

...

Die sog. Islamische Revolution im Iran 1979 war ein zentraler Ausgangspunkt, um Repression und Terror mit Religion zu verbinden. Der saudische Wahabatismus war eine Folge davon. Heute geht wiederum die größte Gefahr von Teherans Halbmond aus, der als Schiitische Internationale im Bogen vom Libanon, über Syrien bis nach Jemen an Einfluß gewinnt und Kriege steuern kann. Die Saudis reformieren sich unterdessen mit dem neuen Kronprinzen, Israel sucht fast förmlich die strategische Zusammenarbeit.

Es ist also umgekehrt - die offensichtliche Verteidigung des schiitisch-iranischen Islams ist derzeit das gefährlichste, was man überhaupt tun kann. Aber nicht, weil es "irgendeine" Konfession ist, sondern eine Politik, die Terror exportiert.


Was ist denn das? Der Wahabismus als Folge der iranischen Revolution? Tut mir leid, dass ist so unsinnig wie die Behauptung der Mullahs aus Teheran, der Wahabismus wäre von den Briten installiert worden. Der Islam, sobald er politisch auftritt, trägt eindeutig faschistoide Züge (jedenfalls nach westlicher Lesart). Ein nach Regeln von Koran und Sunna errichtetes Staatswesen ist automatisch repressiv und terroristisch. Terroristisch hier im Sinne der angedrohten Konsequenzen gegenüber jeder Person, die aus dem vorgegebenen Rahmen fällt.

(Fehler nach Umstellung eines Satzgliedes korrigiert, Ammianus)
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 25. Dez 2017, 13:37

Julian hat geschrieben:(25 Dec 2017, 12:23)

Noch einmal: Ich verteidige diese Verrückten im Iran nicht; das dort herrschende Mullah-Regime ist verachtenswert und gefährlich. Behalte also deine Strohmänner besser für dich.
Was ich nur behaupte, ist, dass von der deutschen Warte aus gesehen der sunnitische Islam derzeit das größere Problem darstellt. Wer sind denn deiner Meinung nach die aktuellen islamistischen Gefährder in Deutschland? Wer hat denn in den vergangenen Jahren islamistische Anschläge verübt in Europa, waren das Sunniten oder Schiiten?
Nun ja, das ist so ein "Spin", die Moslems allgemein zu kritisieren und damit die Sunna zu meinen, um die Shia in Ruhe zu lassen. Machen die Russen auch so, Terrorismus verurteilen einerseits, mit Terroristen zusammen arbeiten dann andererseits. Dieser "Spin" oder Dreh der Erzählweise deckt im Grunde den real existierenden Islamischen Staat. Das ist nicht mal "islam-kritisch", so meine hier vorzubringende These, das ist nur eine Unterscheidung von schwarzen und weißen Turbanen, die Unterscheidung von Premium-Partnern und anderen.

Zutreffend ist natürlich, dass Al Kaida oder IS Daesh da oder dort operiert, auch in Europa. Beide griffen aber nie den Iran an und umgekehrt bekämpfen die Iranischen Revolutionsgarden, Hisbollah und sonstige Milizen dieser Bauart in Syrien ausschließlich die gemäßigte Opposition. Warum wohl?
Im Jemen sitzen neben den Huthis auch eine Al Kaida-Abteilung und IS Daesh. Die Destabilisierung, oder auch "Libanonisierung" genannt, liegt im iranischen Interesse.

Für Israel mag sich das anders darstellen, da dort Assad und die Hisbollah als die größten Probleme wahrgenommen werden; ich rede aber von Deutschland und seinen Interessen. Warum Deutschland gute Beziehungen zu Saudi Arabien, nicht aber zum Iran pflegen sollte, erschließt sich mir nicht, außer dass man aus pragmatischen Gründen der amerikanischen Schutzmacht und ihrer Politik folgt.

Die "Schiitische Internationale" ist eine Bedrohung für die gesamte Region und das berührt selbstverständlich die europäischen Nachbarn wie die internationale Gemeinschaft insgesamt.
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 25. Dez 2017, 14:14

Ammianus hat geschrieben:(25 Dec 2017, 12:52)

Was ist denn das? Der Wahabismus als Folge der iranischen Revolution? Tut mir leid, dass ist so unsinnig wie die Behauptung der Mullahs aus Teheran, der Wahabismus wäre von den Briten installiert worden. Der Islam, sobald er politisch auftritt, trägt eindeutig faschistoide Züge (jedenfalls nach westlicher Lesart). Ein nach Regeln von Koran und Sunna errichtetes Staatswesen ist automatisch repressiv und terroristisch. Terroristisch hier im Sinne der angedrohten Konsequenzen gegenüber jeder Person, die aus dem vorgegebenen Rahmen fällt.

(Fehler nach Umstellung eines Satzgliedes korrigiert, Ammianus)

...mittelbar schon. Die "Islamische Revolution" 1979 war ein wesentlicher Ausgangspunkt für die Radikalisierung. In den Siebziger Jahren gab es noch Kinos in Saudi-Arabien, aber ebenfalls 1979 folgte die Besetzung der Großen Moschee in Mekka und das Königshaus suchte eine Übereinstimmung mit dem Klerus, ein faustischer Pakt sozusagen, um dem revolutionären Islam nicht zu viel Raum zu geben. Die Kleriker übernahmen die Gesellschaftspolitik, der strenge Wahabismus wurde normal oder besser gesagt, das Verrückte wurde normal. Für die kommenden 30 Jahre.

Politik wird gern religiös aufgeladen oder überhöht, war schon immer so. "Gott mit uns" war der Wahlspruch der Reichswehr, aber auch schon des Römischen Reiches. Sogar für Faschisten spielt die konfessionelle Frage eine gewisse Rolle und sei es nur zur Begründung von Repression und Terror.
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon Ammianus » Mo 25. Dez 2017, 16:47

Nein, die Wurzeln liegen viel tiefer und reichen weiter zurück. Der heutige Wahabismus entstand im 18. Jahrhundert. Und schon damals verbündete sich ein Fürstengeschlecht mit dem Gründer dieser absolut rückwärtsgewandten Bewegung. Es hat also Tradition, wenn sich die Saudis mit dem Westen verbünden. Und wir, obwohl wir wissen, was das für eine Welt ist, die dort im Südosten existiert, halten dieses Bündnis auf Grund globaler politischer Vorteile.
Witzigerweise übrigens lehren die iranischen Mullahs, dass es die Briten gewesen wären, die den Wahabismus geschaffen hätten. Witzigerweise ist das normale Leben in der IRI immer noch liberaler – je nach Familie natürlich – als unter den Saudis. Frauen dürfen Auto fahren. Es gibt Kinos und jede Menge Rückzugsräume – was mich an mein früheres „Vaterland“ erinnert. Wobei ich, hätte ich nur diese Wahl, die DDR jeglichem islamischen Regime vorziehen würde. Die konnte man sich wenigstens schön saufen ohne misshandelt oder erdrosselt zu werden.

Das mit dem angeblichen Missbrauch von Religion ist ein weites Feld und wird gern verwendet um den politischen Islam ein wenig als Entgleisung zu kaschieren. Er ist es nicht. Er ist die logische Folge aus Koran und Sunna.
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 25. Dez 2017, 18:41

Ja sicher, Wurzeln mögen irgendwo liegen, wahrscheinlich schon in der Jungsteinzeit, aber Kohmeinis 79-er Revolution war einschneidend und für die Saudis die Besetzung der Großen Moschee durch radikale Kräfte. Bis dahin gab es nunmal Kinos und was weiß ich alles.
Die Mullahs betrachten auch kurdische Unabhängigkeitsbewegungen als "zionistisches Projekt".

Andererseits ist zu sagen, dass der neue saudische Kronprinz das Land modernisieren will, der Extremismus soll zerstört werden.

Wenn Koran und Sunna automatisch und von sich heraus Terror gebieren, dann wäre es ein magischer Vorgang. Und RAF oder IRA würde diese Annahme ohnehin nicht erklären können.
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon Julian » Mo 25. Dez 2017, 20:14

DarkLightbringer hat geschrieben:(25 Dec 2017, 13:37)

Nun ja, das ist so ein "Spin", die Moslems allgemein zu kritisieren und damit die Sunna zu meinen, um die Shia in Ruhe zu lassen. Machen die Russen auch so, Terrorismus verurteilen einerseits, mit Terroristen zusammen arbeiten dann andererseits.


Ich hatte dich nach Terroranschlägen in Europa und der Verteilung auf Sunniten und Schiiten gefragt, und was wir daraus für Schlüsse ziehen.

Und nochmals: Ich halte den Islam insgesamt für eine Bedrohung und für bescheuert. Und "bescheuert" sage ich nur, weil ich nicht angeklagt werden möchte wegen Blasphemie in diesem doch teilweise recht illiberalen Deutschland, und um nicht gesperrt zu werden in diesem doch sehr islamfreundlichen Forum.

Was würden denn die Muslime mit mir machen, einem liberal eingestellten, atheistischen, homosexuellen, streitbaren westlichen Mann? Richtig, sie würden mich umbringen, sowohl Sunniten als auch Schiiten. Dass ich darüber nicht meine wahre Meinung sagen darf, ist eine Schande für die Meinungsfreiheit in Deutschland.
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon Julian » Mo 25. Dez 2017, 20:18

Dampflok94 hat geschrieben:(23 Dec 2017, 18:14)

Herr Sabri wird bisher nicht als solcher gesehen. Er hat ja sogar den Landesverddienstorden erhalten. Das mag ein Fehler gewesen sein. Aber jetzt so zu tun, als hätte man bewußt einen Extremisten eingeladen, wenn er denn überhaupt einer ist, ist auch falsch.


Dampflok94 hat geschrieben:(23 Dec 2017, 18:51)

Was weiß man? Erst mal scheint so einiges unklar zu sein:

Quelle
Vielleicht sollte man erst mal die Vorwürfe klären, bevor man ein Faß aufmacht!


Die Moschee ist eine radikalislamsiche Moschee, unabhängig davon, ob irgendeine gutmenschlich-naive evangelische Gemeinde mit diesen Muslimbrüdern zusammenarbeitet.

Dazu Hamed Abdel-Samad (der sich hier nicht zum aktuell eingeladenen, sondern zum beim letzen Mal eingeladenen Imam auslässt, was aber keinen Unterschied macht, da er sich zur Moschee an sich äußert):
https://www.youtube.com/watch?v=1_ncpHgvLSc#t=4m32s
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 25. Dez 2017, 21:02

Julian hat geschrieben:(25 Dec 2017, 20:14)

Ich hatte dich nach Terroranschlägen in Europa und der Verteilung auf Sunniten und Schiiten gefragt, und was wir daraus für Schlüsse ziehen.
Für den aktiven Terrorismus dieser Prägung in Europa ist der IS Daesh zuständig, der aber beispielsweise auch im Jemen sitzt und den Iran in Ruhe lässt. In Europa hat die Hisbollah ihren Ruheraum. Die konfessionelle Note ergibt sich jeweils aus der Eingrenzung - das ist ja so, als ob man fragte, ob es bei der IRA viele Katholiken gibt oder ob Russen in der Ukraine orthodox seien. Die Ukraine liegt übrigens auch in Europa, vollständig, und der Konflikt soll um die 10.000 Tote bislang gefordert haben. Zählt aber nicht, weil das wäre ja orthodoxistisch und den Begriff gibt es nicht mal. Wenn man nach sunnitischen Terroristen fragt, dann sind sie wohl sunnitisch.

Schlüsse werden je nach Parteiung unterschiedliche gezogen. Mein Vorschlag wäre, dem IS Daesh an den Kragen zu gehen, in einem übergreifenden Konzept, der Terror jedweder Form bekämpft.

Und nochmals: Ich halte den Islam insgesamt für eine Bedrohung und für bescheuert. Und "bescheuert" sage ich nur, weil ich nicht angeklagt werden möchte wegen Blasphemie in diesem doch teilweise recht illiberalen Deutschland, und um nicht gesperrt zu werden in diesem doch sehr islamfreundlichen Forum.
Das ist der Unterschied, ich halte Terrorismus für "bescheuert" oder Terror jedweder Form. Eine Religion als solche für eine Bedrohung zu halten, dazu müsste man erstmal definieren, wer oder was diese Religion ist. Ist es eine Schrift, eine Magie, eine Regierung, eine Miliz oder einfach alle Menschen, die schon mal gebetet haben - vom malischen Bauer bis zum reformistischen Kronprinzen?
Mal im ernst, der namhafte Direktor der Stiftung Wissenschaft & Politik hält selbst einen Ausdruck wie "Krieg dem Terror" für völlig unpräzise. Das ist sozusagen ein politischer Ausdruck ohne handhabbare Zielkoordinaten.

Was würden denn die Muslime mit mir machen, einem liberal eingestellten, atheistischen, homosexuellen, streitbaren westlichen Mann? Richtig, sie würden mich umbringen, sowohl Sunniten als auch Schiiten. Dass ich darüber nicht meine wahre Meinung sagen darf, ist eine Schande für die Meinungsfreiheit in Deutschland.
Muslime würden nichts machen, der Boko Haram vielleicht schon.
Ist hier der Ausdruck "Meinungsfreiheit" ein Euphemismus für Repression ?
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon Julian » Mo 25. Dez 2017, 21:11

DarkLightbringer hat geschrieben:(25 Dec 2017, 21:02)
Muslime würden nichts machen, der Boko Haram vielleicht schon.
Ist hier der Ausdruck "Meinungsfreiheit" ein Euphemismus für Repression ?


Unsinn. Da, wo sunnitische (Saudi Arabien) oder schiitische (Iran) Muslime die Macht haben, werden Leute wie ich umgebracht. Dafür, dass ich meinen Gefühlen demgegenüber in diesem ach so freien Deutschland nicht einmal Ausdruck verleihen darf, danke ich Herrn Maas und Frau Merkel.
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon Michi » Mo 25. Dez 2017, 21:21

Julian hat geschrieben:(25 Dec 2017, 20:14)

Und "bescheuert" sage ich nur, weil ich nicht angeklagt werden möchte wegen Blasphemie in diesem doch teilweise recht illiberalen Deutschland, und um nicht gesperrt zu werden in diesem doch sehr islamfreundlichen Forum.

http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?f=24&t=64721

Bis jetzt noch niemand gesperrt worden deswegen. ¯\_(ツ)_/¯
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 25. Dez 2017, 21:27

Julian hat geschrieben:(25 Dec 2017, 21:11)

Unsinn. Da, wo sunnitische (Saudi Arabien) oder schiitische (Iran) Muslime die Macht haben, werden Leute wie ich umgebracht.
Auch in Ägypten, Tunesien, Albanien ? Und in Russland wäre es ungefährlich, weil dort Orthodoxe an der Macht sind? Die konfessionalistische Sichtweise hat ihre Tücken.

Dafür, dass ich meinen Gefühlen demgegenüber in diesem ach so freien Deutschland nicht einmal Ausdruck verleihen darf, danke ich Herrn Maas und Frau Merkel.
Ein Land, welches ohne Justiz und Regierungschef auskommt, ist ein sog. failed state.
Der Merkel-Galgen wird mittlerweile kommerziell vertrieben. Des Gefühls wegen.

Ergänzung:

Die Galgen werden über die eigene Homepage von Bernd O. angeboten. Zusätzlich wurden sie in dem Vereinsheim des „Heimattreue Niederdorf e.V.“ ausgestellt.
https://www.merkur.de/politik/merkel-ga ... 26180.html
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon KarlRanseier » Mo 25. Dez 2017, 21:41

Julian hat geschrieben:(25 Dec 2017, 21:11)

Unsinn. Da, wo sunnitische (Saudi Arabien) oder schiitische (Iran) Muslime die Macht haben, werden Leute wie ich umgebracht. Dafür, dass ich meinen Gefühlen demgegenüber in diesem ach so freien Deutschland nicht einmal Ausdruck verleihen darf, danke ich Herrn Maas und Frau Merkel.



Wenn es so wäre, hättest Du das so sicherlich nicht geschrieben. :rolleyes:

Dein Kommentar erinnert irgendwie an das niveaulose AfD-Gesülze. Ständig behaupten diese Figuren, Tabus zu brechen oder Dinge zu sagen, die man nicht sagen dürfe. Deren Anhängerschaft ist offenbar schwachsinnig, denn sie glaubt den AfD-Figuren ihr Geheule und wundert sich überhaupt nicht, dass es keinerlei strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht.

Der Umgang des Iran und Saudi Arabiens mit Homosexuellen wird übrigens in Deutschland durchaus kritisiert. Wer wurde für eine solche Kritik strafrechtlich belangt? :?:
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon think twice » Mo 25. Dez 2017, 22:10

Julian hat geschrieben:(25 Dec 2017, 20:14)

Und nochmals: Ich halte den Islam insgesamt für eine Bedrohung und für bescheuert. Und "bescheuert" sage ich nur, weil ich nicht angeklagt werden möchte wegen Blasphemie in diesem doch teilweise recht illiberalen Deutschland, und um nicht gesperrt zu werden in diesem doch sehr islamfreundlichen Forum.

Was würden denn die Muslime mit mir machen, einem liberal eingestellten, atheistischen, homosexuellen, streitbaren westlichen Mann? Richtig, sie würden mich umbringen, sowohl Sunniten als auch Schiiten. Dass ich darüber nicht meine wahre Meinung sagen darf, ist eine Schande für die Meinungsfreiheit in Deutschland.

Wieso darfst du nicht deine Meinung sagen? Du hetzt schon wieder den ganzen Tag hier rum und niemand hindert dich daran. Was willst du denn? Willst du dich mit mit einem Megaphon in Riad oder Teheran auf die Strasse stellen und brüllen: "Ich bin schwul und ihr Moslems seid SCHEISSE!!" und die Leutz laden dich anschließend zum Tee ein? Wärst du dann zufrieden?
Zuletzt geändert von think twice am Mo 25. Dez 2017, 22:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon Dampflok94 » Mo 25. Dez 2017, 22:22

[quote="Julian"](25 Dec 2017, 20:18)

Die Moschee ist eine radikalislamsiche Moschee, .../quote]
Das ist kein Fakt sondern umstritten. Genau das ist ja das Thema.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon JFK » Mo 25. Dez 2017, 22:23

Julian hat geschrieben:(25 Dec 2017, 21:11)

Unsinn. Da, wo sunnitische (Saudi Arabien) oder schiitische (Iran) Muslime die Macht haben, werden Leute wie ich umgebracht. Dafür, dass ich meinen Gefühlen demgegenüber in diesem ach so freien Deutschland nicht einmal Ausdruck verleihen darf, danke ich Herrn Maas und Frau Merkel.


Leute wie du werden kaum umgebracht, weil sie sich ihrem umfeld anpassen wie ein Camelion, du machst dir mit deiner Hetze gegen Juden/Christen ect in radikalen Kreisen einen Namen und Lebst dann wie König in Frankreich.
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Re: Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 25. Dez 2017, 22:37

Dampflok94 hat geschrieben:(25 Dec 2017, 22:22)


Der NBS klagt gegen seine Erwähnung im Verfassungsschutzbericht.
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