Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon Unité 1 » Do 22. Feb 2018, 23:23

schelm hat geschrieben:(22 Feb 2018, 23:09)

Minderqualifizierter Versuch der Umkehr der Deutungshoheit.

Völlig untauglicher Versuch einer Antwort, der den zitierten Beitrag zur Gänze missachtet. Ein echter schelm.
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon think twice » Fr 23. Feb 2018, 07:39

schelm hat geschrieben:(22 Feb 2018, 22:30)

Tatsächlich ist es natürlich hirnrissig, einer Ausländerin einen ausländer - oder fremdenfeindlichen Übergriff zu attestieren der ja im Selbstverständnis der PC eine pauschale Ablehnung von Ausländern definiert. Die Realsatire in diesem Fall muss aber aufrecht erhalten werden, denn würdet ihr ( die politisch Korrekten ) einmal differenzieren, gegen wen genau und aus welchen Motiven so ein Übergriff geschah, müsstet ihr es immer tun, am Ende wärs das noch für die schönen Keulen und jemand, der einen solchen Übergriff begeht, wäre am Ende gar kein pauschaler Ausländer - oder Fremdenfeind, sondern hat vielleicht " nur " Aversionen gegen bestimmte Personen mit bestimmten Auftreten, aus den unterschiedlichsten persönlichen Motiven, bspw. eigner Diskriminierungserfahrung durch Personen aus dieser Gruppe, Motiv also Rache. Nicht gutzuheißen, aber menschlich nachzuvollziehen. Womit wir da bereits auf einer ganz anderen Ebene von Realität wären, als die des dumpfen Eintütens in " Ausländerfeinde " oder " Vielfältige ".

Tatsächlich war die Alte ganz klar islamfeindlich. Und natürlich ist es menschlich nachvollziehbar für ein AfD-Groupie aus dem Osten, dass man einer Muslimin die Burka entreißt und sie beleidigt. Bernd Höcke will den Islam am Bosporus bekämpfen, manche fangen hier schon mal an, getreu den Vorgaben ihrer Vorbeter. In ihrem russischen Supermarkt wird die Olga von der Wolga jetzt bestimmt als Heldin gefeiert, vielleicht kommt Eugen Schmidt persönlich vorbei und überreicht einen Blumenstrauss.

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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon schelm » Fr 23. Feb 2018, 08:00

think twice hat geschrieben:(23 Feb 2018, 07:39)

Tatsächlich war die Alte ganz klar islamfeindlich. Und natürlich ist es menschlich nachvollziehbar für ein AfD-Groupie aus dem Osten, dass man einer Muslimin die Burka entreißt und sie beleidigt. Bernd Höcke will den Islam am Bosporus bekämpfen, manche fangen hier schon mal an, getreu den Vorgaben ihrer Vorbeter. In ihrem russischen Supermarkt wird die Olga von der Wolga jetzt bestimmt als Heldin gefeiert, vielleicht kommt Eugen Schmidt persönlich vorbei und überreicht einen Blumenstrauss.

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Wenn du zu Unrecht jemanden dafür büßen lässt, weil du ihn für Rechts hältst, bist du dann Germanophob ? Die Täterin kann selber Muslimin (gewesen) sein, hat ggf. in Aserbaidschan einschlägige Erfahrungen gemacht.

Bernd Höcke, wer ist das ? Im übrigen will der von dir benannte den Islam nicht am Bosporus bekämpfen, sondern seine exzessive Ausbreitung in Europa.

Wie kommen du und andere eigentlich zu den Automatismus, die Frau aus Aserbaidschan müsse eine Russin sein ? Vorurteile ?

Aber selbst wenn sie der absoluten russischen Minderheit dort je angehörte, so sei erwähnt, Aserbaidschan nimmt Platz 45 auf der Liste der Staaten mit der größten Christenverfolgung ein. VielfaltsjüngerInnen sollten einkalkulieren, wer die Welt einlädt, bekommt auch einen Mikrokosmos der Probleme der Welt.
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon becksham » Fr 23. Feb 2018, 08:41

Unité 1 hat geschrieben:(22 Feb 2018, 22:46)

Argumentieren für und von Schwachköpfen . Heute mit schelm .

Deutscher ist man ja nicht qua Geburt, sondern qua Zugehörigkeitsgefühl . Betonst du das nicht immer ?
Wie auch immer, natürlich können Ausländer ausländerfeindliche Übergriffe begehen . Zum einen weil es keinen deutschen Pass braucht, um sich deutsch zu fühlen . Schrumpfhirn reicht . * Zum anderen verwechselt die schreibende Zunft gelegentlich "ausländerfeindlich" mit rassistisch bzw. fremdenfeindlich . Da kommt es bei der nicht ganz so mitdenkend mitlesenden Zunft schonmal zu Kurzschlüssen . Die glaubt, dass rassistisch ein rein deutsches Attribut sei und folglich keine Motivation für Übergriffen von Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft bilden könne . Der antideutsche Reflex sei ihnen gegönnt, man könnt's ja manchmal wirklich glauben .



* an alle spontan ergriffenen und nun tränenreich schluchzenden Patrioten: Das war der Pointe wegen.

und nun was wichtiges: Hej, bboard, I want my Leerzeichen back. :mad:

Ich hab mich schon die ganze Zeit gefragt, warum hier angenommen wird, nur der "echte Deutsche" könne fremdenfeindlich sein. Danke dir.
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon Provokateur » Fr 23. Feb 2018, 09:18

becksham hat geschrieben:(23 Feb 2018, 08:41)

Ich hab mich schon die ganze Zeit gefragt, warum hier angenommen wird, nur der "echte Deutsche" könne fremdenfeindlich sein. Danke dir.


Es gibt ernsthaft Menschen, die behaupten, dass People of Colour nicht rassistisch sein könnten.
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon schelm » Fr 23. Feb 2018, 09:55

becksham hat geschrieben:(23 Feb 2018, 08:41)

Ich hab mich schon die ganze Zeit gefragt, warum hier angenommen wird, nur der "echte Deutsche" könne fremdenfeindlich sein. Danke dir.

Wer nimmt das denn an ? Nun, diejenigen, die in reflexhafte Diffamierung verfallen, wenn eine umgekehrte Täter - Opferkonstellation thematisiert wird. Dann heißt es, man wolle nur hetzen und Ressentiments schüren, diejenigen, die dafür verantwortlich sind solche Taten nicht gesondert statistisch zu erfassen, vergleichbar gesellschaftlich zu thematisieren, diejenigen, die sogar soweit gehen, rechte Straftaten so zu verbalisieren, so dass der Eindruck entsteht die Statistik beschreibt damit nur Straftaten ethnodeutscher Täter.
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon Unité 1 » Fr 23. Feb 2018, 10:04

becksham hat geschrieben:(23 Feb 2018, 08:41)

Ich hab mich schon die ganze Zeit gefragt, warum hier angenommen wird, nur der "echte Deutsche" könne fremdenfeindlich sein. Danke dir.

Schelm nutzt das offenbar, um einerseits die Entschuldbarkeit fremdenfeindlicher Übergriffe anzudeuten - man habe ja entsprechende Erfahrungen eventuell, vielleicht, vielleicht gemacht, da könne man ja die Reaktion verstehen uswusf. (siehe dessen Beitrag über deinem)
Andererseits soll hier einfach nicht über Fremdenfeindlichkeit gesprochen werden. Denke doch nur mal an Aserbaidschan und die Christenverfolgung! Whataboutistische alte Leier eben. (im gleichen Beitrag)
Drittens möchte schelm Zweifel säen, ob Fremdenfeindlichkeit/Rassismus überhaupt existiert. Glaube ja nichts, wenn in einer Zeitung etwas von ausländerfeindlichen Übergriffen steht.

Und wenn es für diesen Zweck nötig ist, dass schelm die hanebüchene Konstruktion aufstellt, Nicht-Deutsche könnten gar nicht ausländerfeindlich sein, dann nimmt er das eben in Kauf in der Hoffnung, es wird schon nicht weiter auffallen.
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon hafenwirt » Fr 23. Feb 2018, 10:08

Provokateur hat geschrieben:(23 Feb 2018, 09:18)

Es gibt ernsthaft Menschen, die behaupten, dass People of Colour nicht rassistisch sein könnten.


Auf allzu viele bin ich aber bisher nicht getroffen, zumindest in Deutschland. Auch hier überwiegt eher die Mehrheit der Rechten, die ach-so-ironisch äußern: "Wie jetzt , ein Ausländer kann jetzt also auch fremdenfeindlich sein hö hö hö ? "
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon Provokateur » Fr 23. Feb 2018, 10:12

hafenwirt hat geschrieben:(23 Feb 2018, 10:08)

Auf allzu viele bin ich aber bisher nicht getroffen, zumindest in Deutschland. Auch hier überwiegt eher die Mehrheit der Rechten, die ach-so-ironisch äußern: "Wie jetzt , ein Ausländer kann jetzt also auch fremdenfeindlich sein hö hö hö ? "


Ich sag nur Ruanda. Tutsi vs. Hutu. Klarer Rassismus.
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon schelm » Fr 23. Feb 2018, 10:43

Unité 1 hat geschrieben:(23 Feb 2018, 10:04)

Schelm nutzt das offenbar, um einerseits die Entschuldbarkeit fremdenfeindlicher Übergriffe anzudeuten - man habe ja entsprechende Erfahrungen eventuell, vielleicht, vielleicht gemacht, da könne man ja die Reaktion verstehen uswusf. (siehe dessen Beitrag über deinem)
Andererseits soll hier einfach nicht über Fremdenfeindlichkeit gesprochen werden. Denke doch nur mal an Aserbaidschan und die Christenverfolgung! Whataboutistische alte Leier eben. (im gleichen Beitrag)
Drittens möchte schelm Zweifel säen, ob Fremdenfeindlichkeit/Rassismus überhaupt existiert. Glaube ja nichts, wenn in einer Zeitung etwas von ausländerfeindlichen Übergriffen steht.

Und wenn es für diesen Zweck nötig ist, dass schelm die hanebüchene Konstruktion aufstellt, Nicht-Deutsche könnten gar nicht ausländerfeindlich sein, dann nimmt er das eben in Kauf in der Hoffnung, es wird schon nicht weiter auffallen.

Alles Spekulationen ohne Argumente. Das Ziel der Verhaltensnormierer ist das grobe Raster. Da ist kein Platz für die Annahme diverser Motive. Was, sie hat ihr die Verschleierung runter gerissen ? Moment, was steht im Handbuch ? Islamophobie oder Fremdenfeindlichkeit.

Niemand mit Verstand beugt sich so eingeschränkter Vorstellung ohne Verstand.
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon Unité 1 » Fr 23. Feb 2018, 11:03

schelm hat geschrieben:(23 Feb 2018, 10:43)

Alles Spekulationen ohne Argumente.
Für drittens müsste ich etwas weiter ausholen, stimmt. Die ersten beiden Punkte sind einfach deinem Beitrag entnommen.
Das Ziel der Verhaltensnormierer ist das grobe Raster.
Nein, nein, schelm. Ihr fahrt zweigleisig - die Vereinfachung betrifft nur die Motive des Widerredenden: Da kämpft die PC um ihre Deutungshoheit. "Moment, was steht im Handbuch ?"
Vernebelt wird bei unangenehmen Dingen, seien es die Reden Höckes (da wird gedeutet und gedeutet bis die Rede im so oder so, aber keinesfalls so Gemeinten untergeht), fremdenfeindliche Übergriffe - War es ein Sachse? Notwehr. War es eine Nicht-Deutsche? Kein Rassismus. War es ein Türke? Ganz klar Faschismus - oder den alltäglichen Ausfällen der AfD-Mitglieder.
Über das Ziel kann ich nur spekulieren, vermutlich liegt es in der Erosion gängiger Erklärungsmuster, um in der Lücke seine eigenen exklusiven Definitionen unterzubringen.
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon Provokateur » Fr 23. Feb 2018, 11:06

schelm hat geschrieben:(23 Feb 2018, 10:43)
Was, sie hat ihr die Verschleierung runter gerissen ? Moment, was steht im Handbuch ? Islamophobie oder Fremdenfeindlichkeit.


Der Eingriff in die Bekleidung des Gegenüber ist nur in den seltensten Fällen eine Handlung, die durch Freundlichkeit und Güte begründet wird. Die einzige Annahme, die sich also außerhalb des Hasses als handlungsbegründend finden dürfte, wäre also Geisteskrankheit.
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 23. Feb 2018, 11:12

Auf alle Fälle ist die Aufregung hier über ein heruntergerissenes schwarzes Bettlaken ungleich größer als jeder tödliche Tritt gegen ein Genick oder ein tödlicher Messerangriff. Kommt immer drauf an, wer Opfer und wer Täter ist.
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon TheManFromDownUnder » Fr 23. Feb 2018, 11:15

Fremdenfeindlichkeit ist doch nichts Neues! Das gibt es schon lange in Deutschland. Nicht nur gegen Auslaender sondern gegen die eigenen Landsleute wenn sie nicht aus der gleichen Gegend kommen. Das insbsondere im schoenen Bayern und dort vor allem in den Kleinstaedten. Mein erster Job war in einem Kaff namens Rain am Lech. Ich fuehlte mich mehr zu Hause irgendwo in Afrika als in diesem spiessigen Kaff wo ich beauegt wurde wie ein Alien vom Mars. Welche Chance hat da jemand aus Syrien, Afrika oder sonstwoher?

Aber auch in den Grosstaedten bemerkte ich bei meinen letzten Deutschlandbesuchen eine unterschwellige Auslaenderfeindlichkeit. Nicht wegen den Sprechern am Stachus die den Untergang des Vaterlandes predigten sondern persoenliche Erlebnisse wenn ich in oeffentlichen Verkehrsmitteln Kommentare wie Scheissamis, Scheissauslaender hoerte wenn ich mit meiner Frau Englisch sprach. Natuerlich gab ich eine Retourkutsche in Deutsch
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon Selina » Fr 23. Feb 2018, 11:38

Ja, Fremdenfeindlichkeit ist immer und in jedem Falle eines Menschen unwürdig. Überall auf der Welt. Da wir uns aber hier in Deutschland befinden, sollten wir schon besonders genau auf die hiesige Fremdenfeindlichkeit schauen. Und die nimmt glasklar zu. Immens. Befeuert durch legitimierte Teilnahme Rechtsradikaler am öffentlichen Diskurs in allen möglichen Formen, unter anderem auch auf Parlamentsstühlen. Dort gibt man sich arglos und frech und allzeit fremdenfeindlich. Im Zweifel hat man dann auch schnell mal was "nicht so gemeint". Wenn ich Leute sehe, die selbst keinerlei Benehmen haben, die über einen Horizont verfügen, der gerade mal von da nach da reicht, dann wirkt es schon immer besonders kurios, wenn die ihre fremdenfeindlichen Sprüche absondern. Wo es doch eigentlich so vieles am eigenen Ego zu verbessern gäbe.
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon schelm » Fr 23. Feb 2018, 12:24

Provokateur hat geschrieben:(23 Feb 2018, 11:06)

Der Eingriff in die Bekleidung des Gegenüber ist nur in den seltensten Fällen eine Handlung, die durch Freundlichkeit und Güte begründet wird. Die einzige Annahme, die sich also außerhalb des Hasses als handlungsbegründend finden dürfte, wäre also Geisteskrankheit.

Klar, du beleidigst jemand mit " fette Sau " und bist phobisch gegen Übergewichtige. Also, ich bin dann prinzipiell Menschenfeindlich und bedarf der Nachschulung, denn ich hasse Fußgänger auf dem Radweg oder Elefantenrennen auf der Autobahn. Wie kann das Gedankenverbrechen therapiert werden, in dem Moment nicht " scheiss Fußgänger / Brummifahrer " zu denken oder zu äußern ?
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon Provokateur » Fr 23. Feb 2018, 19:09

schelm hat geschrieben:(23 Feb 2018, 12:24)

Klar, du beleidigst jemand mit " fette Sau " und bist phobisch gegen Übergewichtige.


Mit Phobie hat das nichts zu tun. Wenn ich jemanden mit "fette Sau" tituliere, dann stelle ich mich über ihn, da ich mich weder als fett noch als Sau empfinde. Ich sage also nur auf anderem Weg, dass ich mich für viel besser halte als ihn. Was in dem Moment noch nicht einmal berechtigt sein muss, denn wenn ich ein Argument auf das Verhältnis von Gewicht zu Größe abstelle, kann es nicht darum gehen, den Inhalt seiner Äußerungen oder seinen Intellekt zu beurteilen.

schelm hat geschrieben: Also, ich bin dann prinzipiell Menschenfeindlich und bedarf der Nachschulung, denn ich hasse Fußgänger auf dem Radweg oder Elefantenrennen auf der Autobahn. Wie kann das Gedankenverbrechen therapiert werden, in dem Moment nicht " scheiss Fußgänger / Brummifahrer " zu denken oder zu äußern ?


Du hasst? Dazu mal ein Gleichnis aus dem asiatischen Raum, welches mich sehr zum Nachdenken angeregt hat:
http://mymonk.de/das-geschenk-nicht-annehmen-eine-kurze-zen-geschichte/

Einmal lebte ein großer Krieger. Obwohl er schon etwas in die Jahre gekommen war, konnte er dennoch jeden Herausforderer besiegen. Dies war überall im Land bekannt, und viele Schüler hatten sich bei ihm eingefunden.

Eines Tages kam ein junger Schwertkämpfer von zweifelhaftem Ruf ins Dorf. Er war fest entschlossen, der erste zu sein, der den großen Meister bezwingen würde. Neben seiner Stärke besaß er die abschreckende Fähigkeit, jede Schwäche seines Gegners zu erkennen und auszunutzen. Er würde den ersten Schlag seines Gegners abwarten, und sobald dieser sich eine Blöße gab, ihm mit gnadenloser Kraft und blitzartiger Schnelligkeit einen Stoß versetzen. Bisher war noch keiner bei einem Duell mit ihm über den ersten Schlag hinausgekommen.

Ohne auf den Rat seiner besorgten Schüler zu hören, akzeptierte der alte Meister die Herausforderung zum Kampf. Als die beiden in Stellung gingen, begann der junge Krieger dem Meister wüste Beschimpfungen an den Kopf zu werfen. Er schmiss Dreck und spuckte ihm ins Gesicht. Stundenlang ereiferte er sich an den schlimmsten Flüchen und Beleidigungen, die damals der Menschheit bekannt waren. Doch der Meister stand einfach bewegungslos und ruhig da. Schließlich hatte sich der junge Krieger verausgabt. Er sah ein, dass er geschlagen war, und zog beschämt von dannen.

Etwas enttäuscht darüber, dass ihr Meister den überheblichen Herausforderer nicht zurechtgewiesen hatte, versammelten sich seine Schüler um ihn und baten um eine Erklärung. „Wie konntet Ihr solch eine Schmach über Euch ergehen lassen? Wie kam es, dass er ohne zu kämpfen von dannen zog?” „Wenn jemand kommt um dir ein Geschenk zu geben und du nimmst es nicht an”, antwortete der Meister, “wem gehört dann das Geschenk?”


Du ärgerst dich auf deinem Fahrrad, du ärgerst dich in deinem Auto. Die, denen dein Ärger gilt, werden es nicht bemerken - und selbst wenn, den meisten Brummi-Fahrern ist es dermaßen wurstegal. Wem schadet dein Ärger nun? Ändert sich etwas?

Nein - nur dein Blutdruck. Der geht nach oben, und deine Lebenszeit geht nach unten.

Merkst du was?
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 23. Feb 2018, 19:24

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(23 Feb 2018, 11:15)

Fremdenfeindlichkeit ist doch nichts Neues! Das gibt es schon lange in Deutschland. Nicht nur gegen Auslaender sondern gegen die eigenen Landsleute wenn sie nicht aus der gleichen Gegend kommen. Das insbsondere im schoenen Bayern und dort vor allem in den Kleinstaedten. Mein erster Job war in einem Kaff namens Rain am Lech. Ich fuehlte mich mehr zu Hause irgendwo in Afrika als in diesem spiessigen Kaff wo ich beauegt wurde wie ein Alien vom Mars. Welche Chance hat da jemand aus Syrien, Afrika oder sonstwoher?

Aber auch in den Grosstaedten bemerkte ich bei meinen letzten Deutschlandbesuchen eine unterschwellige Auslaenderfeindlichkeit. Nicht wegen den Sprechern am Stachus die den Untergang des Vaterlandes predigten sondern persoenliche Erlebnisse wenn ich in oeffentlichen Verkehrsmitteln Kommentare wie Scheissamis, Scheissauslaender hoerte wenn ich mit meiner Frau Englisch sprach. Natuerlich gab ich eine Retourkutsche in Deutsch


Naja diese Überhöhung von Vaterland, Identität, Nationalität und Kultur und dass Schimpfen auf sogenannte " KULTURFREMDE" und der Herabsetzung alles " entarteten" überdeckt bei solchen Leute die so denken und sprechen gepaart mit einer gewissen bildungsarmen, Gewalt geilen Militanz völkischer Prägung vor allem eines: pathologische Verlustangst und mangelndes Selbstbewusstsein.
Zuletzt geändert von Alpha Centauri am Fr 23. Feb 2018, 23:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon Marmelada » Fr 23. Feb 2018, 19:38

Billie Holiday hat geschrieben:(23 Feb 2018, 11:12)

Auf alle Fälle ist die Aufregung hier über ein heruntergerissenes schwarzes Bettlaken ungleich größer als jeder tödliche Tritt gegen ein Genick oder ein tödlicher Messerangriff. Kommt immer drauf an, wer Opfer und wer Täter ist.
Falsch. Hier geht es darum, was aus diesem Vorfall gemacht wird, den übrigens kein böser Gutmensch eingestellt hat, um sich zu empöööören. Der wurde eingestellt, um folgende Schlüsse zu ziehen "Fremde können keine Fremdenfeindlichkeit begehen, also gibt es keine Fremdenfeindlichkeit, also sollte Burka runterreißen Trendsport werden", "War bestimmt verspätete Notwehr". Und auch von dir. Aus Die Frau erlitt Verletzungen. wird ein "heruntergerissenes schwarzes Bettlaken". Aber selbst wenn es ohne Verletzungen und Beleidigungen abgegegangen wäre, es gehört nicht zur deutschen Leitkultur, Fremden Kleidungsstücke zu entreißen. Legen wir sonst nicht großen Wert auf Leitkultur oder bestehen da flexible Ausnahmen? Und außerdem, du spielst dich doch gerne als Fürsprecherin der entrechteten Frauen unter Burkas auf. Glaubst du ernsthaft, der armen Frau unter der Burka ist geholfen, wenn sie ihr in der Öffentlichkeit runtergerissen wird? Auch wenn du es nicht soooo schlimm findest, aktiviere mal deine Empathie, sofern vorhanden.
Zuletzt geändert von Marmelada am Fr 23. Feb 2018, 19:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wächst die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?

Beitragvon Selina » Fr 23. Feb 2018, 19:52

Marmelada hat geschrieben:(23 Feb 2018, 19:38)

Falsch. Hier geht es darum, was aus diesem Vorfall gemacht wird, den übrigens kein böser Gutmensch eingestellt hat, um sich zu empöööören. Der wurde eingestellt, um folgende Schlüsse zu ziehen "Fremde können keine Fremdenfeindlichkeit begehen, also gibt es keine Fremdenfeindlichkeit, also sollte Burka runterreißen Trendsport werden", "War bestimmt verspätete Notwehr". Und auch von dir. Aus Die Frau erlitt Verletzungen. wird ein "heruntergerissenes schwarzes Bettlaken". Aber selbst wenn es ohne Verletzungen und Beleidigungen abgegegangen wäre, es gehört nicht zur deutschen Leitkultur, Fremden Kleidungsstücke zu entreißen. Und außerdem, du spielst dich doch gerne als Fürsprecherin der entrechteten Frauen unter Burkas auf. Glaubst du ernsthaft, der armen Frau unter der Burka ist geholfen, wenn sie ihr in der Öffentlichkeit runtergerissen wird? Auch wenn du es nicht soooo schlimm findest, aktiviere mal deine Empathie, sofern vorhanden.


Schon alleine die Formulierung "heruntergerissenes schwarzes Bettlaken" zeugt von einer dermaßen großen Ignoranz, Selbstherrlichkeit und Arroganz, da wirds richtig kalt im Raum.
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