Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon H2O » Di 26. Jul 2016, 08:04

Atheist hat geschrieben:(26 Jul 2016, 08:44)

Ausgebildet werden müsste die Heimatwehr doch aber von deutschem oder dem Militär oder Paramilitär unserer Verbündeten, oder? Ich kann mir da gerade nur schwer eine andere "Klassifizierung" vorstellen, denn in anderen Staaten übernehmen derartige Aufgaben in derartiger Aufstellung klassischerweise Nationalgardisten. (Was ich an sich übrigens auch nicht falsch finde.)


Ja, die Bezeichnung "Nationalgarde" hatte ich vermieden, aber gemeint hatte ich auch so etwas. Wird die aber in den USA vom Heer ausgebildet? Eine Kampfaufgabe mit Panzern und Flugzeugen und Kriegsschiffen sollte "meine" Polizeitruppe nicht übernehmen, sondern Zugänge sperren oder mit Gewalt öffnen, Scharfschützen "ausschalten", Fahrzeuge/Insassen kontrollieren und andere nette Aufgaben dieser Art.

In Italien machen so etwas die Carabinieri, in Frankreich die Gendarmerie, in Spanien die Guardia Civil. Aber das sind dort selbständige Waffengattungen der Armee... und zugleich Berufspolizei. So weit wollte ich gar nicht gehen, weil ich im Augenblick in Deutschland die dauerhafte Bereitschaft nicht sehe, sondern eher gelegentliche Notwendigkeit. Im Notfall kann man eine solche Organisation auch ausbauen... wenn sie erst einmal da ist.
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Cat with a whip
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon Cat with a whip » Di 26. Jul 2016, 08:04

H2O hat geschrieben:(26 Jul 2016, 07:12)

Aus meiner Sicht sollte die Trennung der beiden Ordnungskräfte nur in Katastrophenfällen aufgehoben werden.


Pro: Ja, denn man sollte sich immer vergegenwärtigen, dass bei diesen Gruppen die Amokläufer überrepräsentiert sind. Bei diesen Gruppen sollte man mal genauer hinschauen.

Contra: Aber wer weiß vielleicht braucht man ja die Armee irgendwann wieder um unzufriedene Arbeiter niederzuschiessen. Davor schreckte ja nichtmal die SPD zurück.
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon H2O » Di 26. Jul 2016, 08:23

Cat with a whip hat geschrieben:(26 Jul 2016, 09:04)

Pro: Ja, denn man sollte sich immer vergegenwärtigen, dass bei diesen Gruppen die Amokläufer überrepräsentiert sind. Bei diesen Gruppen sollte man mal genauer hinschauen.

Contra: Aber wer weiß vielleicht braucht man ja die Armee irgendwann wieder um unzufriedene Arbeiter niederzuschiessen. Davor schreckte ja nichtmal die SPD zurück.


Jedem unbescholtenen Mitbürger ist es erlaubt, unser Gemeinwesen zu verlassen und sein Glück andernorts zu suchen. Auch unzufriedene Arbeiter haben dieses Recht auf Abstimmung mit den Füßen. Das unterscheidet unser Gemeinwesen vom untergegangenen Paradies der Werktätigen. Vor dem Schußwaffeneinsatz schreckte die SED in der Tat nicht zurück. Ihre Gefängnisse mit Todeszellen kann man noch heute besichtigen.
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon Cat with a whip » Di 26. Jul 2016, 08:37

Vor solchen Leuten, die die Armee im Inneren einsetzen wollen muß man eben unseren Rechtsstaat verteidigen. Leider sitzen die bereits durch idioten gewählt teilweise wieder in wichtigen Ämtern. Aber das ist nunmal eine bekannte Krankheit der Demokratie, dass auch Idioten ein Mitspracherecht eingeräumt wird.
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon Nele28 » Di 26. Jul 2016, 08:53

Cat with a whip hat geschrieben:(26 Jul 2016, 01:06)

Die Realiät hat nun Klaus Bouillon verlassen:


http://www.focus.de/politik/deutschland ... 62346.html


Der Innenminister aus dem Saargebiet ist ein Populist und wie mir ein Bekannter aus diesem Land auf typisch saarländisch sagte, ein Schwaduddler.
Was hat der nicht schon so alles vollmundig angekündigt. Gestartet wie ein Tiger landet dieser Minister immer mehr als Bettvorleger.
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon Cat with a whip » Di 26. Jul 2016, 10:22

Der Fuzzi-Wuzzi macht ja auch schon mit seiner albernen blauen Brille einen seriösen Eindruck wie Günter Schabowski. Recht bodenständig.
Man sollte aber bei Berufssoldaten, die Feldjäger waren und später in die Politik gingen immer skeptisch sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Bou ... n.E2.80.9C

Ansonsten weiter gehts: Rambo und Dirty Harry verbieten...

http://www.taz.de/Amoklaeufer-als-popku ... /!5321658/
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon DK2008 » Di 26. Jul 2016, 10:55

H2O hat geschrieben:(26 Jul 2016, 07:12)

Aus meiner Sicht sollte die Trennung der beiden Ordnungskräfte nur in Katastrophenfällen aufgehoben werden. Aber auch dazu müssen auf diesen Fall beschränkte Übungen abgehalten werden. Wenn wirklich die Polizeikräfte bei örtlichen Einsatzfällen nicht ausreichen sollten, dann könnte man eine Art "Heimatwehr" ins Leben rufen, die aus besonders geschulten Freiwilligen besteht, die aber der Bundespolizei angegliedert sein sollten. Die Heimatwehr müßte feste Kommandostrukturen haben, aber keine ständige Bereitschaft der Truppe vorhalten. Ein Organisationsgerüst, das mit den Freiwilligen in geplantem Kontakt steht. Auch diese Einsätze müssen geübt werden. Das sollte aber kein Heimatverein sein, sondern schon zweckmäßig bewaffnete Hilfspolizei: Gepanzerte Einsatzfahrzeuge, Schutzkleidung (Sicherheitswesten, Helme), leichte Waffen (G36), Unterkünfte im Einsatzfall vorhalten.

Für welches Einsatzszenario soll diese "Heimatwehr" denn bitteschön geeignet sein??

Für Amok-Lagen und Anti-Terror-Einsätze braucht man top ausgebildete Leute und schnelle Reaktionszeiten. Der Ausbildungsstand von Freiwilligen ist naturgemäß deutlich geringer als der von hauptamtlichen Einsatzkräften. Und die Reaktionszeiten einer Freiwilligen-Truppe wären deutlich höher. Die aktuellen Bedrohungen passen überhaupt nicht zur Idee irgendwelcher Freiwilligenverbände. Mit den SEKs und der GSG9 sind spezialisierte hauptamtliche Truppen vorhanden um bei Amokläufen und Terroranschlägen schnell und professionell reagieren zu können. Die "Heimwehr" wäre hingegen viel zu spät einsatzbereit und dann auch noch unzureichend ausgebildet...

Eine "Heimatwehr" wäre - wenn überhaupt - nur bei ausreichender Vorlaufzeit und einem langanhaltenden Ausnahmezustand (mit tatsächlicher Überforderung der regulären Polizeikräfte) sinnvoll einsetzbar. So ein Szenario ist jedoch für Deutschland absolut unwahrscheinlich. Und falls es Zweifel daran gibt, dass die regulären Sicherheitskräfte ausreichen, bin ich eher dafür die reguläre Polizei aufzustocken. Ich möchte im Ernstfall nämlich nicht unbedingt in einen Checkpoint geraten, der mit mit irgendwelchen aufgekratzten und schlecht ausgebildeten Hobby-Kriegern samt G36 besetzt ist...
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon H2O » Di 26. Jul 2016, 11:12

DK2008 hat geschrieben:(26 Jul 2016, 11:55)

Für welches Einsatzszenario soll diese "Heimatwehr" denn bitteschön geeignet sein??

Für Amok-Lagen und Anti-Terror-Einsätze braucht man top ausgebildete Leute und schnelle Reaktionszeiten. Der Ausbildungsstand von Freiwilligen ist naturgemäß deutlich geringer als der von hauptamtlichen Einsatzkräften. Und die Reaktionszeiten einer Freiwilligen-Truppe wären deutlich höher. Die aktuellen Bedrohungen passen überhaupt nicht zur Idee irgendwelcher Freiwilligenverbände. Mit den SEKs und der GSG9 sind spezialisierte hauptamtliche Truppen vorhanden um bei Amokläufen und Terroranschlägen schnell und professionell reagieren zu können. Die "Heimwehr" wäre hingegen viel zu spät einsatzbereit und dann auch noch unzureichend ausgebildet...

Eine "Heimatwehr" wäre - wenn überhaupt - nur bei ausreichender Vorlaufzeit und einem langanhaltenden Ausnahmezustand (mit tatsächlicher Überforderung der regulären Polizeikräfte) sinnvoll einsetzbar. So ein Szenario ist jedoch für Deutschland absolut unwahrscheinlich. Und falls es Zweifel daran gibt, dass die regulären Sicherheitskräfte ausreichen, bin ich eher dafür die reguläre Polizei aufzustocken. Ich möchte im Ernstfall nämlich nicht unbedingt in einen Checkpoint geraten, der mit mit irgendwelchen aufgekratzten und schlecht ausgebildeten Hobby-Kriegern samt G36 besetzt ist...


Man könnte diese Freiwilligen durchaus nach Eignung auswählen; wenn Sie so weiter machen, dann ist ein Volk zu blöd, sich gegen Handstreichunternehmen zur Wehr zu setzen. Sogar unser Volk hat gezeigt, daß es sich gegen eine damalige Weltmacht erfolgreich zur Wehr setzen konnte.
Natürlich muß man die Szenarien einüben. Mit ist eine zweitbeste Truppe lieber als gar keine, weil die beste zu teuer wird. Das ist auch gar nicht notwendig. Schnelligkeit kann man auch einüben, Nähe zum Einsatzort ist ein Vorteil, auch Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten.
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon BlueMonday » Di 26. Jul 2016, 11:18

Tja, das sind immer grandiose Ideen unserer vermeintlichen politischen Elite. Verbotenes noch mehr verbieten! Was erlauben Strunz!
Doppelt verbieten hält besser.

Beim typischen Amokszenario hilt keine Polizei, auch nicht mehr Polizei und noch mehr Geld und auch keine Supersonderspezialkräfte oder sonstwas.
Bei einem Amoklauf geht es vielleicht um ein Zeitfenster von 10, 20 Minuten. Und die Uhr tickt von der 1. Sekunde an. Die ersten Toten kann es nach einigen Sekunden geben. Das Einzige, was hier überhaupt helfen kann, ist der betroffene Mensch vorort, wenn er wehrhaft wäre, wenn er sich nicht wie ein Kaninchen von einem ausgetickten, mit Psychopharmaka vollgestopften, enthemmten Jungen jagen und abknallen lassen muss, sondern ausreichend "stopping power" bei sich trägt. Das Erschütterndste ist doch wohl die erlebte eigene Wehrlosigkeit, das Ausgeliefertsein.

Genau um diese 10 Minuten totale Machtausübung geht es doch beim Amoklauf. Mal über allem stehen. Sich aus den immer mehr erdrückenden Zusammenhängen lösen. Es allen zu zeigen, was alles geht. Dass das als "Warum" schon völlig ausreicht.
But who would build the roads?
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon CaptainJack » Di 26. Jul 2016, 11:46

Alternativ wäre noch der Aufbau einer Art Fremdenlegion im Inneren. Um keine zeitraubende Ausbildung vornehmen zu müssen, würden sich besonders hereingekommene, kampferfahrene Islamisten eignen, noch besser IS-Rückkehrer, da sie sich auch perfekt mit beiden Seiten auskennen und Deutsch sprechen.
"Im Namen der Toleranz lässt man zu, dass die Intoleranten ihre Infrastruktur aufbauen."
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon DK2008 » Di 26. Jul 2016, 14:17

H2O hat geschrieben:(26 Jul 2016, 12:12)

Man könnte diese Freiwilligen durchaus nach Eignung auswählen; wenn Sie so weiter machen, dann ist ein Volk zu blöd, sich gegen Handstreichunternehmen zur Wehr zu setzen. Sogar unser Volk hat gezeigt, daß es sich gegen eine damalige Weltmacht erfolgreich zur Wehr setzen konnte.
Natürlich muß man die Szenarien einüben. Mit ist eine zweitbeste Truppe lieber als gar keine, weil die beste zu teuer wird. Das ist auch gar nicht notwendig. Schnelligkeit kann man auch einüben, Nähe zum Einsatzort ist ein Vorteil, auch Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten.

Was denn für Handstreichunternehmen?? Um was für ein Bedrohungsszenario geht es dir überhaupt?

Es gibt in Deutschland weder eine drohende Invasion ausländischer militärischer Kräfte, noch existieren innerhalb Deutschlands irgendwelche größeren paramilitärischen/terroristischen Kampfgruppen. Irgendwelche Aufstände sind ebenfalls nicht zu erwarten. Gegen Amokläufer ist sowieso kein Kraut gewachsen und was den Terrorismus angeht besteht in Deutschland auf absehbare Zeit "nur" eine Bedrohung durch Einzeltäter oder kleinere Gruppen, welche ohne Vorwarnung zuschlagen. Ich sehen beim besten Willen nicht, welchen Nutzen eine "Heimatwehr" da haben soll!
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon H2O » Di 26. Jul 2016, 14:48

DK2008 hat geschrieben:(26 Jul 2016, 15:17)

Was denn für Handstreichunternehmen?? Um was für ein Bedrohungsszenario geht es dir überhaupt?

Es gibt in Deutschland weder eine drohende Invasion ausländischer militärischer Kräfte, noch existieren innerhalb Deutschlands irgendwelche größeren paramilitärischen/terroristischen Kampfgruppen. Irgendwelche Aufstände sind ebenfalls nicht zu erwarten. Gegen Amokläufer ist sowieso kein Kraut gewachsen und was den Terrorismus angeht besteht in Deutschland auf absehbare Zeit "nur" eine Bedrohung durch Einzeltäter oder kleinere Gruppen, welche ohne Vorwarnung zuschlagen. Ich sehen beim besten Willen nicht, welchen Nutzen eine "Heimatwehr" da haben soll!


Sie wollen die veränderte Bedrohungslage nicht wahr haben. Ist Ihr gutes Recht. Ich bleibe aber bei meinem Vorschlag, sich auf eine Bedrohung durch Handstreichunternehmen ein zu stellen und sich auf den Selbstschutz des Volkes zu verlassen. Das wird preisgünstiger als eine stehende vergrößerte Bundespolizei.
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon schokoschendrezki » Di 26. Jul 2016, 14:58

DK2008 hat geschrieben:(26 Jul 2016, 15:17)

Was denn für Handstreichunternehmen?? Um was für ein Bedrohungsszenario geht es dir überhaupt?

Es gibt in Deutschland weder eine drohende Invasion ausländischer militärischer Kräfte, noch existieren innerhalb Deutschlands irgendwelche größeren paramilitärischen/terroristischen Kampfgruppen. Irgendwelche Aufstände sind ebenfalls nicht zu erwarten. Gegen Amokläufer ist sowieso kein Kraut gewachsen und was den Terrorismus angeht besteht in Deutschland auf absehbare Zeit "nur" eine Bedrohung durch Einzeltäter oder kleinere Gruppen, welche ohne Vorwarnung zuschlagen. Ich sehen beim besten Willen nicht, welchen Nutzen eine "Heimatwehr" da haben soll!

Sie haben ebensowenig einen Nutzen wie die zahlreichen in jüngster Zeit im Baltikum und in Polen in Mode gekommenen paramilitärischen Freiwilligenverbände, die sich auf den Tag vorbereiten, wenn "der Russe kommt". Das Problem ist, dass solche Bürgerwehren jederzeit verselbständigen und/oder politisch radikalisieren können und dann selbst zum Sicherheitsproblem werden.
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon Teeernte » Di 26. Jul 2016, 15:04

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 Jul 2016, 15:58)

solche Bürgerwehren jederzeit verselbständigen und/oder politisch radikalisieren können und dann selbst zum Sicherheitsproblem werden.


....die MEHRHEIT darstellen ? - ja Demokratie auf einen HAUFEN ist schon blöd.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon H2O » Di 26. Jul 2016, 15:14

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 Jul 2016, 15:58)

Sie haben ebensowenig einen Nutzen wie die zahlreichen in jüngster Zeit im Baltikum und in Polen in Mode gekommenen paramilitärischen Freiwilligenverbände, die sich auf den Tag vorbereiten, wenn "der Russe kommt". Das Problem ist, dass solche Bürgerwehren jederzeit verselbständigen und/oder politisch radikalisieren können und dann selbst zum Sicherheitsproblem werden.


Was haben Sie denn an zu bieten anstelle einer Heimatwehr, jetzt erst einmal den Balten und Polen in deren Lage? Immerhin sind in der Heimatwehr die Bürger tätig, die das Land bewohnen und bestellen, auf dem ihre Familien leben. Welche Gefahr geht denn nun vom Volk denn aus? In unserer Verfassung steht sinngemäß: "Alle Gewalt geht vom Volke aus!" Und dann wird es also gefährlich?
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon jack000 » Di 26. Jul 2016, 16:03

[MOD] - Hier wurde SPAM entsorgt. Am besten ist es wenn ich keinen weiteren finde!
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon DK2008 » Di 26. Jul 2016, 18:02

H2O hat geschrieben:(26 Jul 2016, 15:48)

Sie wollen die veränderte Bedrohungslage nicht wahr haben. Ist Ihr gutes Recht. Ich bleibe aber bei meinem Vorschlag, sich auf eine Bedrohung durch Handstreichunternehmen ein zu stellen und sich auf den Selbstschutz des Volkes zu verlassen.

Ich lasse mich gerne erleuchten. :)

Von daher frage ich ja: Wie hat sich die Bedrohungslage konkret verändert? Was ist mit "Handstreichunternehmen" gemeint? Von wem geht diese Bedrohung aus?
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon H2O » Di 26. Jul 2016, 20:06

DK2008 hat geschrieben:(26 Jul 2016, 19:02)

Ich lasse mich gerne erleuchten. :)

Von daher frage ich ja: Wie hat sich die Bedrohungslage konkret verändert? Was ist mit "Handstreichunternehmen" gemeint? Von wem geht diese Bedrohung aus?
Ich kann mir beim besten Willen nichts unter dem Begriff "Handstreichunternehmen" (auf Deutschland bezogen) vorstellen...


Wir haben derzeit eine große Zahl Türken, die sich stark an den türkischen Präsidenten Erdogan anlehnen. In diesem Land herrscht ein Bürgerkrieg und wir können nicht sicher sein, daß der Zustrom verfolgter Türken und Kurden an uns vorbei geht... und sich diese Auseinandersetzungen auch in Deutschland austoben. Wir haben Islamisten im Lande, die für gefährlich gehalten werden. Wir haben Salafisten mit der Gefahr der "Selbstradikalisierung". Und wir wissen inzwischen, daß der IS versucht, diese Gemengelage zu nutzen. Niemand kann ausschließen, daß sich diese Potentiale organisieren und Faustpfänder besetzt werden. Ich rate zur Vorsicht und Vorbeugung. Wenn mit Sicherheit ausreichende Kräfte verfügbar sind, wird die niemand so leicht herausfordern. Diese Leitlinie gilt seit den alten Römern.

Immerhin wird auch die Bundeswehr aufgestockt, weil sie schon jetzt die ihr zugedachten äußeren Aufgaben nicht ohne Knirschen erfüllen kann. Und dann denken andere schon an Einsätze im Inneren... Man kann jeden Euro nur einmal ausgeben. Deshalb sind schöpferische Lösungsansätze gefragt, wie wir der wachsenden Bedrohung etwas entgegen setzen können. Bezahlt werden will der Spaß ja auch noch.

Nachtrag:

Inzwischen hat die hohe Politik dieses Thema auch entdeckt, und sie entwickelt Lösungsgedanken für mehr Innere Sicherheit zu erträglichen Kosten:

http://www.t-online.de/nachrichten/deut ... armee.html
Zuletzt geändert von H2O am Di 26. Jul 2016, 20:49, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon schokoschendrezki » Di 26. Jul 2016, 20:15

H2O hat geschrieben:(26 Jul 2016, 16:14)

Was haben Sie denn an zu bieten anstelle einer Heimatwehr, jetzt erst einmal den Balten und Polen in deren Lage? Immerhin sind in der Heimatwehr die Bürger tätig, die das Land bewohnen und bestellen, auf dem ihre Familien leben. Welche Gefahr geht denn nun vom Volk denn aus? In unserer Verfassung steht sinngemäß: "Alle Gewalt geht vom Volke aus!" Und dann wird es also gefährlich?

Ganz einfach: Reguläre Streitkräfte. Die haben den Vorteil, dass ihr Vorgehen sich normalerweise in Abstimmung mit demokratisch gewählten Regierungen befindet. Wenn es akute Bedrohungslagen gibt, diskutiert das Parlament über erhöhte Militärbudgets oder über Änderungen der Wehrpflichtgesetze und beschließt gegebenfalls entsprechend. Das sind eigentlich elementare Regeln demokratischer Gesellschaften. Paramilitärische Verbände dagegen sind ein zuverlässiger Indikator für autoritäre Strukturen. SA und SS während der Nazizeit, die Kampfgruppen der DDR, diie OMON der SU/Russland, das Bataillon ASOW der Ukraine sind populäre und bekannte Beispiele. Ein ganz wesentlicher Beleg ist auch die Geschichte Süd- und Mittelamerikas der letzten 50, 60 Jahre.

Etwas ganz anderes ist der Zivilschutz. Nicht nur für den Fall militärischer oder terroristischer Bedrohungen sondern auch für den Fall von Umweltkatastrophen, Das ist uneingeschränkt positiv zu bewerten.
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Re: Amok-Aktionismus: Bundeswehr im Inneren, Schärfere Wafengesetze, Computerspiele, u.s.w.

Beitragvon H2O » Di 26. Jul 2016, 20:36

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 Jul 2016, 21:15)

Ganz einfach: Reguläre Streitkräfte. Die haben den Vorteil, dass ihr Vorgehen sich normalerweise in Abstimmung mit demokratisch gewählten Regierungen befindet. Wenn es akute Bedrohungslagen gibt, diskutiert das Parlament über erhöhte Militärbudgets oder über Änderungen der Wehrpflichtgesetze und beschließt gegebenfalls entsprechend. Das sind eigentlich elementare Regeln demokratischer Gesellschaften. Paramilitärische Verbände dagegen sind ein zuverlässiger Indikator für autoritäre Strukturen. SA und SS während der Nazizeit, die Kampfgruppen der DDR, diie OMON der SU/Russland, das Bataillon ASOW der Ukraine sind populäre und bekannte Beispiele. Ein ganz wesentlicher Beleg ist auch die Geschichte Süd- und Mittelamerikas der letzten 50, 60 Jahre.

Etwas ganz anderes ist der Zivilschutz. Nicht nur für den Fall militärischer oder terroristischer Bedrohungen sondern auch für den Fall von Umweltkatastrophen, Das ist uneingeschränkt positiv zu bewerten.


Sie toben sich in einer Ecke aus, in der diese Dinge gar nicht stattfinden. Balten und Polen fühlen sich nicht grundlos bedroht, aber mehr stehende Armee geht nicht, weil das Geld dafür fehlt. Also haben sie eine freiwillige Heimatarmee aufgestellt, die aber von Berufssoldaten geführt wird.

Das ist kein ganz unabhängiger Verein, der dann auch noch seine Politik macht.

Bei uns ist es so, daß wir uns nicht den Aufwuchs der Bundeswehr und zugleich den Aufwuchs der Polizei leisten können. Die Bedrohungslage ist aber nach außen und innen in den letzten Jahren stark angewachsen. Also sollte man im Inneren etwas tun, was bezahlbar ist und von der Bundespolizei geführt wird. Das kann nach meinem Verständnis nur eine freiwillige Polizeireserve sein, die diese Sicherheitslücke im Inneren schließt.

Ich finde es nicht so gelungen, diese Polizeireserve mit Hinweis auf SA und SS ab zu bügeln, also den bewaffneten Gliederungen der NSDAP.

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