Erste Opfer des Gesundheitsfonds

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WuesteErde

Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon WuesteErde » Sa 17. Jan 2009, 18:59

Hier bei uns in der Region gibt es schon eine erste Praxischließung. Die des einzigen Kinder- und Jugendpsychiaters in der Gegend.

Mir wurde auch von einem Facharzt mitgeteilt, dass er Einnahmeeinbußen von 30 bis 40 % erwartet und er sich es nicht mehr leisten kann, seinen Rasen mähen zu lassen. (Den er bisher selbst gemäht hatte, aber sich halt mal im Alter etwas Ruhe gönnen wollte!)

Ich kennen Meinungen von Leuten, die behaupten, die Ärzte verdienen eh viel zu viel. Das glaube ich nicht. War auch schon die letzten Jahre überhaupt nicht mehr so, dass die wirklich gut leben konnten.

Die Ärzte brauchen ja immerhin die Geräte usw. um kostspielige Untersuchungen durchzuführen.

Die größte Frechheit ist auch, dass die Krankenkassen doch quasi so eine Telefonunterschuchung einführen wollen.

Weiß nicht mehr wo ich das gelesen habe. Aber man soll eben da irgendwo anrufen, seine Symptome schildern und schon bekommt man ein Rezept und man muss gar nicht mehr zum Arzt.

Ich denke mittlerweile wir stehen in Deutschland kurz davor, dass die "gesetzliche" Krankenversicherung nicht mehr das Wort wert ist, auf dem Papier es steht.
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Rainald de Gien
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon Rainald de Gien » Sa 17. Jan 2009, 21:17

Wie hättest Du Dir denn eine wirkungsvolle Gesundheitsreform vorgestellt ?

Ich schaue ja immer sehr neidisch nach Frankreich. Ich suche mir auch grade dort eine Arzt. Sie haben mehr Zeit für den Patienten und die Vorteile auch des recht straffen und zentralen Gesundheitssystems in frankreich sind unübersehbar. X-mal besser, für Patienten als auch für Ärzte und Pflegepersonal und unendlich billiger.
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon WuesteErde » Sa 17. Jan 2009, 21:33

Rainald de Gien hat geschrieben:Wie hättest Du Dir denn eine wirkungsvolle Gesundheitsreform vorgestellt ?

Ich schaue ja immer sehr neidisch nach Frankreich. Ich suche mir auch grade dort eine Arzt. Sie haben mehr Zeit für den Patienten und die Vorteile auch des recht straffen und zentralen Gesundheitssystems in frankreich sind unübersehbar. X-mal besser, für Patienten als auch für Ärzte und Pflegepersonal und unendlich billiger.


Na vorstellen kann ich mir vieles. Aber meine Frage ist einfach, was ist eine Gesundheitsreform die einfach krank ist?

Vor allem daran krankt, dass eine Gesundheitsreform Kranken nicht mehr helfen kann oder will?

Ach nein - sorry - wirklich Kranken sollen ja sogar noch einen Extra-Bonus bekommen haben. Also der run auf die chronisch Kranken bei den Ärzten ist eröffnet.

Und was machen die anderen? Nicht mal ein Bandscheibenvorfall soll als chronische Krankheit gelten und somit bist halt nicht mehr bei den bestbezahlten Patienten drin?
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon Marineiro » So 18. Jan 2009, 02:00

Rainald de Gien hat geschrieben:Ich schaue ja immer sehr neidisch nach Frankreich.
Ich suche mir auch grade dort eine Arzt.
Sie haben mehr Zeit für den Patienten ........

Und weshalb habe die französischen Ärzte mehr Zeit für den Patienten?

Weil die Patienten es sich oftmals nicht leisten können zum Arzt zu gehen.
Jeder Arztbesuch muß in Frankreich bar und sofort bezahlt werden,
beim Allgemeinmediziner liegt die Gebühr zwischen €uro 20 und 25,
pro Besuch.
Erst später wird das Arzthonorar (vielleicht zu 70%) zurückerstattet.

Ich hatte, vor ein paar Jahren, einen Mitarbeiter, der in Nizza verunglückte und dort im Krankenhaus (im größten Krankenhaus der Stadt) ,Saint Roch' kaputtgepflegt wurde.
Ich habe in meinem Leben schon viel Krankenhäuser in der 3. Welt gesehen.
Das ,Saint Roch' war eines davon.

Ich kann mich auch nicht erinnern irgendwo (egal in welcher Branche) soviel desinteressiertes Personal wie in diesem Krankenhaus gesehen zu haben.
Das ist auch weiter nicht verwunderlich, wenn man weiß, dass sogar die Krankenschwestern in Frankreich quasi verbeamtet sind,
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon lamb of god » So 18. Jan 2009, 03:13

Wer nichts weiß, muß alles glauben. Etwas nicht zu wissen ist eine Sache. Die eigene Unwissenheit als Basis der Argumentation zu nehmen ist dumm. Auf die Unwissenheit der User zu vertrauen und darauf seine Argumentation zu bauen ist absolut unlauter.
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon WuesteErde » So 18. Jan 2009, 11:19

http://debatte.welt.de/kommentare/92111 ... wird+teuer

Die Politker scheinen mal wieder gezockt zu haben. Wissen ja überhaupt nicht was da auf die Krankenkassen zukommt. Aber hauptsache mal die Ärzte kaputtmachen. Das ist doch mittlerweile schon in allen Bereichen so, dass selbt die Besserverdiener ums Überleben kämpfen.
So kann man sich natürlich auch das Niveau vieler EU-Staaten anpassen. Musste ja so kommen.

Damit weist das „Solidarsystem“ des Sozialstaates – das Gesundheitswesen bildet hier einen rasant wachsenden Teil – typische Merkmale eines spekulativen Systems auf. Es werden Versorgungszusagen für die Zukunft gemacht, die von den zu erwartenden Einnahmen immer weniger gedeckt sind. Man geht eine Wette ein, die mit der Wette auf die Zahlungsfähigkeit amerikanischer Hausbesitzer durchaus vergleichbar ist: Dass nämlich die immer teureren Medikamente, Geräte, Serviceleistungen schon irgendwie durch zukünftig steigende Einkommen der Versicherten ausgeglichen würden. Notfalls zahlt der Staat, das heißt der Steuerzahler. Die Verschuldung unseres Staatswesens ist bekannt, die Sozialsysteme haben daran den Hauptanteil. Die ungedeckten Versorgungszusagen bilden im „alten Europa“ eine Spekulationsblase, die der US-amerikanischen in nichts nachsteht – noch weiter in die Zukunft reicht. „Die Rente ist sicher“ lautete ein Spekulationsslogan. Die zu erwartenden Beitragsbeschlüsse für das Gesundheitswesen werden ein neues „Weiter so“ hinzufügen. So haben es die Finanzmärkte lange Zeit auch gemacht.


http://debatte.welt.de/kommentare/92111 ... wird+teuer
Zuletzt geändert von WuesteErde am So 18. Jan 2009, 11:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon Tom Bombadil » So 18. Jan 2009, 11:33

Rainald de Gien hat geschrieben:Wie hättest Du Dir denn eine wirkungsvolle Gesundheitsreform vorgestellt ?

Ich würde zuerst einmal die vielen "gesetzlichen" Krankenkassen abschaffen und durch eine einzige ersetzen. Das würde massenhaft Geld einsparen, das man dann zum Teil den Ärzten, Schwestern, Pflegern etc. zukommen lassen und mit dem anderen Teil die Beiträge senken könnte.
Weiterhin würde ich jeden Missbrauch unter schwerste Strafen stellen: Arzt verliert Approbation, Pharmakonzern verliert die Nutzungsrechte an einem illegal gepushten Medikaments, eingebildete Kranke müssen für die Kosten selber aufkommen.
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon aloa5 » So 18. Jan 2009, 11:43

Rainald de Gien hat geschrieben:Wie hättest Du Dir denn eine wirkungsvolle Gesundheitsreform vorgestellt ?

Boah! So ziemlich alles außer dieser hier wäre besser gewesen.

Nachricht am Rande. Ich weiß aus einer REHA-Klinik hier, das hier seit Mitte letzten Jahres die Zuweisungen von Patienten durch die LVA/BFA drastisch gesunken (fast gestoppt) ist. Nun wird demnächst kurz gearbeitet.
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon Johnkiwi » So 18. Jan 2009, 12:10

Tom Bombadil hat geschrieben:Ich würde zuerst einmal die vielen "gesetzlichen" Krankenkassen abschaffen und durch eine einzige ersetzen. Das würde massenhaft Geld einsparen, das man dann zum Teil den Ärzten, Schwestern, Pflegern etc. zukommen lassen und mit dem anderen Teil die Beiträge senken könnte.
Weiterhin würde ich jeden Missbrauch unter schwerste Strafen stellen: Arzt verliert Approbation, Pharmakonzern verliert die Nutzungsrechte an einem illegal gepushten Medikaments, eingebildete Kranke müssen für die Kosten selber aufkommen.


Das halte ich für gefährlich denn was ist wenn der diejenige wirklich krank ist.

ich Habe nämlich so einen Fall in der Familie dem jungen wurde Jahrelang eingeredet er hätte nix :sick:
Zuletzt geändert von Johnkiwi am So 18. Jan 2009, 12:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon aloa5 » So 18. Jan 2009, 12:14

Tom Bombadil hat geschrieben:Ich würde zuerst einmal die vielen "gesetzlichen" Krankenkassen abschaffen und durch eine einzige ersetzen. Das würde massenhaft Geld einsparen, das man dann zum Teil den Ärzten, Schwestern, Pflegern etc. zukommen lassen und mit dem anderen Teil die Beiträge senken könnte.

Das ist ein Irrtum. Ein Monopol ist ein Monopol ist ein Monopol. Und das Staatsfilz trotz fehlender Konkurrenz und hohen Staatstarifen günstiger ist glaube ich nicht. Kann man schön bei Post und Telekom beobachten.
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon Tom Bombadil » So 18. Jan 2009, 12:23

Johnkiwi hat geschrieben:Das halte ich für gefährlich denn was ist wenn der diejenige wirklich krank ist.

Das sind Einzelfälle, die dann entschädigt werden müssen.

aloa5 hat geschrieben:Ein Monopol ist ein Monopol ist ein Monopol.

Jetzt haben wir auch nichts anderes, nur in zigfacher Ausprägung und jede Versicherung braucht ihren eigenen Glaspalast. Die Sicherung von Grundbedürfnissen des Menschen dem Wettbewerb zu überlassen, halte ich für grundfalsch, der Mensch hat da nämlich keine Wahl und kann nicht verzichten.
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon WuesteErde » So 18. Jan 2009, 12:30

Tom Bombadil hat geschrieben:Das sind Einzelfälle, die dann entschädigt werden müssen.


Jetzt haben wir auch nichts anderes, nur in zigfacher Ausprägung und jede Versicherung braucht ihren eigenen Glaspalast. Die Sicherung von Grundbedürfnissen des Menschen dem Wettbewerb zu überlassen, halte ich für grundfalsch, der Mensch hat da nämlich keine Wahl und kann nicht verzichten.


Das sind keine Einzelfälle - die meisten schwerwiegenden Krankheiten werden erst lange Zeit später diagnostiziert nachdem die Beschwerden schon da waren.

Ich kenne auch einen Fall, wo man einer 70jährigen Frau eingeredet hat, dass sie trotz einem Befund auf dem Röntgenbild nicht krank ist. Dann lies ihr Sohn nicht locker und der kannte eine Professor (war ein ehemaliger Schüler seiner Mutter) und er diagnostizierte sofort Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Die Frau wurde operiert hat noch 5 Jahre zufrieden gelebt.

Aber das hiesige Krankenhaus wollte sie anscheindend gar nicht mehr operieren. :sick:
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon lamb of god » So 18. Jan 2009, 14:03

Tom Bombadil hat geschrieben:Ich würde zuerst einmal die vielen "gesetzlichen" Krankenkassen abschaffen und durch eine einzige ersetzen. Das würde massenhaft Geld einsparen, das man dann zum Teil den Ärzten, Schwestern, Pflegern etc. zukommen lassen und mit dem anderen Teil die Beiträge senken könnte.
Weiterhin würde ich jeden Missbrauch unter schwerste Strafen stellen: Arzt verliert Approbation, Pharmakonzern verliert die Nutzungsrechte an einem illegal gepushten Medikaments, eingebildete Kranke müssen für die Kosten selber aufkommen.
Volle Zustimmung bis auf den letzten Punkt. eingebildete Kranke sind in den meisten Fällen durchaus krank, nur eben nicht da weswegen sie zum Arzt gehen.
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon Tom Bombadil » So 18. Jan 2009, 14:19

lamb of god hat geschrieben:eingebildete Kranke sind in den meisten Fällen durchaus krank, nur eben nicht da weswegen sie zum Arzt gehen.

Ich meinte damit Hypochonder und solche, die sich nur mal eben so krank schreiben lassen wollen, nicht Menschen, die tatsächlich krank sind. Das mag sicherlich schwierig zu trennen sein und daher gilt natürlich im Zweifel für den Kranken.
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon WuesteErde » So 18. Jan 2009, 14:21

Tom Bombadil hat geschrieben:Ich meinte damit Hypochonder und solche, die sich nur mal eben so krank schreiben lassen wollen, nicht Menschen, die tatsächlich krank sind. Das mag sicherlich schwierig zu trennen sein und daher gilt natürlich im Zweifel für den Kranken.


Auch Hypochonder sind doch krank.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hypochondrie
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon Tom Bombadil » So 18. Jan 2009, 14:27

WuesteErde hat geschrieben:Auch Hypochonder sind doch krank.

Aber nicht daran, woran sie erkrankt zu sein glauben :roll: Wird hier jetzt auf Teufel komm raus ein Widerspruch gesucht? Es gibt auch Patienten, die das System ausnutzen und das gehört in MEINEM Szenario ebenso abgestraft, wie bei allen anderen Beteiligten auch.
Plattes Beispiel: ein aktives, aber ansonsten gesundes Kind braucht kein Ritalin, sondern Beschäftigung, also sollen die Eltern dafür löhnen, wenn sie das Kind trotzdem zudröhnen wollen, wenn sie denn einen Arzt finden, der es dann noch mitmacht.
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon lamb of god » So 18. Jan 2009, 14:31

Tom Bombadil hat geschrieben:Ich meinte damit Hypochonder und solche, die sich nur mal eben so krank schreiben lassen wollen, nicht Menschen, die tatsächlich krank sind. Das mag sicherlich schwierig zu trennen sein und daher gilt natürlich im Zweifel für den Kranken.
Münchhausen(die Krankheit)&Co wozu auch Hypochondrie zählt sind durchaus weitverbreiteter als man meinen mag. Das Blaukrankschreiben hat seine Ursachen in ganz anderen Bereichen, die man schwerlich über das Gesundheitssystem managen kann. Einziger Weg wäre hier der massive Einsatz von Amtsärzten, denn alles andere würde gegen § 203 StGB verstoßen. ;)
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon WuesteErde » So 18. Jan 2009, 14:46

Tom Bombadil hat geschrieben:Aber nicht daran, woran sie erkrankt zu sein glauben :roll: Wird hier jetzt auf Teufel komm raus ein Widerspruch gesucht? Es gibt auch Patienten, die das System ausnutzen und das gehört in MEINEM Szenario ebenso abgestraft, wie bei allen anderen Beteiligten auch.
Plattes Beispiel: ein aktives, aber ansonsten gesundes Kind braucht kein Ritalin, sondern Beschäftigung, also sollen die Eltern dafür löhnen, wenn sie das Kind trotzdem zudröhnen wollen, wenn sie denn einen Arzt finden, der es dann noch mitmacht.


Aber es geht doch jetzt darum, dass z.B. ein Internist für einen "gesunden" Kranken - also keinen der zu den anerkannten chronisch Kranken gehört, pro Quartal 46 Euro bekommen soll.

Ein Fall der sich in meinem Bekanntenkreis eben bei genau diesem Facharzt abgepielt hat.

60jähriger Mann mit Magenbeschwerden von einem Arzt zum anderen. Keiner findet was, bis der Facharzt seine Halschlagader untersucht. Davor hat der aber auch noch eine Magenspiegelung für 30 Euro gemacht, um halt auszuschließen, dass es nicht doch am Magen auch was hat.

So nun könnte dieser Facharzt doch nach der Magenspiegelung gar nicht mehr viel untersuchen, ansonsten müssten es ja von anderem Patientenbudget drauf gelegt werden oder der Facharzt muss das umsonst machen. Wer bitte schön wird aber etwas machen, was er nicht bezahlt bekommt?

Also bei dem Bekannten ist es eben so, dass seine Magenbeschwerden von den verschlossenen Halsschlagader kommt. Nur würde ein anderer Arzt den ja vielleicht als Hypochonder abstempeln müssen, damit der nicht weiteruntersuchen muss.
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon aloa5 » So 18. Jan 2009, 14:55

Tom Bombadil hat geschrieben:Jetzt haben wir auch nichts anderes, nur in zigfacher Ausprägung und jede Versicherung braucht ihren eigenen Glaspalast. Die Sicherung von Grundbedürfnissen des Menschen dem Wettbewerb zu überlassen, halte ich für grundfalsch, der Mensch hat da nämlich keine Wahl und kann nicht verzichten.

Es geht nicht darum den Menschen Leistungen zu verweigern. Das Problem in der Vergangenheit war u.a. das hier Kassen wie die AOK Misswirtschaft betrieben haben und unnötig Altlasten mit sich herumschleppen. Solche Leviathane sind nicht schlank zu bekommen da der Über- und Durchblick fehlt. Gibt es keine Konkurrenten dann siegt zudem die "Kosten machen ja nichts"-Mentalität.

Und diese Mentalität ist mit einiger Sicherheit teurer als alle Glaspaläste sämtlicher Kassen zusammengenommen.

Die Frage ist wie man das auflöst.
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Re: Erste Opfer des Gesundheitsfonds

Beitragvon Tom Bombadil » So 18. Jan 2009, 14:58

Es gibt durchaus Behörden, die effizient arbeiten und "schlank" sind.
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