Gewalt gegen Polizeibeamte

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Orbiter1
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Orbiter1 » Do 3. Mai 2018, 10:26

Julian hat geschrieben:(03 May 2018, 00:25)

In einem normalen Staat hätten die Polizisten entweder das Feuer auf den Mob eröffnet bzw. hätten das Auto auch dann bewegt, wenn es Verletzte gegeben hätte (denn all dies wäre rechtlich gedeckt gewesen), und/ oder sie hätten massive Verstärkung durch Spezialeinheiten, ggf. auch das Militär, noch in derselben Nacht angefordert.
Ein Staat der so handelt ist kein normaler Staat sondern ein Staat der jedes Maß für Verhältnismäßigkeit verloren hat. Die Polizisten haben vernünftig gehandelt und die Situation nicht weiter eskaliert.
Es scheint, dass die Priorität der Polizeiarbeit sich dahingehend verschiebt, dass nicht mehr gegen die wirklichen Gewalttäter vorgegangen wird, sondern vielmehr gegen diejenigen, die die gegenwärtigen, von der Politik geschaffenen Umstände beklagen. So wurde gegen einen Mann wie Guido Reil oder die Zeugen des U-Bahn-Mordes in Hamburg mit voller Kapelle aufgespielt, während die Flüchtlinge in Ellwangen machen durften, was sie wollten.
Das Gesetz gilt halt nun einmal auch für Guido Reil und seine Begleiter, was Ellwangen betrifft hat sich der Rechtsstaat durchgesetzt und der gesuchte Flüchtling wurde inzwischen festgenommen. Er wird demnächst nach Italien abgeschoben.
Aber es sage keiner, man habe es nicht gewusst. Man muss auch davon ausgehen, dass die meisten Bürger mit dem Vorgehen einverstanden sind, sonst wären die Wahlergebnisse ja anders ausgefallen.
Das stimmt, die meisten Bürger wollen einen Staat der beim Einsatz seiner Mittel die Verhältnismäßigkeit wahrt und nicht komplett ausrastet, so wie ihnen das vorschwebt.
van Kessel
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon van Kessel » Do 3. Mai 2018, 10:56

"Orbiter1"
ot. Habe den Hinweis auf den Parallel-Thread zur Kenntnis genommen
Ein Staat der so handelt ist kein normaler Staat sondern ein Staat der jedes Maß für Verhältnismäßigkeit verloren hat. Die Polizisten haben vernünftig gehandelt und die Situation nicht weiter eskaliert.
ein Staat sollte nicht reagieren, sondern agieren. Es ist nachgerade keine Neuigkeit, dass Flüchtlinge (gerade aus Afrika) sehr emotional handeln und selbst vor höchsten Zäunen (siehe spanische Exklaven) keinerlei 'Berührungsängste' haben.
Das Gesetz gilt halt nun einmal auch für Guido Reil und seine Begleiter, was Ellwangen betrifft hat sich der Rechtsstaat durchgesetzt und der gesuchte Flüchtling wurde inzwischen festgenommen.
es war eine Gefangenenbefreiung und wird als solche geahndet werden (falls die Gerichte nicht zu überlastet sind für derlei Bagatellfälle).
Er wird demnächst nach Italien abgeschoben.
dies bedeutet lediglich, dass die Konstruktion der EU in diesem Fall, sich ein Feigenblatt bastelte aber ansonsten ziemlich ratlos in der Welt herumsteht.
Das stimmt, die meisten Bürger wollen einen Staat der beim Einsatz seiner Mittel die Verhältnismäßigkeit wahrt und nicht komplett ausrastet, so wie ihnen das vorschwebt.
der Bürger erwartet einen Staat, welcher nicht blauäugig, sondern realistisch die Situationen einschätzt. Und dass von Italien sehr viele Flüchtlinge mit einem Ticket Richtung Norden versehen werden, ist so neu nun auch nicht mehr.

Wenn der 'Gemeinschaft' allerdings die Steuern auf Stahl und Aluminium wichtiger sind als die 'Woge' der Armut aus der 3.Welt, so sollte sie dies publizieren und nicht die Exekutive in eine Mob-Falle laufen lassen.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon relativ » Do 3. Mai 2018, 11:07

Orbiter1 hat geschrieben:(03 May 2018, 11:26)

Ein Staat der so handelt ist kein normaler Staat sondern ein Staat der jedes Maß für Verhältnismäßigkeit verloren hat. Die Polizisten haben vernünftig gehandelt und die Situation nicht weiter eskaliert.

Genau so, oder man hat schon vorher die Bereitschaftspolizei für mögliche Probleme arlamiert. Ich höre sowas auch zum ersten Mal, ich glaube kaum, daß die Polizei damit gerechnet hat noch rechnen musste.

Das Gesetz gilt halt nun einmal auch für Guido Reil und seine Begleiter, was Ellwangen betrifft hat sich der Rechtsstaat durchgesetzt und der gesuchte Flüchtling wurde inzwischen festgenommen. Er wird demnächst nach Italien abgeschoben.
Manche Medien machen wieder mal mehr daraus als es ist und war.

Das stimmt, die meisten Bürger wollen einen Staat der beim Einsatz seiner Mittel die Verhältnismäßigkeit wahrt und nicht komplett ausrastet, so wie ihnen das vorschwebt.

Das sowas, von großen Teilen der Bürger nicht mehr als Normal angesehen wird , halte ich für das eigentliche Problem.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Tomaner » Do 3. Mai 2018, 11:16

Julian hat geschrieben:(03 May 2018, 01:18)

Das war eine Machtdemonstration, und gewonnen haben die Schwarzafrikaner. Wenn junge Männer im Kampfesalter, für die Gewalt ein legitimes Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen ist, auf einen morschen Rechtsstaat treffen, der vor lauter Gerechtigkeitssinn und Weltrettungspathos nicht mehr willens und fähig ist, seine Gesetze und Werte zu verteidigen - was soll man da erwarten?

Da wird nichts kommen. Die haben's uns gezeigt, und sie haben sicher daraus gelernt, wie einfach sie in Deutschland zu ihrem Willen kommen können.

All dies wurde vorhergesagt, damals noch unter der Bezeichnung "Hetze" und "Glaskugel". Ist jemand überrascht, dass sich heutige Tatsachenberichte wie die "Hetze" von gestern lesen? Man kann nur noch Popcorn auspacken und zuschauen, wie alles den Bach runtergeht. 87% gefällt das.

Gegen die tagtägliche Machtdemonstration von Reichsbürgern hast du aber nichts? Auch nichts gegen Reichsbürger, für die Polizistenmord keine Abschreckung hat?
Deutschland geht aber wieder mal unter, weil eine Abschiebung sich um wenige Stunden verzögert. Für dich würde vermutlich Deutschland dann aufgeblüht, hätten Polizisten unter einer AfD Regierung dort ein Massaker veranstaltet.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon relativ » Do 3. Mai 2018, 11:27

van Kessel hat geschrieben:(03 May 2018, 11:56)

ein Staat sollte nicht reagieren, sondern agieren. Es ist nachgerade keine Neuigkeit, dass Flüchtlinge (gerade aus Afrika) sehr emotional handeln und selbst vor höchsten Zäunen (siehe spanische Exklaven) keinerlei 'Berührungsängste' haben.
Der Staat hat agiert, daß er nicht in der Nacht sofort agiert hat, mag manchen missfallen, aber es ist ja nicht so, daß sich die beschuldigten nach Afrika abgesetzt haben.
Jetzt wird das material ausgewertet und denjenigen den man eine Beteiligung nachweisen kann werden betraft, so wie es unser Gesetz vorsieht. Diejenigen die bestraft werden, haben wohl auch ziemlich schlechte Chancen was ihr Bleiberecht hier angeht und dies ist auch völlig OK.
Sorry aber wenn Menschen fliehen, egal aus welchem Grund, handeln sie automatisch Emotional, weil dies eben auch eine sehr emotionale Entscheidung ist
es war eine Gefangenenbefreiung und wird als solche geahndet werden (falls die Gerichte nicht zu überlastet sind für derlei Bagatellfälle).

Ich glaube kaum, daß dies als Bagatelle aufgenommen wird.


dies bedeutet lediglich, dass die Konstruktion der EU in diesem Fall, sich ein Feigenblatt bastelte aber ansonsten ziemlich ratlos in der Welt herumsteht.

Ja Dublin ist was fürn Arsch, aber ein großen Zaun/Mauer um Europa ist wahrscheinlich auch keine Lösung.


der Bürger erwartet einen Staat, welcher nicht blauäugig, sondern realistisch die Situationen einschätzt. Und dass von Italien sehr viele Flüchtlinge mit einem Ticket Richtung Norden versehen werden, ist so neu nun auch nicht mehr.

Ne, sondern alt. Dafür hat die EU und allen voran Deutschland die Anreinerstaaten für Flüchtlinge auch schön Jahrelang allein gelassen. Quittung wurde eingereicht.

Wenn der 'Gemeinschaft' allerdings die Steuern auf Stahl und Aluminium wichtiger sind als die 'Woge' der Armut aus der 3.Welt, so sollte sie dies publizieren und nicht die Exekutive in eine Mob-Falle laufen lassen.

Stimmt wir dürfen auf keinen Fall in die Rechte Mob Falle laufen.
Zuletzt geändert von relativ am Do 3. Mai 2018, 12:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Skeptiker » Do 3. Mai 2018, 12:00

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(03 May 2018, 07:38)
Nein, man muss der Politik ein deutliches Zeichen setzen, dass die Polizei nicht als Prellbock für verfehlte Gesetze herhalten kann. In den letzten Jahren erleben wir immer größere Aufgebote für die aberwitzigen Fantasien der Politiker. Genützt hat es wenig. Es gehen immer noch viel mehr Menschen von selbst aus dem Land als abgeholt werden. Dafür fehlt im polizeilichen Alltag überall Personal und die Kollegen haben reichlich Überstunden. Das ist eine irrsinnige Prioritätensetzung. Die Polizei soll internationale Konvente mitten in Großstädten absichern, was diese weitgehend lahmlegt und Konflikte magisch anzieht. Sie soll Atomtransporte und Nazis geleiten, sie soll den Fußball domestizieren. Das sind alles Probleme, die man besser politisch entschärft als sie auf dem Rücken der Polizei auszusitzen. Dann ist auch wieder mehr Zeit für böse Leute jagen.

Was wird jetzt wohl passieren? Ein massives Polizeiaufgebot wird irgendein Flüchtlingsheim stürmen. Dort trifft sie zwar den Gesuchten nicht an, verunsichert aber kriegtstraumatisierte kleine Mädchen, bis sie einpinkeln und findet Vorwände, um eine Reihe junger Männer einzusammeln. Ganz tolle Taktik.

Natürlich ist man nun mit massivem Polizeiaufgebot dort hingegangen. Das erwarte ich auch.

Was hat denn die Projektion mit dem kriegstraumatisierten Kind hier verloren? Soll die als Begründung dafür dienen, dass der Staat seine Gesetze nicht mehr durchsetzen darf? Würde er das immer und konsequent so machen, dann gäbe es nun wohl auch nicht die Notwendigkeit die Macht des Staates so drastisch demonstrieren zu müssen.

Wie immer muss betont werden: Die Täter sind für das was sie tun verantwortlich, nicht die Polizei (oder in diesem Fall das Opfer!). Das gilt hier, genauso wie es für sexuelle Belästigung gilt. Komisch dass ich bei letzterer noch nie gehört habe, dass der Staat sich bei der Strafverfolgung zurückhalten solle - da gibt's dann keine kriegstraumatisierten Kinder die vorgeschoben werden. Zurecht! Aber auch Behinderung von Vollzugsbeamten ist eine Straftat.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 3. Mai 2018, 12:02

Skeptiker hat geschrieben:(03 May 2018, 13:00)

Natürlich ist man nun mit massivem Polizeiaufgebot dort hingegangen. Das erwarte ich auch.

Siehst du, das war trivial vorherzusehen.

Was hat denn die Projektion mit dem kriegstraumatisierten Kind hier verloren?

Ja, was haben Kriegsflüchtlinge in Flüchtlingsheimen zu tun?

Wie immer muss betont werden: Die Täter sind für das was sie tun verantwortlich, nicht die Polizei

Die Polizei ist in dieser Sache der Täter. Der Mann tut vollkommen recht damit, wenn er jetzt untertaucht.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Katenberg » Do 3. Mai 2018, 12:15

Insgesamt sehe ich in der derzeitigen Entwicklung eine Synthese mehrer Faktoren. Dabei möchte ich mich nicht nur auf Polizebeamten beschränken, es trifft insbesondere auf alle Rettungskräfte zu.

Ein erster Punkt ist, dass der alte Konsens des Zusammenlebens so nicht gegeben ist. Die Behandlung von Rettungskräften hat insbesondere mit dem Kulturkreis und dem daraus resultierenden Stellenwert zu tun. In Europa ist es üblich, dass Rettungskräfte weder angegangen werden, noch in ihrer Arbeit behindert. Hinzu kommen eben weitere Faktoren, die das Zusammenleben ausmachen. Im westlichen, stärker noch im nordwestlichen Kulturkreis haben Rettungskräfte eine neutrale Position. Die Personen agieren zum Nutzen aller (auch wenn Individuen das im Bezug auf die Polizei anders sehen würden) und ihr Berufsethos ist danach gerichtet. In erster Linie werden die Personen in der Handlung als diese Position wahrgenommen. Konfliktfelder wie Familienzugehörigkeit, Konfession, Ideologie etc spielen eine untergeordnete Rolle. Rettungslkräfte anzugreifen, zu berauben etc wird mit als das Niederste angesehen, was man tun kann.
Diese kulturelle Hegemonie ist nur noch partiell gegeben, mit regionalen Unterschieden, da der Konsens des Zusammenlebens vor der Neuaushandlung steht bzw täglich neu ausgehandelt werden muss.


Auf Basis derartiger Kulturkämpfe kommen wir zum Aspekt der Verachtung. Zwar sind staatliche Stellen neutral, sie werden aber von bestimmten Gruppen nicht in dieser Hinsicht wahrgenommen. Der Staat ist hierbei Vertreter einer feindlichen Ordnung oder eben eine Kraft, die es auszunutzen gilt und dementsprechend sind ihre Organe zu behandeln.

So wie sich das bisher iest, wäre die Konsequenz aber, dass Probleme lediglich mit Personen fremder Kulturkreise bestünden oder eben solcher, die gravierende Zivilisationsdefizite aufweisen, die Realität zeichnet aber ein anderes Bild. Ein weiterer Punkt ist die Schwäche der Exekutive in der Umsetzung geltenden Rechts. Mit Ellwangen haben wir ein eindeutiges Beispiel bekommen, was "Gekommen um zu bleiben" bedeutet, doch die Probleme ziehen sich durch alle Felder. Auch das Erstarken der Reichsbürger baut eben auf einer vermeintlichen Schwäche des Rechtsstaats, in Teilen auf ein daraus resultierendes Ungerechtigkeitsgefühl. Der Exekutive hier nun eine eindeutige Schuld zuzuweisen ist jedoch nicht nur zu weit gegegriffen, es ist ebenso ein Affront gegen alle in Deutschland tätigen Polizisten. Es ist zum einen ein Klima, in welchem man die Einsatzkräfte nicht mehr ihre Arbeit machen lässt, durch einen öffentlichen Druck, der einen Generalverdacht gegen eben diese erzeugt. Zum Anderen hat die Polizei kaum noch Möglichkeiten, klar gegen die Personen durchzugreifen, was eben von diesen wahrgenommen wird. Unterstrichen wird dies zudem durch milde Gerichtsurteile. Vor allem mit Blick auf den ersten angesprochenen Punkt haben Migrationsforscher immer wieder von der Wirkung von Bewährungsstrafen gewarnt, welche von den Betroffenen zu oft eben als ein Davonkommen, eine Schwäche des Rechts angesehen werden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese Punkte jeweils anzugehen.
Das eine wäre die Deeskalation in der Öffentlichkeit, weg von einer aufbauschenden Berichterstattung und einer Entemotionalisierung, einer Abrüstung an allen Fronten mit der das Arbeitsklima der Polizei verbessert werden kann. Hiermit ist nicht das Ausklammern offensichtlicher Missstände gemeint, aber vor allem, dass sich nicht, wie derzeit üblich, jeder gleich um Experten sachgemäßer Polizeiarbeit aufschwingt.

Der wohl wichtigste Punkt ist aber die konsequente Durchsetzung des Rechts und eine Arbeitserleichterung, die es der Polizei ermöglicht, konsequent durchzugreifen. Es gilt hierbei, in erster Linie Verhältnisse wieder ins Lot zu bringen und klar aufzuzeigen, welches Recht in diesen Straßen gilt, nämlich unseres. An Abschiebungen in relevanter Größenordnung führt dabei kein Weg vorbei.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 3. Mai 2018, 14:16

Katenberg hat geschrieben:(03 May 2018, 13:15)

Insgesamt sehe ich in der derzeitigen Entwicklung eine Synthese mehrer Faktoren. Dabei möchte ich mich nicht nur auf Polizebeamten beschränken, es trifft insbesondere auf alle Rettungskräfte zu.

Ein erster Punkt ist, dass der alte Konsens des Zusammenlebens so nicht gegeben ist.

Den gibt es auch historisch nicht. Der Staat wurde vom Einwohner immer schon als ein ihm entgegengesetztes wahrgenommen, die Obrigkeit, der Scherge, als einen Störenfried im eigenen Alltag, der nicht den Einwohner verteidigt, sondern die Ordnung - meist gegen ihn, oft zu seinem Schaden. Das lässt sich seit dem 17. Jahrhundert nachvollziehen.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Katenberg » Do 3. Mai 2018, 14:54

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(03 May 2018, 15:16)

Den gibt es auch historisch nicht. Der Staat wurde vom Einwohner immer schon als ein ihm entgegengesetztes wahrgenommen, die Obrigkeit, der Scherge, als einen Störenfried im eigenen Alltag, der nicht den Einwohner verteidigt, sondern die Ordnung - meist gegen ihn, oft zu seinem Schaden. Das lässt sich seit dem 17. Jahrhundert nachvollziehen.


Dies jedoch nicht im Bezug auf Feuerwehr und sonstige Rettungskräfte
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 3. Mai 2018, 14:57

Katenberg hat geschrieben:(03 May 2018, 15:54)

Dies jedoch nicht im Bezug auf Feuerwehr und sonstige Rettungskräfte

Die Feuerwehr zerfällt in Ehren- und Hauptamt. Behinderungen der Feuerwehr kommen vor, Falschparken, fehlende Rettungsgasse, gelegentlich wird mal einer handgreiflich. Das ist aber eine andere Kategorie als bei Polizei, Zoll, usw. Die Polizei bei den Rettungskräften einzusortieren, ist mit Blick auf unser Thema eher unscharf, auch wenn es mit Blick auf andere Themen vielleicht passt.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Julian » Do 3. Mai 2018, 15:16

Unité 1 hat geschrieben:(03 May 2018, 11:15)

Niederkartätschen und gut ist. War ja nicht alles schlecht damals.


Bei Gefangenenbefreiung hat die Polizei das Recht auf Schusswaffengebrauch. So steht es im Gesetz.

Sätze wie den zweiten sparst du dir künftig besser.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Ebiker » Do 3. Mai 2018, 15:30

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(03 May 2018, 15:16)

Den gibt es auch historisch nicht. Der Staat wurde vom Einwohner immer schon als ein ihm entgegengesetztes wahrgenommen, die Obrigkeit, der Scherge, als einen Störenfried im eigenen Alltag, der nicht den Einwohner verteidigt, sondern die Ordnung - meist gegen ihn, oft zu seinem Schaden. Das lässt sich seit dem 17. Jahrhundert nachvollziehen.


Und sobald beim Einwohner eingebrochen wurde oder das heiligs Blechle nen Kratzer abbekommt wird lautstark nach genau diesem Schergen gerufen. Ja, sie nerven auch manchmal, aber ich möchte keine Gesellschaft ohne staatliche und insbesondere polizeiliche Ordnung erleben. Es ist eine Bankrotterklärung des Staates was in Ellwangen geschehen ist und erst recht die Reaktion . Fünf Festnahmen , 17 Asylbewerber werden in andere Einrichtungen verlegt, Der Abzuschiebende kommt nicht in Abschiebehaft. Lächerlich.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 3. Mai 2018, 15:59

Ebiker hat geschrieben:(03 May 2018, 16:30)

Und sobald beim Einwohner eingebrochen wurde oder das heiligs Blechle nen Kratzer abbekommt wird lautstark nach genau diesem Schergen gerufen.

Aber nur dann und auch immer weniger. Die Tendenz war schon immer eher ablehnend kritisch, ob im deutschen Kleinstaat, in Preußen, im Gau oder später in der Besatzungszone.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Ebiker » Do 3. Mai 2018, 16:05

Julian hat geschrieben:(03 May 2018, 16:16)

Bei Gefangenenbefreiung hat die Polizei das Recht auf Schusswaffengebrauch. So steht es im Gesetz.

Sätze wie den zweiten sparst du dir künftig besser.


Papier ist geduldig, Beamte die von der Schußwaffe gebrauch machen geraten unter Druck, Politiker die auf den Gesetzestext hinweisen werden medial hingerichtet. Da zögern Polizisten schon sich zu verteidigen.

Hätten in Ellwangen 4-5 der wütenden Angreifer blutend am Boden gelegen wären die anderen gerannt wie die Hasen. Wenn aber nicht wird es sehr sehr eng für die Beamten. Schwierig abzuschätzen.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Alexyessin » Do 3. Mai 2018, 16:09

Wir sollten mal die Kirche im Dorf lassen. Es gab gestern diese Geschichte mit der verhinderten Abschiebung. Und da kam es zu Gewaltausbrüchen auch gegen Polizeibeamte. Und so was darf nicht sein. Die machen da ihren Job. Ich weiß gar ned, warum da groß diskutiert werden muss. Es hat ja nicht der Polizeibeamte entschieden, das der Mann ausgewiesen werden soll sondern das war eine andere Stelle in unserem Rechtssystem. Um es mal vorsichtig zu formulieren, in Bayern wäre die Geschichte anders verlaufen.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Ebiker » Do 3. Mai 2018, 16:14

Genau, es war eine saubere rechtsstaatliche Sache. Wie kann es sein das sich der Rechtsstaat derart vorführen läßt ? Die Reaktion auf den Angriff gegen Polizisten ist lächerlich, Nachahmer geradezu vorprogrammiert.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 3. Mai 2018, 16:25

Alexyessin hat geschrieben:(03 May 2018, 17:09)
Es hat ja nicht der Polizeibeamte entschieden, das der Mann ausgewiesen werden soll sondern das war eine andere Stelle in unserem Rechtssystem.

Deshalb ist es auch verfehlt, hier einen auf Polizeischützer zu machen. Solche Aufträge sind inhärent unmenschlich und überfordern auf Dauer die Polizei.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Marmelada » Do 3. Mai 2018, 16:30

Alexyessin hat geschrieben:(03 May 2018, 17:09)

... Ich weiß gar ned, warum da groß diskutiert werden muss. ...
Rechtsaußen ist man über das ausgebliebene Blutbad enttäuscht.
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Re: Gewalt gegen Polizeibeamte

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 3. Mai 2018, 16:34

Marmelada hat geschrieben:(03 May 2018, 17:30)

Rechtsaußen ist man über das ausgebliebene Blutbad enttäuscht.

Offenbar kapieren die nicht, dass das Leute sind, die schon mal bewaffneten Verfolgern entkommen sind. Sicher nicht jedesmal durch wegrennen. Die Polizei kann einem schon leid tun, die als Rammbock dieser absurden Abschiebepolitik dienen soll. Kein Wunder, dass Nachwuchs knapp ist.
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