Zypries: Leugnung des Holocausts

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vonHeinrich
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Zypries: Leugnung des Holocausts

Beitragvon vonHeinrich » Mo 12. Jan 2009, 12:05

Sehr geehrter Herr ,

unser Grundgesetz gewährleistet die Demonstrations- und Meinungsfreiheit als Grundrechte. Das hat zur Folge, dass sich in Deutschland grundsätzlich alle Menschen frei äußern dürfen. Bis zur Grenze der Beleidigung, Volksverhetzung oder Leugnung des Holocausts sind Meinungsäußerungen zu ertragen, auch wenn man sie inhaltlich nicht akzeptiert. Ob eine Straftat vorliegt, haben die Gerichte zu entscheiden. Es steht jedermann frei, Strafanzeige zu erstatten.

Mit freundlichen Grüßen
Brigitte Zypries

http://www.abgeordnetenwatch.de/brigitt ... rage158714

Was sagt Frau Zypries da, das Holocaust-Leugnung muss man ertragen, oder die Leugnung des Holocausts wird von der Meinungsfreiheit gedeckt? Das würde ja bedeuten wenn jemand der Meinung ist, dass es den Holocaust garnicht gegeben hätte, dann ist das einfach seine Meinung, oder sehe ich das falsch? :ill:
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Tom Bombadil
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Re: Zypries: Leugnung des Holocausts

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 12. Jan 2009, 12:11

vonHeinrich hat geschrieben:...oder sehe ich das falsch? :ill:

Das siehst du sehr falsch. Es ist doch offensichtlich: "Bis zur Grenze der [..] Leugnung des Holocausts sind Meinungsäußerungen zu ertragen..."
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vonHeinrich
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Re: Zypries: Leugnung des Holocausts

Beitragvon vonHeinrich » Mo 12. Jan 2009, 12:17

Tom Bombadil hat geschrieben:Das siehst du sehr falsch. Es ist doch offensichtlich: "Bis zur Grenze der [..] Leugnung des Holocausts sind Meinungsäußerungen zu ertragen..."


Dann könnte ich ja sagen, ich kann mir nun wirklich nicht vorstellen das es ihn gab, und das wäre keine Holocausts-Leugnung? Kann ich mir nicht vorstellen.
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Re: Zypries: Leugnung des Holocausts

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 12. Jan 2009, 12:21

vonHeinrich hat geschrieben:Dann könnte ich ja sagen, ich kann mir nun wirklich nicht vorstellen das es ihn gab, und das wäre keine Holocausts-Leugnung? Kann ich mir nicht vorstellen.

Damit hättest du die Grenze überschritten.
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Re: Zypries: Leugnung des Holocausts

Beitragvon petronius » Mo 12. Jan 2009, 12:29

vonHeinrich hat geschrieben:Sehr geehrter Herr ,

unser Grundgesetz gewährleistet die Demonstrations- und Meinungsfreiheit als Grundrechte. Das hat zur Folge, dass sich in Deutschland grundsätzlich alle Menschen frei äußern dürfen. Bis zur Grenze der Beleidigung, Volksverhetzung oder Leugnung des Holocausts sind Meinungsäußerungen zu ertragen, auch wenn man sie inhaltlich nicht akzeptiert. Ob eine Straftat vorliegt, haben die Gerichte zu entscheiden. Es steht jedermann frei, Strafanzeige zu erstatten.

Mit freundlichen Grüßen
Brigitte Zypries

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Was sagt Frau Zypries da, das Holocaust-Leugnung muss man ertragen, oder die Leugnung des Holocausts wird von der Meinungsfreiheit gedeckt? Das würde ja bedeuten wenn jemand der Meinung ist, dass es den Holocaust garnicht gegeben hätte, dann ist das einfach seine Meinung, oder sehe ich das falsch? :ill:


am besten lernst du erst mal deutsch...
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Re: Zypries: Leugnung des Holocausts

Beitragvon aloa5 » Mo 12. Jan 2009, 12:32

vonHeinrich hat geschrieben:
Dann könnte ich ja sagen, ich kann mir nun wirklich nicht vorstellen das es ihn gab, und das wäre keine Holocausts-Leugnung? Kann ich mir nicht vorstellen.

Es müsste so lauten um sich noch (kurz) vor der Grenze zu befinden:
"Man kann sich vorstellen das es Menschen gibt welche sich den Holocaust nicht als Tatsache vorstellen können"

Das wäre dann scharf an der Grenze. Eine Leugnung beinhaltet ja die Aussage das man selbst nicht daran glaubt und dies aussagt. Grenzwertig ist imho ianal, wenn man dies anderen (unbekannten und nicht näher definierten Personen) sozusagen unterstellt/in den Mund legt.

Grüße
ALOA
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Re: Zypries: Leugnung des Holocausts

Beitragvon K.-H. Hirmer » Mi 14. Jan 2009, 22:20

aloa5 hat geschrieben:Es müsste so lauten um sich noch (kurz) vor der Grenze zu befinden:
"Man kann sich vorstellen das es Menschen gibt welche sich den Holocaust nicht als Tatsache vorstellen können"

Das wäre dann scharf an der Grenze. Eine Leugnung beinhaltet ja die Aussage das man selbst nicht daran glaubt und dies aussagt. Grenzwertig ist imho ianal, wenn man dies anderen (unbekannten und nicht näher definierten Personen) sozusagen unterstellt/in den Mund legt.

Naja, man kann schon mit einem einzelnen Satz im strafrechtlichen Sinne zum Holocaust-Leugner werden. Würde jemand auf einer zünftigen Neonazi-Demo in einer entsprechenden Rede in einem Satz sagen, dass es Holocaust nicht gegeben hätte, wäre der Bock fett. Das würde vor Gericht landen.

So etwas tun echte Holocaust-Leugner aber - allermeistens - leider nicht.

Sie sehen sich in aller Regel auf einer "Mission", nämlich der, ihre "Wahrheit" über den Holocaust zu verbreiten und dadurch das NS-Regime reinzuwaschen. Dazu kommt das Motiv des Antisemitismus. Wie heißt es so schön: "Kratze an einem Holocaust-Revisionisten (=Holocaust-Leugner) und zum Vorschein kommt der Antisemit."

Eines - von vielen - Merkmalen der Holocaust-Leugnung ist es, dass in Diskussionen endlos lange Texte verbreitet werden, mit denen jeder historische Beweis für den Holocaust "entkräftet" werden soll. Entkräftet ist am Ende zwar immer nur der Leser dieser Textwüsten. Aber nach dem Motto "viel hilft viel" werden manchmal 10 - 20 DIN A4-Seiten Text in Foren eingestellt, oder eben endlose mündliche Monologe gehalten.

Ein schönes Anschauungsobjekt sind die sog. "Germanischen Weltnetzseiten". Wer sie kennt, weiß wovon ich rede. Liest man dort den Holocaust-Strang, kippt man irgendwann vor Entkräftung vom Stuhl ... :roll:

Sie können mir glauben: Jemand, der sich mit der Holocaust-Leugnung beschäftigt, wünscht sich wohl nichts sehnlicher, als dass diese Leute es bei einem oder wenigen Sätzen lassen würden.

K.-H. Hirmer
Zuletzt geändert von K.-H. Hirmer am Mi 14. Jan 2009, 22:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zypries: Leugnung des Holocausts

Beitragvon aloa5 » Do 15. Jan 2009, 09:15

K.-H. Hirmer hat geschrieben:..
Ein schönes Anschauungsobjekt sind die sog. "Germanischen Weltnetzseiten". Wer sie kennt, weiß wovon ich rede. Liest man dort den Holocaust-Strang, kippt man irgendwann vor Entkräftung vom Stuhl ... :roll:

Sie können mir glauben: Jemand, der sich mit der Holocaust-Leugnung beschäftigt, wünscht sich wohl nichts sehnlicher, als dass diese Leute es bei einem oder wenigen Sätzen lassen würden.

Das glaube ich Ihnen selbstredend. Das ist bei vielen Glaubensfragen der Fall. Das Problem ist ja, das man bei solchen Dingen diejenigen nicht direkt davor stellen kann um es zu zeigen. Ich bewege mich vorwiegend in Wirtschafts- und Politikforen. So wie Sie Holocaust-Stränge sehen sind es für mich Threads über Freiwirtschaft und dem Bedingungslosen Grundeinkommen.

Die gibt es überall und viele Befürworter (nicht alle) gleichen einer Glaubensgemeinschaft welche immer die gleichen Dinge hervorziehen. Es ist dabei unerheblich ob man diese mehr oder minder gut entkräften kann (oder wie oft). Man fühlt sich wie in einer Zeitschleife...

Grüße
ALOA
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