Einbürgerungstests

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bakunicus
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Einbürgerungstests

Beitragvon bakunicus » Do 1. Jan 2009, 03:23

http://www.sueddeutsche.de/politik/368/453064/text/

zitat :

Durchfallquote nahe null

Die Ängste wegen des Einbürgerungstestes scheinen unbegründet zu sein, denn die Erfolgsquote der ersten Testkandidaten in Berlin entspricht nahezu sozialistischen Ergebnissen.


Den neuen Einbürgerungstest in Berlin bestand bisher fast jeder Bewerber im ersten Anlauf. Nach Angaben des Berliner Integrationsbeauftragten Günter Piening stellten sich im September, Oktober und November insgesamt 1647 Zuwanderer dem Test - zu 99,4 Prozent mit Erfolg.

Nur zehn Kandidaten fielen durch. Die Zahlen für Dezember liegen noch nicht vor. Bundesweit bestanden in den Monaten September und Oktober 8894 Einbürgerungswillige den Test, was laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einer Quote von 98,9 Prozent entspricht.

"Man kann zufrieden sein, sollte aber nicht in Euphorie verfallen", sagte der Senatsbeauftragte. Er führte die hohe Erfolgsquote darauf zurück, dass sich anscheinend zunächst höher qualifizierte Zuwanderer mit guten Sprachkenntnissen zu der Prüfung gemeldet hätten. "Die anderen warten erst einmal ab - das ist die Befürchtung."



die sorgen beider seiten sind offensichtlich unberechtigt.

die einwanderer sind genug bewandert um die tests zu bestehen.
und es gibt doch nicht viele migranten, denen jedes wissen um deutschland egal ist.

die ganze diskussion im vorfeld war wohl eher ganz großes kino.
warten wir also ab wie sich das weiter entwickelt.


bakunicus
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon Weltregierung » Do 1. Jan 2009, 21:34

sueddeutsche.de hat geschrieben:"Man kann zufrieden sein, sollte aber nicht in Euphorie verfallen", sagte der Senatsbeauftragte. Er führte die hohe Erfolgsquote darauf zurück, dass sich anscheinend zunächst höher qualifizierte Zuwanderer mit guten Sprachkenntnissen zu der Prüfung gemeldet hätten. "Die anderen warten erst einmal ab - das ist die Befürchtung."


:rofl:

Als ob man "höher qualifiziert" sein müsste, um diesen Blödsinnstest zu bestehen.
Zuletzt geändert von Weltregierung am Do 1. Jan 2009, 21:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon petronius » Do 1. Jan 2009, 22:10

bakunicus hat geschrieben:http://www.sueddeutsche.de/politik/368/453064/text/

zitat :

Durchfallquote nahe null

Die Ängste wegen des Einbürgerungstestes scheinen unbegründet zu sein, denn die Erfolgsquote der ersten Testkandidaten in Berlin entspricht nahezu sozialistischen Ergebnissen.


Den neuen Einbürgerungstest in Berlin bestand bisher fast jeder Bewerber im ersten Anlauf. Nach Angaben des Berliner Integrationsbeauftragten Günter Piening stellten sich im September, Oktober und November insgesamt 1647 Zuwanderer dem Test - zu 99,4 Prozent mit Erfolg.

Nur zehn Kandidaten fielen durch. Die Zahlen für Dezember liegen noch nicht vor. Bundesweit bestanden in den Monaten September und Oktober 8894 Einbürgerungswillige den Test, was laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einer Quote von 98,9 Prozent entspricht.

"Man kann zufrieden sein, sollte aber nicht in Euphorie verfallen", sagte der Senatsbeauftragte. Er führte die hohe Erfolgsquote darauf zurück, dass sich anscheinend zunächst höher qualifizierte Zuwanderer mit guten Sprachkenntnissen zu der Prüfung gemeldet hätten. "Die anderen warten erst einmal ab - das ist die Befürchtung."



die sorgen beider seiten sind offensichtlich unberechtigt.

die einwanderer sind genug bewandert um die tests zu bestehen.
und es gibt doch nicht viele migranten, denen jedes wissen um deutschland egal ist.

die ganze diskussion im vorfeld war wohl eher ganz großes kino.
warten wir also ab wie sich das weiter entwickelt.


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welche sorgen?

daß ein test, wo man die fragen und antworten vorher schon auswendig lernen kann, niemanden durchfallen lassen, ist doch klar

daß es entwürdigend ist, die staatsbürgerschaft von der absolvierung so eines schwachsinnstests abhängig zu machen, bleibt aufrecht

für mich ist es ein grund, nicht die deutsche staatsbürgerschaft anzustreben - daß von mir ernsthaft verlangt wird, nachzuweisen, kein zum auswendiglernen von eine paar fragen unfähiger totaler vollidiot zu sein. umso mehr, als ich von genügend idioten mit deutscher staatsbürgerschaft umgeben bin, die ohne vorheriges auswendiglernen nie diesen test bestehen würden - was ich allerdings locker schaffen würde, trotz der uneindeutigkeit so mancher fragen
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon Kibuka » Fr 2. Jan 2009, 18:16

petronius hat geschrieben:welche sorgen?

daß ein test, wo man die fragen und antworten vorher schon auswendig lernen kann, niemanden durchfallen lassen, ist doch klar

daß es entwürdigend ist, die staatsbürgerschaft von der absolvierung so eines schwachsinnstests abhängig zu machen, bleibt aufrecht

für mich ist es ein grund, nicht die deutsche staatsbürgerschaft anzustreben - daß von mir ernsthaft verlangt wird, nachzuweisen, kein zum auswendiglernen von eine paar fragen unfähiger totaler vollidiot zu sein. umso mehr, als ich von genügend idioten mit deutscher staatsbürgerschaft umgeben bin, die ohne vorheriges auswendiglernen nie diesen test bestehen würden - was ich allerdings locker schaffen würde, trotz der uneindeutigkeit so mancher fragen


Stimme zu! Wie ich schon vor Monaten schrieb, erachte ich diesen Test für völligen Unsinn. Er sorgt weder für mehr Integration, noch ist er anderweitig zweckdienlich. Warum man einen Test entwickelt, der keinem Zweck dient, muss mir erstmal ein Politiker plausibel erklären. Ich zweifle allerdings stark daran, dass irgendein Politiker dazu in der Lage ist.

Meine Vermutung ist, dieser Test wurde geschaffen, um einen Alibitest für das rechte Spektrum zu haben und um damit abzukassieren. Bei letzterem habe ich aber ernsthafte Zweifel, ob sich das tatsächlich unter dem Strich rechnet. Es sorgt schließlich für mehr Bürokratie in den Behörden.

Kurzum, wieder einmal haben es einige (Dumm)köpfe in der Regierung geschafft, mir eindrucksvoll ihre Unfähigkeit zu demonstrieren. :ill:
Zuletzt geändert von Kibuka am Fr 2. Jan 2009, 18:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon von Dahlenberg » Fr 2. Jan 2009, 18:44

petronius hat geschrieben:
welche sorgen?

daß ein test, wo man die fragen und antworten vorher schon auswendig lernen kann, niemanden durchfallen lassen, ist doch klar

daß es entwürdigend ist, die staatsbürgerschaft von der absolvierung so eines schwachsinnstests abhängig zu machen, bleibt aufrecht

für mich ist es ein grund, nicht die deutsche staatsbürgerschaft anzustreben - daß von mir ernsthaft verlangt wird, nachzuweisen, kein zum auswendiglernen von eine paar fragen unfähiger totaler vollidiot zu sein. umso mehr, als ich von genügend idioten mit deutscher staatsbürgerschaft umgeben bin, die ohne vorheriges auswendiglernen nie diesen test bestehen würden - was ich allerdings locker schaffen würde, trotz der uneindeutigkeit so mancher fragen

Die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft machst du von den Modalitäten des Einbürgerungstests abhängig? Und ich dachte immer, man nähme eine fremde Staatsbürgerschaft an, weil man sich diesem Land und der in ihm lebenden Gesellschaft besonders zugehörig fühlt.
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon Talyessin » Fr 2. Jan 2009, 19:03

von Dahlenberg hat geschrieben:Die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft machst du von den Modalitäten des Einbürgerungstests abhängig? Und ich dachte immer, man nähme eine fremde Staatsbürgerschaft an, weil man sich diesem Land und der in ihm lebenden Gesellschaft besonders zugehörig fühlt.


Wirklich? Sehe das nicht so.
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon Kibuka » Fr 2. Jan 2009, 19:09

von Dahlenberg hat geschrieben:Die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft machst du von den Modalitäten des Einbürgerungstests abhängig? Und ich dachte immer, man nähme eine fremde Staatsbürgerschaft an, weil man sich diesem Land und der in ihm lebenden Gesellschaft besonders zugehörig fühlt.


Ich kann es durchaus nachvollziehen, dass sich einige Menschen durch den Einbürgerungstest auf den Schlips getreten fühlen. Es gibt in der Bundesrepublik Menschen, die hier geboren sind und jahrzehntelang in Deutschland gelebt haben. Das man diese Menschen nun zu so einem lächerlichen Test einbestellt, ist Unfug.

Abgesehen davon, muss mir jemand hier den Sinn dieses Tests einmal genauer erklären. Ich habe das bisher noch nicht ganz verstanden. Wozu dient ein Test, der offensichtlich trivial ist, der beliebig oft wiederholt werden kann und bei dem alle Fragen öffentlich zugänglich sind?
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon bakunicus » Fr 2. Jan 2009, 19:19

Kibuka hat geschrieben:
Ich kann es durchaus nachvollziehen, dass sich einige Menschen durch den Einbürgerungstest auf den Schlips getreten fühlen. Es gibt in der Bundesrepublik Menschen, die hier geboren sind und jahrzehntelang in Deutschland gelebt haben. Das man diese Menschen nun zu so einem lächerlichen Test einbestellt, ist Unfug.

Abgesehen davon, muss mir jemand hier den Sinn dieses Tests einmal genauer erklären. Ich habe das bisher noch nicht ganz verstanden. Wozu dient ein Test, der offensichtlich trivial ist, der beliebig oft wiederholt werden kann und bei dem alle Fragen öffentlich zugänglich sind?


zur show für koch und co. ....
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon von Dahlenberg » Fr 2. Jan 2009, 19:21

Talyessin hat geschrieben:
Wirklich? Sehe das nicht so.

Wie siehst du es denn?
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon Talyessin » Fr 2. Jan 2009, 19:22

von Dahlenberg hat geschrieben:Wie siehst du es denn?


Unzufriedenheit mit der momentanen Staatsbürgerschaft scheint der größte Antrieb zu sein. Was ich durchaus nachvollziehen kann und daher mich wundere, warum man sich an der deutschen Staatsbürgerschaft so laben will.
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon von Dahlenberg » Fr 2. Jan 2009, 19:26

Kibuka hat geschrieben:Ich kann es durchaus nachvollziehen, dass sich einige Menschen durch den Einbürgerungstest auf den Schlips getreten fühlen.

Ja, aber ich mache doch davon nicht die Entscheidung abhängig, ob ich die Staatsbürgerschaft annehme oder nicht.

Kibuka hat geschrieben:Es gibt in der Bundesrepublik Menschen, die hier geboren sind und jahrzehntelang in Deutschland gelebt haben. Das man diese Menschen nun zu so einem lächerlichen Test einbestellt, ist Unfug.

Dem würde ich nicht widersprechen.

Kibuka hat geschrieben:Abgesehen davon, muss mir jemand hier den Sinn dieses Tests einmal genauer erklären. Ich habe das bisher noch nicht ganz verstanden. Wozu dient ein Test, der offensichtlich trivial ist, der beliebig oft wiederholt werden kann und bei dem alle Fragen öffentlich zugänglich sind?

Das weiss ich nicht. Ich bin auch kein Befürworter dieses Tests. Zumindest in seiner jetzigen Form.
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon von Dahlenberg » Fr 2. Jan 2009, 19:30

Talyessin hat geschrieben:
Unzufriedenheit mit der momentanen Staatsbürgerschaft scheint der größte Antrieb zu sein. Was ich durchaus nachvollziehen kann und daher mich wundere, warum man sich an der deutschen Staatsbürgerschaft so laben will.

Dem kann ich jetzt nicht so recht folgen...

Du meinst, Migranten sind mit ihrer eigenen Staatsbürgerschaft unzufrieden und wollen daher die deutsche Staatsbürgerschaft?

Also ich würde in einem fremden Land meine Staatsbürgerschaft dann aufgeben und die des Aufnahmelandes annehmen, wenn ich mir sicher bin, dass ich vollständig zu der neuen Gesellschaft gehören will und mich mit ihr identifiziere.
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon Talyessin » Fr 2. Jan 2009, 19:33

von Dahlenberg hat geschrieben:Dem kann ich jetzt nicht so recht folgen...

Du meinst, Migranten sind mit ihrer eigenen Staatsbürgerschaft unzufrieden und wollen daher die deutsche Staatsbürgerschaft?

Also ich würde in einem fremden Land meine Staatsbürgerschaft dann aufgeben und die des Aufnahmelandes annehmen, wenn ich mir sicher bin, dass ich vollständig zu der neuen Gesellschaft gehören will und mich mit ihr identifiziere.


Das liegt wohl daran, das du
a) wohl zufrieden mit der hiesigen Staatsbürgerschaft bist
b) kein Interesse daran hasst den Staat dessen Staatsbürgerschaft du besitzt zu verlassen
c) und somit keine Vorteile aus der Staatsbürgerschaft ziehen kannst, deren Staatsbürger du werden wollen würdest, sollte es der Fall sein.

Kurzum, wenn ich Nutzen habe, dann würde ich wechseln.
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon von Dahlenberg » Fr 2. Jan 2009, 19:55

Talyessin hat geschrieben:Kurzum, wenn ich Nutzen habe, dann würde ich wechseln.

Ich finde eine reine "Kosten-Nutzen-Analyse" wird sowohl dem Einzubürgernden, als auch der Aufnahmegesellschaft nicht gerecht. Die Annahme der Staatsbürgerschaft sollte meiner Auffassung nach auch und in erster Linie eine Herzensangelegenheit sein.
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon MG-42 » Fr 2. Jan 2009, 20:10

Man braucht mehr Fangfragen: :mrgreen:

z.B.

Ist Putin ein Demokrat? All die Putinisten die mit Ja antworten kann man gleich wieder zurück schicken.

War Mohammed ein Kinderficker? Rien ne va plus für die Muslime

Ist Polen eine Großmacht? Schlechte Karten für die Ostler.


Und zu guter letzt ein Bekenntnis zu unseren liberalen Grundwerten.

Trinken sie Bier? :cheers:

Mögen sie Pornos? :thumbup:

Ein nein und schon heißt es "Gute Heimreise" :irony:

All das überstanden, Einschwörung auf Angela Merkel, und willkommen in Deutschland,. Jetzt darfst du mitjammern
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon Kibuka » Fr 2. Jan 2009, 20:13

von Dahlenberg hat geschrieben:Ich finde eine reine "Kosten-Nutzen-Analyse" wird sowohl dem Einzubürgernden, als auch der Aufnahmegesellschaft nicht gerecht. Die Annahme der Staatsbürgerschaft sollte meiner Auffassung nach auch und in erster Linie eine Herzensangelegenheit sein.


Prinzipell richtig. Aber wieviele Menschen in Deutschland sind heutzutage noch derart patriotisch? Man fühlt sich zu einem Land verbunden, wenn es die Heimat ist, man in diesem Land geboren ist. So ein Gefühl manifestiert sich nicht durch ein Stück Papier, sondern durch Erlebnisse und Erfahrungen. Gleichzeitig gibt es Menschen, deren Abstammung im Ausland liegt, diese Menschen teilen natürlich auch eine innere Verbundenheit zu dem Herkunftsland ihrer Eltern/Großeltern.

Man erinnere sich an die in Amerika lebenden Japaner, während des 2. Weltkriegs. Viele von ihnen wurden von der US-Regierung ausgegrenzt, dennoch gab es tausende Freiwillige, die gegen ihr eigenes Herkunftsland, Japan, in den Krieg zogen um ihre neue Heimat zu verteidigen. Einige blieben aber auch neutral. All das vollzog sich unabhängig davon, was in den Pässen dieser Menschen stand.

Integration wird nicht durch einen Einbügerungstest und anschließendem Fahnen schwenken vollzogen, es ist ein Prozess, am Ende dessen ein Mensch steht, der sich entweder im Herzen mit seiner (neuen) Heimat identifiziert oder eben nicht.
Have no heroes, look up to no-one, for if you do, the best you'll ever be is second. If you have to ask why, you'll never understand!

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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon Talyessin » Fr 2. Jan 2009, 20:16

von Dahlenberg hat geschrieben:Ich finde eine reine "Kosten-Nutzen-Analyse" wird sowohl dem Einzubürgernden, als auch der Aufnahmegesellschaft nicht gerecht. Die Annahme der Staatsbürgerschaft sollte meiner Auffassung nach auch und in erster Linie eine Herzensangelegenheit sein.


Genau das sehe ich nicht so.
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon MG-42 » Fr 2. Jan 2009, 20:22

Talyessin hat geschrieben:
Genau das sehe ich nicht so.



Man kann das Herz nicht befragen.
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon Scharfrichter » Fr 2. Jan 2009, 20:46

Talyessin hat geschrieben:
Kurzum, wenn ich Nutzen habe, dann würde ich wechseln.


Das Schlimme daran ist, daß es wohl in der Mehrzahl der Fälle die Migranten hier genau so sehen ( Scheiss Deutsche etc ). Mal schauen wo es am meisten zu holen gibt und ab dahin. Moralische und ethische Werte wie Heimatverbundenheit, Respekt vor älteren Generationen, welche Zeit ihres Lebens versucht haben das eigene Land zu verbessern > Fehlanzeige. Diese Subjekte kennen nur eins: ICH, ICH und nochmal ICH. Was zum Wohl der Gemeinschaft beitragen? Wieso denn, Hauptsache mir geht´s gut und es lohnt sich für mich. Manchmal kann ich gar nicht so viel essen wie ich ko***n möchte......
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Re: Einbürgerungstests

Beitragvon Talyessin » Fr 2. Jan 2009, 21:25

Scharfrichter hat geschrieben:
Das Schlimme daran ist, daß es wohl in der Mehrzahl der Fälle die Migranten hier genau so sehen ( Scheiss Deutsche etc ). Mal schauen wo es am meisten zu holen gibt und ab dahin. Moralische und ethische Werte wie Heimatverbundenheit, Respekt vor älteren Generationen, welche Zeit ihres Lebens versucht haben das eigene Land zu verbessern > Fehlanzeige. Diese Subjekte kennen nur eins: ICH, ICH und nochmal ICH. Was zum Wohl der Gemeinschaft beitragen? Wieso denn, Hauptsache mir geht´s gut und es lohnt sich für mich. Manchmal kann ich gar nicht so viel essen wie ich ko***n möchte......


Und, was ist genau an diesem Gedanken so abwegig?

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