Bundeswehr und Rüstungsindustrie

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Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Cobra9 » Mi 19. Nov 2014, 13:04

Hallo,

das Thema erstelle ich mal weil es wohl doch einige mit Interesse gibt. Es soll dazu dienen immer mal wieder News, Infos oder auch Themen anzusprechen welche die Bundeswehr sowie Rüstungsindustrie betreffen. Ich werd auf jedenfalls versuchen immer mal wieder was von Interesse einzustellen oder allgemein Infos zu posten.


Fangen wir mir mal an. Erster Punkt auf der Tagesordnung ist das angesichts der Ukraine-Krise nun der Politik in Berlin eingefallen ist man hat zu wenige Panzer. Das ganze geht recht weit.

Berlin/Mainz. Verteidigungspolitiker von Union und SPD fordern laut Nachrichtenagentur Reuters deutlich mehr Kampf- und Radpanzer für die Bundeswehr. Dies sei so in den Anträgen der Experten der Koalition an den Bundeshaushalt 2015 formuliert, die Reuters nach eigenen Angaben vorliegen. Die angestrebte Zahl von 225 Kampfpanzern Leopard und 190 Radpanzern des Typs Boxer sei angesichts der aktuellen Sicherheitslage nicht mehr angemessen, zitiert die Nachrichtenagentur aus den Anträgen. Die Initiative für diese angestrebte Aufrüstung der Bundeswehr sei eine Konsequenz aus der Ukrainekrise.

http://www.bundeswehr-journal.de/2014/w ... leopard-3/



Was macht für euch mehr Sinn ?

-Leo 2 A7 anschaffen und das neue System erstmal sinnvoll planen sowie die Anforderungen festlegen

- Anderen Panzer anschaffen wie den aus Frankreich

- Gar nichts machen und den LEO3 sofort haben wollen

Ich spreche mich ganz klar erstmal dafür aus das man die moderne Version des Leo2 als A7 soweit beschafft das man den Bedarf für die Landesverteidigung erfüllt. Das sind bewährte Systeme die alle Anforderungen noch auf Jahre erfüllen. Dann würde ich mal den Bedarf sowie die Ausrichtung der Bundeswehr ermittlen um überhaupt zu wissen was soll den das neue Hauptkampfsystem der BW können für die Zukunft. Auch sollte man klären ob die Franzosen an dem vertraglich beschlossenen gemeinsamen System noch Interesse haben oder andere Staaten wie Niederlande usw. mitmachen würden. Langfristig wird man einen Leo3 oder wie auch immer das neue System heisst entwickeln. Aber das dauert mindestens 10 Jahre. Das hat dann aber nichts mit dem jetzigen Sofort - Bedarf zu tun.


Kann man auch sagen das ein neuer Panzer komplett mehr Sinn macht. Auch kein Problem aber diese Masche durch die Hintertür ist falsch. Offen der Bevölkerung sagen was man will. Fakt ist auf jeden Fall das die Truppe nicht ausreichend Panzer hat und das von Thomas de Maizière eingeführte "dynamische Verfügungsmanagement" sich nicht bewährt. Es verursacht massive Mehrkosten weil der Transport sehr teuer ist und vor allem die wenigen verfügbaren Panzer bei den Übungen dann überlastet werden was zu mehr Wartung führt. Von den Unfällen beim Verladen sowie Transport ganz zu schweigen. Alles Kosten die man nicht bedacht hat. So kommt es dazu das die Truppe immer mehr Manöver absagen muss, Ausbildungslehrgänge abgesagt werden müssen.....Frust bei den Soldaten also. Es darf doch nicht so sein das die wenigen Panzer noch teurer werden im Unterhalt als wo man mehr hatte und die Soldaten unter Ausbildungsproblemen leiden. Dazu kommt unser Leo2 sind bei weitem nicht auf dem modernen Standart. Bei Reduzierung auf nur noch sehr kleine Stückzahlen sollten die verbliebenen Exemplare "die leistungsfähigsten Modelle" sein.

Jetzt denken wir mal weiter. Die Welt wird nicht sicherer sondern unsicherer. Angesichts der weltweiten Krisen ist der Kampfpanzer keineswegs veraltet, sondern Rückversicherung und Kernelement landbasierter Kräfte. Was macht den Eindruck auf den Gegner ? 2 Soldaten oder ein Panzer. Langfristig werden wir um Panzer nicht rumkommen. Auch nicht darum einen Nachfolger für den Leopard zu entwickeln. Das aber überlegt, kontrolliert und nicht wie bei allen aktuellen Rüstungsprojekten nach Good Will des Entwicklers alleine. Aber der Panzer alleine wird nicht viel bringen. Ohne Boxer und Puma wird die BW ein zahnloser Tiger sein.


Hier mal ein Lob nach Berlin. Es sollen rund 200 Boxer zusätzlich ab 2016 kommen und man höre erstaunt noch 150 Puma extra. Wobei wir uns auch da im Kreis drehen. Mal ist die Ecke wichtig, dann die nächste.


Die BW braucht einen klaren Auftrag nach dem sich die Fähigkeiten dann richten müssen. Somit ergibt sich ein planbarer Bedarf. Dieser Bedarf sollte für die Aufgaben ausreichend sein inkl. Gewährleistung der Landesverteidigung ink. Einsatzreserven. Wenn das VM nur die Kernstücke des Gutachten umsetzen würde wäre für die BW viel gewonnen, dem Steuerzahler viiieeeeelll Geld gespart für die Zukunft und man hätte eine BW die was nutzt. Es gibt Bereiche auch im Gutachten die sind Verschluss-Sache gerade was Geld angeht. Aber eines ist Fakt was auch eigentlich jeder weiss- bei der BW wurde aufgrund von Fehlplanung, mangelnder Kompetenz, politischem Desinteresse, mangelnder Härte usw. in 15 Jahren soviel Geld verbrannt das man Heulen will. Eigentlich gehören nicht wenige Verantwortliche noch angeklagt.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon John Galt » Mi 19. Nov 2014, 13:07

Man kann auch gar nichts machen, da die Wahrscheinlichkeit konventioneller Kriege gegen 0 tendiert.

Im Kriegsfall müsste man sowieso die ganze Produktion umstellen und da wären 200 Panzer nur Kannonenfutter.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Cobra9 » Mi 19. Nov 2014, 13:24

John Galt » Mi 19. Nov 2014, 14:07 hat geschrieben:Man kann auch gar nichts machen, da die Wahrscheinlichkeit konventioneller Kriege gegen 0 tendiert.

Im Kriegsfall müsste man sowieso die ganze Produktion umstellen und da wären 200 Panzer nur Kannonenfutter.


Gut dann kann man aber auch viel Geld sparen, sich A-Waffen besorgen und die BW zu 70% dichtmachen.
Weil wie es jetzt ist kann doch nicht Sinn der Sache sein. Wir verbrennen über 15 Jahre mal locker 80-120 Millarden Euro aber wo ist der Nutzen ?

Sorry da denke ich mir entweder wir machen es richtig oder wir lassen es ganz. Geld vernichten ohne Sinn ist auch nicht gerade clever. Nur mal so aus Neugier- woher weisst Du den das kein Krieg mehr konventionell geführt wird. Was ich in der Ukraine gesehen und gelesen habe zeugt vom Gegenteil. So lange Russland immer wieder neue Fakten schafft innerhalb der Republik Ukraine und dies auch tut mit Panzern die einfach in ungekennzeichneten LKW's herangeschleppt werden, muss man davon (leider) auch ausgehen dass solche Panzer immer noch benutzt werden und ist damit auch ihre strategische Relevanz gegeben. Oder die anderen Krisen in der Welt. Da fliegen immer noch Kugeln
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 19. Nov 2014, 13:35

Die Bundeswehr muss zuallererst wieder auf Vordermann gebracht werden, das existierende Material muss gesichtet und soweit möglich Instand gesetzt, Lücken müssen aufgefüllt werden. Gleichzeitig muss man überlegen, ob die Bedrohung aus Russland nur ein Strohfeuer ist oder ob sich das zu einer dauerhaften Krise bis hin zu einem neuen kalten Krieg auswachsen kann. Sollte man zu dieser Ansicht gelangen, muss man natürlich auch konventionell aufrüsten, um solchen Machenschaften wie auf der Krim oder der Ukraine schnell und machtvoll Einhalt gebieten zu können.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Platon » Mi 19. Nov 2014, 13:41

Ich bin der Ansicht, dass es diese Massenarmeen für alle Länder außer den USA, die damit hin und wieder ein Land erobern, eigentlich nicht braucht. Wenn es um die Kontrolle von Territorium geht sollte man sich auf verbündete einheimische Kräfte verlassen und man selbst sollte vor allem Spezialtruppen trainieren, die im Ernstfall auch wirklich eingesetzt werden können.

In Bezug auf Russland sollte man daher potenzielle Verbündete wie die Regierung in Kiew massiv aufrüsten damit diese am Tag X die Gebiete im Osten des Landes schnell zurück erobern können bzw. für Russland eine ständige Bedrohung darstellen, dass Russland hohe Summen investieren muss um einen solchen Angriff abzuschrecken. Für die Krim wird es natürlich schwerer, weil die Russen das als eigenes Territorium ansehen und eine Nuklearmacht zu überfallen ist selten eine gute Idee.

Von daher denke ich, dass die Bundeswehr vor allem für Ausbildungs-, Aufklärungs- und Spezialmissionen gebraucht wird. Eine Massenarmee braucht es nicht.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Cobra9 » Mi 19. Nov 2014, 13:45

Platon » Mi 19. Nov 2014, 14:41 hat geschrieben:Ich bin der Ansicht, dass es diese Massenarmeen für alle Länder außer den USA, die damit hin und wieder ein Land erobern, eigentlich nicht braucht. Wenn es um die Kontrolle von Territorium geht sollte man sich auf verbündete einheimische Kräfte verlassen und man selbst sollte vor allem Spezialtruppen trainieren, die im Ernstfall auch wirklich eingesetzt werden können.

In Bezug auf Russland sollte man daher potenzielle Verbündete wie die Regierung in Kiew massiv aufrüsten damit diese am Tag X die Gebiete im Osten des Landes schnell zurück erobern können bzw. für Russland eine ständige Bedrohung darstellen, dass Russland hohe Summen investieren muss um einen solchen Angriff abzuschrecken. Für die Krim wird es natürlich schwerer, weil die Russen das als eigenes Territorium ansehen und eine Nuklearmacht zu überfallen ist selten eine gute Idee.

Von daher denke ich, dass die Bundeswehr vor allem für Ausbildungs-, Aufklärungs- und Spezialmissionen gebraucht wird. Eine Massenarmee braucht es nicht.


Und was ist für den Fall das wir keine Verbündeten haben oder direkt angegangen werden ?
Eine Massenarmee haben wir schon lange nicht mehr. Wir haben noch rund 182.000 Soldaten bei einer Bevölkerung von 80,62 Millionen Einwohnern. Die 182.000 Mann verteilen sich noch auf Herr, Luftwaffe, Marine und Sonderstellen. Für den konventionellen Kampf schon lange zu wenig und auch wenn man nur noch wenige Mission fahren muss gilt folgende Rechnung

1 aktiver Front- Soldat im Einsatz braucht bis zu vier Soldaten im Rücken für Nachschub usw.

Beim Herr als Beispiel sind 61.000 Mann aktiv. Davon ist maximal ein Drittel in einem Kampfverband wirklich noch aktiv. Der Zentraler Sanitätsdienst umfasst heute schon 19.000 Soldaten. Auch keine Kämpfer. Sprich um sagen wir 10.000 Mann im Einsatz zu haben braucht die BW heute schon fast alle ihre Leistung. Das ist die Realtität. Auf globale Einsätze verteilt haben wir wenig Spielraum. Das was Du so einstellt ist fast da.
Zuletzt geändert von Cobra9 am Mi 19. Nov 2014, 13:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Blickwinkel » Mi 19. Nov 2014, 13:48

John Galt » Mi 19. Nov 2014, 14:07 hat geschrieben:Man kann auch gar nichts machen, da die Wahrscheinlichkeit konventioneller Kriege gegen 0 tendiert.


Kann ich nicht erkennen, der Ukrainekrieg, der Kampf gegen ISIS usw. alles konventionell geführte Kriege.

Im Kriegsfall müsste man sowieso die ganze Produktion umstellen und da wären 200 Panzer nur Kannonenfutter.


Ach und die Technologie für die ganzen Waffen entwickelt wer für Deutschland?
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Platon » Mi 19. Nov 2014, 13:48

Cobra9 » Mi 19. Nov 2014, 14:45 hat geschrieben:
Und was ist für den Fall das wir keine Verbündeten haben oder direkt angegangen werden ?

Es gibt eigentlich in jeder Weltregion Gruppen die bereit sind mit uns bzw. westlichen Verbündeten zusammen zu arbeiten. Zur Not muss man halt ein Nachbarland einmarschieren lassen, siehe die Aktivitäten äthiopischer Truppen in Somalia.

Und überhaupt, welches Land sollte Deutschland direkt angreifen?
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Blickwinkel » Mi 19. Nov 2014, 13:54

Platon » Mi 19. Nov 2014, 14:41 hat geschrieben:Ich bin der Ansicht, dass es diese Massenarmeen für alle Länder außer den USA, die damit hin und wieder ein Land erobern, eigentlich nicht braucht. Wenn es um die Kontrolle von Territorium geht sollte man sich auf verbündete einheimische Kräfte verlassen und man selbst sollte vor allem Spezialtruppen trainieren, die im Ernstfall auch wirklich eingesetzt werden können.


Das könnte man meinen, allerdings zeigen Analysen, dass in allen bisherigen Konflikten mittel- bzw. langfristig Bodentruppen ins Spiel kamen.

In Bezug auf Russland sollte man daher potenzielle Verbündete wie die Regierung in Kiew massiv aufrüsten damit diese am Tag X die Gebiete im Osten des Landes schnell zurück erobern können bzw. für Russland eine ständige Bedrohung darstellen, dass Russland hohe Summen investieren muss um einen solchen Angriff abzuschrecken. Für die Krim wird es natürlich schwerer, weil die Russen das als eigenes Territorium ansehen und eine Nuklearmacht zu überfallen ist selten eine gute Idee.


Russland würde keinen Nuklearschlag gegen Kiew startet, allerdings dürfte eines klar sein, die Ukraine hat nicht die militärische Power, Russland zurück zu drängen und die westlichen Mächte müssen diplomatisch vorgehen um die Krise nicht weiter eskalieren zu lassen.

Die Gebiete in der Ostukraine sind sowieso verloren, die Menschen dort sind inzwischen auf Seiten Russlands, den andere Meinungen werden sowieso nicht geduldet und nachdem Kiew angekündigt hat, die Ostukraine nicht mehr zu versorgen, wird Moskau dies übernehmen und die Ostukraine noch stärker an Moskau gebunden werden.

Die Frage lautet, wie weit werden die russischen Truppen vordringen? Bis Kiew oder Lwiw (Lemberg) oder bleiben sie doch vorher stehen?

Von daher denke ich, dass die Bundeswehr vor allem für Ausbildungs-, Aufklärungs- und Spezialmissionen gebraucht wird. Eine Massenarmee braucht es nicht.


Da gebe ich dir recht, was es braucht sind kleinere gut ausgerüstete und ausgebildete Einheiten und natürlich mehr High-Tech, z.B. Drohnen oder Roboter die zum Einsatz kommen.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Blickwinkel » Mi 19. Nov 2014, 13:56

Platon » Mi 19. Nov 2014, 14:48 hat geschrieben:Es gibt eigentlich in jeder Weltregion Gruppen die bereit sind mit uns bzw. westlichen Verbündeten zusammen zu arbeiten. Zur Not muss man halt ein Nachbarland einmarschieren lassen, siehe die Aktivitäten äthiopischer Truppen in Somalia.

Und überhaupt, welches Land sollte Deutschland direkt angreifen?


In Zeiten des asymmetrischen Krieges wird dies durch Terroranschläge erfolgen. Hier liegt die größte Gefahr für die westliche Welt, wie sich am 9/11 gezeigt hat.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Cobra9 » Mi 19. Nov 2014, 13:57

Platon » Mi 19. Nov 2014, 14:48 hat geschrieben:Es gibt eigentlich in jeder Weltregion Gruppen die bereit sind mit uns bzw. westlichen Verbündeten zusammen zu arbeiten. Zur Not muss man halt ein Nachbarland einmarschieren lassen, siehe die Aktivitäten äthiopischer Truppen in Somalia.

Und überhaupt, welches Land sollte Deutschland direkt angreifen?


Also ich glaub kaum das deine Lösung so greift. Dazu sind die Eigeninteressen der Länder zu gross und warum sollten die bitte machen was wir wollen ? Geld ? Soviel können wir nicht zahlen. Und wie gut das in Somalia läuft sehe ich schon über Jahre.

Zum Gegner. Es gibt dutzende Planungen in den Case Files. Eines davon mal.


Nur mal angenommen dem Fall das Russland ernst macht und die USA nicht eingreifen was machen wir ? Polen, Frankreich usw. sind nicht stark genug alleine. Ja ist nur ein Szenario. Aber das war die Ukraine Krise auch. Oder hättest Du das auf dem Radar gehabt ?
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Cobra9 » Mi 19. Nov 2014, 13:58

Blickwinkel » Mi 19. Nov 2014, 14:56 hat geschrieben:
In Zeiten des asymmetrischen Krieges wird dies durch Terroranschläge erfolgen. Hier liegt die größte Gefahr für die westliche Welt, wie sich am 9/11 gezeigt hat.


Direkte Angriffe auf Deutschland durch Terror. Das aber Terroristen auch Truppen aufbauen können zeigt der IS. Sollen wir da immer zuschauen ?
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Platon » Mi 19. Nov 2014, 14:00

Blickwinkel » Mi 19. Nov 2014, 14:56 hat geschrieben:
In Zeiten des asymmetrischen Krieges wird dies durch Terroranschläge erfolgen. Hier liegt die größte Gefahr für die westliche Welt, wie sich am 9/11 gezeigt hat.

Man kann auf Terroranschläge aber halt nicht jedes mal damit reagieren in das jeweilige Land in dem die Hintermänner sitzen einzumarschieren, Deutschland schon gar nicht. Was es braucht ist gute Aufklärung, Spezialtruppen die die Hintermänner ausschalten und lokale Verbündete die die Rückzugsorte der Gruppen angreifen. Wenn morgen der IS in Hamburg eine Bombe hochgehen lässt kann Deutschland nicht viel dagegen tun, außer die Leute geheimdienstlich aufzuspüren und die USA dann freundlich zu bitten ein paar Cruise Missiles zu werfen. Hatte man bei den deutschen Jihadisten in Pakistan ja auch so gemacht.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Platon » Mi 19. Nov 2014, 14:06

Cobra9 » Mi 19. Nov 2014, 14:57 hat geschrieben:
Also ich glaub kaum das deine Lösung so greift. Dazu sind die Eigeninteressen der Länder zu gross und warum sollten die bitte machen was wir wollen ? Geld ? Soviel können wir nicht zahlen. Und wie gut das in Somalia läuft sehe ich schon über Jahre.

Zum Gegner. Es gibt dutzende Planungen in den Case Files. Eines davon mal.


Nur mal angenommen dem Fall das Russland ernst macht und die USA nicht eingreifen was machen wir ? Polen, Frankreich usw. sind nicht stark genug alleine. Ja ist nur ein Szenario. Aber das war die Ukraine Krise auch. Oder hättest Du das auf dem Radar gehabt ?

Wenn Russland meint NATO-Länder angreifen zu wollen, würde selbstverständlich ein nuklearer Gegenschlag zur Diskussion stehen.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Cobra9 » Mi 19. Nov 2014, 14:09

Platon » Mi 19. Nov 2014, 15:00 hat geschrieben:Man kann auf Terroranschläge aber halt nicht jedes mal damit reagieren in das jeweilige Land in dem die Hintermänner sitzen einzumarschieren, Deutschland schon gar nicht. Was es braucht ist gute Aufklärung, Spezialtruppen die die Hintermänner ausschalten und lokale Verbündete die die Rückzugsorte der Gruppen angreifen. Wenn morgen der IS in Hamburg eine Bombe hochgehen lässt kann Deutschland nicht viel dagegen tun, außer die Leute geheimdienstlich aufzuspüren und die USA dann freundlich zu bitten ein paar Cruise Missiles zu werfen. Hatte man bei den deutschen Jihadisten in Pakistan ja auch so gemacht.


Platon da irrst Du ein wenig. Wir haben mittlerweile zwei Kompanien der KSK die aktiver sind als man so allgemein annimmt. Nur der politische Wille ist das Problem. Ich kenn einen Fall aus Südamerkia. GSG9 und KSK waren vor Ort. Bereit zum Zuschlagen aber bis das GO kam waren die Geiseln weg.
Gut Pakistan ist ein heißes Pflaster. Und wenn Berlin die Fähigkeit der BW nicht einkauft kann die BW keine Cruise Missile abschiessen
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Blickwinkel » Mi 19. Nov 2014, 14:09

Cobra9 » Mi 19. Nov 2014, 14:58 hat geschrieben:
Direkte Angriffe auf Deutschland durch Terror. Das aber Terroristen auch Truppen aufbauen können zeigt der IS. Sollen wir da immer zuschauen ?


Natürlich nicht, ich bin da deiner Meinung, dass wir eingreifen müssen und nicht immer die Amerikaner die Sicherheit Europas gewährleisten sollen und hinterrum sich jeder über die "Scheiß-Amis" auslässt. Gerade Deutschland muss hier mehr investieren und auch mehr Verantwortung übernehmen.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Blickwinkel » Mi 19. Nov 2014, 14:10

Platon » Mi 19. Nov 2014, 15:00 hat geschrieben:Man kann auf Terroranschläge aber halt nicht jedes mal damit reagieren in das jeweilige Land in dem die Hintermänner sitzen einzumarschieren, Deutschland schon gar nicht. Was es braucht ist gute Aufklärung, Spezialtruppen die die Hintermänner ausschalten und lokale Verbündete die die Rückzugsorte der Gruppen angreifen. Wenn morgen der IS in Hamburg eine Bombe hochgehen lässt kann Deutschland nicht viel dagegen tun, außer die Leute geheimdienstlich aufzuspüren und die USA dann freundlich zu bitten ein paar Cruise Missiles zu werfen. Hatte man bei den deutschen Jihadisten in Pakistan ja auch so gemacht.


Auch, aber anhand von ISIS können die Ausmaße auch sehr groß werden, da reichen dann Spezialkräfte nicht aus. Deswegen sagte ich ja, dass man noch etwas mehr braucht.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Cobra9 » Mi 19. Nov 2014, 14:11

Platon » Mi 19. Nov 2014, 15:06 hat geschrieben:Wenn Russland meint NATO-Länder angreifen zu wollen, würde selbstverständlich ein nuklearer Gegenschlag zur Diskussion stehen.


Spekulieren wir. Usa wollen nicht helfen, der Russe bricht durch. Frankreich und England wollen keine A-Waffen einsetzen aus Angst vor Vergeltung. Bliebe nur die alte Art des Kampfes. Ich weiss alles Spekulation aber ich finde unsere Überlegung muss sowas einschliessen. Die Ukraine hat sich auf auf Schutzmächte verlassen
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 19. Nov 2014, 14:27

Platon » Mi 19. Nov 2014, 14:06 hat geschrieben:Wenn Russland meint NATO-Länder angreifen zu wollen, würde selbstverständlich ein nuklearer Gegenschlag zur Diskussion stehen.

Wäre es nicht sinnvoller, so einen Angriff konventionell parieren zu können anstatt eine Kernwaffe über Moskau zu zünden?
Zuletzt geändert von Tom Bombadil am Mi 19. Nov 2014, 14:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitragvon John Galt » Mi 19. Nov 2014, 16:55

Cobra9 » Mi 19. Nov 2014, 13:24 hat geschrieben:
Sorry da denke ich mir entweder wir machen es richtig oder wir lassen es ganz. Geld vernichten ohne Sinn ist auch nicht gerade clever. Nur mal so aus Neugier- woher weisst Du den das kein Krieg mehr konventionell geführt wird. Was ich in der Ukraine gesehen und gelesen habe zeugt vom Gegenteil. So lange Russland immer wieder neue Fakten schafft innerhalb der Republik Ukraine und dies auch tut mit Panzern die einfach in ungekennzeichneten LKW's herangeschleppt werden, muss man davon (leider) auch ausgehen dass solche Panzer immer noch benutzt werden und ist damit auch ihre strategische Relevanz gegeben. Oder die anderen Krisen in der Welt. Da fliegen immer noch Kugeln


Konventionelle Kriege wird es natürlich weiterhin geben. Afghanistan, Levante, Kaukasus, Ukraine, Weißrussland, Afrika, sonstwo wird weiterhin konventionell gekämpft werden.

Ich sehe nur keinen innerhalb der NATO. China, Russland wer will sich mit der NATO anlegen? Glaubst du Russland denkt sich, oh wow Deutschland hat 200 nigelnagel neue Panzer, da mache ich mal lieber einen großen Bogen drum.

Man kann sich das Geld für das ganze unnütze Material sparen und auf nukleare Abschreckung reduzieren.

Die ca. 200k zivilen und 200k Soldaten machen doch nichts außer den ganzen Tag Däumchen drehen.
Zuletzt geändert von John Galt am Mi 19. Nov 2014, 16:57, insgesamt 1-mal geändert.
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