Pogrome in Rostock

Moderator: Moderatoren Forum 2

Benutzeravatar
Jekyll
Beiträge: 9383
Registriert: Di 31. Aug 2010, 16:35
Benutzertitel: Je suis Jekyll

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Jekyll » Mo 3. Sep 2012, 20:15

Ein Artikel aus "Der Tagesspiegel" mit einem passenden Ré­su­mé:

"Deutschland hat in Rostock-Lichtenhagen wieder versagt" (Der Tagesspiegel)
Außer Bundespräsident Joachim Gauck hat fast die ganze politische Elite die Gedenkfeier in Rostock-Lichtenhagen geschwänzt. Dabei lassen sich die Ausschreitungen von damals nur mit dem vergleichen, was bis 1945 in Deutschland geschah. Und die tagtägliche Schande dauert an.

[...]

Man muss es so hart sagen.

Und muss sich nochmals ins Gedächtnis rufen: Unter unseren Augen, vor laufenden Fernsehkameras und so auch vor den Augen der Welt hat damals ein rasender Mob Asylbewerber mit Brand und Mord bedroht, und Feuerwehr und Polizei ließen die um ihr Leben schreienden Männer, Frauen, Kinder die längste Zeit im Stich. Niemals nach 1945 hatte es in Deutschland eine solche Szene gegeben. Eine öffentliche Szene, die nur mit dem, was bis 1945 in und von Deutschland ausgehend geschah, zu vergleichen ist.

[...]

Und kein Fernsehsender, man glaubt es kaum, hat dessen Rede live übertragen.

Verwunderlich ist auch das: Wenn die Archive nicht trügen, dann hat Gauck öffentlich oder in Anwesenheit von Zeitungszeugen in den vergangenen 20 Jahren noch nie zu den Gewaltexzessen in seiner Heimatstadt Stellung genommen. Nun aber fragte der Präsident: „Wie konnte es dazu kommen?“ Seine Antwort nannte dann die Wirrungen der Wiedervereinigung („orientierungslos in der neuen Freiheit“) und allerlei soziale Enttäuschungen bis hin zum Hass. Er kritisierte die mangelnde Achtsamkeit der Behörden. Alles richtig, doch benennt es nur die Symptome. Nicht die tieferen Ursachen.

[...]

Ein tieferer soziokultureller Unterschied wird so aber verdrängt und negiert. Die Tatsache nämlich, dass man in Ostdeutschland fast 60 Jahre lang über zwei bis drei Generationen hinweg fast nur Diktatur, Krieg, Nachkrieg und wieder Diktatur erfahren hat – und man statt Weltoffenheit nach dem Nationalsozialismus einen nationalen bis nationalistischen Sozialismus als Wechselbalg erleben musste.

[...]

Und tatsächlich kann sich ein Farbiger heute in einem Bus nach Einbruch der Dämmerung in vielen Teilen Ostdeutschlands, wo es wie in Mecklenburg-Vorpommern kaum zwei Prozent Ausländer gibt (und die ausländischen Touristen in Städten und an den Küsten fehlen), heute kaum sicherer fühlen als ein Schwarzer in Alabama in einem „weißen“ Bus vor einem halben Jahrhundert. Das ist, jenseits von Exzessen, eine tagtägliche Schande. Für das ganze wiedervereinigte Deutschland.

Übrigens, die vorsätzlichen Brandstifter und Mordversucher von Rostock-Lichtenhagen, die wir jetzt wieder in den Fernsehbildern von Angesicht sahen, sie wurden von der Justiz teils gar nicht verfolgt oder sind fast ausnahmslos mit kleinen Bewährungsstrafen davongekommen.
Quelle
Muninn

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Muninn » Mo 3. Sep 2012, 23:59

Jekyll » Mo 3. Sep 2012, 20:15 hat geschrieben:Ein Artikel aus "Der Tagesspiegel" mit einem passenden Ré­su­mé:

"Deutschland hat in Rostock-Lichtenhagen wieder versagt" (Der Tagesspiegel)
Quelle


Schon erstaunlich wie es die Westpresse immer wieder versucht einen Bezug zur Deutschen Demokratischen Republik zu konstruieren... Dieser oben genannte Vorgang fand aber auf dem Boden der BRD statt.

Es waren die Sicherheitsbehörden der BRD die versagt haben!

Um mal zum Thema zu kommen. Die Menschen die diese "Pogrome" ausgeführt haben hatten dies getan weil sie es konnten. Und weil es die BRD zugelassen hat.

Wo war eigentlich Gauck? Ist er damals nach Rostock geeilt und hat sich schützend vor das Asylantenheim gestellt?

Die Anwohner damals haben zur Selbsthilfe gegriffen. Da von den Behörden keine Hilfe zu erwarten war. Und dem Staat war ja auch scheißegal damals. Ansonsten hätte die BRD doch gleich Hundertschaften vom BGS geschickt...
Benutzeravatar
Kopernikus
Beiträge: 16597
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 13:22
Benutzertitel: Bazinga!

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Kopernikus » Di 4. Sep 2012, 00:26

Muninn » Di 4. Sep 2012, 00:59 hat geschrieben:
Die Anwohner damals haben zur Selbsthilfe gegriffen.

Im Mob Menschen zu jagen und deren Wohnungen anzuzünden, ist keine Selbsthilfe sondern versuchter Mord.

Gaucks Jubelrostocker spendeten mit fiebriger Stirn und großen Augen Beifall: Ja, da staunt ihr! Wir zünden heute Kerzen an und keine Ausländer! Wenn Bürger sich versammeln, »um unter der Anleitung des Bundespräsidenten zu versichern, man dürfe andere Menschen nicht einfach totschlagen«, gelten »derlei Äußerungen in Deutschland schon als festes Bekenntnis zur Demokratie und nicht als Beleg dafür, wie notdürftig die Barbarei im Zaum gehalten ist«, schrieb Eike Geisel 1992.

Doch Rostock, so kann man auch auf der Website der Stadt erfahren, ist heute eine »Wirtschafts-, Wissenschafts-, Tourismus- und Kulturmetropole«. Da versteht es sich von selbst, dass zu den »Menschen verschiedenster Kulturen«, die heute »Normalität und eine wichtige Bereicherung für unsere Stadt sind«, auch zwei Bürger­schaftsab­ge­ord­ne­te der NPD gehören. Keine Ausgrenzung! Keine Gewalt! Am Sonntag ging es deshalb auch darum, Missverständnisse der Weltöffentlichkeit im Nachhinein zu korrigieren: Nicht etwa hat ein neonazistischer Kleinbürgermob vor 20 Jahren versucht, Menschen zu ermorden. Es war ganz anders. Nämlich so: Enttäuschte Bürger, die sich »tief verunsichert fühlten, orientierungslos in der neuen Freiheit, un­geübt in der Übernahme von Verantwortung«, wie Gauck in seiner Rede zu berichten wusste, sich dafür aber umso geübter zeigten im Umgang mit Brandsätzen, haben seinerzeit hilflos ihrem Unmut Luft gemacht. Schließlich hatten sie keine andere Wahl: »Im Rostocker Stadtteil Lichten­hagen war damals ein großer Teil der Bewohner arbeitslos und durch die sozialen Folgen der deutschen Vereinigung verunsichert«, klärte die Bild-Zeitung auf. Da konnte der unwiderstehliche Drang, Ausländer zu massakrieren, freilich nicht ausbleiben.

http://jungle-world.com/artikel/2012/35/46141.html
http://kartoffeln-im-netz.tumblr.com/
"Das Volk ist immer da, wo das große Maul, die heftigste Phrase ist." Alfred Döblin
http://www.youtube.com/watch?v=xwsOi0ypuSI
Muninn

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Muninn » Di 4. Sep 2012, 00:33

Kopernikus » Di 4. Sep 2012, 00:26 hat geschrieben:Im Mob Menschen zu jagen und deren Wohnungen anzuzünden, ist keine Selbsthilfe sondern versuchter Mord.


http://jungle-world.com/artikel/2012/35/46141.html



Der übliche Blödsinn. Sicher sind die Erklärungsversuche auch für die Mordanschläge in Mölln und Solingen anwendbar….
Benutzeravatar
Kopernikus
Beiträge: 16597
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 13:22
Benutzertitel: Bazinga!

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Kopernikus » Di 4. Sep 2012, 00:36

Muninn » Di 4. Sep 2012, 01:33 hat geschrieben:

Der übliche Blödsinn. Sicher sind die Erklärungsversuche auch für die Mordanschläge in Mölln und Solingen anwendbar….

Blödsinn ist es vielmehr, die Mordanschläge als verzweifelte Akte der "Selbsthilfe" hinzustellen und diese damit nachträglich zu legitimieren.
http://kartoffeln-im-netz.tumblr.com/
"Das Volk ist immer da, wo das große Maul, die heftigste Phrase ist." Alfred Döblin
http://www.youtube.com/watch?v=xwsOi0ypuSI
Muninn

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Muninn » Di 4. Sep 2012, 00:39

Kopernikus » Di 4. Sep 2012, 00:36 hat geschrieben:Blödsinn ist es vielmehr, die Mordanschläge als verzweifelte Akte der "Selbsthilfe" hinzustellen und diese damit nachträglich zu legitimieren.



Sie können eine Erklärung und Ursachenanalyse von einer Rechtfertigung unterscheiden?
Benutzeravatar
Kopernikus
Beiträge: 16597
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 13:22
Benutzertitel: Bazinga!

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Kopernikus » Di 4. Sep 2012, 00:46

Muninn » Di 4. Sep 2012, 01:39 hat geschrieben:

Sie können eine Erklärung und Ursachenanalyse von einer Rechtfertigung unterscheiden?

Ja, und ich kann sogar noch mehr: Ich kann erkennen, wenn eine Ursachenanalyse dazu genutzt wird, die individuelle Schuld von Tätern zu minimieren und zu suggerieren, Mordanschläge seien nachvollziehbare Folge eines Versagens bspw. der Politik. Wer so denkt, brauch nur lang genug nach Gründen suchen, um jedwede Schweinerei zu rechtfertigen. Breivik sah sich ja bekanntermaßen auch einem "Versagen der Politik" ausgesetzt und griff nach deiner Lesart zur "Selbsthilfe" indem er Amok lief.
http://kartoffeln-im-netz.tumblr.com/
"Das Volk ist immer da, wo das große Maul, die heftigste Phrase ist." Alfred Döblin
http://www.youtube.com/watch?v=xwsOi0ypuSI
Muninn

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Muninn » Di 4. Sep 2012, 01:08

Kopernikus » Di 4. Sep 2012, 00:46 hat geschrieben:Ja, und ich kann sogar noch mehr: Ich kann erkennen, wenn eine Ursachenanalyse dazu genutzt wird, die individuelle Schuld von Tätern zu minimieren und zu suggerieren, Mordanschläge seien nachvollziehbare Folge eines Versagens bspw. der Politik. Wer so denkt, brauch nur lang genug nach Gründen suchen, um jedwede Schweinerei zu rechtfertigen. Breivik sah sich ja bekanntermaßen auch einem "Versagen der Politik" ausgesetzt und griff nach deiner Lesart zur "Selbsthilfe" indem er Amok lief.


Breivik ist Amok gelaufen? Welch fulminante Fehleinschätzung....

Aus ich ihren und auch aus anderen Beiträgen herauslesen kann, ist das sie und andere versuchen die Verantwortung auf die Deutsche Demokratische Republik abzuwälzen... Das ist leicht durchschaubar. In der Deutschen Demokratischen Republik wäre die Deutsche Volkspolizei mit aller Härte gegen diese Asozialen vorgegangen... Aber vermutlich hätten dann die Bonner Ultras aufgejault...

Für diese Fehlentwicklung ist nur die BRD verantwortlich zu machen. Denn wenn schon die Polizei bei den ersten eingeworfenen Fenstern nicht reagiert. Ist dies eine Aufforderung an den Pöbel weiter zu machen.

Wäre das Ziel nicht Rotationseuropäer und Vietnamesen sondern eine Synagoge gewesen. Dann hätte sicher die Bundeswehr ein paar Leoparden zum Schutz erübrigen können.

Aber wie ich schon schrieb. Der BRD war es grad scheißegal.
Benutzeravatar
Tantris
Beiträge: 37991
Registriert: So 22. Jun 2008, 08:13
Benutzertitel: Sihanoukville

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Tantris » Di 4. Sep 2012, 01:23

Muninn » Di 4. Sep 2012, 02:08 hat geschrieben:
Breivik ist Amok gelaufen? Welch fulminante Fehleinschätzung....


Erzähl das den hinterbliebenen, du menschenhasser!


Aus ich ihren und auch aus anderen Beiträgen herauslesen kann, ist das sie und andere versuchen die Verantwortung auf die Deutsche Demokratische Republik abzuwälzen... Das ist leicht durchschaubar. In der Deutschen Demokratischen Republik wäre die Deutsche Volkspolizei mit aller Härte gegen diese Asozialen vorgegangen... Aber vermutlich hätten dann die Bonner Ultras aufgejault...

Nazis-schlächter bezeichnest du immer voller ehrfurcht mit vollem titel.
Demokratische politiker bekommen hassnamen.

Und die ddr.... das ist jetzt interessant... du bist also doch ein ostalgischer ossi!
Auf die ddr lässte nix kommen, was genosse?

Im ernst: offenbar war härte allein nicht das richtige mittel, die menschen im osten zu erziehen. Die erziehungsdiktatur ist gescheitert. Sorry.


Für diese Fehlentwicklung ist nur die BRD verantwortlich zu machen. Denn wenn schon die Polizei bei den ersten eingeworfenen Fenstern nicht reagiert. Ist dies eine Aufforderung an den Pöbel weiter zu machen.

ISt die böse brd nicht an absolut allem schuld, was einem ossi in den letzten 60 jahren passiert ist?
Muninn

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Muninn » Di 4. Sep 2012, 01:39

Tantris » Di 4. Sep 2012, 01:23 hat geschrieben:Erzähl das den hinterbliebenen, du menschenhasser!



Nazis-schlächter bezeichnest du immer voller ehrfurcht mit vollem titel.
Demokratische politiker bekommen hassnamen.

Und die ddr.... das ist jetzt interessant... du bist also doch ein ostalgischer ossi!
Auf die ddr lässte nix kommen, was genosse?

Im ernst: offenbar war härte allein nicht das richtige mittel, die menschen im osten zu erziehen. Die erziehungsdiktatur ist gescheitert. Sorry.



ISt die böse brd nicht an absolut allem schuld, was einem ossi in den letzten 60 jahren passiert ist?



Haben sie etwas zum Thema beizutragen? :?: :?
Benutzeravatar
Tantris
Beiträge: 37991
Registriert: So 22. Jun 2008, 08:13
Benutzertitel: Sihanoukville

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Tantris » Di 4. Sep 2012, 02:01

Muninn » Di 4. Sep 2012, 02:39 hat geschrieben:

Haben sie etwas zum Thema beizutragen? :?: :?


Ich schon.

Welchen teil hast du den nicht verstanden?

Meine skepsis, dass die brd an den fehlentwicklungen in der ddr schuld war?
Wird schwer zu begründen sein, was ddr-fan?

Meine verwunderung, dass du zwar demokratische politiker immer nur als "junta", "regime" und dergleichen bezeichnest, wirkliche diktaturen aber immer mit servilem respekt behandelst, wie ddr oder hitlerei?
Willst du vielleicht darüber reden?

Oder über die art, die schuldigen an den eigenen taten immer bei anderen zu suchen und opfer zu diskriminieren?
Das ist ja nicht neu, es scheint bei antidemokratischen rechtsknallern vorschrift zu sein. Die reden alle so.
Muninn

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Muninn » Di 4. Sep 2012, 02:10

Tantris » Di 4. Sep 2012, 02:01 hat geschrieben:
Ich schon.

Welchen teil hast du den nicht verstanden?

Meine skepsis, dass die brd an den fehlentwicklungen in der ddr schuld war?
Wird schwer zu begründen sein, was ddr-fan?

Meine verwunderung, dass du zwar demokratische politiker immer nur als "junta", "regime" und dergleichen bezeichnest, wirkliche diktaturen aber immer mit servilem respekt behandelst, wie ddr oder hitlerei?
Willst du vielleicht darüber reden?

Oder über die art, die schuldigen an den eigenen taten immer bei anderen zu suchen und opfer zu diskriminieren?
Das ist ja nicht neu, es scheint bei antidemokratischen rechtsknallern vorschrift zu sein. Die reden alle so.



Die Deutsche Demokratische Republik kann an den Ausschreitungen in Rostock keine Schuld tragen... Die hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon an die Bonner Ultras verkauft. Was verstehen sie nicht daran?
Benutzeravatar
Tantris
Beiträge: 37991
Registriert: So 22. Jun 2008, 08:13
Benutzertitel: Sihanoukville

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Tantris » Di 4. Sep 2012, 02:34

Muninn » Di 4. Sep 2012, 03:10 hat geschrieben:

Die Deutsche Demokratische Republik kann an den Ausschreitungen in Rostock keine Schuld tragen... Die hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon an die Bonner Ultras verkauft. Was verstehen sie nicht daran?


Deine begriffstutzigkeit.
Du meinst in den ersten jahren nach dem mauerfall hatte die ddr bereits keinerlei spuren in den herzen und hirnen der menschen hinterlassen?

Was sollen diese hanswurstiaden?
Muninn

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Muninn » Di 4. Sep 2012, 03:03

Tantris » Di 4. Sep 2012, 02:34 hat geschrieben:
Deine begriffstutzigkeit.
Du meinst in den ersten jahren nach dem mauerfall hatte die ddr bereits keinerlei spuren in den herzen und hirnen der menschen hinterlassen?

Was sollen diese hanswurstiaden?



Welchen Zusammenhang stellen sie denn zwischen den Ausschreitungen in Rostock und der Deutschen Demokratischen Republik her.

Richtig ist. In München oder Stuttgart hätten die Anwohner das Rathaus der Stadt angezündet und nicht das Wohnheim... Ich kann mich nicht an ähnliche Zustände in den westlichen Bundesländern erinnern. Die obdachlosen Asylanten in Massen den Anwohnern vor die Haustüre scheißen.

Und noch einmal meine Frage. Wo war damals der große Mahner Gauck?
Aristoteles1

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Aristoteles1 » Di 4. Sep 2012, 03:25

Ich hab Einen aus Rostock kennengelernt. Der hat viel gesoffen, gekifft
und Müll geredet. Die Hälfte der Zeit mit ihm hab ich mir gewünscht ihn nie kennen-
gelernt zu haben.
Gauck tut das was für Deutsche Staatspräsidenten nach dem Zweiten Weltkrieg Staatsräson ist gegen den Rechtsextremismus zu sein.
Wie ernst das gemeint ist zeigen die NSU- Morde.
Man sagt im Westen sagen die Menschen immer das Richtige aber sie fühlen es nicht.
Der Rechtsextremismus in Deutschland steht unter Druck.
Ich erwarte da teilweise Veränderungen. Statt Asylantenheime anzuzünden eine Guerillataktik und Killerkommandos, die
mit Kopfschüssen töten. Fakt ist: Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist in Deutschland eine Konstante.
Zuletzt geändert von Aristoteles1 am Di 4. Sep 2012, 03:28, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Tantris
Beiträge: 37991
Registriert: So 22. Jun 2008, 08:13
Benutzertitel: Sihanoukville

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Tantris » Di 4. Sep 2012, 04:03

Muninn » Di 4. Sep 2012, 04:03 hat geschrieben:

Welchen Zusammenhang stellen sie denn zwischen den Ausschreitungen in Rostock und der Deutschen Demokratischen Republik her.

Die menschen waren bis vor ganz kurzer zeit noch bürger der ddr. Weisst du das alles wirklich nicht?


Richtig ist. In München oder Stuttgart hätten die Anwohner das Rathaus der Stadt angezündet und nicht das Wohnheim... Ich kann mich nicht an ähnliche Zustände in den westlichen Bundesländern erinnern.
Die obdachlosen Asylanten in Massen den Anwohnern vor die Haustüre scheißen.

Dann warst du noch nie zur oktoberfestzeit in münchen.

Richtig ist, in München oder stuttgart kamen derartig krasse vorfälle niemals vor. Man mordet nichtmal wegen scheisse auf dem gehsteig.

Ansonsten ist münchen eher dafür bekannt, dem braunen mob entgegenzutreten, anstatt ihn zuzujubeln. Denk doch nur an die wehrmachtssausgellung!


Und noch einmal meine Frage. Wo war damals der große Mahner Gauck?

Willste dem jetzt die schuld für die rostocker karawalle in die schuhe schieben?

Bleib mal nochn moment ernst, kamerad!

Wir haben also gemeinsam erarbeitet, dass es derartige vorfälle mit jubel unter den zuschauern nicht in stuttgart oder münchen gab und auch nicht vorstellbar sind. Sogar du meinst, die würden eher das rathaus abfackeln, als ein bewohntes gebäude.

Tja, und was unterscheidet die rostocker von damals von den süddeutschen von damals?

Meinste nicht, dass könnte was mit den 40 jahren ddr zu tun haben, die im osten zuende gingen, im westen aber niemals waren?
Und, natürlich kann weder du noch gauck was für seinen geburtsort. Aber... warum war gauck nicht bei den mob dabei, hat brandsätze geworfen etc?
Es gab also auch in der ddr und kurz danach solche und solche. Niemand war gezwungen zum teil eines lynchmobs zu werden.

Worin unterscheiden sich nun die, die mitgemacht haben von denen, die das niemals tun würden, die vielleicht sogar versucht haben zu helfen?
schelm
Beiträge: 18623
Registriert: Fr 21. Aug 2009, 23:29
Benutzertitel: Je suis Köterrasse
Wohnort: Thüringen

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon schelm » Di 4. Sep 2012, 05:43

Muninn » Di 4. Sep 2012, 02:08 hat geschrieben:

Breivik ist Amok gelaufen? Welch fulminante Fehleinschätzung....


Tantris schrieb :
Erzähl das den hinterbliebenen, du menschenhasser!

Tantris, was ist eigentlich ein geplanter Massenmord, wenn Breivik " Amok " lief ?

Freundliche Grüße, schelm
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.
Benutzeravatar
Jekyll
Beiträge: 9383
Registriert: Di 31. Aug 2010, 16:35
Benutzertitel: Je suis Jekyll

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Jekyll » Di 4. Sep 2012, 06:00

Es ist schon sehr interessant, dass Ossis bei der Bewältigung ihrer Vergangenheit anscheinend über alle Schichten hinweg ähnlich reagieren. Vom Normalo-Ossi in diesem Forum bis hin zum Ossi-Präsidenten - ihr Blick auf den Sachverhalt ist so...seltsam konfus und abschweifend. Womit das wohl zusammenhängen mag?
Benutzeravatar
Jekyll
Beiträge: 9383
Registriert: Di 31. Aug 2010, 16:35
Benutzertitel: Je suis Jekyll

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon Jekyll » Di 4. Sep 2012, 06:06

schelm » Di 4. Sep 2012, 06:43 hat geschrieben:

Tantris, was ist eigentlich ein geplanter Massenmord, wenn Breivik " Amok " lief ?

Freundliche Grüße, schelm
Warum jetzt so'n off-topic spam, Herr schelm? Konzentrieren Sie sich lieber auf die Frage, warum die Ossis damals sich wegen so einem geringen Anlass wie "schlechte hygienische Zustände" bereit waren, Menschen zu lynchen. Und wenn Sie schon dabei sind, könnten Sie sich auch mal mit der Frage befassen, warum solche Fragen bei unseren Ossis systematisch umgangen werden. Wird Zeit für'n schonungslosen Selbst-Check. Besser jetzt als nie, Herr schelm
schelm
Beiträge: 18623
Registriert: Fr 21. Aug 2009, 23:29
Benutzertitel: Je suis Köterrasse
Wohnort: Thüringen

Re: Pogrome in Rostock

Beitragvon schelm » Di 4. Sep 2012, 06:23

Tantris schrieb :
Was ist deiner meinung nach in rostock soviel anders gewesen als im rest der BRD? Warum waren es die rostocker, warum nicht die wattenscheider oder schweriner?

Eigentlich geht das doch bereits aus der Reihenfolge ( ! ) der Stichpunkte hervor, oder ? Entscheidend ist die Kombi der Umstände. Ich halte bei einer derartigen Kombination so etwas überall für möglich. Zumindest seinerzeit im Osten und vormals ( Beginn der Zuwanderung ) im Westen. Passen die " Zutaten " und schreitet der Staat nicht ein, dann passieren Pogrome, nicht, weil der Bürger als solcher tiefengeprägt vom Vorsystem wäre, man hat ohne die Kombi der Umstände vorher in Rostock nicht gezündelt ( ... ), sondern weil alle Faktoren aufeinander trafen, inkl. des medialen Rummels. In einer solchen Lage gibt es einige Vorreiter und dann viele Lemminge, die folgen.

Zur Dynamik grundsätzlich irrationaler und sensationsheischender Umstände, wenn also diverse Umstände " so und nicht wieder " zusammen treffen, erinnere dich mal an das Gladbecker Geiseldrama.

Freundliche Grüße, schelm
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.

Zurück zu „21. Innere Sicherheit“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste