Rechtsextremistische Kriminalität

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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Provokateur » Mi 29. Nov 2017, 07:07

Uffzach hat geschrieben:(28 Nov 2017, 23:23)

Deine Aussage "Es ist aber richtig, dass jeder, der Gewalt zur Erreichung und Durchsetzung seiner politischen Ziele einsetzt, ein Extremist ist." ist zwar nicht falsch, stellt aber keine hinreichende Beschreibung von 'Extremist sein' dar, weil eben die Anwendung von Gewalt zur Erreichung politischer Ziele kein notwendiges Merkmal von Extremismus ist.


Ich wollte auch keine hinlängliche Extremismusdefinition liefern. Der Angreifer ist Rechtsextremist.

Excellero hat geschrieben:
Wenn du nicht auf den tatsächlichen Inhalt meiner Postings eingehen willst, dann antworte besser garnicht. Mit sowas verschwende ich ungern Zeit.


Mit einem solchen Nicht-Argument gibst du dich geschlagen. Ist angenommen.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon schelm » Mi 29. Nov 2017, 07:27

Provokateur hat geschrieben:(29 Nov 2017, 07:07)

Ich wollte auch keine hinlängliche Extremismusdefinition liefern. Der Angreifer ist Rechtsextremist.



Mit einem solchen Nicht-Argument gibst du dich geschlagen. Ist angenommen.

Der Täter soll ein Psycho sein :

https://web.de/magazine/panorama/messer ... n-32651552

Oder war der hier etwa ein Terrorist ? :

https://www.express.de/koeln/er-schrie- ... r-28968292
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Provokateur » Mi 29. Nov 2017, 08:13

schelm hat geschrieben:(29 Nov 2017, 07:27)

Der Täter soll ein Psycho sein :

https://web.de/magazine/panorama/messer ... n-32651552


Es ist nicht so, dass ein geistig erkrankter Mensch kein Extremist sein kann. Ich zum Beispiel würde viele Extremisten pathologisieren. Psychopathie und Soziopathie sind in diesen Kreisen verbreitet.

schelm hat geschrieben:(29 Nov 2017, 07:27)
Oder war der hier etwa ein Terrorist ? :

https://www.express.de/koeln/er-schrie- ... r-28968292


Jetzt wirfst du Begriffe durcheinander.
Wenn du mich aber fragst, ob ich nach der Schilderung davon ausgehe, ob wir hier einen extremistischen Islamisten haben, würde ich sagen: Kann sehr gut sein.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Excellero » Mi 29. Nov 2017, 08:26

Provokateur hat geschrieben:(29 Nov 2017, 07:07)


Mit einem solchen Nicht-Argument gibst du dich geschlagen. Ist angenommen.


Träum weiter... :rolleyes:
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon schelm » Mi 29. Nov 2017, 08:37

Provokateur hat geschrieben:(29 Nov 2017, 08:13)

Es ist nicht so, dass ein geistig erkrankter Mensch kein Extremist sein kann. Ich zum Beispiel würde viele Extremisten pathologisieren. Psychopathie und Soziopathie sind in diesen Kreisen verbreitet.



Jetzt wirfst du Begriffe durcheinander
.
Wenn du mich aber fragst, ob ich nach der Schilderung davon ausgehe, ob wir hier einen extremistischen Islamisten haben, würde ich sagen: Kann sehr gut sein.

Nein, tu ich nicht. Wenn ersterer trotz psychischer Probleme hier im Rechtsextremismusthread landet, müsste letzterer in einem Thread für islamistische Terroristen thematisiert werden. Würde er das, würde darauf verwiesen er sei keiner, sondern psychisch gestört.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Provokateur » Mi 29. Nov 2017, 08:44

Excellero hat geschrieben:(29 Nov 2017, 08:26)

Träum weiter... :rolleyes:


"Phrasen-Bot aktiviert!"

Du musst schon auf Argumente eingehen. Wenn du nur "Dafür ist mir meine Zeit zu schade...", "Träum weiter!" oder auch "Das wird mir jetzt zu doof" oder "ich würde es dir ja erklären, aber ich fürchte du kannst mir nicht folgen" schreibst, offenbarst du nur, dass dir die Gegenargumente ausgehen.

Und ja, ich ziehe dieser Diskussion eine zweite Ebene ein, indem wir eine Metadiskussion über Kommunikation führen. Aber frei nach Watzlawik - alles ist Kommunikation. Also ist diese auch überall Thema.

schelm hat geschrieben:Nein, tu ich nicht. Wenn ersterer trotz psychischer Probleme hier im Rechtsextremismusthread landet, müsste letzterer in einem Thread für islamistische Terroristen thematisiert werden. Würde er das, würde darauf verwiesen er sei keiner, sondern psychisch gestört.


Von mir sicherlich nicht. Wie gesagt, Extremisten sind sehr häufig psychisch krank. Man könnte sogar so weit gehen, dass die extremen Ränder, in denen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verbreitet ist, ohne Erkrankung nicht funktionieren. Es handelt sich sehr häufig um krankhafte Ängste.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Sextus Ironicus » Mi 29. Nov 2017, 09:03

Provokateur hat geschrieben:(29 Nov 2017, 08:44)


Von mir sicherlich nicht. Wie gesagt, Extremisten sind sehr häufig psychisch krank. Man könnte sogar so weit gehen, dass die extremen Ränder, in denen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verbreitet ist, ohne Erkrankung nicht funktionieren. Es handelt sich sehr häufig um krankhafte Ängste.


Das ist aktuell vor allem die chinesische Methode: Pathologisierung von politischen Feinden. Schon Vokabeln wie "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" zeigen, dass hier Hobby-und Küchenpsychologen und keine Wissenschaftler politische Begriffsmünzen prägen. Krankheit ist dann nicht mehr das Ergebnis empirischer Wissenschaften, sondern mehrheitsfähiger politischer Phrasen. Und es bleibt bei solchen Diagnosen dann ja nicht dabei, ein Individuum in seinen ganz individuellen Ausprägungen, in seiner individuellen Psyche zu betrachten, sondern man schüttet diese Diagnose im politischen Tagesk(r)ampf über alle Gruppen aus, deren Richtung einem nicht passt. Dass sich das am Ende unter anderen politischen Vorzeichen gegen einen selbst wenden würde, scheint im Eifer des Eiferns völlig aus dem Blickfeld zu geraten. Mal davon abgesehen, dass sich auf solche Art gewonnene psychische Zuschreibungen jederzeit auch umgekehrt als Waffe einsetzen lassen. Der Obergriff, der dann von "den Anderen" benutzt wird lautet meistens Realitätsverlust.

Mit zivilisierter politischer Auseinandersetzung hat das nichts zu tun.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Provokateur » Mi 29. Nov 2017, 09:21

Sextus Ironicus hat geschrieben:(29 Nov 2017, 09:03)

Das ist aktuell vor allem die chinesische Methode: Pathologisierung von politischen Feinden. Schon Vokabeln wie "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" zeigen, dass hier Hobby-und Küchenpsychologen und keine Wissenschaftler politische Begriffsmünzen prägen.


"Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" ist ein anerkannter Begriff der Sozialforschung, eingeführt von Heitmeyer. Wer diesen an sich kritisiert, zeigt, dass er von Sozialwissenschaft keine Ahnung hat.
(Ich könnte zwar auch ein sprechender Tiger sein oder Manuel Neuer...bin aber unter anderem Diplompädagoge. Dass ein Pädagoge ohne Verhaltenspsychologie und Grundwissen Psychopathologie keinen Abschluss bekommt, dürfte klar sein.)

Sextus Ironicus hat geschrieben:(29 Nov 2017, 09:03)
Krankheit ist dann nicht mehr das Ergebnis empirischer Wissenschaften, sondern mehrheitsfähiger politischer Phrasen.


Krankheit ist etwas, das Leidensdruck erzeugt. Wenn das Leiden so groß ist, dass man die Deportation ganzer Bevölkerungsgruppen fordert, grundsätzliche Menschenrechte ablehnt und/oder Gewalt als legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung ansieht, dann liegt eine schwere Erkrankung vor. Krankheitseinsicht kann diese Symptome abschwächen.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Sextus Ironicus » Mi 29. Nov 2017, 09:47

Provokateur hat geschrieben:(29 Nov 2017, 09:21)

"Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" ist ein anerkannter Begriff der Sozialforschung, eingeführt von Heitmeyer.


Ja, da fragt man sich, ob der Mann ein poltisches Programm hatte. Auf englisch heißt das group-focused enmity, und genau so hätte der Begriff auch seine absolute Berechtigung: gruppenbezogene Feindseligkeit. Aber man braucht natürlich einen Dampfhammer im politischen Kampf, von dem auch die Sozialwissenschaften ein Teil sind. Und übrigens: Auch Sozialwissenschaftler sind keine Medinziner, was Voraussetzung wäre für Pathologie-bezogene Aussagen.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Provokateur » Mi 29. Nov 2017, 09:57

Sextus Ironicus hat geschrieben:(29 Nov 2017, 09:47)

Ja, da fragt man sich, ob der Mann ein poltisches Programm hatte. Auf englisch heißt das group-focused enmity, und genau so hätte der Begriff auch seine absolute Berechtigung: gruppenbezogene Feindseligkeit. Aber man braucht natürlich einen Dampfhammer im politischen Kampf, von dem auch die Sozialwissenschaften ein Teil sind.


Jetzt stellst du eine gesamte wissenschaftliche Disziplin in Generalverdacht. Wissenschaft ist grundsätzlich unpolitisch, kann aber für politische Zwecke genutzt werden. Montessoripädagogik zum Beispiel war im faschistischen Italien ziemlich en vogue (weil sie funktioniert).

Menschenfeindlichkeit und Feindseligkeit sind synonym zueinander - die grundsätzlichen Differenzen zwischen beiden Begriffen darfst du mir aber gerne erläutern. Es ist ja wohl klar, dass ein Nazi am Juden nicht nur die Nase ablehnt, sondern dem gesamten Menschen feindselig gegenübersteht.

Sextus Ironicus hat geschrieben:(29 Nov 2017, 09:47)
Und übrigens: Auch Sozialwissenschaftler sind keine Medinziner, was Voraussetzung wäre für Pathologie-bezogene Aussagen.


Für einen Diplompädagogen ist der Schritt zum Kinder- und Jugendpsychologen nur eine Weiterbildung. Schau mal nach.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Excellero » Mi 29. Nov 2017, 10:06

Provokateur hat geschrieben:(29 Nov 2017, 08:44)

"Phrasen-Bot aktiviert!"

Du musst schon auf Argumente eingehen. Wenn du nur "Dafür ist mir meine Zeit zu schade...", "Träum weiter!" oder auch "Das wird mir jetzt zu doof" oder "ich würde es dir ja erklären, aber ich fürchte du kannst mir nicht folgen" schreibst, offenbarst du nur, dass dir die Gegenargumente ausgehen.


Na schön

du schreibst:

Code: Alles auswählen

Das schöne ist: Er kann und darf! Er hat nur keinen Anspruch darauf, dass man seine Meinung teilt oder auch nur stillschweigend zur Kenntnis nimmt. Gewalt ist die Sprache derer, die keine Worte mehr haben, um sich zu rechtfertigen.


Kann er eben nicht. Warum nicht? Das liegt zum einen daran, daß ein großer Teil der Gesellschaft ihn dafür ächten wird, danebst muss man höllisch aufpassen wie genau man einen Satz formuliert, da man sonst Gefahr läuft sich strafbar zu machen. Diese Fähigkeit hat aber nicht jeder. Ausserdem gibt es ja nun wirklich genug Beispiele von Personen, die aufgrund ihrer Meinung die sie kund taten, sogar ohne straffälligkeit der Aussage, in ihrer Existenz bedroht wurden, bzw immernoch sind. Es ist schon wahr daß man theoretisch Meinungsfreiheit hat, aber die ist praktisch rein garnichts Wert, wenn man dafür ruiniert wird dieses Recht auszuüben.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Provokateur » Mi 29. Nov 2017, 10:21

Excellero hat geschrieben:(29 Nov 2017, 10:06)

Kann er eben nicht. Warum nicht? Das liegt zum einen daran, daß ein großer Teil der Gesellschaft ihn dafür ächten wird, danebst muss man höllisch aufpassen wie genau man einen Satz formuliert, da man sonst Gefahr läuft sich strafbar zu machen. Diese Fähigkeit hat aber nicht jeder.


Komischerweise scheint aber die Mehrheit der Bevölkerung die Fähigkeit zu besitzen, ihre Meinung kundzutun, ohne sich strafbar zu machen. Denn die Mehrheit der Bevölkerung steht nicht wegen Volksverhetzung vor Gericht.
Es scheint also recht intuitiv zu sein, sich hier nicht strafbar zu machen.

Excellero hat geschrieben:(29 Nov 2017, 10:06)
Ausserdem gibt es ja nun wirklich genug Beispiele von Personen, die aufgrund ihrer Meinung die sie kund taten, sogar ohne straffälligkeit der Aussage, in ihrer Existenz bedroht wurden, bzw immernoch sind. Es ist schon wahr daß man theoretisch Meinungsfreiheit hat, aber die ist praktisch rein garnichts Wert, wenn man dafür ruiniert wird dieses Recht auszuüben.


Werfen wir den Blick auf den Täter:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/altena-buergermeister-andreas-hollstein-hat-mitleid-mit-dem-taeter-a-1180817.html

Die Ermittler gehen nach ersten Erkenntnissen von einer spontanen Tat des arbeitslosen Maurers aus. Er sei angetrunken gewesen und habe erst in dem Dönergrill bemerkt, dass der andere Kunde der Bürgermeister war. [...]
Hintergrund könne neben einer politischen Motivation auch der Umstand sein, dass man ihm das Wasser abgestellt habe, da das Haus, in dem er wohne, zwangsversteigert werden solle, sagte Pauli.


Was hat ein arbeitsloser Maurer, der psychische Probleme hat und dessen Haus vor der Zwangsversteigerung steht, noch zu verlieren? Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich recht ungeniert. Seine Existenz ist schon zerstört, er kann alles äußern, was er mag (bis auf die Grenze der Straffälligkeit). So jemand genießt volle Meinungsfreiheit ohne die Möglichkeit, weiter gesellschaftlich abzusinken.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon schelm » Mi 29. Nov 2017, 10:33

Provokateur hat geschrieben:(29 Nov 2017, 09:21)

"Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" ist ein anerkannter Begriff der Sozialforschung
, eingeführt von Heitmeyer. Wer diesen an sich kritisiert, zeigt, dass er von Sozialwissenschaft keine Ahnung hat.

....der auch instrumentalisiert wird und zur Immunisierung gegen Konsequenzen aus Kritiken zu konkreten Problemen benutzt wird. Bestes Beispiel die sogenannte Islamophobie. Ich würde gern einen einzigen Bürger kennenlernen, der mit einer Phobie auf einen Gläubigen reagiert, der glaubhaft seine Religion ausschließlich für sich lebt.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Provokateur » Mi 29. Nov 2017, 10:38

schelm hat geschrieben:(29 Nov 2017, 10:33)

....der auch instrumentalisiert wird und zur Immunisierung gegen Konsequenzen aus Kritiken zu konkreten Problemen benutzt wird.


Wissenschaft ist Werkzeug wie ein Schraubendreher. Damit bekommt man Schrauben in das Werkstück, kann ihn aber auch einem Gegner unter den Rippenbogen rammen.

Problematisch wird es dann, wenn die Beschriebenen die reine Beschreibung ihrer Ansichten schon als Angriff werten. Das nennt man ja neudeutsch "Triggern". Extremisten jeder Coleur sind schnell getriggert, vor allem, wenn man sie enttarnt.

Dann ist man auch schnell mit "Entlastungstaten" ("die anderen haben aber...!") zur Hand, wenn einem Menschenfreund durch einen Grundrechtskritiker ein Messer in den Hals geschoben wird.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Excellero » Mi 29. Nov 2017, 10:44

Provokateur hat geschrieben:(29 Nov 2017, 10:21)

Komischerweise scheint aber die Mehrheit der Bevölkerung die Fähigkeit zu besitzen, ihre Meinung kundzutun, ohne sich strafbar zu machen. Denn die Mehrheit der Bevölkerung steht nicht wegen Volksverhetzung vor Gericht.
Es scheint also recht intuitiv zu sein, sich hier nicht strafbar zu machen.

Werfen wir den Blick auf den Täter:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/altena-buergermeister-andreas-hollstein-hat-mitleid-mit-dem-taeter-a-1180817.html

Was hat ein arbeitsloser Maurer, der psychische Probleme hat und dessen Haus vor der Zwangsversteigerung steht, noch zu verlieren? Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich recht ungeniert. Seine Existenz ist schon zerstört, er kann alles äußern, was er mag (bis auf die Grenze der Straffälligkeit). So jemand genießt volle Meinungsfreiheit ohne die Möglichkeit, weiter gesellschaftlich abzusinken.



Es ist so berechenbar wie diese Diskussionen verlaufen. *seufz*
Speziell im dem Fall hat er wohl nicht viel zu verlieren. aber das ganzte gilt nicht nur für ihn, sondern auch für mich z.B. Und ich hätte bei einer solchen Kampange viel zu verlieren. Die Mehrheit der Bevölkerung hat solche Probleme freilich nicht, aus verschiedenen Gründen. Entweder sie haben eine konformistische Meinung, oder sie verfügen über die nötige Sprachgewantheit. Einige werden sich nicht trauen ihre Meinung zu veröffentlichen, andere wiederum haben eine Meinung die zwar auch extremistisch ist, die aber tolleriert wird... und noch weiteres. Aber das tut hierbei doch garnichts zur Sache. Und wie ich bereits mehrfach schrieb, sind meine Ausführungen allgemein zu sehen und nicht explizit auf diesen Fall gemünzt, ich bitte das zu berücksichtigen.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Sextus Ironicus » Mi 29. Nov 2017, 10:45

Provokateur hat geschrieben:(29 Nov 2017, 09:57)

Jetzt stellst du eine gesamte wissenschaftliche Disziplin in Generalverdacht. Wissenschaft ist grundsätzlich unpolitisch, kann aber für politische Zwecke genutzt werden. Montessoripädagogik zum Beispiel war im faschistischen Italien ziemlich en vogue (weil sie funktioniert).
Menschenfeindlichkeit und Feindseligkeit sind synonym zueinander - die grundsätzlichen Differenzen zwischen beiden Begriffen darfst du mir aber gerne erläutern. Es ist ja wohl klar, dass ein Nazi am Juden nicht nur die Nase ablehnt, sondern dem gesamten Menschen feindselig gegenübersteht.


Ich stelle nichts unter Generalverdacht, aber dass der Zweig für Ideologie anfällig ist, scheint mir unbestritten, und gerade hier ist das Einwirken von Politik mitunter äußerst antiwissenschaftlich. Aber da ich mich bei bei meinen Lektüren kräftig aus dem Bereich bediene (aktuell: Andreas Reckwitz: Die Gesellschaft der Singularitäten, sehr empfehlenswert) werde ich wohl keine grundsätzliche Findschaft hegen :D Allerdings bleibe ich schon dabei: Pathologie ist kein Teil von Sozialwissenschaften.

"Menschenfeindlichkeit und Feindseligkeit sind synonym zueinander" :mad2:

Da möcht ich echt im Kreis springen. :D Ich komme übrigens aus der sprachlichen Ecke, vielleicht auch deshalb.

Wenn ich eine Horde Fußball-Hooligans oder Neonazis oder Antifas zur Hölle wünsche: Was ist das?

Der Menschenfeind ist der Begriffsbedeutung nach der Misanthrop. Diese Konnotation hat man einfach beiseitegewischt und den Menschenfeind* erfunden. Im Englischen hat das nicht funktioniert, das Englische kennt nur misanthropist (misanthrope) und hat deshalb (wie so oft viel präziser) den Begriff nicht mit group-focused misanthropist sondern eben group-focused enmity wiedergegeben. Und das ergibt einen ganz frappanten Unterschiede, m.E. auch des Fokus dessen, was ich da untersuche. Aber das wäre mir jetzt zu lang, das mag sich jeder selbst fragen, wie sich der Untersuchungsgegenstand dadurch ändert, wenn man wissenschaftlich vorgeht.

Ich stehe übrigens dem Fußball-Hooligan, dem Neonazi oder dem Antifa spezifisch in ihrer expliziten Eigenschaft als Gruppenzugehörige, als sich verhaltende Mitglieder der aufmarschierenden Horde feindlich gegenüber. Eine darüber hinausgehende Feindschaft fiele dann eher unter Misanthropie.
Zuletzt geändert von Sextus Ironicus am Mi 29. Nov 2017, 10:46, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Schnitter » Mi 29. Nov 2017, 10:45

schelm hat geschrieben:(29 Nov 2017, 06:57)

Kurz gesagt, sie alle verschwinden in der Versenkung, verschwinden die anderen aus diesem Land.


Der Staat last sich aus verständlichen Gründen nicht von rechtsextremen Pennern erpressen.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Provokateur » Mi 29. Nov 2017, 10:49

Excellero hat geschrieben:(29 Nov 2017, 10:44)

Es ist so berechenbar wie diese Diskussionen verlaufen. *seufz*
Speziell im dem Fall hat er wohl nicht viel zu verlieren. aber das ganzte gilt nicht nur für ihn, sondern auch für mich z.B. Und ich hätte bei einer solchen Kampange viel zu verlieren. Die Mehrheit der Bevölkerung hat solche Probleme freilich nicht, aus verschiedenen Gründen. Entweder sie haben eine konformistische Meinung, oder sie verfügen über die nötige Sprachgewantheit. Einige werden sich nicht trauen ihre Meinung zu veröffentlichen, andere wiederum haben eine Meinung die zwar auch extremistisch ist, die aber tolleriert wird... und noch weiteres. Aber das tut hierbei doch garnichts zur Sache. Und wie ich bereits mehrfach schrieb, sind meine Ausführungen allgemein zu sehen und nicht explizit auf diesen Fall gemünzt, ich bitte das zu berücksichtigen.


Es geht hier aber um rechtsextremistische Kriminalität. Nicht um dich und um rechte Meinungsäußerung insgesamt.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon schelm » Mi 29. Nov 2017, 11:10

Provokateur hat geschrieben:(29 Nov 2017, 10:38)

Wissenschaft ist Werkzeug wie ein Schraubendreher. Damit bekommt man Schrauben in das Werkstück, kann ihn aber auch einem Gegner unter den Rippenbogen rammen.

Problematisch wird es dann, wenn die Beschriebenen die reine Beschreibung ihrer Ansichten schon als Angriff werten
. Das nennt man ja neudeutsch "Triggern". Extremisten jeder Coleur sind schnell getriggert, vor allem, wenn man sie enttarnt.

Dann ist man auch schnell mit "Entlastungstaten" ("die anderen haben aber...!") zur Hand, wenn einem Menschenfreund durch einen Grundrechtskritiker ein Messer in den Hals geschoben wird.

Das ist nicht das Problem. Es gibt schlicht keine nennenswerte Zahl Menschen, die anderen unabhängig derer Verhaltensweisen feindlich gegenüber stehen. Wenn diese Verhaltensweisen keinen negativen Einfluss auf Leben und das Umfeld der Person nehmen, hat sie schlicht keinen Grund. Die Ideologie hingegen arbeitet hier mit Maximalforderungen. Für sie ist bereits jede, ansonsten überall im Leben übliche und mögliche Skepsis oder persönliche Antipathie Ausdruck von " Feindschaft ". Das wiederum erhebt andere zu sakrosankten Subjekten, deren Tun und Denken unabhängig der Ausrichtung nahezu außerhalb der Kritik steht ( " kulturelle Besonderheiten " ), so lange sie nicht strafrechtlich verfolgt werden.

Der ideologisch gebrauchte Begriff der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit beschreibt also nicht die Feindschaft gegenüber einer konkreten Gruppe von Menschen mit konkreten Eigenschaften, die der eignen Lebensweise ablehnend bis feindlich gegenüberstehen, sondern er subsumiert unterstellend alle Angehörigen einer Gruppe, gegen die sich die Ablehnung - Feindschaft richten würde, unabhängig deren Tun und Denken.
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Re: Rechtsextremistische Kriminalität

Beitragvon Alexyessin » Mi 29. Nov 2017, 11:16

CaptainJack hat geschrieben:(28 Nov 2017, 21:12)

Tja, unglaublich! Gesetzt der Fall, es wäre so, bist du von Ursache und Wirkung sehr weit weg.


Aha, Ursache und Wirkung? Dann lass mal aus der Lippe fallen, was du so meinst.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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