Landtagswahlen in Hessen 2018

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Tomaner
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon Tomaner » Do 18. Okt 2018, 11:04

sünnerklaas hat geschrieben:(18 Oct 2018, 10:53)

Und genau aus dem Grund werden sich viele, die eigentlich AfD wählen wollten, es sich noch mal genau überlegen, ob sie ihr Kreuz bei der AfD machen werden. Bei der Bayernwahl war es die Angst vor einer Regierungsbeteiligung der Grünen, die eine ganze Menge Wähler zurück zur CSU getrieben haben. Eindrucksvoll war's auch im Januar/Februar 2017, also kurz nachdem Martin Schulz SPD-Kanzlerkandidat wurde und die SPD in den Umfragen in die Höhe schoss: im gleichen Moment verstummten die "Merkel-Muss-Weg"-Rufe hörbar, die AfD geriet in Umfragen unter Druck, weil auch da viele Protestwähler reumütig und angstvoll auf Muttis Schoß zurück krochen.

Ich denke Bayernwahl kann man nicht pauschal sehen, sondern einen kräftigen Unterschied zwischen Stadt und Land. Nimmt man nur die großen Städte liegen Grüne und CSU gleich auf. In Städten mit Unis sogar vorne. Wer vor 10 Jahren vorhergesagt hätte, dass in Würzburg Grüne ein Direktmandat gewinnen, wäre vermutlich in englischen Wettbüros Millionär geworden. Was für Grüne spricht, ist, egal ob dies gut oder nicht gut ist, sie haben ein Konzept, Ökologie, Wirtschaft, Energie und soziale Gerechtigkeit zusammen zu bringen. Da liegt auch das Problem der SPD, die sicher auch auf soziale Gerechtigkeiten setzt und sogar einige gute Dinge dafür in Berlin durchgebracht haben, dies aber nicht vermitteln können. Schaut man noch genauer in die Wahlbezirke, erkennt man auch, da wo der größte Bildungsgrad vorhanden ist, sind die Grünen sogar noch stärker, als im Stadtdurchschnitt.

Es gab mal Zeiten, wo sich die Wirtschaft über Grüne totgelacht hat. Dies sieht sich, auch auf Druck von außen und den Märkten selbst, eines besseren belehrt. Es kommt die Zeit, bei immer mehr werdende Metropolen mit mehr als 10 Millionen Einwohnern, wo schlicht alte Benzinmotoren und auch alte Energieerzeugung das zeitliche gesegnet hat. Man kann sich wie Trump eine Zeit "einmauern" über Schutzzölle und damit eigenen Markt schützen, mittelfristig aber hat man den Anschluss verloren und produziert an den Märkten (z.B. China mit über einer milliarden Einwohnern) vorbei. Lagerproduzent Schaeffler gab auf Betriebsversammlung bekannt, alleine sie wollen 1 Milliarde Euro in Forschung investieren, für zukünftige Antriebsmotoren. Nicht deshalb, weil sie Grüne sind (außer Firmenlogo) , sondern analysieren was zukünftige Märkte für Bedürfnisse haben. Um es aber mal platt zu sagen, setzen hier Grüne aufs richtige Pferd, während Politik ala Trump mittelfristig an die Wand fährt. Während Union, SPD noch darüber nachdenken, haben Grüne bereits Konzepte oder mal negativ ausgedrückt, sie tun so. Eine AfD setzt auf Trumppolitik und will Räder 30 bis 40 Jahre zurückdrehen, ohne aber nur eine Lösung anzubieten. Es scheint so, als würde gerade die politische Mitte, zwischen Grünen und den Versuchungen der AfD zerrieben.
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon sünnerklaas » Do 18. Okt 2018, 11:08

Senexx hat geschrieben:(18 Oct 2018, 12:00)

"Unbegrenzt zubauen" - so eine Alternative Wahrheit.

In z.B. BaWÜ sind nur 14,9% der Fläche für Bau und Verkehr genutzt. Eine Erhöhung zum Beispiel auf 20% würde kaum ins Gewicht fallen.

Heute wird die angebliche "Natur" klar über den Menschen gestellt.


Beim nächsten Hochwasser nach Unwettern nicht rumheulen und klagen, was der Wiederaufbau und die Schadensbeseitigung alles koste...
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon Alpha Centauri » Do 18. Okt 2018, 11:10

Tomaner hat geschrieben:(18 Oct 2018, 12:04)

Ich denke Bayernwahl kann man nicht pauschal sehen, sondern einen kräftigen Unterschied zwischen Stadt und Land. Nimmt man nur die großen Städte liegen Grüne und CSU gleich auf. In Städten mit Unis sogar vorne. Wer vor 10 Jahren vorhergesagt hätte, dass in Würzburg Grüne ein Direktmandat gewinnen, wäre vermutlich in englischen Wettbüros Millionär geworden. Was für Grüne spricht, ist, egal ob dies gut oder nicht gut ist, sie haben ein Konzept, Ökologie, Wirtschaft, Energie und soziale Gerechtigkeit zusammen zu bringen. Da liegt auch das Problem der SPD, die sicher auch auf soziale Gerechtigkeiten setzt und sogar einige gute Dinge dafür in Berlin durchgebracht haben, dies aber nicht vermitteln können. Schaut man noch genauer in die Wahlbezirke, erkennt man auch, da wo der größte Bildungsgrad vorhanden ist, sind die Grünen sogar noch stärker, als im Stadtdurchschnitt.

Es gab mal Zeiten, wo sich die Wirtschaft über Grüne totgelacht hat. Dies sieht sich, auch auf Druck von außen und den Märkten selbst, eines besseren belehrt. Es kommt die Zeit, bei immer mehr werdende Metropolen mit mehr als 10 Millionen Einwohnern, wo schlicht alte Benzinmotoren und auch alte Energieerzeugung das zeitliche gesegnet hat. Man kann sich wie Trump eine Zeit "einmauern" über Schutzzölle und damit eigenen Markt schützen, mittelfristig aber hat man den Anschluss verloren und produziert an den Märkten (z.B. China mit über einer milliarden Einwohnern) vorbei. Lagerproduzent Schaeffler gab auf Betriebsversammlung bekannt, alleine sie wollen 1 Milliarde Euro in Forschung investieren, für zukünftige Antriebsmotoren. Nicht deshalb, weil sie Grüne sind (außer Firmenlogo) , sondern analysieren was zukünftige Märkte für Bedürfnisse haben. Um es aber mal platt zu sagen, setzen hier Grüne aufs richtige Pferd, während Politik ala Trump mittelfristig an die Wand fährt. Während Union, SPD noch darüber nachdenken, haben Grüne bereits Konzepte oder mal negativ ausgedrückt, sie tun so. Eine AfD setzt auf Trumppolitik und will Räder 30 bis 40 Jahre zurückdrehen, ohne aber nur eine Lösung anzubieten. Es scheint so, als würde gerade die politische Mitte, zwischen Grünen und den Versuchungen der AfD zerrieben.


Und wer vor 10 Jahren darauf getippt hätte das die Grünen mal in der Landeshauptstadt von CSU Bayern die politische Mehrheit holen bei einer Landtagswahl der wäre heute Milliardär . :D
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon sünnerklaas » Do 18. Okt 2018, 11:14

Tomaner hat geschrieben:(18 Oct 2018, 12:04)

Ich denke Bayernwahl kann man nicht pauschal sehen, sondern einen kräftigen Unterschied zwischen Stadt und Land. Nimmt man nur die großen Städte liegen Grüne und CSU gleich auf. In Städten mit Unis sogar vorne. Wer vor 10 Jahren vorhergesagt hätte, dass in Würzburg Grüne ein Direktmandat gewinnen, wäre vermutlich in englischen Wettbüros Millionär geworden. Was für Grüne spricht, ist, egal ob dies gut oder nicht gut ist, sie haben ein Konzept, Ökologie, Wirtschaft, Energie und soziale Gerechtigkeit zusammen zu bringen. Da liegt auch das Problem der SPD, die sicher auch auf soziale Gerechtigkeiten setzt und sogar einige gute Dinge dafür in Berlin durchgebracht haben, dies aber nicht vermitteln können. Schaut man noch genauer in die Wahlbezirke, erkennt man auch, da wo der größte Bildungsgrad vorhanden ist, sind die Grünen sogar noch stärker, als im Stadtdurchschnitt.

Es gab mal Zeiten, wo sich die Wirtschaft über Grüne totgelacht hat. Dies sieht sich, auch auf Druck von außen und den Märkten selbst, eines besseren belehrt. Es kommt die Zeit, bei immer mehr werdende Metropolen mit mehr als 10 Millionen Einwohnern, wo schlicht alte Benzinmotoren und auch alte Energieerzeugung das zeitliche gesegnet hat. Man kann sich wie Trump eine Zeit "einmauern" über Schutzzölle und damit eigenen Markt schützen, mittelfristig aber hat man den Anschluss verloren und produziert an den Märkten (z.B. China mit über einer milliarden Einwohnern) vorbei. Lagerproduzent Schaeffler gab auf Betriebsversammlung bekannt, alleine sie wollen 1 Milliarde Euro in Forschung investieren, für zukünftige Antriebsmotoren. Nicht deshalb, weil sie Grüne sind (außer Firmenlogo) , sondern analysieren was zukünftige Märkte für Bedürfnisse haben. Um es aber mal platt zu sagen, setzen hier Grüne aufs richtige Pferd, während Politik ala Trump mittelfristig an die Wand fährt. Während Union, SPD noch darüber nachdenken, haben Grüne bereits Konzepte oder mal negativ ausgedrückt, sie tun so. Eine AfD setzt auf Trumppolitik und will Räder 30 bis 40 Jahre zurückdrehen, ohne aber nur eine Lösung anzubieten. Es scheint so, als würde gerade die politische Mitte, zwischen Grünen und den Versuchungen der AfD zerrieben.


Die Grünen sind noch längst nicht so weit von der Industrie eingekauft, wie es die anderen Parteien sind. Das macht sie da sehr schwerfällig.
Für die AfD ist bereits die Gegenwart eine Katastrophe, morgen kann nur noch der Untergang kommen. Wie soll man Zukunftskonzepte entwickeln, wenn man glaubt, dass es keine Zukunft gibt?
Trump ist ein besonderes Beispiel. Er mauert sich ein. Er vergisst aber, dass es nicht nur die Explosion gibt, sondern auch die Implosion. Letztere hat er nicht auf dem Schirm. Dabei sollte er mal seinen Herrn und Meister im Kreml fragen. Der hat schon mal die Implosion einer Supermacht direkt miterleben können und weiß auch, was für Fehler gemacht wurden, die zum unfreiwilligen Anzünden der Zündschnur führten.
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon Wolverine » Do 18. Okt 2018, 11:42

Also bei allem Wohlwollen. Schäfer -Gümbel geht überhaupt nicht. Buovier wirkt wie ein satter Haifisch und ist genauso unsympathisch.
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon garfield336 » Do 18. Okt 2018, 12:25

sünnerklaas hat geschrieben:(18 Oct 2018, 11:54)

Da die AfD keine Rolle bei der Regierungsbildung spielen wird, schon. Eine stärkere CDU hätte ein stärkeres Gewicht - zumal ja eine bestehende Koalition unter CDU-Führung fortgesetzt werden kann.
Und man darf eines nicht vergessen, dass Grün-Rot-Rot bei so manchen Panik auslösen wird. In Berlin haben die AfD-Wähler unfreiwillig dafür gesorgt, dass R2G kam. Und sie werden vermutlich bei der nächsten Abgeordnetenhauswahl unfreiwillig dafür sorgen, dass es in Berlin einen Regierenden Bürgermeister von der Linkspartei gibt.


selbst wenn alle AfD Wähler CDU wählen hat die CDU keine Mehrheit.

Ubd Grüne machen Grün rot rot
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon sunny.crockett » Do 18. Okt 2018, 13:38

garfield336 hat geschrieben:(18 Oct 2018, 13:25)

selbst wenn alle AfD Wähler CDU wählen hat die CDU keine Mehrheit.

Ubd Grüne machen Grün rot rot


Es wird auf jeden Fall knapp. Aber bei den meisten Umfragen schneidet sie SPD 1-2 Prozentpunkte besser ab, als es dann in der Realität nach Wahlen aussieht. Mal abwarten.

Sollte es tatsächlich für GRR reichen und die CDU verliert ihre Regierungshoheit und muss in die Opposition, dann dürfte es für Merkel auch sehr eng werden.
In Bayern sagte man ja, die CSU hat wegen dem Streit Seehofer mit Merkel viel verloren, bei Bouffier und Merkel ist dagegen relative Einigkeit beim politischen Kurs. Ist das Ergebnis für die CDU in Hessen nach der Wahl aber wie die Umfragen (-12%) vorhersagen, wäre schwer zu argumentieren, dass die Verluste (-10%) der CSU geringer ausgefallen wären, hätte Seehofer den Merkel-Kurs beibehalten.
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon garfield336 » Do 18. Okt 2018, 14:19

sunny.crockett hat geschrieben:(18 Oct 2018, 14:38)

Es wird auf jeden Fall knapp. Aber bei den meisten Umfragen schneidet sie SPD 1-2 Prozentpunkte besser ab, als es dann in der Realität nach Wahlen aussieht. Mal abwarten.

Sollte es tatsächlich für GRR reichen und die CDU verliert ihre Regierungshoheit und muss in die Opposition, dann dürfte es für Merkel auch sehr eng werden.
In Bayern sagte man ja, die CSU hat wegen dem Streit Seehofer mit Merkel viel verloren, bei Bouffier und Merkel ist dagegen relative Einigkeit beim politischen Kurs. Ist das Ergebnis für die CDU in Hessen nach der Wahl aber wie die Umfragen (-12%) vorhersagen, wäre schwer zu argumentieren, dass die Verluste (-10%) der CSU geringer ausgefallen wären, hätte Seehofer den Merkel-Kurs beibehalten.


Wäre Grün SPD FDP möglich ? Was sagt die FDP ?
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon Brainiac » Do 18. Okt 2018, 14:58

garfield336 hat geschrieben:(18 Oct 2018, 15:19)

Wäre Grün SPD FDP möglich ? Was sagt die FDP ?

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/landtagswahl-hessen-fdp-hofft-auf-ampel-buendnis-gegen-volker-bouffier-a-1217645.html

Das ist natürlich erst mal nur eine Einschätzung des Spiegel. ;)
Des weiteren dürfte es auf das Verhältnis SPD/Grüne ankommen: https://www.welt.de/regionales/hessen/article182302582/FDP-will-mitregieren-Nicht-unter-Tarek-Al-Wazir.html
Mit der SPD kann man, zumindest hier in Hessen, deutlich besser.

Rein rechnerisch ist die Ampel absolut drin, wie es derzeit aussieht.
Zuletzt geändert von Brainiac am Do 18. Okt 2018, 15:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon Cat with a whip » Do 18. Okt 2018, 15:03

Die FDP wird benötigt um einen Keil ins mögliche Linksbündnis zu treiben. Interessant ist ja dass sie nun kurz hintereinander die Optionen CDU-Grüne-FDP und SPD-Grüne-FDP propagiert.

Man sieht, der FDP gehts eigentlich nur darum mitzuregieren, egal ob SPD oder CDU. Die Grünen werden sie so oder so dabei haben. Der direkte Gegner der FDP ist die Linke.

Man kann nur hoffen dass so eine FDP keine Chance bekommt und die Linke nun weiter stark bleibt und ihr eine gewichtige und entscheidende Rolle am Ende zukommt.
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon KarlRanseier » Do 18. Okt 2018, 15:24

Cat with a whip hat geschrieben:(18 Oct 2018, 16:03)

Die FDP wird benötigt um einen Keil ins mögliche Linksbündnis zu treiben. Interessant ist ja dass sie nun kurz hintereinander die Optionen CDU-Grüne-FDP und SPD-Grüne-FDP propagiert.

Man sieht, der FDP gehts eigentlich nur darum mitzuregieren, egal ob SPD oder CDU. Die Grünen werden sie so oder so dabei haben. Der direkte Gegner der FDP ist die Linke.

Man kann nur hoffen dass so eine FDP keine Chance bekommt und die Linke nun weiter stark bleibt und ihr eine gewichtige und entscheidende Rolle am Ende zukommt.



Die Sozen werden, wie üblich, völlig verdient eine historische Klatsche bekommen. Es scheint mir keine gute Idee der Dekadenten zu sein, ausgerechnet auf die sterbende Ex-Volkspartei zu setzen. :rolleyes:
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon JJazzGold » Do 18. Okt 2018, 15:34

Cat with a whip hat geschrieben:(18 Oct 2018, 16:03)

Die FDP wird benötigt um einen Keil ins mögliche Linksbündnis zu treiben. Interessant ist ja dass sie nun kurz hintereinander die Optionen CDU-Grüne-FDP und SPD-Grüne-FDP propagiert.

Man sieht, der FDP gehts eigentlich nur darum mitzuregieren, egal ob SPD oder CDU.


Wäre dem so, hätten wir heute eine Jamaika Koalition im Bund.
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon Vongole » Do 18. Okt 2018, 15:44

JJazzGold hat geschrieben:(18 Oct 2018, 16:34)

Wäre dem so, hätten wir heute eine Jamaika Koalition im Bund.


Die Hessen-FDP ist allerdings schon speziell. Rock hat sich seit Monaten der SPD angedient, nun, da diese Option wohl flöten geht, schwenkt er zur CDU
mit der Begründung, man wolle keinen Linksruck in Hessen.
Dass rot-rot-grün in Hessen nicht durchsetzbar ist, weiß die FDP durchaus, also klingt das schon sehr nach Windfähnchen.
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon sunny.crockett » Do 18. Okt 2018, 15:49

JJazzGold hat geschrieben:(18 Oct 2018, 16:34)

Wäre dem so, hätten wir heute eine Jamaika Koalition im Bund.


Lindner wollte da nicht mit Merkel. Ich glaube, die FDP ist nicht davon ausgegangen, dass die SPD so dermaßen extrem alle ihre Versprechen bezüglich Opposition gebrochen hat. Damit wäre eigentlich nach dem Ausstieg der FDP aus den Jamaikaverhandlungen eine Minderheitsregierung mit Merkel oder eine Neuwahl ohne Merkel an der Tagesordnung gewesen.

Mal schauen, wie die SPD nach der Hessen-Wahl reagiert. Es gibt dort ja schon viele Stimmen, die einen Groko-Bruch wollen, wenn sie bei der Wahl wieder abgewatscht werden. Und dass dieses passiert, ist eigentlich schon sicher. Nach den Erfahrungen der letzten 12 Monate wird die SPD aber wohl wieder kuschen, in der Groko bleiben und sich bei den 4 Landtagswahlen 2019 wieder erniedrigen lassen.
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon JJazzGold » Do 18. Okt 2018, 16:06

sunny.crockett hat geschrieben:(18 Oct 2018, 16:49)

Lindner wollte da nicht mit Merkel. Ich glaube, die FDP ist nicht davon ausgegangen, dass die SPD so dermaßen extrem alle ihre Versprechen bezüglich Opposition gebrochen hat. Damit wäre eigentlich nach dem Ausstieg der FDP aus den Jamaikaverhandlungen eine Minderheitsregierung mit Merkel oder eine Neuwahl ohne Merkel an der Tagesordnung gewesen.

Mal schauen, wie die SPD nach der Hessen-Wahl reagiert. Es gibt dort ja schon viele Stimmen, die einen Groko-Bruch wollen, wenn sie bei der Wahl wieder abgewatscht werden. Und dass dieses passiert, ist eigentlich schon sicher. Nach den Erfahrungen der letzten 12 Monate wird die SPD aber wohl wieder kuschen, in der Groko bleiben und sich bei den 4 Landtagswahlen 2019 wieder erniedrigen lassen.


Kein Wunder, dass die FDP nicht im Sumpf der CDU/CSU unmoderierten grünen Spiegelpunkte versinken wollte.

In einem anderen Thread habe ich es in den letzten Tagen schon geschrieben, egal was die SPD macht, es wird das Falsche sein. Nichts desto trotz bin ich davon überzeugt, dass wir nächstes Jahr wieder wählen werden. Je nach Ausgang der Hessenwahl entweder etwas früher, oder nach Erreichen der im Koalitionsvertrag verankerten Sollbruchstelle etwas später.

Obwohl Buffier einen Wahlkampf führt, wie ich ihn mir von der CSU gewünscht hätte, indem er die positiven Aspekte der letzten Legislaturperiode hervorhebt. Für die CSU konnte man diesbezüglich sich nur noch fremdschämen und diese berechtigt abwatschn.

Fraglich allerdings, ob das die Hessen mehrheitlich anerkennen. Zumindest soweit, die AfD unter deren Erwartung fallen zu lassen. Angesichts der Neigung zusätzlich zur AfD auch lokal punktuell zwischen 10-30% NPD zu wählen eher unwahrscheinlich.


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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon Cat with a whip » Do 18. Okt 2018, 16:09

Vongole hat geschrieben:(18 Oct 2018, 16:44)
Dass rot-rot-grün in Hessen nicht durchsetzbar ist, weiß die FDP durchaus, also klingt das schon sehr nach Windfähnchen.


Momentmal, wenn die Mehrheiten es zuliessen, dann wäre SPD-Grüne-Linke bitte gegen wen nicht durchsetzbar? Muß diese Koalition dazu dann die CDU um Erlaubnis bitten? Oder die FDP, oder AfD?
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon JJazzGold » Do 18. Okt 2018, 16:11

Vongole hat geschrieben:(18 Oct 2018, 16:44)

Die Hessen-FDP ist allerdings schon speziell. Rock hat sich seit Monaten der SPD angedient, nun, da diese Option wohl flöten geht, schwenkt er zur CDU
mit der Begründung, man wolle keinen Linksruck in Hessen.
Dass rot-rot-grün in Hessen nicht durchsetzbar ist, weiß die FDP durchaus, also klingt das schon sehr nach Windfähnchen.


Ich möchte daran erinnern, dass die FDP schon zur letzten Bundestagswahl Gespräche mit der SPD nicht ausschloss, auch nicht eine mögliche Koalition.

Wenn kein Widerstand aus den eigenen Reihen der SPD erfolgt wäre, hätte in Hessen rrg regiert. So unwahrscheinlich ist die Option ergo nicht.
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon Cat with a whip » Do 18. Okt 2018, 16:13

Neue Umfrage: Grüne überholen SPD.

Nach dieser Umfrage nicht mehrheitsfähig:
- Weiterführung der Regierung
- Große Koalition

Mehrheitsfähig:
- Linke-Grüne-SPD
- Linke-SPD-CDU
- FDP-Grüne-SPD
- Grüne-SPD-CDU
- FDP-SPD-CDU


Forschungsgruppe
Wahlen ZDF T • 1.035
15.10.–17.10. 18.10.2018
CDU 26 %
SDP 20 %
Grüne 22 %
Linke8 %
FDP 8 %
Affenärsche 12 %
Sonst.4 %
Zuletzt geändert von Cat with a whip am Do 18. Okt 2018, 16:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon Vongole » Do 18. Okt 2018, 16:15

JJazzGold hat geschrieben:(18 Oct 2018, 17:11)

Ich möchte daran erinnern, dass die FDP schon zur letzten Bundestagswahl Gespräche mit der SPD nicht ausschloss, auch nicht eine mögliche Koalition.

Wenn kein Widerstand aus den eigenen Reihen der SPD erfolgt wäre, hätte in Hessen rrg regiert. So unwahrscheinlich ist die Option ergo nicht.


Eben, der Widerstand innerhalb der SPD gegen rrg ist groß, da spielt immer noch der Y-Faktor eine Rolle, das weiß die FDP.
Deswegen ist das Argument Linksruck auch nicht nachvollziehbar.
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Re: Landtagswahlen in Hessen 2018

Beitragvon firlefanz11 » Do 18. Okt 2018, 16:16

Cat with a whip hat geschrieben:(18 Oct 2018, 16:03)

Man kann nur hoffen dass ... die Linke nun weiter stark bleibt und ihr eine gewichtige und entscheidende Rolle am Ende zukommt.

Nein, man kann nur das genaue Gegenteil hoffen... aber ich bin da auch recht zuversichtlich...
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."

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