Landtagswahl in Bayern 2018

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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Katenberg » Mi 15. Aug 2018, 10:23

JJazzGold hat geschrieben:(15 Aug 2018, 11:18)


Das können Sie noch so oft schreiben, das kann die AfD noch so oft negieren, da kann die CSU noch soft oft die AfD zum politischen Feindbild deklarieren, diese Hoffnung stirbt beim getreuen AfD Wähler noch nicht einmal nach der Wahl, sondern wird dann nonchalant auf die nächste projiziert.


Ich verstehe nicht genau, was du mir sagen willst.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon JJazzGold » Mi 15. Aug 2018, 10:49

Katenberg hat geschrieben:(15 Aug 2018, 11:23)

Ich verstehe nicht genau, was du mir sagen willst.


Dass es vergeblich ist, immer wieder auf die Tatsachen hinzuweisen, der AfD geneigte Wähler hofft trotzdem auf eine CSU-AfD Koalition.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Julian » Mi 15. Aug 2018, 10:54

JJazzGold hat geschrieben:(15 Aug 2018, 11:49)

Dass es vergeblich ist, immer wieder auf die Tatsachen hinzuweisen, der AfD geneigte Wähler hofft trotzdem auf eine CSU-AfD Koalition.


Für diese Wahlen und die folgende Regierungsbildung können wir das in der Tat ausschließen, und auch noch für eine Zeitlang danach. Warum Sie sich aber auf alle Zeit festlegen wollen, erschließt sich mir nicht. Denken Sie nicht, dass dies zu statisch gedacht ist?

Die Welt verändert sich, und so, wie die SPD lange gezögert hat, Koalitionen mit der Linkspartei einzugehen, so könnte es dereinst der CDU/CSU mit der AfD gehen. Natürlich hängt das von der weiteren Entwicklung der AfD ab, und ob sie einen bürgerlich-gemäßigten oder radikalen Kurs einschlagen wird.

Für diese Wahlen ist dies allerdings ohne Belang. Die CSU wird ohnehin mehr als genug Koalitionsmöglichkeiten haben, und gegen die CSU wird nicht regiert werden können. Verglichen mit anderen Bundesländern, ist das eine sehr komfortable Situation. Nur für die CSU ist es ungewohnt.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Katenberg » Mi 15. Aug 2018, 11:19

JJazzGold hat geschrieben:(15 Aug 2018, 11:49)

Dass es vergeblich ist, immer wieder auf die Tatsachen hinzuweisen, der AfD geneigte Wähler hofft trotzdem auf eine CSU-AfD Koalition.


Das kann zwar durchaus sein, als Tatsache sehe ich das aber nicht.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Katenberg » Mi 15. Aug 2018, 11:20

Julian hat geschrieben:(15 Aug 2018, 11:54)

Für diese Wahlen und die folgende Regierungsbildung können wir das in der Tat ausschließen, und auch noch für eine Zeitlang danach. Warum Sie sich aber auf alle Zeit festlegen wollen, erschließt sich mir nicht. Denken Sie nicht, dass dies zu statisch gedacht ist?

Die Welt verändert sich, und so, wie die SPD lange gezögert hat, Koalitionen mit der Linkspartei einzugehen, so könnte es dereinst der CDU/CSU mit der AfD gehen. Natürlich hängt das von der weiteren Entwicklung der AfD ab, und ob sie einen bürgerlich-gemäßigten oder radikalen Kurs einschlagen wird.

Für diese Wahlen ist dies allerdings ohne Belang. Die CSU wird ohnehin mehr als genug Koalitionsmöglichkeiten haben, und gegen die CSU wird nicht regiert werden können. Verglichen mit anderen Bundesländern, ist das eine sehr komfortable Situation. Nur für die CSU ist es ungewohnt.


Eine Regentschaft aus CDU und AfD wird nicht geben. Dann doch eher SPD und AfD
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 15. Aug 2018, 11:21

Katenberg hat geschrieben:(15 Aug 2018, 12:20)

Eine Regentschaft aus CDU und AfD wird nicht geben. Dann doch eher SPD und AfD

Das ist derzeit auch nicht drin aber ich sehe die Bezüge
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Julian » Mi 15. Aug 2018, 11:26

Katenberg hat geschrieben:(15 Aug 2018, 12:20)

Eine Regentschaft aus CDU und AfD wird nicht geben. Dann doch eher SPD und AfD


Nicht Thema hier, aber warten wir mal ab, was im Osten passieren wird in den nächsten, sagen wir einmal: fünf bis zehn Jahren. Politiker flexibilisieren sich in der Regel, wenn es um Machtperspektiven geht.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon JJazzGold » Mi 15. Aug 2018, 11:31

Julian hat geschrieben:(15 Aug 2018, 11:54)

Für diese Wahlen und die folgende Regierungsbildung können wir das in der Tat ausschließen, und auch noch für eine Zeitlang danach. Warum Sie sich aber auf alle Zeit festlegen wollen, erschließt sich mir nicht. Denken Sie nicht, dass dies zu statisch gedacht ist?

Die Welt verändert sich, und so, wie die SPD lange gezögert hat, Koalitionen mit der Linkspartei einzugehen, so könnte es dereinst der CDU/CSU mit der AfD gehen. Natürlich hängt das von der weiteren Entwicklung der AfD ab, und ob sie einen bürgerlich-gemäßigten oder radikalen Kurs einschlagen wird.

Für diese Wahlen ist dies allerdings ohne Belang. Die CSU wird ohnehin mehr als genug Koalitionsmöglichkeiten haben, und gegen die CSU wird nicht regiert werden können. Verglichen mit anderen Bundesländern, ist das eine sehr komfortable Situation. Nur für die CSU ist es ungewohnt.


Rein strategisch gedacht, aber eben nur strikt strategisch, wäre eine Koalition mit der AfD für die CSU ideal. Die AfD hat nichts (Personaldecke, fähiges, seriöses Personal), kann nichts (noch nicht einmal seriöse Opposition), weiß nichts (Rente, Bildung, Digitales, Wohnungsmarkt, Arbeitsmarkt, etc.) und will nichts wissen (Klimapolitik). Einen einfacher einzusackenden und zu steuernden Koalitionspartner könnte die CSU nicht finden. Danach wäre die AfD in Bayern Geschichte, eventuell sogar im gesamten Bundesgebiet.

Aber

Der bayerische Wähler würde die CSU dermaßen abwatschen, sollte sie es sich einfallen lassen, eine Einladung an die Gegner jeglicher bayerischen Lebensart ins Maximilianeum auszusprechen, auch nur annähernd in Betracht zu ziehen, dass die CSU Jahrzehnte benötigen würde, sich davon wieder zu erholen. Wie die Umfragen zeigen, goutiert der bayerische Wähler schon die verbale CSU Annäherung an die AfD nicht und da ich bezweifle, dass die CSU politischen Selbstmord begehen will, wird sie weiten Abstand zwischen sich und die AfD legen müssen.

Letztere wiederum ist nicht in der Lage Personal zu rekrutieren, dass eine Aussicht auf den Wandel zur seriösen Partei bieten würde. Wenn dem, rein fiktiv, so wäre, würde sie in Kürze mit der 5% Klausel im Clinch liegen.

Damit hat sich auch langfristig der Gedanke an eine CSU - AfD Koalition erledigt.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon JJazzGold » Mi 15. Aug 2018, 11:32

Katenberg hat geschrieben:(15 Aug 2018, 12:19)

Das kann zwar durchaus sein, als Tatsache sehe ich das aber nicht.


Ja mei...
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Julian » Mi 15. Aug 2018, 11:43

JJazzGold hat geschrieben:(15 Aug 2018, 12:31)

Rein strategisch gedacht, aber eben nur strikt strategisch, wäre eine Koalition mit der AfD für die CSU ideal. Die AfD hat nichts (Personaldecke, fähiges, seriöses Personal), kann nichts (noch nicht einmal seriöse Opposition), weiß nichts (Rente, Bildung, Digitales, Wohnungsmarkt, Arbeitsmarkt, etc.) und will nichts wissen (Klimapolitik). Einen einfacher einzusackenden und zu steuernden Koalitionspartner könnte die CSU nicht finden. Danach wäre die AfD in Bayern Geschichte, eventuell sogar im gesamten Bundesgebiet.

Aber
[...]


Sie meinen, so ähnlich wie die CSU einst die FDP in der damaligen Koalition abgefertigt hat? Die FDP konnte ja praktisch nichts durchsetzen in der Koalition und wurde entsprechend vom Wähler dann auch als überflüssig gesehen.

JJazzGold hat geschrieben:(15 Aug 2018, 12:31)
Der bayerische Wähler würde die CSU dermaßen abwatschen, sollte sie es sich einfallen lassen, eine Einladung an die Gegner jeglicher bayerischen Lebensart ins Maximilianeum auszusprechen, auch nur annähernd in Betracht zu ziehen, dass die CSU Jahrzehnte benötigen würde, sich davon wieder zu erholen. Wie die Umfragen zeigen, goutiert der bayerische Wähler schon die verbale CSU Annäherung an die AfD nicht und da ich bezweifle, dass die CSU politischen Selbstmord begehen will, wird sie weiten Abstand zwischen sich und die AfD legen müssen.

Letztere wiederum ist nicht in der Lage Personal zu rekrutieren, dass eine Aussicht auf den Wandel zur seriösen Partei bieten würde. Wenn dem, rein fiktiv, so wäre, würde sie in Kürze mit der 5% Klausel im Clinch liegen.

Damit hat sich auch langfristig der Gedanke an eine CSU - AfD Koalition erledigt.
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Ich weiß gar nicht, was diese bayerische Lebensart sein soll; Bayern besteht ja nicht nur aus einem folkloristischen Oberbayern. Kritiker könnten einwenden, dass diese Lebensart im übrigen ja so liberal nicht sein kann, wenn die FDP bei 5% und oft weit darunter herumgurkt und die Läden im Freistaat immer noch um 20 Uhr schließen.

Und warum die CSU so schwach ist, wissen wir doch gar nicht. Es ist reine Spekulation zu sagen: Dies geschieht aufgrund der Annäherung an die AfD in der Flüchtlingsfrage, denn vielleicht geschieht es ja gerade deswegen, weil sich die CSU eben nicht gegen die CDU unter Merkel durchgesetzt hat.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon JJazzGold » Mi 15. Aug 2018, 12:01

"Julian"

Sie meinen, so ähnlich wie die CSU einst die FDP in der damaligen Koalition abgefertigt hat? Die FDP konnte ja praktisch nichts durchsetzen in der Koalition und wurde entsprechend vom Wähler dann auch als überflüssig gesehen.


Da ist zwar der Unterschied zwischen FDP, die ausreichend Angebot und seriöses Politpersonal aufweist, und der AfD, die keines von beiden aufweisen kann, aber im Fazit haben Sie recht. Die FDP konnte viel zu wenig durchsetzen und ist an der CSU Umarmung, aber auch anteilig an sich selbst, was die Wahrnehmung damals betraf, gescheitert. Das fulminante Scheitern der AfD kann ergo vorausgesetzt werden. Die hat im Gegensatz zur FDP keine Erfahrung in Koalitionsverhandlungen. Während die FDP bereits AEG (Aus Erfahrung Gut) in Koalitionsverhandlungen ist. Momentan ist eher fraglich, ob sie die Chance dazu bekommt.

Ich weiß gar nicht, was diese bayerische Lebensart sein soll.


"Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen."

Goethe



Und warum die CSU so schwach ist, wissen wir doch gar nicht. Es ist reine Spekulation zu sagen: Dies geschieht aufgrund der Annäherung an die AfD in der Flüchtlingsfrage, denn vielleicht geschieht es ja gerade deswegen, weil sich die CSU eben nicht gegen die CDU unter Merkel durchgesetzt hat.


Ich weiß, weshalb die CSU zurzeit so schwach ist, Herdprämie, Maut, PAG, Psychiatriegesetz, Wohnungsmarkt, Bildung, Digitales, Forschung&Technik, Naturschutz, Kreuzgang, AfD Kopie, sowie vertrauenswürdiges Personal auf der Führungsebene.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Julian » Mi 15. Aug 2018, 12:54

JJazzGold hat geschrieben:(15 Aug 2018, 13:01)

Da ist zwar der Unterschied zwischen FDP, die ausreichend Angebot und seriöses Politpersonal aufweist, und der AfD, die keines von beiden aufweisen kann, aber im Fazit haben Sie recht. Die FDP konnte viel zu wenig durchsetzen und ist an der CSU Umarmung, aber auch anteilig an sich selbst, was die Wahrnehmung damals betraf, gescheitert. Das fulminante Scheitern der AfD kann ergo vorausgesetzt werden. Die hat im Gegensatz zur FDP keine Erfahrung in Koalitionsverhandlungen. Während die FDP bereits AEG (Aus Erfahrung Gut) in Koalitionsverhandlungen ist. Momentan ist eher fraglich, ob sie die Chance dazu bekommt.


Das Paradebeispiel, wie man aus einem Luftballon heiße Luft ablassen kann, war ja die Koalition zwischen CDU und der "Partei rechtsstaatlicher Offensive", besser bekannt unter dem Namen Schill-Partei. 2001 hatte die Schillpartei 19,4% und ging in eine Koalition mit der nur leicht stärkeren CDU unter Ole von Beust mit 26,2%. 2004 hatte die CDU dann 47,2% - eine absolute Mandatsmehrheit - und die Schill-Partei flog aus dem Landtag mit kläglichen 0,4%.

Der Absturz der FDP auf Bundesebene von 2009 bis 2013 und auf Landesebene von 2008 bis 2013 war jedoch auch krass und hängt der Partei immer noch nach.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon rain353 » Mi 15. Aug 2018, 14:09

JJazzGold hat geschrieben:(15 Aug 2018, 11:18)


Das können Sie noch so oft schreiben, das kann die AfD noch so oft negieren, da kann die CSU noch soft oft die AfD zum politischen Feindbild deklarieren, diese Hoffnung stirbt beim getreuen AfD Wähler noch nicht einmal nach der Wahl, sondern wird dann nonchalant auf die nächste projiziert.


Denkst du, dass es eine solche Koalition in Bayern und Sachsen geben könnte?
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Uffzach » Mi 15. Aug 2018, 15:39

In der repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für unsere Redaktion und Spiegel Online fallen die Christsozialen im Vergleich zum Vormonat um 4,4 Prozentpunkte auf 38,1 Prozent.


Vom CSU-Tief profitieren vor allem drei Parteien: Die AfD legt 2,1 Prozentpunkte zu und käme auf 15,2 Prozent, wenn am Sonntag Landtagswahl wäre. Für die Grünen würden 15 Prozent stimmen (plus 1,8), die Freien Wähler erhielten 7,3 Prozent (plus 1,3). Die FDP würde knapp in den Landtag einziehen (5,3 Prozent), die Linke nicht (2,7 Prozent). Zweiter Verlierer neben der CSU ist die SPD. 12,5 Prozent würden sie wählen – 1,4 weniger als im Juli.
https://www.augsburger-allgemeine.de/sp ... 19571.html


Damit hätte die CSU nur 3 Optionen: mit Grünen, mit SPD oder mit AfD. Mit FW+FDP ist eher unwahrscheinlich, weil die FDP wohl nicht reinkommt.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 15. Aug 2018, 15:44

Julian hat geschrieben:(15 Aug 2018, 12:26)

Nicht Thema hier, aber warten wir mal ab, was im Osten passieren wird in den nächsten, sagen wir einmal: fünf bis zehn Jahren. Politiker flexibilisieren sich in der Regel, wenn es um Machtperspektiven geht.

In zehn Jahren ist doch längst die übernächste Protestpartei da.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon jorikke » Mi 15. Aug 2018, 16:03

JJazzGold hat geschrieben:(15 Aug 2018, 12:31)

Rein strategisch gedacht, aber eben nur strikt strategisch, wäre eine Koalition mit der AfD für die CSU ideal. Die AfD hat nichts (Personaldecke, fähiges, seriöses Personal), kann nichts (noch nicht einmal seriöse Opposition), weiß nichts (Rente, Bildung, Digitales, Wohnungsmarkt, Arbeitsmarkt, etc.) und will nichts wissen (Klimapolitik). Einen einfacher einzusackenden und zu steuernden Koalitionspartner könnte die CSU nicht finden. Danach wäre die AfD in Bayern Geschichte, eventuell sogar im gesamten Bundesgebiet.

Aber

Der bayerische Wähler würde die CSU dermaßen abwatschen, sollte sie es sich einfallen lassen, eine Einladung an die Gegner jeglicher bayerischen Lebensart ins Maximilianeum auszusprechen, auch nur annähernd in Betracht zu ziehen, dass die CSU Jahrzehnte benötigen würde, sich davon wieder zu erholen. Wie die Umfragen zeigen, goutiert der bayerische Wähler schon die verbale CSU Annäherung an die AfD nicht und da ich bezweifle, dass die CSU politischen Selbstmord begehen will, wird sie weiten Abstand zwischen sich und die AfD legen müssen.

Letztere wiederum ist nicht in der Lage Personal zu rekrutieren, dass eine Aussicht auf den Wandel zur seriösen Partei bieten würde. Wenn dem, rein fiktiv, so wäre, würde sie in Kürze mit der 5% Klausel im Clinch liegen.

Damit hat sich auch langfristig der Gedanke an eine CSU - AfD Koalition erledigt.


Ich hab verstanden.
Das ginge schon aber das geht nicht.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon JJazzGold » Mi 15. Aug 2018, 16:36

jorikke hat geschrieben:(15 Aug 2018, 17:03)

Ich hab verstanden.
Das ginge schon aber das geht nicht.


So ist es.
Theoretisch ginge das, dann müsste die CSU aber als erstes ihr Dogma “absolute Mehrheit“ in die Tonne kloppen und sich in der Folgezeit auf Dreier- bis Viererkoalitionen einstellen. Die hat schon ein hartes Los, die CSU. Schwarz-grün wollen die Bayern nicht, große Koalition wollen die Bayern nicht, schwarz-blau wird der CSU nur gemäß Beckstein im Bierzelt zugestanden, schwarz-gelb oder schwarz-türkis läuft unter, “wenn's sei muass“ und einen vergangenen Übervater, der ihr immer noch über die Schulter zu schauen scheint.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Julian » Mi 15. Aug 2018, 16:44

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(15 Aug 2018, 16:44)

In zehn Jahren ist doch längst die übernächste Protestpartei da.


Es mag sein, dass die AfD wieder in der Versenkung verschwinden wird, allerdings glaube ich das inzwischen nicht mehr, ganz unabhängig davon, ob wir uns das wünschen oder nicht.

Welche Protestpartei in Deutschland hatte den ähnlich starke Wahlergebnisse wie die AfD? Die AfD wird in Kürze sehr wahrscheinlich in allen Landtagen und im Bundestag vertreten sein, was der Partei den Aufbau von Strukturen ermöglicht, die über die einer Protestpartei weit hinausgehen.

Über die Eurokrise und die Flüchtlingskrise hinaus gibt es auch eine länger anhaltende Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien, die die Partei weiter tragen könnte.

Auch die Kampagnen gegen die AfD seitens der anderen Parteien und vieler Medien, die die AfD-Wähler als dümmlich und radikal darstellen, bewirken eher das Gegenteil, nämlich, dass aus einer einmaligen Protestwahl eine Gewohnheit wird, weil man nun die Reihen schließt und es den Etablierten erst recht zeigen möchte.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 15. Aug 2018, 17:25

Julian hat geschrieben:(15 Aug 2018, 17:44)

Es mag sein, dass die AfD wieder in der Versenkung verschwinden wird, allerdings glaube ich das inzwischen nicht mehr, ganz unabhängig davon, ob wir uns das wünschen oder nicht.

Welche Protestpartei in Deutschland hatte den ähnlich starke Wahlergebnisse wie die AfD? Die AfD wird in Kürze sehr wahrscheinlich in allen Landtagen und im Bundestag vertreten sein, was der Partei den Aufbau von Strukturen ermöglicht, die über die einer Protestpartei weit hinausgehen.

Über die Eurokrise und die Flüchtlingskrise hinaus gibt es auch eine länger anhaltende Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien, die die Partei weiter tragen könnte.

Auch die Kampagnen gegen die AfD seitens der anderen Parteien und vieler Medien, die die AfD-Wähler als dümmlich und radikal darstellen, bewirken eher das Gegenteil, nämlich, dass aus einer einmaligen Protestwahl eine Gewohnheit wird, weil man nun die Reihen schließt und es den Etablierten erst recht zeigen möchte.

Klebst du so sehr an deinem Stuhl? Protestparteien nutzen sich schnell ab. FDP und PDS ist der Radikalritt nicht bekommen, aber bei denen war was dahinter, auch eine realpolitische Komponente, Regierungen, Landräte, Verankerung in der Zivilgesellschaft. Die Grünen sind nur von der Einheit gerettet worden. Bei der AfD gibt es kein Personal, das glaubhaft Politik vertreten würde und auch kein Programm jenseits von Ausländer raus. Keine Bank braucht diese Vogelscheuchen im Aufsichtsrat, kein seriöses Medium bietet Anschlußverwendung, beim Staat fliegen sie reihenweise raus, ob nun Armee oder Justiz. Keine Gewerkschaft, kein Arbeitgeberverband, kein Sozialverein will sich Maden in den Vorrat holen. Da kommt nichts mehr. Sie wird den Weg von DP, NPD & co in die Bedeutungslosigkeit gehen. Ein paar hundert Personalstellen nützen da nichts und das Geld, das Naryschkin in die Schweiz überweist, wird auch noch Probleme bereiten.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Polibu » Mi 15. Aug 2018, 17:30

Julian hat geschrieben:(15 Aug 2018, 17:44)

Es mag sein, dass die AfD wieder in der Versenkung verschwinden wird, allerdings glaube ich das inzwischen nicht mehr, ganz unabhängig davon, ob wir uns das wünschen oder nicht.

Welche Protestpartei in Deutschland hatte den ähnlich starke Wahlergebnisse wie die AfD? Die AfD wird in Kürze sehr wahrscheinlich in allen Landtagen und im Bundestag vertreten sein, was der Partei den Aufbau von Strukturen ermöglicht, die über die einer Protestpartei weit hinausgehen.

Über die Eurokrise und die Flüchtlingskrise hinaus gibt es auch eine länger anhaltende Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien, die die Partei weiter tragen könnte.

Auch die Kampagnen gegen die AfD seitens der anderen Parteien und vieler Medien, die die AfD-Wähler als dümmlich und radikal darstellen, bewirken eher das Gegenteil, nämlich, dass aus einer einmaligen Protestwahl eine Gewohnheit wird, weil man nun die Reihen schließt und es den Etablierten erst recht zeigen möchte.


Sowohl die AfD als auch die Grünen werden in Zukunft noch weiter zulegen. Die SPD wird in der Versenkung verschwinden. All das zeichnet sich jetzt schon ab.

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