[UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

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Wie sieht es bei dir aus?

Ich habe die FDP gewählt und würde das auch wieder tun.
20
35%
Ich habe die FDP gewählt und würde sie bei Neuwahlen nicht nochmals wählen.
5
9%
Ich habe nicht die FDP gewählt und würde auch nicht.
26
46%
Ich habe nicht die FDP gewählt, aber würde sie bei Neuwahlen wählen.
5
9%
keine Angabe
1
2%
 
Abstimmungen insgesamt: 57
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon Alexyessin » Do 30. Nov 2017, 09:55

Tom Bombadil hat geschrieben:(30 Nov 2017, 09:44)

Und dafür, dass Lindner das jetzt nicht mit sich machen lässt, wird er als Vaterlandsverräter gebrandmarkt. Natürlich nur von denen, denen das Vaterland sonst scheißegal ist :D


Ich habe kein Vaterland ;)

Aber es stimmt schon, der Spiegel - ich hab den Fehler gemacht mit ihn mal wieder zu kaufen - hat ja eindeutig Lindner als Karrieregeilen abgetan. Derweilen es durchaus verständlich, das er klare Kante zeigen musste.
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 30. Nov 2017, 10:04

Alexyessin hat geschrieben:(30 Nov 2017, 09:55)

Ich habe kein Vaterland ;)

Das tut mir sehr leid für dich.

Aber es stimmt schon, der Spiegel - ich hab den Fehler gemacht mit ihn mal wieder zu kaufen - hat ja eindeutig Lindner als Karrieregeilen abgetan.

Das wundert nicht wirklich.
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon Alexyessin » Do 30. Nov 2017, 10:07

Tom Bombadil hat geschrieben:(30 Nov 2017, 10:04)

Das tut mir sehr leid für dich.


Muss dir nicht leid tun, ich komme gut klar damit. Und nein, das hat nix mit links / rechts zu tun, sondern das mein Vater aus dem Egerland kommt.

Tom Bombadil hat geschrieben:(30 Nov 2017, 10:04)
Das wundert nicht wirklich.


Ja, der Spiegel hat krass abgebaut. Wobei der Vorwurf schon recht deppert ist. Wäre die FDP mit drei Ministern in die Regierung gegangen hätte es geheißen - schau dir an, hauptsache Ministerposten.
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon H2O » Do 30. Nov 2017, 10:15

In den Sondierungsgesprächen waren doch ruckzuck so viele lobenswerte Projekte im Gespräch, daß die derzeit hohen Steuereinnahmen schon nicht mehr ausreichten und der Soli oder der Mittelstandsbauch nicht mehr angetastet werden konnten. Da war die FDP der einzige Gesprächsteilnehmer, der da energisch auf die Bremse trat. Das muß man neidlos anerkennen. Unsere schwäbische Hausfrau hätte das wohl alles durchgewunken!
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 30. Nov 2017, 10:34

Alexyessin hat geschrieben:(30 Nov 2017, 10:07)

Und nein, das hat nix mit links / rechts zu tun, sondern das mein Vater aus dem Egerland kommt.

Auch ein Einwanderer kann das neue Land als seine Heimat, sein Vaterland betrachten.

Wäre die FDP mit drei Ministern in die Regierung gegangen hätte es geheißen - schau dir an, hauptsache Ministerposten.

Eben. Wie sie es machen, machen sie es verkehrt, aber gut, deswegen hat man ja politische Feinde.
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon Alexyessin » Do 30. Nov 2017, 10:48

Tom Bombadil hat geschrieben:(30 Nov 2017, 10:34)

Auch ein Einwanderer kann das neue Land als seine Heimat, sein Vaterland betrachten.


Meine Großeltern betrachteten sich als Österreicher :)

Tom Bombadil hat geschrieben:(30 Nov 2017, 10:34)
Eben. Wie sie es machen, machen sie es verkehrt, aber gut, deswegen hat man ja politische Feinde.


Eh klar.
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon Europa2050 » Do 30. Nov 2017, 10:57

H2O hat geschrieben:(30 Nov 2017, 10:15)

In den Sondierungsgesprächen waren doch ruckzuck so viele lobenswerte Projekte im Gespräch, daß die derzeit hohen Steuereinnahmen schon nicht mehr ausreichten und der Soli oder der Mittelstandsbauch nicht mehr angetastet werden konnten. Da war die FDP der einzige Gesprächsteilnehmer, der da energisch auf die Bremse trat. Das muß man neidlos anerkennen. Unsere schwäbische Hausfrau hätte das wohl alles durchgewunken!


Genau das. Wenn sich eine politische Mehrheit für so ein Vorgehen findet, dann soll es so sein. Insbesondere Grüne und SPD (und Linke) wurden ja mit solchen Intetionen gewählt. Das ist Demokratie ...
Aber einer Partei, die genau nicht mit solchen Intentionen gewählt wurde, zum Vorwurf zu machen, sich daran nicht zu beteiligen, ist schwierig.
Schwarzgelb wird wohl erst wieder funktionieren, wenn die CDU nicht mehr für den Machterhalt der Kanzlerin jedem Partner, vor allem dem vermeintlich schwierigeren alles zukommen lässt, was geht. Damit schafft man eben kein Vertrauen.
In einer Jamaica-Koalition wäre die Kanzlerin als unparteiische Schiedsrichterin zwischen FDP und Grünen Vorstellungen benötigt worden, das hat man ihr nach dem Verlauf der Sondierungen bei der FDP wohl nicht mehr zugetraut. Schade ...
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon H2O » Do 30. Nov 2017, 11:23

Europa2050 hat geschrieben:(30 Nov 2017, 10:57)

Genau das. Wenn sich eine politische Mehrheit für so ein Vorgehen findet, dann soll es so sein. Insbesondere Grüne und SPD (und Linke) wurden ja mit solchen Intetionen gewählt. Das ist Demokratie ...
Aber einer Partei, die genau nicht mit solchen Intentionen gewählt wurde, zum Vorwurf zu machen, sich daran nicht zu beteiligen, ist schwierig.
Schwarzgelb wird wohl erst wieder funktionieren, wenn die CDU nicht mehr für den Machterhalt der Kanzlerin jedem Partner, vor allem dem vermeintlich schwierigeren alles zukommen lässt, was geht. Damit schafft man eben kein Vertrauen.
In einer Jamaica-Koalition wäre die Kanzlerin als unparteiische Schiedsrichterin zwischen FDP und Grünen Vorstellungen benötigt worden, das hat man ihr nach dem Verlauf der Sondierungen bei der FDP wohl nicht mehr zugetraut. Schade ...


Ja, so habe ich auch das bittere Ende der Sondierungen empfunden. Leider weiß man nicht, wie weit Herr Lindner & Co. während der Sondierungsgespräche schon in dieser Sache den Mund aufgemacht hatten. Dann wäre die Verblüffung der Gesprächsteilnehmer nach dem Abbruch nur gespielt gewesen.
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon garfield336 » Do 30. Nov 2017, 11:57

Ich habe kein Wahlrecht. :)
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon Dieter Winter » Do 30. Nov 2017, 12:06

Alexyessin hat geschrieben:(30 Nov 2017, 10:07)

Muss dir nicht leid tun, ich komme gut klar damit. Und nein, das hat nix mit links / rechts zu tun, sondern das mein Vater aus dem Egerland kommt.



Vaterland wird eh überbewertet. Meist dient es nur dazu - vorgeblich - für dieses zu verrecken.
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 30. Nov 2017, 21:01

Das ist ganz einfach mit dem "Vaterland" - früher als alle ordentlichen Europäer noch Kolonien hatten, hatte jeder sein "Mutterland" - jetzt ist das eben anders... :|
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon Rabauke » Do 30. Nov 2017, 21:07

Ich habe noch Nie die FDP gewählt aber jetzt nach dem Scheitern der Jamaika und dem Wissen dass die FDP sich nicht hat unterbuttern lassen, könnte man schwach werden und dieser Partei bei Neuwahlen ein Stimmchen genen....... aber erst mal nur eines........ das zweite müßten sie sich erst verdienen!
Wer seine Regeln stets dem Mainstream der von einigen wenigen bestimmten Medien anpasst hat das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung entweder diktatorisch unterdrückt oder aber völlig falsch verstanden.
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon Brainiac » Do 30. Nov 2017, 23:02

Ich versuche es jetzt mal bei dir, vielleicht komme ich so ja weiter. ;) Die total unkritische Haltung fast aller FDP-Anhänger dieses Forums zu Lindners Abbruch ist mir nämlich nach wie vor unverständlich. Ist es Grünenhass, ist es Parteitreue oder ist es wirklich sachlich begründbar?

Europa2050 hat geschrieben:(30 Nov 2017, 08:53)

Ich denke, das Probem war weniger das Verhandeln und das ja bekanntermaßen geduldige Papier. Das hätten die zweifelsohne erfahrenen Politiker schon so hinbekommen, dass in allen Parteien die Basis zähneknirschend zugestimmt hätte.

Richtig.

Offensichtlich ist aber - auch aufgrund der Erfahrungen 2009 ff. - bei der FDP die Befürchtung dominant geworden, dass die Kanzlerin, ihre CDU und die Grünen im Nachhinein unter der Hand Absprachen treffen, um den Wortlaut „dynamisch“ zu gestalten, wie Angela Merkel das gerne mal tut und damit die FDP in die Ecke drängen. Und alle Eventualitäten kann auch ein Koalitionsvertrag nicht beschreiben.
Und dann wäre der FDP stets nur die Drohung mit Koalitionsbruch geblieben oder die Selbstaufgabe. Da haben Lindner und Co. (Ob zurecht, werden wir nie erfahren) wohl kalte Füße bekommen.

Was ist hier der prinzipielle Unterschied zur Problemlage aus Sicht der Grünen? Die müssten doch genauso fürchten, dass Union und FDP sich gegen sie verbünden und unter der Hand Absprachen treffen. Mir ist keinesfalls ersichtlich, dass Union und Grüne irgendwie inhaltlich näher beieinander lägen als Union und FDP. In der Finanz- und Wirtschaftspolitik ganz sicher nicht.

D.h. ein solches Problem hat in einer Dreierkoalition (die Union betrache ich jetzt mals als eins) jeder der beiden kleineren Partner. Das ist für mich einfach kein ausreichender Grund, diese Koalition grundsätzlich abzulehnen, wie es Lindner anscheinend ja von Anfang an tat. Das ist doch eine ganz normale Verhandlungssituation. Warum macht man dann nicht beizeiten klar deutlich, dass man selbst, und die eigenen inhaltlichen Punkte, bitteschön stärker zu berücksichtigen sind, da man ansonsten aussteigt? Merkel hätte das sicherlich ernst genommen.

Die SPD wird sich etwas leichter tun. Erstens ist sie im Verhältnis zur CDU mächtiger als es die FDP ggü. CDU/Grünen gewesen wäre, zweitens fährt Merkel eh eher einen sozialdemokratischen Kurs als einen Liberalen, drittes kann die SPD aus der Situstion raus viele Bedingungen diktieren und viertens ist die SPD doch noch weit von der 5% Hürde entfernt.

Na da kann sie ja froh sein. https://share-your-photo.com/img/cdf6a457e1.jpg

Wird halt ein „weiter so“ für vier Jahre - ein Dank dafür noch mal allen AfD-Wählern, die Schwarzgelb oder RRG verhindert haben.

Das ist der falsche Sündenbock.
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon Maikel » Fr 1. Dez 2017, 08:02

H2O hat geschrieben:(30 Nov 2017, 11:23)

Leider weiß man nicht, wie weit Herr Lindner & Co. während der Sondierungsgespräche schon in dieser Sache den Mund aufgemacht hatten. Dann wäre die Verblüffung der Gesprächsteilnehmer nach dem Abbruch nur gespielt gewesen.

Laut diesem Beitrag (Achtung, sehr lang)
http://www.faz.net/aktuell/woran-ist-jamaika-wirklich-gescheitert-innenansichten-eines-gescheiterten-experiments-15312630.html#woran-ist-jamaika-wirklich-gescheitert
hat Herr Lindner schon während der Gespräche seine Absicht deutlich gemacht.

Es ist leider nicht ersichtlich, woher die Infos in diesem Beitrag stammen.
Daher ist es auch schlecht zu beurteilen, auf wessen Sichtweise die Darstellungen basieren; ob es evtl. nur/auch zufällige Informationsbrocken von unterschiedlichen Seiten bzw. Personen sind.
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon Europa2050 » Fr 1. Dez 2017, 08:46

Brainiac hat geschrieben:(30 Nov 2017, 23:02)

Ich versuche es jetzt mal bei dir, vielleicht komme ich so ja weiter. ;) Die total unkritische Haltung fast aller FDP-Anhänger dieses Forums zu Lindners Abbruch ist mir nämlich nach wie vor unverständlich. Ist es Grünenhass, ist es Parteitreue oder ist es wirklich sachlich begründbar?


Wer ordentlich fragt, bei dem versuche ich eine ordentliche Antwort :D

Allerdings bin ich der FDP nur in soweit verhaftet, dass ich ein massiver Anhänger des Liberalismus und dessen Bild vom selbstbestimmten Individuellen Menschen und dessen uneinschränkbaren Rechten bin, und für mich da die FDP in der Deutschen Parteienlandschaft die größte Deckung aufweist.

Zum Abbruch: Wir alle kennen die Details nicht, deswegen würde ich aus Enttäuschung (ja, ich hätte mir Jamaica vorstellen können) das jetzt nicht auf den Partner projizieren, der den Schlusstrich gezogen hat. (Ich würde vermutlich genau so argumentieren, wenn es die Grünen gewesen wären). Trotzdem besser so, als Dauerknatsch oder das ständige Gefühl, von den anderen beiden gemobbt zu werden. Ich denke aber, da waren eben auch viel Bauch dabei, der lässt sich kaum verargumentieten.

Zu den Grünen: Ich habe keine Probleme mit den Grünen und ihrer Gedankenwelt, teile diese an mancher Stelle, nur sind mir persönlich andere Dinge eben wichtiger(s.o.).

Was ist hier der prinzipielle Unterschied zur Problemlage aus Sicht der Grünen? Die müssten doch genauso fürchten, dass Union und FDP sich gegen sie verbünden und unter der Hand Absprachen treffen. Mir ist keinesfalls ersichtlich, dass Union und Grüne irgendwie inhaltlich näher beieinander lägen als Union und FDP. In der Finanz- und Wirtschaftspolitik ganz sicher nicht.


Ja, prinzipiell hast Du recht. Offensichtlich hat sich aber in den Sondierungen ein gegenteiliges Bild ergeben. Die Grünen mit ihrer klaren Ansage was geht und was nicht - sonst stimmt die „böse“ Basis nicht zu - haben die nur auf Machterhalt gepolten Politiker in der CDU wohl darauf gepolt im Zweifelsfall dasPendel stets in diese Richtung schwenken zu lassen - und wenn das keine Einzelfälle sondern Prinzip ist, wird’s halt eng, wenn man abweichendeVorstellung hat. Im Prinzip - wenn auch ohne Dreierkonstellation - sind doch auch die Sondierungen zu Schwarz-Grün in 2013 ähnlich gescheitert. Für Liberale Ideen (außer bei Wirtschaftsthemen) ist in der CDU momentan nicht viel Platz. Gesellschaftspolitisch liegen CDU und Grüne heute viel näher als CDU / FDP (Die CSU lass ich mal außen vor, die weiß zur Zeit eh nicht was sie will).

D.h. ein solches Problem hat in einer Dreierkoalition (die Union betrache ich jetzt mals als eins) jeder der beiden kleineren Partner. Das ist für mich einfach kein ausreichender Grund, diese Koalition grundsätzlich abzulehnen, wie es Lindner anscheinend ja von Anfang an tat. Das ist doch eine ganz normale Verhandlungssituation. Warum macht man dann nicht beizeiten klar deutlich, dass man selbst, und die eigenen inhaltlichen Punkte, bitteschön stärker zu berücksichtigen sind, da man ansonsten aussteigt? Merkel hätte das sicherlich ernst genommen.


Ich glaube nicht, dass die FDP von Anfang an nicht wollte, da müssten die ersten Szenen und Statements schon sehr gut geschauspielert gewesen sein,sondern mit der Zeit sich immer mehr davon entfernte. Allerdings wird die Erkenntnis „das wird nix“ sicher nicht an dem Sonntag, sondern schon ein paar Tage vorher. Das mit dem „von Anfang an“ (wie es ja die SPD hat) würde ich eher ins mögliche Vorwahlkampfgetöse des politischen Gegners tun.



Ok, das war teilweise etwas sarkastisch. Und was für die FDP die Angst vor der 4,99 und die CSU die U40 ist, liegt für die SPD wohl bei 25-30%.
Du wirst mir aber zustimmen - eine bessere Verhandlungsbasis als heute hatte die SPD nie. Nur gilt bei Merkel halt: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Und da geb ich dir recht, noch weiter nach unten wäre ein herber Schlag für die Sozialdemokratie (und ein Verlust für Deutschland).

Das ist der falsche Sündenbock.


Nein, davon gehe ich nicht ab, dazu stehe ich. Wer mit seiner Wahl die Suche der Parteien nach halbwegs kompatiblen Partnern erschwert, sorgt dafür, dass die abzudeckenden Spektren einer Koalitionsbildung immer komplexer werden und damit Situationen entstehen, wie wir sie jetzt haben.

Fazit: Es bleibt schwierig ;)
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon Brainiac » Fr 1. Dez 2017, 13:43

Europa2050 hat geschrieben:(01 Dec 2017, 08:46)

Wer ordentlich fragt, bei dem versuche ich eine ordentliche Antwort :D

Bedankt. :)

Allerdings bin ich der FDP nur in soweit verhaftet, dass ich ein massiver Anhänger des Liberalismus und dessen Bild vom selbstbestimmten Individuellen Menschen und dessen uneinschränkbaren Rechten bin, und für mich da die FDP in der Deutschen Parteienlandschaft die größte Deckung aufweist.

Zum Abbruch: Wir alle kennen die Details nicht, deswegen würde ich aus Enttäuschung (ja, ich hätte mir Jamaica vorstellen können) das jetzt nicht auf den Partner projizieren, der den Schlusstrich gezogen hat. (Ich würde vermutlich genau so argumentieren, wenn es die Grünen gewesen wären). Trotzdem besser so, als Dauerknatsch oder das ständige Gefühl, von den anderen beiden gemobbt zu werden. Ich denke aber, da waren eben auch viel Bauch dabei, der lässt sich kaum verargumentieten.

Es ist eben eine Frage der Alternative.

Ich bin selbst keinesfalls sonderlich überzeugt von Jamaika, natürlich sind das sehr unterschiedliche Parteien und es drohen sehr viele Reibungsverluste. Als das hier im Forum und anderswo vor ca. einem Jahr intensiver zu diskutieren begonnen wurde, habe ich mich eher dagegen ausgesprochen. (Zahlreiche andere haben sich übrigens dafür ausgesprochen, von denen jetzt nur noch wenig zu lesen ist. :| )

Des weiteren erinnere ich mich sehr gut daran, wie viele hier erklärt haben, dass die Große Koalition keinesfalls fortgesetzt werden dürfe. Stillstand, politische Lethargie, Stärkung der extremen Ränder, Entpolitisierung, undundund. Und die krachende Wahlniederlage beider beteiligter Parteien hat die Problemlage noch potenziert, weil eine Fortsetzung der GroKo nun so ungefähr das Gegenteil dessen wäre, was man als Umsetzung von "Wählerauftrag" oder "Wahlbotschaft" verstehen kann.

Ich war gegen Jamaika, weil damals Szenarien wie Schwarz-Gelb oder auch Ampel, beides fände ich besser als die verbliebenen Alternativen, noch im Bereich des Möglichen schienen. Sind sie aber nicht mehr! Es bleiben nur Jamaika oder GroKo. Und da bin ich aus genannten Gründen, trotz aller Nachteile, weiterhin klar für Jamaika. Die Gründe, aus denen der Versuch gescheitert ist, sind für mich weiterhin nicht stichhaltig. Außer natürlich, dass es für die Partei FDP jetzt viel einfacher ist.

Zu den Grünen: Ich habe keine Probleme mit den Grünen und ihrer Gedankenwelt, teile diese an mancher Stelle, nur sind mir persönlich andere Dinge eben wichtiger(s.o.).



Ja, prinzipiell hast Du recht. Offensichtlich hat sich aber in den Sondierungen ein gegenteiliges Bild ergeben. Die Grünen mit ihrer klaren Ansage was geht und was nicht - sonst stimmt die „böse“ Basis nicht zu - haben die nur auf Machterhalt gepolten Politiker in der CDU wohl darauf gepolt im Zweifelsfall dasPendel stets in diese Richtung schwenken zu lassen - und wenn das keine Einzelfälle sondern Prinzip ist, wird’s halt eng, wenn man abweichendeVorstellung hat.

Das hätte die FDP doch genauso tun können.

Im Prinzip - wenn auch ohne Dreierkonstellation - sind doch auch die Sondierungen zu Schwarz-Grün in 2013 ähnlich gescheitert. Für Liberale Ideen (außer bei Wirtschaftsthemen) ist in der CDU momentan nicht viel Platz. Gesellschaftspolitisch liegen CDU und Grüne heute viel näher als CDU / FDP (Die CSU lass ich mal außen vor, die weiß zur Zeit eh nicht was sie will).


Ich glaube nicht, dass die FDP von Anfang an nicht wollte, da müssten die ersten Szenen und Statements schon sehr gut geschauspielert gewesen sein,sondern mit der Zeit sich immer mehr davon entfernte. Allerdings wird die Erkenntnis „das wird nix“ sicher nicht an dem Sonntag, sondern schon ein paar Tage vorher. Das mit dem „von Anfang an“ (wie es ja die SPD hat) würde ich eher ins mögliche Vorwahlkampfgetöse des politischen Gegners tun.

Nun, es gibt ja die Eindrücle von Lindner am Wahlabend, als er erfahren hatte, dass die SPD der GroKo eine Absage erteilt. Das passt schon ziemlich gut zum "er wollte von Anfang an nicht so richtig". Gut, er hat dem Ganzen eine Chance gegeben, ob nun rein aus PR-Gründen (um nicht sofort als Showstopper dazustehen) oder weil er bei einem guten Verlauf wirklich bereit gewesen wäre, kann ich auch nicht sagen. Mit einem harmonischen Verlauf konnte ja aber niemand ernsthaft rechnen.

Im übrigen sehe ich auch gesellschaftspolitisch CDU und Grüne nicht sonderlich nahe beieinander, das kommt auf das Thema an. Nimm beispielsweise Innere Sicherheit und daraus so Themen wie Videoüberwachung und Vorratsdatenspeicherung, dann stehen eher FDP und Grüne gegen CDU, oder was Migrationspolitik angeht, stehen eher CDU und FDP gegen Grüne.

Ok, das war teilweise etwas sarkastisch. Und was für die FDP die Angst vor der 4,99 und die CSU die U40 ist, liegt für die SPD wohl bei 25-30%.
Du wirst mir aber zustimmen - eine bessere Verhandlungsbasis als heute hatte die SPD nie. Nur gilt bei Merkel halt: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Und da geb ich dir recht, noch weiter nach unten wäre ein herber Schlag für die Sozialdemokratie (und ein Verlust für Deutschland).

Nein, davon gehe ich nicht ab, dazu stehe ich. Wer mit seiner Wahl die Suche der Parteien nach halbwegs kompatiblen Partnern erschwert, sorgt dafür, dass die abzudeckenden Spektren einer Koalitionsbildung immer komplexer werden und damit Situationen entstehen, wie wir sie jetzt haben.

Fazit: Es bleibt schwierig ;)

Dann muss man sich im Lande eben mehr an Vielparteienkoalitionen gewöhnen und statt der Unterschiede mehr die Gemeinsamkeiten identifizieren und betonen. Das ist erst mal nichts prinzipiell Negatives - es ist schwieriger, dafür gibt es die Chance, verkrustete Positionen wie auch Feindbilder aufzubrechen. Nur tun sich die Parteien (noch) sehr schwer damit.
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon UncleSams_Berater » Fr 1. Dez 2017, 19:55

Maikel hat geschrieben:(30 Nov 2017, 08:22)

Ja, die Mehrheit der FDP-Mitglieder und -Wähler wollte sicherlich, daß die FDP besser verhandelt und sich besser durchsetzt.
Die FDP wurde nicht dafür gewählt, daß sie sich weinerlich hinstellt und sagt "die anderen haben nicht nachgegeben".


Meinst du mit "sich treu bleiben", daß die FDP auch schon 2009 schlecht verhandelt hatte?


Die FDP wurde wegen ihrem Programm gewählt und nicht dafür mitzuhelfen die Ideen der Grünen und der CDU durchzusetzen.
Ich bin froh dass die FDP da raus ist.
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon Maikel » Sa 2. Dez 2017, 09:08

Brainiac hat geschrieben:(01 Dec 2017, 13:43)
Nun, es gibt ja die Eindrücle von Lindner am Wahlabend, als er erfahren hatte, dass die SPD der GroKo eine Absage erteilt. Das passt schon ziemlich gut zum "er wollte von Anfang an nicht so richtig".


Nach der Absage der GroKo war die FDP praktisch gezwungen, in Jamaika-Verhandlungen zu gehen; ich schätze, das hat ihm nicht gepaßt.

Es wäre ihm eine Situation lieber gewesen, bei der die FDP zu einer Koalition gebeten wird, oder sogar dazu gedrängt wird. So wie die SPD aktuell; die hat dadurch jetzt viel bessere Karten.
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon Maikel » Sa 2. Dez 2017, 09:11

UncleSams_Berater hat geschrieben:(01 Dec 2017, 19:55)

Die FDP wurde wegen ihrem Programm gewählt und nicht dafür mitzuhelfen die Ideen der Grünen und der CDU durchzusetzen.
Ich bin froh dass die FDP da raus ist.

Dann freust du dich jetzt auf das, was eine GroKo anrichten wird?

Oder hältst du es wie die Nichtwähler: Mir ist egal, was passiert, Hauptsache ich, bzw. "meine" FDP, habe mich / hat sich da rausgehalten?
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Re: [UMFRAGE] Wer hat, aber würde bei Neuwahlen nichtmehr die FDP wählen?

Beitragvon JJazzGold » Sa 2. Dez 2017, 09:59

Maikel hat geschrieben:(02 Dec 2017, 09:11)

Dann freust du dich jetzt auf das, was eine GroKo anrichten wird?

Oder hältst du es wie die Nichtwähler: Mir ist egal, was passiert, Hauptsache ich, bzw. "meine" FDP, habe mich / hat sich da rausgehalten?


Bleibt immer noch das Abwägen zwischen, “was hätte Jamaika angerichtet?“, “was könnte eine GroKo anrichten“ und “was würde eine Minderheitsregierung anrichten?“
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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