Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 16. Dez 2017, 15:12

CaptainJack hat geschrieben:(16 Dec 2017, 14:56)

Ich bin nicht verliebt, aber Wahrheit, Gesetze und Realität sind für mich heilig. Jeder weiß, was ab Herbst 2015 passiert ist. Fertig!

Der Stern von Bethlehem hat es verhießen. Amen.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Wähler » Sa 16. Dez 2017, 15:27

CaptainJack hat geschrieben:(16 Dec 2017, 14:56)
Ich bin nicht verliebt, aber Wahrheit, Gesetze und Realität sind für mich heilig. Jeder weiß, was ab Herbst 2015 passiert ist. Fertig!

Die deutsche Regierung hat damals das Selbsteintrittsrecht von Dublin III genutzt. Soviel zum Thema Wahrheit und Gesetze. ;) Dass die Realität mit den Flüchtlingen komplexer, als erwartet ist, steht auf einem anderen Blatt. Man sollte den Politikern allerdings auch eine Chance geben, sich der Komplexität des Themas bei der laufenden Regierungsbildung noch weiter anzunähern.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon CaptainJack » Sa 16. Dez 2017, 15:52

Wähler hat geschrieben:(16 Dec 2017, 15:27)

Die deutsche Regierung hat damals das Selbsteintrittsrecht von Dublin III genutzt. Soviel zum Thema Wahrheit und Gesetze. ;) Dass die Realität mit den Flüchtlingen komplexer, als erwartet ist, steht auf einem anderen Blatt. Man sollte den Politikern allerdings auch eine Chance geben, sich der Komplexität des Themas bei der laufenden Regierungsbildung noch weiter anzunähern.
Die haben einen Eid geleistet ... und der sagt nicht aus, Leute aller Art teilweise völlig unkontrolliert und in Massen reinzulassen!
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Wähler » Sa 16. Dez 2017, 16:11

Wähler hat geschrieben:(16 Dec 2017, 15:27)
Die deutsche Regierung hat damals das Selbsteintrittsrecht von Dublin III genutzt. Soviel zum Thema Wahrheit und Gesetze. ;) Dass die Realität mit den Flüchtlingen komplexer, als erwartet ist, steht auf einem anderen Blatt. Man sollte den Politikern allerdings auch eine Chance geben, sich der Komplexität des Themas bei der laufenden Regierungsbildung noch weiter anzunähern.

CaptainJack hat geschrieben:(16 Dec 2017, 15:52)
Die haben einen Eid geleistet ... und der sagt nicht aus, Leute aller Art teilweise völlig unkontrolliert und in Massen reinzulassen!

Im Eid geht es um Gerechtigkeit gegenüber jedermann. Da kann die Bundeskanzlerin die Flüchtlingsproblematik nicht einfach ausblenden. Selbst der USA-Einwanderungsbann von Trump muss Verwandtschaftsbeziehungen berücksichtigen.
https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_56.html
Du machst es Dir ganz schön einfach.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Charles » Sa 16. Dez 2017, 17:22

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Dec 2017, 04:47)
Eine Debatte über die Schnittchen-Affäre der AfD-Fraktion - zigtausende Euro für Brötchen und Kuchen - gibt es leider auch nicht.


Der AfD-Abgeordnete, der das Catering bestellt hat, war 30 Jahre in der CDU und rechtsfertige seine Bestellung damit, dass er das von der CDU noch so kennt. Inzwischen hat die AfD-Fraktion für sich jede Form von Verpflegung auf Kosten der Steuerzahler abgeschafft.

Das erschreckende ist ja, dass sowas überhaupt möglich ist. Genauso wie bei der "MontBlanc"-Affäre, wo Abgeordnete der etablierten Parteien auf Kosten der Steuerzahler teure Luxusfüller für zehntausende Euro bestellt hatten und Herr Lammert auch noch die Veröffentlichung der Namen ablehnte, damit die Öffentlichkeit nichts davon erfährt.

Aber zurück zum Thema "Diäten". Die Fraktionen von CDU, CSU, SPD, FDP und Grünen haben sich da mal wieder ihre Taschen auf Steuerzahlerkosten gefüllt. Sie sind zwar unfähig eine Regierung zu bilden und auch sonst bekommen sie nichts auf die Kette, aber als erstes wird mal schnell die Diätenerhöhung beschlossen. Und damit der Bürger davon auch möglich wenig mitbekommt, hat man gleich einen Automatismus für jährlichen Diätenerhöhung ohne öffentliche Debatte im Bundestag eingeführt.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 16. Dez 2017, 17:45

Charles hat geschrieben:(16 Dec 2017, 17:22)

Der AfD-Abgeordnete, der das Catering bestellt hat, war 30 Jahre in der CDU und rechtsfertige seine Bestellung damit, dass er das von der CDU noch so kennt. Inzwischen hat die AfD-Fraktion für sich jede Form von Verpflegung auf Kosten der Steuerzahler abgeschafft.
Das erschreckende ist ja, dass sowas überhaupt möglich ist. Genauso wie bei der "MontBlanc"-Affäre, wo Abgeordnete der etablierten Parteien auf Kosten der Steuerzahler teure Luxusfüller für zehntausende Euro bestellt hatten und Herr Lammert auch noch die Veröffentlichung der Namen ablehnte, damit die Öffentlichkeit nichts davon erfährt.
Schuld sind also andere, hätte man sich ja denken können. Die anderen sind also Raffkes und wenn man es selbst so macht, dann aus Gewohnheit, weil man ja mal ein anderer war. Wobei das mit den Schnittchen die anderen doch gar nicht so machen. Halte das für eine Schutzbehauptung.

Aber zurück zum Thema "Diäten". Die Fraktionen von CDU, CSU, SPD, FDP und Grünen haben sich da mal wieder ihre Taschen auf Steuerzahlerkosten gefüllt. Sie sind zwar unfähig eine Regierung zu bilden und auch sonst bekommen sie nichts auf die Kette, aber als erstes wird mal schnell die Diätenerhöhung beschlossen. Und damit der Bürger davon auch möglich wenig mitbekommt, hat man gleich einen Automatismus für jährlichen Diätenerhöhung ohne öffentliche Debatte im Bundestag eingeführt.
Das ist ein Märchen, auf das Linke, AfD und "Bild"-Zeitung abfuhren.
Wie gesagt: Kritik an den Diäten gibt es seit jeher. Aber unter anderem genau wegen des ewigen Raffke-Vorwurfs wurde der Automatismus mit der Kopplung an die Lohnentwicklung eingeführt. Und Teil der geltenden Regelung ist eben auch, dass sie binnen drei Monaten nach der Konstituierung des Bundestages erneuert werden muss - ganz gleich, ob das Land schon eine Regierung hat oder nicht.
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 83357.html
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Charles » Sa 16. Dez 2017, 17:54

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Dec 2017, 17:45)
Schuld sind also andere, hätte man sich ja denken können.


Nein, wenn dieser AfD-Abgeordnete ein teures Catering auf Steuerzahlerkosten für seine Fraktion bestellt hat, ist das natürlich genauso zu kritisieren, wie die vielen anderen Verschwendungen von Steuergeldern für Luxus von Abgeordneten, die in den letzten Jahren so gelaufen sind.

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Dec 2017, 17:45)
Das ist ein Märchen, auf das Linke, AfD und "Bild"-Zeitung abfuhren.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 83357.html


Da steht doch genau das, was ich geschrieben habe. Die etablierten Parteien haben einen Automatismus eingeführt, mit dem sie sich selbst jährlich ihre Diäten erhöhen und im Bundestag nicht mehr öffentlich darüber debattiert wird, damit der Bürger davon nichts mitbekommen und nicht mehr der Eindruck erweckt wird, dass die Abgeordneten sich auf Steuerzahlerkosten ungerechtfertigt bereichern.

Mal ganz nebenbei hat der Bundestag nun auch nach China das grösste nationale Parlament der Welt, weil Union und SPD eine Wahlrechtsreform abgelehnten, was dem Steuerzahler weitere Millionen kostet.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 16. Dez 2017, 18:24

Charles hat geschrieben:(16 Dec 2017, 17:54)

Nein, wenn dieser AfD-Abgeordnete ein teures Catering auf Steuerzahlerkosten für seine Fraktion bestellt hat, ist das natürlich genauso zu kritisieren, wie die vielen anderen Verschwendungen von Steuergeldern für Luxus von Abgeordneten, die in den letzten Jahren so gelaufen sind.
Höcke hatte ja davor gewarnt, man solle dem Glamour Berlins nicht erliegen und in kostenlose Sauf- und Fressorgien verfallen. So ähnlich hat er es ja gesagt. Aber gut, seit dem Bekanntwerden der Schnittchen-Affäre holen sie sich ihren Proviant aus der Kantine.

Da steht doch genau das, was ich geschrieben habe. Die etablierten Parteien haben einen Automatismus eingeführt, mit dem sie sich selbst jährlich ihre Diäten erhöhen und im Bundestag nicht mehr öffentlich darüber debattiert wird, damit der Bürger davon nichts mitbekommen und nicht mehr der Eindruck erweckt wird, dass die Abgeordneten sich auf Steuerzahlerkosten ungerechtfertigt bereichern.
Mal ganz nebenbei hat der Bundestag nun auch nach China das grösste nationale Parlament der Welt, weil Union und SPD eine Wahlrechtsreform abgelehnten, was dem Steuerzahler weitere Millionen kostet.
Das ist an einen Automatismus gekoppelt worden, um die Höhe nicht in der Beratung jeweils selbst festlegen zu müssen. Die Abgeordnetenentschädigung beträgt derzeit 9541,74 Euro, ist aber einkommenssteuerpflichtig. Die AfD-Abgeordneten bekommen das auch und hatten im Vor-Ältestenrat oder in der Runde der parlamentarischen Geschäftsführer weder Bedenken noch den Wunsch nach einer Debatte geäußert.

Natürlich ist nicht alles umsonst zu haben und 7 Parteien sind mehr als 2 oder 3. Christian Lindner witzelte mal im Landtag, die AfD sei die teuerste Weiterbildungsmaßnahme überhaupt.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Charles » Sa 16. Dez 2017, 19:47

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Dec 2017, 18:24)
Höcke hatte ja davor gewarnt, man solle dem Glamour Berlins nicht erliegen und in kostenlose Sauf- und Fressorgien verfallen.


Was ja auch richtig ist. Man ist schliesslich angetreten dem abgehobenen Establishment auf die Finger zu klopfen und nicht um selbst Teil des Establishments zu werden.

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Dec 2017, 18:24)
Das ist an einen Automatismus gekoppelt worden, um die Höhe nicht in der Beratung jeweils selbst festlegen zu müssen.


Ja, weil das dann öffentlich im Bundestag debattiert werden würde und der Bürger dann in der Zeitung liest, dass die Raffkes sich mal wieder die Diäten erhöht haben. Durch den Automatismus erhöht man sich jetzt jährlich die Diäten, ohne dass die Bürger davon etwas mitbekommen. Sehr komfortabel.

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Dec 2017, 18:24)
Christian Lindner witzelte mal im Landtag, die AfD sei die teuerste Weiterbildungsmaßnahme überhaupt.


Lindner habe ich seit seiner panischen Flucht aus Jamaika kaum noch gesehen. Arbeitet der nun hauptberuflich als Fotomodel? :D
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 16. Dez 2017, 22:45

Charles hat geschrieben:(16 Dec 2017, 19:47)

Was ja auch richtig ist. Man ist schliesslich angetreten dem abgehobenen Establishment auf die Finger zu klopfen und nicht um selbst Teil des Establishments zu werden.
So geht der "Spin", der Werbedreh, wie im Stile von "Persil wäscht einfach weißer". Für den überzeugten Konsumenten ist das toll, für die Mehrheit ist das Trash.

Ja, weil das dann öffentlich im Bundestag debattiert werden würde und der Bürger dann in der Zeitung liest, dass die Raffkes sich mal wieder die Diäten erhöht haben. Durch den Automatismus erhöht man sich jetzt jährlich die Diäten, ohne dass die Bürger davon etwas mitbekommen. Sehr komfortabel.
Auch das ist ein "Spin", der sich für die antiparlamentarische Propaganda eignet und deshalb regelmässig wiederkehren wird.

Lindner habe ich seit seiner panischen Flucht aus Jamaika kaum noch gesehen. Arbeitet der nun hauptberuflich als Fotomodel? :D
Lindner sind die Reden bislang zu langweilig, er wartet auf einen Gegner.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Wähler » So 17. Dez 2017, 13:17

Interessanter Presseclub (+ Nachgefragt als Podcast) zum Thema: Wie Deutschland um eine Regierung ringt
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendunge ... g-100.html
Fazit:
Die Große Koalition als Zweier-Koalition ist ein Auslaufmodell.
Die SPD ist nach wie vor in keiner guten Verfassung mit einem schwachen Parteivorsitzenden.
Die Bundestagsfraktionen sollten die Sondierung und die Koalitionsverhandlung zu 50 Prozent mitbestimmen, da fast die Hälfte der Abgeordneten direkt gewählt worden ist.
Zwei Journalisten waren für den Versuch einer Minderheitsregierung.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon firlefanz11 » Mo 18. Dez 2017, 10:53

Dieser Satz bzw. die Einstellung mancher Wähler ist doch wohl an Dummheit nicht zu überbieten...!
Viele finden, Parteien sollten sich bei der Regierungsbildung nicht an ihre Wahlprogramme klammern.

https://www.n-tv.de/politik/Jeder-dritt ... 89902.html

Und das meine ich nicht weil es in diesem Fall in erster Linie gg Lindner geht sondern ganz allgemein.
Klar! Scheiss doch auf Parteiprogramme - Hauptsache die Lieblingspartei regiert! :rolleyes:
Da brauchts doch eigtl. gar keine Parteiprogramme u. Wahlversprechen mehr, oder?
Dann kann sich die SPD ja jetzt auch eigentlich von Ihren Forderungen nach Bürgerversicherung etc. verabschieden, nur um der Republik endliche eine Regierung zu bescheren, oder...? :D

Wahlprogramme u. parteiliche Grundsätze sind doch das worüber sich eine Partei definiert...! Aber genau so eine Einstellung ist der Grund aus dem wir politischen Stillstand und diese Konsens Sauce haben, von denen alle behaupten, dass sie sie nicht mehr wollen. Scheint aber wohl doch so... :rolleyes:
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon pikant » Mo 18. Dez 2017, 12:12



fuer mich ist das Absacken der FDP auf nun 8% nicht ueberraschend zu nennen, da in meinem Bekanntenkreis die Enttaueschung ueber die Partei recht gross ist und wenn man 1/3 der Waehler nach einer Wahl verliert, weil man nicht regieren will, ist das ein starkes Alarmzeichen fuer die Partei.
ob die FDP diesen Schwund auf der rechten Seite kompensieren kann, bleibt abzuwerten

der Waehler will Pragmantismus und kein Festklammern am Parteiprogramm - Flexibilitaet ist gefragt und kein Dogmatismus :)
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon JJazzGold » Mo 18. Dez 2017, 12:38

pikant hat geschrieben:(18 Dec 2017, 12:12)

fuer mich ist das Absacken der FDP auf nun 8% nicht ueberraschend zu nennen, da in meinem Bekanntenkreis die Enttaueschung ueber die Partei recht gross ist und wenn man 1/3 der Waehler nach einer Wahl verliert, weil man nicht regieren will, ist das ein starkes Alarmzeichen fuer die Partei.
ob die FDP diesen Schwund auf der rechten Seite kompensieren kann, bleibt abzuwerten

der Waehler will Pragmantismus und kein Festklammern am Parteiprogramm - Flexibilitaet ist gefragt und kein Dogmatismus :)


Ich bin auch Wähler und mir sind Parteien, die das, für was ich sie gewählt habe bedenkenlos über Bord werfen, sobald die Möhre des eventuellen Mitregierens vor dem Maul hängt, suspekt. Weil das ein Indiz dafür ist, dass das Wahlprogramm die Worte nicht wert ist, die es enthält. Insofern zolle ich sowohl der FDP Respekt, als auch der SPD Respekt, die es sich zurzeit wahrlich nicht leicht macht.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon pikant » Mo 18. Dez 2017, 12:44

JJazzGold hat geschrieben:(18 Dec 2017, 12:38)

Ich bin auch Wähler und mir sind Parteien, die das, für was ich sie gewählt habe bedenkenlos über Bord werfen, sobald die Möhre des eventuellen Mitregierens vor dem Maul hängt, suspekt. Weil das ein Indiz dafür ist, dass das Wahlprogramm die Worte nicht wert ist, die es enthält. Insofern zolle ich sowohl der FDP Respekt, als auch der SPD Respekt, die es sich zurzeit wahrlich nicht leicht macht.


ja so denkt laut repraesentative Umfrage eine Minderheit der FDP-Waehler - 44% der FDP-Waehler fuehlen sich nur von der FDP ernstgenommen - 65% der FDP-Waehler wollen pragmatische Loesungen.
die FDP hat innerhalb von 2 Moanten viel an Image und Vertrauen verloren - das ist Fakt
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon JJazzGold » Mo 18. Dez 2017, 13:22

pikant hat geschrieben:(18 Dec 2017, 12:44)

ja so denkt laut repraesentative Umfrage eine Minderheit der FDP-Waehler - 44% der FDP-Waehler fuehlen sich nur von der FDP ernstgenommen - 65% der FDP-Waehler wollen pragmatische Loesungen.
die FDP hat innerhalb von 2 Moanten viel an Image und Vertrauen verloren - das ist Fakt


44% betrachte ich nicht als Minderheit.
Verloren hat die FDP momentan ggfls. Diejenigen, die glaubten man müsse für alles offen sein. Wenn das gerade mal 2% sind, dann halte ich das für nicht bedenklich. Das weitaus weniger, als die FDP anlässlich der BTW verloren hat. Ich wage zu behaupten,
dass die 8% für den Phoenix aus der Asche der Nachweis sind, dass sie es richtig gemacht hat. Wäre die FDP wieder in den Ruch der Beliebigkeit geraten, wäre sie innerhalb der kommenden Legislaturperiode wieder auf einem Relegationsplatz gelandet.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon pikant » Mo 18. Dez 2017, 13:27

JJazzGold hat geschrieben:(18 Dec 2017, 13:22)

44% betrachte ich nicht als Minderheit.
Verloren hat die FDP momentan ggfls. Diejenigen, die glaubten man müsse für alles offen sein. Wenn das gerade mal 2% sind, dann halte ich das für nicht bedenklich. Das weitaus weniger, als die FDP anlässlich der BTW verloren hat. Ich wage zu behaupten,
dass die 8% für den Phoenix aus der Asche der Nachweis sind, dass sie es richtig gemacht hat. Wäre die FDP wieder in den Ruch der Beliebigkeit geraten, wäre sie innerhalb der kommenden Legislaturperiode wieder auf einem Relegationsplatz gelandet.


auch die Wirtschaft ist von der FDP enttauescht und auf ihrem Arbeitgebertag vor kurzem bekam eine stellv. Fraktionsvorsitzende Kirstin Andreaa von den Gruenen weit mehr Applaus als Lindner.
haette das nicht gedacht, dass AG jetzt so greunenfreundlich sind und sehr reserviert auf die FDP reagieren, da diese nicht auf den Jamaikadampfer wollten, die die Arbeitgeber mehrheitlich einer grossen Koalition vorgezogen haetten.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 18. Dez 2017, 13:30

Die FDP macht sich gut im Bundestag und stärkt die demokratische Mitte.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon JJazzGold » Mo 18. Dez 2017, 13:49

pikant hat geschrieben:(18 Dec 2017, 13:27)

auch die Wirtschaft ist von der FDP enttauescht und auf ihrem Arbeitgebertag vor kurzem bekam eine stellv. Fraktionsvorsitzende Kirstin Andreaa von den Gruenen weit mehr Applaus als Lindner.
haette das nicht gedacht, dass AG jetzt so greunenfreundlich sind und sehr reserviert auf die FDP reagieren, da diese nicht auf den Jamaikadampfer wollten, die die Arbeitgeber mehrheitlich einer grossen Koalition vorgezogen haetten.


Sehen Sie, das ist der Unterschied, der sich in Form der Jamaika Sondierungsgesräche herauskristallisiert hat. Die FDP ist keine Partei, die auf kurzfristigen Applaus setzt, sondern auf nachhaltiges Umsetzen ihrer Inhalte. Die Wirtschaft hätte sich ebenso beschwert, hätte sie realisieren müssen, dass einer schwarz-grün flügelgestutzten FDP keine Vertretung ihrer Interessen realisiert worden wäre.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon yogi61 » Mo 18. Dez 2017, 14:38

pikant hat geschrieben:(18 Dec 2017, 13:27)

auch die Wirtschaft ist von der FDP enttauescht und auf ihrem Arbeitgebertag vor kurzem bekam eine stellv. Fraktionsvorsitzende Kirstin Andreaa von den Gruenen weit mehr Applaus als Lindner.
haette das nicht gedacht, dass AG jetzt so greunenfreundlich sind und sehr reserviert auf die FDP reagieren, da diese nicht auf den Jamaikadampfer wollten, die die Arbeitgeber mehrheitlich einer grossen Koalition vorgezogen haetten.


Jetzt muss ich ausnahmsweise mal eine Lanze für die FDP brechen. Lindner hat gestern im Bericht aus Berlin klar gesagt, dass viele FDP Positionen vor allen Dingen mit der Union nicht umsetzbar gewesen wären. Stichwort Steuerpolitik. Wenn er sagt, dass man nicht gleichzeitig in eine Regierung eintreten und gegen gewisse Themen Opposition machen kann, dann stimmt das auch so. Die SPD hat sich mit so einer Taktik ja nach jede Grossen Koaliton pünktlich zur Wahl ins Knie geschossen. Das Geplapper der Wirtschaft sollte man da auch nicht so eng sehen, die vertreten grosse Teile des Volkes überhaupt nicht, sondern möchten sich lieber über Gewinnmaximierungen die Taschen füllen, die sollten mal lieber wieder bei den Beiträgen zur Krankenversicherung paritätisch denken. Das da jetzt wieder die SPD mit bestimmten Forderungen am Tisch sitzt, gefällt denen natürlich nicht.

Mehr Sorgen sollte man sich lieber wieder um den geneigten Wähler machen. Vor der Wahl wollten sie keine Grosse Koalition, (was ja auch aus demokratischer Sicht völlig in Ordnung war). Wer jetzt gedacht hat, in diesem Land würde wieder so etwas wie ein politischer Denkprozess einsetzen, der darf sich gerne mal die Umfragen ansehen. Nach der Wahl, war ein grosser Teil des Stimmviehs plötzlich Jamaika Experte und fand das unglaublich toll. Nach den Desaster-Verhandlungen ist die Mehrzahl jetzt wieder für eine grosse Koalition, also völlig konträr zur Meinung vor der Wahl. Als Politiker würde ich die Wähler jetzt auch nicht allzu ernst nehmen, darf man natürlich nicht sagen, aber denken darf man schon, dass grossen Teilen der Bevölkerung dieses Land ziemlich egal ist, Hauptsache man kann privat so "weitermuddeln" und wird nicht mit Reformen belästigt, da lässt man lieber Kinder und Enkel die Suppe auslöffeln
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