Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

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KarlRanseier
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Durchbruch bei Sondierungen

Beitragvon KarlRanseier » Fr 12. Jan 2018, 09:22

HAHAHAHAHAAAA. Ich wette, dass nicht nur ich, sondern fast alle Menschen in diesem Lande nun sehr gespannt sind, wie der Mittelstand entlastet und der Spitzensteuersatz gesenkt werden soll. "Bürgerversicherung" wird es hingegen nicht geben, die hat die SPD, wie ich sie einschätze, "geopfert".

Schauen wir mal, wie meine Fähigkeiten im Bereich der Wahrsagerei sind. Ich lasse mich an meinen Aussagen messen!
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon pikant » Fr 12. Jan 2018, 09:36

es geht weiter mit einer grossen Koalition :)
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 12. Jan 2018, 09:40

pikant hat geschrieben:(12 Jan 2018, 09:36)

es geht weiter mit einer grossen Koalition :)

Ach ja? Parteitag der SPD schon vorbei? Abstimmung der Basis schon gelaufen? Habe ich was verpaßt? :?:
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon pikant » Fr 12. Jan 2018, 09:45

Dampflok94 hat geschrieben:(12 Jan 2018, 09:40)

Ach ja? Parteitag der SPD schon vorbei? Abstimmung der Basis schon gelaufen? Habe ich was verpaßt? :?:


das ist meine Meinung und ich bin mir zielmlich sicher, dass Pikant Recht bekammt.
Wenn alles gelaufen und in trockenen Tuiechern ist, ist die Vorhersage einer grossen Koalition ja keine Kust mehr :D

seit heute bin ich mir sicher, dass wir eine erneute grosse Koalition bekommen werden :thumbup:
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 12. Jan 2018, 10:05

pikant hat geschrieben:(12 Jan 2018, 09:45)

das ist meine Meinung und ich bin mir zielmlich sicher, dass Pikant Recht bekammt.
Wenn alles gelaufen und in trockenen Tuiechern ist, ist die Vorhersage einer grossen Koalition ja keine Kust mehr :D

seit heute bin ich mir sicher, dass wir eine erneute grosse Koalition bekommen werden :thumbup:

Ach Du hast nur vergessen mitzuteilen, daß es sich nicht um eine Nachricht sondern ein Einschätzung deinerseits handelt. Dann ist ja gut. Ich dachte schon, ich sei ein paar Wochen im Koma gelegen. :D
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon KarlRanseier » Fr 12. Jan 2018, 10:10

pikant hat geschrieben:(12 Jan 2018, 09:45)

das ist meine Meinung und ich bin mir zielmlich sicher, dass Pikant Recht bekammt.
Wenn alles gelaufen und in trockenen Tuiechern ist, ist die Vorhersage einer grossen Koalition ja keine Kust mehr :D

seit heute bin ich mir sicher, dass wir eine erneute grosse Koalition bekommen werden :thumbup:



Als Hellseher kann ich bereits erkennen, dass bei der nächsten BTW die SPD endlich auf das Niveau der Grünen und Dekadenten sinken wird. Dann ist die CDU gezwungen, mindestens eine Dreierkoalition anzuführen. Grüne und FDP werden erstarken, da sie nun in der Opposition sitzen.

Das Ergebnis der AfD bei der nächsten Wahl erkenne ich noch nicht. Zwar ist die Flüchtlingskrise kein Thema mehr. Aber die Kluft zwischen Arm und Reich wird sich unter Schwarz/Rot weiter deutlich vergrößern, und viele Deutsche brauchen da einfach ein Feindbild. Und wer kann schon ausschließen, dass GerHartz, Maschmeyer, Biedenkopf, Hartz, Rürup und ähnliche Gestalten heimlich Muslime sind oder zumindest Muslime kennen? :?:
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon pikant » Fr 12. Jan 2018, 10:11

Dampflok94 hat geschrieben:(12 Jan 2018, 10:05)

Ach Du hast nur vergessen mitzuteilen, daß es sich nicht um eine Nachricht sondern ein Einschätzung deinerseits handelt. Dann ist ja gut. Ich dachte schon, ich sei ein paar Wochen im Koma gelegen. :D


kann doch nur meine Einschaetung sein, denn bis heute fanden noch nicht mal Koaliitonsgespraeche statt.
mein Gefuehl sagt mir aber seit heute morgen, dass wir eine erneute grosse Koalition bekommen werden - ich sehe diese ergebnissoffnen Gespraeche jetzt bei der SPD nicht mehr.
Der Zug faehrt Richtung Koalition ab und gleich noch eine Einschaetzung hinterher - die Basis wird es absegnen.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon KarlRanseier » Fr 12. Jan 2018, 10:12

Dampflok94 hat geschrieben:(12 Jan 2018, 09:40)

Ach ja? Parteitag der SPD schon vorbei? Abstimmung der Basis schon gelaufen? Habe ich was verpaßt? :?:



Daran wird's nicht scheitern. Noch nie hat sich ein Soze vom Pöbel in die Suppe spucken lassen. :D
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 12. Jan 2018, 10:15

KarlRanseier hat geschrieben:(12 Jan 2018, 10:12)

Daran wird's nicht scheitern.

Sagen wir mal so. Ich schätze auch, daß es wieder zur GroKo kommen wird. Namhafte Summen würde ich aber darauf nicht setzen.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Frank_Stein » Sa 13. Jan 2018, 11:29

http://www.der-postillon.com/2018/01/fd ... ungen.html

Lindner hat gewonnen, könnte man sagen, denn (auch wenn ich hier den Postillon verlinke)
anders als das, was bei Jamaika an Licht der Öffentlichkeit gekommen ist, dürfte es sie bei
dem aktuellen Ergebnis nicht um die Umsetzung des Morgenthau-Planes handeln.

Die FDP ist nun tatsächlich näher an ihren Kernthemen dran, als sie es gewesen wäre,
wenn sie in einer Jamaika-Koalition für dem Mist mit verantwortlich gemacht worden wäre.

In diesem Sinne: Glückwunsch Christian L., alles richtig gemacht! :thumbup:
Demokratie ist zu wichtig, um sie dem Volk zu überlassen.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon yogi61 » Sa 13. Jan 2018, 11:57

Frank_Stein hat geschrieben:(13 Jan 2018, 11:29)

http://www.der-postillon.com/2018/01/fd ... ungen.html

Lindner hat gewonnen, könnte man sagen, denn (auch wenn ich hier den Postillon verlinke)
anders als das, was bei Jamaika an Licht der Öffentlichkeit gekommen ist, dürfte es sie bei
dem aktuellen Ergebnis nicht um die Umsetzung des Morgenthau-Planes handeln.

Die FDP ist nun tatsächlich näher an ihren Kernthemen dran, als sie es gewesen wäre,
wenn sie in einer Jamaika-Koalition für dem Mist mit verantwortlich gemacht worden wäre.

In diesem Sinne: Glückwunsch Christian L., alles richtig gemacht! :thumbup:
Naja, ganz so einfach kann man das nicht sehen. Wie sich ja sptäter herausstellte wollte Herr Lindner eigentlich Frau Merkel nicht mehr als Bundeskanzlerin sehen. Die schrittweise Senkung des Solidaritätszuschlags um 10 Milliarden Euro bis zum Jahr 2021 ist für die FDP Klientel jetzt auch nicht der Burner.

Habe gestern ein Interview mit Hauke Hilz, FDP-Landesvorsitzender in Bremen gehört: So wie sie bisher regiert haben soll es jetzt weitergehen. Es ist kein Wille zu einer modernen Politik erkennbar, das gilt besonders für die Union.
Und dann der Hammer, die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Wirtschaft ist sauer und BDA-Präsident Ingo Kramer jault jetzt schon herum, als gäbe es keinen Morgen mehr. Da ist die FDP und die Union so schön mit Wahlspenden durch die Wirtschaft überschüttet worden und dann so etwas. :p
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Frank_Stein » Sa 13. Jan 2018, 13:07

yogi61 hat geschrieben:(13 Jan 2018, 11:57)

Und dann der Hammer, die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Wirtschaft ist sauer und BDA-Präsident Ingo Kramer jault jetzt schon herum, als gäbe es keinen Morgen mehr. Da ist die FDP und die Union so schön mit Wahlspenden durch die Wirtschaft überschüttet worden und dann so etwas. :p


das mit der paritätischen Finanzierung ist egal

entscheidend ist am Ende, was der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer zu löhnen hat und was der Arbeitnehmer am Ende netto zur Verfügung hat.
Dieses Verhältnis ist wichtig und je höher der Anteil, der beim Arbeitnehmer am Ende ankommt, desto besser.
So lange die Kassenbeiträge nicht insgesamt steigen, macht es also keinen Unterschied. Blöd wäre es nur, wenn der Anteil, den die
Krankenkassen bekommen insgesamt steigt und Ärzte, Krankenschwestern, Versicherer sich von den Mehreinnahmen erst mal eine
kräftige Gehaltserhöhung gönnen.

Probleme sehr ich auf in der Rente. Es ist dringend notwendig, die Lebensarbeitszeit deutlich ansteigen zu lassen, noch bevor sich
die Babyboomer in die Rente verabschieden. Das gilt es nämlich so lange wie möglich hinauszuschieben.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon yogi61 » Sa 13. Jan 2018, 14:04

Frank_Stein hat geschrieben:(13 Jan 2018, 13:07)

das mit der paritätischen Finanzierung ist egal

entscheidend ist am Ende, was der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer zu löhnen hat und was der Arbeitnehmer am Ende netto zur Verfügung hat.
Dieses Verhältnis ist wichtig und je höher der Anteil, der beim Arbeitnehmer am Ende ankommt, desto besser.
So lange die Kassenbeiträge nicht insgesamt steigen, macht es also keinen Unterschied. Blöd wäre es nur, wenn der Anteil, den die
Krankenkassen bekommen insgesamt steigt und Ärzte, Krankenschwestern, Versicherer sich von den Mehreinnahmen erst mal eine
kräftige Gehaltserhöhung gönnen.

Probleme sehr ich auf in der Rente. Es ist dringend notwendig, die Lebensarbeitszeit deutlich ansteigen zu lassen, noch bevor sich
die Babyboomer in die Rente verabschieden. Das gilt es nämlich so lange wie möglich hinauszuschieben.


Bei der Rente wird man kaum etwas machen. Man ist auf das Heer der zukünftigen Rentner angewiesen, das ist bald die Mehrzahl der Wähler. Was die Gesundheitspolitik angeht, wird man auf steigende Beiträge auch in der Pflege nicht verzichten können.
Es ist ja bezeichnend, dass die letzte, als wirklich solche zu bezeichnende Gesundheitsreform von Ulla Schmidt aus dem Jahr 2007 stammt. 10 Jahre Stillstand, um keine Unruhe aufkommen zu lassen und das Desaster auf die nächsten Generationen zu verlagern.
Die nächsten Generationen werden also nicht nur das Heer der Rentner bezahlen müssen, sie werden auch mit steigenden Beiträgen die medizinische Versorgung stemmen dürfen.
Nun, der politisch interessierte Mensch hat das natürlich gewusst und trotzdem nichts eingefordert. Wer keine Kinder und Kindeskinder hat, dem dürfte das einigermassen am Allerwertesten vorbeigehen, wer aber etwas von Gerechtigkeit der Generationen hält, der wird sich spätestens in 15 Jahren zu Recht ein paar Fragen stellen lassen müssen.
Ich habe aber aus den politischen Statements für mich gelernt, dass man auch bei den jetzigen Sondierungen so einen Zeitrahmen ausblendet und die Zukunft höchstens für vier oder bei allen Schmerzen für acht Jahre im Blick hat und um auf das Thema zu kommen, vielleicht wäre Jamaika eine Chance zur Veränderung gewesen, niemand weiss das genau. Man darf sich aber einigermassen gewiss sein, dass eine erneute "Grosse Koalition" weiterhin ohne wirklich Visonen für die Zukunft agieren wird, ausgehandelt von extrem schwachem Führungspersonal bei CDU/CSU und SPD.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Positiv Denkender » Sa 13. Jan 2018, 14:24

yogi61 hat geschrieben:(13 Jan 2018, 14:04)

Bei der Rente wird man kaum etwas machen. Man ist auf das Heer der zukünftigen Rentner angewiesen, das ist bald die Mehrzahl der Wähler. Was die Gesundheitspolitik angeht, wird man auf steigende Beiträge auch in der Pflege nicht verzichten können.
Es ist ja bezeichnend, dass die letzte, als wirklich solche zu bezeichnende Gesundheitsreform von Ulla Schmidt aus dem Jahr 2007 stammt. 10 Jahre Stillstand, um keine Unruhe aufkommen zu lassen und das Desaster auf die nächsten Generationen zu verlagern.
Die nächsten Generationen werden also nicht nur das Heer der Rentner bezahlen müssen, sie werden auch mit steigenden Beiträgen die medizinische Versorgung stemmen dürfen.
Nun, der politisch interessierte Mensch hat das natürlich gewusst und trotzdem nichts eingefordert. Wer keine Kinder und Kindeskinder hat, dem dürfte das einigermassen am Allerwertesten vorbeigehen, wer aber etwas von Gerechtigkeit der Generationen hält, der wird sich spätestens in 15 Jahren zu Recht ein paar Fragen stellen lassen müssen.
Ich habe aber aus den politischen Statements für mich gelernt, dass man auch bei den jetzigen Sondierungen so einen Zeitrahmen ausblendet und die Zukunft höchstens für vier oder bei allen Schmerzen für acht Jahre im Blick hat und um auf das Thema zu kommen, vielleicht wäre Jamaika eine Chance zur Veränderung gewesen, niemand weiss das genau. Man darf sich aber einigermassen gewiss sein, dass eine erneute "Grosse Koalition" weiterhin ohne wirklich Visonen für die Zukunft agieren wird, ausgehandelt von extrem schwachem Führungspersonal bei CDU/CSU und SPD.


Es lässt einem schmunzeln wenn Leute mit deiner sozialistischen Einstellung ( die dir niemand nimmt ) ständig suggerieren wollen
Menschen die deine Meinung nicht teilen wären politisch uninteressiert. Generationen Gerechtigkeit bedeutet sicher nicht den
zukünftigen AN noch höhere Sozialbeiträge aufzubürden um den heutigen bestens versorgtesten Rentnern der Nachkriegszeit noch mehr
Kreuzfahrten zu ermöglichen . Weil eben das Verhältnis Rentner Beschäftigte auf 1 : 2 hinsteuert ist es erforderlich
privat vorzusorgen um die gesetzlichen Beiträge nicht in astronomischen Höhen zu treiben . Davon betroffen wären ohnehin vor allem die Besserverdienenden . Bemessungsgrenzen runter
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Frank_Stein » Sa 13. Jan 2018, 14:33

yogi61 hat geschrieben:(13 Jan 2018, 14:04)

Nun, der politisch interessierte Mensch hat das natürlich gewusst und trotzdem nichts eingefordert. Wer keine Kinder und Kindeskinder hat, dem dürfte das einigermassen am Allerwertesten vorbeigehen, wer aber etwas von Gerechtigkeit der Generationen hält, der wird sich spätestens in 15 Jahren zu Recht ein paar Fragen stellen lassen müssen.


Das ist ein Thema, wo sich beinahe alle wegducken und fröhlich weiter den Lok mit Kohle befeuern, während man auf die Schlucht zufährt, bei der die Schienen aufhören, weil die Brücke noch nicht gebaut worden ist.

Es wäre höchste Zeit, hier das Tempo deutlich zu drosseln, denn sonst stimmt die junge Generation einst mit den Füßen ab und verlässt unser Land.
Das dürfte dann auch denen nicht am Arsch vorbei gehen, die keine Kinder haben.

Aber es ist schön von Dir zu hören, dass auch Dich dieses Thema beschäftigt. So hatte ich Dich gar nicht eingeschätzt, so kann man sich irren, wieder etwas gelernt. :)
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Wähler » Sa 13. Jan 2018, 18:00

yogi61 hat geschrieben:(13 Jan 2018, 14:04)
Ich habe aber aus den politischen Statements für mich gelernt, dass man auch bei den jetzigen Sondierungen so einen Zeitrahmen ausblendet und die Zukunft höchstens für vier oder bei allen Schmerzen für acht Jahre im Blick hat und um auf das Thema zu kommen, vielleicht wäre Jamaika eine Chance zur Veränderung gewesen, niemand weiss das genau. Man darf sich aber einigermassen gewiss sein, dass eine erneute "Grosse Koalition" weiterhin ohne wirklich Visonen für die Zukunft agieren wird, ausgehandelt von extrem schwachem Führungspersonal bei CDU/CSU und SPD.

Das Führungspersonal einer weiteren Großen Koalition ist im Herbst oder Winter ihrer Karriere angekommen. ;) Die Große Koalition wird zum Auslaufmodell, bis ein Herr Lindner und seine Generation bereit sind, Verantwortung unter widrigen Bedingungen zu übernehmen, wie es Monsieur Macron in Frankreich zumindestens versucht. Die Grünen haben sich allerdings bei den Jamaika-Verhandlungen auch schwer getan, politisch schwer durchsetzbare Zielvorgaben nach unten zu korrigieren. Ich bin schon zufriedener damit, dass die beiden Sondierungen auf Bundesebene inhaltlich wenigstens interessante neue Anhaltspunkte transparent gemacht haben.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon yogi61 » So 14. Jan 2018, 11:16

Positiv Denkender hat geschrieben:(13 Jan 2018, 14:24)

Es lässt einem schmunzeln wenn Leute mit deiner sozialistischen Einstellung ( die dir niemand nimmt ) ständig suggerieren wollen
Menschen die deine Meinung nicht teilen wären politisch uninteressiert. Generationen Gerechtigkeit bedeutet sicher nicht den
zukünftigen AN noch höhere Sozialbeiträge aufzubürden um den heutigen bestens versorgtesten Rentnern der Nachkriegszeit noch mehr
Kreuzfahrten zu ermöglichen . Weil eben das Verhältnis Rentner Beschäftigte auf 1 : 2 hinsteuert ist es erforderlich
privat vorzusorgen um die gesetzlichen Beiträge nicht in astronomischen Höhen zu treiben . Davon betroffen wären ohnehin vor allem die Besserverdienenden . Bemessungsgrenzen runter


Leider siehst Du die Realitäten nicht. Politiker werden auf Zeit gewählt und das Herr der Rentner ist dummerweise nach den Erhebungen der Wahlforscher auch noch die fleissigste Wählerklientel und die schauen sehr genau auf die Inhalte und wählen den, der ihre Interessen scheinbar am besten vertritt.
Nebenbei bemerkt gibt es in diesem Land nicht nur Kreuzfahrt-Rentner sondern eine hohe Zahl von armen Schweinen und es werden immer mehr. Vor allen Dingen Frauen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien werden auch schon bei den geburtenstarken Jahrgängen dabei sein.
Da muss dringend eine Lösung her und damit meine ich keine Pille-Palle Lösung von zehn Prozent über dem Grundsicherungsbedarf. Ich persönlich schäme mich, wenn ich sehe, dass Menschen in diesem Land bei den Tafeln anstehen und betteln.
Ich gebe Dir allerdings Recht, dass diese Veränderungen nicht nur über die Rentenversicherung finanziert werden kann. Es werden wesentlich höherer Steuerzuschüsse in die Rente fliessen müssen. Man konnte das durch eine höherer Erbschaftssteuer, einen höheren Spitzensteuersatz finanzieren. Man könnte locker auch mindestens 10 Milliarden Euro jährlich aus dem Kriegsetat ziehen. Dann wird eben nicht mehr soviel sinnlos in anderen Länder herumgeballert und die Bundeswehr könnte sich wieder auf ihren verfassungsgemässen Auftrag, nämlich die Verteidigung des Landes konzentrieren.
Klar ist doch auch, dass die private Vorsorge gescheitert ist. Viele Menschen können sich eben bei den Hungerlöhnen in diesem Land es sich nicht leisten, die Nieten-Manger und Vorstandsvorsitzenden der Finanzdienstleister und Versicherungskonzerne ihren horrenden Einkommen zu bezahlen und diesen Konzernen ihre Glaskästen in besten Stadtlage zu finanzieren.Die letzte Finanzkrise hat doch gezeigt, dass man diesen Geiern in keinem Fall vertrauen kann. Die schreien nur nach einem starken Staat, wenn sie das Geld mal wieder verzockt haben. Da muss eben auch dringend reguliert werden und die Lobbyisten die sich im Wirtschaftsministerium und vor allen Dingen im Kanzleramt die Klinke in die Hand geben, sollte man dahin schicken, wo der Pfeffer wächst.
Wer nicht so pervers ist und zuschauen möchte wie Arme in diesem Land immer ärmer werden, der muss so etwas auch von der Politik einfordern und nicht den Kopf in den Sand stecken. Wenn sich diese Erkenntnis durchsetzt, dann kann man durchaus die Vison haben in einem Staat zu leben, in dem es irgendwann einigermassen gerecht zugeht.
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Dampflok94 » So 14. Jan 2018, 13:10

Frank_Stein hat geschrieben:(13 Jan 2018, 13:07)
Probleme sehr ich auf in der Rente. Es ist dringend notwendig, die Lebensarbeitszeit deutlich ansteigen zu lassen, noch bevor sich
die Babyboomer in die Rente verabschieden. Das gilt es nämlich so lange wie möglich hinauszuschieben.

Bis zum Jahr 2031 ist das Thema geregelt. Und da wird sich auch keiner mehr ran machen. Wäre politischer Selbstmord. Schon die Rente mit 67 war kein "Kassenschlager". In dieser Legislaturperiode passiert da nix. In der nächsten wahrscheinlich auch nicht. Und wer sich nach 2025 darum kümmert, was ab 2032 so passiert, wird man sehen. :cool:
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Frank_Stein » So 14. Jan 2018, 13:29

Dampflok94 hat geschrieben:(14 Jan 2018, 13:10)

Bis zum Jahr 2031 ist das Thema geregelt. Und da wird sich auch keiner mehr ran machen. Wäre politischer Selbstmord. Schon die Rente mit 67 war kein "Kassenschlager". In dieser Legislaturperiode passiert da nix. In der nächsten wahrscheinlich auch nicht. Und wer sich nach 2025 darum kümmert, was ab 2032 so passiert, wird man sehen. :cool:


irgendwann werden die Rentner sehen, dass sie zwar in der Demokratie die Mehrheit bilden, aber wenn die Beitragszahler über Bord gehen, nützt
auch die populistischste Partei nicht, um das System zu erhalten

wer das Rentenproblem zu Lasten der jungen Generation zu lösen versucht, der schlachtet die Zukunft Deutschlands

man müsste eigentlich jetzt die nötigen Reserven aufbauen, mögliche Haushaltsüberschüsse nutzen, um Schulden abzubauen
und die Kriegskassen zu füllen. Stattdessen wird jeder Euro an Mehreinnahmen für den Koalitionsfrieden doppelt und dreifach
ausgegeben.
So macht man keine nachhaltige Politik, aber wer hat heute schon den Mut, so etwas zu tun?
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Re: Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

Beitragvon Dampflok94 » So 14. Jan 2018, 13:40

Frank_Stein hat geschrieben:(14 Jan 2018, 13:29)

irgendwann werden die Rentner sehen, dass sie zwar in der Demokratie die Mehrheit bilden, aber wenn die Beitragszahler über Bord gehen, nützt
auch die populistischste Partei nicht, um das System zu erhalten

wer das Rentenproblem zu Lasten der jungen Generation zu lösen versucht, der schlachtet die Zukunft Deutschlands

man müsste eigentlich jetzt die nötigen Reserven aufbauen, mögliche Haushaltsüberschüsse nutzen, um Schulden abzubauen
und die Kriegskassen zu füllen. Stattdessen wird jeder Euro an Mehreinnahmen für den Koalitionsfrieden doppelt und dreifach
ausgegeben.
So macht man keine nachhaltige Politik, aber wer hat heute schon den Mut, so etwas zu tun?

Dieses Krisengerede bei der Rente ist langweilig. Man hat jetzt mit der 67er Rente eine Entscheidung getroffen. Alle paar Jahre eine Jahrhundertreform zu machen bringt es nicht.

Und der Haushalt ist wieder ein anderes Thema. Ja, da gibt es Überschüsse. Aber leider fährt man in vielen für die Zukunft wichtigen Bereichen auf Verschleiß bzw. investiert zu wenig. Ich nenne da nur Bildung, Infrastruktur und Digitalisierung. Wenn man die Investitionen in die entscheidenden Dinge verpaßt, passiert das gleiche wie bei Unternehmen. Man verpaßt den Anschluß. Frage nach bei Nokia. ;)
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