Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon JJazzGold » So 31. Dez 2017, 16:28

CaptainJack hat geschrieben:(31 Dec 2017, 15:47)

Da braucht man nicht darüber reden. Ebenso nicht über eine Integration von Öl in Wasser oder eine Koalition von Feuer und Wasser. In 4 Jahren jedoch, wird jeder den Konservativblock Schwarz/Gelb/Blau begrüßen!


Nein. :)
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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon CaptainJack » So 31. Dez 2017, 16:39

JJazzGold hat geschrieben:(31 Dec 2017, 16:28)

Nein. :)
Richtig! "Alle" war übertrieben. "Die Mehrheit" muss es richtigerweise heißen. :)
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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon JJazzGold » So 31. Dez 2017, 17:24

CaptainJack hat geschrieben:(31 Dec 2017, 16:39)

Richtig! "Alle" war übertrieben. "Die Mehrheit" muss es richtigerweise heißen. :)


Jedem seine Träume. ;)
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon Skull » Mo 15. Okt 2018, 07:18

Maltrino hat geschrieben:(25 Sep 2017, 23:27)

dann haben die Leute eine Mitte-Links Mehrheit in den Bundestag gewählt. Soviel zum Thema Rechtsruck...

Nach dem gestrigen Wahlergebnis in Bayern kann man zumindest nicht mehr von
(noch so fiktiven) linken Mehrheit sprechen.

mfg
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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon yogi61 » Mo 15. Okt 2018, 07:23

Skull hat geschrieben:(15 Oct 2018, 08:18)

Nach dem gestrigen Wahlergebnis in Bayern kann man zumindest nicht mehr von
(noch so fiktiven) linken Mehrheit sprechen.

mfg


In Bayern ist so etwas auch nicht zu erwarten. Wer links wählt, wobei die SPD ja nicht mehr links ist, der wird exkommuniziert.
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https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon Skull » Mo 15. Okt 2018, 07:28

yogi61 hat geschrieben:(15 Oct 2018, 08:23)

In Bayern ist so etwas auch nicht zu erwarten.
Wer links wählt, wobei die SPD ja nicht mehr links ist,
der wird exkommuniziert.

Gibt aber doch nun dort mehr Evangelen und Muslime. Und die ganzen eingewanderten Ostdeutschen.
Die können gar nicht exkommuniziert werden. :p

mfg
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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon zollagent » Mo 15. Okt 2018, 11:52

Vielleicht, weil das ziemlich weit hergeholt wäre?
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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon Maltrino » Mo 15. Okt 2018, 14:06

Skull hat geschrieben:(15 Oct 2018, 08:18)

Nach dem gestrigen Wahlergebnis in Bayern kann man zumindest nicht mehr von
(noch so fiktiven) linken Mehrheit sprechen.

mfg


Hat das denn wer behauptet?

Die Frage ist nur, was die Leute sich davon versprechen. Allein schon der Typ von den "Freien Wählern" mit seinem ständigen "vernünftig, vernünftig, vernünftig" und dann irgendwelche Allerweltsthemen auflisten. Der erinnert mich stark an irgendwelche Handwerker die Null Ahnung haben wo der Fehler liegt und dann irgendwas faseln von "Ich mach das mal vernünftig und ordentlich", heißt dann: Er macht das was er irgendwo mal gelernt hat, schraubt da rum "so wie es sich gehört" was aber im konkreten Fall total sinnlos ist. Naja, aber wenn die Leute glücklich damit werden. Ich geb ja zu, die Auswahl im "linken" Lager ist auch nicht sehr berauschend. Aber der Wähler kriegt halt was er verdient. Immer mehr Parteien tummeln sich in den Parlamenten und in Talkshows sagen Leute "Wir brauchen endlich Politiker mit Visionen"... Oder anders gesagt: Total viele Parteien im Bundestag und jetzt auch in Bayern, und keine davon hätte ich guten Gewissens gewählt. Schon seltsam alles.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon Skull » Mo 15. Okt 2018, 14:14

Maltrino hat geschrieben:(15 Oct 2018, 15:06)
Hat das denn wer behauptet?

Das kann man immer wieder lesen, auch im PF...und auch hören. :D

Maltrino hat geschrieben:(15 Oct 2018, 15:06)
Allein schon der Typ von den "Freien Wählern" mit seinem ständigen "vernünftig, vernünftig, vernünftig" und dann irgendwelche Allerweltsthemen auflisten. Der erinnert mich stark an irgendwelche Handwerker die Null Ahnung haben wo der Fehler liegt und dann irgendwas faseln von "Ich mach das mal vernünftig und ordentlich"

Och......mir sind da der eine oder andere (bodenständige) Handwerker lieber, als Leute mit "Visionen".

Und noch lieber sind mir Menschen und Politiker, die ihre Grenzen (er)kennen.
Die eben nicht VOLLMUNDIG behaupten, sie hätten Visionen zur Rettung aller Probleme.
Die eben nicht meinen, sie wüssten besser, was für ANDERE besser WÄRE.
Die eben nicht behaupten...andere verständen nicht wo DER Fehler liegt. :)

mfg
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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon Maltrino » Mo 15. Okt 2018, 18:48

Skull hat geschrieben:(15 Oct 2018, 15:14)
...

Och......mir sind da der eine oder andere (bodenständige) Handwerker lieber, als Leute mit "Visionen".
...


Es gibt in Parlamenten und Regierungen extra für solche "Handwerker" eingerichtete Stellen, sogenannte Referenten zum Beispiel. Den Parlamentariern werden sogar Unmengen an Mitteln zur Verfügung gestellt solche Menschen einzustellen. Aber "Handwerk" schafft es nicht Entscheidungen zu treffen. Du kannst sowohl den Atomausstieg, als auch das kontrollierte Explodierenlassen eines Atomkraftwerkes "handwerklich korrekt" machen. Aber einer muss halt die Entscheidung treffen WAS gemacht werden soll, in welche Richtung es gehen soll.

Ich habe sogar manchmal das Gefühl, dass die Fernsehdemokratie von heute solche "Handwerker" (bleiben wir mal bei dieser merkwürdigen Bezeichnung, die ja eigentlich positiv besetzt ist) befördert. Ich meine, wäre vor 100 Jahren jemand gewählt wurden der mit tollem bayerischen Akzent und schönem Anzug da rumsteht, recht uninteressantes Zeug redet und immer wieder "vernünftig... vernünftig...vernüftig..." sagt? Ich glaube inzwischen die Fernsehdemokratie bevorzugt nicht nur populistische Redner, sondern auch Leute die früher eigentlich nur in der zweiten Reihe ihren Platz hatten.

Man müsste das mal testen: Man lässt einen Parlamentarier einer Partei reden und danach seinen Fachreferenten. Und dann fragt man das Publikum wen sie lieber wählen würden. Vielleicht würden sie sogar den Fachreferenten bevorzugen weil der bestimmt viel flüssiger mit Fachdetails glänzen kann. Aber ist das gut? Wer soll denn zum Beispiel eine Automobil-Firma leiten? Ein Manager der Grundsatzentscheidungen trifft? Oder ein einfacher Handwerker der mal gerade weiß wie man einen Auspuff montiert und darüber auch lustig und flüssig reden kann "Ich kann vernünftig einen Auspuss ranbauen, ganz ordentlich und seriös"? Nach deiner Logik wohl eher der Handwerker im Blaumann? Na dann.

Fragen über Fragen...
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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon Misterfritz » Mo 15. Okt 2018, 19:00

Maltrino hat geschrieben:(15 Oct 2018, 19:48)Man müsste das mal testen: Man lässt einen Parlamentarier einer Partei reden und danach seinen Fachreferenten.
Von wem redest Du jetzt? Von Abgeordneten? Die haben nicht Unmengen von Fachreferenten, wie auch? Als Abgeordneter musst Du über alles entscheiden. Üblicherweise hat man in einer Fraktion immer diverse Abgeordnete, die sich tief in ein Thema einarbeiten, dann auch in den entsprechenden Ausschüssen sitzen. Diese Ausschüsse (in Fraktion und Parlament), geben oftmals die Richtung der Entscheidungen vor.
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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon Maltrino » Mo 15. Okt 2018, 20:12

Misterfritz hat geschrieben:(15 Oct 2018, 20:00)

Von wem redest Du jetzt? Von Abgeordneten? Die haben nicht Unmengen von Fachreferenten, wie auch? Als Abgeordneter musst Du über alles entscheiden. Üblicherweise hat man in einer Fraktion immer diverse Abgeordnete, die sich tief in ein Thema einarbeiten, dann auch in den entsprechenden Ausschüssen sitzen. Diese Ausschüsse (in Fraktion und Parlament), geben oftmals die Richtung der Entscheidungen vor.


Aber es ging doch grad um "Handwerker", und "Handwerker" geben doch nicht die Richtung einer Entscheidung vor, sondern machen das wofür der Kunde zahlt, und zwar "vernünftig"... ^^ Na gut, aber wenn es Abgeordnete geben muss die sich in ein Thema hineinvertiefen, dann wäre es ja doch ganz gut wenn es Politiker geben würde die sich in das Thema Grundeinkommen, Datenschutz, Telemedizin und was auch immer hineinverteifen. Aber man will ja offenbar lieber "vernünftige" Leute? :?: Ich meine, warum hat man eine "Vision"? Weil man bekloppt ist oder weil man sich (mehr als andere) in ein Thema hineinverteift hat, zum Beispiel in Fachausschüssen oder Arbeitsgruppen. Aber wenn man generell sagt man will "keine Visionen" negiert man das ja und wählt eine Art von Mittelmaß die irgendwann belanglos wird, oder gar in der Banalität des Bösen endet. So. Wollte ich mal gesagt haben. Leider kann ich nicht flüssig so einen Kram reden sonst wär ich schon längt im Fernsehen... Guten Abend.
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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon Misterfritz » Mo 15. Okt 2018, 20:17

Maltrino hat geschrieben:(15 Oct 2018, 21:12)

Aber es ging doch grad um "Handwerker", und "Handwerker" geben doch nicht die Richtung einer Entscheidung vor, sondern machen das wofür der Kunde zahlt, und zwar "vernünftig"... ^^ Na gut, aber wenn es Abgeordnete geben muss die sich in ein Thema hineinvertiefen, dann wäre es ja doch ganz gut wenn es Politiker geben würde die sich in das Thema Grundeinkommen, Datenschutz, Telemedizin und was auch immer hineinverteifen. Aber man will ja offenbar lieber "vernünftige" Leute? :?: Ich meine, warum hat man eine "Vision"? Weil man bekloppt ist oder weil man sich (mehr als andere) in ein Thema hineinverteift hat, zum Beispiel in Fachausschüssen oder Arbeitsgruppen. Aber wenn man generell sagt man will "keine Visionen" negiert man das ja und wählt eine Art von Mittelmaß die irgendwann belanglos wird, oder gar in der Banalität des Bösen endet. So. Wollte ich mal gesagt haben. Leider kann ich nicht flüssig so einen Kram reden sonst wär ich schon längt im Fernsehen... Guten Abend.
Du hast doch den Handwerker hier reingebracht...
Im übrigen kann sich Niemand in all diese Themen wirklich richtig einarbeiten, wann denn? Das schaffen vielleicht Abgeordnete, die mehrere Legislaturperioden im Parlament sitzen. Deshalb wählt ein Abgeordneter seine Ausschüsse, mit Themen, die ihm liegen, von denen er Ahnung hat (bestenfalls).
Warst Du schon mal aktiv in der Politik und wurdest in ein Parlament (sei es auf Bundes-, Landes- oder Kommunalebene) gewählt?
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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon Maltrino » Mo 15. Okt 2018, 21:14

Misterfritz hat geschrieben:(15 Oct 2018, 21:17)

Du hast doch den Handwerker hier reingebracht...
...


Ich hab die Handwerker ohne Ahnung reingebracht die nur sinnlos rumschrauben und das Ganze dann mit Phrasen wie "So macht man das vernünftig" schönreden. Und daraus wurde dann gedreht, dass "Handwerker" die viel besseren Politiker sind...

Misterfritz hat geschrieben:(15 Oct 2018, 21:17)

...
Im übrigen kann sich Niemand in all diese Themen wirklich richtig einarbeiten, wann denn? Das schaffen vielleicht Abgeordnete, die mehrere Legislaturperioden im Parlament sitzen. Deshalb wählt ein Abgeordneter seine Ausschüsse, mit Themen, die ihm liegen, von denen er Ahnung hat (bestenfalls).
Warst Du schon mal aktiv in der Politik und wurdest in ein Parlament (sei es auf Bundes-, Landes- oder Kommunalebene) gewählt?


Ich geriet zumindest durch seltsame Umstände in den "Genuss" ein Jahr lang alle möglichen Ausschüsse und Gremien in der Kommunalpolitik mitzumachen. Dass es nur ein Jahr war lag übrigens nicht an mir... Kommunalpolitik ist ja nochmal was ganz spezielles. Besonders im Bauausschuss gab es ja eigentlich auf Politikerseite keinerlei richtige "Fachleute", da zum Beispiel (im Gegensatz zu mir) kaum jemand Städtebau, Architektur oder ähnliches studiert hat. Trotzdem haben sich einige Politiker dort natürlich in das Thema "hineinverteift", aber das würde ich dann nicht als "Fachmann" bezeichnen, eher als "Baupolitikfachmann". Die eigentlichen "Fachleute" waren die Dezernenten oder die Angestellten, die da glaube ich auch "Referenten" hießen. Besonders im Bauausschuss war es so, dass der Dezernent die allermeisten Vorlagen selbst erarbeitete (mit seinen Mitarbeiten) und der Ausschuss Ja und Amen sagte oder die Mehrheitsfraktionen die Sache in eine Richtung lenken indem sie vor oder hinter den Kullissen klar machten wofür es eine Mehrheit gibt und wofür nicht. Aber nochmal: Besonders in so ähm technisch anspruchsvollen Ausschüssen wie dem Bauausschuss war es so, dass eigentlich nur die gewählte Verwaltung (Dezernent...) wirklich "Fachleute" waren, nein eigentlich nicht mal das, eigentlich waren nur die Referenten des Dezernenten wirkliche Fachleute, der Dezernent war halb Politiker, halb Fachleut, die Kommunalpolitiker waren klassische Politiker mit ein bischen Fachwissen aber vor allem einer politischen Meinung. Natürlich hast du Recht, dass in so einem Ausschuss Sachen entstehen, aber das ist meiner Meinung nach klassische politische Arbeit, die Facharbeit wurde von der Verwaltung gemacht. Der Ausschuss beauftragt die Verwaltung, so ähnlich wie ein Kunde einen Handwerker beauftragt.

Etwas anders vielleicht im Sozialausschuss wo "Sozialpolitiker" sich naturgemäß noch mehr in Sachen reinverteifen oder mitreden wollen, da sie selber in irgendwelchen geförderten Projekten arbeiten usw. Aber auch da, der Fachmann war der Dezernent, bzw. seine Mitarbeiter.

So, was heißt das alles? In kommunalen Bauausschüssen sind meiner Erfahrung nach zu über 90% "Laien". Die Facharbeit wird von der Verwaltung gemacht. Die Aufgabe dieser "Baupolitiker" ist vor allem die Verwaltung auszuwählen und sie in eine bestimmte Richtung zu "lenken". Und das ist das was ich meine mit "Handwerker treffen keine Entscheidungen". Beispiel: Wenn es um die Frage geht ob Kleingärten für ein Bauprojekt weichen müssen, dann kann die Verwaltung beides handwerklich korrekt machen. Sie kann handwerklich korrekt einen Plan machen um das Gelände zu "räumen" und das dann ausführen bzw. veranlassen, sie kann auch "handwerklich korrekt" dem Investor schonend beibringen, dass er leider hier nicht bauen darf. Aber das was die Kommunalpolitiker machen, sehe ich eher als "Richtungsentscheidungen". Sicher ist manchmal auch ein Typ dabei der selber das Zeugs zum Fachdezernenten hätte, das ist aber eher die Ausnahme.

So, und was heißt das alles? So generelle Aussagen sind immer schwer, aber ich glaube es ist realitätfremd wenn man die Rolle des Politikers allein als "Handwerker" oder "Fachidiot" (sorry) sieht. Es ist sicher ganz toll wenn Kommunalpolitiker, die über einen neuen Straßenbau in der Stadt entscheiden sollen auch einen Plan lesen können und erkennen wenn der Vorschlag der Verwaltung dazu führen würde, dass alle Radfahrer ständig gegen den Bus fahren der an der Haltestelle hält, das ist sicher super, aber das ist ja eher die Ausnahme.

Also die Wortphrase "vernünftig" ist ja eher nichtssagend. Bei "uns" waren auch so Typen, meist von der CDU und SPD, die da große Töne gespuckt haben alla "Wir machen vernünftige Baupolitik" oder "Wir machen seriöse Wirtschftspolitik", aber die die das gesagt haben, das waren keine Fachleute, das waren normale Politiker, die die Vorlagen "ihrer" Verwaltung abnickten und ab und zu mal Änderungen erwirkten. Und wenn jetzt die Frage ist ob in der Innenstadt eine Straße, eine Fußgängerzone oder ein lustiges Planschbecken hinkommt, dann ist da zum Glück auch niemand der da sagt "wir machen eine vernünftige Lösung". Was heißt das denn? Man muss sich halt für eine dieser drei "Visionen" entscheiden. Und wenn sich dann die Mehrheit für den seltsamen Vorschlag eines "Planschbeckens" entscheidet, dann sagt die Opposition halt, dass diese sinnlose Stadtverschönerung "unvernünftig" ist, und die Mehrheitsfraktionen sagen, dass das "vernüftig" ist, da durch diese Stadtverschönerung Fördergelder in die Stadt kommen.

Und wenn der Freie Wähler da von "vernünftig" redet, dann ist das meiner Meinung nach auch nur Wahlkampf und heißt nichts. Auch die Freien Wähler müssen sich zwischen "Visionen" entscheiden, müssten sich entscheiden ob die "Vision" einer Kita für alle befürwortet wird oder die "Vision" dass die Eltern alleine ihr Kind erziehen.

Oh, hier was interessantes:

http://www.fw-bayern.de/mittelfranken/r ... einkommen/

Die Freien Wähler dort informieren sich bei einem "Fachmann" über das BGE. Und ich vermute mal dann bilden sie sich eine Meinung und machen Richtungsentscheidungen. Oder auch nicht, da das Thema ja nicht in Bayern entschieden wird. Das wäre mir eigentlich fast zu wenig. Ich würde mir eher wünschen, dass auch manche Politiker mal selber durchrechnen wie das geht und gehen soll. "BGE Handwerker" quasi als Politiker. Aber auch das ist offenbar meist Wunschdenken. Der Normalfall, auch bei den Freien Wählern, sieht so aus, dass man diskutiert, sich "Fachleute" anhört und dann entscheidet. So, und as ist jetzt das normaler "Politikerhandwerk"? Offenbar das Entscheiden zwischen "Visionen". Und manche geschickte Wahlkämpfer, die sich konservativ geben, stellen es halt so dar, dass es um Entscheidungen zwischen "Visionen" und "vernünftig" geht. Und wenn man über den Mindestlohn entscheidet, was ist da "vernünftig"? Nichts. Beides sind erstmal "Visionen", sowohl der Mindestlohn, als auch der absolut freie Markt wo der Lohn ausgehandelt wird, "Vernünftig" kann ja alles heißen. Wenn Politiker das sagen ist es meiner Erfahrung nach meist Wahlkampf oder Image.
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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon Skull » Mo 15. Okt 2018, 23:15

Maltrino hat geschrieben:(15 Oct 2018, 21:12)

Aber es ging doch grad um "Handwerker", und "Handwerker" geben doch nicht die Richtung einer Entscheidung vor,

???

Es geht nicht um Handwerker. Es geht um MENSCHEN, die sich politisch betätigen.

Du schriebst, da würde jemand wie ein Handwerker aussehen oder rüberkommen.
Damit wolltest DU jemanden "abqualifizieren".

DARAUF erfolgte mein Kommentar.

Und MIR sind da "einfache Handwerker" lieber, als arrogante theoretische Dummschwätzer. :)

Und noch weniger lieb sind mir...theoretische Visionäre. :dead:

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Re: Koalition: Warum redet niemand über rot, rot, gelb, grün?

Beitragvon Maltrino » Mo 15. Okt 2018, 23:33

Skull hat geschrieben:(16 Oct 2018, 00:15)

...

Und noch weniger lieb sind mir...theoretische Visionäre. :dead:

mfg


Yeah, praktische Politik, das wünsche ich mir auch manchmal. Und noch öfter wünsche ich mir Politik-Foren wo gehandelt wird, statt geschrieben...
aber sorry, da muss ich ALLE Parteien und politische Richtungen über einen Kamm scheren, egal ob junge Leute sich in der JU, bei den Jungsozialisten, Linksjugend, junge Alternative oder wo auch immer engagieren, das erste was sie automatisch lernen ist... reden, reden, reden, reden, reden, reden... Und selbst ein Gesetzestext ist nichts was man mit Hammer und Bohrer "praktisch" bearbeiten kann... Ich würd eher sagen, die ganzen "theoretische Visionäre", seien es Wagenknecht, Habeck, Gauland oder Lindner... die passen sich doch nur der politischen Realität an. Warst du mal in einer Partei? Hast du mal geguckt wer gewählt wird? Politik ist zum großen Teil ein Wettbewerb im Reden. Das ist leider so, hat nun aber nicht unbedingt mit Bayern oder Freie Wähler spezielll zu tun.
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