Jamaika: Die neue Bundesregierung

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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » So 12. Nov 2017, 12:52

JJazzGold hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:55)


...

Da kann ich eine gewisse Renitenz gegen umwälzende Veränderungen durchaus nachvollziehen, weil diese Ängste hervorrufen. Ängste, die eine Jamaika Koalition ggfls. zeitgleich nehmen muss, oder sie treibt den extremen Rändern Wähler zu.

Als ein kleines Beispiel sei hier der Soli genannt. Für den einen Bürger sind die anfallenden Beträge irrelevant, die versäuft er nebenbei, für den anderen sind sie per anno gerechnet in Kombination mit steigenden Energiekosten, anderen laufenden Haushaltskosten, Transportkosten und geplanten Neuanschaffungen relevant.

Ein wesentlich umfassenderes Thema ist Verkehr und wie er sich zukünftig gestalten soll, oder nach Regierungsvorgabe gestalten soll. Da wird jede umfassende Veränderung gravierende Folgen für Berufs- und Privatleben haben. Bisher kann ich keinen Ansatz erkennen, dem Bürger seine berechtigten Ängste zu nehmen und ihn mitzunehmen. Insofern bin ich auf die Koalitionsvertrag, so es eine Jamaika Koalition geben wird, ausgesprochen gespannt. Denn mit den dort vertraglich festgelegten Themen zur Bearbeitung wird sich ein zukünftiger Verkehrsminister beschäftigen müssen und dabei ist es unerheblich, ob dieser schwarz, gelb oder grün ist, er muss die gemeinsam beschlossenen Änderungen “an den Mann“ bringen.



Aus meiner Sicht wird die künftige Bundesregierung sich sehr wesentlich mit der Weiterentwicklung der EU zu befassen haben. Denn das Funktionieren dieser Staatengemeinschaft und ihre Weiterentwicklung zu einer europäischen Föderation wird für unser Land wenigstens genau so entscheidend sein wie eine erfolgreiche Umstellung unserer Arbeitswelt und unserer Lebensgewohnheiten.

Zum Soli fällt mir nur ein, daß wir damit die Kosten der deutschen Einheit erträglich machen wollten. Inzwischen beginnen Politiker darüber nach zu denken, daß auch andere Landesteile Förderung bräuchten. Tja, ich meine, daß der Soli sofort und vollständig abgeschafft werden muß. Es gibt genügend viele fromme Wünsche, für die man mit gleichem Recht noch einige Solis erheben könnte. Angeblich ist die "Staatsquote" inzwischen bei 55% unserer Einkommen angelangt. Das reicht jetzt aber wirklich!

Inzwischen ist mir aufgefallen, daß das Thema "Verkehr" sich auf den Welterfolg des Elektroautos verengt. Aber man muß weiter denken als "nur" bis zu CO2, Feinstaub und Stickoxyd. Daß Menschen ein Viertel bis ein Drittel ihrer aktiven Zeit in Blechbüchsen zubringen, um irgendwo eine bezahlte Arbeit zu verrichten, das ist doch eine Entartung der Wirtschafts- und Lebensweise, die so nicht immer weiter gehen kann. Da stehen Änderungen unserer Flächennutzung an, die zugleich das Potential der Energieeinsparung (Neubauten, kürzere Wegstrecken) erschließen. In Ballungsgebieten könnten Fahrräder auf Fahrradtrassen und Busse einen großen Teil des Individualverkehrs übernehmen. Auf dem Weg dahin könnte man beginnen, diese Verkehrswege und Wohngebiete und Arbeitsstätten zu gestalten, wo sie schon gleich einen Nutzen stiften, aber immer mit dem Blick auf kommende Planungsschritte.

Wir alle hoffen doch auf zündende Lösungen für unsere bekannten Probleme. Da sollte es eher überraschen, wenn es keine Planungsfehler mehr geben sollte, weil neue Entwicklungen und Bedürfnisse geänderte Lösungen nach sich ziehen.

Nur so ganz ohne Planung, das darf man heute keiner Bundesregierung mehr durchgehen lassen. Unter diesem Blickwinkel halte ich DIE GRÜNEN für einen Gewinn.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 12. Nov 2017, 13:27

Die Kanzlerin hält es nicht für realistisch, dass es bis 2020 eine Million E-Autos gebe.

Zum andern ist die CO2-Belastung eines Elektromotors in der Bilanz größer als die eines kleinen Mittelklassewagen mit Benzin oder Dieselantrieb. Das liegt vor allem an der unglaublich energieintensiven Produktion der ultraschweren Akkus.

Diese Technologie ist schlicht unausgereift, nötige Ladestationen sind nicht da und deshalb sind E-Autos auch schwerfällig am Markt - trotz staatlicher Subvention ist die Nachfrage äußerst bescheiden.

Die Vernarrtheit in die Jahreszahl 2030 ergibt nicht wirklich Sinn, sie entspricht einem Mythos wie dem vom Heiligen Gral.
Zuletzt geändert von DarkLightbringer am So 12. Nov 2017, 13:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon JJazzGold » So 12. Nov 2017, 13:31

H2O hat geschrieben:(12 Nov 2017, 12:52)

Aus meiner Sicht wird die künftige Bundesregierung sich sehr wesentlich mit der Weiterentwicklung der EU zu befassen haben. Denn das Funktionieren dieser Staatengemeinschaft und ihre Weiterentwicklung zu einer europäischen Föderation wird für unser Land wenigstens genau so entscheidend sein wie eine erfolgreiche Umstellung unserer Arbeitswelt und unserer Lebensgewohnheiten.

Zum Soli fällt mir nur ein, daß wir damit die Kosten der deutschen Einheit erträglich machen wollten. Inzwischen beginnen Politiker darüber nach zu denken, daß auch andere Landesteile Förderung bräuchten. Tja, ich meine, daß der Soli sofort und vollständig abgeschafft werden muß. Es gibt genügend viele fromme Wünsche, für die man mit gleichem Recht noch einige Solis erheben könnte. Angeblich ist die "Staatsquote" inzwischen bei 55% unserer Einkommen angelangt. Das reicht jetzt aber wirklich!

Inzwischen ist mir aufgefallen, daß das Thema "Verkehr" sich auf den Welterfolg des Elektroautos verengt. Aber man muß weiter denken als "nur" bis zu CO2, Feinstaub und Stickoxyd. Daß Menschen ein Viertel bis ein Drittel ihrer aktiven Zeit in Blechbüchsen zubringen, um irgendwo eine bezahlte Arbeit zu verrichten, das ist doch eine Entartung der Wirtschafts- und Lebensweise, die so nicht immer weiter gehen kann. Da stehen Änderungen unserer Flächennutzung an, die zugleich das Potential der Energieeinsparung (Neubauten, kürzere Wegstrecken) erschließen. In Ballungsgebieten könnten Fahrräder auf Fahrradtrassen und Busse einen großen Teil des Individualverkehrs übernehmen. Auf dem Weg dahin könnte man beginnen, diese Verkehrswege und Wohngebiete und Arbeitsstätten zu gestalten, wo sie schon gleich einen Nutzen stiften, aber immer mit dem Blick auf kommende Planungsschritte.

Wir alle hoffen doch auf zündende Lösungen für unsere bekannten Probleme. Da sollte es eher überraschen, wenn es keine Planungsfehler mehr geben sollte, weil neue Entwicklungen und Bedürfnisse geänderte Lösungen nach sich ziehen.

Nur so ganz ohne Planung, das darf man heute keiner Bundesregierung mehr durchgehen lassen. Unter diesem Blickwinkel halte ich DIE GRÜNEN für einen Gewinn.


Bis auf den letzten Satz ;) unterschreibe ich jeden Ihrer Gedanken zur zukünftigen Gestaltung Deutschlands und Europas. Auch wenn ich bezüglich der Arbeitswege anteilig eher auf Digitalisierung, als aufs Fahrrad setze. Home office ist das Modell der Zukunft.
Mit Interesse sehe ich auch die Entwicklung der Lufttaxen, wie sie UberAir und der NASA vorschweben. Um auf das eigene Auto verzichten zu können, müssten flächendeckende Konzepte für die Landbevölkerung angeboten werden, das ist meines Erachtens in der momentanen Gestaltung nicht darzustellen, sprich finanzierbar.

Meines Erachtens läuft die Planung längst, bedauerlicherweise im Ausland zurzeit wesentlich zukunftsorientierter, als im Inland. Es ist eher die Politik, die in kleinen Schritten hinterhertrippelt, siehe E-Auto und Grüne. Den großen Wurf wird man mit Jamaika nicht darstellen können, aber ich wäre schon zufrieden, wenn weitaus mehr Gelder in Subventionen von Wissenschaft und Technik fließen als bisher.

Was die EU betrifft setze ich auf die Anregungen durch Macron. Wenn man sich vom Standpunkt der ausschließlichen Fokussierung auf einen Hilfefond löst, zeigen sich bemerkenswerte Denkansätze bezüglich der Gestaltung einer zukünftigen EU.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Weltregierung » So 12. Nov 2017, 13:40

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Nov 2017, 09:32)

Nun, wenn Nichtstun die Erwartung ist, wäre das eine Option. Der Verzicht auf Fahrverbote und Enteignungen wäre halt wichtig. Aber ist das verlässlich, dass ein grüner Verkehrsminister nichts tun würde?
Ressorts, in denen es einfach etwas zu verteilen gibt, wären doch vermutlich angenehmer.


Fürs Nichtstun empfiehlt sich wie gesagt jemand von der CSU. Das hatten wir jetzt die letzten 8 Jahre, weitere 4 Jahre davon brauche ich ehrlich gesagt nicht.

Die Vorstellung, dass eine Regierung aus Union, FDP und Grünen auf die Idee kommen könnte, irgendjemanden zu enteignen, verbuche ich mal unter Realsatire. Aber was wäre der Deutsche ohne seine Ängste, nicht wahr?
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » So 12. Nov 2017, 13:45

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Nov 2017, 13:27)

Die Kanzlerin hält es nicht für realistisch, dass es bis 2020 eine Million E-Autos gebe.

Zum andern ist die CO2-Belastung eines Elektromotors in der Bilanz größer als das eines kleinen Mittelklassewagen mit Benzin oder Dieselantrieb. Das liegt vor allem an der unglaublich energieintensiven Produktion der ultraschweren Akkus.

Diese Technologie ist schlicht unausgereift, nötige Ladestationen sind nicht da und deshalb sind E-Autos auch schwerfällig am Markt - trotz staatlicher Subvention ist die Nachfrage äußerst bescheiden.

Die Vernarrtheit in die Jahreszahl 2030 ergibt nicht wirklich Sinn, sie entspricht einem Mythos wie dem vom Heiligen Gral.


Ihre Zahl zweifele ich an; vor Tagen gab es morgens im Deutschlandfunk einen Technologiekenner, der die CO2-Bilanz eines Elektrofahrzeugs von der Wiege bis zur Bahre auf 40% gegenüber einem Kleinwagen mit Verbrennungsmotor über dessen Herstellung, Betrieb und Verschrottung abgeschätzt hat. Um 10% will ich da nicht streiten; 100% Fehleinschätzung, das wäre dann schon arg!

Aber wir sind uns einig, daß derzeitige Elektrofahrzeuge bestenfalls eine Nische im Transportbedarf zufriedenstellend ausfüllen können. Da tut sich ja auch etwas bei Zustellern und Stadtfahrzeugen.
Mit der notwendigen Infrastruktur spielen Staat und Hersteller nun Henne und Ei... wer also zuerst?

Dennoch müssen wir fördernd und fordernd auf ein Zieldatum zuarbeiten nach dem Grundsatz: Das wäre unser Leben, wenn wir auf der Grundlage heutiger Erkenntnisse unsere Zukunft zu gestalten hätten. Dann kann die Sache ja nur besser werden.

CO2-Lawinen und Stickoxyde und Feinstaub dürfen keine systematische Zukunft mehr haben.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 12. Nov 2017, 14:17

Weltregierung hat geschrieben:(12 Nov 2017, 13:40)

Fürs Nichtstun empfiehlt sich wie gesagt jemand von der CSU. Das hatten wir jetzt die letzten 8 Jahre, weitere 4 Jahre davon brauche ich ehrlich gesagt nicht.

Die Vorstellung, dass eine Regierung aus Union, FDP und Grünen auf die Idee kommen könnte, irgendjemanden zu enteignen, verbuche ich mal unter Realsatire. Aber was wäre der Deutsche ohne seine Ängste, nicht wahr?

Natürlich soll das Verkehrsministerium irgendwas machen. Halt möglichst etwas Sinnvolles und nicht zu Lasten der Pendler.

Die Sorge vor Enteignung trifft vor allem die Geringverdiener und Leute mit Familie und mittlerem Einkommen, weshalb sich auch ein Gewerkschafter in dieser Richtung äußerte:
IG-Metall-Chef Jörg Hofmann sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Hunderttausende Verbraucher werden durch Fahrverbote um den Wert ihres Fahrzeuges betrogen, das heißt Hunderttausende Menschen werden kalt enteignet."
http://www.huffingtonpost.de/2017/07/29 ... 28290.html
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 12. Nov 2017, 14:23

H2O hat geschrieben:(12 Nov 2017, 13:45)

Ihre Zahl zweifele ich an; vor Tagen gab es morgens im Deutschlandfunk einen Technologiekenner, der die CO2-Bilanz eines Elektrofahrzeugs von der Wiege bis zur Bahre auf 40% gegenüber einem Kleinwagen mit Verbrennungsmotor über dessen Herstellung, Betrieb und Verschrottung abgeschätzt hat. Um 10% will ich da nicht streiten; 100% Fehleinschätzung, das wäre dann schon arg!

Aber wir sind uns einig, daß derzeitige Elektrofahrzeuge bestenfalls eine Nische im Transportbedarf zufriedenstellend ausfüllen können. Da tut sich ja auch etwas bei Zustellern und Stadtfahrzeugen.
Mit der notwendigen Infrastruktur spielen Staat und Hersteller nun Henne und Ei... wer also zuerst?

Dennoch müssen wir fördernd und fordernd auf ein Zieldatum zuarbeiten nach dem Grundsatz: Das wäre unser Leben, wenn wir auf der Grundlage heutiger Erkenntnisse unsere Zukunft zu gestalten hätten. Dann kann die Sache ja nur besser werden.

CO2-Lawinen und Stickoxyde und Feinstaub dürfen keine systematische Zukunft mehr haben.

...Sie und Ihr nächtlicher Hörfunk. ;) Welche Zahl wurde denn genannt ?

Ja, das ist tatsächlich so, sagt Lars Mönch vom Umweltbundesamt: "Jetzt im Moment gehen wir davon aus, dass hinsichtlich der reinen CO2-Emission pro Kilometer die Elektromobilität etwa so gut ist wie sparsame Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren."
https://www.mdr.de/nachrichten/wirtscha ... os100.html
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon JJazzGold » So 12. Nov 2017, 15:07

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Nov 2017, 09:56)

Kretschmann hält Endtermine für Schwachsinn und kaufte sich erst neulich selbst einen Diesel.

Im Bundesland Ba-Wü sind Mercedes-Benz und Porsche beheimatet, rund 219.000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt damit zusammen.


„Quoten und Grenzwerte sind immer gute Instrumente, aber zeitliche Begrenzungen sind das radikalste Instrument, das wir haben. Sinnvoll ist das überhaupt nur bei Technologien, deren Ende absehbar ist“, sagte Kretschmann der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.).

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 88546.html

Recht hat er, der Kretschmann, mit zeitlicher Begrenzung in einer Größenordnung, wie sie der Verbrennungsmotor darstellt, stellt man sich eher technologischem Fortschritt in den Weg.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 12. Nov 2017, 15:25

H2O hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:40)

Die sogenannte 2. Reihe der DIE GRÜNEN hat in BaWü auch schon ein Profil entwickelt; die 2. Reihe steht, wenn die 1. Reihe sich zurück zieht. Will sagen: Mit MP Kretschmann im Ruhestand ist nicht unbedingt das Ende der grünen Regierungsführung in BaWü erreicht.

Vor allem müssen wir doch zur Kenntnis nehmen, daß die Menschen in BaWü ihren Frieden mit den DIE GRÜNEN gemacht haben. Die Überraschung: Menschenfresser sind das ja doch nicht!

Das kann sich rasch ändern, wenn man das arbeitende Proletariat mit einer Schlagbaum-Politik von den Städten und ihren Werkstätten aussperrt. ;)

Politik kann man nicht gegen die Menschen machen, nur mit ihnen. Kretschmann ist einer von jenen, die das wissen. Er will für seine Partei sogar mehr als 8 % im Bund erreichen.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » So 12. Nov 2017, 15:35

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Nov 2017, 14:23)

...Sie und Ihr nächtlicher Hörfunk. ;) Welche Zahl wurde denn genannt ?

https://www.mdr.de/nachrichten/wirtscha ... os100.html


Der Forscher gab sogar mehrere Zahlen an. Darunter derzeitig 30% elektrische Energie aus erneuerbaren Energien und natürlich (!) auch 100% aus erneuerbaren.

Und dann holte er aus von der Rohstoffgewinnung über die Verhüttung und Fertigung, den Betrieb des Fahrzeugs, 10 Jahre Batterielebensdauer, 20 Jahre Fahrzeuglebensdauer. (Behandeln Sie also Ihren Verbrenner gut, sonst wird das teuer :) ) Ich meine, daß dieser Mann sich in der Sache sehr bemüht hat.

Dabei kam heraus: 40% bei 100% erneuerbaren Energien, 60% bei 30% erneuerbaren, wenn man mit einem Kleinwagen mit Verbrenner vergleicht.

Wenn es nach mir ginge, dann würde ich ohnehin auf Brennstoffzellen und Wasserstoff setzen. Das Leistungsprofil ist unseren Verbrennern noch am ähnlichsten... Reichweite, Gewicht. Aber leider sind die Brennstoffzellen noch nicht so robust wie Batterien. Toyota und Hyundai haben alltagstaugliche Fahrzeuge im Betrieb... die sind aber noch viel zu teuer für meine Möglichkeiten.

Aber schöne Autowelt... so geht es nicht weiter mit Klimagasen, giftigen Abgasen, Feinstaub. Allmählich schrumpfen die Lagerstätten. Zu unserem Glück oder Unglück; ich lege mich da nicht fest!
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » So 12. Nov 2017, 15:48

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Nov 2017, 15:25)

Das kann sich rasch ändern, wenn man das arbeitende Proletariat mit einer Schlagbaum-Politik von den Städten und ihren Werkstätten aussperrt. ;)

Politik kann man nicht gegen die Menschen machen, nur mit ihnen. Kretschmann ist einer von jenen, die das wissen. Er will für seine Partei sogar mehr als 8 % im Bund erreichen.


Wie kann man nur annehmen, daß der politische Widersacher sich wie ein Idiot verhält... ok, bis zum Aufstieg eines gewissen Trumps war ich davon überzeugt! Trump 2 sollte uns erspart bleiben.
Wenn das arbeitende Proletariat reichlich vorzeitige Abgänge zu verzeichnen hat, dann setzt auch dort das verschärfte Nachdenken ein. Das ist dann die Meßlatte. Die Autofahrerei ist ja nicht der einzige Juckepunkt!

DIE GRÜNEN haben je nach politischer Großwetterlage ein Potential von 25 bis 30%. Es kommt eben darauf an, wie sehr sie zum Zeitpunkt von Wahlen mit ihren Vorstellungen durch dringen. In BaWü hatte das vor einigen Jahren gerade gut gepaßt.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 12. Nov 2017, 20:58

H2O hat geschrieben:(12 Nov 2017, 15:35)

Der Forscher gab sogar mehrere Zahlen an. Darunter derzeitig 30% elektrische Energie aus erneuerbaren Energien und natürlich (!) auch 100% aus erneuerbaren.

Und dann holte er aus von der Rohstoffgewinnung über die Verhüttung und Fertigung, den Betrieb des Fahrzeugs, 10 Jahre Batterielebensdauer, 20 Jahre Fahrzeuglebensdauer. (Behandeln Sie also Ihren Verbrenner gut, sonst wird das teuer :) ) Ich meine, daß dieser Mann sich in der Sache sehr bemüht hat.

Dabei kam heraus: 40% bei 100% erneuerbaren Energien, 60% bei 30% erneuerbaren, wenn man mit einem Kleinwagen mit Verbrenner vergleicht.

Wenn es nach mir ginge, dann würde ich ohnehin auf Brennstoffzellen und Wasserstoff setzen. Das Leistungsprofil ist unseren Verbrennern noch am ähnlichsten... Reichweite, Gewicht. Aber leider sind die Brennstoffzellen noch nicht so robust wie Batterien. Toyota und Hyundai haben alltagstaugliche Fahrzeuge im Betrieb... die sind aber noch viel zu teuer für meine Möglichkeiten.

Aber schöne Autowelt... so geht es nicht weiter mit Klimagasen, giftigen Abgasen, Feinstaub. Allmählich schrumpfen die Lagerstätten. Zu unserem Glück oder Unglück; ich lege mich da nicht fest!

40 % von was ? Sicher, wenn man zu 100 % erneuerbare Energien hätte, ließe sich die E-Mobilität ausspielen - hat man aber nicht. Bevor ein E-Auto auch nur einen einzigen Kilometer fährt, hat es bereits die Umwelt erheblich belastet. Die Technik ist unausgereift, die Nachfrage gering.
Und wie verkauft man Sauerbier am Markt, wenn man ihn schon verzerren will? Richtig, durch Draufgaben und Geschenke, die allerdings der Steuerzahler erst erarbeiten muss, da der Staat nunmal ein eher ungelenker Händler ist.

Feinstaub ist böse, da sind sich ja alle einig. Die Frage ist nur, was effektiv sei. Man könnte auch Beamte des Ordnungsamtes mit nassen Lappen durch die Straßen schicken. Wäre wohl auch ineffektiv, nur günstiger.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 12. Nov 2017, 21:15

H2O hat geschrieben:(12 Nov 2017, 15:48)

Wie kann man nur annehmen, daß der politische Widersacher sich wie ein Idiot verhält... ok, bis zum Aufstieg eines gewissen Trumps war ich davon überzeugt! Trump 2 sollte uns erspart bleiben.
Wenn das arbeitende Proletariat reichlich vorzeitige Abgänge zu verzeichnen hat, dann setzt auch dort das verschärfte Nachdenken ein. Das ist dann die Meßlatte. Die Autofahrerei ist ja nicht der einzige Juckepunkt!

Die Produktivkräfte rufen nach dem Pastor, wenn es ans Sterben geht. Jedoch nicht vorher.
Das muss man einfach realistisch sehen. Die Leute wollen primär ihre Familien ernähren und an letzter Stelle Pastoralgesänge hören.

DIE GRÜNEN haben je nach politischer Großwetterlage ein Potential von 25 bis 30%. Es kommt eben darauf an, wie sehr sie zum Zeitpunkt von Wahlen mit ihren Vorstellungen durch dringen. In BaWü hatte das vor einigen Jahren gerade gut gepaßt.

Kretschmann hat ein Potential, das ja.
Göring-Eckardt und Künast sind mit der "Veggieday"-Kampagne krachend gescheitert und um ein Haar fast zur Lachnummer verkommen.
Wenn man das Volk nicht versteht, sollte man sich externe Berater holen. Hat die FDP auch gemacht und mit einer Kampagne zum Schnäppchenpreis recht ordentliche Erfolge eingefahren.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » Mo 13. Nov 2017, 08:35

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Nov 2017, 20:58)

40 % von was ? Sicher, wenn man zu 100 % erneuerbare Energien hätte, ließe sich die E-Mobilität ausspielen - hat man aber nicht. Bevor ein E-Auto auch nur einen einzigen Kilometer fährt, hat es bereits die Umwelt erheblich belastet. Die Technik ist unausgereift, die Nachfrage gering.
Und wie verkauft man Sauerbier am Markt, wenn man ihn schon verzerren will? Richtig, durch Draufgaben und Geschenke, die allerdings der Steuerzahler erst erarbeiten muss, da der Staat nunmal ein eher ungelenker Händler ist.

Feinstaub ist böse, da sind sich ja alle einig. Die Frage ist nur, was effektiv sei. Man könnte auch Beamte des Ordnungsamtes mit nassen Lappen durch die Straßen schicken. Wäre wohl auch ineffektiv, nur günstiger.


Was soll denn diese Nachfrage? Meine Erklärung finde ich auch nach 3. Lesung klar: CO2-Prozesse von der Wiege bis zur Bahre vergleichbarer Fahrzeuge. Mit Rücksicht auf 30% erneuerbaren Energieanteil und künftig einmal 100% erneuerbare.

Wenn Sie so weiter machen, dann kommt tatsächlich ein Mensch mit nassem Handtuch bei Ihnen vorbei :D
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » Mo 13. Nov 2017, 08:39

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Nov 2017, 21:15)

Die Produktivkräfte rufen nach dem Pastor, wenn es ans Sterben geht. Jedoch nicht vorher.
Das muss man einfach realistisch sehen. Die Leute wollen primär ihre Familien ernähren und an letzter Stelle Pastoralgesänge hören.


Kretschmann hat ein Potential, das ja.
Göring-Eckardt und Künast sind mit der "Veggieday"-Kampagne krachend gescheitert und um ein Haar fast zur Lachnummer verkommen.
Wenn man das Volk nicht versteht, sollte man sich externe Berater holen. Hat die FDP auch gemacht und mit einer Kampagne zum Schnäppchenpreis recht ordentliche Erfolge eingefahren.


Wenn der Pastor immer früher die Lieben mit Gesang begleitet, dann kommen vermutlich auch ganz hartnäckige Ernährer zu neuen Einsichten. Oder Verfassungsgerichte.

Alte biblische Erkenntnis: Die Mahnungen der Propheten will keiner hören. Inzwischen redet die Fachwellt von übergewichtigen und diabetischen jungen Leuten als Folge falscher Ernährung und Bewegungsmangels. Und bei Erwachsenen sinkt die Altersgrenze für Diabetes 2 aus dem selben Grunde. Das sind sicher lächerliche Feststellungen... bis man selbst davon betroffen ist. Die gesellschaftlichen Lasten trägt dann die Gemeinschaft.
CaptainJack

Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon CaptainJack » Mo 13. Nov 2017, 10:57

H2O hat geschrieben:(13 Nov 2017, 08:39)

Wenn der Pastor immer früher die Lieben mit Gesang begleitet, dann kommen vermutlich auch ganz hartnäckige Ernährer zu neuen Einsichten. Oder Verfassungsgerichte.

Alte biblische Erkenntnis: Die Mahnungen der Propheten will keiner hören. Inzwischen redet die Fachwellt von übergewichtigen und diabetischen jungen Leuten als Folge falscher Ernährung und Bewegungsmangels. Und bei Erwachsenen sinkt die Altersgrenze für Diabetes 2 aus dem selben Grunde. Das sind sicher lächerliche Feststellungen... bis man selbst davon betroffen ist. Die gesellschaftlichen Lasten trägt dann die Gemeinschaft.
Was für gesellschaftliche Lasten?
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon pikant » Mo 13. Nov 2017, 11:05

beim Familiennachzug deutet nun die CDU Kompromissbereitschaft laut Spahn an - auch Enwanerungsgesetz ist nun laut CDU drin.

die CSU ist unberechenbar und im Chaos - wenn es scheitert, wird man wohl den schwarzen Peter der CSU zuschieben

www.tagesschau.de/inland/jamaika-145.html

Kubicki ist aber optimistisch und die Chefs planen Sitzung, wo Stoerenfried Dobrindt nicht dabei ist.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Alpha Centauri » Mo 13. Nov 2017, 11:38

pikant hat geschrieben:(13 Nov 2017, 11:05)

beim Familiennachzug deutet nun die CDU Kompromissbereitschaft laut Spahn an - auch Enwanerungsgesetz ist nun laut CDU drin.

die CSU ist unberechenbar und im Chaos - wenn es scheitert, wird man wohl den schwarzen Peter der CSU zuschieben

http://www.tagesschau.de/inland/jamaika-145.html

Kubicki ist aber optimistisch und die Chefs planen Sitzung, wo Stoerenfried Dobrindt nicht dabei ist.




Der ganze Störenfried Verein namens CSU gehört aussortiert. Leider hier jeder auf jeden angewiesen will man eine Jamaika Regierung doch noch hin bekommen.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon JJazzGold » Mo 13. Nov 2017, 11:45

Alpha Centauri hat geschrieben:(13 Nov 2017, 11:38)

Der ganze Störenfried Verein namens CSU gehört aussortiert. Leider hier jeder auf jeden angewiesen will man eine Jamaika Regierung doch noch hin bekommen.


Wenn Sie die CSU aussortieren, dann ist Jamaika gestorben.
Inwieweit wer wem entgegenkommt, Dobrindt äusserste sich konträr zu Spahn, wird sich am Ende dieser Woche herausstellen.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon CaptainJack » Mo 13. Nov 2017, 11:55

Die CSU scheint die einzige Hoffnung für den Großteil der Bevölkerung zu sein .... bayer. Wahlen sei Dank.
Die FDP muss verdammt aufpassen, dass sie nicht wieder im Nirgendwo versinkt. Das geht blitzschnell. Da nützen auch eventuelle Ministerposten für 3-4 Herrschaften nichts.

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