Jamaika: Die neue Bundesregierung

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Woppadaq
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Woppadaq » Fr 13. Okt 2017, 21:36

CaptainJack hat geschrieben:(13 Oct 2017, 18:35)

In 4 Jahren kommt das mMn. Die passen natürlich viel besser zusammen, vorausgesetzt, Merkel ist dann weg.


Und vorausgesetzt, die AfD hat sich bis dahin radikal von ihrem rechten Auftreten verabschiedet.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Kritikaster » Fr 13. Okt 2017, 21:40

CaptainJack hat geschrieben:(13 Oct 2017, 18:35)

In 4 Jahren kommt das mMn. Die passen natürlich viel besser zusammen, vorausgesetzt, Merkel ist dann weg.

Die heutige AfD passt in keine Koalition mit demokratischen, liberal-konservativen Parteien, unabhängig davon, wer der größten Partei eines solch hypothetischen Bündnisses vorsitzt.

Und es bedarf gewiss keines besonders ausgeprägten Politikverständnisses zu erkennen, dass sich die ohnehin zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit dafür mit der fortwährenden Verschiebung der AfD nach Rechtsaußen ständig weiter reduziert.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 14. Okt 2017, 09:39

Kritikaster hat geschrieben:(13 Oct 2017, 22:40)

Die heutige AfD passt in keine Koalition mit demokratischen, liberal-konservativen Parteien, unabhängig davon, wer der größten Partei eines solch hypothetischen Bündnisses vorsitzt.

Und es bedarf gewiss keines besonders ausgeprägten Politikverständnisses zu erkennen, dass sich die ohnehin zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit dafür mit der fortwährenden Verschiebung der AfD nach Rechtsaußen ständig weiter reduziert.



Richtig sehe ich auch so. Warum sollte denn eine Koalition CDU/CSU ,FDP und AFD,.tendenziell stabiler sein,als Jamaika?

Auch zwischen Union, FDP und AFD gibt es auf einigen Gebieten inhaltlich immense Differenzen, warum sollte diese Regierung es leichter haben die Legislatur zu überstehen?

Vier Parteien Regierungen,sind generell kein Zuckerschlecken
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » Sa 14. Okt 2017, 10:46

In den Nachrichten wird verbreitet, daß FDP-Chef Lindner gern als Finanzminister mitregieren würde. Welchen Umgang mit dem Bundeshaushalt bietet er denn an? Fortsetzung der sparsamen Ausgabenpolitik? Umbau der Ausgabenstruktur?

Weiß hier jemand mehr?
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Senexx » Sa 14. Okt 2017, 10:58

Prognosen sind schwierig. Besonders, wenn sie die Zukunft betreffen.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Woppadaq » Sa 14. Okt 2017, 12:49

H2O hat geschrieben:(14 Oct 2017, 11:46)

In den Nachrichten wird verbreitet, daß FDP-Chef Lindner gern als Finanzminister mitregieren würde. Welchen Umgang mit dem Bundeshaushalt bietet er denn an? Fortsetzung der sparsamen Ausgabenpolitik? Umbau der Ausgabenstruktur?

Weiß hier jemand mehr?


FDP ist von Hause aus für weniger Staat. Damit auch für weniger Staatsausgaben, aber auch weniger Einnahmen.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon yogi61 » Sa 14. Okt 2017, 13:40

H2O hat geschrieben:(14 Oct 2017, 11:46)

In den Nachrichten wird verbreitet, daß FDP-Chef Lindner gern als Finanzminister mitregieren würde. Welchen Umgang mit dem Bundeshaushalt bietet er denn an? Fortsetzung der sparsamen Ausgabenpolitik? Umbau der Ausgabenstruktur?

Weiß hier jemand mehr?

Ja, mehr Netto vom Brutto.
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https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 14. Okt 2017, 14:45

Die FDP möchte den Soli abschaffen und die Grunderwerbssteuer, weil man glaubt, der Bürger könne mit dem Geld besser umgehen als der Staat.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon frems » Sa 14. Okt 2017, 18:40

jorikke hat geschrieben:(08 Oct 2017, 09:14)

Den eher notleidenden Nachbarn auch noch die letzten Perlen zu entziehen, um sie den eigenen Fettwanst zuzuschlagen, betrachtest du als seriöses hanseatisches Verhalten?
Ich kannte den Vorgang nicht.
Jetzt hat Habeck erneut (bei mir) an Hochachtung gewonnen.
Lange schon war es mir ein Rätsel, warum die Grünen so einen Mann im Flautenkielwasser ihrer Vortänzer schwimmen lassen.
Das wird wohl bald vorbei sein.
Er ist der kommende Grüne.

Wenn er weiter mit dem Feuer spielt, kann es passieren, dass er einen Autounfall erledigen oder tot in einer Badewanne aufgefunden. Floreat commercium. Die Wirtschaft geht halt dort hin, wo es für sie am besten läuft. Das gilt für Messeveranstalter genau wie für Schiffe, auch wenn man das in Kiel (und Hannover) bis heute nicht verstanden hat und es mit Verschwörungstheorien als Ersatz versucht.
Labskaus!

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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon frems » Sa 14. Okt 2017, 18:42

H2O hat geschrieben:(14 Oct 2017, 11:46)

In den Nachrichten wird verbreitet, daß FDP-Chef Lindner gern als Finanzminister mitregieren würde. Welchen Umgang mit dem Bundeshaushalt bietet er denn an? Fortsetzung der sparsamen Ausgabenpolitik? Umbau der Ausgabenstruktur?

Weiß hier jemand mehr?

Es dürfte recht egal sein, ob jemand von CDU, Grünen oder FDP Finanzminister wird. Entscheiden tut am Ende das Bundeskanzleramt. Kann aber sein, dass man Lindner irgendein Geschenk aus alter Verbundenheit zugesteht, z.B. die MwSt für vier Jahre um einen Prozentpunkt senken.
Labskaus!

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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Weltregierung » Sa 14. Okt 2017, 18:47

DarkLightbringer hat geschrieben:(14 Oct 2017, 15:45)

Die FDP möchte den Soli abschaffen und die Grunderwerbssteuer, weil man glaubt, der Bürger könne mit dem Geld besser umgehen als der Staat.


Großartige Idee, das hat uns beim sowieso schon überhitzten Immobilienmarkt in deutschen Großstädten gerade noch gefehlt.
https://www.youtube.com/watch?v=xc80T5QuwQA

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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » Sa 14. Okt 2017, 19:38

frems hat geschrieben:(14 Oct 2017, 19:42)

Es dürfte recht egal sein, ob jemand von CDU, Grünen oder FDP Finanzminister wird. Entscheiden tut am Ende das Bundeskanzleramt. Kann aber sein, dass man Lindner irgendein Geschenk aus alter Verbundenheit zugesteht, z.B. die MwSt für vier Jahre um einen Prozentpunkt senken.


Wenn wir uns ein(ige) Prozent Nachlaß bei der Mehrwertsteuer leisten könnten, dann wäre das doch eine Erleichterung für alle Mitbürger vom H IV-Empfänger bis zur Familie mit einigen Kindern. Bedenklich finde ich allerdings, daß dadurch der Unterschied unserer Belastung im Vergleich mit unseren Nachbarn auseinander driftet. In Polen ist man mit 23 % MWSt dabei, und das heißt im Gewerbe schon eine ganze Menge, wenn man an den Wettbewerb über die Grenzen hinaus denkt.

Lassen wir uns überraschen!
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon frems » Sa 14. Okt 2017, 19:42

H2O hat geschrieben:(14 Oct 2017, 20:38)

Wenn wir uns ein(ige) Prozent Nachlaß bei der Mehrwertsteuer leisten könnten, dann wäre das doch eine Erleichterung für alle Mitbürger vom H IV-Empfänger bis zur Familie mit einigen Kindern. Bedenklich finde ich allerdings, daß dadurch der Unterschied unserer Belastung im Vergleich mit unseren Nachbarn auseinander driftet. In Polen ist man mit 23 % MWSt dabei, und das heißt im Gewerbe schon eine ganze Menge, wenn man an den Wettbewerb über die Grenzen hinaus denkt.

Lassen wir uns überraschen!

Nach der Mövenpick-Sache, die eigentlich ein CSU-Kind war, aber der FDP angerechnet wurde, braucht man halt etwas, was im Alltag der Menschen sichtbar ist. Und da eignet sich ein Kassenbon eigentlich ganz gut, genau wie der Lohnzettel. Vielleicht lassen sie auch den Soli auch auslaufen. Haben sie zwar nicht beschlossen, aber können sich dann damit brüsten. Man darf gespannt sein.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » Sa 14. Okt 2017, 19:44

yogi61 hat geschrieben:(14 Oct 2017, 14:40)

Ja, mehr Netto vom Brutto.


Das hieße, daß die FDP die Einkommenssteuern und Sozialabgaben senken möchte. Kann ich mir derzeit gar nicht vorstellen, weil damit die Menschen entlastet werden, die hohe Steuerlasten tragen müssen. Das gibt doch Geschrei ohne Ende!
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Dampflok94 » So 15. Okt 2017, 06:21

frems hat geschrieben:(14 Oct 2017, 20:42)

Nach der Mövenpick-Sache, die eigentlich ein CSU-Kind war, aber der FDP angerechnet wurde, braucht man halt etwas, was im Alltag der Menschen sichtbar ist. Und da eignet sich ein Kassenbon eigentlich ganz gut, genau wie der Lohnzettel. Vielleicht lassen sie auch den Soli auch auslaufen. Haben sie zwar nicht beschlossen, aber können sich dann damit brüsten. Man darf gespannt sein.

Laut ZEIT letzteres:
"Ein Jamaika-Steuerkonzept kann es nur geben, wenn es das Ende des Solidaritätszuschlags umfasst, ohne dass den Menschen das Geld an anderer Stelle wieder aus der Tasche gezogen wird," sagte Lindner in einem Gespräch mit der Bild am Sonntag.

Kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Denn ob eine MwSt-Senkung um einen Prozentpunkt beim Kunden ankäme, weiß man nicht. Allerdings halte ich dieses Mantra, die Steuer dürfte nicht anweitig ersetzt werden, für hirnlos.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 15. Okt 2017, 06:26

Weltregierung hat geschrieben:(14 Oct 2017, 19:47)

Großartige Idee, das hat uns beim sowieso schon überhitzten Immobilienmarkt in deutschen Großstädten gerade noch gefehlt.

Das Wohnen im Eigenheim soll erleichtert werden, weil es zugleich auch eine gute Altersvorsorge darstellt.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 15. Okt 2017, 06:55

FDP-Chef Lindner macht die Abschaffung des Solidaritätszuschlags zur Bedingung.
http://www.zeit.de/politik/deutschland/ ... -koalition

Das sollte doch machbar sein.
Die Ökonomie-Daten sind nicht so schlecht, sie sind sogar gut. Es ist an der Zeit, die Allgemeinheit an den Gewinnen zu beteiligen.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Just Me » So 15. Okt 2017, 07:32

Dampflok94 hat geschrieben:(15 Oct 2017, 07:21)
Kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Denn ob eine MwSt-Senkung um einen Prozentpunkt beim Kunden ankäme, weiß man nicht.
Warum? Eine "Mehrwertsteuer"-Senkung ist die unmittelbarste Steuersenkung für ALLE. Und sie wirkt sich bei JEDEM Einkauf FÜR ALLE GLEICH aus.

(Abgesehen davon ist die "MwSt." die unsäglichste Kapitalismus-Steuer überhaupt: Der Endverbraucher, auf den diese Steuer stets und zu nahezu 100 Prozent umgelegt wird, wird bestraft (vulgo: INDIREKT besteuert), weil er etwas kauft. Das funktioniert nur deshalb, weil diese Steuer allumfassend ist, man also vor ihr gar nicht ausweichen kann. Damit jedoch wird das Steuer-Prinzip, also die "Steuer als Regelmechanismus" ausgehebelt und zur faktischen Schutzgeld-Erpressung deklassiert. Das ist umso perfider, als eine entsprechende Lohnsteuer-Erhöhung (vorausgesetzt, Einkäufe werden vom Lohn bezahlt, also eine DIREKTE Steuer) um 19 bzw., beispielsweise über den Mindestlohn gedeckelt, um 7 % wohl auf sehr viel größeren unmittelbaren Widerstand stoßen würde. ... Diese Steuer verstößt also vor allen anderen, und noch um Welten vor dem "Soli-Zuschlag", gegen alle Freiheitsprinzipien des Neoliberalismus und müsste, wäre die FDP liberal und nicht nur Klientel-Partei, zentrales Thema werden.)

Der Soli-Zuschlag (der nie ein solcher war, nicht zuletzt, weil ihn auch die angeblich Begünstigten selbst zahlen müssen; und der schon lange keiner mehr ist, weil er mittlerweile nicht einmal mehr für die einst begrenzten Ziele verwendet wird) ist hingegen eine Proportional-Steuer. Seine Abschaffung begünstigt also insbesondere die Reichen überproportional. Das ist natürlich im Sinne der FDP als Klientel-Partei verständlich und nachvollziehbar; doch in der Argumentation trotzdem nicht weniger irreführend.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Just Me » So 15. Okt 2017, 07:58

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Oct 2017, 07:55)
Die Ökonomie-Daten sind nicht so schlecht, sie sind sogar gut. Es ist an der Zeit, die Allgemeinheit an den Gewinnen zu beteiligen.
Das hängt davon ab, was du unter "Ökonomie-Daten" verstehst. Wenn du dich auf die "Steuerüberschüsse" berufst, solltest du im Auge behalten, dass hier auch die aktuelle kalte Enteignung der unteren Schichten, etwa durch Zinsen unterhalb des Inflationsniveaus, trägt. Und du solltest auch im Auge behalten, dass Deutschland vor allem von der Schwäche anderer Staaten profitiert, was sich beispielsweise in der Nettokreditaufnahme zu äußerst niedrigen, zum Teil sogar negativen, Zinsen auswirkt.

Mit anderen Worten: Die "Ökonomie-Daten" sind in überwältigenden Teilen der aktuell immer noch anhaltenden Krise von 2007/2008 zu verdanken (besser, weil richtiger, wäre: geschuldet) und keineswegs ein Boden, auf dem man solide aufbauen kann.

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Oct 2017, 07:55)
Es ist an der Zeit, die Allgemeinheit an den Gewinnen zu beteiligen.
"Schulden zurückzahlen" ist nicht? Deutschland ist mittlerweile mit knapp 2 Billionen Euro (das sind 2.000 Milliarden Euro) verschuldet. Das sind rund 24.000 Euro pro Nase, vom Neugeborenen bis zum Rentner. Und trotz "sprudelnder Steuereinnahmen" steigt die Verschuldung weiterhin um knapp 60 Euro pro Sekunde.

Nicht, dass die Verschuldung an sich störend ist; viel interessanter ist der Schuldenhaushalt des Bundes. Der ist mittlerweile der viertgrößte Ausgabenposten geworden. Und das nicht etwa, um die Schulden zu senken; sondern ausschließlich, um die Kosten der Schulden zu bezahlen. Aktuell sind das ohne Schattenhaushalte runde 20 Milliarden Euro, die jedes Jahr "für lau" ausgegeben werden, ohne dass der Bund, also du, irgendeine Gegenleistung jenseits von "Na gut, ich verlange mein Geld noch nicht zurück." dafür erhält. Wir geben also für den Erhalt unserer Schulden mehr Geld aus, als beispielsweise für Gesundheit, Familien oder Zukunftsinvestitionen, wie etwa Forschung oder Bildung.

Ich, ganz persönlich, würde mich also sehr viel mehr darüber freuen, wenn ich weniger Steuergeld "für nix" ausgeben müsste; dafür aber auf eine "direkte Entlastung", die sich, notwendigerweise, weil eine gleichverteilte Steuer-Entlastung eben nur relativ geringe Beträge ergibt, verzichten müsste. Für mich, ganz persönlich, würde sich zwar so oder so nicht viel ändern; doch meine Kinder würden es wohl sicherlich begrüßen, eines Tages noch einmal 20 Milliarden Euro pro Jahr mehr in der Tasche zu haben.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 15. Okt 2017, 08:53

Just Me hat geschrieben:(15 Oct 2017, 08:58)

Das hängt davon ab, was du unter "Ökonomie-Daten" verstehst. Wenn du dich auf die "Steuerüberschüsse" berufst, solltest du im Auge behalten, dass hier auch die aktuelle kalte Enteignung der unteren Schichten, etwa durch Zinsen unterhalb des Inflationsniveaus, trägt. Und du solltest auch im Auge behalten, dass Deutschland vor allem von der Schwäche anderer Staaten profitiert, was sich beispielsweise in der Nettokreditaufnahme zu äußerst niedrigen, zum Teil sogar negativen, Zinsen auswirkt.

Mit anderen Worten: Die "Ökonomie-Daten" sind in überwältigenden Teilen der aktuell immer noch anhaltenden Krise von 2007/2008 zu verdanken (besser, weil richtiger, wäre: geschuldet) und keineswegs ein Boden, auf dem man solide aufbauen kann.

Eben. Der "kalten Enteignung" entgegen zu wirken würde die Überschüsse zwar mindern, die Kaufkraft jedoch steigern. Der Staatshaushalt ist ja kein Selbstzweck, der dem Wohlgefühl des Finanzministers zu dienen hätte. Die Entlastung des Bürgers gibt diesem die Möglichkeit, selbst Finanzminister zu spielen. Praktisch ist hier die Kernfrage, wem man mehr zutraut.

"Schulden zurückzahlen" ist nicht? Deutschland ist mittlerweile mit knapp 2 Billionen Euro (das sind 2.000 Milliarden Euro) verschuldet. Das sind rund 24.000 Euro pro Nase, vom Neugeborenen bis zum Rentner. Und trotz "sprudelnder Steuereinnahmen" steigt die Verschuldung weiterhin um knapp 60 Euro pro Sekunde.

Nicht, dass die Verschuldung an sich störend ist; viel interessanter ist der Schuldenhaushalt des Bundes. Der ist mittlerweile der viertgrößte Ausgabenposten geworden. Und das nicht etwa, um die Schulden zu senken; sondern ausschließlich, um die Kosten der Schulden zu bezahlen. Aktuell sind das ohne Schattenhaushalte runde 20 Milliarden Euro, die jedes Jahr "für lau" ausgegeben werden, ohne dass der Bund, also du, irgendeine Gegenleistung jenseits von "Na gut, ich verlange mein Geld noch nicht zurück." dafür erhält. Wir geben also für den Erhalt unserer Schulden mehr Geld aus, als beispielsweise für Gesundheit, Familien oder Zukunftsinvestitionen, wie etwa Forschung oder Bildung.

Ich, ganz persönlich, würde mich also sehr viel mehr darüber freuen, wenn ich weniger Steuergeld "für nix" ausgeben müsste; dafür aber auf eine "direkte Entlastung", die sich, notwendigerweise, weil eine gleichverteilte Steuer-Entlastung eben nur relativ geringe Beträge ergibt, verzichten müsste. Für mich, ganz persönlich, würde sich zwar so oder so nicht viel ändern; doch meine Kinder würden es wohl sicherlich begrüßen, eines Tages noch einmal 20 Milliarden Euro pro Jahr mehr in der Tasche zu haben.

Die Nettokreditaufnahme ist in der Tat nicht das allein Entscheidende. Sicherlich sollte man zur Entschuldung beitragen, aber gleichzeitig nicht auf Investitionen verzichten. Je mehr letztlich eingenommen wird, desto eher lässt sich die Ausgabenpolitik doch steuern.
Nehmen wir als Beispiel den Bürger, der sich ein Eigenheim erwirbt und diesen mit 70 % Kreditvolumen finanziert. Die Nettokreditverschuldung ist dann zwar hoch, zumal am Jahresbruttoeinkommen gemessen, wesentlich entscheidender ist jedoch die Zukunftsdividende und die stabile Einkommenssituation.

Deine Kinder werden sich weniger an Abstraktionen erfreuen als vielmehr an einer guten Ausbildung, Perspektive und konkreter Kaufkraft.
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