Jamaika: Die neue Bundesregierung

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Alpha Centauri
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Alpha Centauri » Mo 25. Sep 2017, 20:15

H2O hat geschrieben:(25 Sep 2017, 20:55)

Bei der FDP deute ich den Stimmenzuwachs auf über 10% als klares Signal, sich an der Gestaltung der Regierungsgeschäfte zu beteiligen. Bei den DIE GRÜNEN kommt es tatsächlich auf das Angebot an, das die beiden anderen Parteien, Union und FDP, ihr machen, wo etwa grüne Anliegen voran gebracht werden können.


Das Problem wäre ja bei Jamaika nicht nur FDP und Grüne auf einen Nenner zu bringen viel größere Differenzen sehe ich zwischen CSU und Grüne, ( wie man die bayerische Bauernpartei und jene Partei die gegen kommerzielle Massentierhaltung eintritt an einen gemeinsamen Regierungstisch kriegen will, ist mir persönlich ein dunkles Rätsel) und selbst zwischen CSU und FDP ist nicht ganz Friede, Freude, Eierkuchen bei einigen Themen ( Stichwort Obergrenze, Bürgerrechte, digitale Überwachung) eine schwierige und konfliktgeladene Gemengelage.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 25. Sep 2017, 20:18

H2O hat geschrieben:(25 Sep 2017, 20:55)

Bei der FDP deute ich den Stimmenzuwachs auf über 10% als klares Signal, sich an der Gestaltung der Regierungsgeschäfte zu beteiligen.

Ich nicht, auch bei der FDP gibt es ca. 30% Protestwähler, fallen die weg, bleiben nur 7% überzeugte FDP-Wähler übrig. Ich hoffe, Lindner kann den Verlockungen der Macht widerstehen und geht in die Opposition, die FDP ist zu wichtig um Mehrheitsbeschaffer für eine eigentlich abgewählte Kanzlerin zu spielen und danach unterzugehen. Wenn Merkel mal scharf nachdenkt, dann sieht sie ein, dass sie die große Verliererin der Wahl ist und tritt zurück, das würde auch viele Protestwähler wieder zurück zur CDU holen, wenn der neue Kandidat keinen Merkelbackground hat.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » Mo 25. Sep 2017, 20:21

UncleSams_Berater hat geschrieben:(25 Sep 2017, 20:59)

Mit den Grünen Kompromisse zu schließen ist so gut wie unmöglich

Das ist natürlich völliger Unfug, denn die regieren in weit über der Hälfte unserer Bundesländer mit. Wer bläst Ihnen denn solche "Erkenntnisse" ein?
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » Mo 25. Sep 2017, 20:26

Tom Bombadil hat geschrieben:(25 Sep 2017, 21:18)

Ich nicht, auch bei der FDP gibt es ca. 30% Protestwähler, fallen die weg, bleiben nur 7% überzeugte FDP-Wähler übrig. Ich hoffe, Lindner kann den Verlockungen der Macht widerstehen und geht in die Opposition, die FDP ist zu wichtig um Mehrheitsbeschaffer für eine eigentlich abgewählte Kanzlerin zu spielen und danach unterzugehen. Wenn Merkel mal scharf nachdenkt, dann sieht sie ein, dass sie die große Verliererin der Wahl ist und tritt zurück, das würde auch viele Protestwähler wieder zurück zur CDU holen, wenn der neue Kandidat keinen Merkelbackground hat.


Damit bin ich im Grunde einverstanden. Im Klartext hieße das Neuwahlen, bis es endlich paßt. Deshalb meine ich, daß man die Wähler nicht zur Befriedigung persönlicher Ziele mißbrauchen sollte, sondern aus ihrer Entscheidung das Bestmögliche für unser Land macht.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » Mo 25. Sep 2017, 20:33

Alpha Centauri hat geschrieben:(25 Sep 2017, 21:15)

Das Problem wäre ja bei Jamaika nicht nur FDP und Grüne auf einen Nenner zu bringen viel größere Differenzen sehe ich zwischen CSU und Grüne, ( wie man die bayerische Bauernpartei und jene Partei die gegen kommerzielle Massentierhaltung eintritt an einen gemeinsamen Regierungstisch kriegen will, ist mir persönlich ein dunkles Rätsel) und selbst zwischen CSU und FDP ist nicht ganz Friede, Freude, Eierkuchen bei einigen Themen ( Stichwort Obergrenze, Bürgerrechte, digitale Überwachung) eine schwierige und konfliktgeladene Gemengelage.


So gesehen haben wir beste Gelegenheit, daß nun die politische Landschaft etwas zurecht gerückt wird. 12 Jahre Machtbeteiligung lassen Dinge selbstverständlich erscheinen, die längst hätten geklärt werden müssen. Der Wähler macht's möglich. Diese denkbaren Konflikte müssen in Koalitionsverhandlungen angesprochen und durch Kompromisse vorläufig bereinigt werden... oder wir bekommen Neuwahlen. Dann aber mit dem Wissen, worüber man sich nicht einigen konnte.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon harry52 » Mo 25. Sep 2017, 20:37

H2O hat geschrieben:Das ist natürlich völliger Unfug, denn die regieren in weit über der Hälfte unserer Bundesländer mit.

Da gebe ich Dir Recht.
Özdemir und Göring-Eckardt sind Realos und spätestens seit der Schleswig Holstein Wahl haben sowohl die Grünen wie auch die FDP und die CDU kapiert, dass man gemeinsam stark sein kann, wenn man freundlich und kompromissbereit miteieinander regiert.

Der Stinker ist die Seehofer-CSU
und sie hat bis heute auch nicht kapiert, dass sie statt Merkel zu kritisieren, lieber mal Merkel und sich selber gelobt hätten, was nämlich alles schon geändert wurde bzgl. der Flüchtlinge. Übrigens auch mit Zustimmung der Grünen! Es ist seit 2015 enorm viel verändert worden und das hätte die CSU deutlich sagen sollen.

Seehofer ist sehr alt und hat diesmal kein gutes Näschen gehabt.
Er hat sich total unklug verhalten und es ist zu 50% seine Wahlniederlage.
"Gut gemeint" ist nicht das Gleiche wie "gut gemacht".
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 25. Sep 2017, 20:39

H2O hat geschrieben:(25 Sep 2017, 21:26)

Im Klartext hieße das Neuwahlen, bis es endlich paßt.

Nein, einmal Neuwahlen nach Merkels Rücktritt sollten reichen. Ich finde es jedenfalls befremdlich, die gerade noch so lebende FDP und die Grünen das Versagen der beiden große Parteien ausbaden zu lassen und damit ihre Existenz zu gefährden. Wenn es wirklich ganz pathetisch "ums Vaterland" ginge, dann steigt die SPD mit der Union in den Koalitions-Ring.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Alpha Centauri » Mo 25. Sep 2017, 20:44

harry52 hat geschrieben:(25 Sep 2017, 21:37)

Da gebe ich Dir Recht.
Özdemir und Göring-Eckardt sind Realos und spätestens seit der Schleswig Holstein Wahl haben sowohl die Grünen wie auch die FDP und die CDU kapiert, dass man gemeinsam stark sein kann, wenn man freundlich und kompromissbereit miteieinander regiert.

Der Stinker ist die Seehofer-CSU
und sie hat bis heute auch nicht kapiert, dass sie statt Merkel zu kritisieren, lieber mal Merkel und sich selber gelobt hätten, was nämlich alles schon geändert wurde bzgl. der Flüchtlinge. Übrigens auch mit Zustimmung der Grünen! Es ist seit 2015 enorm viel verändert worden und das hätte die CSU deutlich sagen sollen.

Seehofer ist sehr alt und hat diesmal kein gutes Näschen gehabt.
Er hat sich total unklug verhalten und es ist zu 50% seine Wahlniederlage.


Dem ist nichts hinzuzufügen. Sehr gut erkannt. :thumbup:
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Sybilla » Mo 25. Sep 2017, 20:48

pikant hat geschrieben:(25 Sep 2017, 13:00)

ohne die CSU wird man in Bayern keine Regierung bilden koennen.


Kann nicht?

Also SPD 22% Grüne 12 % FDP 10% FW 10% sehen sie da die CSU? Nein? Dann kann doch und das ist nicht unrealistisch nach der Landtagswahl 2018 eine Regierung gegen die CSU im bayerischen Landtag gebildet werden.

Wenn die CSU in Berlin in eine "Jamaika Koalition" unter "Mutti Merkel" eintritt und die Kröte von FDP/Grüne (keine Obergrenze) schluckt und 2018 der Familiennachzug einsetzt, dann sage ich schon heute voraus, das die CSU ab den Landtagswahlen in Bayern im Landtag in München erstmals seit 1957 auf den Oppositionsbänken Platz nehmen wird. Und das ist nur eine der vielen Kröten die von der CSU in Berlin bei einer "Jamaika Koalition" zu schlucken sind. Eine CSU auf den Oppositionsbänken in Bayern ist für die CSU unvorstellbar. Vielleicht sollte die CDU bei der SPD Anfragen ob sie Gespräche für eine GroKo "ohne Merkel" aufnehmen möchte.

Die CSU steht am Abgrund tritt sie in die "Jamaika Koalition" in Berlin ein, ist sie nach meiner Einschätzung einen Schritt weiter.

Ich finde es auch nicht besonders "demokratisch" wenn 12,6 % AfD und 9,1% Linke der Wähler also rund jeder 5. Wähler als "Spinner" wahlweise "rechter oder linker" bezeichnet wird.

Es wird Zeit die Wähler ihre Ängste und Probleme ernst zunehmen.

Kirchen gegen AfD

Warum sind die Kirchen gegen die AfD? Waren die Kirchen gegen die Agenda 2010? Nein
Die Agenda 2010 war der Nährboden die Saat aus der die AfD erwachsen ist, der Erfolg der AfD in den ostdeutschen Bundesländern ist Beleg dafür. Durch die Agenda 2010 Politik wurden viele Menschen abgehängt und in ihren Nöten, Problemen, Sorgen und Ängste vergessen eine "Vollbeschäftigung" die in Teilzeit sowie in Leih und Zeitarbeit mit ergänzenden Sozialleistungen besteht ist keine "Vollbeschäftigung" sondern Armut trotz Arbeit die exorbitant hohen Mieten die Kinderarmut die Altersarmut sind allesamt folgen der Agenda 2010 haben die Kirche jemals dazu Bedenken geäußert?

Kriminalität? Haben sich die Kirchen zu den Ereignissen der Kölner-Silvesternacht den "Terroranschlägen" in 2016 zu der sprunghaft angestiegenen Kriminalität von Flüchtlingen geäußert?

Sexuelle Übergriffe Die Rechte der Frauen sind genauso schutzbedürftig wie die der Flüchtlinge

Wer nimmt die Ängste der Frauen ernst? Haben sich die Kirchen diesbezüglich geäußert?

Die Menschen die Wähler die Bürger ihre Sorgen ihre Bedürfnisse und ihre Ängste müssen endlich wieder von der herrschenden Nomenklatur ernst genommen werden, dann verschwindet die AfD von ganz alleine.
Ich denke ein weiter so - ist nicht erwünscht und das funktioniert auch nicht. Frau Merkel sollte Verantwortung für ihre Politik übernehmen und die Konsequenz ziehen einen Neuanfang ermöglichen.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » Mo 25. Sep 2017, 20:55

Tom Bombadil hat geschrieben:(25 Sep 2017, 21:39)

Nein, einmal Neuwahlen nach Merkels Rücktritt sollten reichen. Ich finde es jedenfalls befremdlich, die gerade noch so lebende FDP und die Grünen das Versagen der beiden große Parteien ausbaden zu lassen und damit ihre Existenz zu gefährden. Wenn es wirklich ganz pathetisch "ums Vaterland" ginge, dann steigt die SPD mit der Union in den Koalitions-Ring.


Ich meine tatsächlich, daß es bei jeder Bundestagswahl "ums Vaterland" geht, denn seine Menschen haben schließlich gewählt. Die Existenz der "Kleinen" ist immer gefährdet, ob sie sich nun in einer Koalition unterbuttern lassen oder sich von vornherein verweigern. Welchen Sinn hat eine Partei, die nicht gestalten will? Diese Frage muß sich auch die SPD stellen lassen, schon richtig.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 25. Sep 2017, 20:58

Man kann auch in der Opposition gestalten. FDP und Grüne auf Selbstmordmission zu schicken wird die Demokratie in Deutschland mMn. nicht voran bringen, Merkel hat die Wahl verloren, sie sollte Größe zeigen und den Weg für einen Neuanfang frei machen.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Alpha Centauri » Mo 25. Sep 2017, 21:07

Tom Bombadil hat geschrieben:(25 Sep 2017, 21:58)

Man kann auch in der Opposition gestalten. FDP und Grüne auf Selbstmordmission zu schicken wird die Demokratie in Deutschland mMn. nicht voran bringen, Merkel hat die Wahl verloren, sie sollte Größe zeigen und den Weg für einen Neuanfang frei machen.



Die SPD wiederum wird gleichfalls nicht in eine erneute GroKo nach dieser Wahl eintreten und damit den todsicheren politischen Selbstmord begehen.

20% für die SPD ist ein eindeutiger Oppositionsauftrag.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 25. Sep 2017, 21:11

Man kann aber auch nicht verlangen, dass FDP und Grüne politischen Selbstmord begehen.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Alpha Centauri » Mo 25. Sep 2017, 21:12

Ich verstehe auch nicht wie einige hier sich das vorstellen die GroKo hat zusamen genommen gemeinsam annähernd gut 15% an Zustimmung verloren

Da kann man nicht einfach mal mit der selben Looser Koalition einfach weiterregieren, als wäre nichts gewesen.

Daher war der Schritt der SPD in sie Opposition zu gehen, der einzig vernünftige.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 25. Sep 2017, 21:14

Alpha Centauri hat geschrieben:(25 Sep 2017, 22:12)

Daher war der Schritt der SPD in sie Opposition zu gehen, der einzig vernünftige.

Für die SPD ja, FDP und Grüne werden jetzt unter Zugzwang gesetzt und sollen ihre Existenz riskieren, die FDP stärker noch als die Grünen, nur damit eine eigentlich abgewählte Kanzlerin weiter machen kann. Warum?
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » Mo 25. Sep 2017, 21:16

Tom Bombadil hat geschrieben:(25 Sep 2017, 21:58)

Man kann auch in der Opposition gestalten. FDP und Grüne auf Selbstmordmission zu schicken wird die Demokratie in Deutschland mMn. nicht voran bringen, Merkel hat die Wahl verloren, sie sollte Größe zeigen und den Weg für einen Neuanfang frei machen.


Zeigen Sie uns bitte ein gutes Beispiel, in dem eine Opposition aus zerstrittenen 10-Prozentern etwas gestaltet hat.

Die Zahlen für die CDU sind immer noch zu gut, um einen Rückzug aus der Verantwortung zu rechtfertigen. Den können andere sich wünschen, aber niemand kann sagen, was eine Neuwahl erbrächte. Und dann... wieder Neuwahl? Da drehen wir uns im Kreise!
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » Mo 25. Sep 2017, 21:23

Tom Bombadil hat geschrieben:(25 Sep 2017, 22:14)

Für die SPD ja, FDP und Grüne werden jetzt unter Zugzwang gesetzt und sollen ihre Existenz riskieren, die FDP stärker noch als die Grünen, nur damit eine eigentlich abgewählte Kanzlerin weiter machen kann. Warum?


Das sehe ich nicht ganz so verkniffen; einerseits bekommen die beiden Parteien... eine allein ist ja auch nicht genug... eine gute Gelegenheit, etwas von ihren Vorstellungen in praktische Politik zu übertragen, andererseits haben sie es doch in der Hand, sich für Neuwahlen aus zu sprechen. Sie haben sogar die Möglichkeit, diese Koalition zu verlassen, wenn ihnen bei der Arbeit die Luft zum Atmen genommen wird. Mehr Freiheit, sein Schicksal zu gestalten, gibt es selten.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon harry52 » Mo 25. Sep 2017, 21:24

Tom Bombadil hat geschrieben:Man kann auch in der Opposition gestalten.

Da im Bundesrat die SPD und die Linke in vielen Ländern mitbestimmt,
gibt es auch jetzt gar keine Oppostion. Die vielen gesetzlichen Veränderungen bzgl. der Flüchtlinge bis hin zur Homoehe waren nur möglich, weil alle Parteien eine Megakoalition bilden und das ist der Normalzustand seit Jahrzehnten. Nur ganz selten und nur wenige Jahre gab es mal linke oder rechte Mehrheiten im Bundesrat und Bundestag.

Das bitte bedenken.
Zum Zweiten ist die Opposition zwanghaft negativ und unehrlich. Selbst wenn die Regierung feststellt, dass 1+1=2 ist, muss eine Opposition widersprechen. Die Rolle in der Opposition ist schei... und nahezu nie hat die SPD, dass was die CDU beschlossen hat, wieder einkassiert, wenn sie an die Macht kam und umgekehrt. In der Oppostion hat man ständig gehört, was für ein Mist das ist, was die Regierung macht und wenn die Regierung wechselte, wurde fast alles, was angeblich Mist war, beibehalten.

Die Opposition ist zwanghaft verlogen und muss, weil viele Wähler faul sind und sich nie was durchlesen, eine unehrliche Show abziehen.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 25. Sep 2017, 21:26

H2O hat geschrieben:(25 Sep 2017, 22:16)

Zeigen Sie uns bitte ein gutes Beispiel, in dem eine Opposition aus zerstrittenen 10-Prozentern etwas gestaltet hat.

Ich würde es noch etwas weiter einengen ;)

Die Zahlen für die CDU sind immer noch zu gut, um einen Rückzug aus der Verantwortung zu rechtfertigen.

Die Union hat fast 9% der Wähler verloren und ihr schlechtestes Ergebnis seit 1949 (wie die SPD) eingefahren, das ist eine schallende Ohrfeige für Merkels Politik.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 25. Sep 2017, 21:28

H2O hat geschrieben:(25 Sep 2017, 22:23)

Mehr Freiheit, sein Schicksal zu gestalten, gibt es selten.

Es schwingt schon durch, dass sie quasi "Vaterlandsverräter" sind, wenn sie sich nicht in eine Koalition mit der Union begeben.
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