Analyse Parteienantritte 2017

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Katenberg
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Analyse Parteienantritte 2017

Beitragvon Katenberg » Fr 1. Sep 2017, 16:51

Servus beisammen,

wie bei den Bundestagswahlen zuvor treten dieses Jahr auch wieder eine Menge Splittergruppen an, um um die Gunst des Wählers zu wettern. Die Parteien erreichen selten die Grenze von 0,5% ab der die Stimme relevant wird, dennoch vertreten sie meist (partiell) gesellschaftlich relevante Themen oder versuchen im Teich einer anderen Partei zu fischen. Erstarkt in einem Themenbereich eine Partei, sinkt die Anzahl der Konkurrenten in diesem Sektor, da sich potentielle Kandidaten eher an den erfolgreichen Pedanten klammern, anstatt ihre Zeit bei Splittergruppen zu verschwenden. Versteht es eine Partei weniger, in ihr thematisches Reservoir zu halten, steigt die Zahl potentieller Mitbewerber, die versuchen, ihr Thema in den Vordergrund zu rücken bzw das entstehende Vakuum auszunutzen.

These ist demnach: Aus den Profilen der Kleinparteien lässt sich lesen, wie gut die Parteien ihr Milieu oder Thema bedienen können.

Praktisches Beispiel vorweg: Die Fusion der WASG und der PDS führte zu einer Sogwirkung kleinerer Gruppen, die sich der so entstandenen vereinigten Linken anschloss, was wiederum dafür sorgte, dass die Wahlantritte kleinrer Linksparteien zunächst sanken.



Etablierte:

Die erste Gruppe etablierter Parteien sind die Parteien, die im Bundestag sitzen, an Landesregierungen beteiligt sind, oder in mehreren Landtagen sitzen. Es sind:
- CDU
- CSU
- SPD
- FDP
- LINKE
- GRÜNE
- AfD

Die zweite Gruppe etablierter Parteien sind Parteien der sonstigen, die regelmäßig an Wahlen teilnehmen, in einzelnen Landtagen oder im Europaparlament sitzen und bei Landtagswahlen konstante Werte über 1% schaffen. Sie haben meist einen regionalen Schwerpunkt, sind aber als Marke etabliert.

- Freie Wähler
- NPD
- Piraten
- Familienpartei
- Tierschutzpartei
- ÖDP
- DIE PARTEI
(- SSW)
(- Bürger in Wut)
(- Bayernpartei)

Ansonsten gibt es Parteien, die durch ihre wiederholten Antritte kleinstetabliert sind,als Marken zwar vertreten sind, aber lediglich auf der kommunalen Ebene, wenn überhaupt eine Bedeutung haben:
- DKP
- MLPD
- REP
- PRO NRW


Aufgeteilt in Sphären wiederum:

Linksliberalismus
Etablierte: Die Grünen, PIRATEN
Konkurenten (2017)
- Bündnis Grundeinkommen
- Demokratie in Bewegung
- Die Urbane
- Partei der Humanisten

Dies ist im Vergleich zu 2013 eine eklatante Steigerung, wo keine nicht-etablierte linksliberale Partei zur Wahl antrat.

Ökologie
Selbstverständlich haben sich alle Parteien den Umweltschutz bereits auf die Fahnen geschrieben. Hier geht es jedoch explizit um die Schwerpunktparteien)
Etablierte: Die Grünen, Tierschutzpartei, ÖDP
Konkurrenten (2017)
- Tierschutzallianz
- Menschliche Welt
- Magdeburger Gartenpartei
- V-Partei³

Hier findet sich ebenfalls eine klare Steigerung der Parteipräsenz. Neben den Etablierten traten 2013 lediglich die Violetten zusätzlich an, welche dieses Jhr jedoch lediglich am Wahlantritt gescheitert sind.

Tatsächlich zeigt sich, dass lediglich in diesen Bereichen die Zahl der Antritte merklich angestiegen sind. Auf der rechten Seite gab es einen spürbaren Rückgang, welcher für die Zugwirkung der AfD spricht, im Regionalbereich ebenso für die Freien Wähler.
Bei den linksextremen Parteien ist keine Bewegung erkenntbar, treten neben der etablierten Linkspartei wie stets und ständig nur die SGP, die MLPD und die DKP an.

Die Zahl der Parteiantritte weist eine eklatante Schwäche der Grünen auf ihren Hauptgebieten nach und zeigt, dass es der Partei nicht mehr gelingt, die vorhandenen Kräfte ihres Milieus zu bündeln. Natürlich ist das Antretend er Tierschutzallianz, die eine Abspaltung der Tierschutzpartei ist, eher ein Hinweis auf Probleme in diesem Segment, zeigt aber auch, dass es den Grünen nicht gelingt, diese Kräfte zu integrieren.
Auch zu schaffen machen sollte der Partei, dass mit der V-Partei eine Gruppierung in ihrem Hohehitsgewässer entstanden ist, die für einen Erstantritt mit erstaunlich vielen Listen antritt.
Je freier die Nation, desto sozialer ist sie
Denn jeder Unterdrücker will die Menschen nur vor sich selbst schützen

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