Rekord bei Stimmenentwertung zu erwarten?

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jack000
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Re: Rekord bei Stimmenentwertung zu erwarten?

Beitragvon jack000 » Mi 23. Aug 2017, 18:16

So legitim ich die Frage/Diskussion nach der Sperrklausel auch halte, welche konkreten Auswirkungen hätte denn eigentlich die Senkung der Sperrklausel auf z.B. 3%?
=> M.E. doch nur, dass in dem einen oder anderen Bundesland, wie ggf. auch im Bund max. 1 Kleinpartei Eintritt in das jeweilige Parlament hätte mit der aber niemand koalieren würde.

Auch kleinere Parteien haben es doch geschafft aus der 5% Hürde heraus zu kommen:
- Grüne (Seit langem, inzwischen etabliert auch mit diversen Koalitionen auf Bundesebene und sogar als Großer Koalitionspartner mit MP in BW)
- NPD (Hier und da mal in Landesparlamenten gewesen, inzwischen bedeutungslos (sowohl in den Ländern wie auch im Bund)
- Piraten (In kurzer Zeit sehr hohe Erfolge erzielt, aber es inzwischen selbst vermasselt)
- AfD (Hohe Erfolge bei Landtagswahlen, auch realistische Aussicht auf Einzug in den Bundestag, Zukunft ungewiss, Koalition ausgeschlossen)
- Linke (Hohe Zustimmung in den neuen Bundesländern, auch inzwischen in den neuen Bundesländern etabliert, aber in den meisten Länderparlamenten in den neuen Bundesländern nicht vertreten, Erfolge im Bund inkl. Koalitionen in den Ländern)
- Der ganze Rest läuft unter "ferner liefen"
=> Es würde sich doch also politisch doch gar nix ändern, denn entweder besteht bei den "Großen Parteien" sowieso kein Koalitionsinteresse, bzw. sind diejenigen die unter 5% sind i.d.R. auch unter 3%!
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

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Europa2050
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Re: Rekord bei Stimmenentwertung zu erwarten?

Beitragvon Europa2050 » Mi 23. Aug 2017, 20:35

Bei dieser Bundestagswahl haben insgesamt 6 Parteien (Bzw. Fraktionsgemeinschaften) begründete Aussichten, trotz 5%-Hürde in den Bundestag einzuziehen:
- eine konservativer Ausrichtung
- zwei sozialer Ausrichtung (Soft- und Hardcore)
- eine ökologischer Ausrichtung
- eine liberaler Ausrichtung
- eine nationalistischer Ausrichtung
Ich wüsste jetzt nicht, welche politische Richtung von diesem Spektrum nicht abgedeckt ist, von theokratischen, monarchistischen oder regionalistischen Vorstellungen mal abgesehen, die ich aber irgendwie auch nicht für wirklich fehlend betrachte.
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:

Mist, hab ich einige Leute doch tatsächlich überfordert. :s
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Cat with a whip
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Re: Rekord bei Stimmenentwertung zu erwarten?

Beitragvon Cat with a whip » Mi 23. Aug 2017, 22:59

Welfenprinz hat geschrieben:(23 Aug 2017, 11:04)

Hm,von der Idee her sicher richtig.
In den Länderparlamenten waren überraschende newcomer (gab es da überhaupt ausserhalb des rechten Spektrums schill bis dvu welche,z. B. Tierschutzpartei oder so?) bisher nicht in der Lage solche Erwartungen zu erfüllen . Statt Impulse gabs da eigentlich nur Dilletantismus und Verschwinden in der Versenkung.
Mangelnde Erfahrung und Kompetenz im politischen Geschäft.Etablierung gelingt eigentlich nie.

Wobei das dann durchaus auch ein Henne -Ei-Problem sein könnte.Die 5% Grenze wirkt derart als Barriere,dass die fähigen Leute sich gleich einer der etablierten Parteien anschliessen statt die Ochsentour einen kleinen Haufen hoch zu hieven auf sich zu nehmen.

Gutes Beispiel wären vielleicht die Piraten. Im Kernthema sicherlich geeignet gewesen ein sehr wichtiges ,gesellschaftliches Feld zu besetzen,aber letztendlich am eigenen Personal gescheitert. Die 5% -Hürde hätten die evtl sogar knacken können.
Aber hatten sie die Leute um in den Parlamenten Impulse setzen zu können? (Bei einer angenommenen 2% Hürde wären sie in den Parlamenten)


https://archiv.piratenpartei.de/2014/04 ... index.html

Ansonsten konnten die Piraten in den Ländern Impulse setzen und diese wurde dann oft von Grünen und Linke übernommen. Aber zur Umsetzung reichte es nicht, es fehlt da eben an Gewicht. Was im fernen Straßburg noch klappt, klappt zuhause nicht mehr, weil das Verständnis von Parteiarbeit nach dem Motto "Themen statt Köpfe" nicht aufging. Erfolg gab es dann da wo fähige Einzelpersonen bei den Piraten die Sache in die Hand nahmen. Die Kehrseite der Medallie war dann aber auch dass die Arbeitsweise der vielen Leute im Hintergrund es zuließ dass wenige schillernde Persönlichkeiten das Image der Piraten ruinierten. Auf die stürzten sich dann natürlich die Medien. Aber immerhin, es war ein Experiment.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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Re: Rekord bei Stimmenentwertung zu erwarten?

Beitragvon jorikke » So 27. Aug 2017, 21:54

Cat with a whip hat geschrieben:(23 Aug 2017, 23:59)

https://archiv.piratenpartei.de/2014/04 ... index.html

Ansonsten konnten die Piraten in den Ländern Impulse setzen und diese wurde dann oft von Grünen und Linke übernommen. Aber zur Umsetzung reichte es nicht, es fehlt da eben an Gewicht. Was im fernen Straßburg noch klappt, klappt zuhause nicht mehr, weil das Verständnis von Parteiarbeit nach dem Motto "Themen statt Köpfe" nicht aufging. Erfolg gab es dann da wo fähige Einzelpersonen bei den Piraten die Sache in die Hand nahmen. Die Kehrseite der Medallie war dann aber auch dass die Arbeitsweise der vielen Leute im Hintergrund es zuließ dass wenige schillernde Persönlichkeiten das Image der Piraten ruinierten. Auf die stürzten sich dann natürlich die Medien. Aber immerhin, es war ein Experiment.


Schöner Nachruf.
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Sole.survivor@web.de
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Re: Rekord bei Stimmenentwertung zu erwarten?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 30. Aug 2017, 12:57

Man sollte ein Einstimmenwahlrecht einführen und die Prozenthürde pro Bundesland anwenden.
"I should welcome almost any war, for I think this country needs one" - T. Roosevelt, Politiker.

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