Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Moderator: Moderatoren Forum 2

Thales
Beiträge: 996
Registriert: So 15. Dez 2013, 12:33
Wohnort: Duisburg
Kontaktdaten:

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Thales » So 27. Aug 2017, 20:30

Brainiac hat geschrieben:(27 Aug 2017, 21:12)

Das habe ich gelesen. Du auch meine Antwort dazu? Kennst du irgend jemandem, der "allen Parteien seine Stimme gibt"? Also ich nicht. Somit ist das keine vernünftige Alternative.

Heißt es nicht, dass Nichtwähler die Rechten stärken?
Genau darum geht es mir. Der Nichtwähler soll sich im Klaren sein, ob ihm alles egal ist und er jede Partei, ob noch so links oder noch so rechts steht, u terstützt oder alle Parteien ablehnt.
Benutzeravatar
Keoma
Beiträge: 9961
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 12:27
Benutzertitel: Drum Legend
Wohnort: Österreich

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Keoma » So 27. Aug 2017, 20:32

Jekyll hat geschrieben:(27 Aug 2017, 21:28)

Und du wunderst dich, wenn ich die Seltenheit von intelligenten Österreichern beklage...Jeusmariaundjosef!

Nun, deine demokratiepolitischen Beiträge legen nahe, dass du als Aussenstehender Intelligenz nicht identifizieren kannst.
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 4771
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Brainiac » So 27. Aug 2017, 20:41

Thales hat geschrieben:(27 Aug 2017, 21:30)

Heißt es nicht, dass Nichtwähler die Rechten stärken?

Nein. Also jedenfalls lässt sich das nicht fundiert belegen. Der Nichtwähler könnte ja selbst insgeheim ein "Rechter" sein. Diese Stimme ginge "rechts" dann verloren.

Genau darum geht es mir. Der Nichtwähler soll sich im Klaren sein, ob ihm alles egal ist und er jede Partei, ob noch so links oder noch so rechts steht, u terstützt oder alle Parteien ablehnt.

Er lehnt sie alle ab, wie ich schon schrieb. Das ist kein Informatiinsgewinn.
this is planet earth
Thales
Beiträge: 996
Registriert: So 15. Dez 2013, 12:33
Wohnort: Duisburg
Kontaktdaten:

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Thales » So 27. Aug 2017, 21:00

Brainiac hat geschrieben:(27 Aug 2017, 21:41)

Nein. Also jedenfalls lässt sich das nicht fundiert belegen. Der Nichtwähler könnte ja selbst insgeheim ein "Rechter" sein. Diese Stimme ginge "rechts" dann verloren.


Er lehnt sie alle ab, wie ich schon schrieb. Das ist kein Informatiinsgewinn.

Doch, das ist ein Riesenunterschied
wenn er jeder Partei eine Stimme gibt, dann ist er mit jedem Ergebnis einverstanden. Er ist kein Protestwähler, sondern ein Nichtentscheider. Parteien, die sonst an der 5proz Hürde scheitern würden kom en doch noch ins System.
Wenn er keiner Partei die Stimme gibt, dann gibt es ein Problem. In dem Augenblick in dem sich mehr als 50 proz der Wähler für keine Partei entscheiden können, müssen Neuwahlen angeordnet werden. Eventuell muss sich erst eine neue Partei gründen
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 4771
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Brainiac » So 27. Aug 2017, 21:16

Thales hat geschrieben:(27 Aug 2017, 22:00)

Doch, das ist ein Riesenunterschied
wenn er jeder Partei eine Stimme gibt, dann ist er mit jedem Ergebnis einverstanden. Er ist kein Protestwähler, sondern ein Nichtentscheider. Parteien, die sonst an der 5proz Hürde scheitern würden kom en doch noch ins System.
Wenn er keiner Partei die Stimme gibt, dann gibt es ein Problem. In dem Augenblick in dem sich mehr als 50 proz der Wähler für keine Partei entscheiden können, müssen Neuwahlen angeordnet werden. Eventuell muss sich erst eine neue Partei gründen

Nun, wir drehen uns im Kreis.
Ich behaupte, dass es diese Spezies "Wähler, die mit allen Parteien einverstanden sind" nicht gibt. Hast du ein Gegenbeispiel?
this is planet earth
Thales
Beiträge: 996
Registriert: So 15. Dez 2013, 12:33
Wohnort: Duisburg
Kontaktdaten:

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Thales » So 27. Aug 2017, 21:48

Brainiac hat geschrieben:(27 Aug 2017, 22:16)

Nun, wir drehen uns im Kreis.
Ich behaupte, dass es diese Spezies "Wähler, die mit allen Parteien einverstanden sind" nicht gibt. Hast du ein Gegenbeispiel?

Ich habe viele Leute gefragt
"Was glauben Sie, wer gewinnt die Wahlen?"
Viele wissen, dass es Merkel wird, aber es gibt genug, die der Meinung sind, dass es egal ist, was man wählt. Dann sollen sie das auch so ankreuzen können.
Ich denke auch an den psychologischen Effekt. Vielleicht treffen sie doch eine Entscheidung für eine bestimmte Partei.
Letztendlich kann man nicht sagen was bei so ei er Wahl rauskommen würde. Man müsste es wengstens einmal ausprobieren.
Benutzeravatar
jorikke
Beiträge: 5241
Registriert: Sa 30. Mai 2009, 09:05

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon jorikke » So 27. Aug 2017, 21:51

Thales hat geschrieben:(27 Aug 2017, 20:39)

"Halbkreis" ist wenn man sich immer nur mit den Wählern beschäftigt und die Nichtwähler vollkommen vernachlässigt.


Es ist für einen Politiker vollkommen uninteressant sich mit Nichtwählern zu beschäftigen.
Die Type hocken auf eigenem Wunsch im unteren Teil des Halbkreises.
...da wo es immer dunkel ist und man auf´s mosern beschränkt ist.
Benutzeravatar
Pro&Contra
Beiträge: 1225
Registriert: Fr 9. Jun 2017, 20:47

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Pro&Contra » So 27. Aug 2017, 21:59

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 Jul 2017, 19:27)

Ich kann keinen guten Gewissens eine der etablierten Volksparteien wählen.

Vielleicht nach der Prämisse "des geringsten Übels". Ich habe hin und wieder einmal daran gedacht aus Protest eine Partei am li. oder re. Rand zu wählen. Also, z.B. die Linke oder die AfD. Mich hielt meist davon die Überlegung ab, daß meine keine aus der (Wahl-)Not geborene Entscheidung umsetzen sollte. Zumal man auch nicht wirklich weiß, was man da wählt, wenn die erstmal Fahrt aufnehmen. Ich will mir auch mal keine Vorwürfe machen bei irgendetwas mitgeholfen zu haben, was man später einmal bereut.

Was aber tun, wenn man keiner Partei guten Gewissens die Stimme geben möchte? Gar nicht wählen? Habe ich auch schon getan. Im Moment denke ich aber, daß man seine Stimme, die einem gegeben wurde nicht in den Mülleimer schmeissen sollte. Aber verschleudern doch auch nicht?

Wählen um jeden Preis? Notfalls das geringste Übel? Eine Wahlpflicht gibt es ja nicht.


Mach das, was du für richtig hältst. Es gibt kein richtig oder falsch. Alle Parteien, die zur Wahl stehen, sind demokratische Partei. Jede Partei darf ohne Gewissensbisse gewählt werden.

Die Sorge, die du hast, wird doch auch genauso verbreitet und ist so gewollt. Es glaubt ja wohl keiner, der bei gesunden Menschenverstand ist, im ernst, dass die AfD ein zweites Hitleregime aufbauen könnte.
Wenn ich nicht antworte, dann habe ich entweder keine Lust oder deine Argumente sind Unsinn.
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 4771
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Brainiac » So 27. Aug 2017, 22:16

Thales hat geschrieben:(27 Aug 2017, 22:48)

Ich habe viele Leute gefragt
"Was glauben Sie, wer gewinnt die Wahlen?"
Viele wissen, dass es Merkel wird, aber es gibt genug, die der Meinung sind, dass es egal ist, was man wählt.

Das ist aber nicht gleichbedeutend mit "ich gebe allen Parteien meine Stimme". "Es ist egal" ist eine ganz andere Aussage.

Dann sollen sie das auch so ankreuzen können.
Ich denke auch an den psychologischen Effekt. Vielleicht treffen sie doch eine Entscheidung für eine bestimmte Partei.
Letztendlich kann man nicht sagen was bei so ei er Wahl rauskommen würde. Man müsste es wengstens einmal ausprobieren.

Ich sehe keinen Benefit einer solchen Maßnahme. Wahlverfahren sind keine Spielwiese.
this is planet earth
Flaschengeist
Beiträge: 907
Registriert: Mi 6. Apr 2016, 16:23

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Flaschengeist » So 27. Aug 2017, 23:23

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 Jul 2017, 19:27)

Ich kann keinen guten Gewissens eine der etablierten Volksparteien wählen.

Vielleicht nach der Prämisse "des geringsten Übels". Ich habe hin und wieder einmal daran gedacht aus Protest eine Partei am li. oder re. Rand zu wählen. Also, z.B. die Linke oder die AfD. Mich hielt meist davon die Überlegung ab, daß meine keine aus der (Wahl-)Not geborene Entscheidung umsetzen sollte. Zumal man auch nicht wirklich weiß, was man da wählt, wenn die erstmal Fahrt aufnehmen. Ich will mir auch mal keine Vorwürfe machen bei irgendetwas mitgeholfen zu haben, was man später einmal bereut.

Was aber tun, wenn man keiner Partei guten Gewissens die Stimme geben möchte? Gar nicht wählen? Habe ich auch schon getan. Im Moment denke ich aber, daß man seine Stimme, die einem gegeben wurde nicht in den Mülleimer schmeissen sollte. Aber verschleudern doch auch nicht?

Wählen um jeden Preis? Notfalls das geringste Übel? Eine Wahlpflicht gibt es ja nicht.


Jede Wahlentscheidung ist legitim. Also auch die Protestwahl.
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 26951
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 00:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon JJazzGold » Mo 28. Aug 2017, 06:42

Flaschengeist hat geschrieben:(28 Aug 2017, 00:23)

Jede Wahlentscheidung ist legitim. Also auch die Protestwahl.


Legitim - ja, die könnte sich allerdings zu “hüte dich, vor der Erfüllung deiner Wünsche“ entwickeln.

“ Ich will mir auch mal keine Vorwürfe machen bei irgendetwas mitgeholfen zu haben, was man später bereut.“
God creates dinosaurs. God destroys dinosaurs. God creates man. Man destroys God. Man creates dinosaurs.
Dinosaurs eat man. Woman inherits the earth.
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 26951
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 00:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon JJazzGold » Mo 28. Aug 2017, 06:47

Pro&Contra hat geschrieben:(27 Aug 2017, 22:59)

Mach das, was du für richtig hältst. Es gibt kein richtig oder falsch. Alle Parteien, die zur Wahl stehen, sind demokratische Partei. Jede Partei darf ohne Gewissensbisse gewählt werden.

Die Sorge, die du hast, wird doch auch genauso verbreitet und ist so gewollt. Es glaubt ja wohl keiner, der bei gesunden Menschenverstand ist, im ernst, dass die AfD ein zweites Hitleregime aufbauen könnte.


Selbstverständlich nicht, das Regime und der Niedergang Deutschlands würde sich nicht analog darstellen und wäre mit anderen Namen verbunden.
God creates dinosaurs. God destroys dinosaurs. God creates man. Man destroys God. Man creates dinosaurs.
Dinosaurs eat man. Woman inherits the earth.
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 4771
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Brainiac » Mo 28. Aug 2017, 07:15

Thales hat geschrieben:(27 Aug 2017, 22:48)

Ich habe viele Leute gefragt
"Was glauben Sie, wer gewinnt die Wahlen?"
Viele wissen, dass es Merkel wird, aber es gibt genug, die der Meinung sind, dass es egal ist, was man wählt. Dann sollen sie das auch so ankreuzen können.
Ich denke auch an den psychologischen Effekt. Vielleicht treffen sie doch eine Entscheidung für eine bestimmte Partei.
Letztendlich kann man nicht sagen was bei so ei er Wahl rauskommen würde. Man müsste es wengstens einmal ausprobieren.

Ich habe das jetzt nochmals gelesen und glaube besser zu verstehen, was du meinst.

Dir geht es um die Unterscheidung des Motivs für das Nichtwählen, und zwar zwischen Desinteresse und Protest, richtig? Ja, eine solche Differenzierung wäre sicherlich denkbar. Wobei es auch Mischformen gibt, zB wenn jemand so frustriert vom politischen System und den Parteien ist, dass "es ihm egal ist", wer die Wahl gewinnt. Das lässt sich wohl kaum gleichsetzen mit "gibt jeder Partei seine Stimme". Letzteres gibt es m.E. wirklich nicht, zumindest nicht von der Intention her. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand das ankreuzen würde.

Des weiteren ist mir die Konsequenz unklar. Geht es primär um den Erkenntnisgewinn? Da gibt es ja bereits jetzt diverse Studien zum Thema, zB auf Wikipedia oder bei der bpb nachzulesen. Danach scheint die Gruppe der Desinteressierten (wobei auch temporär Desinteressierte dazuzurechnen sind, die also nur bei bestimmten Wahlen nicht wählen) größer zu sein als die der Protestwähler.

Wenn ich dich oben richtig verstanden habe, soll die Konsequenz aber auch sein, dass bei den "egal-Nichtwählern" JEDE wählbare Partei eine Stimme erhielte, diese also dupliziert würde. Das halte ich für nicht machbar, da diametral den Grundprinzipien unseres Wahlsystems ("one man, one vote") zuwiderlaufend. Es geht schon damit los, dass unklar ist, wie die Parlamente gebildet werden sollen, bekäme der Bundestag dann nicht eine hochgradig variable Anzahl von Sitzen?
Zuletzt geändert von Brainiac am Mo 28. Aug 2017, 09:36, insgesamt 1-mal geändert.
this is planet earth
Benutzeravatar
hafenwirt
Beiträge: 7616
Registriert: Mo 16. Mär 2009, 07:21
Benutzertitel: Dreckspack aus der Mitte
Wohnort: politopia.de

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon hafenwirt » Mo 28. Aug 2017, 07:28

Flaschengeist hat geschrieben:(28 Aug 2017, 00:23)

Jede Wahlentscheidung ist legitim. Also auch die Protestwahl.


Auch die Wahlentscheidung, Angela Merkel zu wählen, weil sie von allen Spitzenkandidaten die größte Oberweite hat?
...
Texas41
Beiträge: 539
Registriert: Mi 26. Aug 2015, 09:58

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Texas41 » Mo 28. Aug 2017, 13:33

jorikke hat geschrieben:(27 Aug 2017, 22:51)

Es ist für einen Politiker vollkommen uninteressant sich mit Nichtwählern zu beschäftigen.
Die Type hocken auf eigenem Wunsch im unteren Teil des Halbkreises.
...da wo es immer dunkel ist und man auf´s mosern beschränkt ist.


Eben deshalb ist "Protest" wählen legitim denn dann sind die etablierten Politiker bis zu einem gewissen Punkt gezwungen, sich damit zu beschäftigen.
Benutzeravatar
Keoma
Beiträge: 9961
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 12:27
Benutzertitel: Drum Legend
Wohnort: Österreich

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Keoma » Mo 28. Aug 2017, 13:34

Texas41 hat geschrieben:(28 Aug 2017, 14:33)

Eben deshalb ist "Protest" wählen legitim denn dann sind die etablierten Politiker bis zu einem gewissen Punkt gezwungen, sich damit zu beschäftigen.


Selbstverständlich.
Wie sollte das Volk der Politik denn sonst mitteilen, dass die Richtung falsch ist?
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 26951
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 00:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon JJazzGold » Mo 28. Aug 2017, 14:50

Keoma hat geschrieben:(28 Aug 2017, 14:34)

Selbstverständlich.
Wie sollte das Volk der Politik denn sonst mitteilen, dass die Richtung falsch ist?


Das setzt voraus, dass die Richtung der gewählten Protestpartei als die richtige gesehen wird und der Protestwähler gewillt ist, die Konsequenzen, die sich daraus ergeben können, verantwortlich mitzutragen.
God creates dinosaurs. God destroys dinosaurs. God creates man. Man destroys God. Man creates dinosaurs.
Dinosaurs eat man. Woman inherits the earth.
Benutzeravatar
Keoma
Beiträge: 9961
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 12:27
Benutzertitel: Drum Legend
Wohnort: Österreich

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Keoma » Mo 28. Aug 2017, 14:55

JJazzGold hat geschrieben:(28 Aug 2017, 15:50)

Das setzt voraus, dass die Richtung der gewählten Protestpartei als die richtige gesehen wird und der Protestwähler gewillt ist, die Konsequenzen, die sich daraus ergeben können, verantwortlich mitzutragen.


Sehe ich nicht ganz so.
Natürlich hängt es auch von der Intelligenz des Wählers ab, wem er die Stimme gibt.
Aber ich kann ja schwer der Partei, deren Richtung mir nicht mehr gefällt, trotzdem meine Stimme geben.
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 26951
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 00:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon JJazzGold » Mo 28. Aug 2017, 15:05

Keoma hat geschrieben:(28 Aug 2017, 15:55)

Sehe ich nicht ganz so.
Natürlich hängt es auch von der Intelligenz des Wählers ab, wem er die Stimme gibt.
Aber ich kann ja schwer der Partei, deren Richtung mir nicht mehr gefällt, trotzdem meine Stimme geben.


Es ist die Verantwortung des Wählenden die Konsequenzen zu bedenken, wenn er entscheidet, welcher gesellschaftlichen und politischen Ausrichtung er seine Stimme leiht, ob aus Überzeugung oder Protest. Hinterher flennen, “das habe ich nicht gewollt, ich dachte nicht, dass die auch soviele Andere wählen“, dass sie jetzt regieren können“, ist nicht drin.
God creates dinosaurs. God destroys dinosaurs. God creates man. Man destroys God. Man creates dinosaurs.
Dinosaurs eat man. Woman inherits the earth.
Thales
Beiträge: 996
Registriert: So 15. Dez 2013, 12:33
Wohnort: Duisburg
Kontaktdaten:

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Thales » Mo 28. Aug 2017, 20:36

Brainiac hat geschrieben:(28 Aug 2017, 08:15)

Ich habe das jetzt nochmals gelesen und glaube besser zu verstehen, was du meinst.

Dir geht es um die Unterscheidung des Motivs für das Nichtwählen, und zwar zwischen Desinteresse und Protest, richtig? Ja, eine solche Differenzierung wäre sicherlich denkbar. Wobei es auch Mischformen gibt, zB wenn jemand so frustriert vom politischen System und den Parteien ist, dass "es ihm egal ist", wer die Wahl gewinnt. Das lässt sich wohl kaum gleichsetzen mit "gibt jeder Partei seine Stimme". Letzteres gibt es m.E. wirklich nicht, zumindest nicht von der Intention her. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand das ankreuzen würde.

Des weiteren ist mir die Konsequenz unklar. Geht es primär um den Erkenntnisgewinn? Da gibt es ja bereits jetzt diverse Studien zum Thema, zB auf Wikipedia oder bei der bpb nachzulesen. Danach scheint die Gruppe der Desinteressierten (wobei auch temporär Desinteressierte dazuzurechnen sind, die also nur bei bestimmten Wahlen nicht wählen) größer zu sein als die der Protestwähler.

Wenn ich dich oben richtig verstanden habe, soll die Konsequenz aber auch sein, dass bei den "egal-Nichtwählern" JEDE wählbare Partei eine Stimme erhielte, diese also dupliziert würde. Das halte ich für nicht machbar, da diametral den Grundprinzipien unseres Wahlsystems ("one man, one vote") zuwiderlaufend. Es geht schon damit los, dass unklar ist, wie die Parlamente gebildet werden sollen, bekäme der Bundestag dann nicht eine hochgradig variable Anzahl von Sitzen?

Ja, so ist es :)
Es gab schon Wahlen mit einer Wahlbeteiligung von nur 30 proz.
Da kann man nicht raten, wie du das gemacht hast. Im Zweifel lieber nicht wählen. Wo soll das hinführen?
Wenn man daran festhalten will, dass alle Macht vom Volke ausgeht, dann sollte die Wahlpfkicht zumindest bei den Bundestagswahlen die Regel sein. Dabei hätte ich kein Problem damit, wenn man mehrere Parteien wählen dürfte. Dann gibt es jedesmal eine Groko unter der Führung der Partei mit den meisten Stimmen. Allerdings wenn mehr als die Hälfte der Wähler sich für keine einzige der auf der Wahlliste aufgeführten Parteien identifizieren kann, dann sollten die Wahlen wiederholt werden, eventuell mit einer neuen Partei...
Das war meine Idee. Man sollte die Protestwähler ernst nehmen, wenn man die Demokratie ernst nimmt

Zurück zu „20. Wahlen - Wahlergebnisse“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste