Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Moderator: Moderatoren Forum 2

Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 11123
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Teeernte » So 2. Jul 2017, 11:27

harry52 hat geschrieben:(02 Jul 2017, 12:04)

Liebe Teeernte,
deine Analyse stimmt maximal zu 50%.

1.Wenn man sieht, wie viele Millionen in den Urlaub fliegen, einen aktuellen Fernseher, Kühlschrank, PKW, Handy ... besitzen, dann ist das keine kleine geldgeile Elite, sondern das sind millionen in unserem Land. Millionen geht es auch gut und bei Befragungen sagen das auch über 70%, dass es ihnen gut geht und besser geht als vor 10 Jahren.

Wahlergebnisse unter 20% ist auch falsch.
2. Bei vielen Wahlen nach der "Flüchtlingswelle" hat die Wahlbeteiligung hier in D zugenommen. Auch in den USA besipielsweise gab es bei der ersten Wahl von Obama eine Rekordbeteiligung. Man war in vielen Konflikten engagiert und die Wirtschaft war schwach. Man hatte gelogen bzgl. Irak und es gab Folterskandale...

3. Das beweist, dass eine hohe Wahlbeteiligung sogar ein Zeichen sein kann,
dass es einem Land schlecht geht. Eine niedrige Wahlbeteiligung muss also gar kein schlechtes Zeichen sein. Und mal was zu den Parteien. Nie war der Wähler so unberechenbar und noch nie haben ganz neue Parteien solch große Chancen gehabt, die Alten abzulösen. Denke an Griechenland, Italien ... und jetzt Frankreich. Aber denke auch an die Piraten und die AfD jetzt. Morgen können sie aber auch schon wieder weg sein.

4. Parteien sollen sich öffnen?
Hallo? Bist Du mal zu einer der vielen Parteiveranstaltungen gegangen? Parteien, Gewerkschaften und NGOs suchen im Gegenteil ständig Leute, die mitmachen und freuen sich über jeden Neuen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Wenn da jmd auftaucht, der etwas schräge Verschwörungstheorien von sich gibt, oder seine Körperhygiene nicht im Griff hat, dann kann man natürlich auch auf Ablehnung stoßen, außer bei der Linken, der NPD und AfD. Die freuen sich auch über solche Leute.


1. Das sind Leute , die ehrlicher eigener Hände Arbeit nachgehen.

2. + 3. das Zeichen ? Trump ! .....wir Probieren mal gaaanz harte Säure - nachdem es mit bunter Brause von CC oder PSi nicht geklappt hat.

DIE Mehrheit wird nicht mehr mitgenommen - das ....die Programme werden immer "SPEZIELLER" -

4. - es geht nicht um neue.....nur interessierte Bürger.... die die geschicke der Partei ohne Mitgliedschaft mit bestimmen wollen.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 3813
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon King Kong 2006 » So 2. Jul 2017, 22:50

harry52 hat geschrieben:(02 Jul 2017, 08:55)

Was ist denn sooooooooo schlimm in Deutschland????
Ich könnte ja verstehen, wenn man in einem armen Land wie Albanien lebt, dass man eine komplett andere Politik will, aber in Deutschland???

Bist Du Dir ganz sicher,
dass Du deine Wut und deinen Frust auf die Richtigen lenkst? Menschen neigen ja, wie wir aus der Vergangenheit wissen, Sündenböcke für ihre Probleme zu suchen und die Sündenböcke sind oft die falschen. Oft haben die gar nichts falsch gemacht.

Dein Sündenbock sind nicht Hexen, Juden, Ungläubige, die Amis, Homosexuelle, die Manager, die Geldverleiher ....
sondern "die Politiker der etablierten Parteien". Ich aber frage Dich: Sei mal ehrlich, sind die wirklich so mies und ist Deutschland in einem so miesen Zustand wegen ihnen, dass man jetzt ganz was anderes wählen sollte? Guck einfach mal, was genau in deinem Leben schief geht und dann überleg mal, ob eine Protestwahl da wirklich hilft.

Oder hilft vielleicht was ganz anderes?


Um jetzt eine Antwort herauszunehmen.

Ich sehe in den "Politikern der etablierten Parteien" keine Sündenböcke. Ich mache für persönliche Befindlichkeiten auch nicht die Angela, Martin oder die anderen Politiker verantwortlich. Das hätte schon leicht etwas paranoide Züge. ;)

Dennoch kann man ja der Auffassung sein, daß verantwortliche Politiker "falsche" Entscheidungen getroffen haben. Entscheidungen, die man nicht gutheißt. Mir ist natürlich klar, daß in Verantwortung stehend vieles bedacht werden muß und man als jemand, der gemütlich auf dem Sofa sitzt natürlich leicht reden hat. Im kleineren Maßstab kenne ich das auch. Aber, man darf anderer Meinung sein. Diese andere Meinung darf, kann oder gar muß sich dann auch im Wahlverhalten ausdrücken. Dazu gibt es ja Wahlen. Das ist ja sogar innerhalb ein- und derselben Partei möglich. Also der Vorwurf etwas "falsch gemacht" zu haben.

Deutschland geht es im Vergleich zu anderen Ländern ziemlich gut. Das stelle ich gar nicht in Frage. Man sollte auch seinem Bauchgefühl manchmal folgen. Ich habe mich mal vor Jahren intensiv mit einigen Parteien auseinandersetzen müssen. Mit den Parteiprogrammen. Damals wurde mir erst bewußt, wie wenig man, genauer gesagt der Gemeine Wähler, eigentlich über diese Parteiprogramme weiß. Was sie bedeuten, im Kontext volkswirtschaftlicher Aspekte. Politikwissenschaftlicher. Auf EU-Ebene. Staatsrechtlicher. In Fragen der Rentenpolitik. Schulpolitik, umv. Im Grunde genommen wählen viele nach dem Bauch. Nach Sympathie. Z.B. die Merkel. Die ist ruhig. Die schippert uns schon souverän durch rauhe See. Es ist natürlich vermessen zu fordern, daß man sich intensiv mit den Wahl- und Parteiprogrammen beschäftigen sollte. Dazu gehört z.T. viel Fachwissen, das kann man einfach nicht leisten. Sonst sagen einem die Punkte nicht viel. Letztendlich orientieren sich viele deshalb an rudimentäre Richtungen und der Sympathie. Das muß ja nicht falsch sein. Was ist aber, wenn man - sagen wir - nicht gänzlich mit der Performance der einen oder andere Partei oder Führungspersonen einverstanden ist? Wäre es besser eine Partei nur aus Protest zu wählen? Vermutlich nicht. Was wäre, wenn man aber durchaus mit Positionen der AfD oder der Linken zumindest teilweise sympathisiert? (Auch hier wieder die Sympathie).

Es wurde auch vorgeschlagen eine ungültige Stimme abzugeben. Für mich ist das gleichbedeutend mit nicht wählen zu gehen. Was hilft eine Protestwahl? Der einzige Grund, der mir einfällt ist, den "etablierten Parteien" damit einen Schuß vor dem Bug zu geben. Aber, wie hier auch schon gesagt wurde, dann können auch Parteien oder Leute wie Trump plötzlich da stehen. Auf der anderen Seite stehen alle Parteien, z.B. hier in Deutschland, die wählbar sind, ja nicht außerhalb des Grundgesetzes. Sie sind nicht verboten. Sie sind akzeptable Möglichkeiten. Von daher könnte man sagen, daß alle wählbaren Parteien auch "wählbar" sind. Also, der Protest sich nicht illegal Luft verschafft. Oder Verfassungswidrig.

Für mich ist ein wesentlicher Kern einer Protestwahl, daß man eine Stimme einer Partei gibt, die man eigentlich nicht wählen würde. Sondern nur deshalb, weil man seinem etablierten Ehepartner mal eifersüchtig machen will. Oder seinem Arbeitgeber mal signalisieren will, daß man auch jederzeit woanders einen Job finden kann. Ich finde, zumindest im letzteren Fall ist das legitim. Das Problem ist aber, wenn das alle oder zumindest viele machen, dann bekommen wir "merkwürdige Ergebnisse". Aber alles legal.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 4555
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Brainiac » Mo 3. Jul 2017, 18:42

King Kong 2006 hat geschrieben:(02 Jul 2017, 23:50)

Um jetzt eine Antwort herauszunehmen.

Ich sehe in den "Politikern der etablierten Parteien" keine Sündenböcke. Ich mache für persönliche Befindlichkeiten auch nicht die Angela, Martin oder die anderen Politiker verantwortlich. Das hätte schon leicht etwas paranoide Züge. ;)

Dennoch kann man ja der Auffassung sein, daß verantwortliche Politiker "falsche" Entscheidungen getroffen haben. Entscheidungen, die man nicht gutheißt. Mir ist natürlich klar, daß in Verantwortung stehend vieles bedacht werden muß und man als jemand, der gemütlich auf dem Sofa sitzt natürlich leicht reden hat. Im kleineren Maßstab kenne ich das auch. Aber, man darf anderer Meinung sein. Diese andere Meinung darf, kann oder gar muß sich dann auch im Wahlverhalten ausdrücken. Dazu gibt es ja Wahlen. Das ist ja sogar innerhalb ein- und derselben Partei möglich. Also der Vorwurf etwas "falsch gemacht" zu haben.

Deutschland geht es im Vergleich zu anderen Ländern ziemlich gut. Das stelle ich gar nicht in Frage. Man sollte auch seinem Bauchgefühl manchmal folgen. Ich habe mich mal vor Jahren intensiv mit einigen Parteien auseinandersetzen müssen. Mit den Parteiprogrammen. Damals wurde mir erst bewußt, wie wenig man, genauer gesagt der Gemeine Wähler, eigentlich über diese Parteiprogramme weiß. Was sie bedeuten, im Kontext volkswirtschaftlicher Aspekte. Politikwissenschaftlicher. Auf EU-Ebene. Staatsrechtlicher. In Fragen der Rentenpolitik. Schulpolitik, umv. Im Grunde genommen wählen viele nach dem Bauch. Nach Sympathie. Z.B. die Merkel. Die ist ruhig. Die schippert uns schon souverän durch rauhe See. Es ist natürlich vermessen zu fordern, daß man sich intensiv mit den Wahl- und Parteiprogrammen beschäftigen sollte. Dazu gehört z.T. viel Fachwissen, das kann man einfach nicht leisten. Sonst sagen einem die Punkte nicht viel. Letztendlich orientieren sich viele deshalb an rudimentäre Richtungen und der Sympathie. Das muß ja nicht falsch sein. Was ist aber, wenn man - sagen wir - nicht gänzlich mit der Performance der einen oder andere Partei oder Führungspersonen einverstanden ist? Wäre es besser eine Partei nur aus Protest zu wählen? Vermutlich nicht. Was wäre, wenn man aber durchaus mit Positionen der AfD oder der Linken zumindest teilweise sympathisiert? (Auch hier wieder die Sympathie).

Es wurde auch vorgeschlagen eine ungültige Stimme abzugeben. Für mich ist das gleichbedeutend mit nicht wählen zu gehen. Was hilft eine Protestwahl? Der einzige Grund, der mir einfällt ist, den "etablierten Parteien" damit einen Schuß vor dem Bug zu geben. Aber, wie hier auch schon gesagt wurde, dann können auch Parteien oder Leute wie Trump plötzlich da stehen. Auf der anderen Seite stehen alle Parteien, z.B. hier in Deutschland, die wählbar sind, ja nicht außerhalb des Grundgesetzes. Sie sind nicht verboten. Sie sind akzeptable Möglichkeiten. Von daher könnte man sagen, daß alle wählbaren Parteien auch "wählbar" sind. Also, der Protest sich nicht illegal Luft verschafft. Oder Verfassungswidrig.

Für mich ist ein wesentlicher Kern einer Protestwahl, daß man eine Stimme einer Partei gibt, die man eigentlich nicht wählen würde. Sondern nur deshalb, weil man seinem etablierten Ehepartner mal eifersüchtig machen will. Oder seinem Arbeitgeber mal signalisieren will, daß man auch jederzeit woanders einen Job finden kann. Ich finde, zumindest im letzteren Fall ist das legitim. Das Problem ist aber, wenn das alle oder zumindest viele machen, dann bekommen wir "merkwürdige Ergebnisse". Aber alles legal.

Es stellt sich die Frage, warum du, wenn du "nicht gänzlich mit der Performance der einen oder andere Partei oder Führungspersonen einverstanden bist", nicht einfach die Partei wählst, deren "Performance" für dich die relativ höchste ist. Das müsste sich ja ermitteln lassen.

Lass mich raten: Du bist nicht nur "mit der Performance nicht ganz einverstanden", du siehst gravierende Fehlleistungen. Lass mich weiter raten, vor allem bzgl. der Flüchtlingskrise. Und dafür möchtest du die verantwortlichen Parteien bestrafen. Liege ich falsch?

Wenn ich nicht falsch liege: Nichtwählen. Das ist schon ein Statement, das bei entsprechenden % auch beachtet wird. Oder wie in Frankreich ungültig wählen, das wird separat ausgewertet, Melenchon soll seine ursprünglichen Wähler in der Stichwahl dazu aufgefordert haben. Das Ungültig Wählen ist ja ein höherer Aufwand als das Nichtwählen, da macht man sich an verantwortlicher Stelle vielleicht etwas mehr Gedanken drüber.
this is planet earth
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 3813
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 3. Jul 2017, 19:22

Brainiac hat geschrieben:(03 Jul 2017, 19:42)

Es stellt sich die Frage, warum du, wenn du "nicht gänzlich mit der Performance der einen oder andere Partei oder Führungspersonen einverstanden bist", nicht einfach die Partei wählst, deren "Performance" für dich die relativ höchste ist.

Lass mich raten: Du bist nicht nur "mit der Performance nicht ganz einverstanden", du siehst gravierende Fehlleistungen. Lass mich weiter raten, vor allem bzgl. der Flüchtlingskrise. Und dafür möchtest du die verantwortlichen Parteien bestrafen. Liege ich falsch?


Ich habe stets nach der Prämisse gewählt, welche Partei und Parteipolitik mir am ehesten zusagt, was sicher nicht verwunderlich ist. Im Moment sehe ich persönlich da keine gravierende Leistungsunterschiede in der großen Koalition.

Ich halte die Flüchtlingspolitik von Merkel für falsch. Aber das ist eher CDU-Angelegenheit. Weniger z.B. von der FDP. Wenn ich nie CDU-Wähler wäre, würde es keinen Unterschied machen jetzt die CDU zu "bestrafen", in dem ich sie nicht wähle. Wäre ich klassischer CDU-Wähler dann wäre das jetzt die Gelegenheit. Wobei es sicher in der CDU/CSU viele Mitglieder gibt, die auch nicht damit einverstanden sind, was Merkel so macht. Aber so ist das Leben. Mitgehangen, mitgefangen.

Wenn ich nicht falsch liege: Nichtwählen. Das ist schon ein Statement, das bei entsprechenden % auch beachtet wird. Oder wie in Frankreich ungültig wählen, das wird separat ausgewertet, Melenchon soll seine ursprünglichen Wähler in der Stichwahl dazu aufgefordert haben. Das Ungültig Wählen ist ja ein höherer Aufwand als das Nichtwählen, da macht man sich an verantwortlicher Stelle vielleicht etwas mehr Gedanken drüber.


Nichtwählen habe ich schon praktiziert. Im Moment ist mir aber weniger nach Passivität.

Wie wird beim ungültigen Wählen die Sache interpretiert? Sprich, wenn ein Kreuz zuviel gemacht wurde, wird das als shit happens oder als bewußtes ungültiges Wählen wahrgenommen? Oder muß man das auf den Wahlzettel schreiben "Ich verweigere meine Stimme"? ;)
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 4555
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Brainiac » Mo 3. Jul 2017, 19:39

King Kong 2006 hat geschrieben:(03 Jul 2017, 20:22)

Ich habe stets nach der Prämisse gewählt, welche Partei und Parteipolitik mir am ehesten zusagt, was sicher nicht verwunderlich ist. Im Moment sehe ich persönlich da keine gravierende Leistungsunterschiede in der großen Koalition.

Ich halte die Flüchtlingspolitik von Merkel für falsch. Aber das ist eher CDU-Angelegenheit. Weniger z.B. von der FDP. Wenn ich nie CDU-Wähler wäre, würde es keinen Unterschied machen jetzt die CDU zu "bestrafen", in dem ich sie nicht wähle. Wäre ich klassischer CDU-Wähler dann wäre das jetzt die Gelegenheit. Wobei es sicher in der CDU/CSU viele Mitglieder gibt, die auch nicht damit einverstanden sind, was Merkel so macht. Aber so ist das Leben. Mitgehangen, mitgefangen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass du zwischen den etablierten Parteien gar keine Unterschiede mehr erkennen kannst.
Es muss doch grundsätzliche Prioritäten geben. Ist dir Sicherheit und Ordnung am wichtigsten, oder Freiheit, oder Gerechtigkeit, oder Nachhaltigkeit? (mal etwas plakativ überspitzt gefragt)

King Kong 2006 hat geschrieben:(03 Jul 2017, 20:22)

Nichtwählen habe ich schon praktiziert. Im Moment ist mir aber weniger nach Passivität.

Wie wird beim ungültigen Wählen die Sache interpretiert? Sprich, wenn ein Kreuz zuviel gemacht wurde, wird das als shit happens oder als bewußtes ungültiges Wählen wahrgenommen? Oder muß man das auf den Wahlzettel schreiben "Ich verweigere meine Stimme"? ;)

In der amtlichen Wahlstatistik werden ungültige Stimmen explizit aufgeführt – mehr aber auch nicht. Es wird nicht festgehalten, warum die Stimmen ungültig sind.

http://www.wahlrecht.de/lexikon/ungueltig.html

Längere Statements zur Begründung sind also verlorene Liebesmüh. ;)
this is planet earth
Benutzeravatar
Helmuth_123
Beiträge: 8446
Registriert: Sa 31. Mär 2012, 18:51
Benutzertitel: Teutsche Libertät
Wohnort: Thüringen

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Helmuth_123 » Mo 3. Jul 2017, 19:53

Brainiac hat geschrieben:(03 Jul 2017, 20:39)

Ich kann mir nicht vorstellen, dass du zwischen den etablierten Parteien gar keine Unterschiede mehr erkennen kannst.
Es muss doch grundsätzliche Prioritäten geben. Ist dir Sicherheit und Ordnung am wichtigsten, oder Freiheit, oder Gerechtigkeit, oder Nachhaltigkeit? (mal etwas plakativ überspitzt gefragt)



http://www.wahlrecht.de/lexikon/ungueltig.html

Längere Statements zur Begründung sind also verlorene Liebesmüh. ;)


Vielleicht sollte mal ein Sozio- oder Politologe die Gründe für Ungültig- und Nichtwählen untersuchen. Oder hat man das schon gemacht?
„Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“-Friedrich August III. zugeschrieben
„Konservativ ist, Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt.“-Arthur Moeller van den Bruck
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 3813
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 3. Jul 2017, 20:16

Brainiac hat geschrieben:(03 Jul 2017, 20:39)

Ich kann mir nicht vorstellen, dass du zwischen den etablierten Parteien gar keine Unterschiede mehr erkennen kannst.
Es muss doch grundsätzliche Prioritäten geben. Ist dir Sicherheit und Ordnung am wichtigsten, oder Freiheit, oder Gerechtigkeit, oder Nachhaltigkeit? (mal etwas plakativ überspitzt gefragt)


Naja, sicher gibt es Unterschiede. Aber was ist, wenn beide nicht überzeugen? Ist Sicherheit und Ordnung nur eine konservative Domäne und keine sozialdemokratische? Schulz oder Gabriel würden sicher sagen, daß dies keine Domäne wäre, die nur für die CDU gilt. Freiheit - ich kann mir nicht vorstellen, daß das nur die SPD verkörpert und nicht auch von der CDU beansprucht wird. Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit...

Im Zweifel würde die Linke sagen - Gerechtigkeit. Die AfD Sicherheit und Ordnung.

Wer steht denn deiner Meinung nach in denen von dir aufgeführten Punkten in der Hauptsache dafür?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 4555
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Brainiac » Mo 3. Jul 2017, 21:49

doppelt
Zuletzt geändert von Brainiac am Mo 3. Jul 2017, 21:52, insgesamt 1-mal geändert.
this is planet earth
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 4555
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Brainiac » Mo 3. Jul 2017, 21:49

King Kong 2006 hat geschrieben:(03 Jul 2017, 21:16)

Naja, sicher gibt es Unterschiede. Aber was ist, wenn beide nicht überzeugen? Ist Sicherheit und Ordnung nur eine konservative Domäne und keine sozialdemokratische? Schulz oder Gabriel würden sicher sagen, daß dies keine Domäne wäre, die nur für die CDU gilt. Freiheit - ich kann mir nicht vorstellen, daß das nur die SPD verkörpert und nicht auch von der CDU beansprucht wird. Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit...

Im Zweifel würde die Linke sagen - Gerechtigkeit. Die AfD Sicherheit und Ordnung.

Wer steht denn deiner Meinung nach in denen von dir aufgeführten Punkten in der Hauptsache dafür?

Emotional und hauptsächlich ;) verbinde ich mit

der Union, Sicherheit und Ordnung
der SPD, Gerechtigkeit
der FDP, Freiheit
den Grünen, Nachhaltigkeit
der Linkspartei, Gleichheit
der AfD, Deutschsein

Sicher überzeugt keine Partei 100%ig in ihrer Domäne und gibt es starke Überschneidungen. Wie ich schon schrieb, man wählt immer (auch) emotional. Nicht das Programm, sondern den Wert, für den die Partei primär steht. Ist eine Glaubensfrage, bei der man natürlich auch schief liegen kann.
this is planet earth
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 4030
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Selina » Mo 3. Jul 2017, 21:55

Brainiac hat geschrieben:(03 Jul 2017, 22:49)

Emotiona
und hauptsächlich ;) verbinde ich mit

der Union, Sicherheit und Ordnung
der SPD, Gerechtigkeit
der FDP, Freiheit
den Grünen, Nachhaltigkeit
der Linkspartei, Gleichheit
der AfD, Deutschsein

Sicher überzeugt keine Partei 100%ig in ihrer Domäne und gibt es starke Überschneidungen.Wie ich schon schrieb, man wählt immer (auch) emotional. Nicht das Programm, sondern den Wert, für den die Partei primär steht.


Die Linke steht aber nicht für "Gleichheit", sondern für soziale Gerechtigkeit. Sie sagt nie, dass alle das Gleiche haben müssen. Ein Manager soll schon deutlich mehr verdienen als der Mitarbeiter, nur eben nicht das Hundertfache, sondern vielleicht "nur" das Zehnfache. Die Linke will Alters- und Kinderarmut abschaffen und dafür vor allem mehr Steuergerechtigkeit schaffen und den Niedriglohnsektor wieder deutlich zurückdrängen. Mit Gleichheit oder Gleichmacherei hat das nichts zu tun. Wo "Gleichheit" in einem anderen Sinne aber schon zutreffen könnte, wäre Chancengleichheit in Bildung und Beruf, zwischen Mann und Frau etc.
Zuletzt geändert von Selina am Mo 3. Jul 2017, 21:58, insgesamt 1-mal geändert.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 4555
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Brainiac » Mo 3. Jul 2017, 21:57

Selina hat geschrieben:(03 Jul 2017, 22:55)

Die Linke steht aber nicht für "Gleichheit", sondern für soziale Gerechtigkeit. Sie sagt nie, dass alle das Gleiche haben müssen. Ein Manager soll schon deutlich mehr verdienen als der Mitarbeiter, nur eben nicht das Hundertfache, sondern vielleicht "nur" das Zehnfache. Die Linke will Alters- und Kinderarmut abschaffen und dafür vor allem mehr Steuergerechtigkeit schaffen. Mit Gleichheit oder Gleichmacherei hat das nichts zu tun. Wo "Gleichheit" in einem anderen Sinne aber schon zutreffen könnte, wäre Chancengleichheit in der Bildung, zwischen Mann und Frau etc.

Schon gut. ;)
this is planet earth
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 4030
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Selina » Mo 3. Jul 2017, 21:59

Brainiac hat geschrieben:(03 Jul 2017, 22:57)

Schon gut. ;)


:D
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Wähler
Beiträge: 2963
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Wähler » Di 4. Jul 2017, 06:48

Brainiac hat geschrieben:(03 Jul 2017, 22:49)
Emotional und hauptsächlich ;) verbinde ich mit
der Union, Sicherheit und Ordnung
der SPD, Gerechtigkeit
der FDP, Freiheit
den Grünen, Nachhaltigkeit
der Linkspartei, Gleichheit
der AfD, Deutschsein
Sicher überzeugt keine Partei 100%ig in ihrer Domäne und gibt es starke Überschneidungen. Wie ich schon schrieb, man wählt immer (auch) emotional. Nicht das Programm, sondern den Wert, für den die Partei primär steht. Ist eine Glaubensfrage, bei der man natürlich auch schief liegen kann.

Interessant wird es, wenn aus diesen sechs Parteien regierungsfähige Koalitionen entstehen sollen, die auch auf supranationaler Ebene Veränderungen anstoßen können. Die Parteiprogramme von Union und SPD sind eher traditionell in dem Sinn, dass sie wie immer finanzielle, soziale Wohltaten und innere Sicherheit den Inländern versprechen. Alles, was außerhalb der Landesgrenzen gestaltet werden sollte, wird dann einfach ausgeklammert. Vielleicht spüren doch mehr Wähler, als erwartet, dass es an Gestaltungswillen in erweiterten Gestaltungsräumen fehlt. Dies hinterlässt dann das Gefühl der Ratlosigkeit und auch Unsicherheit, wie bei der Weltfinanzkrise, der Eurokrise und der Flüchtlingskrise.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo ... el_id=1232 (Zugang auch bundesweit)
Texas41
Beiträge: 539
Registriert: Mi 26. Aug 2015, 09:58

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Texas41 » Mi 9. Aug 2017, 13:54

harry52 hat geschrieben:(02 Jul 2017, 08:55)

Was ist denn sooooooooo schlimm in Deutschland????
Ich könnte ja verstehen, wenn man in einem armen Land wie Albanien lebt, dass man eine komplett andere Politik will, aber in Deutschland???

Bist Du Dir ganz sicher,
dass Du deine Wut und deinen Frust auf die Richtigen lenkst? Menschen neigen ja, wie wir aus der Vergangenheit wissen, Sündenböcke für ihre Probleme zu suchen und die Sündenböcke sind oft die falschen. Oft haben die gar nichts falsch gemacht.

Dein Sündenbock sind nicht Hexen, Juden, Ungläubige, die Amis, Homosexuelle, die Manager, die Geldverleiher ....
sondern "die Politiker der etablierten Parteien". Ich aber frage Dich: Sei mal ehrlich, sind die wirklich so mies und ist Deutschland in einem so miesen Zustand wegen ihnen, dass man jetzt ganz was anderes wählen sollte? Guck einfach mal, was genau in deinem Leben schief geht und dann überleg mal, ob eine Protestwahl da wirklich hilft.

Oder hilft vielleicht was ganz anderes?


Wer sagt denn, daß es einem schlecht gehen muß um keine Wahlalternative zu finden? Mir geht es nicht schlecht und trotzdem kann ich aufgrund der letzten 2 Legislaturperioden keine der etablierten Parteien guten Gewissens wählen! Dementsprechend bleiben nur die Alternativen Protestwahl oder kompletter Verzicht auf die Stimmenabgabe.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 3813
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Erdogan ruft zur Protestwahl auf

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 19. Aug 2017, 07:03

Merkel zu Erdogans Boykottaufruf

"Wir verbitten uns jede Art von Einmischung"

Als "Feinde der Türkei" bezeichnete der türkische Staatschef Erdogan die Parteien CDU, SPD und Grüne - und rief zu deren Boykott bei der Bundestagswahl auf. Jetzt reagierte Kanzlerin Merkel.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 63579.html


Erdogan ruft seine türkischen Landsleute dazu auf nicht an der politischen Entwicklung Deutschlands zu partizipieren. Also, nicht mal eine Protestwahl, sondern eher eine Abkehr. Ein Boykott. Das ist ja auch möglich und hier quasi schon thematisiert.

PS: Ich habe mich schon vor einiger Zeit zu einem Gegner des Doppelpasses entwickelt. Diese Entwicklung wird mich auch nicht gerade umstimmen. ;)
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Katenberg
Moderator
Beiträge: 11554
Registriert: Mo 12. Dez 2011, 20:06
Benutzertitel: Nationalliberal
Wohnort: Großherzogtum Hessen
Kontaktdaten:

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Katenberg » Sa 19. Aug 2017, 09:30

Die Protestwahl ist ein legitimes Mittel um eben seine Unzufriedenheit mit dem bestehenden politischen Angebot aufzuzeigen.. Es bleibt einem auch relativ wenig übrig, da eine Partei sowieso erst ab einer gewissen Größe eine realpolitische Kraft sein kann. Einzige Ausnahme bilden dabei wohl die Freien Wähler.
Dieser Beitrag ist ein Geschenk an die Menschheit, Beweis meiner Güte und atemberaubender Weisheit.
Honorieren Sie das - emotional, spirituell, oder am besten finanziell.
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 26103
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 00:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon JJazzGold » Sa 19. Aug 2017, 09:55

Katenberg hat geschrieben:(19 Aug 2017, 10:30)

Die Protestwahl ist ein legitimes Mittel um eben seine Unzufriedenheit mit dem bestehenden politischen Angebot aufzuzeigen.. Es bleibt einem auch relativ wenig übrig, da eine Partei sowieso erst ab einer gewissen Größe eine realpolitische Kraft sein kann. Einzige Ausnahme bilden dabei wohl die Freien Wähler.


Gehen wir mal fiktiv davon aus, jeweils 20% aller bisherigen Wähler der etablierten Parteien würden aus unterschiedlichen Gründen aus Protest eine Partei wählen, die sich ihrer Meinung nach zur Protestpartei eignet. Das wären dann grob überschlagen 22,5%. Ein Wert, der zu einer GroKo führen muss. Welchen Vorteil, oder welche Message generiert der Protestwähler aus dieser von ihm verursachten Konstellation? Ausser, dass er damit allen Mitbürgern, die gegen eine erneute GroKo wählen einen reinwürgt? Was für eine Art Triumpf soll das darstellen? “Euch Mitbürgern habe ich es mal so richtig gezeigt! Ihr bekommt jetzt dank mir eine Regieungskonstellation, die ihr nicht wollt, die ich selbst eigentlich auch nicht will, aber ich habe euch gezeigt, dass ich die Macht habe, sie zu verursachen.“?

Mag sein, dass dieser billige Triumpf den einen oder anderen Protestwähler zutiefst kurzfristig befriedigt, bis er feststellen muss, dass die nächste GroKo uneingeschränkt handlungsfähig ist. Ich persönlich habe für dieses kleingeistige Denken zu Lasten meines politischen, gesellschaftlichen liberalen Denkens nur Verachtung übrig.
God creates dinosaurs. God destroys dinosaurs. God creates man. Man destroys God. Man creates dinosaurs.
Dinosaurs eat man. Woman inherits the earth.
Woppadaq
Beiträge: 1094
Registriert: So 8. Apr 2012, 10:29

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Woppadaq » Sa 19. Aug 2017, 12:34

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 Jul 2017, 19:27)

Ich kann keinen guten Gewissens eine der etablierten Volksparteien wählen.

Vielleicht nach der Prämisse "des geringsten Übels".


So hart es klingt: man wählt im Grunde fast immer das kleinste Übel.

Statt zu gucken, was die Parteien anbieten, sollte man sich erst mal darüber im Klaren sein, was man selbst eigentlich will, und ob das Erreichen dieses Zieles überhaupt realistisch ist. Dann kann man gucken, ob und wie Parteien dieses Ziel erreichen wollen. Parteien dafür zu verdammen, dass und wie sie ihre Arbeit machen, ist solange sinnlos, wie keine Partei für sich in Anspruch nimmt, explizit anders zu arbeiten. Und es ist auch nicht gesagt, dass jene Partei dann mit ihrer Arbeitsweise erfolgreicher ist.

Letztendlich bestimmst du mit deiner Stimme die Machtverhältnisse, und damit die Möglichkeiten der Arbeitsweise der Regierung. Gehen dir die ganzen Kompromisse auf den Sack, dann wähl die Partei, die sowieso die meisten Stimmen kriegt, so dass diese die absolute Mehrheit bekommen kann und weniger bis keine Kompromisse mehr eingehen muss. Findest du, dass sich deine Partei zu sehr Richtung rechts bewegt, dann wähl zum Ausgleich die linkere. Findest du eine Partei, die vorgibt, besser zu arbeiten als die etablierten Parteien (und das auch logisch und faktisch belegen kann), dann wähl diese. Gibt es diese nicht, und alle Parteien kotzen dich an - gründe deine eigene.

Mit Nichtwählen nimmst du alles hin. Wahlen sind keine Sympathiebekundungen, sondern dein Beitrag zur Machtbalance.
Benutzeravatar
Jekyll
Beiträge: 9361
Registriert: Di 31. Aug 2010, 16:35
Benutzertitel: Je suis Jekyll

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Jekyll » Sa 19. Aug 2017, 17:08

Im Grunde handelt es sich dabei um einen erpresserischen Versuch, um den etablierten, seriösen Parteien - und damit indirekt auch deren Wählern (also der demokratischen Mehrheit!) - seinen Willen aufzuzwingen. Der Verzweiflungstat des kleinen Mannes, der sich nicht immer an die demokratischen Spielregeln hält.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 3813
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 19. Aug 2017, 19:35

Woppadaq hat geschrieben:(19 Aug 2017, 13:34)

Mit Nichtwählen nimmst du alles hin. Wahlen sind keine Sympathiebekundungen, sondern dein Beitrag zur Machtbalance.


Wenn dem so wäre, wird das so von den Wählern so begriffen und auch so genutzt?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten

Zurück zu „20. Wahlen - Wahlergebnisse“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast