Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

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Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Brainiac » Mi 8. Nov 2017, 17:22

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(08 Nov 2017, 10:55)

Ja, eine Wahlpflicht und eine ungültige Wahl sind zusammen möglich. Deshalb ist eine Wahlpflicht überhaupt kein Problem.

So war das gemeint, ok. Nun, habe ich ja auch nicht behauptet.

Bleibt die Frage, ob jemand, der ansonsten gar nicht wählen würde, dann konsequenterweise ungültig, oder vielleicht doch, wo er ja nun schon mal "dabei" ist, "richtig" wählt, und in welchem Umfang welches Verhalten auftritt und welche Auswirkungen das hat. Ich könnte mir vorstellen, dass die Randparteien dadurch gestärkt würden, im Sinne "wenn ich schon wählen muss, will ich wenigstens den etablierten Parteien eins auswischen". Ist aber Kaffeesatzleserei.
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Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 8. Nov 2017, 17:27

Brainiac hat geschrieben:(08 Nov 2017, 17:22)

Habe ich ja auch nicht behauptet.

Bleibt die Frage, ob jemand, der ansonsten gar nicht wählen würde, dann konsequenterweise ungültig, oder vielleicht doch, wo er ja nun schon mal "dabei" ist, "richtig" wählt, und in welchem Umfang welches Verhalten auftritt und welche Auswirkungen das hat. Ich könnte mir vorstellen, dass die Randparteien dadurch gestärkt würden, im Sinne "wenn ich schon wählen muss, will ich wenigstens den etablierten Parteien eins auswischen". Ist aber Kaffeesatzleserei.

Ich will dir nichts andichten. Ich bin einfach auf dein Thema eingegangen. Ich denke, dass eher die profitieren, die man kennt. Also CDU, CSU, SPD, Linke, FDP und das Protestangebot du jour - Pirat, NPD, ÖDP oder was grad dran ist. Es werden eher wenige mal so eben aus Trotz DKP oder CM wählen.
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Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Brainiac » Mi 8. Nov 2017, 17:29

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(08 Nov 2017, 17:27)

Ich will dir nichts andichten. Ich bin einfach auf dein Thema eingegangen. Ich denke, dass eher die profitieren, die man kennt. Also CDU, CSU, SPD, Linke, FDP und das Protestangebot du jour - Pirat, NPD, ÖDP oder was grad dran ist. Es werden eher wenige mal so eben aus Trotz DKP oder CM wählen.

Diese "eher wenigen" sind aber ggf prozentual gesehen mehr als die, die es sowieso tun würden. ;)
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Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 8. Nov 2017, 17:31

Brainiac hat geschrieben:(08 Nov 2017, 17:29)

Diese "eher wenigen" sind aber ggf relativ mehr als die, die es sowieso tun würden. ;)

Kann ich nicht ausschließen. Aber mehr als sie relativ zu den anderen verlieren? Das denke ich nicht.
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Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Brainiac » Mi 8. Nov 2017, 17:46

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(08 Nov 2017, 17:31)

Kann ich nicht ausschließen. Aber mehr als sie relativ zu den anderen verlieren? Das denke ich nicht.

Glaskugel.

Wir bräuchten ein Land, dass schon länger freie Wahlen durchführt und erst später die Wahlpflicht ergänzt hat, um diesen Effekt halbwegs isoliert betrachten zu können. Und auch dann würde es zahlreiche andere überlagernde Faktoren geben.
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Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 8. Nov 2017, 17:48

Brainiac hat geschrieben:(08 Nov 2017, 17:46)

Glaskugel.

Wir bräuchten ein Land, dass schon länger freie Wahlen durchführt und erst später die Wahlpflicht ergänzt hat, um diesen Effekt halbwegs isoliert betrachten zu können. Und auch dann würde es zahlreiche andere überlagernde Faktoren geben.

Ja, man könnte rauslesen was man will und alles andere begründet zruckweisen.
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Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Watchful_Eye » Do 9. Nov 2017, 00:49

Ich denke, eine Wahlpflicht würde nur zu einer hohen Zahl von Protest- und Spaßwahlen führen. Man kann Martin Sonneborn nur empfehlen, sich für eine Wahlpflicht einzusetzen. Die 5% wäre der PARTEI danach wohl ziemlich sicher.
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Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 10. Nov 2017, 15:36

Watchful_Eye hat geschrieben:(09 Nov 2017, 00:49)

Ich denke, eine Wahlpflicht würde nur zu einer hohen Zahl von Protest- und Spaßwahlen führen. Man kann Martin Sonneborn nur empfehlen, sich für eine Wahlpflicht einzusetzen. Die 5% wäre der PARTEI danach wohl ziemlich sicher.

Ist das denn in Ländern mit Wahlpflicht so?
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Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Watchful_Eye » Fr 10. Nov 2017, 23:06

Keine Ahnung, aber ich schätze nur viele meiner Landsleute so ein, dass es bei einer Einführung zu diesem Zeitpunkt so kommen würde.

Davon abgesehen - das hattest du meine ich neulich auch irgendwo geschrieben - ist es für eine Demokratie nicht wichtig, dass jeder um jeden Preis wählen geht. Wichtig ist, dass die Wahlentscheidung informiert getroffen wird, und das kann man nicht erzwingen,selbst wenn die Wahl keine Protestwahl sein sollte. Der Anteil der "wohlinformierten" Wahlen würde dadurch wahrscheinlich sinken, so dass der Wählerwille meiner Ansicht nach schlecht oder zumindest nicht besser abgebildet werden würde als zuvor.
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Re: Protestwahl - Legitim oder Schwachsinn?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 11. Nov 2017, 11:23

Watchful_Eye hat geschrieben:(10 Nov 2017, 23:06)

Keine Ahnung, aber ich schätze nur viele meiner Landsleute so ein, dass es bei einer Einführung zu diesem Zeitpunkt so kommen würde.

Davon abgesehen - das hattest du meine ich neulich auch irgendwo geschrieben - ist es für eine Demokratie nicht wichtig, dass jeder um jeden Preis wählen geht. Wichtig ist, dass die Wahlentscheidung informiert getroffen wird, und das kann man nicht erzwingen,selbst wenn die Wahl keine Protestwahl sein sollte. Der Anteil der "wohlinformierten" Wahlen würde dadurch wahrscheinlich sinken, so dass der Wählerwille meiner Ansicht nach schlecht oder zumindest nicht besser abgebildet werden würde als zuvor.

Das stimmt, das ist meine Meinung. Ich möchte aber Dinge, die ich ablehne, wie eine Wahlpflicht, nicht aus falschen Gründen kritisieren. Die meisten Staaten haben keine Wahlpflicht oder nehmen sie nicht ernst. In Griechenland etwa gibt es eine Wahlpflicht, aber keine Strafen. Andere haben so geringe Geldstrafen, dass es sich mehr um eine Verwaltungsgebühr handelt oder sie treiben sie gar nicht erst ein. Einige Staaten laden Nichtwähler zu kommenden Wahlen nicht ein. Die Nichtwähler müssen sich also aktiv neu um ein Wahlrecht bemühen. Einige Länder behalten sich zumindest Gefängnis oder Entzug des Passes vor, was in der Praxis aber auch nicht passiert.

In vielen Fällen ist die Wahlpflicht also mehr eine normative Aussage als ein echtes Gebot. Vergleiche das mal mit der Wehrpflicht. Eine Auswirkung auf Protestwahl ist bei keiner bestehenden Wahlpflicht zu erkennen, auch keine verhindernde. Das könnte bei Neueinführung vorübergehend anders aussehen.
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