Bundestagswahl 2017

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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Brainiac » Di 9. Mai 2017, 19:55

Kibuka hat geschrieben:(09 May 2017, 20:30)

Schulz war jahrelang in Brüssel und am Ende Parlamentspräsident. Gerissen hat er da schon wenig, mit Ausnahme fragwürdiger Beförderungen und Prämien. Wieso sollte sich das jetzt anders verhalten?

Was sollte ein EU-Parlamentspräsident deiner Meinung nach denn "reissen"?

Meiner Meinung nach kann man da hauptsächlich versuchen, Ansehen und Bedeutung des EU-Parlaments zu steigern. Das hat er jedenfalls versucht, in der Öffentlichkeit und in der SPD. Ansonsten fällt mir hauptsächlich der Wahlkampf mit Juncker ein. Da wurden, zumindestens zeitweise, auch mal europäische Themen der Normalbevölkerung nahegebracht. Problem war halt, dass damals inhaltlich zwischen ihn und Juncker kaum ein Blatt Papier passte.

Wer anders bei der EU hat deiner Meinung nach mehr "gerissen"?
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon jorikke » Di 9. Mai 2017, 20:06

Brainiac hat geschrieben:(09 May 2017, 20:24)

Nein, nicht vertippt.


Mein Fehler, sollte statt wollte gelesen.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Kibuka » Di 9. Mai 2017, 20:18

Brainiac hat geschrieben:(09 May 2017, 20:55)

Was sollte ein EU-Parlamentspräsident deiner Meinung nach denn "reissen"?

Meiner Meinung nach kann man da hauptsächlich versuchen, Ansehen und Bedeutung des EU-Parlaments zu steigern. Das hat er jedenfalls versucht, in der Öffentlichkeit und in der SPD. Ansonsten fällt mir hauptsächlich der Wahlkampf mit Juncker ein. Da wurden, zumindestens zeitweise, auch mal europäische Themen der Normalbevölkerung nahegebracht. Problem war halt, dass damals inhaltlich zwischen ihn und Juncker kaum ein Blatt Papier passte.

Wer anders bei der EU hat deiner Meinung nach mehr "gerissen"?


Kohl oder Mitterrand. Merkel versteht nix von der EU, genausowenig wie Schulz. Die wollen eher verwalten, statt sinnvoll gestalten.

Merkel versteht weder GB, noch die Ostblockstaaten oder z.B. Griechenland. Eigentlich kapiert die Frau gar nix. Mit der deutschen Brieftasche kann sie aber glänzend umgehen. Es spricht für das politische Deutschland, dass so jemand nun vielleicht 16 Jahre im Amt sitzt.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Brainiac » Di 9. Mai 2017, 21:01

Kibuka hat geschrieben:(09 May 2017, 21:18)

Kohl oder Mitterrand. Merkel versteht nix von der EU, genausowenig wie Schulz. Die wollen eher verwalten, statt sinnvoll gestalten.

Merkel versteht weder GB, noch die Ostblockstaaten oder z.B. Griechenland. Eigentlich kapiert die Frau gar nix. Mit der deutschen Brieftasche kann sie aber glänzend umgehen. Es spricht für das politische Deutschland, dass so jemand nun vielleicht 16 Jahre im Amt sitzt.

Schulz tritt zumindest für eine europäische Regierung ein, im Gegensatz zu Merkel. Ich halte sie auch nicht für eine große Erneuerin, allerdings halte ich ihr zugute, im Rahmen der Finanz- und nachfolgenden EU-Schuldenkrise die Dinge durchgestanden und den Laden halbwegs zusammengehalten zu haben. Welche Entscheidungen sachlich besser gewesen wären, vermag ich nicht wirklich zu überblicken. Möglicherweise kann das kein lebender Mensch.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Kibuka » Di 9. Mai 2017, 21:21

Brainiac hat geschrieben:(09 May 2017, 22:01)

Schulz tritt zumindest für eine europäische Regierung ein, im Gegensatz zu Merkel. Ich halte sie auch nicht für eine große Erneuerin, allerdings halte ich ihr zugute, im Rahmen der Finanz- und nachfolgenden EU-Schuldenkrise die Dinge durchgestanden und den Laden halbwegs zusammengehalten zu haben. Welche Entscheidungen sachlich besser gewesen wären, vermag ich nicht wirklich zu überblicken. Möglicherweise kann das kein lebender Mensch.


Der Laden wäre auch "zusammengehalten" worden, wenn man Griechenland hätte normal pleite gehen lassen, so wie es die EU-Verträge vorsahen. Die EZB hätte den Finanzmarkt stabilisiert, wie es später ohnehin geschah. Stattdessen jagte ein Rettungspaket das Nächste, Schulden privater Investoren wurden zu öffentlichen Schulden der Euroländer und ihrer Steuerzahler.

Merkel hat nicht verstanden, dass sie mit ihrer vermeintlichen Hilfsaktion einen gefährlichen Pfad beschritten hat, an dessen Ende eine Schuldenunion steht, die viel Porzellan zwischen den Ländern zerschlägt, Gewinne privatisiert und Schulden sozialisiert.

In der Flüchtlingskrise glänzte sie erneut mit Bauchentscheidungen, statt Rationalität. Sie öffnete einfach die Grenze, setzte Dublin damit außer Kraft und machte darüber hinaus Selfies mit Migranten. Die Botschaft war noch am anderen Ende der Welt zu hören. Ein "freundliches Gesicht" wollte sie zeigen.

Die vorzeitige Abschaltung der Atomkraftwerke kostet den Steuerzahler Milliarden und hat Unternehmen über Nacht enteignet (Entschädigungszahlungen wurden per Gerichtsentscheid fällig) und marginalisiert. Auch diese Entscheidung fiel aus dem Bauch heraus, quasi von heute auf morgen.

Wenn die Frau zur Abwechslung einmal nachdenken würde, was die Konsequenzen ihres Handelns sind, wäre schon viel gewonnen. Aber Merkel ist eine Frau der Phrasen und des Bauches. Paradoxerweise steckt hinter ihrer distanzierten, scheinbar emotionslosen Erscheinung, eine Person, die sich von ihren eigenen und öffentlichen Gefühlsströmungen leiten lässt. Für mich ist das ein politisches Nogo.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Senexx » Di 9. Mai 2017, 22:23

Kibuka hat geschrieben:(09 May 2017, 22:21)

Der Laden wäre auch "zusammengehalten" worden, wenn man Griechenland hätte normal pleite gehen lassen, so wie es die EU-Verträge vorsahen. Die EZB hätte den Finanzmarkt stabilisiert, wie es später ohnehin geschah. Stattdessen jagte ein Rettungspaket das Nächste, Schulden privater Investoren wurden zu öffentlichen Schulden der Euroländer und ihrer Steuerzahler.

Merkel hat nicht verstanden, dass sie mit ihrer vermeintlichen Hilfsaktion einen gefährlichen Pfad beschritten hat, an dessen Ende eine Schuldenunion steht, die viel Porzellan zwischen den Ländern zerschlägt, Gewinne privatisiert und Schulden sozialisiert.

In der Flüchtlingskrise glänzte sie erneut mit Bauchentscheidungen, statt Rationalität. Sie öffnete einfach die Grenze, setzte Dublin damit außer Kraft und machte darüber hinaus Selfies mit Migranten. Die Botschaft war noch am anderen Ende der Welt zu hören. Ein "freundliches Gesicht" wollte sie zeigen.

Die vorzeitige Abschaltung der Atomkraftwerke kostet den Steuerzahler Milliarden und hat Unternehmen über Nacht enteignet (Entschädigungszahlungen wurden per Gerichtsentscheid fällig) und marginalisiert. Auch diese Entscheidung fiel aus dem Bauch heraus, quasi von heute auf morgen.

Wenn die Frau zur Abwechslung einmal nachdenken würde, was die Konsequenzen ihres Handelns sind, wäre schon viel gewonnen. Aber Merkel ist eine Frau der Phrasen und des Bauches. Paradoxerweise steckt hinter ihrer distanzierten, scheinbar emotionslosen Erscheinung, eine Person, die sich von ihren eigenen und öffentlichen Gefühlsströmungen leiten lässt. Für mich ist das ein politisches Nogo.

Was die wirtschaftlichen Konsequenzen und die Unverantwortlichkeit dieser Entscheidungen angeht, stimme ich ich Ihnen zu.

Völlig anderer Ansicht bin ich bei der Einschätzung Merkels und ihrer Handlungsmotive.

Merkel ist handelt völlig zweckrational und strategisch. Zumindest die Abschlatung der Kernkraftwerke und die Grenzöffnung waren klar wahlstrategisch motiviert. Merkel will eine schwarz-grüne Koalition.

Bei der Griechenlandrettung hat vor allem ihre wirtschaftliche Inompetenz eine Rolle gespielt. Merkel ist Physikerin und bar jeder wirtschaftlichen Kenntnis. In der Griechenlandkrise hatte sie nicht die Weitsicht und nicht den Mut harte Entscheidungen durchzusetzen. Ökonomie ist für sie ein rotes Tuch und Terra incognita. Und mit einem Finanzminister, der seine berufliche Laufbahn als Finanzbeamter begonnen hat, Jurist und kein Wirtschaftfachmann ist, immer ein Erbsenzähler geblieben ist, von der Materie nichts versteht, ist man auch auf verlorenen Posten.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Kibuka » Di 9. Mai 2017, 22:32

Senexx hat geschrieben:(09 May 2017, 23:23)

Was die wirtschaftlichen Konsequenzen und die Unverantwortlichkeit dieser Entscheidungen angeht, stimme ich ich Ihnen zu.

Völlig anderer Ansicht bin ich bei der Einschätzung Merkels und ihrer Handlungsmotive.

Merkel ist handelt völlig zweckrational und strategisch. Zumindest die Abschlatung der Kernkraftwerke und die Grenzöffnung waren klar wahlstrategisch motiviert. Merkel will eine schwarz-grüne Koalition.

Bei der Griechenlandrettung hat vor allem ihre wirtschaftliche Inompetenz eine Rolle gespielt. Merkel ist Physikerin und bar jeder wirtschaftlichen Kenntnis. In der Griechenlandkrise hatte sie nicht die Weitsicht und nicht den Mut harte Entscheidungen durchzusetzen. Ökonomie ist für sie ein rotes Tuch und Terra incognita. Und mit einem Finanzminister, der seine berufliche Laufbahn als Finanzbeamter begonnen hat, Jurist und kein Wirtschaftfachmann ist, immer ein Erbsenzähler geblieben ist, von der Materie nichts versteht, ist man auch auf verlorenen Posten.


Das sehe ich anders. Gerade ihre Aussagen zum Thema Blockflöte spielen und freundliches Gesicht zeigen, zeigen eindrucksvoll, dass Merkel keineswegs strategisch handelt, sondern impulsiv und gefühlsgesteuert.

Sicherlich mag beim Atomausstieg noch die Machtoption mit den Grünen eine Rolle gespielt haben. Aber du kannst mir nicht erzählen, dass eine völlig zweckrational und strategisch handelnde Merkel tags zuvor noch für Laifzeitenverlängerung ist und dann über Nacht plötzlich die Abschaltung forciert, weil ihr im Traum plötzlich einfiel, dass das ja einer Koalition mit den Grünen förderlich wäre.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Senexx » Di 9. Mai 2017, 22:40

Entscheidungen müssen reifen, und sie brauchte einen Anlass. Fukushima lieferte ihr diesen. 30 Jahre grüner Atomphobiepropaganda der Grünen zeigen irgendwann Wirkung. Merkel hat sofort erkannt, dass Atompro künftig ein schlechtes Verkaufsargument sein würde und die Chance geehen endlich den Grünschwenk vorzubereiten.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Senexx » Di 9. Mai 2017, 22:40

Entscheidungen müssen reifen, und sie brauchte einen Anlass. Fukushima lieferte ihr diesen. 30 Jahre grüner Atomphobiepropaganda der Grünen zeigen irgendwann Wirkung. Merkel hat sofort erkannt, dass Atompro künftig ein schlechtes Verkaufsargument sein würde und die Chance geehen endlich den Grünschwenk vorzubereiten.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Kibuka » Di 9. Mai 2017, 23:00

Senexx hat geschrieben:(09 May 2017, 23:40)

Entscheidungen müssen reifen, und sie brauchte einen Anlass. Fukushima lieferte ihr diesen. 30 Jahre grüner Atomphobiepropaganda der Grünen zeigen irgendwann Wirkung. Merkel hat sofort erkannt, dass Atompro künftig ein schlechtes Verkaufsargument sein würde und die Chance geehen endlich den Grünschwenk vorzubereiten.


Merkel hat die Hosen voll geschissen, weil sie sah, dass in einem entwickelten Industrieland ein GAU passieren kann. Hinzu kamen die öffentlichen Gefühlswallungen. Paranoide Bürger deckten sich mit Geigerzählern ein. Und da Merkel für solche Gefühlsströmungen empfänglich ist, kam es zum vorzeitigen Ausstieg.

Die endgültige Entscheidung über den Ausstieg überließ sie dann der sogenannten Ethikkommission.

Atomenergie war schon vor Fukushima kein Quotenhit bei den deutschen Wählern.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Brainiac » Mi 10. Mai 2017, 00:32

Kibuka hat geschrieben:(09 May 2017, 22:21)

Der Laden wäre auch "zusammengehalten" worden, wenn man Griechenland hätte normal pleite gehen lassen, so wie es die EU-Verträge vorsahen. Die EZB hätte den Finanzmarkt stabilisiert, wie es später ohnehin geschah. Stattdessen jagte ein Rettungspaket das Nächste, Schulden privater Investoren wurden zu öffentlichen Schulden der Euroländer und ihrer Steuerzahler.

Merkel hat nicht verstanden, dass sie mit ihrer vermeintlichen Hilfsaktion einen gefährlichen Pfad beschritten hat, an dessen Ende eine Schuldenunion steht, die viel Porzellan zwischen den Ländern zerschlägt, Gewinne privatisiert und Schulden sozialisiert.

In der Flüchtlingskrise glänzte sie erneut mit Bauchentscheidungen, statt Rationalität. Sie öffnete einfach die Grenze, setzte Dublin damit außer Kraft und machte darüber hinaus Selfies mit Migranten. Die Botschaft war noch am anderen Ende der Welt zu hören. Ein "freundliches Gesicht" wollte sie zeigen.

Die vorzeitige Abschaltung der Atomkraftwerke kostet den Steuerzahler Milliarden und hat Unternehmen über Nacht enteignet (Entschädigungszahlungen wurden per Gerichtsentscheid fällig) und marginalisiert. Auch diese Entscheidung fiel aus dem Bauch heraus, quasi von heute auf morgen.

Wenn die Frau zur Abwechslung einmal nachdenken würde, was die Konsequenzen ihres Handelns sind, wäre schon viel gewonnen. Aber Merkel ist eine Frau der Phrasen und des Bauches. Paradoxerweise steckt hinter ihrer distanzierten, scheinbar emotionslosen Erscheinung, eine Person, die sich von ihren eigenen und öffentlichen Gefühlsströmungen leiten lässt. Für mich ist das ein politisches Nogo.

Was Griechenland betrifft, so hatten doch damals alle Angst vor den schwer kalkulierbaren Folgen eines Staatsbankrotts innerhalb Europas, nachdem die weltweite Finanzkrise gerade überwunden war. Heute ist es natürlich leicht, schlauer zu sein.

Der Atomausstieg in dieser Form wirkte auf mich auch nicht als "von Herzen kommend", sondern eher "auf der Welle schwimmend" - also nicht überzeugend.

In der Flüchtlingskrise hat Merkel sich schlicht verkalkuliert hinsichtlich der Reichweite ihres EU-Einflusses. Bei Griechenland hatte sie noch alle hinter sich und dachte, das funktioniert wieder, aber dem war nicht so. Hätte sie sich durchgesetzt und sowohl rechtzeitig die EU-Aussengrenzen in den Griff bekommen als auch die bereits gekommenen Flüchtlinge verteilen können, wir würden heute anders urteilen. Naja, Fahradkette. Nein, eine Glanzleistung war das nicht.

Für überemotional und irrational halte ich sie aber trotzdem nicht, eher im Gegenteil. Man muss sie eigentlich nur reden hören, um von dieser irrigen Idee abzukommen. Und wenn sich ein Politiker (auch) nach Emotionen und Stimmungslagen in der Bevölkerung richtet, folgt daraus noch lange nicht, dass er selbst überemotional sei - man kann Gefühle ja ganz rational analysieren. Merkel hat doch durch die Energiewende definitiv auch Wählerstimmen gewonnen, zB von den Grünen.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Wähler » Mi 10. Mai 2017, 06:39

Brainiac hat geschrieben:(09 May 2017, 20:11)
Ich begreife nicht, warum sich Schulz bislang so auf dieses Thema fokussiert hat. Dort ist die Wahl, wie gesagt, niemals zu gewinnen - mit dem Thema Europa aber vielleicht schon, wenn man es mal offensiv angehen würde. Schulz müsste Europa und EU zu einem seiner Haupt-Wahlkampfthemen erklären. Dafür steht er ja als Person. Zwar steht Merkel auch für Europa und EU, und hat hier einiges geleistet, aber in eher defensiver Hinsicht, im Sinne "weitermachen". Ich kenne von ihr keinen Veränderungsvorschlag für die EU, der etwas substantieller und zukunftsgerichteter ist. Hier hätte Schulz also viele Angriffspunkte.
Wer weiß, vielleicht wollte man auch erst die Wahl in F abwarten. Nach einer Anstandspause - zuerst gilt es ja für Macron, auf Merkel zuzugehen - könnte sich dann evtl. eine Achse Macron-Schulz bilden.

Was für eine Europapolitik soll denn Schulz vorschlagen? Durch den Brexit wird der Nettobeitrag Deutschlands steigen. Soll er ganz auf Steuersenkungen verzichten, damit das EU-Mitglied Deutschland in mehr Kooperation mit anderen EU-Ländern investieren kann? Darauf warten doch nur Frau Merkel und die FDP, die darauf spekulieren, die Konservativen unter den Grünen in ein Regierungsbündnis zu locken. Die Mehrheit der Deutschen will ihren Wohlstand kurz- und mittelfristig behalten. Sich in Sachen EU vortasten, geht gerade noch, aber voran marschieren überhaupt nicht. ;)
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Senexx » Mi 10. Mai 2017, 06:52

Brainiac hat geschrieben:(09 May 2017, 20:11)

Ich begreife nicht, warum sich Schulz bislang so auf dieses Thema fokussiert hat. Dort ist die Wahl, wie gesagt, niemals zu gewinnen - mit dem Thema Europa aber vielleicht schon, wenn man es mal offensiv angehen würde. Schulz müsste Europa und EU zu einem seiner Haupt-Wahlkampfthemen erklären.

Damit würde er die Wahl auf jeden Fall verlieren.

Gut, er verliert sie sowieso.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Senexx » Mi 10. Mai 2017, 07:10

Brainiac hat geschrieben:(09 May 2017, 22:01)

Schulz tritt zumindest für eine europäische Regierung ein, .

Eine europäische Regierung?

Wir werden schon von unserer eigenen genug drangsaliert. Da brauchen wir nicht noch eine weitere.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Europa2050 » Mi 10. Mai 2017, 11:23

Senexx hat geschrieben:(10 May 2017, 07:52)

Damit würde er die Wahl auf jeden Fall verlieren.

Gut, er verliert sie sowieso.


Nun, bei den letzten drei großen Wahlen in Europa haben ein Grüner, ein Konservativer und ein Sozialliberaler (oder wie auch immer man Macron bezeichnen will) mit dem klaren Bekenntnis pro Europa gewonnen. So schlecht kann das also nicht sein.
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:

Mist, hab ich einige Leute doch tatsächlich überfordert. :s
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Alexyessin » Mi 10. Mai 2017, 11:29

Senexx hat geschrieben:(09 May 2017, 23:40)

Entscheidungen müssen reifen, und sie brauchte einen Anlass. Fukushima lieferte ihr diesen. 30 Jahre grüner Atomphobiepropaganda der Grünen zeigen irgendwann Wirkung. Merkel hat sofort erkannt, dass Atompro künftig ein schlechtes Verkaufsargument sein würde und die Chance geehen endlich den Grünschwenk vorzubereiten.


Schmarrn. Vor Fukushima hat sie sogar versucht die Ausstiegsgeschichte der Rot/Grünen Regierung wieder rückgängig zu machen.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon pikant » Mi 10. Mai 2017, 11:31

Senexx hat geschrieben:(10 May 2017, 07:52)

Damit würde er die Wahl auf jeden Fall verlieren.

Gut, er verliert sie sowieso.



die letzten Wahlen haben alle bekennende Europaer gewonnen - Macron sogar mit einem Programm wo er mehr Kompentenzen nach Bruessel verlagern will, eine einheitliche Arrmee vorschlaegt und einen EU-Aussenminister mit 50 Milliarden Programm fuer Europa.
Melenchon und Le Pen mit raus aus Europa gescheitert

Merkel und Schulz stehen auch fuer die EU!

seit Austritt GB wird die EU immer attraktiver und der Buerger sieht, was er an der EU hat!
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Senexx » Mi 10. Mai 2017, 11:53

pikant hat geschrieben:(10 May 2017, 12:31)

die letzten Wahlen haben alle bekennende Europaer gewonnen - Macron sogar mit einem Programm wo er mehr Kompentenzen nach Bruessel verlagern will, eine einheitliche Arrmee vorschlaegt und einen EU-Aussenminister mit 50 Milliarden Programm fuer Europa.
Melenchon und Le Pen mit raus aus Europa gescheitert

Merkel und Schulz stehen auch fuer die EU!

seit Austritt GB wird die EU immer attraktiver und der Buerger sieht, was er an der EU hat!

Frankreich greift nach dem Strohhalm, weil es schon fast ertrunken ist. Und Macron wurde nicht gewählt, weil er für mehr Europa ist, sondern weil Le Pen einfach nicht wählbar war, und er das kleinere Übel.

Auch die Deutschen wollen nicht die EU aufgeben, aber keineswegs mehr Kompetenzen nach Brüssel und schon gar keine Eurobonds.

Das einzige, womit Schulz punkten könnte, wäre eine reformierte EU, die mehr Kompetenzen bei den Ländern lässt. Aber das will er ja nicht. Er möchte die Bürger noch mehr entmündigen und fremden Spielbällen ausliefern.

Ich wünschte mir, dass er mit diesem Programm anträte. Dann würde er sauber abschmieren.

Im übrigen halte ich Schulz als Person nicht für einen attraktiven Kandidaten, und das sehen die Wähler. Er behauptet, er sei seit bald 30 Jahren trockener Alkoholiker, sein Gesicht weist aber die typischen Anzeichen eines schwer alkoholabhängigen Menschen auf. Was nun stimmt, wissen wir nicht. Ich glaube aber, dass seine Erscheinung eher Misstrauen erweckt, denn Zutrauen.

Und dann ist da noch seine Partei, die kein Vertrauen mehr genießt, seit sie ihre angestammte Klientel verstoßen und sich zu einer Funktionärspartei gewandelt hat, die die Interessen der Sozialstaatsverwalterklassen und Kujonierklassen vertritt.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon pikant » Mi 10. Mai 2017, 12:01

Senexx hat geschrieben:(10 May 2017, 12:53)

Frankreich greift nach dem Strohhalm, weil es schon fast ertrunken ist. Und Macron wurde nicht gewählt, weil er für mehr Europa ist, sondern weil Le Pen einfach nicht wählbar war, und er das kleinere Übel.

Auch die Deutschen wollen nicht die EU aufgeben, aber keineswegs mehr Kompetenzen nach Brüssel und schon gar keine Eurobonds.

Das einzige, womit Schulz punkten könnte, wäre eine reformierte EU, die mehr Kompetenzen bei den Ländern lässt. Aber das will er ja nicht. Er möchte die Bürger noch mehr entmündigen und fremden Spielbällen ausliefern.

Ich wünschte mir, dass er mit diesem Programm anträte. Dann würde er sauber abschmieren.

Im übrigen halte ich Schulz als Person nicht für einen attraktiven Kandidaten, und das sehen die Wähler. Er behauptet, er sei seit bald 30 Jahren trockener Alkoholiker, sein Gesicht weist aber die typischen Anzeichen eines schwer alkoholabhängigen Menschen auf. Was nun stimmt, wissen wir nicht. Ich glaube aber, dass seine Erscheinung eher Misstrauen erweckt, denn Zutrauen.

Und dann ist da noch seine Partei, die kein Vertrauen mehr genießt, seit sie ihre angestammte Klientel verstoßen und sich zu einer Funktionärspartei gewandelt hat, die die Interessen der Sozialstaatsverwalterklassen und Kujonierklassen vertritt.


Macron war der einzigste Kandidat, der fuer Europa stand und nicht die Schuld in Bruessel suchte
Melenchon, Le Pen, Hamon und auch Fillion wollten raus aus der EU oder mehr Kompetenzen fuer das grosse Frankreich, waehrend Macron bei jedem Wahlauftritt exakt das Gegenteil sagte.
auch war Macron der Einzigste, der immer auf die Umweltgefahren hinwies, die Frankreich bevorstehen und der die Oekologie ganz vorne auf seinem Zettel hatte.
im urbanen staedtischen Zentrum ist er jetzt schon ein Star und Paris hat er zum entzuecken gebracht - seine Hochburg die Liebesstadt :thumbup:

ich sehe Martin Schulz anders - gute Politiker, der frischen Wind in die SPD gebracht hat - mit Gabriel wuede die SPD heute auf 20% stehen.
ob es gegen Merkel am Ende reicht, wage ich mal schwer zu bezweifeln, denn die Gruenen schwaecheln und RRG ist beim Waehler nicht sehr beliebt.
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Re: Bundestagswahl 2017

Beitragvon Ger9374 » Mi 10. Mai 2017, 12:09

Senexx hat geschrieben:(10 May 2017, 12:53)

Frankreich greift nach dem Strohhalm, weil es schon fast ertrunken ist. Und Macron wurde nicht gewählt, weil er für mehr Europa ist, sondern weil Le Pen einfach nicht wählbar war, und er das kleinere Übel.

Auch die Deutschen wollen nicht die EU aufgeben, aber keineswegs mehr Kompetenzen nach Brüssel und schon gar keine Eurobonds.

Das einzige, womit Schulz punkten könnte, wäre eine reformierte EU, die mehr Kompetenzen bei den Ländern lässt. Aber das will er ja nicht. Er möchte die Bürger noch mehr entmündigen und fremden Spielbällen ausliefern.

Ich wünschte mir, dass er mit diesem Programm anträte. Dann würde er sauber abschmieren.

Im übrigen halte ich Schulz als Person nicht für einen attraktiven Kandidaten, und das sehen die Wähler. Er behauptet, er sei seit bald 30 Jahren trockener Alkoholiker, sein Gesicht weist aber die typischen Anzeichen eines schwer alkoholabhängigen Menschen auf. Was nun stimmt, wissen wir nicht. Ich glaube aber, dass seine Erscheinung eher Misstrauen erweckt, denn Zutrauen.

Und dann ist da noch seine Partei, die kein Vertrauen mehr genießt, seit sie ihre angestammte Klientel verstoßen und sich zu einer Funktionärspartei gewandelt hat, die die Interessen der Sozialstaatsverwalterklassen und Kujonierklassen vertritt.



Sind sie etwa Arzt beurteilen zu können das jemand schwer alkoholabhängig ist. Ich bin kein Fan von Herrn Schulz aber wer seit Jahrzehnten
seinen Weg ohne Alkohol geht verdient statt übler Nachrede zumindest das man ihm seine Vergangenheit nicht nachträgt. Alkoholismus ist eine Krankheit.Ich denke auch das die politische Arbeit von Herrn Schulz gezeigt hat das er was kann.Sie bedienen hier BILD Methoden, reißerisch
Unbewiesen!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:

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