Seehofer: Basisentscheid für Volksentscheide auf Bundesebene

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Re: Seehofer: Basisentscheid für Volksentscheide auf Bundesebene

Beitragvon frems » Mo 17. Okt 2016, 15:35

Boraiel hat geschrieben:(17 Oct 2016, 16:29)

Interessant, du kannst also für "die" Politologie antworten!? Was befähigt dich denn dazu?

Ich hab mich damit beschäftigt. Du offensichtlich noch nie. Daher auch Deine ganzen Fehleinschätzungen, u.a. zum GG, zum "Legitimitätsproblem" oder zur Mittelschicht. Da fehlt jegliche Grundlage. Würdest Du keine Fakten haben, aber zumindest argumentativ etwas abliefern, z.B. kritische Prämissen mit einer schlüssigen Konklusion, könnte man ja noch unter Vorbehalt ein Auge zudrücken. Aber so sind das einfach nur Behauptungen. Daher mein Ratschlag, den eigenen Horizont mal zu erweitern und sich zu fragen, wie es denn in anderen Ländern aussieht. Damit ist zwar die ominöse Grundlage, die man glaubt sehen zu können, nicht belegt -- aber der monokausale, scheinargumentative Trugschluss scheitert dann an der Praxis, da es keine Regelmäßigkeit für die Legitimation gibt.

Ich akzeptiere deine Ansicht, halte das aber für eine mögliche, zugespitzte Formulierung des Sachverhalts.

Ist keine Ansicht, sondern eben Fakten. Du hast bisher nichts geliefert und willst es nach eigener Aussage ja auch nicht mehr. Du hast Dich nicht informiert oder schlichtweg gelogen, in der Hoffnung, dass es irgendwer liest und Dir abkauft. Ich schätze Dich aber nicht als Lügner ein, sondern nehme an, dass Du Dir ein paar flüchtige, nicht sehr schlüssige Gedanken gemacht hast. Wäre ja nicht das erste mal.

Ich denke das spricht für sich.

Deine klassische Unterschicht wird damit nicht zur "Mitte der Gesellschaft". Die Gleichsetzung schließt sich schon aufgrund des selektiven Begriffes für die Kategorisierung aus.
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Re: Seehofer: Basisentscheid für Volksentscheide auf Bundesebene

Beitragvon Boraiel » Mo 17. Okt 2016, 15:37

Alexyessin hat geschrieben:(17 Oct 2016, 16:32)

Ja, nur das du den Satz völlig missinterpretieren musst, damit du argumentieren kannst.

Aha, darf ich mir von Franz Josef Strauß dann noch einen Satz klauen und jemanden, der hier öffentlich überlegt hat, in die SPD einzutreten, sagen:
„Irren ist menschlich, aber immer irren ist sozialdemokratisch.“
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Re: Seehofer: Basisentscheid für Volksentscheide auf Bundesebene

Beitragvon Boraiel » Mo 17. Okt 2016, 15:49

frems hat geschrieben:Ich hab mich damit beschäftigt. Du offensichtlich noch nie. Daher auch Deine ganzen Fehleinschätzungen, u.a. zum GG, zum "Legitimitätsproblem" oder zur Mittelschicht. Da fehlt jegliche Grundlage. Würdest Du keine Fakten haben, aber zumindest argumentativ etwas abliefern, z.B. kritische Prämissen mit einer schlüssigen Konklusion, könnte man ja noch unter Vorbehalt ein Auge zudrücken. Aber so sind das einfach nur Behauptungen. Daher mein Ratschlag, den eigenen Horizont mal zu erweitern und sich zu fragen, wie es denn in anderen Ländern aussieht. Damit ist zwar die ominöse Grundlage, die man glaubt sehen zu können, nicht belegt -- aber der monokausale, scheinargumentative Trugschluss scheitert dann an der Praxis, da es keine Regelmäßigkeit für die Legitimation gibt.

Deine Kritik an meinen Ausführungen ist nicht stichhaltig. Du übergehst, in mir nicht bekannten Absicht, von mir genannter Begebenheiten. Ich bitte dich, wie soll es denn nicht relevant sein, wenn eine fremde Macht, dem deutschen Grundgesetz zustimmen musste, ein Veto hätte einlegen können und die Bürgerinnen und Bürger niemals klar diesem Grundgesetz zugestimmt haben.
Nochmal: Fremde Macht hat zugestimmt, Bürgerinnen und Bürger nicht. Als Demokrat erkenne ich hier ein Legitimationsproblem. Wie du das nicht erkennen willst, als vernunftbegabter Mensch mit den besten Absichten, ist mir unklar.
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Re: Seehofer: Basisentscheid für Volksentscheide auf Bundesebene

Beitragvon Nele28 » Mo 17. Okt 2016, 15:53

Alexyessin hat geschrieben:(11 Oct 2016, 12:34)

Über das für und wieder von bundesweiten Volksentscheiden bin ich auch geteilter Meinung. Aber ich finde es "witzig" das gerade die CSU jetzt drauf anspricht. Was war es in den 90ern für ein Kampf die Bürgerentscheide durchzuboxen....( Kommunale Volksbegehren, Entscheide ).

Übrigens gibt es ja bundesweite Volksbegehren, bzw. es ist dem Volk ein Passus zugestanden.


Der Bürger ist in einer Demokratie der eigentliche Souverän. Das heißt dann auch Bürgerentscheide. Wer das abspricht, spricht sich auch gegen die Demokratie aus.
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Re: Seehofer: Basisentscheid für Volksentscheide auf Bundesebene

Beitragvon frems » Mo 17. Okt 2016, 16:18

Boraiel hat geschrieben:(17 Oct 2016, 16:49)Wie du das nicht erkennen willst, als vernunftbegabter Mensch mit den besten Absichten, ist mir unklar.

Weil's kein Problem gibt, wenn gewählte Repräsentanten eines Volkes über eine Verfassung abstimmen. Referenden sind auch unter heute demokratischen Staaten die Ausnahme, nicht die Regel. Die müssten ja dann alle Verfassungskrisen, Legitimitätsprobleme und Reichsbürgerbewegungen haben, wenn es so einfach wäre. Demokratietheoretisch sind die Fragestellungen völlig voneinander entkoppelt, da die politologische Analyse von demokratischen Prozessen nicht darauf reduziert wird, ob Bürger Repräsentanten wählen, die wiederum abstimmen, oder ob man über einen Sachverhalt direkt entscheidet. Da macht man es sich zu einfach. Im Optimalfall schaut man aber nicht (nur) auf andere Staaten, um festzustellen, dass man einem Irrglauben folgte, sondern holt sich einschlägige Literatur aus den Staatswissenschaften. (Oder man stellt einfach unschlüssige Behauptungen auf, aber das hat nicht viel mit Vernunft und guten Absichten zu tun)
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Re: Seehofer: Basisentscheid für Volksentscheide auf Bundesebene

Beitragvon NMA » Mo 17. Okt 2016, 17:54

Ich fürchte, unsere in ihrer Loyalität wackeligen, mittelprächtig kompetenten, unterbezahlten Politiker sind wesentlich geeigneter, direkte Entscheidungen auf Bundesebene herbeizuführen, als das Volk.
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Re: Seehofer: Basisentscheid für Volksentscheide auf Bundesebene

Beitragvon Alexyessin » Mo 17. Okt 2016, 19:28

Boraiel hat geschrieben:(17 Oct 2016, 16:37)

Aha, darf ich mir von Franz Josef Strauß dann noch einen Satz klauen und jemanden, der hier öffentlich überlegt hat, in die SPD einzutreten, sagen:
„Irren ist menschlich, aber immer irren ist sozialdemokratisch.“


Das du weder das eine noch das andere verstanden hast ist klar.
Möchtest du immer noch die Rechte der Frauen beschneiden?
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Re: Seehofer: Basisentscheid für Volksentscheide auf Bundesebene

Beitragvon Boraiel » Mo 17. Okt 2016, 20:05

NMA hat geschrieben:(17 Oct 2016, 18:54)

Ich fürchte, unsere in ihrer Loyalität wackeligen, mittelprächtig kompetenten, unterbezahlten Politiker sind wesentlich geeigneter, direkte Entscheidungen auf Bundesebene herbeizuführen, als das Volk.

Abgeordnete, die das tun, übernehmen Verantwortung für die Menschen in diesem Land, für die Zukunft und werden in der historischen Betrachtung ihren rechtmäßigen Platz erhalten.
Das Volk kann dasselbe nicht so einfach erreichen, der Einzelne muss mit dem Verlust des Lebens rechnen, ein Bürgerkrieg würde drohen, wenn das Volk mit allem, ihm rechtmäßig zustehenden Mittel die Veränderung der Ordnung in diesem Sinne erreichen wollen würde. Heute schaut Frankreich voll Stolz auf die Männer und Frauen der französischen Revolution, aber wie waren die Jahre direkt nach der Absetzung des Königs? War nicht auch der Tod allgewärtig, das Leid und Chaos? Das müssen die Bürgerinnen und Bürger bedenken. Abseits dieser Veränderung mit allen Mitteln gibt es, einige Initiativen in Deutschland, die sich für Volksabstimmungen einsetzen, genannt sei da der Verein "Mehr Demokratie e.V." und natürlich auch in Parteien an der Basis aktive Bürgerinnen und Bürger. Auch müsstest du taub sein, wenn du den Ruf nach Volksabstimmungen auf vielen Demostrationsumzügen nicht vernehmen würdest.
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Re: Seehofer: Basisentscheid für Volksentscheide auf Bundesebene

Beitragvon Alexyessin » Di 18. Okt 2016, 12:07

Boraiel hat geschrieben:(17 Oct 2016, 21:05)
Heute schaut Frankreich voll Stolz auf die Männer und Frauen der französischen Revolution, aber wie waren die Jahre direkt nach der Absetzung des Königs?


Die? Die waren noch human. Der Terror kam erst später.
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Re: Seehofer: Basisentscheid für Volksentscheide auf Bundesebene

Beitragvon Alexyessin » Di 18. Okt 2016, 12:08

Boraiel hat geschrieben:(17 Oct 2016, 21:05)
Auch müsstest du taub sein, wenn du den Ruf nach Volksabstimmungen auf vielen Demostrationsumzügen nicht vernehmen würdest.


Von welchen vielen Demonstrationsumzügen sprichst du da? Bitte ein wenig mit Quellen untermauern, danke.
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Re: Seehofer: Basisentscheid für Volksentscheide auf Bundesebene

Beitragvon Wähler » So 4. Dez 2016, 13:17

Interessanter Presseclub (+ Nachgefragt als Podcast) zum Thema: Brauchen wir mehr direkte Demokratie?
http://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen ... e-100.html
Fazit:
Volksentscheide auf Bundesebene nur mit generell höheren Quoren, 50% Beteiligung und 66,6% dafür bei Verfassungsänderungen.
Vor- und Urwahlen bei Parteien als erster Schritt.
Ohne Lernprozess bei anfangs einfachen klaren Fragen dürfte es schwierig werden.
Große Koalition schwächt zu sehr oppositionelle Meinungsbildung in den Parlamenten.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo ... el_id=1232 (Zugang auch bundesweit)
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Re: Seehofer: Basisentscheid für Volksentscheide auf Bundesebene

Beitragvon Ein Terraner » So 4. Dez 2016, 13:25

watisdatdenn? hat geschrieben:(11 Oct 2016, 03:02)

Wie seht ihr das?


Das der Kindskopf das nur gesagt hat weil es nie dazu kommen wird, Bauernfänger mehr nicht.
Licht und Dunkel
Christian12

Re: Seehofer: Basisentscheid für Volksentscheide auf Bundesebene

Beitragvon Christian12 » So 4. Dez 2016, 13:39

watisdatdenn? hat geschrieben:(11 Oct 2016, 03:02)

Seehofer will die Basis der CSU entscheiden lassen, ob Volksentscheide auf Bundesebene in das Grundsatzprogramm der CSU Einzug halten soll:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/csu-s ... -1.3199034

Super Horst :thumbup:
Das ist ein Vorstoß den ich als Demokrat sehr begrüße!
Wie seht ihr das?

Ist dadurch eine Union mit der undemokratischen CDU noch möglich?
Ist das der richtige Weg für die CSU?

Volksentscheide in das Grundsatzprogramm einer Partei aufzunehmen,
die 6% der Abgeordneten stellt, ist eine Form der Scharlatanerie.

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