Volksentscheide, direkte Demokratie: Pro & Contra

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Tom Bombadil
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Re: Volksentscheide, direkte Demokratie: Pro & Contra

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 7. Nov 2016, 15:19

ThorsHamar hat geschrieben:(07 Nov 2016, 14:55)

Diesen Glauben kannst Du ja auch gerne haben. Ich weiss eben etwas Anderes.

Hast du faktische Beweise für dein Wissen?

Lobbyisten, als nicht gewählte Interessenvertreter, bestimmen weit vor der Bearbeitung in politischen Gremien das Verhalten der Abgeordneten massiv.

Ein Grund, warum ich Lobbyisten sehr skeptisch gegenüber stehe.
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busse
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Re: Volksentscheide, direkte Demokratie: Pro & Contra

Beitragvon busse » Di 8. Nov 2016, 09:03

Nele28 hat geschrieben:(07 Nov 2016, 14:52)

Das mit der NSDAP stimmt auch. So viel ich weiß, hatte die NSDAP 33 % der Stimmen erreicht. Dass würde heute auch reichen, um zu regieren, wenn auch nur mit einem Koalitionspartner zusammen. Und wäre nicht die Weimarer Republik so schwach gewesen und die Zentrumspartei mit Hitler paktiert hätte, wäre dem deutschen Volk und seinen Nachbarn zig illionenfaches Leid, Elend und Tod erspart geblieben.
Nachdem aber Hitler an der Macht war, wuchs sein Zuspruch doch enorm. Endlich mal einer, der Tacheles redete und aufräumte.
Das kommt an. Der Widerstand schrumpfte arg zusammen. Nicht jeder hat die Zivilcourage gehabt. Denn das hätte schlimme Folgen gehabt. Siehe Geschwister Scholl.



Na ja, da kann man zwiespältiger Meinung sein. Erst einmal hat die Partei "Das Zentrum" (heute vergleichbar mit der CDU) überhaupt nichts zu tun mit Hitlers Machtübernahme. Sondern der Reichspräsident hat nach ziemlichen langen Irrungen und Wirrungen das gemacht was bisher in jeder Demokratie gemacht wurde, den Regierungsauftrag der Stärksten Partei in Deutschland zu übertragen. Diese suchte sich als Koalitionspartner die Partei mit den größten Schnittpunkten und das war die DNVP. Man sollte es immer aus der Geschichtsperspektive der damaligen Zeit sehen und nicht mit den Erfahrungen von heute, das wäre arrogant. Heute wissen wir noch nicht mal Bescheid, wie eine US Politik aussieht wenn morgen früh Trump obsiegen sollte. Aber früher sollten die Menschen alles vorher wissen, dies ist faktisch nicht nachvollziehbar. Auch mit Scheinargumenten , wie man hätte "Mein Kampf " lesen sollen oder die Auftritte der NSDAP weisen darauf hin im Reichstag . Schlichtweg saßen wenigstens 6 größere radikale Parteien damals im Reichstag von links bis rechts und redeten den gleichen Stuß. Zivilcourage ist auch so ein gebrauchtes Wort von heute und hatte damals überhaupt keinen Sinn, denn schon in der Weimarer Zeit radikalisierten sich die unterschiedlichsten politischen Kräfte, so daß es in Teilen zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen kam. Die Aufrechnung kam dann nach der Machtübernahme durch die Nazis. Die Geschwister Scholl haben Widerstand geleistet, das hat auch mit Courage zu tun, aber weniger damit was man heute damit meint, auch schon deshalb da ja einige noch Militärangehörige waren.
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jorikke
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Re: Volksentscheide, direkte Demokratie: Pro & Contra

Beitragvon jorikke » Mo 28. Nov 2016, 15:33

Die Schweiz hat mal wieder volksentschieden. Opa Mathis und Tante Amelia durften entscheiden ob für die Schweizer Kernkraftwerke eine Höchstlaufzeit eingeführt werden soll.
Haben sie abgelehnt. Die Dinger können jetzt weiterlaufen bis sie vor Altersschwäche zerbröseln.
Hört sich ganz schön gefährlich an.
Ist es aber nicht.
Schließlich haben hier keine idiotischen Akademiker und Ingenieure, blöde Fachleute also, entschieden, sondern die geballte Volksintelligenz.
Sollte es trotzdem zu einer Katastrophe kommen, fahren die Eidgenossen wenigstens demokratisch gewollt zur Hölle.
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Re: Volksentscheide, direkte Demokratie: Pro & Contra

Beitragvon Ger9374 » Mo 28. Nov 2016, 15:42

Ich will auch Volksentscheiden, muss ich jetzt Asyl in der Schweiz beantragen?
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Volksentscheide, direkte Demokratie: Pro & Contra

Beitragvon DMD » Mo 28. Nov 2016, 15:45

Das bedeutet doch nicht, dass die Kernkraftwerke nicht gewartet werden. Wenn Mängel festgestellt werden, dann wird entweder der Mangel behoben oder das Teil wird abgestellt. Wenn man Sicherheitskontrollen gründlich macht, dann ist doch alles in Ordnung.
Auf Provokationen gehen ich nicht ein. Ich bin hier, um zu diskutieren und nicht um Menschen zu beleidigen oder um mich beleidigen zu lassen.
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Re: Volksentscheide, direkte Demokratie: Pro & Contra

Beitragvon frems » Mo 28. Nov 2016, 17:24

Ger9374 hat geschrieben:(28 Nov 2016, 15:42)

Ich will auch Volksentscheiden, muss ich jetzt Asyl in der Schweiz beantragen?

Du kannst einfach so in die Schweiz ziehen. Das wollten die Schweizer vor einigen Jahren per Volksentscheid zwar nicht mehr, aber man hat bei der Chose gleich ein schönes Beispiel dafür, wie "gut" Referenden funktionieren.
Labskaus!
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Re: Volksentscheide, direkte Demokratie: Pro & Contra

Beitragvon Boraiel » Mo 28. Nov 2016, 21:32

jorikke hat geschrieben:(28 Nov 2016, 15:33)

Die Schweiz hat mal wieder volksentschieden. Opa Mathis und Tante Amelia durften entscheiden ob für die Schweizer Kernkraftwerke eine Höchstlaufzeit eingeführt werden soll.
Haben sie abgelehnt. Die Dinger können jetzt weiterlaufen bis sie vor Altersschwäche zerbröseln.
Hört sich ganz schön gefährlich an.
Ist es aber nicht.
Schließlich haben hier keine idiotischen Akademiker und Ingenieure, blöde Fachleute also, entschieden, sondern die geballte Volksintelligenz.
Sollte es trotzdem zu einer Katastrophe kommen, fahren die Eidgenossen wenigstens demokratisch gewollt zur Hölle.

Die Akademiker, Ingenieure und Fachleute sollten entscheiden, wie lange es zu verantworten ist, dass Bauteil ABC bei den realistischen Belastungen verwendet wird. Ein pauschale Begrenzung auf 45 Betriebsjahre für Kernkraftwerke ist unsinnig und teuer. Bauteile können und werden ausgetauscht, das ganze Kernkraft nach x Jahren hingegen abreißen zu wollen ist widersinnig. In diesem Sinne haben die Schweizer wieder einmal die richtige Entscheidung getroffen.
Der Seiende als das Zeitliche ist in seiner ganzen zeitlichen Erstreckung aus der Ewigkeit des Seins zur Gegenwart ermächtigt.
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Re: Volksentscheide, direkte Demokratie: Pro & Contra

Beitragvon frems » Mo 28. Nov 2016, 23:38

Ist natürlich doof für die Leute im Westen und Nordwesten der Schweiz, die mehrheitlich für die vorzeitige Abschaffung stimmten (http://www.nzz.ch/schweiz/abstimmungen/ ... -ld.129636) und um sie herum fast alle Reaktoren sind (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der ... er_Schweiz). Aber so ist das halt in der Demokratie. Vielleicht kann man mit Volksentscheid auch gesetzlich erklären, dass es keine Risiken mehr gibt.
Labskaus!
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Re: Volksentscheide, direkte Demokratie: Pro & Contra

Beitragvon Lukas » Sa 10. Dez 2016, 17:19

Auch wenn es sich erst einmal hart anhört, aber: Die Bevölkerung ist zu dumm.
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Re: Volksentscheide, direkte Demokratie: Pro & Contra

Beitragvon Billie Holiday » Sa 10. Dez 2016, 17:20

Lukas hat geschrieben:(10 Dec 2016, 17:19)

Auch wenn es sich erst einmal hart anhört, aber: Die Bevölkerung ist zu dumm.


Du bist bestimmt die große Ausnahme, gell? :)
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Re: Volksentscheide, direkte Demokratie: Pro & Contra

Beitragvon Lukas » Sa 10. Dez 2016, 17:22

Billie Holiday hat geschrieben:(10 Dec 2016, 17:20)

Du bist bestimmt die große Ausnahme, gell? :)


Das habe ich nicht behauptet.
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Re: Volksentscheide, direkte Demokratie: Pro & Contra

Beitragvon Tischler » Sa 10. Dez 2016, 17:27

Lukas hat geschrieben:(10 Dec 2016, 17:19)

Auch wenn es sich erst einmal hart anhört, aber: Die Bevölkerung ist zu dumm.


:D
So deutlich darfst du das nicht sagen. Sowas muss diplomatisch umschrieben werden.

Mir ist allerdings auch der Anteil der Dummen wie du sie nennst zu groß. Zusammen mit denen welche sich nicht informieren wollen oder einfach das tun was ihnen der Fernseher erzählt sehe ich schwarz.
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Re: Volksentscheide, direkte Demokratie: Pro & Contra

Beitragvon Lukas » Sa 10. Dez 2016, 17:28

Tischler hat geschrieben:(10 Dec 2016, 17:27)

:D
So deutlich darfst du das nicht sagen. Sowas muss diplomatisch umschrieben werden.

Mir ist allerdings auch der Anteil der Dummen wie du sie nennst zu groß. Zusammen mit denen welche sich nicht informieren wollen oder einfach das tun was ihnen der Fernseher erzählt sehe ich schwarz.


Genau so ist es. War vielleicht etwas hart von mir formuliert. :D

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