Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

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Seelöwe
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Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon Seelöwe » Fr 22. Jan 2016, 10:54

Am 04.09.2016 findet in Mecklenburg-Vorpommern die Wahl des Landtages statt.
Für die deutsche Politik ist MV aber sicherlich eines der eher unwichtigeren Bundesländer.

Hier das aktuellste Umfrageergebnis vom 21.01.2016:

CDU: 27,2 %
SPD: 28,4%
Grüne: 9,5%
FDP: 8,0%
Linke: 20,1%
AfD: 5,5%
NPD: 1,3%
Sonst.: 0,2%

http://www.wahlrecht.de/umfragen/landta ... ommern.htm

Somit würde die NPD auch in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Landtag ausscheiden.
Die AfD steht lt. der aktuellesten Umfrage auf der Kippe.
Die FDP wäre im Landtag und auch CDU, Linke und Grüne verzeichnen lt. dieser Umfrage Zuwächse, auf Kosten der SPD.

Landtagswahlergebnis vom 04.09.2011:

CDU: 23,0%
SPD: 35,6%
Grüne: 8,7%
FDP: 2,8%
Linke: 18,4%
NPD: 6,0%
Piraten: 1,9%
Sonst.: 3,7%
Wir leben in einem System, in dem man entweder Rad sein muss oder unter die Räder gerät.
Friedrich Nietzsche (1844 - 1900), dt. Philosoph
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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon H2O » Fr 22. Jan 2016, 19:09

Müssen denn in MV irgendwelche aufregenden Dinge
in Angriff genommen werden?
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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon frems » Fr 22. Jan 2016, 19:24

H2O hat geschrieben:(22 Jan 2016, 19:09)

Müssen denn in MV irgendwelche aufregenden Dinge
in Angriff genommen werden?

Das hat das Land schon weitestgehend hinter sich, z.B. die Kreisgebietsreform von 2011. Ansonsten nur das "Übliche", also insb. der Strukturwandel, wo man sich von manchen Dingen trennen muss und sich auf andere Bereiche konzentriert.

So ist es dem Land in den letzten Jahren gelungen, die Abwanderung zu reduzieren und zugleich Zulauf zu erhalten; und das nicht nur von Rentnern, die dort ihren Lebensabend günstig verbringen möchten, sondern mittlerweile auch von jungen Familien, die die gute Versorgung (Schulen, Kitas, ...) zu schätzen wissen.

Wirtschaftlich geht es dem Land auch nicht mehr so schlecht wie früher. Die Arbeitslosigkeit ist nur noch knapp über 10%, in der größten Stadt Rostock schon drunter. Mag noch nach viel klingen (im Bundesvergleich), aber Anfang/Mitte des letzten Jahrzehnts war man bei über 20%. Zum einen hat sich der Fremdenverkehr ganz gut entwickelt, zum anderen brachte die Energiewende (Transit für Gas, Windkraft, Biomasse, ...) einige Jobs. Auch die Hochschulen erfreuen sich steigenden Zahlen.

Der Rechtsradikalismus ist auch nicht mehr ein so großes Problem. Natürlich gibt's noch, insb. aufm Land, solche Orte. Aber es ist deutlich besser geworden, was an der wirtschaftlichen Entwicklung liegen könnte. Eine Hochburg der NPD war ja stets Vorpommern, aber selbst dort erreicht die NPD schon seit wenigen Jahren nicht mehr die 5%-Hürde. Daher ist ein Einzug in den Landtag in Schwerin sehr unwahrscheinlich. Vor allem durch die engere Bindung an Stettin geht es dort für die Menschen spürbar voran.

Andererseits ist es nach der Umfrage gut möglich, dass die AfD einzieht. Und die hat wenig Berührungsängste zur NPD: http://www.ndr.de/nachrichten/mecklenbu ... fd306.html

5,5% sind aber auch nicht besorgniserregend viel, wenn man sieht, wie die Partei z.B. in Sachsen-Anhalt auf 15% kommt.
Zuletzt geändert von frems am Fr 22. Jan 2016, 19:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon Letzter-Mohikaner » Fr 22. Jan 2016, 19:24

Seltsam, dass in einem Ostland die afd nur bei 5% dümpelt und in zwei westlichen Bundesländern um die 10%.
"Je stärker wir sind, desto unwahrscheinlicher ist der Krieg." Otto von Bismarck

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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon frems » Fr 22. Jan 2016, 19:41

Letzter-Mohikaner hat geschrieben:(22 Jan 2016, 19:24)

Seltsam, dass in einem Ostland die afd nur bei 5% dümpelt und in zwei westlichen Bundesländern um die 10%.

Etwas mehr hätte ich persönlich auch erwartet. Aber die Frage stellt sich schon, warum man dort die AfD wählen sollte. Für die Landespolitik hat sie nichts im Gepäck. Und von einem kleinen Bundesland (nach Einwohnern) geht nun auch keine Signalwirkung in Richtung Bund aus. Da glaubt doch niemand, dass 10% AfD irgendwen in Berlin "aufwecken" würden, falls man das anstrebt. In Ländern wie Brandenburg kam sie ja schon 2014 auf über 12%. Geändert hat das nichts.

Ich hab mir mal ihr Wahlprogramm (http://www.afd-mv.de/wp2016/AfD-MV_Wahlprogramm2016.pdf) angeschaut. Nur das übliche Blabla auf knapp 20 Seiten. Wollen mehr Arbeitsplätze, niedrigere Steuern, weniger Schulden, günstigere Mieten, besseren Umweltschutz, mehr Sicherheit, bessere Gesundheitsversorgung, bessere Hochschulausstattung, kleinere Schulklassen, mehr Förderung (Kultur, Familien, ...). Was sie sich genau vorstellen, bleibt ein Geheimnis; genau wie ihre Alternativen, wie das gelingen soll, was sich jede Partei auf die Fahne schreiben würde.

Naja, immerhin wollen sie das Jagdrecht vereinfachen und die Zeitumstellung abschaffen. Vielleicht erreicht man damit ja die Massen. Ach, und die Fritz-Reuter-Bühne soll noch ein paar mehr Auftritte machen als bisher. :|
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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon H2O » Fr 22. Jan 2016, 20:00

frems hat geschrieben:(22 Jan 2016, 19:24)
...
Eine Hochburg der NPD war ja stets Vorpommern, aber selbst dort erreicht die NPD schon seit wenigen Jahren nicht mehr die 5%-Hürde. Daher ist ein Einzug in den Landtag in Schwerin sehr unwahrscheinlich. Vor allem durch die engere Bindung an Stettin geht es dort für die Menschen spürbar voran.
...


Das hört sich insgesamt also wenig aufregend an,
so daß man von einer Bestätigung der regierenden
Parteien ausgehen könnte. Strukturwandel ist ohne-
hin ein norddeutsches Thema (Werften, Fischerei,
Landwirtschaft, erneuerbare Energien...).

Der herausgeschnittene Absatz lässt Fragen offen.
Einmal mit Blick auf braune Inseln in OVP... die mögen
ja die große Stimmenzahl nicht bringen, aber will man
die weiter gewähren lassen?

Und natürlich die Frage, wie sich die Nähe zu Stettin
denn auswirkt; aus Presse/Rundfunk habe ich mitbe-
kommen, daß Polen aus Stettin auf polnischer Seite nicht
so günstig an Haus und Grundstück kommen können
wie auf der sich entvölkernden deutschen Seite. Dadurch
bleibt auf der deutschen Seite Infrastruktur erhalten, die
ansonsten zusammenbrechen würde (Schulen, kleine
Läden, Friseure, Blumen...). Arbeiten in Stettin, wohnen
in OVP.

Da wäre ja der Zusammenbruch des Schengenraums ein
harter Schlag für den Pendlerverkehr!

Meinten Sie das mit dem Vorteil der Nähe zu Stettin?
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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon frems » Fr 22. Jan 2016, 20:53

H2O hat geschrieben:(22 Jan 2016, 20:00)

Das hört sich insgesamt also wenig aufregend an,
so daß man von einer Bestätigung der regierenden
Parteien ausgehen könnte. Strukturwandel ist ohne-
hin ein norddeutsches Thema (Werften, Fischerei,
Landwirtschaft, erneuerbare Energien...).

Naja, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein sind davon nun weniger betroffen als Thüringen oder der Ruhrpott. Aber schön waren die Zeiten in MV nicht. Gerade die Werftindustrie hatte in vielen Städten ja die Bedeutung, die VW in Wolfsburg hat.

Der herausgeschnittene Absatz lässt Fragen offen.
Einmal mit Blick auf braune Inseln in OVP... die mögen
ja die große Stimmenzahl nicht bringen, aber will man
die weiter gewähren lassen?

Die sind ja mucksmäuschenstill geworden. Aufmärsche gibt's nicht mehr, Hetze gegen Polen auch nicht. Meist sind es kleine 30-Personen-Siedlungen im Nirgendwo, die sich mit dem "deutschen Bauerntum" beschäftigen wollen und an Wahlen häufig gar nicht erst teilnehmen. Gegen die vorzugehen, würde ihnen nur Aufmerksamkeit bescheren. Und sie tun ja nichts Illegales, nur weil sie geistig ein paar Jahrhunderte zurückhängen.

Und natürlich die Frage, wie sich die Nähe zu Stettin
denn auswirkt; aus Presse/Rundfunk habe ich mitbe-
kommen, daß Polen aus Stettin auf polnischer Seite nicht
so günstig an Haus und Grundstück kommen können
wie auf der sich entvölkernden deutschen Seite. Dadurch
bleibt auf der deutschen Seite Infrastruktur erhalten, die
ansonsten zusammenbrechen würde (Schulen, kleine
Läden, Friseure, Blumen...). Arbeiten in Stettin, wohnen
in OVP.

Da wäre ja der Zusammenbruch des Schengenraums ein
harter Schlag für den Pendlerverkehr!

Meinten Sie das mit dem Vorteil der Nähe zu Stettin?

Ja, das meinte ich, unter anderem. Für viele Unternehmen aus MV ist Stettin wiederum das Sprungbrett für den polnischen Absatzmarkt. Stettin entwickelt sich wirtschaftlich auch gut. Im Kalten Krieg wurde die Stadt stark vernachlässigt, weil man nicht wusste, ob ein wiedervereintes Deutschland nicht auf internationaler Bühne zumindest einige Ostgebiete wieder zugesprochen kriegt. Und wenn, dann wär Stettin mit Sicherheit dabei. Nun ist die Stadt das Zugpferd der Region. Und neben Arbeitern kommen auch viele Studenten nach MV. Da rechnet man auch eher hanseatisch, wenn der Vorwurf kommt, man bilde die Jugend aus, die nach dem Studium abhaut. Nach Umfragen gibt der Durchschnittsstudent rund 900 Euro aus, also über 10.000 im Jahr. Ob das aus Krediten, Nebenjobs, Eltern, Stipendien oder einem Mix aus alledem kommt, ist dann erstmal zweitrangig. Das Geld wird in der Region ausgegeben für Miete, Lebensmittel, Verkehr, Freizeit etc., und ein Studienplatz kostet dem Staat weniger. Gefällt es den Leuten, suchen sie sich dort einen Job oder gründen ein Start-Up. Wenn nicht, dann gehen sie wieder nach Polen oder Bayern zurück, wodurch aber auch wieder wirtschaftliche Anknüpfpunkte entstehen.

Das sorgt dann eher dafür, dass Studentenwohnungen in Städten wie Greifswald mittlerweile fast so teuer sind wie in Hamburg und damit höher liegen als in Berlin. Lange dachte man auch, die niedrigen Lebenskosten (inkl. Studiengebühren) würden insb. aus Westdeutschland viele Studenten anziehen, aber der Trend hält an. Die guten Studienbedingungen, die man in vielen westdeutschen Regionen lange suchen muss, sprechen sich dann doch rum. Und wenn man dann noch dort den gewünschten Studienplatz für ein Fach kriegt, das in München, Hamburg, Frankfurt oder Köln voll ist: umso besser.

Das ist halt nichts, was von heute auf morgen viele Arbeitsplätze und Steuerreinnahmen bringt, aber tendenziell geht es in eine erfreuliche Richtung. Mecklenburg geht aber auch seinen historischen Beziehungen nach und orientiert sich verstärkt an der Metropolregion Hamburg, an der einige Landkreise teilnehmen. Mit einer gemeinsamen, international bekannten "Marke" lockt man leichter Investoren an. Bspw. betreibt das dänische Unternehmen Nordex in Hamburg ihre Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung, während die Herstellung der Windkraftanlagen in Rostock geschieht. Mit über 1,7 Mrd. Euro ist es nun das umsatzstärkste Unternehmen im Bundesland und bietet vor allem Jobs für Hochqualifizierte.

Gleichzeitig war es auch recht clever von der Landesregierung, dass sie offen kommunizierte, die Urbanisierung voranztureiben, weil es aus vielerlei Hinsicht "alternativlos" ist, wenn man den Wohlstand erhalten und auch vermehren möchte. In anderen Bundesländern tut man sich damit recht schwer, obwohl die Raumentwicklung seit etlichen Jahren bekannt ist. Es will nur niemand zugeben, dass man sich auch mal von Dingen trennen muss. Wobei man auch sagen muss, dass wenige Regionen so stark litten wie MV, weshalb die Zustimmung in der Bevölkerung für Veränderungen auch höher war. In der Finanzpolitik läuft's daher auch ganz gut. Das Land tilgt seit Jahren Schulden statt neue aufzunehmen. Und Schwerin kriegt aus diversen Finanztöpfen (Umsatzsteuerausgleich, Länderfinanzausgleich) deutlich weniger (insgesamt und pro Kopf) als z.B. Berlin und Sachsen. Und es wird stetig etwas weniger.
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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon nichtkorrekt » Fr 22. Jan 2016, 20:58

Wahrscheinlich ist MeckPomm vor Asylanten verschont geblieben, zumindest in den Dörfern und die Hippies in den Städten juckt es vermutlich nicht. 20% für die LInke lässt ja auch tief blicken, wählen werden dort viele wahrscheinlich auch nicht.
Wer nicht AfD wählt, wählt Merkel.
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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon frems » Fr 22. Jan 2016, 21:11

nichtkorrekt hat geschrieben:(22 Jan 2016, 20:58)

Wahrscheinlich ist MeckPomm vor Asylanten verschont geblieben, zumindest in den Dörfern und die Hippies in den Städten juckt es vermutlich nicht. 20% für die LInke lässt ja auch tief blicken, wählen werden dort viele wahrscheinlich auch nicht.

[Zensiert] Vermutlich ist es schwer vorstellbar, aber Landespolitik besteht nicht nur aus bundes- und europapolitischen Fragen. Übrigens: Pro Kopf sind in MV etwas weniger Flüchtlinge als in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, aber deutlich mehr als in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Kann man in drei Sekunden herausfinden. Aber wählt mal weiter 30% Grüne. Das lässt ja tief blicken. (Und nun bitte kein Einwand a la "Aber der Kretschmann hat doch mit dem Kurs der Bundespartei nicht viel zu tun". Ansonsten kommt man noch auf die Überlegung, ob der Landesverband von Bartsch mit irgendwelchen WASG-Sektierern viel gemein hat. Und Nachdenken ist schlecht.)
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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon nichtkorrekt » Fr 22. Jan 2016, 21:17

frems hat geschrieben:(22 Jan 2016, 21:11)

Man, kamst Du jemals aus Deinem Dorf raus? Vermutlich ist es schwer vorstellbar, aber Landespolitik besteht nicht nur aus bundes- und europapolitischen Fragen. Übrigens: Pro Kopf sind in MV etwas weniger Flüchtlinge als in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, aber deutlich mehr als in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Kann man in drei Sekunden herausfinden. Aber wählt mal weiter 30% Grüne. Das lässt ja tief blicken. (Und nun bitte kein Einwand a la "Aber der Kretschmann hat doch mit dem Kurs der Bundespartei nicht viel zu tun". Ansonsten kommt man noch auf die Überlegung, ob der Landesverband von Bartsch mit irgendwelchen WASG-Sektierern viel gemein hat. Und Nachdenken ist schlecht.)


Ich habe schon zweimal das Bundesland gewechselt und es kommt auch darauf an wo du die Flüchtlinge unterbringst, ob du sie in kleine Dörfer steckst, sodass es an keinem vorübergeht oder du alle in eine Großstadt packst wo es eh keinen juckt. Hier in Thüringen hat man die an eine Zeit lang an jeder Ecke gesehen, inzwischen nicht mehr, wahrscheinlich wurde es ihnen zu langweilig hier und sie sind gegangen. Und ja, ich bin gerne ein Hinterwäldler.
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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon frems » Fr 22. Jan 2016, 21:23

nichtkorrekt hat geschrieben:(22 Jan 2016, 21:17)

Ich habe schon zweimal das Bundesland gewechselt und es kommt auch darauf an wo du die Flüchtlinge unterbringst, ob du sie in kleine Dörfer steckst, sodass es an keinem vorübergeht oder du alle in eine Großstadt packst wo es eh keinen juckt. Hier in Thüringen hat man die an eine Zeit lang an jeder Ecke gesehen, inzwischen nicht mehr, wahrscheinlich wurde es ihnen zu langweilig hier und sie sind gegangen. Und ja, ich bin gerne ein Hinterwäldler.

Dann fahr doch mal nach MV und schau, ob Flüchtlinge da das riesige Thema schlechthin sind. Nur weil einen selbst nichts anderes im Leben mehr interessiert (obwohl man gar keine (mehr) sieht), kann man doch anderen eingestehen, dass sie andere Prioritäten haben. Auch als Hinterwäldler.

Kommt er aus dem Bundesland mit dem ersten grünen Ministerpräsidenten und zieht dann ins Bundesland mit dem ersten von der Linkspartei, die über 28% bei der Wahl holte. Tze, tze, tze.
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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon H2O » Sa 23. Jan 2016, 11:57

frems hat geschrieben:(22 Jan 2016, 20:53)
...
...neben [polnischen?] Arbeitern kommen auch viele Studenten nach MV. Da rechnet man auch eher hanseatisch, wenn der Vorwurf kommt, man bilde die Jugend aus, die nach dem Studium abhaut. Nach Umfragen gibt der Durchschnittsstudent rund 900 Euro aus, also über 10.000 im Jahr. Ob das aus Krediten, Nebenjobs, Eltern, Stipendien oder einem Mix aus alledem kommt, ist dann erstmal zweitrangig. Das Geld wird in der Region ausgegeben für Miete, Lebensmittel, Verkehr, Freizeit etc., und ein Studienplatz kostet dem Staat weniger. Gefällt es den Leuten, suchen sie sich dort einen Job oder gründen ein Start-Up. Wenn nicht, dann gehen sie wieder nach Polen oder Bayern zurück, wodurch aber auch wieder wirtschaftliche Anknüpfpunkte entstehen.

Das sorgt dann eher dafür, dass Studentenwohnungen in Städten wie Greifswald mittlerweile fast so teuer sind wie in Hamburg und damit höher liegen als in Berlin. Lange dachte man auch, die niedrigen Lebenskosten (inkl. Studiengebühren) würden insb. aus Westdeutschland viele Studenten anziehen, aber der Trend hält an. Die guten Studienbedingungen, die man in vielen westdeutschen Regionen lange suchen muss, sprechen sich dann doch rum. Und wenn man dann noch dort den gewünschten Studienplatz für ein Fach kriegt, das in München, Hamburg, Frankfurt oder Köln voll ist: umso besser.
...


Das hört sich doch sehr gut an... eigentlich doch ein
sehr deutliches Lob der Landesregierung! Dann wären
die Landeskinder ziemlich einfältig, wenn sie diese
Leute abwählen würden.

Ich habe unter "Universitäten Mecklenburg-Vorpommern
nachgesehen: 9 an der Zahl, davon 4 auf "Rufweite" zu
Stettin. In Stettin gibt es 6 Universitäten. Wenn nur die
Sprachhürden nicht so hoch wären!

Langfristig kann man schon damit rechnen, daß sich im
lockeren Umkreis zu Universitäten auch kleine Unternehmen
niederlassen, die von einem engen Kontakt zu den Hoch-
schulen leben... und daraus kann sich mehr entwickeln,
wenn diese Unternehmen und Institute gefördert werden.
Zarte Pflänzchen eben.
CaptainJack

Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon CaptainJack » Di 16. Feb 2016, 13:34

Seelöwe hat geschrieben:(22 Jan 2016, 10:54)

Am 04.09.2016 findet in Mecklenburg-Vorpommern die Wahl des Landtages statt.
Für die deutsche Politik ist MV aber sicherlich eines der eher unwichtigeren Bundesländer.

Hier das aktuellste Umfrageergebnis vom 21.01.2016:

CDU: 27,2 %
SPD: 28,4%
Grüne: 9,5%
FDP: 8,0%
Linke: 20,1%
AfD: 5,5%
NPD: 1,3%
Sonst.: 0,2%

http://www.wahlrecht.de/umfragen/landta ... ommern.htm

Somit würde die NPD auch in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Landtag ausscheiden.
Die AfD steht lt. der aktuellesten Umfrage auf der Kippe.
Die FDP wäre im Landtag und auch CDU, Linke und Grüne verzeichnen lt. dieser Umfrage Zuwächse, auf Kosten der SPD.

Landtagswahlergebnis vom 04.09.2011:

CDU: 23,0%
SPD: 35,6%
Grüne: 8,7%
FDP: 2,8%
Linke: 18,4%
NPD: 6,0%
Piraten: 1,9%
Sonst.: 3,7%

INSA von heute, 16.02.2016

CDU 29%
SPD 22%
Grüne 5%
FDP 4%
Linke 19%
AFD 16%
NPD 4%
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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon Flat » Di 16. Feb 2016, 13:36

Moin,

erschreckend, da gibt's nun schon eine dumpfe rechtspopulistische Partei mit der AfD und immer noch 4 % bei der NPD-
_______
wer Rechtsradikales sagt und tut, ist rechtsradikal. Das hat nichts mit Nazikeule zu tun.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/inte ... 62231.html
CaptainJack

Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon CaptainJack » Di 16. Feb 2016, 14:21

Flat hat geschrieben:(16 Feb 2016, 13:36)

Moin,

erschreckend, da gibt's nun schon eine dumpfe rechtspopulistische Partei mit der AfD und immer noch 4 % bei der NPD-

Ursache und Wirkung! Jede Politik hat die Parteien, wie sie es verdient! Schön, dass eine Partei wie die NPD in diesem, von der Politik angerichtetem, Chaos nicht reinkommt.
Obwohl sie dort, unter wesentlich angenehmeren Bedingungen, schon größeren Zuspruch hatte.
Schön, dass die bürgernahe AFD, das alle umtreibende Thema zur Sprache bringen wird. Ein wichtiger Schritt für die Demokratie!
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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon Katenberg » So 21. Feb 2016, 12:05

Letzter-Mohikaner hat geschrieben:(22 Jan 2016, 19:24)

Seltsam, dass in einem Ostland die afd nur bei 5% dümpelt und in zwei westlichen Bundesländern um die 10%.


Auch bei Wahlrecht auf die Quelle schauen. Das Institut tauchte vorher in de Umfragen eig nicht auf. Da muss ich der AfD zustimmen, dass die Werte nicht ganz glaubwürdig sind. Die neue INSA-Umfrage da schon etwas eher, wenn man sich auch das Wahlverhalten in MV zuvor anschaut.
Kann das Land nicht einschätzen, kenne allerhöchstens Leute, die von dort rüber sind, oder welche, die mal dort waren.
There was blood upon t risers
there were brains upon t chute
Intestines were a-dangling from his paratroopers suit
He was a mess, they picked him up
and poured him from his boots
And he ain't gonna jump no more
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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon frems » So 21. Feb 2016, 19:41

Katenberg hat geschrieben:(21 Feb 2016, 12:05)

Auch bei Wahlrecht auf die Quelle schauen. Das Institut tauchte vorher in de Umfragen eig nicht auf. Da muss ich der AfD zustimmen, dass die Werte nicht ganz glaubwürdig sind. Die neue INSA-Umfrage da schon etwas eher, wenn man sich auch das Wahlverhalten in MV zuvor anschaut.
Kann das Land nicht einschätzen, kenne allerhöchstens Leute, die von dort rüber sind, oder welche, die mal dort waren.

Bei INSA würde ich ähnlich vorsichtig sein. Die werden bevorzugt von der Springerpresse beauftragt, weil man jedesmal "Sensationsmeldungen" geliefert bekommt. Außerdem arbeitet der Instituts-Chef für die AfD. Da würde ich lieber ein paar weitere Umfragen abwarten und dann einen Durchschnittswert ermitteln. Aber wahrscheinlich wird es nicht mehrere Umfragen im selben Zeitraum momentan geben, sondern mit mehreren Wochen Unterschied, sodass ein solcher Wert auch nicht viel bringt. Lieber mal abwarten bis die Wahlen im März durch sind und der Wahlkampf in Schwerin in Fahrt kommt. Dann wird man sicherlich auch noch was von Emnid, FGW, Infratest etc. kriegen.
Labskaus!

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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon moderliese » Sa 5. Mär 2016, 08:06

Seelöwe hat geschrieben:(22 Jan 2016, 10:54)

Am 04.09.2016 findet in Mecklenburg-Vorpommern die Wahl des Landtages statt.
Für die deutsche Politik ist MV aber sicherlich eines der eher unwichtigeren Bundesländer.

Hier das aktuellste Umfrageergebnis vom 21.01.2016:

CDU: 27,2 %
SPD: 28,4%
Grüne: 9,5%
FDP: 8,0%
Linke: 20,1%
AfD: 5,5%
NPD: 1,3%
Sonst.: 0,2%

http://www.wahlrecht.de/umfragen/landta ... ommern.htm

Somit würde die NPD auch in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Landtag ausscheiden.
Die AfD steht lt. der aktuellesten Umfrage auf der Kippe.
Die FDP wäre im Landtag und auch CDU, Linke und Grüne verzeichnen lt. dieser Umfrage Zuwächse, auf Kosten der SPD.

Landtagswahlergebnis vom 04.09.2011:

CDU: 23,0%
SPD: 35,6%
Grüne: 8,7%
FDP: 2,8%
Linke: 18,4%
NPD: 6,0%
Piraten: 1,9%
Sonst.: 3,7%

Na? 8% für die FDP ist ja wohl Wunschdenken. :p
Svi Back

Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon Svi Back » Sa 5. Mär 2016, 08:17

moderliese hat geschrieben:(05 Mar 2016, 08:06)

Na? 8% für die FDP ist ja wohl Wunschdenken. :p


die letzte Umfrage stammt vom 16.02.

CDU----------29%
SPD----------22%
Grüne--------5%
FDP-----------4%
Linke--------19%
AfD-----------16%
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Re: Landtagswahl Mecklenburg - Vorpommern 2016

Beitragvon frems » Do 17. Mär 2016, 15:17

Jetzt kommt auch noch die Rot-Rotlicht-Koalition

Deutschland lernt neue politische Farbkombinationen: Grün-Schwarz, Rot-Gelb-Grün, Schwarz-Rot-Gelb. Eine brandneue Allianz hat bisher noch keiner auf dem Schirm – sie könnte in McPomm entstehen.

http://www.welt.de/debatte/kolumnen/pla ... ition.html

Sollte man nicht ganz zu ernst nehmen. :p
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