Wahlumfragen

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schelm
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Beitragvon schelm » So 19. Feb 2017, 10:43

pikant hat geschrieben:(15 Feb 2017, 11:28)

Martin Schulz hat die SPD ueber 30% gefuehrt - wenn er das halten kann, eine grandiose Leistung!
die Sozialdemokratie lebt wieder richtig auf.

Das soll der Trend sein :

http://www.focus.de/politik/videos/afd- ... 68995.html

Viel interessanter finde ich die Leserkommentare. Diese Kommentare in den einschlägigen Onlinemedien passen merkwürdigerweise seit über einem Jahr in keinster Weise zu den sogenannten Wahlumfragen. Für mich stellt sich die Frage, wieso ? Hier wurde bereits irgendwo mal argumentiert, wenn man niemanden mehr kenne der eine der etablierten Parteien zu wählen beabsichtigt, dann läge es am eignen begrenzten Umfeld. Ok.

Dieses Argument greift allerdings nicht bei der Kommentarfunktion der veröffentlichten Artikel, die steht ja jedem zur Verfügung, in ihr sollte sich dementsprechend - oder irgendwie annähernd - ein Meinungsbild widerspiegeln, welches der angeblichen politischen Kräfteverteilung entspräche. Das tut es aber nicht, nie, in keinster Weise, nicht bei diesem Artikel und auch sonst nicht, verfolgt man regelmäßig die Kommentare zu allen einschlägigen Meldungen im Kontext der Politik seit 2015.

Also, wie kann das sein, wie kommt diese eklatante Diskrepanz zustande ? Werden wir verschaukelt ?
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Beitragvon think twice » So 19. Feb 2017, 11:08

schelm hat geschrieben:(19 Feb 2017, 10:43)

Das soll der Trend sein :

Viel interessanter finde ich die Leserkommentare. Diese Kommentare in den einschlägigen Onlinemedien passen merkwürdigerweise seit über einem Jahr in keinster Weise zu den sogenannten Wahlumfragen. Für mich stellt sich die Frage, wieso ?

Weil sich in den Kommentarspalten wie auch in politischen Foren immer nur die Hater ausheulen. Es ist ihr einziges Sprachrohr und das nutzen sie fleißig. Auf der Straße werden sie nämlich ausgebuht.
Wer mit mir nicht auskommt, muss eben noch etwas an sich arbeiten. ;)
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Beitragvon schelm » So 19. Feb 2017, 11:32

think twice hat geschrieben:(19 Feb 2017, 11:08)

Weil sich in den Kommentarspalten wie auch in politischen Foren immer nur die Hater ausheulen. Es ist ihr einziges Sprachrohr und das nutzen sie fleißig. Auf der Straße werden sie nämlich ausgebuht.

Eine einleuchtende Erklärung ist das nicht. Zum einen besteht die Kritik, die eindeutig überwiegt, nicht aus dem, was du als " Hater " bezeichnest; die wird nämlich von den Medien entfernt, so wie hier im Forum auch, neben dem geäußerten Unmut und Ärger ist das Gros der Kommentare durchaus inhaltlich diskussionswürdig.

Die Frage bleibt also offen, wieso die angebliche überwiegende Mehrheit der Wähler - also die der etablierten Parteien - an dieser Diskussion seit Ende 2015 ganz offensichtlich nicht teilnimmt ? Haben nur die " Hater " Smartphones, Tablets oder einen PC und informieren sich über die einschlägigen Medien ? Oder verstummt diese angebliche Mehrheit auf ein geheimes Zeichen hin kollektiv ? :D

Wenn ich sagen würde, wir werden hier verschaukelt und der Mainstream würde nichts unversucht lassen das reale Meinungsbild in seiner Kräfteverteilung zu manipulieren bzw. verfälscht wiederzugeben in den Wahlumfragen, dann würde man mir einen Hang zur VT attestieren. Dann probiere ich mal eine andere, sich demzufolge aufdrängende VT : Die absolute Mehrheit der Wähler, also die der etablierten Parteien, haben sich kollektiv abgesprochen die Medienberichte zu ignorieren und nicht zu kommentieren, deshalb findet man nur noch vereinzelt Widerspruch in den Kommentarspalten zu den Antikommentaren gegenüber der Politik seit 2015.

Und, wie findest du diese VT ? Recht so ?
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Beitragvon PeterK » So 19. Feb 2017, 11:44

schelm hat geschrieben:(19 Feb 2017, 10:43)
Viel interessanter finde ich die Leserkommentare. Diese Kommentare in den einschlägigen Onlinemedien passen merkwürdigerweise seit über einem Jahr in keinster Weise zu den sogenannten Wahlumfragen. Für mich stellt sich die Frage, wieso?

Das ist vollkommen normal. Frustrierte Meckerheinis neigen eher dazu, ihre Ansichten in die Welt zu blasen als normale Menschen, die (berechtigterweise) mit der Entwicklung unseres Landes im Großen und Ganzen zufrieden sind.
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Beitragvon schelm » So 19. Feb 2017, 12:00

PeterK hat geschrieben:(19 Feb 2017, 11:44)

Das ist vollkommen normal. Frustrierte Meckerheinis neigen eher dazu, ihre Ansichten in die Welt zu blasen als normale Menschen, die (berechtigterweise) mit der Entwicklung unseres Landes im Großen und Ganzen zufrieden sind.

Ach ja, ok, wieso sprach oder spricht man dann ( in lichten Momenten ? ) im Mainstream selber von einer tiefen Spaltung zwischen Bevölkerung / Politik / Medien, wenn es doch nur ein paar " frustrierte Meckerheinis " betrifft ?
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Beitragvon PeterK » So 19. Feb 2017, 12:10

schelm hat geschrieben:(19 Feb 2017, 12:00)
Ach ja, ok, wieso sprach oder spricht man dann ( in lichten Momenten ? ) im Mainstream selber von einer tiefen Spaltung zwischen Bevölkerung / Politik / Medien, wenn es doch nur ein paar " frustrierte Meckerheinis " betrifft ?

Ich spreche davon nicht und kann Dir auch nicht erklären, warum manche davon sprechen. Vielleicht werden die blaunen "Lautsprecher" schlicht mit zu viel Aufmerksamkeit bedacht?
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Beitragvon yogi61 » So 19. Feb 2017, 12:18

schelm hat geschrieben:(19 Feb 2017, 12:00)

Ach ja, ok, wieso sprach oder spricht man dann ( in lichten Momenten ? ) im Mainstream selber von einer tiefen Spaltung zwischen Bevölkerung / Politik / Medien, wenn es doch nur ein paar " frustrierte Meckerheinis " betrifft ?


Natürlich ist die Gesellschaft tieft gespalten. Neu ist, dass sich ein Teil der Hammelherde wieder politisiert hat, das war gerade von der Union so nicht geplant. Wenn Schulz das Thema soziale Gerechtigkeit für sich entdeckt hat, dann kann man das als Schachzug bezeichnen, man kann aber auch sagen, dass es eine Notwendigkeit ist. Viele Leute sind einfach müde die ständigen Phrasen von "uns geht es doch so gold und in anderen Ländern ist es viel schlechter" zu hören und wenn dann dazu wieder FDP Sprüche " Wie Arbeit muss sich wieder lohnen" kommen und der geneigte Bürger bemerkt, dass sich Arbeit eben nicht für jeden lohnt dann muss man sich nicht wundern. Die Union wird es nicht einfach haben Martin Schulz zu stoppen. Mit ausgelaugten Merkellisten und schwachem Personal und Wahlverlieren wie Julia Klöckner ist kaum Staat zu machen. Man muss ja nicht unbedingt politisch engagiert zu sein, um zu erkennen, dass da ein Jurist im Gesundheitsministerium herumpfuscht und nichts, aber auch wirklich nichts bei den drängenden Zukunftsproblemen gebacken bekommt. Dazu kommt dann der ewige Streit mit der CSU, von der man von aussen betrachtet immer den Eindruck bekommt, sie sitze in der Opposition und verschwende ihre Energie an vorher im Bierzelt angekündigten Herdprämien und einem völlig gescheiterten Maut-Gesetz. Und da ist noch die Kanzlerin, die ausgelaugt wie Helmut Kohl bei seiner Götterdämmerung wirkt und die längst ihren Glanz verloren hat. Wir sind auf dem besten Weg eine Wechselstimmung zu bekommen und das hat sich die Union selbst zuzuschreiben.
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Beitragvon frems » So 19. Feb 2017, 12:24

think twice hat geschrieben:(19 Feb 2017, 11:08)

Weil sich in den Kommentarspalten wie auch in politischen Foren immer nur die Hater ausheulen. Es ist ihr einziges Sprachrohr und das nutzen sie fleißig. Auf der Straße werden sie nämlich ausgebuht.

Zumal er sicherlich auch nur Seiten aufsucht, die ihm ins Weltbild passen.
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Re: e

Beitragvon PeterK » So 19. Feb 2017, 12:32

yogi61 hat geschrieben:(19 Feb 2017, 12:18)
Natürlich ist die Gesellschaft tieft gespalten.

Das halte ich für eine Übertreibung. Letztlich neigt doch der überwiegende Teil der Gesellschaft einem weltoffenen und modernen Staat zu (sicherlich mit unterschiedlichen Prioritäten).
Neu ist, dass sich ein Teil der Hammelherde wieder politisiert hat, das war gerade von der Union so nicht geplant.

Das wiederum sehe ich ebenso. Die Strategie der asymmetrischen Demobilisierung scheint - erfreulicherweise - nicht mehr zu funktionieren. Ich hoffe, dass dieser Trend nachhaltig ist und bleibt.
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Beitragvon yogi61 » So 19. Feb 2017, 12:41

PeterK hat geschrieben:(19 Feb 2017, 12:32)

Das halte ich für eine Übertreibung. Letztlich neigt doch der überwiegende Teil der Gesellschaft einem weltoffenen und modernen Staat zu (sicherlich mit unterschiedlichen Prioritäten).

Das wiederum sehe ich ebenso. Die Strategie der asymmetrischen Demobilisierung scheint - erfreulicherweise - nicht mehr zu funktionieren. Ich hoffe, dass dieser Trend nachhaltig ist und bleibt.


Tja, die etablierten Parteien befinden sich in dieser Frage in einem Dilemma. Haben doch die lahmen Wahlkämpfe in der Konsensbrühe, in denen Themen wie den Afghanistan-Einsatz bewusst herausgehalten wurden und die ungehaltenen Wahlversprechen für ein gewisse Poliverdrossenheit gesorgt, die natürlich immer wieder zutiefst bedauert wurde, so haben da offensichtlich einige Leute die Nase gestrichen voll und gehen wieder wählen. Nur leider haben sich 10 Prozent der Bevölkerung entschieden den rechten Rand für sich zu entdecken und das war dann sicher so nicht gewollt.
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Beitragvon schelm » So 19. Feb 2017, 12:48

PeterK hat geschrieben:(19 Feb 2017, 12:10)

Ich spreche davon nicht und kann Dir auch nicht erklären, warum manche davon sprechen. Vielleicht werden die blaunen "Lautsprecher" schlicht mit zu viel Aufmerksamkeit bedacht?

Du schreibst ja auch : " Das ist vollkommen normal. Frustrierte Meckerheinis neigen eher dazu, ihre Ansichten in die Welt zu blasen als normale Menschen, die (berechtigterweise) mit der Entwicklung unseres Landes im Großen und Ganzen zufrieden sind. "

Halten wir also fest : Seit 2015 ist nicht viel nennenswertes in und mit D passiert, nichts, weswegen sich die überwiegende ( angebliche ) Wählermehrheit genötigt sehen bräuchte irgendwie Kommentare abzulassen, denn man ist da völlig zufrieden in einem Land, in dem alles super läuft. Und der angeblich tiefe Riss existiert auch nicht, auch wenn er gelegentlich vom Mainstream selber beklagt wird. Dieser Riss existiert nur durch eine falsche Wahrnehmung, bedingt durch die Penetranz einer absoluten Minderheit, die nicht mal mehr zweistellige Zustimmungswerte erreichen würde.

So in etwa ?
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Beitragvon yogi61 » So 19. Feb 2017, 12:52

schelm hat geschrieben:(19 Feb 2017, 12:48)

Du schreibst ja auch : " Das ist vollkommen normal. Frustrierte Meckerheinis neigen eher dazu, ihre Ansichten in die Welt zu blasen als normale Menschen, die (berechtigterweise) mit der Entwicklung unseres Landes im Großen und Ganzen zufrieden sind. "

Halten wir also fest : Seit 2015 ist nicht viel nennenswertes in und mit D passiert, nichts, weswegen sich die überwiegende ( angebliche ) Wählermehrheit genötigt sehen bräuchte irgendwie Kommentare abzulassen, denn man ist da völlig zufrieden in einem Land, in dem alles super läuft. Und der angeblich tiefe Riss existiert auch nicht, auch wenn er gelegentlich vom Mainstream selber beklagt wird. Dieser Riss existiert nur durch eine falsche Wahrnehmung, bedingt durch die Penetranz einer absoluten Minderheit, die nicht mal mehr zweistellige Zustimmungswerte erreichen würde.

So in etwa ?


Das wäre in etwa die Standard-Erklärung von Ursula von der Leyen.
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Beitragvon schelm » So 19. Feb 2017, 12:57

frems hat geschrieben:(19 Feb 2017, 12:24)

Zumal er sicherlich auch nur Seiten aufsucht, die ihm ins Weltbild passen.

Selbst in der Heimstätte linker Leserschaft, bei Zeit Online oder Spiegel Online sieht es nicht wesentlich anders aus. Bei der Zeit erkennt man es auch an den Lücken im Gebiss. Dort werden die gelöschten Leserbeiträge nicht rückstandsfrei entfernt, sondern die Mitteilung ihrer Löschung verbleibt. Und SpOn verzichtet zumeist gänzlich darauf Leserkommentare überhaupt noch zuzulassen.
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Re: e

Beitragvon frems » So 19. Feb 2017, 13:02

schelm hat geschrieben:(19 Feb 2017, 12:57)

Selbst in der Heimstätte linker Leserschaft, bei Zeit Online oder Spiegel Online sieht es nicht wesentlich anders aus. Bei der Zeit erkennt man es auch an den Lücken im Gebiss. Dort werden die gelöschten Leserbeiträge nicht rückstandsfrei entfernt, sondern die Mitteilung ihrer Löschung verbleibt. Und SpOn verzichtet zumeist gänzlich darauf Leserkommentare überhaupt noch zuzulassen.

Sehr aktiv halt. SPIEGEL kooperiert ja u.a. mit Civity in Sachen Umfragen. Da ist es sehr lustig, wenn die Rohdaten 70% AfD anzeigen und die repräsentativen Werte nur 9-11%. Jetzt überleg mal, woran das liegen könnte. :p
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Re: e

Beitragvon PeterK » So 19. Feb 2017, 13:04

schelm hat geschrieben:(19 Feb 2017, 12:48)

Du schreibst ja auch : " Das ist vollkommen normal. Frustrierte Meckerheinis neigen eher dazu, ihre Ansichten in die Welt zu blasen als normale Menschen, die (berechtigterweise) mit der Entwicklung unseres Landes im Großen und Ganzen zufrieden sind. "

Halten wir also fest : Seit 2015 ist nicht viel nennenswertes in und mit D passiert, nichts, weswegen sich die überwiegende ( angebliche ) Wählermehrheit genötigt sehen bräuchte irgendwie Kommentare abzulassen, denn man ist da völlig zufrieden in einem Land, in dem alles super läuft. Und der angeblich tiefe Riss existiert auch nicht, auch wenn er gelegentlich vom Mainstream selber beklagt wird. Dieser Riss existiert nur durch eine falsche Wahrnehmung, bedingt durch die Penetranz einer absoluten Minderheit, die nicht mal mehr zweistellige Zustimmungswerte erreichen würde.

So in etwa ?

Sagen wir's mal so: Die Mehrheit der Bevölkerung weigert sich offenbar hartnäckig, wegen der - nicht existierenden - "Flüchtlingskrise" zu hyperventilieren. Und das ist gut so.
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Re: e

Beitragvon schelm » So 19. Feb 2017, 13:32

PeterK hat geschrieben:(19 Feb 2017, 13:04)

Sagen wir's mal so: Die Mehrheit der Bevölkerung weigert sich offenbar hartnäckig, wegen der - nicht existierenden - "Flüchtlingskrise" zu hyperventilieren. Und das ist gut so.

Ach, tut sie das wirklich nicht ? Nun, die Zustimmung zur CDU liegt bei 24 %, rechnet man die CSU heraus und deren Wählerschaft im wesentlichen konträr zur konkreten Flüchtlingspolitik von Fr.Merkel. Dann hätten wir noch den Status der Zweidrittelmehrheit der Wählerschaft gegen eine weitere Amtszeit von Fr. Merkel. Warum denn, wenn die absolute Mehrheit doch so zufrieden ist ? Die Ablehnung Merkels ist sicherlich keine durchdachte, rationale Zustimmung für den Eurokraten Schulz, denn dessen Einstellung zu den Ursachen der Ablehnung Merkels toppt die Merkelsche Politik noch.

Ich kann mir auch schwer vorstellen, wie einige Leerformeln zur " sozialen Gerechtigkeit " einen solchen Schulz - Boom auslösen sollten. Der Wähler kann nicht so dumm sein ! Wer bei Verstand ist und einen Job hat, der weiß das sozialdemokratische Anwandlungen nach sozialer Gerechtigkeit direkt sein Realeinkommen schmälern. :rolleyes:

Also, was könnte noch der Grund sein ? Ich denke, es gibt eine deutliche, weit über die Relation der Wahlumfragen reichende Wechselstimmung, die in der Hauptsache auf den Ereignissen seit 2015 beruht. Nur stecken viele dabei in einem Dilemma, sie möchten einerseits grundsätzliche Änderungen, die die innere Sicherheit wieder herstellen und unser Land nicht mehr als einen Selbstbedienungsladen, geführt von einer Hippie - Mentalität erscheinen lassen, aber scheuen sich davor die Konsequenzen zu ziehen, nämlich die Alternative dazu auch zu wählen.

So hoffen womöglich viele, straft man Merkel ab, wäre dies der Wink mit dem Zaunspfahl an Schulz, ihren Fußstapfen nicht zu folgen..... und nebenbei, hat man keinen oder einen schlecht bezahlten Job, bleibt egoistisch von der neuen " sozialen Gerechtigkeit " vielleicht doch etwas persönlich hängen.
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Re: e

Beitragvon Ebiker » So 19. Feb 2017, 13:42

schelm hat geschrieben:(19 Feb 2017, 13:32)

Der Wähler kann nicht so dumm sein !

So hoffen womöglich viele, straft man Merkel ab, wäre dies der Wink mit dem Zaunspfahl an Schulz, ihren Fußstapfen nicht zu folgen..... und nebenbei, hat man keinen oder einen schlecht bezahlten Job, bleibt egoistisch von der neuen " sozialen Gerechtigkeit " vielleicht doch etwas persönlich hängen.


Doch, ist er. Dieses Land muß erst noch durch eine rot- rot- grüne Legislaturperiode um bereit zu sein für wirkliche Veränderungen. Wenn es dann nicht zu spät ist. Paris ist nah.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: e

Beitragvon frems » So 19. Feb 2017, 13:45

schelm hat geschrieben:(19 Feb 2017, 13:32)
Ich kann mir auch schwer vorstellen, wie einige Leerformeln zur " sozialen Gerechtigkeit " einen solchen Schulz - Boom auslösen sollten. Der Wähler kann nicht so dumm sein ! Wer bei Verstand ist und einen Job hat, der weiß das sozialdemokratische Anwandlungen nach sozialer Gerechtigkeit direkt sein Realeinkommen schmälern. :rolleyes:

Er kenne die Probleme, sagt Schulz, weil er aus Würselen kommt, tief im Westen, bei Aachen, katholisch geprägt, geringe Arbeitslosigkeit, gute Infrastruktur, Sitz mehrerer Großunternehmen. Würselen steht für die alte Bundesrepublik. Aber Würselen ist in allem das Gegenteil von Ostdeutschland, von anderen ländlichen Gegenden, in denen es keinen Arzt, keinen Laden, keine Arbeit für die Jugend gibt.

Im Osten hat die SPD ein Problem. Wenn sie die Wahl gewinnen will, muss Schulz sich was einfallen lassen. Mit den Ostdeutschen scheint der Kandidat bisher wenig mehr als die gängigen Klischees zu verbinden, abgehängt, unzufrieden und ein bisschen zu blöd für die Demokratie.

http://www.berliner-zeitung.de/25759082

¯\_(ツ)_/¯
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon PeterK » So 19. Feb 2017, 13:59

schelm hat geschrieben:(19 Feb 2017, 13:32)
Ach, tut sie das wirklich nicht?

Ich meine, sie tue es nicht. Die Anzahl der PEGIDA-Schreihälse liegt auf recht niedrigem Niveau (wenn auch dB-stark) und die Zustimmungswerte der AfD liegen so um die 9% (man darf dabei allerdings nicht vergessen, dass sich vermutlich viele Befragte berechtigterweise(sic!) schämen zuzugeben, dass sie die AfD wählen würden).
Zuletzt geändert von PeterK am So 19. Feb 2017, 14:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: e

Beitragvon schelm » So 19. Feb 2017, 14:05


In meinem ostdeutschen Heimatort gibt es eine Grundschule, eine Sparkasse, eine Apotheke, einen Supermarkt, ein Elektrofachgeschäft, eine Arztpraxis, ein Sägewerk und drei gastronomische Einrichtungen, plus einer Dönerbude. Und die nächste Metropole liegt 28km entfernt. Keine Ahnung, was der SPD -Zampano mit der Bestatteroptik da als Unterschied sieht zu seinem Würseldingens.

Vielleicht das Fehlen marodierender Jugendbanden, FickiFicki und sonstiger Bereicherung mit Problemen ? :?:
Zuletzt geändert von schelm am So 19. Feb 2017, 14:11, insgesamt 1-mal geändert.
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