Landtagswahl Sachsen 2014

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Alexyessin
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon Alexyessin » Mo 1. Sep 2014, 09:30

nichtkorrekt » Mo 1. Sep 2014, 10:22 hat geschrieben:
Das mit den Zahlen macht so überhaupt keinen Sinn, denk nochmal drüber nach. Was wählen die restlichen 85 % Rechte?


Die gehen nicht wählen. KRR.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon happySchland » Mo 1. Sep 2014, 11:25

frems » Mo 1. Sep 2014, 00:18 hat geschrieben:Daß die SPD vor zwei bzw. zweieinhalb Jahrzehnten schlechter abschnitt als heute ist ja auch wichtiger als die Frage, wie stark die Nazis wurden oder gar wer als nächstes das Land regiert. So muß das.

Nun. Die SPD hat hinzugewonnen und gilt als sicherer Koalitionskandidat.
Grüne und AFD ist nur rechnerisch möglich aber alles andere als wahrscheinlich.
Mit den Grünen wird die absolute Mehrheit nur knapp erreicht und damit würde die CDU den Grünen ein enormes Gewicht verleihen. AFD steht nicht mal zur Debatte.

Die SPD ist damit das Zünglein an der Waage und die CDU wird sich damit abfinden müssen. So kann die SPD trotz der wenigen Stimmen mitregieren.
Es ist erstaunlich wie doch die CDU als Wahsieger gefeiert wird, obwohl sie Stimmen und den einzigen loyalen Koalitionspartner verloren hat.
Was die Nazis betrifft... genau genommen haben diese auch verloren. Die sind raus.
So muss das.

Mit der AFD begrüßen wir die deutsche Tea Party schon einmal in Sachsen.
ich will hoffen das der Warnschuss angekommen ist, sonst erstarkt diese neue FDP noch weiter. Eine Partei die ich sofort gegen das harmlosere Original tauschen würde.
Bitte keine Wörter in den Mund legen und beim Thema bleiben.
Vielen Dank!
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Cat with a whip
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon Cat with a whip » Mo 1. Sep 2014, 12:31

MikeRosoft » Mo 1. Sep 2014, 07:56 hat geschrieben:
Die ca. 13.000 (ehemaligen) NPD`ler die jetzt AfD wählten

http://wahl.tagesschau.de/wahlen/2014-0 ... derung_AFD

finde ich weniger besorgniserregend als die (ehemaligen) 3.000 CDU`ler, 2.000 Linke, 4.000 FDP`ler und 1.000 Grüne die diesmal NPD wählten.


Die waren ein Teil derer die den Stimmenverlust der NPD an die AfD etwas kompensierten.
Das jedoch kann ebenso nicht die offensichtlich größere Schnittmenge des rechtsextremen Thesenkonglomerats mit der AfD verwischen. Wer in der öffentlichen Darstellung glatt abstreitet, es bestünde überhaupt keine Verbindung zwischen dem braunen Lager und der AfD, möchte natürlich einer solchen Diskussion ausweichen. Das tun Personen wie Frauke Petry, die über die Projektion des Trugbilds einer bürgerlichen Saubermannpartei rechten Thesen ein schickes Mäntelchen überziehen und zum Beleg der Gesellschaftsfähigkeit der Thesen nur auf die Wechselwähler der anderen Parteien links der NPD hinweist. Das nennt man gemeinhin Rosstäuscherei und Rosinenpflückerei.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon MikeRosoft » Mo 1. Sep 2014, 13:50

Cat with a whip » Mo 1. Sep 2014, 13:31 hat geschrieben:
Die waren ein Teil derer die den Stimmenverlust der NPD an die AfD etwas kompensierten.
Das jedoch kann ebenso nicht die offensichtlich größere Schnittmenge des rechtsextremen Thesenkonglomerats mit der AfD verwischen. Wer in der öffentlichen Darstellung glatt abstreitet, es bestünde überhaupt keine Verbindung zwischen dem braunen Lager und der AfD, möchte natürlich einer solchen Diskussion ausweichen. Das tun Personen wie Frauke Petry, die über die Projektion des Trugbilds einer bürgerlichen Saubermannpartei rechten Thesen ein schickes Mäntelchen überziehen und zum Beleg der Gesellschaftsfähigkeit der Thesen nur auf die Wechselwähler der anderen Parteien links der NPD hinweist. Das nennt man gemeinhin Rosstäuscherei und Rosinenpflückerei.


10.000 ehemalige Wähler von CDU, Linke, FDP und Grüne die gestern für die NPD stimmten sind im Vergleich zu den 13.000 ehemaligen NPD Wählern die gestern für die AfD stimmten schon mehr als nur etwas den Stimmenverlust an die AfD kompensieren.

2009 haben 11.000 ehemalige NPD Wähler für die CDU, 15.000 für die FDP und jeweils 3.000 für SPD und Linke gestimmt.

http://wahl.tagesschau.de/wahlen/2009-0 ... derung_NPD

Also nichts ungewöhnliches dass sich in Sachsen bei einer Landtagswahl über 10.000 ehemalige NPD Wähler für eine andere Partei entscheiden.

Ohne diese 13.000 ehemaligen NPD Wähler hätte die AFD dann halt nicht knapp 10 % sondern nur ca. 9 % erreicht. Für den Wahlerfolg der AfD sind diese 13.000 ehemaligen NPD Wähler nicht besonders maßgebend, für den Mißerfolg der NPD umso mehr, da denen nur ca 800 Stimmen für den Wiedereinzug in den sächsischen Landtag fehlten.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon Cat with a whip » Mo 1. Sep 2014, 14:12

MikeRosoft » Mo 1. Sep 2014, 13:50 hat geschrieben:
10.000 ehemalige Wähler von CDU, Linke, FDP und Grüne die gestern für die NPD stimmten sind im Vergleich zu den 13.000 ehemaligen NPD Wählern die gestern für die AfD stimmten schon mehr als nur etwas den Stimmenverlust an die AfD kompensieren.


Nein, das sind weniger.

MikeRosoft » Mo 1. Sep 2014, 13:50 hat geschrieben:2009 haben 11.000 ehemalige NPD Wähler für die CDU, 15.000 für die FDP und jeweils 3.000 für SPD und Linke gestimmt.

http://wahl.tagesschau.de/wahlen/2009-0 ... derung_NPD

Also nichts ungewöhnliches dass sich in Sachsen bei einer Landtagswahl über 10.000 ehemalige NPD Wähler für eine andere Partei entscheiden.

Das zeigt eine besonders hohe Schnittmenge der Wählerschaft des wirtschaftsliberalen und des rechtsextremen Lagers. Dies konnte die AfD endlich vereinigen.

MikeRosoft » Mo 1. Sep 2014, 13:50 hat geschrieben:Ohne diese 13.000 ehemaligen NPD Wähler hätte die AFD dann halt nicht knapp 10 % sondern nur ca. 9 % erreicht. Für den Wahlerfolg der AfD sind diese 13.000 ehemaligen NPD Wähler nicht besonders maßgebend, für den Mißerfolg der NPD umso mehr, da denen nur ca 800 Stimmen für den Wiedereinzug in den sächsischen Landtag fehlten.

Dieser Hinweis ist richtig und das würde ich auch nie bestreiten. Mit meiner Argumentation hatte ich jedoch eine Affinität dargelegt. Diese konnten Sie bis jetzt nicht entwerten.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon Helmuth_123 » Mo 1. Sep 2014, 14:23

Dampflok94 » So 31. Aug 2014, 19:46 hat geschrieben:Das wird in Landtagen besonders spannend. Denn ihr Leib- und Magenthema "Euro" spielt da keine Rolle. Da muß man sich zu anderen Themen positionieren.


Richtig. Da wird es um Mittelstandspolitik, Konsolidierung des Landes- und der Kommunalhaushalte (frems wies ja schon darauf hin, dass Sachsen sehr viele Bundesmittel erhält), Energiepolitik (wie geht es mit der Braunkohle weiter und wie soll eine sichere Energieversorgung Sachsenes aussehen), Sicherheitspolitik (wie soll die Polizei in Sachsen aufgestellt sein), Bildungspolitik (neue Lehrerstellen), Familien- und Gesellschaftspolitik und Verkehrspolitik gehen. Mal schauen ob und wie sich die AfD da positioniert. Sie ist ja auch relativ starkt in den Kommunen und Kreisen vertreten. Je nachdem was sie in den nächsten fünf Jahren für Politik macht, wird sich zeigen ob sie sich in der politischen Landschaft etablieren kann.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 1. Sep 2014, 14:28

Cat with a whip » Mo 1. Sep 2014, 15:12 hat geschrieben:
Das zeigt eine besonders hohe Schnittmenge der Wählerschaft des wirtschaftsliberalen und des rechtsextremen Lagers. Dies konnte die AfD endlich vereinigen.



Wie erklärst du dir dann, dass auch die LINKE überdurchschnittlich viel Wähler an die AfD verliert?
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon Alexyessin » Mo 1. Sep 2014, 14:30

Helmuth_123 » Mo 1. Sep 2014, 15:23 hat geschrieben:
Richtig. Da wird es um Mittelstandspolitik, Konsolidierung des Landes- und der Kommunalhaushalte (frems wies ja schon darauf hin, dass Sachsen sehr viele Bundesmittel erhält), Energiepolitik (wie geht es mit der Braunkohle weiter und wie soll eine sichere Energieversorgung Sachsenes aussehen), Sicherheitspolitik (wie soll die Polizei in Sachsen aufgestellt sein), Bildungspolitik (neue Lehrerstellen), Familien- und Gesellschaftspolitik und Verkehrspolitik gehen. Mal schauen ob und wie sich die AfD da positioniert. Sie ist ja auch relativ starkt in den Kommunen und Kreisen vertreten. Je nachdem was sie in den nächsten fünf Jahren für Politik macht, wird sich zeigen ob sie sich in der politischen Landschaft etablieren kann.


Gesellschaftspolitik kannst du knicken, die wird in Berlin gemacht.
Energiepolitik - so wie ich es festellen kann ist keiner für den Braunkohleabbau. Ausser die FDP, die ist ja aber nun ein wenig Geschichte.
Meines Erachtens nach hätte die AfD nur ein Chance sich als "Sachsen-Partei" zu positionieren, ähnlich wie die FWler in Bayern.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon Helmuth_123 » Mo 1. Sep 2014, 14:43

Alexyessin » Mo 1. Sep 2014, 15:30 hat geschrieben:
Gesellschaftspolitik kannst du knicken, die wird in Berlin gemacht.
Energiepolitik - so wie ich es festellen kann ist keiner für den Braunkohleabbau. Ausser die FDP, die ist ja aber nun ein wenig Geschichte.
Meines Erachtens nach hätte die AfD nur ein Chance sich als "Sachsen-Partei" zu positionieren, ähnlich wie die FWler in Bayern.


Unter Gesellschaftspolitik habe ich auch mal kulturelle Sache subsumiert.
Ich glaube, die AfD ist auch dafür.
Ja aber der schöne Name wird nicht viel nützen, wenn dahinter keine Inhalte stehen. Da muss die AfD jetzt liefern, wenn sie sich erfolgreich etablieren will. Es könnte aber auch sein, dass sie das selbe Schicksal erleben, wie es andere rechte Parteien schon erlebt haben.
Interessant wird auch sein, wie sich die AfD auf andere rechte Kleinparteien in Sachsen auswirkt, die ja teilweise in Gemeinde-, Stadt- und Keistagen sitzen (DSU, pro Chemnitz).
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon Alexyessin » Mo 1. Sep 2014, 14:57

Helmuth_123 » Mo 1. Sep 2014, 15:43 hat geschrieben:
Unter Gesellschaftspolitik habe ich auch mal kulturelle Sache subsumiert.
Ich glaube, die AfD ist auch dafür.
Ja aber der schöne Name wird nicht viel nützen, wenn dahinter keine Inhalte stehen. Da muss die AfD jetzt liefern, wenn sie sich erfolgreich etablieren will. Es könnte aber auch sein, dass sie das selbe Schicksal erleben, wie es andere rechte Parteien schon erlebt haben.
Interessant wird auch sein, wie sich die AfD auf andere rechte Kleinparteien in Sachsen auswirkt, die ja teilweise in Gemeinde-, Stadt- und Keistagen sitzen (DSU, pro Chemnitz).


PRO Parteien sind aussen vor, die DSU, okay.
Aber ganz ehrlich, den Groß der Wähler interessiert Kulturpolitik nicht.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon Cat with a whip » Mo 1. Sep 2014, 15:01

3x schwarzer Kater » Mo 1. Sep 2014, 14:28 hat geschrieben:
Wie erklärst du dir dann, dass auch die LINKE überdurchschnittlich viel Wähler an die AfD verliert?


Sie beziehen sich mit dem Zitat auf meine Äusserung zu einem anderen Sachverhalt. Ich werde Ihre Frage gerne beantworten, wenn Sie zeigen, dass Sie in der Lage sind diese Überdurschschnittlichkeit mit einer Rechnung darlegen zu können und sich inhaltlich auf die richtige Aussage meinerseits beziehen können.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon MikeRosoft » Mo 1. Sep 2014, 15:06

Cat with a whip » Mo 1. Sep 2014, 15:12 hat geschrieben:
Nein, das sind weniger.


Das zeigt eine besonders hohe Schnittmenge der Wählerschaft des wirtschaftsliberalen und des rechtsextremen Lagers. Dies konnte die AfD endlich vereinigen.


Dieser Hinweis ist richtig und das würde ich auch nie bestreiten. Mit meiner Argumentation hatte ich jedoch eine Affinität dargelegt. Diese konnten Sie bis jetzt nicht entwerten.


Wie kommen Sie denn darauf dass ich ihre Argumentaion entwerten will? Ich halte es nur für Unsinn wenn man sich beim Wahlerfolg der AfD an den ehemaligen Wählern der NPD festbeißt, irgendwelche Rechenkunststückchen vorführt

viewtopic.php?p=2724125#p2724125

und dazu behauptet

Cat with a whip » Mo 1. Sep 2014, 05:04 hat geschrieben:Frauke Perty von der AfD .... Recht unverholen äussert sich ja auch die Parteiführung, das Erbe der FDP angetreten zu haben. Nur die andere braune Hälfte des Erfolgs verschweigt sie "mutig".


Von 100 Wählern der AfD sind weniger als 10 ehemalige NPD Wähler. Dies als andere braune Hälfte des Erfolgs zu bezeichnen ist haarsträubend.
Zuletzt geändert von MikeRosoft am Mo 1. Sep 2014, 15:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon Helmuth_123 » Mo 1. Sep 2014, 15:16

Alexyessin » Mo 1. Sep 2014, 15:57 hat geschrieben:
PRO Parteien sind aussen vor, die DSU, okay.
Aber ganz ehrlich, den Groß der Wähler interessiert Kulturpolitik nicht.


Was meinst Du damit, dass pro Parteien außen vor sind? :?:
Mag sein, aber trotzdem ist es wichtig auch dort ein Programm zu haben. Und die Wähler die im kulturellen Bereich unterwegs sind, die wird es schon interessieren, wie eine Partei (in dem Fall die AfD) dort aufgestellt ist.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon Cat with a whip » Mo 1. Sep 2014, 15:56

MikeRosoft » Mo 1. Sep 2014, 15:06 hat geschrieben:
Wie kommen Sie denn darauf dass ich ihre Argumentaion entwerten will? Ich halte es nur für Unsinn wenn man sich beim Wahlerfolg der AfD an den ehemaligen Wählern der NPD festbeißt, irgenwelche Rechenkunststückchen vorführt


Nur weil man etwas nicht nachvollziehen kann ist etwas automatisch Unsinn. Ich erkläre es Ihnen gerne nochmal.


Es ging um die These: "Der Wahlerfolg der AfD hat nichts mit der NPD zu tun."
Um diese These zu stützen wurden zwei Argumente mit Belegen angeführt.

1. Die Tatsache des kaum veränderten Wählerzuspruch zur NPD als Beleg dafür, es würde keine Beziehung zu diesen Lager existieren.
2. Die vielen anderen Ströme der Wählerstimmen von anderen Parteien zur AfD wurden explizit betont, um diese These indirekt glaubwürdiger erscheinen zu lassen.

Argument 1 suggeriert, weil diese Größe sich nicht veränderte, könne es keine Wählerwanderung gegeben haben. Das ist jedoch ein Trugschluß, denn diese Größe unterlag ja mehreren Verschiebungen, die sich zufällig aufhebten. In der Tendenz waren aber die Stimmenabflüsse der NPD zur AfD verglichen zu den anderen Pool ausserordentlich hoch. Damit fällt das Argument in sich zusammen. Der Sender spekuliert mit dieser Argumentation auf die Uninformiertheit und Naivität des Empfängers, damit der Trugschluß überhaupt funktionieren kann. Hier wird eine Tatsache zur Lüge umfunktioniert.

Argument 2 funktioniert genau invers. Hier wird nicht die Wählerwanderung wie in Argument 1 ignoriert, sondern betont weil es gefällt. Dabei beruft man sich selektiv auf Halbwahrheiten um Argument 1 zu verstärken.


Legitim wäre Argumentation 2 nur in Verbindung mit der These gewesen, die "AfD hat von allen Parteien Stimmen abgezogen". Und das ist auch die Wahrheit, die von allen Zahlen widerspruchsfrei gestützt wird.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon MikeRosoft » Mo 1. Sep 2014, 16:25

Cat with a whip » Mo 1. Sep 2014, 16:56 hat geschrieben:... Und das ist auch die Wahrheit, die von allen Zahlen widerspruchsfrei gestützt wird.


Die Wahrheit ist, dass in Sachsen ca. 3,4 Mio wahlberechtigt waren, dass ca. 49 % der Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten und die AfD 9,7 % der Wählerstimmen erhielt.

Dies sind ca. 160.000 Wählerstimmen, davon ca. 13.000 ehemalige NPD Wähler. Sie können natürlich weiterhin behaupten dass weniger als 10 % ungefähr die Hälfte des Ganzen (Wahlerfolges) ist.

Cat with a whip » Mo 1. Sep 2014, 05:04 hat geschrieben:Frauke Perty von der AfD .... Recht unverholen äussert sich ja auch die Parteiführung, das Erbe der FDP angetreten zu haben. Nur die andere braune Hälfte des Erfolgs verschweigt sie "mutig".
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon Cat with a whip » Mo 1. Sep 2014, 16:33

Und tatsächlich besteht auch diese geleugnete andere Hälfte der Wahrheit. Halbwahrheiten sind aber nicht unbedingt nur eine Spezialität der AfD.
Zuletzt geändert von Cat with a whip am Mo 1. Sep 2014, 16:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon MikeRosoft » Mo 1. Sep 2014, 17:02

Cat with a whip » Mo 1. Sep 2014, 17:33 hat geschrieben:Und tatsächlich besteht auch diese geleugnete andere Hälfte der Wahrheit. Halbwahrheiten sind aber nicht unbedingt nur eine Spezialität der AfD.

Ich hab nirgends geleugnet dass die AfD ca. 13.000 Stimmen von ehemaligen NPD Wählern erhielt. Bezogen auf insgesamt ca. 160.000 Wählerstimmen für die AfD ist dies aber nur ein relativ geringer Teil des Wahlerfolges, haarsträubend wird es wenn diese ca. 13.000 Wählerstimmen als andere braune Hälfte des Wahlerfolges der AfD bezeichnet werden.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon Cat with a whip » Mo 1. Sep 2014, 17:20

Nicht Sie hatte ich gemein, sondern die Erklärung der AfD zum Wahlergebnis.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon hafenwirt » Mo 1. Sep 2014, 18:09

Helmuth_123 » Montag 1. September 2014, 15:16 hat geschrieben:Mag sein, aber trotzdem ist es wichtig auch dort ein Programm zu haben.


Da wäre ich mir nicht so sicher. Wenn ich mir die AfD anschaue, dann hat sie bisher kein Programm, sondern ist eine reine Dagegen-Partei: Gegen den Euro, Gegen Gender-Mainstreaming, , gegen neue Familienformen, Gegen Islam, gegen Flüchtlinge, im Endeffekt: Gegen die heutige Zeit. Lustigerweise sind es dann auch wieder AfDler, die die Grünen als Dagegen-Partei bezeichnen.

Jedenfalls: Mir kommt es so vor, als wäre denen egal, welche Lösungen angeboten werden. Die bietet diese Partei bisher nicht. Nur ein: Wir machen das irgendwie anders als die Mainstreamparteien.

Diese Partei scheint ein Auswuchs der alternden Gesellschaft zu sein, ein Großteil der Wählerschaft lässt sich doch beschreiben als "Alte weiße Männer über 40", die die heutige Welt nicht verstehen (nachvollziehbar, Anpassung ist schwierig, vor allem an Globalisierung), und sich zurückwünschen, man könnte wieder alles einfacher handhaben wie in den Jahren 1950-1970.
Zuletzt geändert von hafenwirt am Mo 1. Sep 2014, 18:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wahlwette Landtagswahl Sachsen 2014

Beitragvon Agricola » Mo 1. Sep 2014, 19:07

hafenwirt » Mo 1. Sep 2014, 18:09 hat geschrieben:
Da wäre ich mir nicht so sicher. Wenn ich mir die AfD anschaue, dann hat sie bisher kein Programm, sondern ist eine reine Dagegen-Partei: Gegen den Euro, Gegen Gender-Mainstreaming, , gegen neue Familienformen, Gegen Islam, gegen Flüchtlinge, im Endeffekt: Gegen die heutige Zeit. Lustigerweise sind es dann auch wieder AfDler, die die Grünen als Dagegen-Partei bezeichnen.

Jedenfalls: Mir kommt es so vor, als wäre denen egal, welche Lösungen angeboten werden. Die bietet diese Partei bisher nicht. Nur ein: Wir machen das irgendwie anders als die Mainstreamparteien.

Diese Partei scheint ein Auswuchs der alternden Gesellschaft zu sein, ein Großteil der Wählerschaft lässt sich doch beschreiben als "Alte weiße Männer über 40", die die heutige Welt nicht verstehen (nachvollziehbar, Anpassung ist schwierig, vor allem an Globalisierung), und sich zurückwünschen, man könnte wieder alles einfacher handhaben wie in den Jahren 1950-1970.


ich habe selten - selbst hier - einen derart gehäuften Unsinn - gelesen:

--- Erstens ist die begründete Ablehnung einer verfehlten gesellschaftliche Entwicklung unter Darlegung wie es besser laufen sollte, gerade ein Beleg für ein umfassendensParteiprogramm.

--- Zweitens ist der Einsatz für das Bewährte und traditionelle Werte (Familie, Eigenverantwortung, Reduzierung staatliche Eingriffe, Schulvielfalt u.v.m.) ja gerade ein Markenzeichen wertkonservativer Politik, für die die AfD steht.
(Insbesondere, wenn dabei die negativen Auswirkungen einer in vielen Bereichen verfehlten Entwicklung aufgezeigt werden.)

--- Drittens ist die AfD keinesfalls gegen Flüchtlingen, soweit es sich um echt Verfolgte handelt und setzt sich ferner für eine unseren Interessen dienende Zuwanderungs- und Integrationspolitik ein.

--- Viertens wendet sich die AfD keinesfalls gegen unumkehrbare Entwicklungen, wie etwa die fortschreitende Globalisierung oder den vorteilhaften Zusammenschluß selbstverantwortlich bleibender europäischer Staaten. Sie betont nur, daß es hierbei immer auch um die Wahrung unserer eigenen Interessen gehen muß.

Es wäre noch vieles anzuführen und die einzelnen Positionen detaillierter auszuführen. Aber für das hier zuweilen anzutreffende Geistesniveau, ist möglicherweise dieses schon zu viel. Auf den sonstigen Unsinn einzugehen, ist mir jeder eingetippte Buchstabe schon zuviel.

Sind eigentlich alle Linksgrünwähler derart oberflächlich, wertfrei, infantil-fortschrittsgläubig und uninformiert? :x
Zuletzt geändert von Agricola am Mo 1. Sep 2014, 19:10, insgesamt 1-mal geändert.

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