Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

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Sole.survivor@web.de
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 6. Okt 2017, 08:14

Herr Scholz war die Sumpfblüte auf der blubbernden Resterampe in Brüssel. Sobald man sowas in schnelle Strömungen verpflanzt, geht es ein oder schwimmt davon. Er war von Anfang an Platzhalter, weil kein ernstzunehmender Kandidat da war und die B-Lösungen lieber abwarten und um die Reste streiten wollten. Herr Gabriel, Frau Schleswig und Herr Sieg und die KorpulEnte, die nie im Leben arbeiten war, die wollten alle nicht die absehbare Niederlage schultern und taugten nicht für Erfolge. Das wissen sie selber. Scholz hingegen sah sein Kleptokratenreich in Brüssel und Straßburg durch Absprachen mit den Konservativen mit einem Verfallsdatum versehen. Da bot ihm jemand einen neuen Spitzenplatz an und ob er durchschaut hat oder nicht, wozu das dienen sollte, spielte er mit. Und solche Esel sollen noch mal mitregieren? Die Union hat schon genug eigene Idioten.
KarlRanseier
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon KarlRanseier » Fr 6. Okt 2017, 09:32

busse hat geschrieben:(06 Oct 2017, 08:58)

Viele sind doch einen medialen Schulz Hype ausgesetzt gewesen, gestärkt mit irgendwelchen Umfragen. Hat man mit normalen Menschen über Politik gesprochen, also Leuten die nicht irgendwie Parteiaffin waren, hat man schnell gemerkt das Schulz die falsche Besetzung war, denn der normale Bürger konnte aus Brüssel noch nie viel erwarten, eher neue Einschränkungen und Zahlungen. Schulz war einer der Protagonisten dieser EU Politik, die den normalen Bürger eine Nullzinspolitik verschaffte auf das die Riesterrente jetzt auf dem letzten Loch pfeift.
Man kann ja viel herumschwadronieren von linken Koalitionen und einer weiteren Umverteilungsorgien, damit "Wir schaffen das" Realität wird. Nur das Kapital ist flüchtig und der abhängig Beschäftigte hat das zu zahlen was linke Utopisten durchsetzen wollen. So mancher Sozialdemokrat mußte zurückrudern als er mit den echten Zahlen des Haushaltes konfrontiert wurde, manche Sozialdemokraten haben sogar Bücher darüber geschrieben die heute als Hetze verstanden werden.
Die SPD verlor in den Ballungsräumen der Städte und ist teilweise nur noch viertstärkste Partei das bei ihrer ureigenen Klientel und selbstverständlich hat das mit der vergangenen Kommunalpolitik vieler SPD geführter Kommunen zu tun auf die dann noch die Flüchtlingsthematik dazu kam. Die Leute fühlten sich allein gelassen und die s.g. Hetzer haben einfach nur die Wahrheit gesagt , die Ignoranz der Wahrheit bildete sich gerade an diesen sozialen Schwerpunkten zu den bekannten Wahlergebnissen aus. Nach der Wahl verkaufte man das als die Rache der Abgehängten. Da merkt man das immer noch nicht verstanden wurde.
Was sollte Schulz sagen das die Integration der Flüchtlinge gelingt die 2015-16 kamen ? Wie unglaubwürdig sollte er sich denn noch machen, in den Großstädten existieren mafiose Strukturen, Parallelgesellschaften, Abzockermentalitäten und das in der 3. Generation der vormaligen Migranten aus den gleichen Gebieten , ganze Straßenzüge werden von Friedensrichtern beherrscht, Polizei fährt nur noch mit Mannschaftswagen durch und da soll er glaubhaft behaupten das alles schön gelingen wird, weil es vorher ja auch schon gelang ? Übrigens in diesen Wahlbezirken war teilweise die SPD unter ferner liefen.
Und glaube keiner, die schöne Mär von den 87.4 % die ja eigentlich zufrieden wären mit der bisherigen Migrationspolitik in der BRD. Wenn die Linken nicht so eine starke Wählerbindung in den Ballungszentren besonders im Osten hätten, dann wären sie noch weiter abgeschmiert. Was teilweise an den Wahlkampfständen der Linken für heftige Diskussionen gab über die Politik der Linken war nicht zu überhören und sogar von K. Kipping am Wahlabend bestätigt worden.
busse



1. Niemand zwang Deutschland, die staatliche Rente abzuwracken, um den Versicherungen Kunden zu organisieren. Die Riesterrente war von Anfang an als Subvention für die Amigos der Versicherungsbranche gedacht. Wer auf so einen Käse hereinfällt und damit rechnet, älter als 105 Jahre zu werden, hat es allerdings in gewisser Weise auch selbst verdient, zünftig über den Tisch gezogen zu werden. :rolleyes:
Also an der kommenden Altersarmut in Deutschland ist Brüssel nun wirklich nicht schuld.

2. Die Migrationspolitik wird von der AfD immer in den Mittelpunkt gestellt, obwohl sie für die Mehrheit nicht entscheidend sein dürfte. Zwar versuchen die Braunen immer, einen Zusammenhang zwischen Zuwanderung und Armut zu suggerieren, aber darauf fallen wirklich nur geistig Benachteiligte herein. Bekanntlich ist die Armut in Deutschland politisch gewollt und keinesfalls eine Folge "leerer Kassen". Wenn in ca. 15 Jahren 40% der Neurentner Sozialleistungen beziehen werden, so liegt das nicht an den Juden, den Muslimen, den Nordafrikanern oder den Linken, sondern es ist eine Folge der Reformen, die der Genosse der Bosse durchzog. Marode deutsche Schulen und die zahlreichen Unterrichtsausfälle haben auch keine Juden, Muslime oder Linke verursacht, abgesehen davon, dass vielleicht einmal ein jüdischer, muslimischer oder linker Lehrer erkrankte...

3. Die Linke hat im Osten deutlich Federn gelassen, während sie im Westen Deutschlands kräftig zulegte.
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon Just Me » Fr 6. Okt 2017, 10:07

Die SPD hatte mit Schulz den besten Mann aufgestellt, den sie auftreiben konnte. (Progressiver)

Unsinn! Die SPD hat mit Schulz das einzige Eliten-Mitglied aufgestellt, das bundespolitisch noch nicht verbrannt war; und das nun in einer klar zu verlierenden Situation verbrannt werden konnte, ohne dass der Preis für die Partei-Eliten allzu hoch würde. Gabriel hoffte einfach nur, dass sein alter Trick, selbst nicht ins Rampenlicht zu treten, dafür aber Posten abzusahnen, noch einmal funktionieren würde. Und falls es nicht gelänge, hätte man jemanden, dem man die Schuld geben könnte.

Er hatte auch bei mir den Eindruck erweckt, dass da ein echter Sozialdemokrat zur Wahl antrat, der die sozialen Themen, die viele Deutsche bewegen, anpacken wollte. (Progressiver)

Schulz? Probleme anpacken? Dazu muss man politisch wohl völlig erblindet sein.

Erstens: Schulz hat alle Schandtaten der SPD mitgetragen. Jede einzelne davon. Auch - und insbesondere - auf EU-Ebene. Dabei zeigte er sich als genauso korrupt, wie jeder andere Spezialdemokrat auch. Die Untersuchungen zu seinem, sagen wir, sehr speziellen Verhalten, EU-Parteifreunden gegenüber, sind nur eingestellt worden, weil er sich auf seine Clique verlassen konnte. Und die Bundespolitik kannte er nur aus dem Fernsehen.

Zweitens: Selbst wenn er gewollt hätte; die SPD besteht nicht nur aus Schulz. Sie besteht aus den gleichen Eliten, die die Schandtaten der SPD in den letzten 20 Jahren zu verantworten haben. Und kein einziger von ihnen zeigt auch nur einen Hauch von Einsicht oder gar Reue. Schulz müsste die gesamte Partei umkrempeln. Doch er müsste das gegen den Widerstand der Partei-Elite machen. Und daran sind schon Beck und Platzeck gescheitert.

Als überzeugter Europäer und Demokrat hätte er das Zeug haben können, die AfD im Inland sowie die ganzen Trumps, Erdogans usw. im Ausland verbal zu Hackfleisch zu verarbeiten. (Progressiver)

Dazu bräuchte es - sowohl in den eigenen Reihen, als auch beim (politischen) Gegner - wenigstens grundlegenden Verstand. Der fehlt jedoch vollständig. Auf beiden Seiten. Und auf der "SPD-Seite" fehlt obendrein noch die Bereitschaft, freiwillig von den Pfründen Abstand nehmen zu können.

Denn der eigentliche Gegner der SPD ist NICHT die AfD; sondern die CDU. Die AfD ist sozialpolitisch nur der rechte Flügel der CDU und wirtschaftspolitisch der rechte Flügel der FDP. (Als solche wurde sie übrigens einst auch gegründet. Und daran hat die AfD, nicht zuletzt wohl auch, weil ihr nach dem Putsch die Experten wegliefen, nichts mehr geändert.) Dumm nur, dass Schulz gegen die CDU/CSU gar nicht antritt und nie antreten wollte, denn damit müsste er seinen eigenen Parteigenossen ins Knie schießen, nicht wahr?!

Wenn Schulz die sozialen Themen betont hätte, ohne sich beispielsweise durch die Flüchtlingsthemen aus der Bahn werfen zu lassen, hätte er mehr punkten können. (Progressiver)

"Zeit für Gerechtigkeit"? Nachdem diese Partei selbst vier Jahre lang regierungsverantwortlich war, ist es jetzt endlich "Zeit für Gerechtigkeit"?! Meinst du sowas?

Die SPD hat schlicht ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Deshalb fällt sie auch dramatischer als die anderen Parteien. Denn bei denen weiß man wenigstens, was man bekommt. Sie halten nicht hinter dem Berg, dass sie auf die wohlhabenderen Schichten der Gesellschaft fokussieren, nachdem die anderen nichts mehr zu bieten haben: Weder Geld noch Stimme. Nur die SPD lügt permanent, während sie stets (A) verspricht und dann (B) macht.

Nahles brachte es dazu wieder mal auf den zentralen Punkt: Gefragt, wie sie sich nach ihrer letzten Sitzung als Ministerin fühle, antwortete sie: "Ein bisschen wehmütig. Aber jetzt sind wir Opposition. Da kriegen sie in die Fresse." (O-Ton Nahles) Sie bedauert also, nicht wie bisher weitermachen zu können und will zukünftig jenen, mit denen sie eben noch gern am Tisch saß, "in die Fresse" geben. Weil sie ein Konzept hat, das sie gern umsetzen würde, wenn sie Ministerin wäre? Oder weil es sich so gehört, denn schließlich fängt man Mäuse mit Speck?

In diesem Sinne: Ja, Schulz hätte ein paar mehr Dumme und Naive einfangen können, wenn er vehementer der sozialpolitischen Lügen-Linie der SPD gefolgt wäre. Doch das hätte das Absacken nicht verhindert, sondern nur verlangsamt. Die SPD ist schlicht fertig. Sie ist ausgebrannt. Ein politischer Zombie, den niemand mehr braucht. Und ihre EINZIGE CHANCE ist eine politische Rundum-Erneuerung: Neues Personal in der Führungsspitze; Ablegen der Verklärung von SPD-Heiligen, darunter insbesondere Noske, Ebert, Brandt & Co.; Aufwertung der Demokratie durch massive Neustrukturierung der innerparteilichen demokratischen Prozesse bis hin zur Eliten-Auswahl; und - last but not least - Rückbesinnung auf "gute alte SPD-Werte" (und zwar jene von vor 1914)

Doch nichts davon wird geschehen. Nicht unter Schulz. Und auch nicht unter Schwesig, die derzeit von den alten SPD-Garden zur Nachfolge trainiert wird, nachdem Kraft kraftlos geworden ist. Und deshalb wird die SPD in jedem Fall - und unter jeder Führung - den bitteren Weg weitergehen, bis sie irgendwann unter "Sonstige" geführt wird.

Wichtiger wäre es aber meiner Meinung nach gewesen, den Menschen zu versichern: Wir schaffen auch die Integration der Leute, die zu uns geflüchtet sind. Wir werden es aber anpacken, dass die Deutschen hierzulande ihre sozialen Probleme gelöst kriegen. (Progressiver)

Dann hätte Schulz sich aber auch fragen lassen müssen, warum die SPD stets nur zu Wahlen "gute Konzepte" hat; doch nie, wenn sie regiert. Schließlich sollten wir nicht vergessen, dass die SPD Regierungsverantwortung hatte, als die "Flüchtlingswellen" ins Land rollten. Und das Chaos, das übrigens bis heute anhält, verantwortet sie vollständig mit.

Sollte sie daran "keine Schuld" tragen, müsste Schulz etwas tun, was die SPD seit 1913 nicht mehr getan hat: Er müsste die Hand beißen, die ihn füttert und die ihn führt. Er müsste der CDU/CSU nachweisen, dass es nicht die SPD war, die dieses (sowohl finanziell, als auch humanitär mega-teure) Chaos zu verantworten hat.

Wir werden es aber anpacken, dass die Deutschen hierzulande ihre sozialen Probleme gelöst kriegen. (Progressiver)

Die SPD trägt wesentliche Schuld am sozialen Desaster in der Bundesrepublik. Sie senkte den Spitzensteuersatz weiter, als es sich jede andere Partei zuvor (einschließlich der FDP) auch nur zu träumen wagte. Sie errichtete (gänzlich ohne schwarze oder gelbe, sondern nur mit grüner Hilfe) den größten Niedriglohnsektor Europas. Sie schuf mitten in einem der reichsten Länder eine Armee von "Alters-Armen"; mittlerweile ist jeder zweite von Altersarmut bedroht. Sie beschnitt Gewerkschaftsrechte und Arbeitnehmerrechte härter und brutaler, als es die INSM sich auch nur zu erträumen wagte, ... Kurz gesagt: Es gibt in der deutschen Parteienlandschaft keine Partei, die mehr für Sozial-Faschismus steht, als die SPD.

Wenn diese Partei glaubwürdig vertreten wollen würde, was du hier so leichthin aussprichst, dann müsste sie sich völlig neu erfinden.

Sie muss die Grünen ins Boot holen, die ansonsten zu der Union überlaufen können. (Progressiver)

Die GRÜNEN der Pizza-Connection SIND BEREITS "übergelaufen". Schon vor langer Zeit. Die einzige Chance der SPD liegt im linken Flügel der GRÜNEN. Und der wird frühestens in vier Jahren wieder reaktiviert werden können, wenn die GRÜNEN "Muttis Vampirismus" live erlebt haben; und wenn - wie üblich - "Köpfe rollen"; dieses Mal eben die Köpfe der Pizza-Connection.

Natürlich kann man auch den Wahlkampf der LINKEN sowie ihre Themenauswahl kritisieren. Da hätte noch einiges besser laufen können. (Progressiver)

... oh ja. Doch das ist hier nicht Thema. Hier ging es um "Schulz' Verlust", der tatsächlich ein Verlust der Eliten-Politik der SPD ist, den Schulz nur ausbaden muss.
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 6. Okt 2017, 10:26

Das sind ganz tolle Beiträge von dir, Just Me. Weiter so :)

Ich bin übrigens der Meinung, dass die Grünen viel zu gut weggekommen sind bei dieser Sache. Wenn überhaupt, haben sie längerfristig nach der Wiederbelebung der FDP nur eine Chance als Teil einer eher linken Politik-Idee.
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon CaptainJack » Mi 11. Okt 2017, 14:57

Flaschengeist hat geschrieben:(05 Oct 2017, 07:36)

Schulz kam doch vom Politiker Gnadenhof Brüssel.

Hat die SPD keine Frau oder Mann mehr, daß sie zu solch einer Maßnahme greifen muß?

Ich hätte von der SPD erwartet das sie die Rente auf ordentliche Füße stellt. Nach Österreicher oder Schweizer Vorbild. Denn das von der SPD eingeführte Risterrentensystem funktioniert ja wohl nicht.
Selbstverständlich funktioniert Riester für sehr viele Bürger .... und zwar unschlagbar! Man muss nur wissen, für wen es geeignet ist und wer die besten und günstigsten Angebote macht.
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon pikant » Mi 11. Okt 2017, 15:02

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(06 Oct 2017, 11:26)

Das sind ganz tolle Beiträge von dir, Just Me. Weiter so :)

Ich bin übrigens der Meinung, dass die Grünen viel zu gut weggekommen sind bei dieser Sache. Wenn überhaupt, haben sie längerfristig nach der Wiederbelebung der FDP nur eine Chance als Teil einer eher linken Politik-Idee.


die Entwicklung der Gruen geht aber in eine andere Richtung und ich sehe bei Jamaika diese Partei als wichtig an.
Gerade bei der letzten BTW hat die Partei viele Waehler aus dem Nichtwaehlerlager mobilisieren koennen und das macht der Partei sicherlich Mut neue Waehlerschichten sich auf Jamaika erschliessen zu koennen.
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon JJazzGold » Mi 11. Okt 2017, 16:46

pikant hat geschrieben:(11 Oct 2017, 16:02)

die Entwicklung der Gruen geht aber in eine andere Richtung und ich sehe bei Jamaika diese Partei als wichtig an.
Gerade bei der letzten BTW hat die Partei viele Waehler aus dem Nichtwaehlerlager mobilisieren koennen und das macht der Partei sicherlich Mut neue Waehlerschichten sich auf Jamaika erschliessen zu koennen.


Sind Sie sicher, dass Ihnen die richtige Grafik vorliegt?

https://www.shz.de/deutschland-welt/bun ... 21181.html
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon Progressiver » Mi 11. Okt 2017, 20:03

Just Me hat geschrieben:(06 Oct 2017, 11:07)
In diesem Sinne: Ja, Schulz hätte ein paar mehr Dumme und Naive einfangen können, wenn er vehementer der sozialpolitischen Lügen-Linie der SPD gefolgt wäre. Doch das hätte das Absacken nicht verhindert, sondern nur verlangsamt. Die SPD ist schlicht fertig. Sie ist ausgebrannt. Ein politischer Zombie, den niemand mehr braucht. Und ihre EINZIGE CHANCE ist eine politische Rundum-Erneuerung: Neues Personal in der Führungsspitze; Ablegen der Verklärung von SPD-Heiligen, darunter insbesondere Noske, Ebert, Brandt & Co.; Aufwertung der Demokratie durch massive Neustrukturierung der innerparteilichen demokratischen Prozesse bis hin zur Eliten-Auswahl; und - last but not least - Rückbesinnung auf "gute alte SPD-Werte" (und zwar jene von vor 1914)


Hallo! Ich wollte nicht das ganze Posting zitieren. In der Analyse trennen uns keine Welten. Und in meinem letzten Beitrag schrieb ich ja bekanntlich, dass ich letztendlich für mich den Entschluss gefasst hatte, dieses Mal mit beiden Stimmen die LINKE zu wählen. Ich tat das dann aus den von mir weiter oben beschriebenen rationalen Erwägungen heraus. Die Wahlplakate dagegen, auf denen mit "Frieden" und "Abrüstung" geworben wurde, tangierten mich daneben wenig, auch wenn ich so etwas natürlich unterstütze. Da hätte den potentiellen LINKE-Wählern konkret mehr versprochen werden sollen, was denn für sie persönlich mehr herausspringt. Egal.

Dass die Grünen nicht mit Inhalten kamen außer "Wir sind die Anti-AfD", dürfte ebenfalls bekannt sein. Ich finde es ebenfalls erschreckend, wie wenig Inhalte jemand zu kommunizieren braucht, um dann gewählt zu werden. Auch die SPD hat natürlich keine großartigen Inhalte bereit.

Aber das eigentliche Problem ist doch meiner Ansicht nach: Sowohl die ausgebrannte SPD als auch die diskussionsfreudige LINKE können eigentlich nur gemeinsam an die Macht kommen. Die Grünen werden in vier Jahren schon erleben, was es bedeutet, in einer Koalition mit Merkel, Seehofer und Lindner zu regieren. Sowohl die SPD als auch die LINKE werden folglich nur über eine Rot-Rot-Grüne Koalition die Kanzlerfrage stellen und die Politik verändern können. Und das Zeitfenster dafür ist klein. Ansonsten werden die Hassprediger der AfD der künftigen Regierung die Agenda diktieren. Und die LINKE alleine ist jedenfalls zu schwach, um die implodierende SPD zu ersetzen. Was also gibt es für Alternativen, als für Rot-Rot-Grün auch in den anderen beiden Parteien zu werben? Und selbstverständlich sollte es nicht nur bei einer Koalitionsaussage bleiben, sondern den potentiellen Wählern mit einem gemeinsamen Narrativ auch klar gemacht werden, dass diese Koalition für einen wirklichen Politikwechsel steht, der die Probleme der Mehrheit der Bevölkerung berücksichtigt, anstatt sie aufzuhetzen wie die AfD oder aber im "Teile und herrsche"-Modus einer Merkel weiter zu entpolitisieren.
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon oga » Mi 11. Okt 2017, 22:31

Progressiver hat geschrieben:(05 Oct 2017, 21:04)

Zukunftspläne dagegen, wie er die Probleme seiner potentiellen Wähler hätte lösen wollen, fehlten.
Mag sein, aber ich kann mich an einem früheren SPD Kandidaten Steinbrück erinnern, der sehr wohl Zukunftspläne hatte und sie auch gut formulierte.
Hat ihm nichts genützt. Mutti war damals und ist auch heute einfach immer noch die beliebte Vertrauensperson.
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon Just Me » Mi 11. Okt 2017, 23:22

Progressiver hat geschrieben:(11 Oct 2017, 21:03)
... folglich nur über eine Rot-Rot-Grüne Koalition die Kanzlerfrage stellen und die Politik verändern können. Und das Zeitfenster dafür ist klein.
Möglicherweise ist es längst geschlossen. Wähler entscheiden nicht nach Vernunft, sondern nach dem Bauch. Und für RRG müssten sie ganz besonders mit dem Kopf entscheiden. (RRG müsste 10+ Prozentpunkte zusätzlich sammeln. Und das, ohne der SPD mehr zu geben. Ein Novum in der deutschen Wahlgeschichte und der erste sichtbare Widerstand gegen die Jahrzehnte der Propaganda.)
Progressiver hat geschrieben:(11 Oct 2017, 21:03)
Ansonsten werden die Hassprediger der AfD der künftigen Regierung die Agenda diktieren.
Nur indirekt. Petry spaltet die Partei gerade erneut. Da wird sich noch einiges bewegen. Und der verbleibende Rest wird für große Teile der bisherigen AfD-Wähler noch unwählbarer; nicht zuletzt, weil er nur noch aus "plakativen Rechts-Extremen" besteht. Dennoch werden sie die politische Agenda mitdiktieren. Und das wiederum meinte ich oben, als ich sagte "müssten mit dem Kopf entscheiden".
Progressiver hat geschrieben:(11 Oct 2017, 21:03)
Und die LINKE alleine ist jedenfalls zu schwach, um die implodierende SPD zu ersetzen. Was also gibt es für Alternativen, als für Rot-Rot-Grün auch in den anderen beiden Parteien zu werben?

Nur Geduld. Der Leidensdruck ist noch nicht groß genug. Erst, wenn die "Protest-Wähler" anfangen zu begreifen, dass auch die "ausbleibenden Flüchtlinge" ihre Situation nicht verbessern, wird es den nächsten Schub Verstand geben. Dann werden sie notgedrungen nach Alternativen zur Alternative für Deutschland suchen müssen. Und nein, Petrys Partei wird genauso den Bach runtergehen, wie es Luckes Ex-ALFA-Jetzt-LKR längst macht. Es geht nicht um Inhalte. Es ging nie um Inhalte. Es geht nur um Ressentiments in leeren Köpfen. Und die bildet auch ein Gauland spätestens dann nicht mehr ab, wenn seine Forderungen durchgesetzt wurden, sich für den Pöbel aber nichts "verbessert".
Progressiver hat geschrieben:(11 Oct 2017, 21:03)
Und selbstverständlich sollte es nicht nur bei einer Koalitionsaussage bleiben, sondern den potentiellen Wählern mit einem gemeinsamen Narrativ auch klar gemacht werden, dass diese Koalition für einen wirklichen Politikwechsel steht, der die Probleme der Mehrheit der Bevölkerung berücksichtigt, anstatt sie aufzuhetzen wie die AfD oder aber im "Teile und herrsche"-Modus einer Merkel weiter zu entpolitisieren.
Dazu muss die Schröder-Gang - die ihre Kreise bis hin zu Schwesig zieht - erst aussterben. Bis dahin wird sich die SPD nicht bewegen; schon gar nicht nach links. Sie wird aber - wie stets - antäuschen, nach links zu wollen. Und das wird besonders spannend; denn der "Realo"-Flügel der LINKEN wird stärker. ... Schauen wir mal, ob sich die Geschichte wirklich so deckungsgleich wiederholt. Mehr bleibt ja nicht.

Ich finde es allerdings besonders faszinierend, in dieser Zeit zu leben: Über viele Jahre habe ich mich immer wieder gefragt, wie es damals so weit kommen konnte, dass man die junge Demokratie so leichtfertig wegwarf und sich einen Diktator anlachte, der wahrlich keinen Hehl aus seinen Absichten machte. Heute bekomme ich ienen großen Teil der Antworten dazu; quasi aus 1,5-ter Hand, wenn man so will. Wir werden also miterleben, ob die Menschen die letzten 90 Jahre genutzt und sich weiterentwickelt haben. Geht's noch spannender?
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon pikant » Do 12. Okt 2017, 09:59

Progressiver hat geschrieben:(11 Oct 2017, 21:03)

Hallo! Ich wollte nicht das ganze Posting zitieren. In der Analyse trennen uns keine Welten. Und in meinem letzten Beitrag schrieb ich ja bekanntlich, dass ich letztendlich für mich den Entschluss gefasst hatte, dieses Mal mit beiden Stimmen die LINKE zu wählen. Ich tat das dann aus den von mir weiter oben beschriebenen rationalen Erwägungen heraus. Die Wahlplakate dagegen, auf denen mit "Frieden" und "Abrüstung" geworben wurde, tangierten mich daneben wenig, auch wenn ich so etwas natürlich unterstütze. Da hätte den potentiellen LINKE-Wählern konkret mehr versprochen werden sollen, was denn für sie persönlich mehr herausspringt. Egal.

Dass die Grünen nicht mit Inhalten kamen außer "Wir sind die Anti-AfD", dürfte ebenfalls bekannt sein. Ich finde es ebenfalls erschreckend, wie wenig Inhalte jemand zu kommunizieren braucht, um dann gewählt zu werden. Auch die SPD hat natürlich keine großartigen Inhalte bereit.

Aber das eigentliche Problem ist doch meiner Ansicht nach: Sowohl die ausgebrannte SPD als auch die diskussionsfreudige LINKE können eigentlich nur gemeinsam an die Macht kommen. Die Grünen werden in vier Jahren schon erleben, was es bedeutet, in einer Koalition mit Merkel, Seehofer und Lindner zu regieren. Sowohl die SPD als auch die LINKE werden folglich nur über eine Rot-Rot-Grüne Koalition die Kanzlerfrage stellen und die Politik verändern können. Und das Zeitfenster dafür ist klein. Ansonsten werden die Hassprediger der AfD der künftigen Regierung die Agenda diktieren. Und die LINKE alleine ist jedenfalls zu schwach, um die implodierende SPD zu ersetzen. Was also gibt es für Alternativen, als für Rot-Rot-Grün auch in den anderen beiden Parteien zu werben? Und selbstverständlich sollte es nicht nur bei einer Koalitionsaussage bleiben, sondern den potentiellen Wählern mit einem gemeinsamen Narrativ auch klar gemacht werden, dass diese Koalition für einen wirklichen Politikwechsel steht, der die Probleme der Mehrheit der Bevölkerung berücksichtigt, anstatt sie aufzuhetzen wie die AfD oder aber im "Teile und herrsche"-Modus einer Merkel weiter zu entpolitisieren.


fuer mich ist die Alternative zu Jamaika die Ampel und diese ist auch machbar, wenn die SPD in der Oppostion recht gut zulegt und FDP, Gruene eine ueberzeugende Regierungsarbeit ablegen.
ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die SPD ein Linksbuendnis einer Ampel und einer grossen Koalition unter SPD-Fuehrung vorzieht.
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon jack000 » Do 12. Okt 2017, 13:41

[MOD] - Das Thema "Riester Rente" ist nicht Gegenstand des Strangthemas!
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon Progressiver » Do 12. Okt 2017, 17:59

pikant hat geschrieben:(12 Oct 2017, 10:59)

fuer mich ist die Alternative zu Jamaika die Ampel und diese ist auch machbar, wenn die SPD in der Oppostion recht gut zulegt und FDP, Gruene eine ueberzeugende Regierungsarbeit ablegen.
ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die SPD ein Linksbuendnis einer Ampel und einer grossen Koalition unter SPD-Fuehrung vorzieht.


Damit bist du sicher nicht alleine. Der derzeitige SPD-Vorstand wird es noch genau so sehen. Das sind aber Wunschträume, dass so etwas klappen könnte. Die SPD selbst wird nur zulegen können, wenn sie einen Politikwechsel anstrebt. Eine Große Koalition unter Führung der SPD wird sie dagegen nie erreichen, da dies nur die Fortsetzung des Stillstandes mit anderem Kanzler wäre. Im Zweifelsfalle entscheiden sich die Wähler aber doch für Merkel -warum auch immer. Und auch eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP wird nicht den erwarteten Stimmenzuwachs bringen. Was sollte daran denn anders bzw. besser sein als die jetzt kommende Koalition?

Und um beim Thema zu bleiben: Wahrscheinlich war das auch einer der großen Fehler der SPD und ihrem Spitzenkandidaten Martin Schulz. Man sah, dass das Thema "Soziale Gerechtigkeit", ein einziges Mal von Martin Schulz angesprochen, der SPD zunächst einen enormen Stimmenzuwachs in den Umfragen brachte. Und dachte, die Sache würde zum Selbstläufer werden. Gekämpft hat die SPD zwar auch. Aber beim kleinsten medialen Widerstand, als Rot-Rot-Grün im Gespräch war, ist Martin Schulz umgefallen. Plötzlich war er dann für die Ampel. Das heißt: Die SPD fürchtet die Medien und wäre am liebsten ein Medienliebling. Aber wie heißt es nicht von ungefähr: "Everybody´s darling is everybody´s Depp". Oder um es anders auszudrücken: Die SPD vermeidet es geradezu zwanghaft, Profil zu zeigen und will mit einem Programm der Beliebigkeit möglichst viele Wähler an sich binden. Bei medialem Widerstand knickt sie ein. Dies ist jedoch kein Fehler von Martin Schulz, sondern dieser besteht schon lange. Vielleicht sollten die Parteioberen nicht zu sehr auf Wahlumfragen schauen, sondern endlich mal Profil zeigen! Echtes Profil zeigt sie aber nicht, indem sie zu einer zweiten CDU wird, denn dann wählen die Leute lieber das Original. Und auch die Ampel ist dafür nicht in ihrem Interesse, wenn der SPD-Vorstand ehrlich zu sich selbst ist. Die FDP von heute ist nicht mehr diejenige, die sie in den 1970ern war. Der gesellschaftlich liberale Geist wurde in dieser Partei spätestens 1982 beerdigt. Die Grünen wiederum sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Gerade Kretschmann zeigt das offensichtlich: Da wird sich derart an den Mainstream angebiedert, dass kein Blatt mehr zwischen ihnen und der CDU passt. Kretschmann zitiert gerne Karl Popper, aber betet für Merkel. Stuttgart dagegen, grün regiert, ist eine der schmutzigsten Großstädte Deutschlands. Auch diese Partei hat in puncto grünen Themen nichts mehr zu bieten außer, dass sie die Anti-AfD sind. Wo bleibt denn da das Profil -im positiven Sinne?

Wenn die SPD wieder stark werden will, dann muss sie folglich ihr Profil schärfen. Und auch Themen ansprechen, für die sie in den neoliberalen Medien kritisiert werden wird, aber bei den potentiellen Wählern gut ankommt. Es sind letztlich die letzteren, die ihre Stimme abgeben und nicht die "Leitmedien". Warum ist Corbyn in England so populär bei der Bevölkerung? Wieso funktioniert ein Linksbündnis in Portugal so gut? Gerade das letzte Beispiel zeigt auch, dass es zur Profilierung beiträgt, wenn man beispielsweise sich nicht nur ein deutliches Parteiprogramm zulegt, sondern auch in den Medien unpopuläre Wahlbündnisse anstrebt. Wenn dies dagegen ausbleibt und die SPD auch in der Opposition einen auf Einzelkämpfertum macht, wird sie sich nicht nur nicht regenerieren. Nein, sie wird sich selbst in den Abgrund stürzen. Und zu was das führt, wenn eine sozialdemokratische oder sozialistische Partei ihre Wurzeln und ihre Wählerschaft verrät oder vergisst, kann man in Frankreich und anderen Ländern beobachten. Dort, aber auch anderswo, sterben die sozialdemokratischen Parteien ab bzw. sie atomisieren sich. Das ist natürlich schlecht für die jeweiligen Parteien. Aber soziale Themen spielen dann bei den nächsten und übernächsten Bundestagswahlen überhaupt keine Rolle mehr. Diese Probleme -neben Infrastruktur und Bildung- sind zwar die dringendsten. Aber in der Praxis wird man dann nur noch beobachten können, wie sich die anderen etablierten Parteien mit der AfD wetteifern, wer am besten die Ressentiments bedient.
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon sünnerklaas » Sa 14. Okt 2017, 20:00

odiug hat geschrieben:(05 Oct 2017, 06:34)

Weil er faktisch keine wirklichen Konzepte gegen Merkels " weiter so " zu bieten hatte.
Die Kissenschlacht während des " Kanzlerduells ", zeigte das allzu deutlich.
Das traurige ist, daß dies im Moment keiner hinkriegt, den man dabei ernst nehmen könnte.


Nein. Da spielte ein ganz anderer Aspekt eine Rolle: bei der Frage ob Schulz oder Merkel konnte man von Anfang an feststellen, dass Rot-Rot-Grün fast panikhafte Ängste auslöste. Schulz wäre keine Alternative hieß es sogar unter AfD-nahen Leuten. Bei der Frage, ob Schulz oder Merkel hieß es selbst dort: dann doch lieber noch mal vier Jahre Merkel.
Und es war ja interessant: als klar war, dass Schulz keine Chance hätte - also nach der NRW-Wahl, stieg die AfD wieder in den Umfragen.
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon sünnerklaas » Sa 14. Okt 2017, 20:16

Just Me hat geschrieben:(12 Oct 2017, 00:22)


Dazu muss die Schröder-Gang - die ihre Kreise bis hin zu Schwesig zieht - erst aussterben. Bis dahin wird sich die SPD nicht bewegen; schon gar nicht nach links. Sie wird aber - wie stets - antäuschen, nach links zu wollen. Und das wird besonders spannend; denn der "Realo"-Flügel der LINKEN wird stärker. ... Schauen wir mal, ob sich die Geschichte wirklich so deckungsgleich wiederholt. Mehr bleibt ja nicht.



Das sehe ich leider auch so. Ich habe es ja in den 1990ern miterlebt, wie die Niedersachsen-SPD und die Jusos in Nds. auf Kurs gebracht wurden. Da wurden auf Bezirksebene Schröderianer installiert - notfalls mit der Brechstange.
Schröder und Müntefering haben sich dann nach 2005 doppelt und dreifach parteiintern abgesichert. Auch dadurch, dass sie ihre Ehefrauen als Aufpasser in Stellung brachten und ggf. auch in den Wahlkreisen durchsetzten. Dazu kamen die ganzen Zöglinge Schröders - Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeyer, Thomas Oppermann - alles Leute aus dem niedersächsischen Landesverband, die auch nach 2005 Partei und Fraktion geprägt haben.
Unter solchen Rahmenbedingungen wird eine Partei dann immer mehr und mehr zu einer Partei von Parteisoldaten, die alles, was ihnen vorgelegt wird, abnicken. Dadurch wurde auch die SPD immer mehr zu einer der CDU/CSU sehr ähnlichen Partei. Vorherrschend ist das Klischeebild des braven Beamten. Leute, wie den "Hoffnungsträger" für die Merkel-Nachfolge, Jens Spahn, gibt es auch in der SPD inzwischen mehr als reichlich.
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon Maltrino » Mo 16. Okt 2017, 17:57

relativ hat geschrieben:(06 Oct 2017, 09:06)

Die haben ihre persönliche Einstellung zur SPD und Schulz nicht irgendwo gelesen.


Und woher kennen die Schulz?
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon relativ » Mo 16. Okt 2017, 21:36

Maltrino hat geschrieben:(16 Oct 2017, 18:57)

Und woher kennen die Schulz?

Aus dem Medien!
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon Maltrino » Mo 16. Okt 2017, 21:38

relativ hat geschrieben:(16 Oct 2017, 22:36)

Aus dem Medien!


Aha!
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon relativ » Mo 16. Okt 2017, 21:46

Maltrino hat geschrieben:(16 Oct 2017, 22:38)

Aha!

Ja und jetzt, welcher Erkenntnisblitz hat dich jetzt getroffen? ;)
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Re: Wann und warum fiel Schulz (SPD) in den Umfragen ab?

Beitragvon Maltrino » Di 17. Okt 2017, 03:31

relativ hat geschrieben:(16 Oct 2017, 22:46)

Ja und jetzt, welcher Erkenntnisblitz hat dich jetzt getroffen? ;)


Dass die (meisten) Leute Martin Schulz nie persönlich gesehen haben sondern nur in den Medien ihn gesehen haben. Das heißt aber, dass diese Medien beeinflussen können ob nur die guten oder nur die schlechten Seiten, von Martin Schulz oder einem anderen Politiker, gezeigt werden. Heißt im Extremfall: Die Leute die "Lügenpresse" schreien finden einen Politiker schlecht weil sie ihn in der "Lügenpresse" gesehen haben. Oder auch hier: https://www.youtube.com/watch?v=i4ocldNj5aI
Wenn ich in so einem Medium Martin Schulz sehe, dann wird das schlechte Bild gleich mitgeliefert. Also was passiert hier? Die Leute finden Schulz (oder auch Merkel) blöd, haben Sie aber nie gesehen. Gut, sie könnten sich auf Veranstaltungen ein Bild machen, aber nee, "in den Medien" haben sie sie gesehen. Ich hab nichts gegen Medien, aber trotzdem bleibt die Erkenntnis, bzw. ich glaube, dass "die Medien" das Bild färben können, genauso wie ein schlechtes Mikrofon die Stimme eines Menschen gut oder schlecht klingen lässt. Ich hab das selber erfahren: Ich hab eine tiefe Stimme, die über bestimmte Mikrofone dumpf klingt. Nur bei bestimmten Mikrofonen klingt die Stimme gut. Und je nachdem welches Mikrofon genommen wird sagen die Leute "tolle und angenehme sonore Stimme" oder "du klingst aber unsympathisch". Und deshalb war mir halt wichtig zu wissen wo die Leute Martin Schulz gesehen haben so dass sie sich ein Bild und eine Meinung bilden konnten.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.

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