Früher war früher besser...

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McKnee
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon McKnee » So 9. Sep 2018, 07:09

unity in diversity hat geschrieben:(09 Sep 2018, 01:12)

Hängt vom Standpunkt des Betrachters ab.
Wie viele Menschen sterben täglich an Hunger und wie viele, weil es keine geeigneten Transplantate gibt?


Hast nicht ganz verstanden, was ich aussagen wollte.

Die Vorteile von Früher werden durch die Nachteile kompensiert.

Die heutigen Nachteile werden durch die Vorteile.

Wir haben heute eine bessere Grundlage sowie bessere Perspektiven und Potentiale. Nur hilft es alles nichts, wenn wir unsere Chance icht nutzen.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Albert Einstein
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Tom Bombadil
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon Tom Bombadil » So 9. Sep 2018, 08:52

Kritikaster hat geschrieben:(09 Sep 2018, 00:30)

Steht es nicht auch heute noch jedem frei, sich dem Idyll anzuschließen?

Klar, aber spätestens wenn dich der zuständige Jagdpächter oder Förster beim illegalen Jagen erwischt, ist es mit dem Idyll zu Ende. Aus Bächen und Flüssen zu trinken dürfte trotz aller Bemühungen der Kläranlagen auch nicht sonderlich gesund sein. Wildes Campen in selbstgebauten Unterkünften wird auf Dauer auch die Ordnungsbehörde auf den Plan rufen. Gar nicht so einfach.
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H2O
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon H2O » So 9. Sep 2018, 08:57

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Sep 2018, 09:52)

Klar, aber spätestens wenn dich der zuständige Jagdpächter oder Förster beim illegalen Jagen erwischt, ist es mit dem Idyll zu Ende. Aus Bächen und Flüssen zu trinken dürfte trotz aller Bemühungen der Kläranlagen auch nicht sonderlich gesund sein. Wildes Campen in selbstgebauten Unterkünften wird auf Dauer auch die Ordnungsbehörde auf den Plan rufen. Gar nicht so einfach.


Das Wild hat doch aber gar keine wesentlich anderen Wasserstellen. Für den Verzehr nicht zugelassen? So rafft es die Jägerschaft dahin!
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unity in diversity
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon unity in diversity » So 9. Sep 2018, 14:00

McKnee hat geschrieben:(09 Sep 2018, 08:09)

Hast nicht ganz verstanden, was ich aussagen wollte.

Die Vorteile von Früher werden durch die Nachteile kompensiert.

Die heutigen Nachteile werden durch die Vorteile.

Wir haben heute eine bessere Grundlage sowie bessere Perspektiven und Potentiale. Nur hilft es alles nichts, wenn wir unsere Chance icht nutzen.

Chancen sind Angebote und manche sollte man ruhigen Gewissens ausschlagen.

Einer hat es auf den Punkt gebracht:

"Geniesse deine Zeit, denn du lebst nur jetzt und heute.
Morgen kannst du Gestern nicht mehr nachholen.
Und später kommt früher als du denkst."

-Albert Einstein-
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 10. Sep 2018, 06:05

unity in diversity hat geschrieben:(09 Sep 2018, 07:35)

So sollte es sein.
Es gibt viel, was bewahrenswert ist, aber auch viel, was wir hinterfragen müssen.
Es ist natürlich besser, wenn wir das freiwillig tun dürfen.
Ganz zwanglos.
Das können wir sogar ohne Anleitung, weil wir gesellige Wesen sind.
Wir können sogar unsere Zukunft beeinflussen und wenn wir es gewissenhaft machen, werden uns unsere Kinder achten und respektieren.
Sie schauen mit Stolz auf uns und nicht so von der Seite, falls du weisst, was ich meine.

Weiß ich ...
Das Wort "Verantwortung" steht im Raum.
Schade, wenn wir dieses Wort nicht verinnerlichen.
Ich denke, wir können das, ist nur für uns.
Wenn wir Verantwortung für andere übernehmen, können wir sie glücklich machen, oder wir machen uns Feinde.
Dann haben wir ein schlechtes Früher für später geschaffen.

Die Gegenwart - so sehe ich es - ist vor allem von einer Fragmentierung der Gesellschaft gekennzeichnet. Ein "Wir" und "Uns" ist in der Form wie etwa noch in den 70er, 80er gar nicht mehr vorhanden.
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon Liegestuhl » Mo 10. Sep 2018, 06:23

Früher waren die Ossis noch hinter einer Mauer.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 10. Sep 2018, 06:34

Liegestuhl hat geschrieben:(10 Sep 2018, 07:23)

Früher waren die Ossis noch hinter einer Mauer.


Und dann hörte ich vor kurzem einen Radioessay. Mit der Kernauissage: Seit Mauer und Eiserner Vorhang Geschichte sind, sind die Menschen in Europa dabei, innere Mauern hochzuziehen. Darüber sollte man mal nachdenken.
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon Selina » Mo 10. Sep 2018, 08:26

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Sep 2018, 07:34)

Und dann hörte ich vor kurzem einen Radioessay. Mit der Kernauissage: Seit Mauer und Eiserner Vorhang Geschichte sind, sind die Menschen in Europa dabei, innere Mauern hochzuziehen. Darüber sollte man mal nachdenken.


Ja, das ist auch mein Gefühl. Welchen konkreten Zusammenhang zwischen dem Fall des Eisernen Vorhanges (einschließlich Mauer) und dem Hochziehen innerer Mauern siehst du dabei? Gibt es eine wechselseitige Bedingtheit?
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon H2O » Mo 10. Sep 2018, 10:25

Selina hat geschrieben:(10 Sep 2018, 09:26)

Ja, das ist auch mein Gefühl. Welchen konkreten Zusammenhang zwischen dem Fall des Eisernen Vorhanges (einschließlich Mauer) und dem Hochziehen innerer Mauern siehst du dabei? Gibt es eine wechselseitige Bedingtheit?


Im Osten kann ich mir vorstellen, daß da eine Sehnsucht nach völliger Unabhängigkeit durchbricht. Zumindest also bei jenen Staaten, die eine lange nationale Geschichte mitschleppen. Im Westen sind das Abstiegsängste, die man besser im eingezäunten nationalen Bereich für beherrschbar hält. In beiden Fällen ein schrecklicher Irrtum, weil in einer globalisierten Welt große Mächte bestehen und entstehen, die darauf keine Rücksicht nehmen werden, nicht wirtschaftlich und schon gar nicht mit Blick auf Expansionsgelüste.
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon Ein Terraner » Mo 10. Sep 2018, 10:30

unity in diversity hat geschrieben:(08 Sep 2018, 12:22)

Früher war alles besser, behaupten alle, ungeachtet ihrer sozialen, oder territorialen Herkunft. Alter ist auch egal.


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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon Cat with a whip » Mo 10. Sep 2018, 13:20

Liegestuhl hat geschrieben:(10 Sep 2018, 07:23)

Früher waren die Ossis noch hinter einer Mauer.

Und die Systemsportlerinnen noch ganze Kerle.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon Uffzach » Mo 10. Sep 2018, 21:50

unity in diversity hat geschrieben:(08 Sep 2018, 12:22)

Früher war alles besser, behaupten alle, ungeachtet ihrer sozialen, oder territorialen Herkunft. Alter ist auch egal.
Woher kommt diese fortschrittlichfeindliche Haltung?
Wir haben Flachbildfernseher, Smartfones, sind mit allen Freunden verbunden, haben jederzeit Zugriff auf aktuelle Ereignisse und dennoch ist nicht nur die gefühlte Hälfte maulig, oder gar keifig.
Warum ist das so?

Weil früher alles besser war. :cool:
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon H2O » Mo 10. Sep 2018, 22:03

Uffzach hat geschrieben:(10 Sep 2018, 22:50)

Weil früher alles besser war. :cool:


Wenn das so ist, dann entfällt vor Gericht auch das Entlastungsargument der schlechten Jugendzeit. Alles nur Notlügen! :eek:
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon schokoschendrezki » Di 11. Sep 2018, 08:10

Selina hat geschrieben:(10 Sep 2018, 09:26)
Ja, das ist auch mein Gefühl. Welchen konkreten Zusammenhang zwischen dem Fall des Eisernen Vorhanges (einschließlich Mauer) und dem Hochziehen innerer Mauern siehst du dabei? Gibt es eine wechselseitige Bedingtheit?

Pauschale Ablehnungen waren zu Zeiten des Eisernen Vorhangs ziemlich selbstverständlich. In den Staaten des Westens auch meist authentisch. Im Osten ... eher widersprüchlich und gesellschaftspaltend. Nun, in der Gegenwart muss man seine persönlichen Selbstabgrenzungen entweder selbst definieren oder sich einer der zahlreichen sehr heterogenen politischen Deutungsangebote anschließen.
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon H2O » Di 11. Sep 2018, 09:12

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Sep 2018, 09:10)

Pauschale Ablehnungen waren zu Zeiten des Eisernen Vorhangs ziemlich selbstverständlich. In den Staaten des Westens auch meist authentisch. Im Osten ... eher widersprüchlich und gesellschaftspaltend. Nun, in der Gegenwart muss man seine persönlichen Selbstabgrenzungen entweder selbst definieren oder sich einer der zahlreichen sehr heterogenen politischen Deutungsangebote anschließen.


Aber nirgendwo, weder früher noch heute, war das selbständige Denken und Beobachten verboten. Der kluge Zeitgenosse nutzt diesen Vorteil für sein berufliches und gesellschaftliches Fortkommen, der dumme zur Dauernöhlerei.
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon Neandertaler » Di 11. Sep 2018, 12:45

Misterfritz hat geschrieben:(08 Sep 2018, 13:55)

Freizeit? Ich glaube, das war für die Neandertaler eher ein Fremdwort ;)
;)
Die haben ja nicht dann vor ihrer Höhle gesessen und sich gesonnt
Doch natürlich das machen Löwen Wölfe Bären etc. auch so.

, sondern dürften dauernd Wache geschoben haben, um sich vor Angriffen zu schützen, Waffen gebastelt haben, etc.
Dauernde Arbeit ist ein Kennzeichen der Zivilisation. Bekannte Urvölker haben ihr Tagewerk wirklich in der Regel in ein paar Stunden erledigt und dann "Freizeit" Vgl Beobachtungen bei denn Yanomi etc.

Ausserdem dürfte die Freizeit besonders im Winter in so kalten, feuchten Höhlen bestimmt kein Spass gewesen sein :D
irgendwas ist ja immer aber zum Glück gab es Mammutfell. Und manches kann man auch in langen dunklen Nächten ohne Fernseher und Internet unterm Mammutfell tun.
Ich bin linksliberal, ich habe mich testen lassen.
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon Ammianus » Di 11. Sep 2018, 13:45

unity in diversity hat geschrieben:(08 Sep 2018, 12:22)

Früher war alles besser, behaupten alle, ungeachtet ihrer sozialen, oder territorialen Herkunft. Alter ist auch egal.
Woher kommt diese fortschrittlichfeindliche Haltung?
Wir haben Flachbildfernseher, Smartfones, sind mit allen Freunden verbunden, haben jederzeit Zugriff auf aktuelle Ereignisse und dennoch ist nicht nur die gefühlte Hälfte maulig, oder gar keifig.
Warum ist das so?


Es ist auch nicht so. Denn es sind keineswegs "alle" die das behaupten. Es gibt zwar viele durch alle Altersgruppen, wobei es bei den Älteren dann häufiger vorkommt. Und wenn man älter wird, dann mögen einem manchmal solche Gedanken ankommen. Zumindest bei einigen Sachen. Hat man aber genug kritischen Abstand zum eigenen Denken und besitzt auch eine kräftige Prise Selbstironie, dann ist man durchaus in der Lage sich selbst zur Ordnung zu rufen und zu verspotten.

So gibt es z.B. genug Leute, mit denen ich beim Gespräch zum gemeinsamen Schluss komme, dass wir heute eigentlich hier in einem glücklichen Zeitalter leben. Es geht uns gut, wir hungern nicht, mehrere Generationen in Folge hatten schon keinen Krieg und mit der DDR ist auch die abscheuliche Art des dortigen Wehrdienstes untergegangen. Wobei die Wehrpflicht an sich auch ausgesetzt ist. Wir haben heute eine Lebenserwartung von der wir vor 50 Jahren oder auch die heutigen Bürger Russlands nur träumen können. Alle Bildungswege stehen einem offen - so man will. Und die weitere Liste wäre lang.

Natürlich gibt es auch Sachen, die ich früher als besser betrachte, selbst in der DDR. Dort konnte ich mit 16 in die Kneipe gehen, mir eine Karo aus der Schachtel ziehen und - gesetzlich so geregelt, dran gehalten hat man sich nur selten - 2 Bier trinken. Heute verbietet das der manchmal doch sehr zur Nanny mutierte Staat und pappt dazu auch noch saudoofe Propagandasprüche auf die Schachteln.

In der Summe aber ist die Sache doch eher mehr als positiv und viele sehen das auch so. Manche nach einigem Nachdenken dann auch. Und diese Sicht ist nicht neu. Man sehe sich nur mal den Text von "Wonderful World" an.
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H2O
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon H2O » Di 11. Sep 2018, 15:23

Ja, ein wundervolles Lied der Menschenliebe!
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon Dark Angel » Di 11. Sep 2018, 20:04

unity in diversity hat geschrieben:(08 Sep 2018, 12:22)

Früher war alles besser, behaupten alle, ungeachtet ihrer sozialen, oder territorialen Herkunft. Alter ist auch egal.
Woher kommt diese fortschrittlichfeindliche Haltung?
Wir haben Flachbildfernseher, Smartfones, sind mit allen Freunden verbunden, haben jederzeit Zugriff auf aktuelle Ereignisse und dennoch ist nicht nur die gefühlte Hälfte maulig, oder gar keifig.
Warum ist das so?

Ja klar war früher alles besser - ich konnte mich ohne Einschränkungen durch einen fremdverschuldeten Unfall bewegen, konnte meine Hände ohne Einschränkungen benutzen, hatte nicht mit Herz-Kreislaufproblemen zu kämpfen, konnte mit meinen Kindern rumtollen. Mit meinen Enkeln funktioniert das nicht mehr so gut.
Früher konnte ich ohne Brille gut sehen usw :D
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
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Re: Früher war früher besser...

Beitragvon Der Neandertaler » Mi 12. Sep 2018, 08:54

Hallo Tom.
Tom Bombadil hat geschrieben:... Neandertaler ... nur zwei bis drei Stunden ... der Rest war Freizeit.
Also ich kann mich erinnern, daß wir am Ende des Tages am Lagerfeuer von unserem Jagderfolg erzählten - der zudem nicht immer von Erfolg gekrönt war, und darüber schwadronierten, daß es an diesem Ort zunehmend immer weniger jagdbares Wild gab und wohin diese nun zogen?

Morgens hatten unserere Weiber uns noch freudig verabschiedet. Einer von uns hatte sich dann bei der Jagd etwas überschätzt und darum sein kurzes Leben verloren. Nun mußten wir Übriggebliebenen das Weib des Verlierers trösten.

Am nächsten Tag hätte sich eine Jagd nicht gelohnt, deshalb halfen wir unseren Weiber beim Packen. Wir mußten aufbrechen! Das Eis kam immer näher! Dies war wahrscheinlich auch der Grund dafür, daß sich das Wild verdrückte. Also mußten wir hinterher. Aber immer in gebührendem Abstand - man weiß ja nie, wie so ein Mammut unter Stress reagiert?

Nach einigen Kilometern - vermutlich waren wir schon einige Stunden gewandert, ich weiß nicht - wir hatten ja noch keine Uhr, ... na ja, zumindest wurde es schon langsam dunkel, ... zu dieser Zeit trafen wir auf eine andere, lang nicht mehr gesehene Gruppe, die sich uns anschloß. Wir wanderten gemeinsam weiter, bis es ganz dunkel wurde. Dann schlugen wir unser Lager auf. Am Lagerfeuer sinnierten wir, wie weit wir gewandert sind und wie weit wir eventuell noch wandern müßten. Auch fragten wir uns, wann wir wieder auf die Jagd gehen könnten - unsere Vorräte gingen langsam zur Neige. Das Leben der gesamten Sippe stand auf dem Spiel. Zudem müßte ein "Erfolg" nun für zwei Sippe reichen. Mal schaun, wie's weitergeht?

Zum guten Schluß haben wir doch überlebt! Am Ende waren wir, trotz aller Widrigkeiten, die Erfolgsreiste Menschengruppe! Ich glaube, wir waren sogar recht glücklich - zumindest habe ich das aus Erzählungen meiner Großeltern herausgehört. Freihzeit? Es ging uns "nur" um's Überleben. Urlaub? Wir träumten nicht von fremden Ländern - wir hatten von Grenzen keine Vorstellung.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)

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