Konservative und soziale Politik unvereinbar?

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marius84
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Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon marius84 » Fr 17. Aug 2018, 16:51

Hallo Leute!

Ich habe extra nach einem politischen Forum gesucht, um meine Frage an kompetente Leute zu formulieren. Bei den deutschen politischen Parteien scheint es unvereinbar gleichzeitig konservative Werte, insbesondere in der Migrationspolitik, und eine wirkliche soziale Politik zu betreiben.

Was mir persönlich als Forderungen an eine politische Partei wichtig sind, sind:

-Vermögenssteuer für Superreiche
-Mindestrente für alle, die z.B. mind. 35 Jahre voll eingezahlt haben
-Mindestlohn
-mehr finanzielle Mittel für sozialen Wohnungsbau
-Entwicklungshilfe für Afrika erhöhen/optimieren
-Finanztransaktionssteuer
-eine Krankenkasse für alle etablieren
-Erneuerbare Energien und Umweltschutz weiter vorantreiben

Viele werden jetzt daran denken, dass ich klassisch links oder grün sei. Aber für mich sind zum Beispiel Die Linke oder B90/Die Grünen unwählbar durch Ihre allgemeinen Vorstellungen einer Gesellschaft. Beide plädieren in der Migrationspolitik mehr oder weniger für offene Grenzen und allgemein antinationale Vorstellungen.

Ich bin diesbezüglich eher bei der CDU/CSU und möchte unsere traditionell gewachsenen Werte und Kulturen beibehalten. Das heißt insbesondere die Zuwanderung muslimischer Personen auf einem Anteil zu bringen, den man schaffen kann gut zu integrieren. Menschen die nach dem Grundgesetz ein Recht auf Asyl haben sind hier zeitweise zum Schutz für mich willkommen und können sich in Ihrer Zeit hier so anbieten, dass die deutsche Gesellschaft sie nicht mehr missen möchte. Allen anderen, die keine Berechtigung haben hier zu sein nach Gesetz und Recht soll der Zugang zum Staat verwehrt werden bzw. ausgewiesen werden.

Allein rein praktisch kann ich die Position der Linken, Grünen und teils SPD nicht verstehen. Sollten mal angenommen in den nächsten 5 Jahren noch 10 Mio. Einwanderer kommen, dann wird die AfD die absolute Mehrheit im Parlament haben und den Kanzler stellen. Dabei wird absolut konträre Politik zu den Linken gemacht. Meiner Meinung nach hätte die Linke selber ein Interesse an realistischeren Zielen als freie Wohnortwahl für alle Menschen. Abgesehen von Sahra Wagenknecht wird das wohl leider anders gesehen.

Viele werden jetzt denken, dass ich plötzlich AfD Wähler wäre. Keinesfalls, ich möchte, dass sich um alle Menschen auf der Welt gekümmert wird. Wir leben alle zusammen auf diesem Planeten und uns allen sollte ein Interesse daran liegen, dass alle Menschen genug zu Essen und zu trinken haben. Schließlich halte ich Deutschland und die EU zu großen Teilen dafür mitverantwortlich, dass es teilweise eine große Armut in Afrika gibt. Ich halte nur Migration für nicht lösungsorientiert. Ich wäre da sehr bei Richard David Precht, der z.B. einen Exportstopp nach Afrika fordert für Dinge, die sie selber herstellen könnten und einen Marshall-Plan für Afrika. Dafür sollen und müssen auch finanzielle Mittel bereitgestellt werden.

Ich weiß nur nicht wo ich damit politisch zu verorten bin und auch nicht ansatzweise welche Partei ich wählen soll. Es wäre wohl das kleinste Übel. Ich würde mir wünschen, dass jemand meine politischen Vorstellungen einordnet ohne auf die einzelnen Vor- oder Nachteile meiner Punkte einzugehen.

Oder gibt es aus politologischer Sicht vielleicht einen Grund dafür, dass meine Position nicht vereinbar sind?

Wird es ansonsten Zeit für eine Parteigründung meinerseits? :D
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon Quatschki » Fr 17. Aug 2018, 17:26

Viele deiner Punkte gab es früher in der alten BRD unter der CDU/FDP/SPD.
Als der Kapitalismus noch nicht alternativlos war, sondern im Wettbewerb stand.
Damals ließen die Christ- und Sozialdemokraten sich nicht die Gesetzesvorlagen von internationalen Finanzmonopolyspielern diktieren. Weil die internationale Lage dafür zu angespannt und die Erinnerung an die eigene Verwundbarkeit noch zu frisch war.
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon Maikel » Fr 17. Aug 2018, 17:34

Sahra Wagenknecht hatte wohl ähnliche Gedanken wie du sie hier skizzierst; und deshalb die Bewegung "Aufstehen" initiiert.
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Misterfritz
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon Misterfritz » Fr 17. Aug 2018, 19:36

marius84 hat geschrieben:(17 Aug 2018, 17:51)Ich weiß nur nicht wo ich damit politisch zu verorten bin und auch nicht ansatzweise welche Partei ich wählen soll.

Ich würde mal sagen: AfD!
Aber, wenn Du nicht wählst, wäre es wohl auch kein Verlust.
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon marius84 » Fr 17. Aug 2018, 20:14

Misterfritz hat geschrieben:(17 Aug 2018, 20:36)

Ich würde mal sagen: AfD!
Aber, wenn Du nicht wählst, wäre es wohl auch kein Verlust.


-Vermögenssteuer für Superreiche
-Mindestrente für alle, die z.B. mind. 35 Jahre voll eingezahlt haben
-Mindestlohn
-mehr finanzielle Mittel für sozialen Wohnungsbau
-Entwicklungshilfe für Afrika erhöhen/optimieren
-Finanztransaktionssteuer
-eine Krankenkasse für alle etablieren
-Erneuerbare Energien und Umweltschutz weiter vorantreiben

Keine einzige Position davon schlägt die AfD vor! :D Dein Schluss war wohl eher "Gegner von offenen Grenzen" -> "AfD-Wähler". Schade...
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon Misterfritz » Fr 17. Aug 2018, 20:17

marius84 hat geschrieben:(17 Aug 2018, 21:14)

-Vermögenssteuer für Superreiche
-Mindestrente für alle, die z.B. mind. 35 Jahre voll eingezahlt haben
-Mindestlohn
-mehr finanzielle Mittel für sozialen Wohnungsbau
-Entwicklungshilfe für Afrika erhöhen/optimieren
-Finanztransaktionssteuer
-eine Krankenkasse für alle etablieren
-Erneuerbare Energien und Umweltschutz weiter vorantreiben

Keine einzige Position davon schlägt die AfD vor! :D Dein Schluss war wohl eher "Gegner von offenen Grenzen" -> "AfD-Wähler". Schade...
Solange diese Wohltaten nur für Bio-Deutsche sind, kämen sie auch bei der AfD gut an - nur würden sie es nicht wagen, das so in ihr Programm zu schreiben.
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon Polibu » Fr 17. Aug 2018, 20:17

marius84 hat geschrieben:(17 Aug 2018, 21:14)

-Vermögenssteuer für Superreiche
-Mindestrente für alle, die z.B. mind. 35 Jahre voll eingezahlt haben
-Mindestlohn
-mehr finanzielle Mittel für sozialen Wohnungsbau
-Entwicklungshilfe für Afrika erhöhen/optimieren
-Finanztransaktionssteuer
-eine Krankenkasse für alle etablieren
-Erneuerbare Energien und Umweltschutz weiter vorantreiben

Keine einzige Position davon schlägt die AfD vor! :D


Beim Punkt mit der Entwicklungshilfe liegst du nicht ganz richtig. Zumindest steht etwas in ihrem Wahlprogramm davon, dass sie die Fluchtgründe beseitigen wollen. Das geht natürlich nur mit Entwicklungshilfe in den entsprechenden Ländern.

Ansonsten findet man natürlich keine sozialistischen Wunschträume im Wahlprogramm der AfD. :D
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon marius84 » Fr 17. Aug 2018, 20:21

Misterfritz hat geschrieben:(17 Aug 2018, 21:17)

Solange diese Wohltaten nur für Bio-Deutsche sind, kämen sie auch bei der AfD gut an - nur würden sie es nicht wagen, das so in ihr Programm zu schreiben.


Wie kommst du denn darauf, dass diese Dinge nur für "Bio-Deutsche" sein sollen? Was sollen "Bio-Deutsche" überhaupt sein? Jeder, der Teil des Staates ist, also rechtsmäßig hier lebt, hat selbstverständlich Anspruch auf die Leistungen. Egal ob er Markus oder Mohammed heißt.

Abgesehen davon liegst du auch falsch, dass die AfD solche Forderungen überhaupt in Betracht ziehen würde, schließlich ist es eine wirtschaftsliberale Partei. Mehr oder weniger eine FDP mit Ressentiments gegenüber Ausländern. Dass die Abgrenzung zur FDP manchmal schwer ist, hat übrigens auch Alexander Gauland zugegeben.
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon syna » Fr 17. Aug 2018, 22:02

marius84 hat geschrieben:(17 Aug 2018, 17:51)

Oder gibt es aus politologischer Sicht vielleicht einen Grund dafür, dass meine Position nicht vereinbar sind?

Wird es ansonsten Zeit für eine Parteigründung meinerseits? :D


Also Du liegst da ziemlich konform mit Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht
(das wurde ja auch schon erwähnt). Du solltest in der Richtung mal
"weiterforschen" und argumentieren.

Das Problem ist, dass in der Gesellschaft (und auch gerne hier im Forum)
sofort immer eine Links-Rechts-Einordung geschieht, und das war's dann.
D.h. Du kommst sofort in eine der Schubladen - und die Sachargumente
werden gar nicht mehr gelesen.

Schön wäre es, wenn man eine Diskussionkultur etablieren könnte, die
sich erstmal die Argumente anhört, in welcher man dem anderen erst-
einmal zugesteht, dass er "recht haben könnte" - und somit erstmal
zuhört. Das wäre doch zu schön!
--~~/§&%"$!\~~--
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon Misterfritz » Fr 17. Aug 2018, 22:08

syna hat geschrieben:(17 Aug 2018, 23:02)

Also Du liegst da ziemlich konform mit Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht
(das wurde ja auch schon erwähnt). Du solltest in der Richtung mal
"weiterforschen" und argumentieren.

Das Problem ist, dass in der Gesellschaft (und auch gerne hier im Forum)
sofort immer eine Links-Rechts-Einordung geschieht, und das war's dann.
D.h. Du kommst sofort in eine der Schubladen - und die Sachargumente
werden gar nicht mehr gelesen.

Schön wäre es, wenn man eine Diskussionkultur etablieren könnte, die
sich erstmal die Argumente anhört, in welcher man dem anderen erst-
einmal zugesteht, dass er "recht haben könnte" - und somit erstmal
zuhört. Das wäre doch zu schön!
Er (?) wollte doch eine Wahlempfehlung und keine Vorschläge zur Duskussionskultur hier, oder? :p
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H2O
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon H2O » Sa 18. Aug 2018, 08:22

Ohne jedem der angesprochenen Punkte ein persönliches Gewicht zu zu ordnen, also eine Rangfolge schon innerhalb der Liste, bleibt eine solche Liste ein wahlloser Haufen frommer Wünsche, der sich vermutlich jeder der Parteien im Bundestag zuordnen ließe. Diese höchstpersönliche Anstrengung müssen Sie schon einmal leisten.

Dann fällt auf, daß Themen des täglichen Lebens überhaupt keinen Stellenwert zu haben scheinen. Als da wären

    Innere Sicherheit (Polizeipräsenz, Überwachung auffälliger öffentlicher Räume, Verfassungsschutz)
    Äußere Sicherheit (Bündnisse, Bundeswehr, Wehrtechnik, Europäische Streitkräfte)
    Finanzen (Steuerlast, Staatsschulden, Verpflichtungen gegenüber der EU)
    Wirtschaft (Raumordnung Arbeiten & Wohnen, Verkehrssysteme, Pflege der Infrastruktur)
    Bildung (Zuständigkeiten Bund, Länder, Gemeinden, Frühkindliche Bildung, Schwerpunkte Handwerk, Wissenschaften MINT, Geisteswissenschaften, Musische Bildung, Förderprogramme, Integration von Zuwanderern in unsere Erwerbsgesellschaft)
    Gesundheitswesen (Bekämpfung von Volkskrankheiten, Verfügbarkeit von Pflegepersonal und Ärzten, Pflegezustand und Ausstattung der Krankenhäuser)
    Kultur und öffentliche Medien (Theater, Musiktheater, Orchester, Medien Film, Fernsehen, Internet)
    Wohnungswesen, Siedlungsformen und Wechselwirkung mit dem Verkehrswesen
    Familienförderung: Kinderbetreuung und -erziehung, Altenbetreuung und Versorgung
... ich höre hier einmal auf. Meine Liste ist auch nur zufällig und ohne Rangfolge entstanden. Aber ich meine, daß ohne diese Punkte und weitere, die mir gerade nicht eingefallen sind, keine der Vorstellungen Ihrer Liste umsetzbar wäre. Die Mittel dazu sind ganz schlicht reichlich vorhanden, die müssen nicht erarbeitet werden, die müssen wir uns nur wünschen. Ausnahme: Wir verfressen erst einmal die Vermögen der Superreichen und halten uns an Transaktionssteuern gütlich. Danach werden wir sehen, oder was?

Sie werden nicht umhin kommen, auch "meinen " Punkten und solchen, die mir gerade nicht eingefallen sind, eine Rangfolge zu zu weisen und sie in "Ihre" Liste ein zu bauen. Danach lohnt es sich, nach zu sehen, wie die sich zur Wahl stellenden Parteien dazu äußern, welche Rangfolge der Themen man dort ungefähr erahnen kann.

Ziemlich ernüchternd, sich so hart mit der politischen Wirklichkeit befassen zu müssen. "Wünsch' Dir 'was!" geht einfacher, ist aber keineswegs "links", sondern eher einfältig! Noch ein Tipp: Manche Dinge sind ohne die Voraussetzung, daß andere gut funktionieren, überhaupt nicht darstellbar.

Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne Ernüchterung und zugleich frohes Schaffen; vielleicht finden wir auf diese Weise eine Gesprächsgrundlage!
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon TheManFromDownUnder » Sa 18. Aug 2018, 10:30

marius84 hat geschrieben:(17 Aug 2018, 17:51)



-Vermögenssteuer für Superreiche
-Mindestrente für alle, die z.B. mind. 35 Jahre voll eingezahlt haben
-Mindestlohn
-mehr finanzielle Mittel für sozialen Wohnungsbau
-Entwicklungshilfe für Afrika erhöhen/optimieren
-Finanztransaktionssteuer
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Nein konservative Politik schliesst soziale Politik nicht aus sondern ermoeglicht diese dadurch das nicht mehr ausgegeben ist als was zur Veguegung steht. Die echten Linken geben gerne aus was sie nicht haben. Sprich mehr Verschuldung mit allen Konsequenzen. Ich denke konservative Regierungen bringen langfristig mehr soziale Politik als die Linke die galuben sozial fuer sich gepachtet zu haben.

- Deutschland hat eine Vermoegenssteuer. Was sind Superreiche?

- Mindestlohn ist ein zweischneidiges Schwert.

- Entwicklungshilfe erhoehen. Wieso? Und mit welchem outcome???

- eine Krankenkasse fuer alle ist nicht demokratisch. Menschen wollen eine choice. Die deutsche Krankenversicherung und Leistung ist vorbildlich. Ich weiss wovon ich rede. Ich lebte in vielen Laendern und kenne die Alternativen

- Erneuerbare Energien usw.... Alles gut und schoen aber was sind die Kosten, wer zahlt und wie zuverlaessig sind sie. Warum nicht in clean coal investieren??????
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon Der Neandertaler » Sa 18. Aug 2018, 11:18

Hallo marius.
marius84 hat geschrieben:Es wäre wohl das kleinste Übel.
Genau darauf läuft es hinaus! Ich werde selten eine Partei finden, die hundertprozentig meinen Vorstellungen entspricht ... die meine Wünsche zu hundertprozent abdeckt. Eine Partei, die eventuell meinen Vorstellungen oder Wünschen entspricht, die aber nichts bewirken kann, nützt allenfalls meiner Logik ... meiner Moral. Also müßte diese Partei dazu auch die Aussicht besitzen, in irgendeiner Art und Weise an der Regierung beteiligt zu werden - also: etwas bewirken zu können.

Eine Volkspartei - wie CDU oder SPD, die (garantiert) Regierungsbeteiligung besitzt, deckt einerseits mehrer Bereiche ab, andererseits aber nicht immer alle Ansichten aller ... in allen Breichen.
marius84 hat geschrieben:Ich würde mir wünschen, dass jemand meine politischen Vorstellungen einordnet ohne auf die einzelnen Vor- oder Nachteile meiner Punkte einzugehen.
Um diese Einordnung vornehmen zu können, wird man wohl kaum umhin kommen, "auf die einzelnen Vor- oder Nachteile (dieser) Punkte einzugehen."

Ein Beispiel:
    Zuwanderung ... Migration begrenzen wollen wohl einige. Nur der Weg dahin ist wohl verschieden. Die AfD möchte Grenzen komplet schließen - was wohl mit der EU schlecht machbar wäre. Die anderen Parteien wollen Migration zumindest in geordnete Bahnen führen.
Fazit:
    wenn Fragen und Ansichten recht unkonkret bleiben, ist eine Einordnung schechterdings recht ungenau - es läuft zumindest auf ein sowohl-als-auch hinaus!
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon H2O » Sa 18. Aug 2018, 14:20

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(18 Aug 2018, 11:30)

Nein konservative Politik schliesst soziale Politik nicht aus sondern ermoeglicht diese dadurch das nicht mehr ausgegeben ist als was zur Veguegung steht. Die echten Linken geben gerne aus was sie nicht haben. Sprich mehr Verschuldung mit allen Konsequenzen. Ich denke konservative Regierungen bringen langfristig mehr soziale Politik als die Linke die galuben sozial fuer sich gepachtet zu haben.

Das ist im Großen und Ganzen auch meine Erfahrung; ich bin überzeugt, daß "linke Gesellschaften" sehr schnell angesammeltes Vermögen verbrauchen, ohne es in gewinnbringende Tätigkeiten zu investieren. Das war doch in sozialistischen Herrschaftssystemen gut zu beobachten; aus Venezuela rennen die Leute weg, und aus Kuba doch auch. China hat zwar eine Art kommunistischer Herrschaft, aber seit Deng Xiao Ping ein Wirtschaftssystem, das Eigenverantwortung und wirtschaftlichen Reichtum fördert, bittere Armut zuläßt. Das trägt Früchte.
- Deutschland hat eine Vermoegenssteuer. Was sind Superreiche?

Damit meinen Sie sicher die Grundsteuer, die auf Grundeigentum erhoben wird. Auf Geldvermögen zahlt hier niemand Steuern, wohl aber auf Kapitalerträge...
- Mindestlohn ist ein zweischneidiges Schwert.

Im Grunde entlastet die Gemeinschaft ihr Abgabensystem von Kosten für Geringverdiener, indem sie Leute belastet, die Geringverdiener beschäftigen. Das funktioniert ganz offensichtlich, auch wenn ich den Ansatz für systemtechnisch falsch halte.
- Entwicklungshilfe erhoehen. Wieso? Und mit welchem outcome???

Auf dem Gebiet sind unfaßbar viele Fehler gemacht worden. Entwicklungshilfe darf es nur geben als Hilfe zur Selbsthilfe in Ländern mit guter Regierungsführung... ohne Korruption, mit Rechtssicherheit und bürgerlichen Freiheiten.
- eine Krankenkasse fuer alle ist nicht demokratisch. Menschen wollen eine choice. Die deutsche Krankenversicherung und Leistung ist vorbildlich. Ich weiss wovon ich rede. Ich lebte in vielen Laendern und kenne die Alternativen

Eine Krankenkasse für alle heißt nichts weiter als die Einführung einer allgemeinen Abgabe, die nicht unbedingt zweckentsprechend eingesetzt wird. Das ist ganz einfach mehr Staatsquote. In GB ist zu besichtigen, was daraus entsteht. Unser immer wieder neu verhandeltes Kassensystem vermeidet solche Erstarrungen.
- Erneuerbare Energien usw.... Alles gut und schoen aber was sind die Kosten, wer zahlt und wie zuverlaessig sind sie. Warum nicht in clean coal investieren??????

In Deutschland wurde viel unternommen, um der heimischen Braunkohle eine längere Zukunft zu geben. Theoretisch stände sie noch 300 Jahre lang zur Verfügung. Es ist wohl so, daß es "clean coal" nicht gibt, oder nur zu Betriebskosten, die das Konzept ins wirtschaftliche Abseits führen. Die Kosten für Windräder und Photovoltaik sind seit ihrer Einführung stark gefallen ohne die Umwelt unwiederbringlich zu zerstören. Inzwischen sieht es so aus, daß Deutschland sich einen Standortvorteil für erneuerbare Energien erarbeitet hat, Systeme und Systemteile auf dem Weltmarkt erfolgreich verkaufen kann. Da ist ein Ende überhaupt nicht ab zu sehen! Wir werden damit weitgehende Autarkie für unseren Energiebedarf erringen.
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon Neandertaler » Sa 18. Aug 2018, 19:32

Der Neandertaler hat geschrieben:(18 Aug 2018, 12:18)

Ein Beispiel: [list]Zuwanderung ... Migration begrenzen wollen wohl einige. Nur der Weg dahin ist wohl verschieden. Die AfD möchte Grenzen komplet schließen -
das halte ich für ein Gerücht..

was wohl mit der EU schlecht machbar wäre. Die anderen Parteien wollen Migration zumindest in geordnete Bahnen führen.
welche Partei behauptet schon etwas in ungeordnete Bahnen führen zu wollen? Möge jeder selbst beurteilen ob es denn Regierungsparteien bisher gelingt hier in geordneten Bahnen zu führen...
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon Neandertaler » Sa 18. Aug 2018, 19:37

H2O hat geschrieben:(18 Aug 2018, 15:20)

Das ist im Großen und Ganzen auch meine Erfahrung; ich bin überzeugt, daß "linke Gesellschaften" sehr schnell angesammeltes Vermögen verbrauchen, ohne es in gewinnbringende Tätigkeiten zu investieren. Das war doch in sozialistischen Herrschaftssystemen gut zu beobachten; aus Venezuela rennen die Leute weg, und aus Kuba doch auch. China hat zwar eine Art kommunistischer Herrschaft, aber seit Deng Xiao Ping ein Wirtschaftssystem, das Eigenverantwortung und wirtschaftlichen Reichtum fördert, bittere Armut zuläßt. Das trägt Früchte.

Ich denke die Skandinavier sind mit ihren egalitären Systemen Jahrzehntelang sehr gut gefahren. Das Experiment Sozialismus ohne Demokratie ist hingegen natürlich von vornherein zum scheitern verurteilt.

Eine Krankenkasse für alle heißt nichts weiter als die Einführung einer allgemeinen Abgabe, die nicht unbedingt zweckentsprechend eingesetzt wird. Das ist ganz einfach mehr Staatsquote. In GB ist zu besichtigen, was daraus entsteht. Unser immer wieder neu verhandeltes Kassensystem vermeidet solche Erstarrungen.

Die Dänen fahren mit einer Krankenkasse super, die medizinische Versorgung ist sicher besser dort als in Deutschland.
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon Der Neandertaler » Sa 18. Aug 2018, 19:44

Hallo Namensvetter.
Neandertaler hat geschrieben:das halte ich für ein Gerücht..
Was hälst Du "für ein Gerücht"? Daß fast alle Parteien (ungerechtfertigte) Migration begrenzen wollen ... sie zumindest in geordnete Bahnen lenken wollen?

À propos:
    Du solltest nicht versuchen, aus oder in meinen Aussagen das Gegenteil vermuten, als das was ich ausgesagt habe!
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon TheManFromDownUnder » So 19. Aug 2018, 02:04

Neandertaler hat geschrieben:(18 Aug 2018, 20:37)

Ich denke die Skandinavier sind mit ihren egalitären Systemen Jahrzehntelang sehr gut gefahren. Das Experiment Sozialismus ohne Demokratie ist hingegen natürlich von vornherein zum scheitern verurteilt.




Das Beispiel Skandinavien wird immer gerne erwaehnt ohne auch zu erwaehnen wie hoch die Steuern dort und die Lebenshaltungskosten. Alles geht wenn man es finanziert. Der Einkommenssteuersatz in Schweden liegt bei 61.85% Die Mwst bei 25%



Ich persoenlich halte dies fuer unertraeglich und auch nicht fuer fair.
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon TheManFromDownUnder » So 19. Aug 2018, 02:09

H2O hat geschrieben:(18 Aug 2018, 15:20)



Damit meinen Sie sicher die Grundsteuer, die auf Grundeigentum erhoben wird. Auf Geldvermögen zahlt hier niemand Steuern, wohl aber auf Kapitalerträge...



Ich meinte nicht die Grundsteuer. Uebrigens zahlen wir in Australien keine Grundsteuer fuer das Haus und den Grund auf dem es steht wenn es als Hauptwohnsitz genutzt wird. Wir zahlen lediglich Grundsteuer auf Investment Immobilien, Ferienhaueser, 2 Wohnsitz etc.

Ich bin dagegen das man auf Geldvermoegen Steuern zahlen muss. Die Besteuerung der Kapitalertraege daraus ist ausreichend.
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Re: Konservative und soziale Politik unvereinbar?

Beitragvon H2O » So 19. Aug 2018, 07:29

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(19 Aug 2018, 03:09)

Ich meinte nicht die Grundsteuer. Uebrigens zahlen wir in Australien keine Grundsteuer fuer das Haus und den Grund auf dem es steht wenn es als Hauptwohnsitz genutzt wird. Wir zahlen lediglich Grundsteuer auf Investment Immobilien, Ferienhaueser, 2 Wohnsitz etc.

Ich bin dagegen das man auf Geldvermoegen Steuern zahlen muss. Die Besteuerung der Kapitalertraege daraus ist ausreichend.


So sehe ich das auch! Dann hatten Sie sich weiter oben unglücklich ausgedrückt: Da meinten Sie, daß wir doch Vermögenssteuer zahlen. Außer der Grundsteuer ist mir da nicht bekannt.

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