"Seenotrettung" von Flüchtlingen

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Quatschki
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Quatschki » Do 19. Jan 2017, 22:57

Je mehr "gerettet" werden, desto mehr lassen sich einschiffen, desto mehr Schiffbrüchige gibt es.
Von daher bewirken die "Retter" unterm Strich eine Erhöhung der Anzahl der Toten.

Aber das interessiert sie nicht, denn es geht ihnen nur darum, möglichst viele nach Europa reinzubringen.
Sklavennachschub für die Billigjobs und Schwarzarbeitermafia. Transportschwund einkalkuliert.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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JJazzGold
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon JJazzGold » Do 19. Jan 2017, 23:34

watisdatdenn? hat geschrieben:(19 Jan 2017, 22:26)

Natürlich gibt es eine einfache vernünftige Lösung, mit der eigentlich alle zufrieden sein müssten, wenn es nur um Seerettung ginge:
Zielhafen in Libyen und nicht Europa.. Daran haben die "Retter" aber kein Interesse.
Warum?
Antwort: Das wahre Ziel ist nicht retten, sondern flüchtlinge nach Europa bringen.

Bitte widerlege.


Eine der einfachsten Übungen.
Schmeißen Sie ihre Glaskugel über Bord.

https://ec.europa.eu/germany/news/eu-im ... che-und_de
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Bielefeld09
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Bielefeld09 » Do 19. Jan 2017, 23:53

Quatschki hat geschrieben:(19 Jan 2017, 22:57)

Je mehr "gerettet" werden, desto mehr lassen sich einschiffen, desto mehr Schiffbrüchige gibt es.
Von daher bewirken die "Retter" unterm Strich eine Erhöhung der Anzahl der Toten.

Aber das interessiert sie nicht, denn es geht ihnen nur darum, möglichst viele nach Europa reinzubringen.
Sklavennachschub für die Billigjobs und Schwarzarbeitermafia. Transportschwund einkalkuliert.

Nee, Seenotrettung.
Und deine ganze Propaganda benutze doch einfach
für dich gleichgesinnte. Das macht es dir einfacher.
Gute Besserung.
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon watisdatdenn? » Fr 20. Jan 2017, 06:49

JJazzGold hat geschrieben:(19 Jan 2017, 23:34)
Eine der einfachsten Übungen.
Schmeißen Sie ihre Glaskugel über Bord.

https://ec.europa.eu/germany/news/eu-im ... che-und_de

Ich verstehe ihre Widerlegung nicht?
Das ist doch genau jene sinnvolle libysche Küstenwache (die versuchen die Flüchtlinge nach Libyen zurückzubringen, was ich befürworte), mit der sich die privaten Retterschlepper (seawatch) um die Flüchtlinge prügeln!
https://sea-watch.org/sea-watch-erstatt ... ache-lycg/
Die Libysche Küstenwache sind nur Retter, ohne Schlepper zu sein. Genau so sollte es auch sein!

Seawatch gibt doch sogar (etwas verklausuliert) offen zu, dass es ihr eigentliches Ziel ist Flüchtlinge nach Europa zu bringen.
Sea-Watch e.V. eine gemeinnützige Initiative, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden verschrieben hat. Angesichts der humanitären Katastrophe leistet Sea-Watch Nothilfe, fordert und forciert gleichzeitig die Rettung durch die zuständigen europäischen Institutionen und steht öffentlich für legale Fluchtwege ein. Da sich eine politische Lösung im Sinne einer #SafePassage, wie sie von uns gefordert wird im Moment nicht abzeichnet, haben wir unsern Aktionsradius erweitert und neue Pläne geschmiedet. Wir sind politisch und religiös unabhängig und finanzieren uns aus privaten Spenden.

Was für Beweise brauchst du noch?
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon JJazzGold » Fr 20. Jan 2017, 07:37

watisdatdenn? hat geschrieben:(20 Jan 2017, 06:49)

Ich verstehe ihre Widerlegung nicht?
Das ist doch genau jene sinnvolle libysche Küstenwache (die versuchen die Flüchtlinge nach Libyen zurückzubringen, was ich befürworte), mit der sich die privaten Retterschlepper (seawatch) um die Flüchtlinge prügeln!
https://sea-watch.org/sea-watch-erstatt ... ache-lycg/
Die Libysche Küstenwache sind nur Retter, ohne Schlepper zu sein. Genau so sollte es auch sein!

Seawatch gibt doch sogar (etwas verklausuliert) offen zu, dass es ihr eigentliches Ziel ist Flüchtlinge nach Europa zu bringen.

Was für Beweise brauchst du noch?



Der Vorfall bestätigt, dass von Rettung aus Seenot seitens der libyschen Küstenwache keine Rede sein kann.
Das EU Trainingsprogramm scheint nicht zu greifen.
Fragt sich ohnehin wie sinnvoll es ist, Menschen in einen von Krisen und Auseinandersetzungen geprägten Staat zurückzubringen.
Das löst nur erneute Fluchtversuche aus und bietet weiteres Krisenpotential.

Dieser Methodik würde ich eine straff organisierte Erstversorgungs- und Antragseinheit auf europäischem Boden, mit zügiger Weiterbearbeitung/Verteilung und Rückführung im Ablehnungsfall, organisiert und finanziert durch die EU Staaten definitiv vorziehen.

Dann hätten sich auch eure absurde German Angst bezüglich eines angeblich innerdeutsch organisierten Flüchtlingstsunamis, des drohenden Untergangs,sowie des stündlich bevorstehenden Bürgerkriegs erledigt.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon odiug » Fr 20. Jan 2017, 08:59

jack000 hat geschrieben:(19 Jan 2017, 16:19)

Wenn ich vor der deutschen Küste “gerettet“ werde, dann bringen die mich doch zurück an die deutsche Küste. Warum wird man nicht wenn man vor der lybischen Küste “gerettet“ wird, wieder nach Lybien gebracht sondern nach Europa? Diese Logik erschließt sich mir nicht.

Dir sind die Zustaende in Libyen bewusst ?
Kein deutsches Gericht wuerde Libyen als sicheres Herkunftsland akzeptieren und eine Ausweisung nach Libyen anordnen.
Aber das scheint dir ja egal zu sein.
Ich hab da aber noch eine andere Frage an dich.
Wie viele Anschlaege gab es in Frankreich und wie viele Fluechtlinge nahm Frankreich auf ?
Der Zusammenhang von Fluechtling und Terror ist mir in deiner Argumentation nicht ganz klar.
Um ehrlich zu sein ... ich halte das fuer Bull Shit.
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Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon pikant » Fr 20. Jan 2017, 09:15

odiug hat geschrieben:(20 Jan 2017, 08:59)

Dir sind die Zustaende in Libyen bewusst ?
Kein deutsches Gericht wuerde Libyen als sicheres Herkunftsland akzeptieren und eine Ausweisung nach Libyen anordnen.
Aber das scheint dir ja egal zu sein.
Ich hab da aber noch eine andere Frage an dich.
Wie viele Anschlaege gab es in Frankreich und wie viele Fluechtlinge nahm Frankreich auf ?
Der Zusammenhang von Fluechtling und Terror ist mir in deiner Argumentation nicht ganz klar.
Um ehrlich zu sein ... ich halte das fuer Bull Shit.


jack000 macht sich eine schlanken Fuss und will Libyen noch mehr Fluechtlinge zumuten - dort leben etwa 6 Millionen Menschen in diesem Land und davon sage und schreibe sind etwa 2 Millionen Fluechtlinge.
aber Deutschalnd packt angeblich bei ueber 80 Millionen Einwohnern nicht mal 890 000 und jetzt 280 000 in einem Jahr!
am besten die Lager in Griechenland vor der Kueste menschenunwuerdig ausstatten, damit keiner mehr kommt - sowas liest man hier fast tagtaeglich :mad2:
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Dark Angel » Fr 20. Jan 2017, 09:43

Unité 1 hat geschrieben:(19 Jan 2017, 21:29)

Kann es sein, dass du das wirklich für eine gelungene Provokation hältst? Das ist es nicht, es befindet sich am äußeren Ende des Spektrums von dämlich.

Eine Seenotrettung definiert sich weder über den Zielhafen noch über die Umstände, die zum Schiffbruch führten.

Seenotrettung bedeutet, Menschen aus Seenot zu retten und zum nächstgelegenen anzulaufenden Hafen zu bringen.
Und wer die große graue Masse zwischen den Ohren in Bewegung und ein wenig nachdenkt, dem leuchtet das auch ein.
Zur Seenotrettung ist jedes Schiff verpflichtet - jedes, unabhängig ob das ein Stückgutfrachter, Containerschiff, Kriegsschiff oder Kreuzfahrtschiff ist.
Die meisten Schiffe, die Menschen aus Seenot retten verfügen über die Kapazitäten an Unterbringungsmöglichkeiten, Nahrung, sanitären Einrichtungen, Medikamenten etc, um eine große Menge an Menschen (die oft über der Anzahl der eigenen Besatzung liegt) tagelang übers Meer zu schippern und zu deren Wunschhafen zu transportieren.
Die Geretteten zun nächstgelegenen anzulaufenden Hafen zu bringen und dort auszuschiffen, ist ganz einfache Logik.
Darüber hinaus haben die Geretteten keinen Anspruch darauf, zu ihrem Zielhafen gebracht zu werden.
Die Schiffbrüchigen der "Costa Conkordia" wurden auch zur nahe gelegenen griechischen Insel gebracht, vor der das Schiff gekentert ist und nicht zu irgend einem Wunschhafen!
Und die Umstände, die im Zusammenhang mit Flüchtlingen und Schlepperbanden, zur Seenot führen, spielen sehr wohl eine Rolle und müssen auch angesprochen werden, weil Schiffbruch/Seenot von den Schlepperbanden billigend in Kauf genommen werden!
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Dark Angel » Fr 20. Jan 2017, 09:50

Bielefeld09 hat geschrieben:(19 Jan 2017, 22:11)

Es ist und bleibt eine absurde Diskussion.
Kapitäne haben Menschen in Seenot zu retten!
Wo die Menschen anlanden, ist egal.
Aber Seenotretter als Schlepper zu verklagen,
ist ein Skandal.
Und das sich hier Forenmods in der Art und Weise positionieren,
das auch NGO`s Schlepper seien,
ist einfach erbärmlich!
Das Problem der Flüchtlinge ist doch nicht auf dem Rücken der Kaptitäne zu lösen!
Was soll das?

Nein das ist eben nicht egal, sondern ein großes Problem.
Alle Menschen, die versuchen ohne gültige Personaldokumente eine Grenze zu übertreten, tun dies illegal. Das Einlaufen eines Schiffes in fremde Hoheitsgewässer stellt einen Grenzübertritt dar. Jedes Land kann und darf das Einlaufen eines Schiffes, welches Personen ohne gültige Personaldokumente an Bord hat, verbieten sofern nationale Interessen gefährdet sind. Kapitäne die solchen Weisungen zuwider handeln dürfen, entsprechend der nationalen Gesetze bestraft werden.
Entsprechende Quelle habe ich verlinkt.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon relativ » Fr 20. Jan 2017, 09:50

Dark Angel hat geschrieben:(20 Jan 2017, 09:43)

Seenotrettung bedeutet, Menschen aus Seenot zu retten und zum nächstgelegenen anzulaufenden Hafen zu bringen.
Und wer die große graue Masse zwischen den Ohren in Bewegung und ein wenig nachdenkt, dem leuchtet das auch ein.
Zur Seenotrettung ist jedes Schiff verpflichtet - jedes, unabhängig ob das ein Stückgutfrachter, Containerschiff, Kriegsschiff oder Kreuzfahrtschiff ist.
Die meisten Schiffe, die Menschen aus Seenot retten verfügen über die Kapazitäten an Unterbringungsmöglichkeiten, Nahrung, sanitären Einrichtungen, Medikamenten etc, um eine große Menge an Menschen (die oft über der Anzahl der eigenen Besatzung liegt) tagelang übers Meer zu schippern und zu deren Wunschhafen zu transportieren.
Die Geretteten zun nächstgelegenen anzulaufenden Hafen zu bringen und dort auszuschiffen, ist ganz einfache Logik.
Darüber hinaus haben die Geretteten keinen Anspruch darauf, zu ihrem Zielhafen gebracht zu werden.
Die Schiffbrüchigen der "Costa Conkordia" wurden auch zur nahe gelegenen griechischen Insel gebracht, vor der das Schiff gekentert ist und nicht zu irgend einem Wunschhafen!
Und die Umstände, die im Zusammenhang mit Flüchtlingen und Schlepperbanden, zur Seenot führen, spielen sehr wohl eine Rolle und müssen auch angesprochen werden, weil Schiffbruch/Seenot von den Schlepperbanden billigend in Kauf genommen werden!

Wie kommst du eigentlich darauf, daß die aus der Seenot geretteten eine Wunsch bezüglich ihres Reiseziels frei haben.
Das hier Rethorisch so zu suggerieren ist einfach falsch und dämlich.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Dark Angel » Fr 20. Jan 2017, 09:56

Bielefeld09 hat geschrieben:(19 Jan 2017, 22:43)

Ich brauche hier nichts zu widerlegen.
Ist Libyen ein Failed State?
Aber es ist eben kein Staat im Meer.
Und im Meer entscheiden die Kapitäne über ihre" Passagiere".
Aber deswegen sind sie noch lange keine Kriminelle oder Schlepper!
Ihr, die euch solcher Sprache bemüssigt,
solltet euch was schämen.
Menschenrettung geht eben vor!

Menschenrettung bedeutet, Menschen aus einer Gefahr zu retten - heißt in diesem Fall aus Seenot zu retten, heißt aber nicht, diese Menschen auch zu ihrem Ziel-/Wunschhafen zu transportieren.
Werden diese Menschen vor der libyschen Küste, innerhalb der Wirtshaftszone Libyens gerettet, müssen sie nach Libyen zurück gebracht werden und nicht nach Europa weiter verschifft werden.
Transportiert ein Kapitän die Schiffbrüchigen, die er vor der libyschen Küste aufgenommen hat, nach Europa, macht er sich zum Helfer der Schlepper und damit strafbar.
Hat dann nämlich nix mehr mit Rettung i.S.v. Seenotrettung zu tun.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Dark Angel » Fr 20. Jan 2017, 10:01

relativ hat geschrieben:(20 Jan 2017, 09:50)

Wie kommst du eigentlich darauf, daß die aus der Seenot geretteten eine Wunsch bezüglich ihres Reiseziels frei haben.
Das hier Rethorisch so zu suggerieren ist einfach falsch und dämlich.

Ich empfehle, sich einmal mit dem Fall des norwegischen Frachters "Tampa" zu beschäftigen. Da wollten die Geretteten nämlich genau das erzwingen und zwar mit Gewalt.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon relativ » Fr 20. Jan 2017, 10:02

Dark Angel hat geschrieben:(20 Jan 2017, 10:01)

Ich empfehle, sich einmal mit dem Fall des norwegischen Frachters "Tampa" zu beschäftigen. Da wollten die Geretteten nämlich genau das erzwingen und zwar mit Gewalt.

Was hat dieses Beispiel jetzt mit deiner Rethorik hier zu tun?
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon JJazzGold » Fr 20. Jan 2017, 10:04

Dark Angel hat geschrieben:(20 Jan 2017, 09:43)

Seenotrettung bedeutet, Menschen aus Seenot zu retten und zum nächstgelegenen anzulaufenden Hafen zu bringen.
Und wer die große graue Masse zwischen den Ohren in Bewegung und ein wenig nachdenkt, dem leuchtet das auch ein.
Zur Seenotrettung ist jedes Schiff verpflichtet - jedes, unabhängig ob das ein Stückgutfrachter, Containerschiff, Kriegsschiff oder Kreuzfahrtschiff ist.
Die meisten Schiffe, die Menschen aus Seenot retten verfügen über die Kapazitäten an Unterbringungsmöglichkeiten, Nahrung, sanitären Einrichtungen, Medikamenten etc, um eine große Menge an Menschen (die oft über der Anzahl der eigenen Besatzung liegt) tagelang übers Meer zu schippern und zu deren Wunschhafen zu transportieren.
Die Geretteten zun nächstgelegenen anzulaufenden Hafen zu bringen und dort auszuschiffen, ist ganz einfache Logik.
Darüber hinaus haben die Geretteten keinen Anspruch darauf, zu ihrem Zielhafen gebracht zu werden.
Die Schiffbrüchigen der "Costa Conkordia" wurden auch zur nahe gelegenen griechischen Insel gebracht, vor der das Schiff gekentert ist und nicht zu irgend einem Wunschhafen!
Und die Umstände, die im Zusammenhang mit Flüchtlingen und Schlepperbanden, zur Seenot führen, spielen sehr wohl eine Rolle und müssen auch angesprochen werden, weil Schiffbruch/Seenot von den Schlepperbanden billigend in Kauf genommen werden!



Dass aus Seenot Gerettete keinen Anspruch darauf haben, zu einem Hafen ihrer Wahl, oder, wie fälschlicherweise behauptet, zum Hafen des Ablegens, (zurück) transportiert zu werden, müsste inzwischen Jedermann klar sein. Ebensowenig, wie Jedermann die Forderung erheben kann, die Geborgenen müssten zu einem Hafen seiner persönlichen Präferenz (zurück) transportiert werden.

Letzteres ohnehin kein probates Mittel, um Schlepperorganisation zu unterbinden. Ganz im Gegenteil, würde ein solches Vorgehen das Geschäftsmodell Schlepper durch konstantes erneutes Beliefern mit Kunden unterstützen.

Man wird sich ergo eine Lösung einfallen lassen müssen, die nur unter Einbindung lokaler Behörden Aussicht auf Erfolg verspricht.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Unité 1 » Fr 20. Jan 2017, 10:35

Dark Angel hat geschrieben:(20 Jan 2017, 09:43)

Seenotrettung bedeutet, Menschen aus Seenot zu retten
*Applaus*
und zum nächstgelegenen anzulaufenden Hafen zu bringen.
Nicht zwingend, obwohl dafür natürlich einiges spricht. Nur; entgegen der Falschdarstellungen einiger Nutzer wie z.B. Dark Angel ist das nirgendwo kodifiziert. Warum es problematisch ist, sowas dennoch zu behaupten, muss ich dir hoffentlich nicht erzählen.

Zur Seenotrettung ist jedes Schiff verpflichtet - jedes, unabhängig ob das ein Stückgutfrachter, Containerschiff, Kriegsschiff oder Kreuzfahrtschiff ist.
Ein Gedankenspiel: Stell dir vor, du bist Kapitän eines Fischkutters, der einer kleinen Firma gehört. Mitten im Niemandsland zwischen Sizilien und Tunesien fängst du ein Signal auf. Du weißt aufgrund der dir vorliegenden Schiffroutenpläne, dass das wahrscheinlich ein Flüchtlingsboot sein wird. Du weißt, dass dir Anklage im Land droht, wenn du sie an Bord nimmst. Dein Fang allerdings könnte verderben, wenn du die tunesische Küste ansteuerst. Wenn du den Transponder ausschaltest, niemand würde es mitbekommen. (Bitte, bitte verzichte auf irgendwelche großspurigen Korrekturversuche, es ist, ich wiederhole, ein Gedankenspiel)
Die meisten Schiffe, die Menschen aus Seenot retten verfügen über die Kapazitäten an Unterbringungsmöglichkeiten, Nahrung, sanitären Einrichtungen, Medikamenten etc, um eine große Menge an Menschen (die oft über der Anzahl der eigenen Besatzung liegt) tagelang übers Meer zu schippern und zu deren Wunschhafen zu transportieren.
Die Geretteten zun nächstgelegenen anzulaufenden Hafen zu bringen und dort auszuschiffen, ist ganz einfache Logik.
Es gibt Gründe für die Ansteuerung des nächsten Hafens und es gibt Gründe, die dagegen sprechen. Hängt von den Umständen ab. Wie lange dauert eigentlich die Überfahrt von der tunesischen Küste nach Sizilien oder Malta?
Darüber hinaus haben die Geretteten keinen Anspruch darauf, zu ihrem Zielhafen gebracht zu werden.
Hat niemand behauptet.
Und die Umstände, die im Zusammenhang mit Flüchtlingen und Schlepperbanden, zur Seenot führen, spielen sehr wohl eine Rolle und müssen auch angesprochen werden, weil Schiffbruch/Seenot von den Schlepperbanden billigend in Kauf genommen werden!

Verstehe ich das richtig, du möchtest dir hier Jack000s Argumentation zu eigen machen, wonach die Definition von Seenot von den Gründen des Schiffbruchs abhängt? Oder ist das einer deiner üblichen Versuche, Aussagen zu verdrehen?
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Keoma » Fr 20. Jan 2017, 10:38

In der Regel wird ein aus Seenot Geretteter in den nächsten Hafen gebracht, den das Schiff planmäßig anläuft.
Ein Containerschiff nach Genua wird den Kurs wegen ein paar Schiffbrüchigen nicht ändern.
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Dark Angel » Fr 20. Jan 2017, 11:32

Unité 1 hat geschrieben:(20 Jan 2017, 10:35)

*Applaus*
Nicht zwingend, obwohl dafür natürlich einiges spricht. Nur; entgegen der Falschdarstellungen einiger Nutzer wie z.B. Dark Angel ist das nirgendwo kodifiziert. Warum es problematisch ist, sowas dennoch zu behaupten, muss ich dir hoffentlich nicht erzählen.

Es handelt sich nicht um eine Falschdarsellung, sondern wird in diversen Quellen, die sich mit Seenotrettung beschäftigen - z.B. Gesetzestexte erläutern/kommentieren, sich mit dieversen Fällen auseinander setzen, genau so beschrieben.
Nächster anzulaufender Hafen bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass das Schiff mit den Schiffbrüchigen an Bord, den nächsten Hafen auf seiner Route anläuft. Ist das Schiff z.B. auf dem Weg zum Suezkanal, läuft es den ersten Hafen im Suezkanal an. Welchen Hafen ein Schiff anlaufen kann, hängt u.a. von der Größe des Schiffes und des Hafens ab - nicht jedes Schiff kann jeden Hafen anlaufen.
Die Entscheidung, ob ein Anlaufen des Hafens und das Ausschiffen der Schiffbrüchigen genehmigt wird, obliegt dann in letzter Instanz dem Land, in welchem sich der anzulaufende Hafen befindet und für eine Entscheidung sind die nationalen Interessen des Staates maßgebend.
Ist so - ob dir das nun gefällt oder nicht. Als Präzendenzfall gilt immer wieder der Fall des norwegischen Frachters "Tampa".

Unité 1 hat geschrieben:(20 Jan 2017, 10:35)Ein Gedankenspiel: Stell dir vor, du bist Kapitän eines Fischkutters, der einer kleinen Firma gehört. Mitten im Niemandsland zwischen Sizilien und Tunesien fängst du ein Signal auf. Du weißt aufgrund der dir vorliegenden Schiffroutenpläne, dass das wahrscheinlich ein Flüchtlingsboot sein wird. Du weißt, dass dir Anklage im Land droht, wenn du sie an Bord nimmst. Dein Fang allerdings könnte verderben, wenn du die tunesische Küste ansteuerst. Wenn du den Transponder ausschaltest, niemand würde es mitbekommen. (Bitte, bitte verzichte auf irgendwelche großspurigen Korrekturversuche, es ist, ich wiederhole, ein Gedankenspiel)
Es gibt Gründe für die Ansteuerung des nächsten Hafens und es gibt Gründe, die dagegen sprechen. Hängt von den Umständen ab. Wie lange dauert eigentlich die Überfahrt von der tunesischen Küste nach Sizilien oder Malta?
Hat niemand behauptet.

Es gibt kein "Niemandsland" auf hoher See, sondern internationale Gewässer in denen internationales Seerecht gilt. Innerhalb der Hoheitsgewässer eines Landes bzw dessen Wirtschaftszone gilt nationales Recht oder bilaterale Abkommen.
Ein 5-Mann-Fischkutter leistet in dem Moment Hilfe, wenn er den Notruf an die zuständigen Stellen weiter leitet. Auch dessen Kapitän muss die Sicherheit seines eigenen Schiffes gewährleisten (können)

Unité 1 hat geschrieben:(20 Jan 2017, 10:35)Verstehe ich das richtig, du möchtest dir hier Jack000s Argumentation zu eigen machen, wonach die Definition von Seenot von den Gründen des Schiffbruchs abhängt? Oder ist das einer deiner üblichen Versuche, Aussagen zu verdrehen?

Weder Jack noch ich behaupten, dass Seenot von den Umständen des Schiffbruchs abhängig sind oder dass Menschen von einem Schlepperboot nicht gerettet werden sollen.
Die Aussage ist und bleibt - Transport zum nächstgelegenen anzulaufenden Hafen - und nicht Transport nach Europa. Kommerzielle Schiffe, die Schiffbrüchige aus Seenot retten, halten sich an diese Regelung. Wer sich nicht daran hält und sich damit zu Helfern der Schlepperbanden macht, sind privat (Spenden-) finanzierte "Hilfsorganisationen" - wie das verlinkte Beispiel von "sea-watch" zeigt. Solche "Hilfsorganisationen" operieren nicht selten in den Hoheitsgewässern der Küstenstaaten und transportieren die Schiffbrüchigen nicht zum nächstgelegenen Hafen, sondern nach Europa, unterstützen damit illegalen Grenzübertritt und machen sich so de facto zu Helfern der Schlepperbanden. Das ist meine und auch Jacks Aussage!
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon JJazzGold » Fr 20. Jan 2017, 11:48

Ein Kapitän hat in erster Linie die Fürsorgepflicht für seine Mannschaft wahrzunehmen. Insofern fallen Häfen, die eine Gefährdung für diese darstellen, schon mal weg. Letztendlich trifft der Kapitän die Entscheidung, welcher Hafen sich zum Anlaufen eignet und angelaufen wird.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Keoma » Fr 20. Jan 2017, 11:52

JJazzGold hat geschrieben:(20 Jan 2017, 11:48)

Ein Kapitän hat in erster Linie die Fürsorgepflicht für seine Mannschaft wahrzunehmen. Insofern fallen Häfen, die eine Gefährdung für diese darstellen, schon mal weg. Letztendlich trifft der Kapitän die Entscheidung, welcher Hafen sich zum Anlaufen eignet und angelaufen wird.


Natürlich entscheidet letztendlich der Kapitän und nicht der Steward.
Der Kapitän wird möglichst ressourcenschonend handeln, da er dem Eigner verpflichtet ist und so wenig wie möglich von der geplanten Route abweichen.
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon JJazzGold » Fr 20. Jan 2017, 11:56

Keoma hat geschrieben:(20 Jan 2017, 11:52)

Natürlich entscheidet letztendlich der Kapitän und nicht der Steward.
Der Kapitän wird möglichst ressourcenschonend handeln, da er dem Eigner verpflichtet ist und so wenig wie möglich von der geplanten Route abweichen.


Er wird auch seine Mannschaft nicht gefährden, indem er einen Hafen in einem Kriegsgebiet anläuft, oder den Hafen eines Staates, bei dem zu befürchten steht, dass er und seine Mannschaft im Knast landen, wie z.B. die Angler, die dem Iran zu nahe kamen.
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