Seenotrettung von Flüchtlingen

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pikant
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon pikant » Do 19. Jan 2017, 08:58

Dark Angel hat geschrieben:(18 Jan 2017, 17:59)

Naklar, weil man auch auch ständig seine Personaldokumente offen in der Hand hält und damit rumwedelt. Vor allem auf hoher See.
Willst du uns einen vom Pferd erzählen? :?


da fliegen auch die Papiere aus denTaschen und Saecken - alles schon live erlebt.
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odiug
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon odiug » Do 19. Jan 2017, 09:09

Dark Angel hat geschrieben:(18 Jan 2017, 19:27)

Tut mir leid.
Ich habe mich allerdings mit keiner Silbe gegen die Rettung Schiffbrüchiger ausgesprochen, sondern darauf hingewiesen, dass die Regeln der UNCLOS auch von NROs einzuhalten sind.
Und die Aussage "Kapitän kann Personaldokumente prüfen" - heißt a) nach der Rettung und meint b) Einsichtnahme. Natürlich kann er nicht die Echtheit prüfen, ist auch nicht seine Aufgabe und er hat auch den Rechtsstatus der Schiffbrüchigen nicht zu prüfen.
Und es ist auch nicht gemeint, dass er Schiffbrüchige ohne Personaldokumente wieder ins Wasser werden soll.
Auch dergleichen habe ich nirgends gesagt oder auch nur angedeutet, dass solche Schiffbrüchigen nicht gerettet werden sollen.

Tun die NGOs doch.
Die Schiffbruechigen sind in den naechsten Hafen zu bringen.
Das sind in der Aegaeis die griechischen Inseln und vor Libyen Lampedusa oder Malta.
Du kannst ja von den Italienern fordern, Lampedusa an Libyen abzutreten ... werden die aber nicht machen.
Ich wuerde dir raten, die mal die Seegrenzen im Mittelmeer anzuschauen.
Wir handeln als Moderatoren nach Gutsherrenart :x
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon jack000 » Do 19. Jan 2017, 10:01

odiug hat geschrieben:(19 Jan 2017, 09:09)Die Schiffbruechigen sind in den naechsten Hafen zu bringen.
Das sind in der Aegaeis die griechischen Inseln und vor Libyen Lampedusa oder Malta.

Wieso sind das vor Lybien Lampedusa oder Malta?
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Keoma » Do 19. Jan 2017, 10:29

pikant hat geschrieben:(19 Jan 2017, 08:58)

da fliegen auch die Papiere aus denTaschen und Saecken - alles schon live erlebt.


Bist du auf einem Flüchtlingsschiff nach Luxemburg gekommen?
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon pikant » Do 19. Jan 2017, 10:42

Keoma hat geschrieben:(19 Jan 2017, 10:29)

Bist du auf einem Flüchtlingsschiff nach Luxemburg gekommen?


vor allem auf rauer See fliegen oft die Papiere durch die Luft und ja vor Griechenland ist oft raue See.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Unité 1 » Do 19. Jan 2017, 11:49

Dark Angel hat geschrieben:(13 Jan 2017, 17:06)

Ist im Seerechtsübereinkommen der UNO und der Genfer Seerechtskonvention geregelt, die von den Mittelmeeranrainer-Staaten unterzeichnet und ratifiziert wurde.
Entsprechend sind die Küstenstaaten zur Rettung, in Seenot Geratener verpflichtet und entsprechend sind die Geretteten - innerhalb der Hoheitsgewässer - zum nächsten Hafen zu bringen. Gem. Seerechtsübereinkommen der UNO sind alle Schiffe verpflichtet Schiffbrüchige zu retten, wobei der nächstgelegene Hafen anzulaufen ist.
Es gibt also entsprechende Regelungen im Seevölkerrecht, die für alle gelten und damit erübrigt sich die Frage nach dem "wie vorschreiben wollen".
Ins SRÜ hätte ich wohl selbst mal reinschauen können*, insbesondere nachdem es bereits im Strang erwähnt wurde. Also ist bereits festgelegt, welcher Hafen anzulaufen ist, nach deiner Darstellung jedenfalls. Und das ist nicht der Ausgangshafen, wie Jack000 sich wünschte, sondern der nächstgelegene.


Da Tunesien zu den Beitrittsländern des Seerechtsübereinkommens der UNO gehört, ist Tunesien für die Seenotrettung innerhalb seiner Hoheitsgewässer (200 sm Festlandsockel) verpflichtet.
Siehe oben - das Seerechtsübereinkommen der UNO regelt darüberhinaus, welcher Hafen anzulaufen ist. Ein zusätzliches Gesetz ist daher überflüssig.
Es muss lediglich durchgesetzt werden, dass vorhandene Gesetze auch eingehalten und/oder durchgesetzt werden.
Es sind insbesondere NROs, die sich nicht an geltendes Seevölkerrecht halten.


200 Seemeilen entsprechen etwa 360km(es sind mehr.) Die (mittels googlemaps) geschätzt weiteste Entfernung von Tunesien nach Europa (Malta) beträgt 440km, die kürzeste 153km. Folglich gibt es eine starke Überlappung und somit völlig unklare Zuständigkeiten; nach deiner Darstellung der Dinge jedenfalls. Gäbe es diese Hoheitspflicht, dann stellt sich mir die Frage, wer in der Überlappungszone dann die Verantwortung trägt. NGOs den schwarzen Peter zuzuschieben, halte ich für billig.

*Was ich während des Beitragsschreibens dann auch tat, womit sich die Frage auftut, worauf sich deine Darstellung bezieht.

Kannst du bitte die Regelungen zu "wobei der nächstgelegene Hafen anzulaufen ist" und "ist Tunesien für die Seenotrettung innerhalb seiner Hoheitsgewässer (200 sm Festlandsockel) verpflichtet" aus dem SRÜ bzw. der Genfer Seerechtskonventionen zitieren. Ich habe nach Überfliegen der amtlichen Schweizer Übesetzung des SRÜ und der vier Übereinkommen der Genfer Seerechtskonventionen keine solchen Regelungen gefunden. In Art.98 des SRÜ "Pflicht zur Hilfeleistung" steht sogar gegenteiliges, dass die Pflicht zur Seenotrettung nämlich nicht bei den Küstenstaaten, sondern die Staaten die Kapitäne von unter ihrer Flagge segelnden Schiffe zur Seenotrettung verpflichtet.


Die Regelung "Ausschiffen in den nächsten Hafen/Anlaufhafen" ergibt sich u.a. aus der Tatsache, dass Handelsschiffe, die Menschen aus Seenot retten in den seltensten Fällen über die entsprechenden Kapazitäten an Nahrung, Medikamenten, sanitäre Einrichtungen und die Zulassung verfügen, eine große Anzahl von Menschen zu transportieren. Dies führt im schlimmsten Fall dazu, dass das Schiff, welches die Seerettung vorgenommen hat, selbst in Seenot gerät (Ausbruch von Krankheiten an Bord).

Okay, nächstes Mal lese ich den weiteren Strangverlauf im vorhinein durch. Du hast dir die Regelung also nur ausgedacht. Na dann ist ja alles klar.


Dark Angel hat geschrieben:(13 Jan 2017, 19:09)

Deutschland ist als Küstenstaat gem. UNCLOS verpflichtet in seinen eigenen Hoheitsgewässern Seenotrettung zu organisieren und durchzuführen, aber Deutschland ist nicht verpflichtet im Mittelmeer Seenotrettung zu organisieren und durchzuführen. Deutschland ist kein Mittelmeeranrainer.

Deutschland nicht, aber unter deutscher Flagge segelnde Kapitäne sind gemäß SRÜ zur Seenotrettung *verpflichtet*.

Das Schlauchboot, von dem er die Menschen aus Seenot gerettet hat, befand sich illegal auf dem Weg nach Europa. Flüchtlinge hin oder her - es handelte sich um eine illegale Zuwanderung und souveräne Staaten können illegale Zuwanderung/Einwanderung entsprechend ihrer (nationalen) Gesetze bestrafen und die Helfer ebenfalls.

Das ist - mit Verlaub - Bullshit. Das Schlauchboot kann ganz legal nach Europa fahren. Es gibt kein Gesetz, dass es verbietet, sich auf den Weg zu machen. Seenotretter retten somit nicht illegale Migranten, sondern Schiffbrüchige.
Zuletzt geändert von Unité 1 am Do 19. Jan 2017, 12:08, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Dark Angel » Do 19. Jan 2017, 12:06

odiug hat geschrieben:(19 Jan 2017, 09:09)

Tun die NGOs doch.
Die Schiffbruechigen sind in den naechsten Hafen zu bringen.
Das sind in der Aegaeis die griechischen Inseln und vor Libyen Lampedusa oder Malta.
Du kannst ja von den Italienern fordern, Lampedusa an Libyen abzutreten ... werden die aber nicht machen.
Ich wuerde dir raten, die mal die Seegrenzen im Mittelmeer anzuschauen.

Gem. UNCLOS heißt es nächstgelegener anzulaufender Hafen und Wirtschaftszone des Küstenstaates (200sm). Wirtschaftszone (Festlandsockel) eines Küstenstaates ist nicht identisch mit den Seegrenzen = 12-Meilen-Zone.
Nicht jedes Schiff kann jeden (nächstgelegenen) Hafen anlaufen ==> Größe des Hafens, Tiefe des Hafenbeckens. Sofern die Schiffbrüchigen keine Personaldokumente mitführen muss der jeweilige Staat, die Zustimmung zum Einlaufen in die (eigenen) Hoheitsgewässer genehmigen ==> illegale Einwanderung
Aus diesem Grund habe ich auf den Fall des norwegischen Frachters "Tampa" verwiesen, welcher im Jahr 2001 mehr als 400 Schiffbrüchige vor den Weihnachtsinseln gerettet hatte. Im Falle der "Tampa" hätten die nächstgelegenen anzulaufenden Häfen in Australien und Indonesien gelegen. Die aus Sri Lanka und Afghanistan stammenden Flüchtlinge versuchten damals in aggressiver Weise einen Weitertransport zu ihrem "Wunschziel" zu erzwingen. Die "Tampa" geriet infolge mangelnder Kapazitäten und ausbrechender Krankheiten selbst in Seenot.
Über internationale Regelungen und Grenzen/Schranken des Nothafenrechts kannst du dich hier informieren!

Das bedeutet schlicht und ergreifend, dass die jeweiligen Staaten ihre nationalen Interessen in den Vordergrund stellen dürfen und nicht verpflichtet sind Schiffbrüchige/Flüchtlinge aufzunehmen.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Dark Angel » Do 19. Jan 2017, 12:09

Unité 1 hat geschrieben:(19 Jan 2017, 11:49)

Ins SRÜ hätte ich wohl selbst mal reinschauen können*, insbesondere nachdem es bereits im Strang erwähnt wurde. Also ist bereits festgelegt, welcher Hafen anzulaufen ist, nach deiner Darstellung jedenfalls. Und das ist nicht der Ausgangshafen, wie Jack000 sich wünschte, sondern der nächstgelegene.




200 Seemeilen entsprechen etwa 360km(es sind mehr.) Die (mittels googlemaps) geschätzt weiteste Entfernung von Tunesien nach Europa (Malta) beträgt 440km, die kürzeste 153km. Folglich gibt es eine starke Überlappung und somit völlig unklare Zuständigkeiten; nach deiner Darstellung der Dinge jedenfalls. Gäbe es diese Hoheitspflicht, dann stellt sich mir die Frage, wer in der Überlappungszone dann die Verantwortung trägt. NGOs den schwarzen Peter zuzuschieben, halte ich für billig.

*Was ich während des Beitragsschreibens dann auch tat, womit sich die Frage auftut, worauf sich deine Darstellung bezieht.

Kannst du bitte die Regelungen zu "wobei der nächstgelegene Hafen anzulaufen ist" und "ist Tunesien für die Seenotrettung innerhalb seiner Hoheitsgewässer (200 sm Festlandsockel) verpflichtet" aus dem SRÜ bzw. der Genfer Seerechtskonventionen zitieren. Ich habe nach Überfliegen der amtlichen Schweizer Übesetzung des SRÜ und der vier Übereinkommen der Genfer Seerechtskonventionen keine solchen Regelungen gefunden. In Art.98 des SRÜ "Pflicht zur Hilfeleistung" steht sogar gegenteiliges, dass die Pflicht zur Seenotrettung nämlich nicht bei den Küstenstaaten, sondern die Staaten die Kapitäne von unter ihrer Flagge segelnden Schiffe zur Seenotrettung verpflichtet.



Okay, nächstes Mal lese ich den weiteren Strangverlauf im vorhinein durch. Du hast dir die Regelung also nur ausgedacht. Na dann ist ja alles klar.



Das ist - mit Verlaub - Bullshit. Das Schlauchboot kann ganz legal nach Europa fahren. Es gibt kein Gesetz, dass es verbietet, sich auf den Weg zu machen. Seenotretter retten somit nicht illegale Migranten, sondern Schiffbrüchige.

Falls es dir entgangen sein sollte: ich beziehe mich nicht auf die Genfer Seerechtskonvention von 1958, sondern auf das UNCLOS von 1983.
Gem. UNCLOS ist jedes Schiff zur Rettung Schiffbrüchiger verfplichtet und obliegt die Seenotrettung/Seenotrettungsdienst den Küstenstaaten innerhalb ihrer Wirtschaftszone/Festlandsockel von 200 sm. Im Fall, dass es zu Überschneidungen von Wirtschaftszonen kommt, gibt es keine "Unklarheiten in der Zuständigkeit", sondern die Staaten, die eine gemeinsame Wirtschaftszone beanspruchen, tragen auch gemeinsam Verantwortung für die Seenotrettung.
Und NEIN - es ist kein Bullshit. Der kommerzielle Transport von Personen (ohne Personaldokumente) auf einem Schlauchboot nach Europa ist illegal, weil illegale Einwanderung!
Wir sprechen hier von Schiffbrüchigen, infolge kriminellen kommerziellenTransports von Personen durch Schlepper(banden)
Zuletzt geändert von Dark Angel am Do 19. Jan 2017, 12:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Unité 1 » Do 19. Jan 2017, 12:18

Dark Angel hat geschrieben:(19 Jan 2017, 12:09)

Falls es dir entgangen sein sollte: ich beziehe mich nicht auf die Genfer Seerechtskonvention, sondern auf das UNCLOS von 1983.

Erstens hast du die Genfer Seerechtskonvention[en] ins Spiel gebracht, zweiten habe ich auch das SRÜ überflogen und drittens bitte ich nochmals um Zitate. Ich bin wenig geneigt, mir 200 Seiten feinstes Vertragssprech durchzulesen. Kann sein, dass die deutsche Übersetzung mit Begriffen hantiert, nach denen ich nicht suchte.
Gem. UNCLOS ist jedes Schiff zur Rettung Schiffbrüchiger verfplichtet und obliegt die Seenotrettung/Seenotrettungsdienst den Küstenstaaten innerhalb ihrer Wirtschaftszone/Festlandsockel von 200 sm. Im Fall, dass es zu Überschneidungen von Wirtschaftszonen kommt, gibt es keine "Unklarheiten in der Zuständigkeit", sondern die Staaten, die eine gemeinsame Wirtschaftszone beanspruchen, tragen auch gemeinsam Verantwortung für die Seenotrettung.
Jo. Aufgrund der Enge des Mittelmeeres ist die Wirtschaftszone Tunesiens eben großteils eine gemeinsame Wirtschaftszone, weswegen deine Darstellung "Da Tunesien zu den Beitrittsländern des Seerechtsübereinkommens der UNO gehört, ist Tunesien für die Seenotrettung innerhalb seiner Hoheitsgewässer (200 sm Festlandsockel) verpflichtet." einseitig zu nennen ist. Tunesien trägt nicht die alleinige Verantwortung.
Zudem
SRÜ hat geschrieben:2. Alle Küstenstaaten fördern die Errichtung, den Einsatz und die Unterhaltung eines angemessenen und wirksamen Such- und Rettungsdienstes, um die Sicherheit auf und über der See zu gewährleisten; sie arbeiten erforderlichenfalls zu diesem Zweck mit den Nachbarstaaten mittels regionaler Übereinkünfte zusammen.

ist aus dem SRÜ keine Pflicht abzulesen. Oder es steht an einer anderen Stelle. Wie gesagt, bitte ich um entsprechende Verweise.

Und NEIN - es ist kein Bullshit. Der kommerzielle Transport von Personen (ohne Personaldokumente) auf einem Schlauchboot nach Europa ist illegal, weil illegale Einwanderung!
Wir sprechen hier von Schiffbrüchigen, infolge kriminellen kommerziellenTransports von Personen durch Schlepper(banden)
Nach den Gesetzen welchen Landes wird "illegale Einwanderung" bereits durch das Beschreiten des Weges definiert?
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon JJazzGold » Do 19. Jan 2017, 14:44

Dark Angel hat geschrieben:(17 Jan 2017, 12:53)

Die "Cap Anamur" und um die geht es in deinem verlinkten Artikel, war ein Rettungsschiff der gleichnamigen Hilfsorganisation. War also sehr wohl entsprechend ausgerüstet.
Zur Seenotrettung ist gem. UNCLOS jedes Schiff verpflichtet! Und weil das so ist, heißt die entsprechende Regelung auch Anlaufen des nächstgelegenen Hafens - nächstgelegener Hafen, weil eben die wenigsten Schiffe über entprechende Kapazitäten verfügen. Wo ist da dein Problem?
Und NEIN - Hilfsorganisationen (NROs) sind NICHT per se Reizwörter, nur einige ganz bestimmte. Davon abgesehen sind Hilfsorganisationen und deren Verfahrensweisen/Methoden nicht sakrosankt, sie dürfen auch kritisiert werden und einige dieser Hilfsorganisationen stehen sehr in der Kritik.


Wie weit diese Kritik gehen darf, wurde vor kurzem gerichtlich festgelegt.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... ingshelfer
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon jack000 » Do 19. Jan 2017, 14:55

JJazzGold hat geschrieben:(19 Jan 2017, 14:44)

Wie weit diese Kritik gehen darf, wurde vor kurzem gerichtlich festgelegt.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... ingshelfer


Seltsames Urteil ...
Auf deren Homepage:
Unser Ziel besteht darin, alle in Seenot befindlichen Menschen vor dem Tod durch Ertrinken zu bewahren. Dabei konzentrieren wir uns verstärkt auf das Seegebiet, in welchem zurzeit weltweit am meisten Menschen sterben – dem zentralen Mittelmeer. Mit einem von uns sorgsam ausgewählten Rettungsschiff werden wir die Patrouillendichte im Suchgebiet entlang der langen libyschen Küste verstärken. Dabei kooperieren wir mit anderen Hilfs- und Rettungsorganisationen, um wirksam Menschen aus Seenot zu retten. Fast täglich wagen Menschen die gefährliche Überfahrt in seeuntauglichen Schlauchbooten. Wir wollen den damit verbundenen Seeunfällen mit vielen sterbenden Kindern, Frauen und Männern nicht tatenlos zusehen, während eine menschliche Lösung auf sich warten lässt! Wir hoffen auch auf Ihre Mitwirkung, bei der realistischen Möglichkeit, vielen Menschen das Leben retten zu können.

http://www.seenotrettung.info/geschichte
Sie werden jeden auf dem Weg nach Europa, völlig unabhängig von Seenot oder nicht, auf ihr Schiff aufnehmen und nach Europa bringen. Das mit dem "Menschen vor dem Ertrinken retten" ist pure Heuchelei ... aber hört sich immer noch besser an als:"Wir bringen noch mehr von denen zu euch".
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon jack000 » Do 19. Jan 2017, 14:56

pikant hat geschrieben:(19 Jan 2017, 08:58)

da fliegen auch die Papiere aus denTaschen und Saecken - alles schon live erlebt.

Mich solchen Aussagen machst du dich zum Kasper ...
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon pikant » Do 19. Jan 2017, 14:57

jack000 hat geschrieben:(19 Jan 2017, 14:56)

Mich solchen Aussagen machst du dich zum Kasper ...


du warst wohl noch nie auf hoher See?
bei Sturm fliegen sogar Jacken und Taschen durch die Gegend und nicht nur Papiere
das sind Fakten.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon jack000 » Do 19. Jan 2017, 15:04

pikant hat geschrieben:(19 Jan 2017, 14:57)

du warst wohl noch nie auf hoher See?
bei Sturm fliegen sogar Jacken und Taschen durch die Gegend und nicht nur Papiere
das sind Fakten.

Soso, die Stürme sind also verantwortlich für die hohe Zahl an fehlenden Papieren :rolleyes: Das wird mir jetzt zu unterirdisch hier!
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon pikant » Do 19. Jan 2017, 15:07

jack000 hat geschrieben:(19 Jan 2017, 15:04)

Soso, die Stürme sind also verantwortlich für die hohe Zahl an fehlenden Papieren :rolleyes: Das wird mir jetzt zu unterirdisch hier!


nein das ist ein Grund von vielen!
Schlepper nehmen einen die Papiere weg, die Behoerden im eigenen Land, damit man nicht ausreisen kann, man verliert auf der Flucht was, drin Papiere und dann kommt das Wasser - Papiere nass, unbrauchbar und Sturm Papiere weg - das ist alles ein Mix und dann gibt es noch ein paar Betrueger, die das extra machen.

der Staat ist aber in der Beweispflicht den Betrug nachzuweisen!
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Unité 1 » Do 19. Jan 2017, 15:29

jack000 hat geschrieben:(13 Jan 2017, 17:31)

Vielen Dank für die Informationen. Folglich sind diejenigen, die die Leute dann nach Europa statt zum nächsten Hafen zu bringen, tatsächlich nichts anderes Schlepper und dafür gehören die vor Gericht gestellt!

Da es keine solche Regel gibt, sondern Dark Angel ihre Vermutung/Ansicht als Fakt auswies bzw. schlicht gelogen hat, ist alleine deswegen deine Schlussfolgerung falsch.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon CaptainJack » Do 19. Jan 2017, 15:37

pikant hat geschrieben:(19 Jan 2017, 10:42)

vor allem auf rauer See fliegen oft die Papiere durch die Luft und ja vor Griechenland ist oft raue See.
Die Smartphones sind zu schwer zum Fliegen! :)
Die einzige Lösung ist, an den Ausgangspunkt zu bringen. Damit würde man den Schleppern das Handwerk legen und viele Tote verhindern.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon pikant » Do 19. Jan 2017, 15:40

CaptainJack hat geschrieben:(19 Jan 2017, 15:37)

Die Smartphones sind zu schwer zum Fliegen! :)


weitaus schwerer als Papier, aber bei schwerer, rauer, stuermischer See kann auch mal ein Smartphon durch die Luft fliegen.
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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon JJazzGold » Do 19. Jan 2017, 15:55

jack000 hat geschrieben:(19 Jan 2017, 14:55)

Seltsames Urteil ...
Auf deren Homepage:

http://www.seenotrettung.info/geschichte
Sie werden jeden auf dem Weg nach Europa, völlig unabhängig von Seenot oder nicht, auf ihr Schiff aufnehmen und nach Europa bringen. Das mit dem "Menschen vor dem Ertrinken retten" ist pure Heuchelei ... aber hört sich immer noch besser an als:"Wir bringen noch mehr von denen zu euch".


Was ist an der Intention Menschen aus Seenot zu retten merkwürdig? Die würden Sie auch aus dem Wasser ziehen.
Und Sie zurecht verklagen, wenn Sie sie als Schlepperbande bezeichnen würden.

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Re: Seenotrettung von Flüchtlingen

Beitragvon Billie Holiday » Do 19. Jan 2017, 15:56

pikant hat geschrieben:(19 Jan 2017, 15:40)

weitaus schwerer als Papier, aber bei schwerer, rauer, stuermischer See kann auch mal ein Smartphon durch die Luft fliegen.


Auf der Fähre nach Bornholm hatten wir sehr raue See, ordentlich Sturm....da ist absolut nichts über Bord geweht.

Ich frag mich, ob es auf Schiffen und Fähren normalerweise üblich ist, dass der Wind gezielt nur in die Tasche weht, wo der Ausweis drin ist....und das bei mehr als die Hälfte aller Passagiere. :D :D Ist dir das nicht selber ein wenig zu doof? :D
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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