Perfides Spiel mit der Sprache

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ThorsHamar
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon ThorsHamar » Fr 23. Dez 2016, 10:02

Bielefeld09 hat geschrieben:(23 Dec 2016, 01:17)

Oder nicht,


Immer ....
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Bielefeld09
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon Bielefeld09 » Fr 23. Dez 2016, 10:04

ThorsHamar hat geschrieben:(23 Dec 2016, 10:02)

Immer ....

Warum?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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schokoschendrezki
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 23. Dez 2016, 10:46

Es sei nochmal daran erinnert dass der Begriff "Leitkultur" von Bassam Tibit (als Angebot) etwas anderes meint als der spätere Frierdrich Merzsche Begriff der Leitkultur (als Forderung). Zumindest mein Eindruck ist, dass in den aktuellen politischen Diskussionen inhaltlich immer letzterer gemeint ist, auch wenns nicht explizit gesagt wird. Der neue bayerische Intergrationsgesetzentwurf mit seiner Forderung nach "Achtung bayerischen Brauchtums und bayerischer Sitten" oder auch das jüngste Weihnachtsverbot an Gymnasien in der Türkei sind Beispiele für letzteres.
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon ThorsHamar » Fr 23. Dez 2016, 12:23

Bielefeld09 hat geschrieben:(23 Dec 2016, 10:04)

Warum?


Sie fragen mich ernsthaft, warum der Bewertungskatalog für die Festlegung, welche Teile von Sprache unterdrückt werden sollen, ein Ausdruck von "Leitkultur" ist?
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon ThorsHamar » Fr 23. Dez 2016, 12:27

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Dec 2016, 10:46)

Es sei nochmal daran erinnert dass der Begriff "Leitkultur" von Bassam Tibit (als Angebot) etwas anderes meint als der spätere Frierdrich Merzsche Begriff der Leitkultur (als Forderung). Zumindest mein Eindruck ist, dass in den aktuellen politischen Diskussionen inhaltlich immer letzterer gemeint ist, auch wenns nicht explizit gesagt wird. Der neue bayerische Intergrationsgesetzentwurf mit seiner Forderung nach "Achtung bayerischen Brauchtums und bayerischer Sitten" oder auch das jüngste Weihnachtsverbot an Gymnasien in der Türkei sind Beispiele für letzteres.


Das sehe ich auch so. Und ich meine, es ist eine Folge der offensichtlichen Ablehnung der Tibit'schen Variante des "Angebotes" ...
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon Zunder » Fr 23. Dez 2016, 13:18

ThorsHamar hat geschrieben:(23 Dec 2016, 12:27)

Das sehe ich auch so. Und ich meine, es ist eine Folge der offensichtlichen Ablehnung der Tibit'schen Variante des "Angebotes" ...

Das war wohl eher die bewußte Umdeutung eines vernünftig gemeinten Begriffs in eine chauvinistische Herrschaftsvokabel, also tatsächlich ein "Perfides Spiel mit der Sprache".
Mit dem Begriff des Leitens wird der Kultur eine Funktionalität untergeschoben, die sie überhaupt nicht hat.
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ThorsHamar
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon ThorsHamar » Fr 23. Dez 2016, 13:30

Zunder hat geschrieben:(23 Dec 2016, 13:18)

Das war wohl eher die bewußte Umdeutung eines vernünftig gemeinten Begriffs in eine chauvinistische Herrschaftsvokabel, also tatsächlich ein "Perfides Spiel mit der Sprache".
Mit dem Begriff des Leitens wird der Kultur eine Funktionalität untergeschoben, die sie überhaupt nicht hat.


Mit dem Begriff kann man aber auch eine positive Anleitung zu tatsächlich gewollter Gemeinsamkeit verbinden.
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon Selina » Fr 23. Dez 2016, 13:36

Zunder hat geschrieben:(23 Dec 2016, 13:18)

Das war wohl eher die bewußte Umdeutung eines vernünftig gemeinten Begriffs in eine chauvinistische Herrschaftsvokabel, also tatsächlich ein "Perfides Spiel mit der Sprache".
Mit dem Begriff des Leitens wird der Kultur eine Funktionalität untergeschoben, die sie überhaupt nicht hat.


Genau. Außerdem: Der Begriff Leitkultur impliziert, dass eine bestimmte Kultur über anderen Kulturen steht und den Anhängern anderer Kulturen den rechten Weg weisen müsste. Die Auffassung, es müsse unbedingt eine "Leitkultur" geben, findet man oft in sehr konservativen bis rechtsnationalen Kreisen. Das geht aber eben in einer Völkergemeinschaft nicht, jemandem eine "Leitkultur" vor die Nase zu setzen.
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon Zunder » Fr 23. Dez 2016, 14:02

Selina hat geschrieben:(23 Dec 2016, 13:36)

Genau. Außerdem: Der Begriff Leitkultur impliziert, dass eine bestimmte Kultur über anderen Kulturen steht und den Anhängern anderer Kulturen den rechten Weg weisen müsste. Die Auffassung, es müsse unbedingt eine "Leitkultur" geben, findet man oft in sehr konservativen bis rechtsnationalen Kreisen. Das geht aber eben in einer Völkergemeinschaft nicht, jemandem eine "Leitkultur" vor die Nase zu setzen.

Die eigene Kultur über andere zu stellen, ist allgemeine Praxis.
Ich halte auch eine Kultur, die der Aufklärung und dem Humanismus verpflichtet ist, für höherwertig als eine chauvinistische Steinigungs- und Handabhackerkultur. Nur ergibt sich diese Vepflichtung nicht aus der Kultur, sondern diese Kultur ergibt sich aus der Verpflichtung zu einem vernunftorientierten und menschenrechtskonformen Handeln. Die Anerkennung dieser Leitlinien ist die Voraussetzung, daß eine freiheitliche und aufgekärte Kultur entstehen und bewahrt werden kann. Nicht das bloße Bekenntnis zu einer Kultur, die sich ohnehin ständig verändert, führt zur Integrationsfähigkeit, sondern die Akzeptanz ihrer Bedingungen.
Deswegen bin ich auch der Meinung, daß Einwanderer noch vor der deutschen Sprache die FDGO "lernen" sollten.
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon Zunder » Fr 23. Dez 2016, 14:04

ThorsHamar hat geschrieben:(23 Dec 2016, 13:30)

Mit dem Begriff kann man aber auch eine positive Anleitung zu tatsächlich gewollter Gemeinsamkeit verbinden.

Wenn man ihn so versteht wie Bassam Tibi ihn gemeint hat.
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon Selina » Fr 23. Dez 2016, 14:07

Zunder hat geschrieben:(23 Dec 2016, 14:02)

Ich halte auch eine Kultur, die der Aufklärung und dem Humanismus verpflichtet ist, für höherwertig als eine chauvinistische Steinigungs- und Handabhackerkultur. Nur ergibt sich diese Vepflichtung nicht aus der Kultur, sondern diese Kultur ergibt sich aus der Verpflichtung zu einem vernunftorientierten und menschenrechtskonformen Handeln. Die Anerkennung dieser Leitlinien ist die Voraussetzung, daß eine freiheitliche und aufgekärte Kultur entstehen und bewahrt werden kann. Nicht das bloße Bekenntnis zu einer Kultur, die sich ohnehin ständig verändert, führt zur Integrationsfähigkeit, sondern die Akzeptanz ihrer Bedingungen.
Deswegen bin ich auch der Meinung, daß Einwanderer noch vor der deutschen Sprache die FDGO "lernen" sollten.


Zustimmung. Sehe ich auch so. Und genau deshalb brauche ich solch einen Begriff wie "Leitkultur" nicht. Was kulturvoll und human und gesetzeskonform ist, ergibt sich aus dem Alltag, aus dem Zusammenleben und den internationalen Beziehungen. Da zusätzlich solche Begriffe draufzupfropfen, ist völlig unnötig, aber geschieht nicht ohne Absicht.
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon ThorsHamar » Fr 23. Dez 2016, 14:14

Zunder hat geschrieben:(23 Dec 2016, 14:04)

Wenn man ihn so versteht wie Bassam Tibi ihn gemeint hat.


Natürlich. Und das impliziert, dass BEIDE ( oder mehrere ) Seiten der kulturellen Begegnung diese "Meinung" haben MÜSSEN.
Ist das nicht so, kommt es zum Konflikt.
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon Selina » Fr 23. Dez 2016, 14:25

Bassam Tibi scheint ja auch die Theorie vom "Kampf der Kulturen" zu vertreten. Es gibt aber nur einen scheinbaren "Kampf der Kulturen". Der wird gerne vorgeschoben von konservativen Leuten, um einer sehr nötigen Kapitalismuskritik aus dem Weg zu gehen. Der eigentliche Kampf vollzieht sich zwischen Oben und Unten, zwischen Arm und Reich, zwischen den reichen Industrienationen und deren Konzernen und den Ländern der dritten Welt, die von Ersteren bis aufs Blut ausgesaugt werden. Da wird auch gerne mal mit deren zum Teil korrupten Regierungen zusammengearbeitet. Das sind zutiefst kapitalistische strukturelle Widersprüche, die haben mit den Kulturen (höchstens als Folge) nur mittelbar etwas zu tun, sondern mit höchst ungerechten ökonomischen und sozialen Bedingungen auf der Welt. Deshalb wird der Strom der Benachteiligten nach Europa auch so schnell nicht abreißen.
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon Fuerst_48 » Fr 23. Dez 2016, 21:51

Misterfritz hat geschrieben:(19 Dec 2016, 22:13)

die mädels im endeffekt schlechtere chancen auf dem ausbildungs- und arbeitsmarkt haben. da können sie soviel bauchnabel zeigen, wie sie wollen, das kopftuch ist eine barriere, das sie (angeblich) freiwillig tragen.

Stimmt. Allerdings ist das "sog. Kopftuch" nicht der wahre Grund. Die Chancen am Arbeitsmarkt sind immer noch für Männer besser, als für Frauen, unabhängig von der Herkunft. Oder der Ausbildung.
Ändern wird sich das - leider - nicht so rasch, wie es nötig wäre. (Ausnahmen bestätigen die Regel!)
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon Quatschki » Fr 23. Dez 2016, 22:48

Ich finde, das hängt sehr vom Beruf ab.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon Selina » Mo 26. Dez 2016, 14:55

Interessante Analyse der AfD-Sprache:

http://www.ardmediathek.de/radio/SWR2-K ... d=38281428
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon Helmuth_123 » Do 29. Dez 2016, 10:03

Selina hat geschrieben:(03 Dec 2016, 13:09)

Zumal zum Beispiel die Identitären eindeutig Rechtsextremisten sind. Das ist bekannt. Da ist nichts übertrieben in dem Freitag-Text. Und ob man nun "Rechtsextremist" oder "Nazi" sagt, da ist kein großer Unterschied. Man möchte eben nur nicht so gerne "Nazi" genannt werden, damit niemand auf die Idee kommt, es könnte sich um Parallelen zu 33 handeln ;)

https://de.wikipedia.org/wiki/Identit%C3%A4re_Bewegung


Was ist mit dem Konzept des Ständestaats in Österreich von 1934 bis 1938? Ist das rechtsextrem? Ist es nationalsozialistisch? Was ist mit dem italienischen Faschismus? Ist der rechtsextrem? Ist der nationalsozialistisch? Was ist mit Vichy-Frankreich? Ist es rechtsextrem? Ist es nationalsozialistisch?
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon Helmuth_123 » Do 29. Dez 2016, 10:16

Nathan hat geschrieben:(03 Dec 2016, 17:34)

Das wäre natürlich wunderbar, jedoch handelt es sich hier nicht um einen scharfen Übergang sondern eine sehr diffuse Grenze. Nicht jeder Rechtsextremist ist Nazi und und Hitlerverehrer, aber dennoch ein gefährlicher Feind unserer Demokratie. Aber wie nennst du Menschen, die sich ungeniert des Nazivokabulars bedienen oder z.B. auch nur durchblicken lassen, dass sie Menschen in Rassen und Wertigkeiten einteilen? Halb- oder Dreiviertelnazis?


Das Konzept von Menschenrassen und der Rassismus sind älter als der Nationalsozialismus . Nicht alle Rassisten sind Nationalsozialisten.
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon Selina » Do 29. Dez 2016, 10:41

Helmuth_123 hat geschrieben:(29 Dec 2016, 10:03)

Was ist mit dem Konzept des Ständestaats in Österreich von 1934 bis 1938? Ist das rechtsextrem? Ist es nationalsozialistisch? Was ist mit dem italienischen Faschismus? Ist der rechtsextrem? Ist der nationalsozialistisch? Was ist mit Vichy-Frankreich? Ist es rechtsextrem? Ist es nationalsozialistisch?


Antisemitismus und Rassismus war allen diesen Systemen und Strukturen eigen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Die Deutschen waren die "Krönung" dieses gesamten europäischen Faschistengesindels. Sie galten den anderen zum Teil ja auch als Vorbild. "Nationalsozialistisch" ist ein verharmlosender, bagatellisierender Begriff. Auch wenn heute oft gesagt wird "in der Zeit des Nationalsozialismus", finde ich den Begriff verzerrend und verharmlosend. Sechs Millionen vergaste, erschlagene und erschossene Juden unter dem Begriff "Nationalsozialismus" schlicht einzuordnen, ist gelinde gesagt eine Frechheit und ein Zynismus, der nicht zu überbieten ist. Wie sich solche Strukturen und Systeme verharmlosend nennen, ist jedoch nicht der Punkt. Ihnen ist Menschenfeindlichkeit, Antisemitismus und eine Verherrlichung der Nation, die sich von anderen strikt abgrenzt, eigen. So etwas können Demokraten, Humanisten und Internationalisten einfach nur ablehnen.
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Re: Perfides Spiel mit der Sprache

Beitragvon Helmuth_123 » Do 29. Dez 2016, 10:50

Selina hat geschrieben:(29 Dec 2016, 10:41)

Antisemitismus und Rassismus war allen diesen Systemen und Strukturen eigen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Die Deutschen waren die "Krönung" dieses gesamten europäischen Faschistengesindels. Sie galten den anderen zum Teil ja auch als Vorbild. "Nationalsozialistisch" ist ein verharmlosender, bagatellisierender Begriff. Auch wenn heute oft gesagt wird "in der Zeit des Nationalsozialismus", finde ich den Begriff verzerrend und verharmlosend. Sechs Millionen vergaste, erschlagene und erschossene Juden unter dem Begriff "Nationalsozialismus" schlicht einzuordnen, ist gelinde gesagt eine Frechheit und ein Zynismus, der nicht zu überbieten ist. Wie sich solche Strukturen und Systeme verharmlosend nennen, ist jedoch nicht der Punkt. Ihnen ist Menschenfeindlichkeit, Antisemitismus und eine Verherrlichung der Nation, die sich von anderen strikt abgrenzt, eigen. So etwas können Demokraten, Humanisten und Internationalisten einfach nur ablehnen.


Diese Betrachtungsweise erscheint mir nicht sehr differenziert. Ist aber auch nicht schlimm, da in diesem Forum nur Meinungen ausgetauscht werden.
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