Akademische Verbindungen

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Wildermuth
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon Wildermuth » Do 17. Nov 2016, 08:29

schokoschendrezki hat geschrieben:(17 Nov 2016, 08:27)

Um akademische Verbindungen in ihrer (aktuellen) politischen Relevanz zu begreifen, muss der Blick (mindestens) auf ganz Europa erweitert werden. Die ungarische rechtsextreme und antisemitische Partei Jobbik (die "Rechteren" aber auch die "Besseren") war bei ihrer Gründung 2003 im Kern eine akademische Verbindung von Studenten und Professoren aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich und muss heute in der Kombination der Gewichtung von "Rechts" und "Einfluss" als das Extremste angesehen werden, was es in Europa gibt.


Geisteswissenschaftler?

Jack000 hat mir schon viel schlimmes über solche menschen erzählt.
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon schokoschendrezki » Do 17. Nov 2016, 08:43

Wildermuth hat geschrieben:(17 Nov 2016, 08:29)

Geisteswissenschaftler?

Jack000 hat mir schon viel schlimmes über solche menschen erzählt.


Ja, das Wort "Geisteswisschenschaft", wenn man es ein paar mal gedanklich vor sich hinsagt, hat schon was merkwürdiges bis erschreckendes an sich ...
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon Negator » Do 17. Nov 2016, 16:47

Aber welche Guten Dinge haben Studentenverbindungen vollbracht?

Ich sehe z. B. bei den Blauen Sängern im SV durchaus vorzeigbare Leistungen!
(kein Hinweis auf den Alkoholgenuss, auch wenn der Witz alt ist und sie das sogar auf ihrer Homepage ansprechen)
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon frems » Do 17. Nov 2016, 16:52

Ich war nur einmal bei einer solchen Verbindung und war so schockiert, dass ich nie wieder irgendwo vorbeischaute oder gar beitrat.
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon Fuerst_48 » Do 17. Nov 2016, 18:22

frems hat geschrieben:(17 Nov 2016, 16:52)

Ich war nur einmal bei einer solchen Verbindung und war so schockiert, dass ich nie wieder irgendwo vorbeischaute oder gar beitrat.

Es ist leider so, dass queerbeet bei den Verbindungen (ob akademisch, oder gymnasial, gesoffen wird. nicht getrunken, nein, gesoffen. Ich war mal LV-Vorsitzender eines kathol. Verbandes und durfte von A nach B pilgern, um die "Buden" zu retten, weil sie verraucht und vollgekotzt waren. Was zu Räumlichkeiten in Pfarrhöfen, katholischen Heimen oder Klöstern so gar nicht paßte und heute auch nicht paßt.
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon H2O » Do 17. Nov 2016, 18:32

Negator hat geschrieben:(17 Nov 2016, 16:47)

Aber welche Guten Dinge haben Studentenverbindungen vollbracht?

Ich sehe z. B. bei den Blauen Sängern im SV durchaus vorzeigbare Leistungen!
(kein Hinweis auf den Alkoholgenuss, auch wenn der Witz alt ist und sie das sogar auf ihrer Homepage ansprechen)


Die wirklich gute Tat scheint mir vorwiegend darin zu bestehen, jungen Leuten einen Anlaufpunkt bereit zu stellen, wo sie mit ihren geringen wirtschaftlichen Mitteln doch unter Ihresgleichen gesittete Unterhaltung und Gemeinschaft pflegen können... besonders doch, wenn sie sich im wesentlichen sportlich oder musisch betätigen. Daß jugendlicher Überschwang dann auch schon einmal zu "Studentenstreichen" führen kann, sollte nicht vergessen werden. Von solchem gelungenen Blödsinn zehren viele Philister ein Leben lang... suchen ihrerseits auch wieder die Gesellschaft in ihrer Verbindung.

So lange das alles mit einem Augenzwinkern abgehandelt wird, halte ich das für ein völlig harmloses Vergnügen.
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon frems » Do 17. Nov 2016, 18:37

Fuerst_48 hat geschrieben:(17 Nov 2016, 18:22)

Es ist leider so, dass queerbeet bei den Verbindungen (ob akademisch, oder gymnasial, gesoffen wird. nicht getrunken, nein, gesoffen. Ich war mal LV-Vorsitzender eines kathol. Verbandes und durfte von A nach B pilgern, um die "Buden" zu retten, weil sie verraucht und vollgekotzt waren. Was zu Räumlichkeiten in Pfarrhöfen, katholischen Heimen oder Klöstern so gar nicht paßte und heute auch nicht paßt.

Alkohol war nur am Rande ein Thema. Ich sah am schwarzen Brett den Hinweis zu einem Filmeabend einer Verbindung. Hab einfach mal angerufen und der Typ meinte, ich sei herzlich eingeladen, mal vorbeizuschauen. Da waren dann etwa 20 Personen in einer kleinen Wohnung und außer mir war davon nur ein weiterer Kerl Student. Der Rest waren "alte Herren" oder wie man sie nennt, die nur über Berufliches redeten. Anwesend war nur eine Dame (Frau vom Gastgeber), die die meiste Zeit herumstand und jeden an der Tür empfing. Da ich nicht mit leeren Händen dort erscheinen wollte und nicht wusste, was mich genau erwartet, habe ich sechs Flaschen Bier vorher eingekauft. Als ich eine Buddel aus meinem Rucksack zog, kam die Frau sofort angerannt und meinte, die trinken kein Bier, aber sie könne mir gerne ein Glas Rotwein bringen. Dann schaute ich 90 Minuten schweigend eine Reportage über Kinder in Indien und bin gegangen. War vom Wandervogel, also nichts Religiöses, Musikalisches oder Schlagendes. War nicht so ganz das, was ich erwartet hatte. :|
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon H2O » Do 17. Nov 2016, 18:42

Fuerst_48 hat geschrieben:(17 Nov 2016, 18:22)

Es ist leider so, dass queerbeet bei den Verbindungen (ob akademisch, oder gymnasial, gesoffen wird. nicht getrunken, nein, gesoffen. Ich war mal LV-Vorsitzender eines kathol. Verbandes und durfte von A nach B pilgern, um die "Buden" zu retten, weil sie verraucht und vollgekotzt waren. Was zu Räumlichkeiten in Pfarrhöfen, katholischen Heimen oder Klöstern so gar nicht paßte und heute auch nicht paßt.


Wenn außer aufgeblasenem Gerede in solchen Vereinen nichts stattfindet, dann bleibt oft nur der gemeinschaftliche Suff als Lebenszweck: "Wer's mag, der mag es, wer's nicht mag, der mag es wohl nicht mögen!" Vielleicht testen da aber auch nur einige junge Leute ihre sauftechnischen Grenzen aus... :eek:
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon Fuerst_48 » Do 17. Nov 2016, 18:45

frems hat geschrieben:(17 Nov 2016, 18:37)

Alkohol war nur am Rande ein Thema. Ich sah am schwarzen Brett den Hinweis zu einem Filmeabend einer Verbindung. Hab einfach mal angerufen und der Typ meinte, ich sei herzlich eingeladen, mal vorbeizuschauen. Da waren dann etwa 20 Personen in einer kleinen Wohnung und außer mir war davon nur ein weiterer Kerl Student. Der Rest waren "alte Herren" oder wie man sie nennt, die nur über Berufliches redeten. Anwesend war nur eine Dame (Frau vom Gastgeber), die die meiste Zeit herumstand und jeden an der Tür empfing. Da ich nicht mit leeren Händen dort erscheinen wollte und nicht wusste, was mich genau erwartet, habe ich sechs Flaschen Bier vorher eingekauft. Als ich eine Buddel aus meinem Rucksack zog, kam die Frau sofort angerannt und meinte, die trinken kein Bier, aber sie könne mir gerne ein Glas Rotwein bringen. Dann schaute ich 90 Minuten schweigend eine Reportage über Kinder in Indien und bin gegangen. War vom Wandervogel, also nichts Religiöses, Musikalisches oder Schlagendes. War nicht so ganz das, was ich erwartet hatte. :|

Vermutlich war das ein sog. "wissenschaftlicher Abend" . Da geht es kultiviert zu. Und wenn die "Alten Herren" dominieren, dürfte ich richtig liegen. Ansonsten ist es, wie von mir beschrieben. Ausgenommen sind auch noch die "PENNÄLERTAGE" zu Pfingsten, wo in voller Wichse aufmarschiert wird und ein Gottesdienst stattfindet, danach ein Fetskommers mit festgelegtem Ablauf. Ist sogar medial wirksam.
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon frems » Do 17. Nov 2016, 18:47

Fuerst_48 hat geschrieben:(17 Nov 2016, 18:45)

Vermutlich war das ein sog. "wissenschaftlicher Abend" . Da geht es kultiviert zu. Und wenn die "Alten Herren" dominieren, dürfte ich richtig liegen. Ansonsten ist es, wie von mir beschrieben. Ausgenommen sind auch noch die "PENNÄLERTAGE" zu Pfingsten, wo in voller Wichse aufmarschiert wird und ein Gottesdienst stattfindet, danach ein Fetskommers mit festgelegtem Ablauf. Ist sogar medial wirksam.

So wissenschaftlich fand ich's nicht. Die redeten ja nur alle über ihren Beruf, wie viele Leute sie in Zeitarbeit schickten, welche Aufträge aber gewonnen wurden und so Gedöns. Mit Wandern hatte das alles jedenfalls nichts zu tun und wie ich erfuhr, waren sie auch viele Jahre nicht mehr unterwegs; und das war einfach nur ein normaler Urlaub mit ein paar Ausflügen. "Jugendbewegung".
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon Fuerst_48 » Do 17. Nov 2016, 18:53

frems hat geschrieben:(17 Nov 2016, 18:47)

So wissenschaftlich fand ich's nicht. Die redeten ja nur alle über ihren Beruf, wie viele Leute sie in Zeitarbeit schickten, welche Aufträge aber gewonnen wurden und so Gedöns. Mit Wandern hatte das alles jedenfalls nichts zu tun und wie ich erfuhr, waren sie auch viele Jahre nicht mehr unterwegs; und das war einfach nur ein normaler Urlaub mit ein paar Ausflügen. "Jugendbewegung".

Also da weiß ich nun nicht, wo du hineingeraten bist. Hatte die Verbindung auch einen Namen?
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon H2O » Do 17. Nov 2016, 18:56

frems hat geschrieben:(17 Nov 2016, 18:37)

Alkohol war nur am Rande ein Thema. Ich sah am schwarzen Brett den Hinweis zu einem Filmeabend einer Verbindung. Hab einfach mal angerufen und der Typ meinte, ich sei herzlich eingeladen, mal vorbeizuschauen. Da waren dann etwa 20 Personen in einer kleinen Wohnung und außer mir war davon nur ein weiterer Kerl Student. Der Rest waren "alte Herren" oder wie man sie nennt, die nur über Berufliches redeten. Anwesend war nur eine Dame (Frau vom Gastgeber), die die meiste Zeit herumstand und jeden an der Tür empfing. Da ich nicht mit leeren Händen dort erscheinen wollte und nicht wusste, was mich genau erwartet, habe ich sechs Flaschen Bier vorher eingekauft. Als ich eine Buddel aus meinem Rucksack zog, kam die Frau sofort angerannt und meinte, die trinken kein Bier, aber sie könne mir gerne ein Glas Rotwein bringen. Dann schaute ich 90 Minuten schweigend eine Reportage über Kinder in Indien und bin gegangen. War vom Wandervogel, also nichts Religiöses, Musikalisches oder Schlagendes. War nicht so ganz das, was ich erwartet hatte. :|


Nun, das war ein Treffen unter alten Kumpels... da würde ich mich als Neuling auch äußerst unwohl fühlen. Was mir als jungem Mann geboten wurde, das war in umgekehrter Aufteilung: zwei, drei philistrierte mittelalterliche Leute, der Rest sportliche Studenten... gemeinsame sportliche Tätigkeit, danach Ausklang bei einem Bier oder auch zwei, und Austausch der Nöte, die Studenten nun einmal umtreiben.

Dann aber auch Einladung zu älteren Semestern bei sehr gepflegter Gastlichkeit in deren Häusern oder Wohnungen, und Gespräche über dies und das, im wesentlichen aber über berufliche Pläne und Träume. Da ist mir der freundlich teilnehmende Rat der Älteren doch ganz angenehm in Erinnerung.

In irgendeiner Weise einengend war das nie; natürlich ebbt das Gemeinschaftsleben ab, wenn man durch Beruf bedingt dann jahrzehntelang weit entfernt lebt. Aber wenn es einen denn einmal in die alte Studentenheimat verschlägt, dann ist unsereiner doch wieder neugierig, was sich heutzutage dort tut. Und man freut sich, wenn man die jungen Leute dort erlebt, wie sie sich auf Wettkämpfe vorbereiten oder sich nach dem Training noch eine Stunde lang über ihre Wehwehchen austauschen.
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon frems » Do 17. Nov 2016, 19:03

Fuerst_48 hat geschrieben:(17 Nov 2016, 18:53)

Also da weiß ich nun nicht, wo du hineingeraten bist. Hatte die Verbindung auch einen Namen?

Ja, wie gesagt, die waren vom "Wandervogel". Ist/war eine bündische Jugendbewegung, auf die sich heute diverse Studentenbünde bzw. -verbindungen beziehen. Da ich damals oft und gerne gewandert bin, fand ich das erstmal interessant. Aber nunja, dann halt nicht.
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon frems » Do 17. Nov 2016, 19:05

H2O hat geschrieben:(17 Nov 2016, 18:56)

Nun, das war ein Treffen unter alten Kumpels... da würde ich mich als Neuling auch äußerst unwohl fühlen. Was mir als jungem Mann geboten wurde, das war in umgekehrter Aufteilung: zwei, drei philistrierte mittelalterliche Leute, der Rest sportliche Studenten... gemeinsame sportliche Tätigkeit, danach Ausklang bei einem Bier oder auch zwei, und Austausch der Nöte, die Studenten nun einmal umtreiben.

Dann aber auch Einladung zu älteren Semestern bei sehr gepflegter Gastlichkeit in deren Häusern oder Wohnungen, und Gespräche über dies und das, im wesentlichen aber über berufliche Pläne und Träume. Da ist mir der freundlich teilnehmende Rat der Älteren doch ganz angenehm in Erinnerung.

In irgendeiner Weise einengend war das nie; natürlich ebbt das Gemeinschaftsleben ab, wenn man durch Beruf bedingt dann jahrzehntelang weit entfernt lebt. Aber wenn es einen denn einmal in die alte Studentenheimat verschlägt, dann ist unsereiner doch wieder neugierig, was sich heutzutage dort tut. Und man freut sich, wenn man die jungen Leute dort erlebt, wie sie sich auf Wettkämpfe vorbereiten oder sich nach dem Training noch eine Stunde lang über ihre Wehwehchen austauschen.

Ist ja auch okay, wenn die sich regelmäßig treffen. Ich fand's nur komisch, dass an der Uni geworben wird, aber letztendlich (mit Ausnahme eines älteren Mitglieds) keine Studenten da waren. Ist sicherlich bei anderen heutigen Verbindungen anders, aber so groß war mein Interesse dann doch nicht, noch mehr kennenzulernen. An Gemeinschaft in anderen Formen hat's nie gemangelt.
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon H2O » Do 17. Nov 2016, 19:36

frems hat geschrieben:(17 Nov 2016, 19:05)

Ist ja auch okay, wenn die sich regelmäßig treffen. Ich fand's nur komisch, dass an der Uni geworben wird, aber letztendlich (mit Ausnahme eines älteren Mitglieds) keine Studenten da waren. Ist sicherlich bei anderen heutigen Verbindungen anders, aber so groß war mein Interesse dann doch nicht, noch mehr kennenzulernen. An Gemeinschaft in anderen Formen hat's nie gemangelt.


Das trifft für ortsansässige Studenten wohl ganz überwiegend zu. Die haben ja ihren gewohnten Kreis und werden nicht kurzerhand in eine weit entfernte fremde Umgebung geworfen. Dann muß man noch sehen, daß früher ein Wohnheimplatz mit der dort üblichen Geselligkeit kaum zu haben war. Dann war man als Student ganz froh, wenn man in seiner Freizeit nicht in seiner untervermieteten Bude zum Fenster hinaus sehen mußte, sondern in einigermaßen erfreulicher Umgebung unter Gleichaltrigen in sehr ähnlichen Verhältnissen verbringen konnte. Schon die wirtschaftliche Seite ließ da in Verbindung mit Sport und freier Zeit gar keine allzu große Auswahl zu.

Ich vermute, daß im 19. Jahrhundert diese Lebens- und Wohnverhältnisse von Studenten das Übliche waren. Kein Wunder, daß die ganz große Zeit der akademischen Verbindungen Ende des 19. Jahrhunderts begann. Heute werden die sich mit den Problemen herum schlagen, die politsche Parteien, Sportvereine und andere Gemeinschaften in gleicher Weise erleben.
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon Negator » Do 17. Nov 2016, 23:47

Sie müssen Internet auf ihren Buden anbieten. ;)
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon Kael » Sa 19. Nov 2016, 12:52

Es kommt immer drauf an.
In dem Ort wo ich studiere gibt es einige Verbindungen.
Da kommt es dann auch drauf an wie stark die Verbindung tendiert.
Grüne Corps sind mir da bisher am negativsten aufgefallen während Burschenschaften meist fechtend und rechtskonservativ ausgerichtet sind.
Dann gäbe es da verschiedene Corpsarten die abgesehen vonm trinken meist uninformiert auftreten, selbst bei Kneipgängen.
Ich selbst bin in einer eher liberalen Verbindung wo Frauen ganz normal und sogar bei Kneipen dazu gehören wo alle anderen Verbindungen verbote aussprechen.

Bei uns dürfen Frauen auch staffetten trinken oder sogar den Bierjungen(in dem Fall Biermädel) aussprechen.

Es kommt immer drauf an zuvwelcher Veranstaltung man geht. Aber klar ist das wohl so gut wie alle Verbindungen klar patriotisch orientiert sind
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon frems » Sa 19. Nov 2016, 14:26

H2O hat geschrieben:(17 Nov 2016, 19:36)

Das trifft für ortsansässige Studenten wohl ganz überwiegend zu. Die haben ja ihren gewohnten Kreis und werden nicht kurzerhand in eine weit entfernte fremde Umgebung geworfen. Dann muß man noch sehen, daß früher ein Wohnheimplatz mit der dort üblichen Geselligkeit kaum zu haben war. Dann war man als Student ganz froh, wenn man in seiner Freizeit nicht in seiner untervermieteten Bude zum Fenster hinaus sehen mußte, sondern in einigermaßen erfreulicher Umgebung unter Gleichaltrigen in sehr ähnlichen Verhältnissen verbringen konnte. Schon die wirtschaftliche Seite ließ da in Verbindung mit Sport und freier Zeit gar keine allzu große Auswahl zu.

Ich vermute, daß im 19. Jahrhundert diese Lebens- und Wohnverhältnisse von Studenten das Übliche waren. Kein Wunder, daß die ganz große Zeit der akademischen Verbindungen Ende des 19. Jahrhunderts begann. Heute werden die sich mit den Problemen herum schlagen, die politsche Parteien, Sportvereine und andere Gemeinschaften in gleicher Weise erleben.

Naja, mein grundständiges Studium war zwar in der Tat in meiner Heimatstadt (in die ich fürs Studium wieder gezogen bin), aber das postgraduale bzw. konsekutive Studium war woanders. Man kommt aber schnell in Kontakt mit anderen Kommilitonen, insb. in projektorientierten Studiengängen in Großstädten, sodass man keine "Ersatzfamilie" benötigt. An einem Wohnplatz in einem "Verbindungshaus" war ich aber nie interessiert und das hatte der Wandervogel, wo ich mal reingeschneit bin, auch gar nicht. Das Treffen war in einer größeren Privatwohnung eines älteren Mitglieds. Von der Idee her fand ich das ja alles recht sympathisch, aber in der Praxis, nunja. Mit schlagenden Verbindungen kann ich wiederum nichts anfangen und spiele auch nicht jeden Tag Musik. Wer das tut, der wird aber sicherlich fündig und wird mit solchen Vereinen viel Spaß haben.
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon watisdatdenn? » Sa 19. Nov 2016, 16:54

Ich war zu faul für eine Burschenschaft.
Aber kenne ein paar die in einer waren.
Mir hat das als Gast schon gefallen. Von Liedern wie "gaudeamus igitur" oder die "ode an die Freude" die ich eh schon immer mochte.
Wo ich war waren auch (durchaus attraktive) Mädel dabei.
Ich verbinde das durchaus positiv mit "bierjunge", lateinischen und altdeutschen Gesängen und interessanten Gesprächen.
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Re: Akademische Verbindungen

Beitragvon H2O » Sa 19. Nov 2016, 16:58

frems hat geschrieben:(19 Nov 2016, 14:26)

Naja, mein grundständiges Studium war zwar in der Tat in meiner Heimatstadt (in die ich fürs Studium wieder gezogen bin), aber das postgraduale bzw. konsekutive Studium war woanders. Man kommt aber schnell in Kontakt mit anderen Kommilitonen, insb. in projektorientierten Studiengängen in Großstädten, sodass man keine "Ersatzfamilie" benötigt. An einem Wohnplatz in einem "Verbindungshaus" war ich aber nie interessiert und das hatte der Wandervogel, wo ich mal reingeschneit bin, auch gar nicht. Das Treffen war in einer größeren Privatwohnung eines älteren Mitglieds. Von der Idee her fand ich das ja alles recht sympathisch, aber in der Praxis, nunja. Mit schlagenden Verbindungen kann ich wiederum nichts anfangen und spiele auch nicht jeden Tag Musik. Wer das tut, der wird aber sicherlich fündig und wird mit solchen Vereinen viel Spaß haben.


Klar; halten Sie einfach Ihr Lebensalter daneben. Als 19-jähriger aus wohlbehüteter Familienobhut plötzlich in der Fremde und so ziemlich allein gelassen. Was ja auch gar nicht so schlecht war! Damals war auch eine Universität kaum auf ganz junge Leute eingerichtet... man möchte das heute kaum glauben! Unter solchen Randbedingungen dürfte so mancher junge Mensch froh gewesen sein, wenn es damals irgendwo eine Art zu Hause gab, wo man sich auf ihn ein ließ, wo er Gleichgesinnte und Gleiche fand.

Was heute... 60 Jahre später... sein wird, das muß man wohl selbst erkunden. Bleibt die Freude am Sport und am Wettkampf unter Freunden... und am Blödsinn... der wird jungen Leute hoffentlich immer einfallen!

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