Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Polibu » Mi 29. Aug 2018, 12:01

schokoschendrezki hat geschrieben:(29 Aug 2018, 09:10)

Das ist nicht mein Ernst sondern der Ernst, der 1909 in Mainz als Sohn eines Dachdeckermeisters Neger geboren wurde und fortan "Ernst Neger" hieß. Schaust Du hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Neger.

Beim Thema "Sprachpolizei" muss man vor allem mal etwas Lockerheit und Humor an den Tag legen. Mal ein bissel Kurt Schwitters lesen.


Ernst Neger hat auch dieses Firmenlogo entworfen. Finden nicht alle toll.

https://www.focus.de/panorama/welt/allt ... 80950.html
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Betrachter » Mi 29. Aug 2018, 12:02

Billie Holiday hat geschrieben:(29 Aug 2018, 12:56)

"herzeliebez vrouwelin" :)

Ist doch viel schöner.


Versuche mal, damit heute ein Fräulein zu bezirzen.
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 29. Aug 2018, 12:11

Betrachter hat geschrieben:(29 Aug 2018, 13:02)

Versuche mal, damit heute ein Fräulein zu bezirzen.


Kann man nicht pauschalisieren und ist auch eine Frage des Klientels, welches einen so anzieht. :cool:
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Betrachter » Mi 29. Aug 2018, 12:21

Billie Holiday hat geschrieben:(29 Aug 2018, 13:11)

Kann man nicht pauschalisieren und ist auch eine Frage des Klientels, welches einen so anzieht. :cool:


Gehören Germanistik- Studentinnen zu deinem Beuteschema? Dichterinnen?
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 29. Aug 2018, 12:22

Betrachter hat geschrieben:(29 Aug 2018, 13:21)

Gehören Germanistik- Studentinnen zu deinem Beuteschema? Dichterinnen?


Ich bin keine Lesbe. :cool:
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Betrachter » Mi 29. Aug 2018, 12:49

Billie Holiday hat geschrieben:(29 Aug 2018, 13:22)

Ich bin keine Lesbe. :cool:


Es geht nicht um deine sexuelle Orientierung, sondern darum, mit welchen Worten du andere verführst. Mit mittelalterlicher Sprache?
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 29. Aug 2018, 13:35

Polibu hat geschrieben:(29 Aug 2018, 13:01)

Ernst Neger hat auch dieses Firmenlogo entworfen. Finden nicht alle toll.

https://www.focus.de/panorama/welt/allt ... 80950.html

Ich assoziiere da sofort Blackfaces und Minstrelshows. "Humba Täterä" ist in gewisser Weise eine Art inverse Minstrelshow mit white faces. Also passt schon. Den nötigen schwarzen Humor vorausgesetzt.
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Dark Angel » Do 30. Aug 2018, 12:30

schokoschendrezki hat geschrieben:(28 Aug 2018, 10:16)

Es war in meinem Beitrag (wörtlich) von "Vorschlägen", nicht von "Dekreten" die Rede. Vorschlag in dem Sinne, dass man bei der Suche nach einer für sich passenden Sprechweise diesen Vorschlag aufgreifen oder auch sein lassen kann.

Ändert nichts an der Tatsache, dass sich Sprache NICHT verordnen lässt - auch nicht mittels irgendwelcher Vorschläge.
Die Vorschläge bzw das Geschwafel von "gendersensibler Sprache" zeigt nur, dass die Protagonisten - einschließlich von das Hornscheidt nicht die geringste Ahnung von Sprachentwicklung (Linguistik) haben.
Das genuine Maskulinum, Femininum oder Neutrum haben in "unserer" (der Indoeuropäischen Sprachfamilie) absolut nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun - ganz im Gegenteil:
1. Das Maskulinum ist das Standardgeschlecht.

2. Zum Neutrum gehören Substantive, die den Inhalt oder das Ergebnis einer konkreten Hand­lung bezeichnen.

3. Zum Femininum gehören Ableitungen mit komplexer abstrakter Bedeutung und einem speziellen Suffix.


Es scheint, den "genderforschenden" Sprachverhunzern noch nie aufgefallen zu sein, dass Pluralbildungen von Substantiven IMMER das genuine Femininum haben.

Es geht den den so genannten "Genderforschern" NICHT um eine "passende Sprechweise", sondern um ihre ganz persönlichen Befindlichkeiten, was im Endeffekt dazu führt, dass Texte unverständlich werden, niemand mehr begreift, was eigentlich ausgesagt werden soll. Sprache als Mittel der Kommunikation, wird damit ad absurdum geführt.
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Dark Angel » Do 30. Aug 2018, 12:44

schokoschendrezki hat geschrieben:(28 Aug 2018, 10:21)

Lann-Hornscheid hat eine Promotion und eine Habilitationsschrift in Linguistik/Skandinavistik vorgelegt. Eine politisch motivierte Professur ist völlig unbelegt. Die verschiedenen Hasskampagnen auch in öffentlichen Medien dagegen sind allesamt belegbar.

Ach ist es das wirklich?
Die Habilitationsschrift von das Lann Hornscheidt beschäftigt sich mit: "sprachlicher Benennung von Personen aus konstruktivistischer Sicht im heutigen Schwedisch."

Konstruktivismus hat was mit Linguistik zu tun? kannst du das vielleicht mal erklären?
Wenn für eine Ideologie gleich mehr als 200 Professuren eingerichtet werden, hat das nichts mit Politik zu tun? Wirklich nicht?

Für das Lann ist Sprache kein Mittel zur Kommunikation und Infermationsweitergabe, sondern "politisches Handeln" und deshalb ist Sprache (für das Lann) auch per se diskriminierend und sexistisch - eine Frau auch als Frau zu bezeichnen und anzusprechen ist sexistisch und gleichzeitig diskriminierend, weil es ja lt. das Lann "eigentlich gar keine Frauen gibt, weil das ja alles nur sozial kontruiert ist"

Und hier noch ein Schmankerl, was das Hornscheidt so von sich gibt:
"Geschlecht ist für Sie nichts als eine soziale Kategorie?

Hornscheidt: Es ist eine Erfindung von Sexismus. Bei Rasse würden alle sagen: Die Rasseneinteilung gibt es nur, weil es Rassismus gibt. Keine Person sagt das bei Frauen und Männern, aber diese Unterteilung gibt es auch nur, weil es Sexismus gibt." [...]
"Zweigeschlechtlichkeit hilft, die Gesellschaft zu ordnen und Sachen vom Staat an die Familie abzugeben. Da passiert ganz viel, an Pflege, Bildung, Fürsorge, Unterstützung." [...]
"Sexualität, Körperlichkeit und Gefühle sind für uns etwas ganz Ursprüngliches: Ich fühle mich so, und dann muss es auch so sein. Ich liebe nun mal Frauen, oder Männer, also gibt es die auch. Wir glauben, es gibt ein natürliches Empfinden. Aber in einer konstruktivistischen Denkweise gibt es das nicht. Es ist spannend, darüber nachzudenken, was wir glauben, was Lieben ist. Welche Anteile davon vielleicht gesellschaftlich gewollt und konstruiert sind."
Quelle
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 30. Aug 2018, 14:25

Dark Angel hat geschrieben:(30 Aug 2018, 13:44)

Ach ist es das wirklich?
Die Habilitationsschrift von das Lann Hornscheidt beschäftigt sich mit: "sprachlicher Benennung von Personen aus konstruktivistischer Sicht im heutigen Schwedisch."

Konstruktivismus hat was mit Linguistik zu tun? kannst du das vielleicht mal erklären?

Erstmal hat "Konstruktivismus" mehrere ziemlich unterschiedliche Bedeutungen. Unter anderem eine Strömung in der bildenden Kunst. In der Habilitationsschrift von Hornscheid bedeutet "Konstruktivismus", den Prozess der Wahrnehmung von Wirklichkeit zu hinterfragen. Dieser Prozess erfolgt niemals eins zu eins. Wahrnehmung selbst ist bereits während der Wahrnehmung mit Wirklichkeits-Beschreibungen verknüpft. Und damit mit einem Plus an Bedeutungs- und Objektbildungen. Konstruktionen eben. Und Sprache ist nunmal der wichtigste Wirklichkeitsbeschreibungsformalismus.
Im Zentrum der konstruktivistisch begründeten wissenschaftlichen Aufmerksamkeit steht damit die Art des Erkenntnisvorgangs und nicht die nach dem Erkenntnisobjekt der angenommenen Wirklichkeit. Das WOrt "Tisch", das ich für die Beschreibung eines gesehenen Tisches verwende, ist keineswegs eine eins-zu-eins-Abbildung des Wirklichkeitsgegenstands sondern (unter anderem) auch die Menge an Tisch-Assoziationen, die ich persönlich mit diesem Wort verbinde. Der Schriftsteller Franz Fühmann hat (schon vor längerer Zeit) in seinem essayistischen Buch "Vor Feuerschlünden - Erfahrung mit Georg Trakls Gedicht" ganz ähnliche Betrachtungen angestellt. Zu empfehlen.
(Seite 11 ihrer Habilitationsschrift).
Faszinierendes, hochinteressantes Wissenschaftsthema und die Verbindung zwischen (dem verwendeten) Konstruktivismus-Begriff und Linguistik ist für mich völlig offensichtlich.
Wenn für eine Ideologie gleich mehr als 200 Professuren eingerichtet werden, hat das nichts mit Politik zu tun? Wirklich nicht?

Die Verwendung des Ideologie-Begriffs in diesem Zusammenhang würde ich mal als ideologisch motiviert bezeichnen.

Wissenschaftsministerin Wanka schlägt vor, allein aus der Bafög-Entlastung der Länder (durch den Bund) zehntausend neue Professoren-Stellen zu schaffen. Man könnte ja mal für einige Fachgebiete recherchieren, wieviel Professorenstellen es jeweils deutschlandweit gibt. Egal: Politisch betrachtet stellt sich angesichts solcher Zahlen nur die Frage, warum es für ein Fachgebiet wie Gender-Forschung eine vergleichsweise so verschwindend geringe Anzahl von Professuren gibt. Es ist offensichtlich politisch gewollt, Gender-Forschung kleinzuhalten.

Das zitierte ZEIT-Interview enthält hinlänglich bekannte Positionen, die hier schon öfter diskutiert wurden und die man eben zu soundsovielen Teilen nachvollziehen oder eben nicht.
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Dark Angel » Do 30. Aug 2018, 15:52

schokoschendrezki hat geschrieben:(30 Aug 2018, 15:25)

Erstmal hat "Konstruktivismus" mehrere ziemlich unterschiedliche Bedeutungen. Unter anderem eine Strömung in der bildenden Kunst. In der Habilitationsschrift von Hornscheid bedeutet "Konstruktivismus", den Prozess der Wahrnehmung von Wirklichkeit zu hinterfragen.

Wir sprechen hier nicht von bildender Kunst, sondern von Kontruktivismus als philosophische Denkrichtung und diese Denkrichtung hinterfragt NICHT "den Prozess der Wahrnehmung von Wirklichkeit", sondern sie bestreitet, dass es so etwas wie eine objektive Wirklichkeit/Realität überhaupt gibt. Konstruktivisten behaupten, Wirklichkeit/Realität würde durch den Vorgang des Betrachtens/Erkennens überhaupt erst konstuiert/hervorgebracht.

schokoschendrezki hat geschrieben:(30 Aug 2018, 15:25) Dieser Prozess erfolgt niemals eins zu eins. Wahrnehmung selbst ist bereits während der Wahrnehmung mit Wirklichkeits-Beschreibungen verknüpft. Und damit mit einem Plus an Bedeutungs- und Objektbildungen. Konstruktionen eben. Und Sprache ist nunmal der wichtigste Wirklichkeitsbeschreibungsformalismus.
(Seite 11 ihrer Habilitationsschrift).
Faszinierendes, hochinteressantes Wissenschaftsthema und die Verbindung zwischen (dem verwendeten) Konstruktivismus-Begriff und Linguistik ist für mich völlig offensichtlich.

Und genau diese Sichtweise IST Schwachsinn!
Man kann nichts "wahrnehmen und beschreiben", was nicht objektiv = unabhängig vom Betrachter vorhanden ist.

Wenn ich ein Skelett ausgrabe und seine Lage insitu beschreibe, zeichne oder fotografiere, dann ist das Skelett bereits vorhanden, ansonsten könnte ich es weder ausgraben, noch fotografieren, zeichnen oder beschreiben. Das (ausgegrabene) Skelett ist eben KEINE Konstruktion, es entsteht eben NICHT (erst) bei der Grabungshandlung und auch NICHT bei der Beschreibung.

Sprache ist auch KEIN "Wirklichkeitsbeschreibungsformalismus", sondern Mittel zum Zweck - Mittel zum Zweck der Kommunikation und des Informationsaustausches bzw der Informationsweitergabe.

schokoschendrezki hat geschrieben:(30 Aug 2018, 15:25)Die Verwendung des Ideologie-Begriffs in diesem Zusammenhang würde ich mal als ideologisch motiviert bezeichnen.
Nonsens!
Ideologie ist die Instrumentalisierung menschlicher Erkenntnsfähigkeit (geschlossenes Sinnsystem) und dient der Legitimation bestehender Ordnungen.
Im Unterschied zur Wissenschaft/den Wissenschaften scheitert Ideologie - als selbstreferierendes Erklärungsmodell - an der komplexen Wirklichkeit/Realität. Genau DAS ist bei den Gender Studies der Fall!
Die so genannten "Forschungen" und "Erkenntnisse" scheitern regelmäßig an der komplexen Realität, eben WEIL sie die Erkenntnisse der Naturwissenschaften nicht nur ignorieren, sondern leugnen.
Geschlecht ist nunmal KEINE soziale/gesellschaftliche Konstruktion, sondern biologische Gegebenheit, es wird NICHT " diskursiv zugeschrieben", sondern ist von Anfang an da, IST Realität.

schokoschendrezki hat geschrieben:(30 Aug 2018, 15:25)Wissenschaftsministerin Wanka schlägt vor, allein aus der Bafög-Entlastung der Länder (durch den Bund) zehntausend neue Professoren-Stellen zu schaffen. Man könnte ja mal für einige Fachgebiete recherchieren, wieviel Professorenstellen es jeweils deutschlandweit gibt. Egal: Politisch betrachtet stellt sich angesichts solcher Zahlen nur die Frage, warum es für ein Fachgebiet wie Gender-Forschung eine vergleichsweise so verschwindend geringe Anzahl von Professuren gibt. Es ist offensichtlich politisch gewollt, Gender-Forschung kleinzuhalten.

Und wenn da noch 1000 Professuren für Gender Studies eingerichtet werden, wird aus einer Ideologie KEINE Forschung und KEINE Wissenschaft!
Wer Schwangerschaft als "Phänomen bzw "soziale Handlung als "scheinbar biologisch" oder "Körperpraktik" bezeichnet oder von "Frauisierung der Schwangerschaft" schwafelt, kann KEINEN Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben!
Beispiel für die Wissenschaftlichkeit der Gender"forschung" gefällig?
"Betont wird, dass eine Schwangerschaft nicht nur durch dei Austragende und den Ko-Schwangeren hervorgebracht werde, sondern ebenso durch weitere Teilnehmende, wie professionelle Erfüllungsgehilfen, das Publikum und Leidensgenossinnen."
"... plädiert, die schwangere Frau aus dem Fokus zu nehmen, die 'dort nicht allein durch die Medizin oder die geschlechtliche Arbeitsteilung, die den Frauen das Schwangersein zuschreiben positioniert wurde, sondern ebenso durch werdende Mütter und durch eine kritische Frauenforschung, die das Schwangersein für Frauen reklamieren"
Quelle: "Fortpflanzung und Geschlecht" (eine Dissertation)


schokoschendrezki hat geschrieben:(30 Aug 2018, 15:25)Das zitierte ZEIT-Interview enthält hinlänglich bekannte Positionen, die hier schon öfter diskutiert wurden und die man eben zu soundsovielen Teilen nachvollziehen oder eben nicht.

Diskutieren kann man darüber und nachvolliehen in gewissen Grenzen auch, nur hat das Ganze mit Wissenschaft oder Forschung nichts zu tun!
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Dark Angel » Do 30. Aug 2018, 17:23

schokoschendrezki hat geschrieben:(30 Aug 2018, 15:25)

Erstmal hat "Konstruktivismus" mehrere ziemlich unterschiedliche Bedeutungen. Unter anderem eine Strömung in der bildenden Kunst. In der Habilitationsschrift von Hornscheid bedeutet "Konstruktivismus", den Prozess der Wahrnehmung von Wirklichkeit zu hinterfragen. Dieser Prozess erfolgt niemals eins zu eins. Wahrnehmung selbst ist bereits während der Wahrnehmung mit Wirklichkeits-Beschreibungen verknüpft. Und damit mit einem Plus an Bedeutungs- und Objektbildungen. Konstruktionen eben. Und Sprache ist nunmal der wichtigste Wirklichkeitsbeschreibungsformalismus.

Nachtrag: "Wahrnehmung" produziert ein Abbild/Kopie der Wirklichkeit und zwar 1:1, da wird weder etwas beschrieben noch wird irgendeine Bedeutung zugemessen und noch viel weniger wird irgendetwas hergestellt oder "gebildet".
Realität ist IMMER das, was bereits objektiv = außerhalb und unabhängig von unserer "Wahrnehmung" existiert.
Dabei ergibt sich lediglich die Frage wie genau stimmt das Abbild/die Kopie mit der objektiven Realität/Wirklichkeit überein?
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Betrachter » Do 30. Aug 2018, 17:51

schokoschendrezki hat geschrieben:(30 Aug 2018, 15:25)
In der Habilitationsschrift von Hornscheid bedeutet "Konstruktivismus", den Prozess der Wahrnehmung von Wirklichkeit zu hinterfragen.

>> Im Zentrum der konstruktivistisch begründeten wissenschaftlichen Aufmerksamkeit steht damit die Art des Erkenntnisvorgangs und nicht die nach dem Erkenntnisobjekt der angenommenen Wirklichkeit. Das WOrt "Tisch", das ich für die Beschreibung eines gesehenen Tisches verwende, ist keineswegs eine eins-zu-eins-Abbildung des Wirklichkeitsgegenstands sondern (unter anderem) auch die Menge an Tisch-Assoziationen, die ich persönlich mit diesem Wort verbinde. <<

(Seite 11 ihrer Habilitationsschrift).


Das ist mindestens so alt wie Kants "Kritik der reinen Vernunft". Man will Erkenntnisgrenzen bestimmen- ausgerechnet mit der eigenen, angeblich so begrenzten Erkenntnisfähigkeit. Einem geistig gesunden Menschen reicht es, einen Tisch als das zu erkennen, was er ist, und nicht noch ein Butterbrot hineinzudeuteln, das der Tisch ja irgendwie auch sein könnte.
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Dark Angel » Do 30. Aug 2018, 18:14

Betrachter hat geschrieben:(30 Aug 2018, 18:51)

Das ist mindestens so alt wie Kants "Kritik der reinen Vernunft". Man will Erkenntnisgrenzen bestimmen- ausgerechnet mit der eigenen, angeblich so begrenzten Erkenntnisfähigkeit. Einem geistig gesunden Menschen reicht es, einen Tisch als das zu erkennen, was er ist, und nicht noch ein Butterbrot hineinzudeuteln, das der Tisch ja irgendwie auch sein könnte.

Schon die Aussage:
"... der konstruktivistisch begründeten wissenschaftlichen Aufmerksamkeit ..."

ist Nonsens, weil Konstruktivismus mehrere philosphische Erkenntnistheorien zusammenfast, aber selbst keine wissenschaftliche Methode ist. Die verschiedenen kontruktivistischen Theorien beschäftigen sich damit WIE Erkenntnis gewonnen wird, liefern aber selbst keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.
.
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Betrachter » Do 30. Aug 2018, 18:28

Dark Angel hat geschrieben:(30 Aug 2018, 19:14)

Schon die Aussage:
"... der konstruktivistisch begründeten wissenschaftlichen Aufmerksamkeit ..."

ist Nonsens, weil Konstruktivismus mehrere philosphische Erkenntnistheorien zusammenfast, aber selbst keine wissenschaftliche Methode ist. Die verschiedenen kontruktivistischen Theorien beschäftigen sich damit WIE Erkenntnis gewonnen wird, liefern aber selbst keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.
.


So ungefähr meinte ich das auch. Welch ein Unsinn, mit dem sich u. a. lauter Hirnforscher beschäftigen. "Wie denkt der Mensch?" das beantwortet sich durch das, was er sagt und tut. Dass dabei lauter Hirnströme fließen- wen interessierts? Naja, Erkenntnistheoretiker...
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 31. Aug 2018, 22:08

Dark Angel hat geschrieben:(30 Aug 2018, 16:52)
Wenn ich ein Skelett ausgrabe und seine Lage insitu beschreibe, zeichne oder fotografiere, dann ist das Skelett bereits vorhanden, ansonsten könnte ich es weder ausgraben, noch fotografieren, zeichnen oder beschreiben. Das (ausgegrabene) Skelett ist eben KEINE Konstruktion, es entsteht eben NICHT (erst) bei der Grabungshandlung und auch NICHT bei der Beschreibung.

Sprache ist auch KEIN "Wirklichkeitsbeschreibungsformalismus", sondern Mittel zum Zweck - Mittel zum Zweck der Kommunikation und des Informationsaustausches bzw der Informationsweitergabe.

Ach je ... Das ist für mich der Stand 1748, als Julien Offray de La Mettrie mit "L'homme machine", deutsch als "Der Mensch als Maschine" erschienen einen Jahrhundertbestseller schrieb. Im Geiste eines radikalen Materialismus und im Geiste Descartes. Friedrich der II war so beeindruckt, dass er ihn protegierte. Heute wird er als ein Enfant Terrible der Philosophie und Geisteswissenschaft angesehen. Wenn Du "Sprache" in der Kultur der Menschen auf eine ähnliche Funktion reduzierst wie Mathematik in den Naturwissenschaften, wirst du eine Reihe von entscheidenden Sachen einfach nicht nachvollziehen können.

Ich habe mit der Gender-Forschung ja auch ein Problem. Ein großes und grundsätzliches: Warum dieser ganze eigentlich hochinteressante Ansatz der "Konstruktion allein schon durch Fassung in Sprache" um alles in der Welt auf die Geschlechterfrage reduziert werden soll. Ich verstehe es nicht! Diese Beschränkung verhindert den eigentlichen möglichen Aufstieg. Der sehr schwierige aber unglaublich faszinierende Bezug zu den Erkenntnissen der modernen Physik hinsichtlich Beobachterabhängigkeit, Indeterminismus, Zustandsreduktion durch Messung usw. könnte thematisiert werden.

Aber mich der geifernden Meute anzuschließen und aus einer sicheren und geschützten Mehrheitsposition ein bissel beim Gender-Forschungs-Bashing mitzumachen ... das ist mir einfach zu doof. Und vor allem auch zu schäbig.
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Maskulist » Sa 1. Sep 2018, 10:21

schokoschendrezki hat geschrieben:(31 Aug 2018, 23:08)

Ach je ... Das ist für mich der Stand 1748, als Julien Offray de La Mettrie mit "L'homme machine", deutsch als "Der Mensch als Maschine" erschienen einen Jahrhundertbestseller schrieb. Im Geiste eines radikalen Materialismus und im Geiste Descartes. Friedrich der II war so beeindruckt, dass er ihn protegierte. Heute wird er als ein Enfant Terrible der Philosophie und Geisteswissenschaft angesehen. Wenn Du "Sprache" in der Kultur der Menschen auf eine ähnliche Funktion reduzierst wie Mathematik in den Naturwissenschaften, wirst du eine Reihe von entscheidenden Sachen einfach nicht nachvollziehen können.

Ich habe mit der Gender-Forschung ja auch ein Problem. Ein großes und grundsätzliches: Warum dieser ganze eigentlich hochinteressante Ansatz der "Konstruktion allein schon durch Fassung in Sprache" um alles in der Welt auf die Geschlechterfrage reduziert werden soll. Ich verstehe es nicht! Diese Beschränkung verhindert den eigentlichen möglichen Aufstieg. Der sehr schwierige aber unglaublich faszinierende Bezug zu den Erkenntnissen der modernen Physik hinsichtlich Beobachterabhängigkeit, Indeterminismus, Zustandsreduktion durch Messung usw. könnte thematisiert werden.

Aber mich der geifernden Meute anzuschließen und aus einer sicheren und geschützten Mehrheitsposition ein bissel beim Gender-Forschungs-Bashing mitzumachen ... das ist mir einfach zu doof. Und vor allem auch zu schäbig.


Allerdings ist es so, dass sich Geisteswissenschaften nicht in Naturwissenschaften einmischen sollten. Natürlich kann man Mathematik auch aus dem philosophischen Spektrum betrachten, aber man kann keine philosophische Mathematik oder Archäologie betreiben.

Philosophie, Religion und auch GS haben dort nichts zu suchen. Die Einmischung der Religion in die Naturwissenschaften wurde erfolgreich zurückgedrängt, deren Ersatz ist leider GS, welches versucht, sich in diversen Naturwissenschaften - wie der Biologie (Kutschera lässt mit seiner Kritik grüßen) - einmischt.

GS sollte sich auf sein eigenes Themengebiet beschränken und vor allem dort erst einmal Ergebnisse liefern, die von Relevanz sind. Leider ist von dort bis heute nichts, wirklich gar nichts relevantes bekommen oder warum hätte man sonst die Anfrage von Prof. Buchholz so konsequent ignoriert, wo doch jedes Forschungsgebiet eigentlich Stolz auf seine Ergebnisse ist?
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Dark Angel » Sa 1. Sep 2018, 13:22

schokoschendrezki hat geschrieben:(31 Aug 2018, 23:08)

Ach je ... Das ist für mich der Stand 1748, als Julien Offray de La Mettrie mit "L'homme machine", deutsch als "Der Mensch als Maschine" erschienen einen Jahrhundertbestseller schrieb. Im Geiste eines radikalen Materialismus und im Geiste Descartes. Friedrich der II war so beeindruckt, dass er ihn protegierte. Heute wird er als ein Enfant Terrible der Philosophie und Geisteswissenschaft angesehen. Wenn Du "Sprache" in der Kultur der Menschen auf eine ähnliche Funktion reduzierst wie Mathematik in den Naturwissenschaften, wirst du eine Reihe von entscheidenden Sachen einfach nicht nachvollziehen können.

Ich reduziere Sprache auf gar nichts, sondern sehe bzw betrachte Sprache als das was sie ist - nämlich ein komplexes System der Kommunikation. UND - ganz wichtig: WIE Sprache verabeitet wird, welche Funtion(en) sie hat, wie Sprache unser Denken beeinflusst, WIE (sich) Sprachregeln (Grammatik) entstanden sind und sich entwickeln etc pp IST immer noch Gegenstand der Forschung (Naturwissenschaften + Sprachwissenschaften).
Daraus wird eines definitv deutlich: Sprache ist KEIN Formalismus und auch KEIN "Wirklichkeitsbeschreibungsformalismus", sondern sehr viel mehr!
Was man allerdings durchaus ableiten kann - als komplexes System DER Kommunikation ist Sprache auch Mittel ZUR Kommunikation und Informationsweitergabe, wobei Kommunikation selbst ein komplexes System ist.

Tut mir schrecklich leid, aber Geisteswissenschaften - insbesondere der Konstruktivismus liefert KEINE Erklärung(en) der Wirklichkeit/Realität. DAS tun die Naturwissenschaften und die nutzen Popers Kritischen Rationalismus als Erkenntnistheorie ==> Aussagen (Hypothesen/Theorien) müssen nachvollziehbar, an/in der Realität überprüfbar und falsifizierbar sein.

Genau diesen Anforderungen wird der Konstruktivismus, mit seiner Nähe zum Relativismus NICHT gerecht!
Und aus diesem Grund können Gender Studies - die sich ausschließlich des Konstruktivismus, Poststrukturalismus und der Dekonstruktion bedienen, dabei alle naturwissenschaftlichen Erkenntnisse ignorieren, leugnen oder gar meinen dekonstruieren zu können - NICHT den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit für sich beanspruchen.
Die Wissenschaftlichkeit der - in Gender Studies - angewendeten Theoriegebilde (Poststrukturalismus/Konstruktivismus) wurden nicht nur von Jürgen Habermas als "linkshegelianische, nitzeanische Traditionslinie" kritisiert, sondern auch von Alan Sokal experimentell widerlegt.
Zur Information: Hegels Philosophie gibt dem Geist den Vorrang vor dem Körper und genauso verfahren Gender"forscher" - sie räumen der Gesellschaft den Vorrang vor der Biologie ein, deshalb sprechen sie permanent von "Zuschreibungen", "herstellen von ..." und "scheinbar biologisch". Die Gender Studies "produzieren" somit KEINE wissenschaftlichen Erkenntnisse, sondern Glaubenssätze.

Da der Körper jedoch Vorrang VOR dem Geist hat, hat auch das - zu beschreibende Skelett - Vorrang VOR der Beschreibung - heißt es muss zwingend existieren, DAMIT es überhaupt beschrieben werden KANN. Bei der Beschreibung wird gar nichts konstruiert oder hergestellt!
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon MäckIntaier » Sa 1. Sep 2018, 16:57

Dark Angel hat geschrieben:(01 Sep 2018, 14:22)

Geisteswissenschaften - insbesondere der Konstruktivismus liefert KEINE Erklärung(en) der Wirklichkeit/Realität. DAS tun die Naturwissenschaften und die nutzen Popers Kritischen Rationalismus als Erkenntnistheorie ==> Aussagen (Hypothesen/Theorien) müssen nachvollziehbar, an/in der Realität überprüfbar und falsifizierbar sein.



Auch der Naturwissenschaftler lebt in einer Welt der Bedeutungen, welche er nicht in der Natur findet. Wenn der Neurologe etwas über Hirnfunktionen beschreibt, endet seine Aufgabe dort, wo es um die Interpretation seiner Erkenntnisse geht. Was beispielsweise "Schuld" ist, wird er nicht erklären können. Geisteswissenschaften mit Konstruktivismus gleichzusetzen ist auch falsch.
Aufklärung: Lieber lass‘ ich mich vom tugendhaften Misanthropen verdunkeln als vom charakterlosen Philanthropen erhellen. Demokratie ohne Common Sense? Never ever.
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Re: Sprachpolizei: Darf man politisch korrekt „Weiber“ sagen?

Beitragvon Dark Angel » So 2. Sep 2018, 11:29

MäckIntaier hat geschrieben:(01 Sep 2018, 17:57)

Auch der Naturwissenschaftler lebt in einer Welt der Bedeutungen, welche er nicht in der Natur findet. Wenn der Neurologe etwas über Hirnfunktionen beschreibt, endet seine Aufgabe dort, wo es um die Interpretation seiner Erkenntnisse geht. Was beispielsweise "Schuld" ist, wird er nicht erklären können. Geisteswissenschaften mit Konstruktivismus gleichzusetzen ist auch falsch.

Ich setze Geisteswissenschaften nicht mit Konstruktivismus gleich.
Am 30.08. um 18:14 Uhr habe ich geschrieben "Konstruktivismus fasst mehrere philosophische Erkenntnistheorien zusammen".
Weiter schrieb ich:
"Die verschiedenen kontruktivistischen Theorien beschäftigen sich damit WIE Erkenntnis gewonnen wird, liefern aber selbst keine wissenschaftlichen Erkenntnisse."

Ich habe nirgendwo bestritten, dass Naturwissenschaften auch mit Interpretationen arbeiten. Allerdings dienen diese Interpretationen der Hypothesen-/Theoriebildung und müssen in sich widerspruchsfrei und nachvollziehbar sein, mit Konstruktivismus haben diese Interpretationen nichts zu tun.

Geisteswissenschaften arbeiten hingegen nur mit Interpretationen.
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Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen

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